[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.
[0002] Seit einiger Zeit sind Geräte bekannt, mit denen von bereits entwickelten fotografischen
Filmen Kopien angefertigt, das belichtete Fotopapier entwickelt und daraufhin sortiert
abgelegt werden kann. Das hat zur Gründung von Läden oder sogar Ladenketten geführt,
in denen vor allem Hobby-Fotografen ihre entwickelten Filme abgeben, innerhalb kürzester
Zeit die Kopien mitnehmen, also auf die Fertigstellung ihres Auftrages warten können.
[0003] Es kommt nun immer wieder vor, daß Angestellte solcher Läden Aufträge auf eigene
Rechnung bearbeiten und dadurch die Geräte praktisch ohne Entgelt zu ihrem eigenen
Nutzen verwenden. Den Besitzern solcher Läden und Geräte kann dadurch ein erheblicher
Schaden entstehen.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Überwachen solcher Kopieraufträge
zu entwickeln, durch das die auf einem Kopiergerät bearbeiteten Aufträge und die Anzahl
der erstellten Kopien nachweislich festgehalten werden.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs beschriebenen
Merkmale. Dadurch wird erreicht, daß der Kopiervorgang ohne das Eröffnen eines offiziellen
Auftrages nicht mehr gestartet werden kann. Sobald aber ein offizieller Auftrag eröffnet
wird, wird auch sichergestellt, daß dessen Daten festgehalten werden. Diese Daten
können ohne das Einverständnis oder die Zustimmung des Besitzers oder der verantwortlichen
Person nicht mehr gelöscht werden. Lediglich bei der Endkontrolle kann die Anzahl
der Kopien von der Bedienperson noch reduziert werden. In vorteilhafter Weise geschieht
dies jedoch nicht durch eine Tastatur-Eingabe, sondern mit Hilfe eines Strichcode-Lesestiftes,
so daß auch hier praktisch eine Manipulation nicht mehr möglich ist. Ebenso kann die
Auftragsnummer von der Bedienperson an der Eingabestation über einen Lesestift in
das Gerät eingelesen werden. Um bei der Endkontrolle die Arbeit zu erleichtern, könnte
auf jede Kopie zumindest ein Teil der an der Eingabestation eingelesenen Auftragsnummer
aufgedruckt werden. Dies ermöglicht eine eindeutige Zuordnung der Kopien zu dem jeweiligen
Auftrag.
[0006] Ist an das Kopier- und Entwicklungsgerät eine Auspreis-Einheit mit Datenspeicher
angeschlossen, so wird in vorteilhafter Weise bei jeder Auftragseröffnung ein entsprechender
Datensatz in dem Datenspeicher angelegt.
[0007] Die Auftragsnummer und die entsprechenden Kopierdaten werden dann in diesen Datensatz
übertragen. Bei der Endkontrolle wird die Anzahl der erstellten Kopien durch die Bedienperson
noch korrigiert. Dieser Datensatz kann dann nur über ein spezielles, zugriffgeschütztes
Programm geändert oder gelöscht werden.
[0008] Müssen über das Gerät einmal eine größere Anzahl von Testkopien gefahren werden,
so wird auch für diese Kopien ein spezieller Datensatz angelegt und entsprechend gekennzeichnet.
[0009] Wird nach dem Starten des Kopiervorganges durch das Einlesen der Auftragsnummer die
Auspreis-Einheit ausgeschaltet und erst am Ende des Auftrags wieder eingeschaltet,
werden auch die in dieser Zeit erstellten Kopien in den eröffneten Datensatz übertragen.
[0010] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und werden
nachfolgend anhand der Zeichnung näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Ablaufschema des erfindungsgemäßen Verfahrens und
- Fig. 2
- ein Kopier- und Entwicklungsgerät, das nach dem erfindungsgemäßen Verfahren arbeitet.
[0011] Das kombinierte Kopier- und Entwicklungsgerät weist einen Eingabe-Arbeitsplatz 1
auf. Hier wird mit Hilfe des Lesestiftes 2 die Auftragsnummer von der Auftragstasche
abgenommen und eingelesen. Das Kopier- und Entwicklungsgerät steht über die Leitung
3 mit dem Datenspeicher 10 der Auspreis-Einheit in Verbindung. Im Datenspeicher wird
für die eingelesene Auftragsnummer ein Datensatz angelegt. Die Bedienungsperson legt
nun an der Eingabestation 1 den Film in die Vorlagenbühne der Kopiervorrichtung 4
ein. Es wird nun von dem Gerät geprüft, ob bereits mit Hilfe des Lesestiftes 2 eine
Auftragsnummer eingelesen und ein Datensatz angelegt wurde. Sollte dies nicht der
Fall sein, bleibt die Kopiervorrichtung 4 gesperrt und es wird eine Fehlermeldung
generiert. Weiterhin erfolgt die Aufforderung, zuerst die Auftragsnummer einzulesen.
