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EP 0 477 511 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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05.07.1995 Patentblatt 1995/27 |
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Anmeldetag: 09.08.1991 |
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Heizkammer und Verfahren zu ihrer Herstellung
Heating chamber and method for its fabrication
Chambre de chauffage et procédé pour sa fabrication
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Benannte Vertragsstaaten: |
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FR IT |
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Priorität: |
27.09.1990 DE 4030540
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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01.04.1992 Patentblatt 1992/14 |
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Patentinhaber: Daimler-Benz Aerospace Aktiengesellschaft |
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80995 München (DE) |
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Erfinder: |
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- Müller, Klaus
W-2875 Ganderkesee (DE)
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Vertreter: Hansmann, Dierk, Dipl.-Ing. |
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Patentanwälte
Hansmann-Klickow-Hansmann
Jessenstrasse 4 22767 Hamburg 22767 Hamburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 193 192 DE-C- 3 915 116 US-A- 4 775 565
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DE-A- 2 119 019 GB-A- 2 192 643
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Heizkammer für Heizanlagen zum kontrollierten Aufschmelzen
metallischer Werkstücke und Proben, bestehend aus einem zylindrischen Behälter, dessen
Wand aus Heizwicklungen aus einem elektrisch leitenden Werkstoff sowie aus einer die
Heizwicklungen umgebenden Isolierung besteht, ferner betrifft sie ein Verfahren zur
Herstellung einer derartigen Heizkammer.
[0002] Für das kontrollierte Aufschmelzen von Werkstücken und Proben insbesondere auch aus
höherschmelzenden Metallen bzw. intermetallischen Phasen werden spezielle Hochtemperatur-Heizanlagen
eingesetzt, bei denen hohe Anforderungen, auch über einen längeren Zeitraum, an die
Genauigkeit gestellt werden, mit der ein vorgegebener Temperaturverlauf einzuhalten
ist. Die Heizkammern werden dabei entweder im isothermen Modus oder aber in einem
gradienten Modus betrieben in der Isothermal Heating Facility (IHF).
[0003] Ein wichtiger Anwendungsfall ist die Herstellung von Turbinenschaufeln in der Heating
Facility Turbineblades (HFT) für die Hochtemperatur-Stufen moderner Flugzeugtriebwerke,
die durch gerichtetes Aufschmelzen einer Ausgangslegierung bei Temperaturen um 1700
o C erfolgt. Die Turbinenschaufeln werden hierzu einzeln in eine Heizkammer der eingangs
genannten Art eingebracht und in dieser kontrolliert aufgeschmolzen und anschließend
abgekühlt. Die dabei verwendeten Heizkammern bestehen in der Regel aus einem spiralförmig
gewickelten Tantaldraht, auf den zur Isolierung Perlen aus Aluminiumoxydkeramik aufgezogen
sind. Durch Anschmelzen dieser Perlen an den Tantaldraht, verursacht durch das Abdampfen
der Probenmaterialien, die sich in der Heizkammer befinden, kann es bei einer solchen
Heizkammer leicht zu elektrischen Kurzschlüssen und damit zum Ausfall der gesamten
Anlage kommen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Heizkammer der eingangs genannten Art so
auszubilden, daß ein zuverlässiger Betriebsablauf gewährleistet ist und daß darüber
hinaus eine möglichst exakte Einhaltung der vorgegebenen Temperatur bzw. Temperaturverteilung
gegeben ist. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung einer
solchen Heizkammer anzugeben.
[0005] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Heizkammer mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 1. Die erfindungsgemäße Heizkammer weist dabei zugleich noch
den Vorteil auf, daß in ihr die Abgabe einer gleichmäßig hohen Heizleistung auch über
einen längeren Zeitraum möglich ist.
[0006] Weiterhin wird ein Verfahren nach den Merkmalen des Anspruches 5 vorgeschlagen, das
eine einfache und kostengünstige Möglichkeit gewährleistet, eine derartige Heizkammer
in relativ wenigen Arbeitsgängen herzustellen.
[0007] Zwar ist bereits aus der EP-A-0 193 192 ein Herstellungsverfahren für Aufdampftiegel
aus pyrolytischem Bornitrid bekanntgeworden, bei dem dieses Bornitrid aus der Gasphase
auf eine Graphitform abgeschieden wird, dabei wird jedoch die Form nach Beendigung
des Aufdampfprozesses wieder entfernt und der so erhaltene Tiegel aus reinem Bornitrid
weist keine in die Tiegelwandung integrierte Aufheizeinrichtung auf, wie dies bei
der Heizkammer nach der Erfindung der Fall ist. Vielmehr muß dieser bekannte Tiegel,
um daraus Materialien für epitaktische Prozesse zu verdampfen, zusätzlich mit einer
externen Heizspirale, beispielsweise aus Tantaldraht, versehen werden, bei der die
bereits beschriebene Problematik auftreten kann.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Heizkammer nach der Erfindung sowie des Verfahrens
zu ihrer Herstellung sind in den weiteren Unteransprüchen angegeben.