[0012] War die Auftragsnummer ordnungsgemäß eingelesen worden, so wird der Film selbständig
in die Kopiervorrichtung 4 eingezogen, gescannt und kopiert. Das während des Kopiervorganges
belichtete Fotopapier wird in der Entwicklungsvorrichtung 5 entwickelt, geschnitten
und im Sorter 6 nach Aufträgen geordnet abgelegt.
[0013] An der Endkontrollstation 7 werden alle Bilder eines jeden Auftrages nochmals auf
ihre Qualität untersucht. Sollten unverkäufliche Bilder dabeisein, muß dies beim Auspreisen
berücksichtigt werden. Der für den Auftrag angelegte Datensatz, in den zwischenzeitlich
auch die Kopierdaten - wie z. B. die Anzahl der Kopien - übertragen wurden, muß entsprechend
korrigiert werden. Um auch hier keine Manipulation zuzulassen, geschieht dies nicht
über eine Tastatur-Eingabe, sondern mit Hilfe des Lesestiftes 8. Dies kann entweder
dadurch erfolgen, daß der Lesestift über einen Strichcode auf der Rückseite der Kopie
geführt wird, der die Auftragsnummer und die Bildnummer enthält, oder es ist ein Tablett
mit verschiedenen Strichcodes vorgesehen und die Bedienperson sucht sich den entsprechenden
Strichcode zur Preisreduzierung unter der angebotenen Auswahl aus. Der für den Auftrag
angelegte Datensatz wird dann entsprechend geändert.
[0014] Ist der Auftrag dann auf diese Weise geprüft, kann er von der Bedienperson am Endkontrollplatz
7 abgeschlossen werden. Die Auspreisung kann entweder durch das Einlegen der Auftragstasche
in einen Drucker 9 erfolgen oder aber es wird ein auf dem Drucker angefertigtes Preisschild
auf der Auftragstasche angebracht.
1. Verfahren zum Überwachen von Kopiervorgängen in fotografischen Kopiergeräten, insbesondere
in Geräten, in denen eine Kopiereinheit mit einer Entwicklungseinheit kombiniert ist,
dadurch gekennzeichnet, daß der Kopiervorgang nur durch das Einlesen von auftragsspezifischen Daten - beispielsweise
einer Auftragsnummer - gestartet werden kann und daß diese Daten zusammen mit den
Kopierdaten gespeichert und vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zu Beginn eines jeden Auftrages
die Auftragsnummer in den Datenspeicher (10) einer Auspreiseinheit eingegeben und
ein dazugehöriger Datensatz eröffnet wird, bei Auftragsende Kopierdaten - wie z. B.
die Anzahl der erstellten Kopien - in den Datensatz übertragen werden und der Datensatz
nach der Endkontrolle hinsichtlich unverkäuflicher Kopien korrigiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für die Endkontrolle auf jeder
Kopie zumindest ein Teil der Auftragsnummer aufgedruckt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragsnummer von der
entsprechenden Auftragstasche über einen Strichcode-Aufnehmer (2) eingelesen wird
und der Datensatz nach der Endkontrolle ebenfalls mit einem Strichcode-Aufnehmer (8)
korrigiert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß für Testkopien ein eigener
Testdatensatz eröffnet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach einem Ausschalten der
Auspreiseinheit beim Wiedereinschalten die in der Zeit erstellte Anzahl von Kopien
in den Datensatz übertragen wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an einem kombinierten Kopier- (4) und Entwicklungsgerät
(5) für fotografische Filme eine Auspreiseinheit zum Berechnen und Drucken des Preises
für jeden Auftrag vorgesehen ist, daß die Eingabestation (1) für die fotografischen
Filme mit einem Strichcode-Leser (2) zum Einlesen der Auftragsnummer von der Auftragstasche
und der Arbeitsplatz zur Endkontrolle (7) mit einem Strichcode-Leser (8) zum Eingeben
der Korrekturen versehen ist und daß Mittel vorhanden sind, die die Kopiervorrichtung
(4) sperren, solange über den Strichcode-Leser (2) an der Eingabestation (1) keine
Auftragsnummer eingelesen wurde.