[0009] Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert werden. Es zeigen:
- Fig. 1
- Erstellung eines Heizer-Rohlings,
- Fig. 2
- Herstellungsprozeß einer Heizkammer und
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch eine Heizkammer.
[0010] In den Figuren 1a bis c ist zunächst die Herstellung der aus pyrolytischem Bornitrid
bestehenden inneren Wandlage 1 der Heizkammer dargestellt. Als Ausgangspunkt dient
eine Negativform, bestehend aus einer Graphit-Mandrille 2. Auf diese wird in einer
Vakuum-Aufdampfanlage aus der Gasphase 3 Bornitrid und anschließend, ebenfalls durch
Aufdampfen, eine Graphitschicht 4 abgeschieden, wobei die obere Randfläche sowie die
Stirnfläche, durch eine entsprechende Abdeckung geschützt, nicht mit Graphit bedampft
werden. Der so entstandene Rohling 5 wird nach dem Erstarren und Abkühlen von der
Mandrille 2 abgezogen.
[0011] Die weiteren Stadien des Herstellungsprozesses ist in den Figuren 2a bis c dargestellt.
Der bereits zylinderförmige Rohling 5 weist auf der inneren Bornitrit-Trägerlage 1
umfangsseitig eine zunächst durchgehende Beschichtung 4 aus Graphit auf. In diese
werden auf mechanischem Wege spiralförmige Heizbahnen 6, wie in Fig. 2b dargestellt,
eingefräst. Nachdem dieser Körper durch Aufdampfen einer zweiten Lage 7 aus Bornitrit
versiegelt wurde, werden auf den bei der Versiegelung durch eine entsprechende Abdeckung
freigebliebenen, radial geteilten unteren Randstreifen 8, 8' der Graphitschicht zwei
Kontaktschalen 9, 10 aus kohlefaserverstärktem Kohlenstoff (CFK) aufgesetzt, in die
zuvor jeweils ein Anschlußdraht 11, 12 aus Tantal für die Stromzuführung eingelötet
wurde. Letzteres erfolgt bei einer Temperatur von etwa 2500
o C. Die beiden Kontaktschalen 9 und 10 werden mittels eines Graphitklebers auf die
geteilten Leiterbahnen 8 bzw. 8' aufgeklebt.
[0012] Fig. 3 zeigt den Einbau der fertigen Heizkammer 13 in eine Hochtemperatur-Heizanlage.
Die Heizkammer 13 ist dabei in ein Stützrohr 14 aus Tantalblech eingesetzt und in
diesem durch einen Isolierring 15, der von außen an den Kontaktschalen 9 und 10 anliegt,
in radialer Richtung fixiert. Das Stützrohr 14 ist von mehreren Lagen 16 einer Tantalfolie
umgeben. Die Anschlußdrähte 11 und 12 sind, mit einer Isolierung 17, 18 aus Aluminiumoxyd-Perlen
versehen, zu einer in der Figur nicht dargestellten elektrischen Versorgungseinheit
geführt. Die Heizkammer 13 wird durch einen Flansch 19 verschlossen, der zugleich
als Halter für ein zu behandelndes Werkstück dient.
[0013] Durch die Verwendung pyrolytischen Bornitrits kann die vorstehend beschriebene Heizkammer
auch über längere Zeit bei Temperaturen bis zum 2000
o C betrieben werden, ohne daß es zu mechanischem Versagen bzw. zu thermischen Ausgangserscheinungen
kommt, die den Herstellungsprozeß eines Werkstücks nachteilig beeinflussen würden.
Durch das Aufdampfen der Graphitschicht und die nachfolgende Formgebung der Heizwicklungen
ist es dabei möglich, die Heizvorrichtung variabel zu gestalten, wobei durch Variation
der Schichtdicke der Widerstand verändert werden kann und durch die Form der gefrästen
Bahnen zugleich die Temperaturverteilung in der Heizkammer gezielt beeinflußt werden
kann. Auf diese Weise läßt sich eine Heizkammer mit einer besonders hohen Leistungsdichte
herstellen, die sich unter anderen für den Einsatz in einer Anlage zur Prozessierung
und gerichteten Erstarrung von Turbinenschaufeln eignet.
[0014] Hierbei besteht der Vorteil in der pyrolytischen Beschichtung der Heizbahnen, der
Heizer ist gekapselt und gegen etwaiges Abdampfen der Probenmaterialien resistent.
1. Heizkammer für Heizanlagen zum kontrollierten Aufschmelzen metallischer Werkstücke
und Proben, bestehend aus einem zylindrischen Behälter, dessen Wand aus Heizwicklungen
aus einem elektrisch leitenden Werkstoff sowie aus einer die Heizwicklungen umgebenden
Isolierung besteht, dadurch gekennzeichnet, daß die Behälterwand aus einer inneren
Lage (1) aus einem aus der Gasphase abgeschiedenen keramischen Werkstoff, einer auf
diese aufgebrachten, spiralförmig verlaufenden Schicht (4) eines elektrisch leitenden
Materials sowie einer äußeren Lage (7) des keramischen Werkstoffs besteht.
2. Heizkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die innere und äußere Lage
(1, 7) aus pyrolytisch abgeschiedenen Bornitrit bestehen.
3. Heizkammer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrisch leitende
Schicht (4) aus Graphit besteht.
4. Heizkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische
Kontaktierung über Kontaktbuchsen (9, 10) aus kohlefaserverstärktem Kohlenstoff erfolgt.
5. Verfahren zur Herstellung der Heizkammer nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß auf einer Negativform (2) zunächst aus der Gasphase eine innere
Lage (1) aus Bornitrit abgeschieden wird, auf die anschließend eine Graphitschicht
(4) aufgedampft wird, daß in letztere spiralförmig verlaufende Leiterbahnen (6) eingefräst
werden und daß anschließend eine Versiegelung mit erneut pyrolytisch abgeschiedenen
Bornitrit erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf von der Versiegelung ausgesparte
Endbereiche (8, 8') der Leiterbahnen (6) Kontaktschalen (9, 10) aus kohlefaserverstärktem
Kohlenstoff aufgeklebt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Herstellung in einer
Vakuum-Aufdampfanlage erfolgt.
1. Heating chamber for heating installations used for controlled fusion of metal workpieces
and samples, comprising a cylindrical container, whose wall comprises heating windings
made of an electrically conductive material as well as insulation material surrounding
the heating coils, characterized in that the container wall comprises an inner layer
(1) made of a ceramic material precipitated from the gas phase, a helically extending
layer (4) of an electrically conductive material applied onto the inner layer, and
an outer layer (7) of the ceramic material.
2. Heating chamber according to claim 1, characterized in that the inner and the outer
layer (1, 7) are made of pyrolytically precipitated boron nitrite.
3. Heating chamber according to claim 1 or 2, characterized in that the electrically
conductive layer (4) is made of graphite.
4. Heating chamber according to one of claims 1 to 3, characterized in that the electrical
contacting is effected via contact bushes (9, 10) made of carbon-fibre reinforced
carbon.
5. Method of manufacturing the heating chamber according to one of claims 1 to 4, characterized
in that on a negative mould (2) first an inner layer (1) of boron nitrite is precipitated
from the gas phase, onto which a graphite layer (4) is then deposited by evaporation,
that helically extending strip conductors (6) are cut into the graphite layer and
that a sealing is then effected using, once more, pyrolytically precipitated boron
nitrite.
6. Method according to claim 5, characterized in that contact shells (9, 10) made of
carbon-fibre reinforced carbon are glued onto end regions (8, 8') of the strip conductors
(6) left exposed by the sealing material.
7. Method according to claim 5 or 6, characterized in that manufacture is effected in
a vacuum deposition installation.
1. Chambre de chauffage pour installation de chauffage destinée à la fusion sous contrôle
de pièces à usiner et d'échantillons métalliques, cette chambre étant composée d'un
collecteur cylindrique dont la paroi présente des enroulements chauffants fabriqués
à partir de matériaux électroconducteurs ainsi qu'une séparation entourant les enroulements
chauffants, caractérisée en ce que la paroi du collecteur se compose d'une couche
interne (1) en matière céramique déposée au cours de la phase vapeur, d'une couche
de matériaux électroconducteurs (4) se déroulant en spirale et déposée sur la couche
interne ainsi que d'une couche externe (7) en matière céramique.
2. Chambre de chauffage selon la revendication 1, caractérisée en ce que les couches
internes et externes (1, 7) sont composées de nitrure de bore déposée par un procédé
de pyrométallurgie.
3. Chambre de chauffage selon l'une ou l'autre des revendications 1 et 2, caractérisée
en ce que la couche électroconductrice (4) se compose de graphite.
4. Chambre de chauffage selon l'une ou l'autre des revendications 1 à 3, caractérisée
en ce que le contact électrique se produit au moyen de douilles de contact (9, 10)
composées de carbone enrichi en fibres de carbone.
5. Procédé de fabrication de la chambre de chauffage selon l'une ou l'autre des revendications
1 à 4, caractérisé en ce que sur une forme négative (2) une couche interne (1) composée
de nitrure de bore est dans un premier temps déposée au cours de la phase vapeur,
une couche de graphite (4) étant par la suite métallisée sous vide sur cette couche
interne, en ce que dans cette couche de graphite des pistes conductrices (6) sont
fraisées en spirale sont fraisées et en ce que enfin une métallisation sous vide est
réalisée à nouveau au moyen de nitrure de bore déposé par un procédé de pyrométallurgie.
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que sur les zones d'extrémité
(8, 8') des pistes conductives (6) et évidées par la métallisation sous vide sont
collés des éléments de contact hémisphériques (9, 10) composés de carbone enrichi
en fibres de carbone.
7. Procédé selon l'une ou l'autre des revendications 5 et 6, caractérisé en ce que la
fabrication est réalisée dans une installation de métallisation sous vide.
