[0001] Die Erfindung betrifft die Verwendung von gegebenenfalls ethoxylierten und/oder propoxylierten
Partialestern von durch Kondensation von 2 bis 20 Glycerinmolekülen erhältlichen Oligoglycerinen
mit gegebenenfalls hydroxysubstituierten C₂-bis C₁₈-Fettsäuren als Pigmentdispergatoren
für wässrige Lackdispersionen.
[0002] Partialester von durch Kondensation von 2 bis 20 Glycerinmolekülen erhältlichen Oligoglycerinen
mit Fettsäuren sind bekannt, vgl. Fette, Seifen, Anstrichmittel, Jahrgang 88, Seite
101 bis 106 (1986); DE-C 25 11 807. Diese Partialester werden häufig als innere Gleitmittel
und/oder antistatische Zusätze für Kunststoffe eingesetzt.
[0003] Als Pigmentdispergatoren für wässrige Lackdispersionen werden häufig anionische Dispergatoren
eingesetzt; weiterhin auch nicht-ionische Dispergatoren vom Typ der Anlagerungsprodukte
von Ethylenoxid und/oder Propylenoxid an Verbindungen mit aktiven H-Atomen, vgl. H.
Kittel (Hrsg.), Lehrbuch der Lacke und Beschichtungen, Bd. III, S. 250 bis 258, Verlag
W.A. Colomb, Berlin (1976), oder niedermolekulare Poly-acrylsäuresalze, vgl. DE-A
3 318 595.
[0004] Der Einsatz der vorbekannten Dispergatoren in wässrigen Lackdispersionen ist jedoch
mit verschiedenen Nachteilen behaftet; insbesondere kommt es zu einer vermehrten und
unerwünschten Schaumbildung in den wässrigen Lackdispersionen.
[0005] Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß die eingangs genannten, gegebenenfalls
ethoxylierten und/oder propoxylierten Partialester von durch Kondensation von 2 bis
20 Glycerinmolekülen erhältlichen Oligoglycerinen mit gegebenenfalls hydroxysubstituierten
C₂- bis C₁₈-Fettsäuren keinen oder einen nur geringen Einfluß auf das Schaumverhalten
der wässrigen Lackdispersionen aufweisen. Darüberhinaus verbessern die Partialester
die Lagerstabilität der wässrigen Lackzubereitungen und beeinflussen das Viskositätsverhalten
derselben nur wenig. Schließlich weisen die Partialester eine ausgezeichnete Netzwirkung
auf, welche sich durch hohe Glanzgrade der getrockneten Lackfilme zu erkennen gibt.
Schließlich ist im Vergleich zu niedermolekularen Polyacrylsäuresalzen als Pigmentdispergatoren
eine Verbesserung der Methylethylketon-Beständigkeit sowie der mechanischen Eigenschaften,
insbesondere bei wässrigen Alkydharz-Zubereitungen, feststellbar. Wässrige Lackzubereitungen,
insbesondere solche auf Basis von Alkydharzen, zeigen weiterhin im Schwitzwasser-
und Salzsprühtest gegenüber entsprechenden Lacken aus dem Stand der Technik beim Test
von den Lackdispersionen beschichteten Metallblechen gleichwertige Ergebnisse.
[0006] Die erfindungsgemäß einzusetzenden Partialester werden aus durch Kondensation von
2 bis 20 Glycerinmolekülen erhältlichen Oligoglycerinen als Alkoholkomponente hergestellt,
wobei Oligoglycerine, die formal aus 3 bis 10, insbesondere aus 4 bis 6 Glycerinmolekülen
aufgebaut sind, zur Herstellung der Partialester bevorzugt sind. Es können auch technische
Mischungen der Oligoglycerine mit den angegebenen Kettenlängen eingesetzt werden.
Für die Herstellung der Partialester eignen sich auch auf anderen Wegen erhältliche
Oligoglycerine, vgl. die eingangs erwähnte Literatur gemäß Fette, Seifen, Anstrichmittel
(1986).
[0007] Die vorstehend genannten Oligoglycerine werden zur Herstellung der erfindungsgemäß
einzusetzenden Partialester mit gegebenenfalls hydroxysubstituierten C₂- bis C₁₈-Fettsäuren
partiell verestert, wobei es bevorzugt ist, daß die Partialester mindestens eine,
insbesondere mindestens zwei freie Hydroxylgruppen im Oligoglycerinteil aufweisen.
Bei den hierfür geeigneten Fettsäuren handelt es sich um geradkettige oder verzweigte,
insbesondere geradkettige, gesättigte oder ungesättigte Fettsäuren mit 2 bis 18 Kohlenstoffatomen.
Typische Beispiele für derartige Fettsäuren sind Essigsäure, Propionsäure, Valeriansäure,
Capronsäure, Caprylsäure, Caprinsäure, Laurinsäure, Myristinsäure, Palmitinsäure,
Isopalmitinsäure, Stearinsäure, Isostearinsäure, Palmitoleinsäure, Ölsäure, Ricinolsäure,
Linolsäure, Linolensäure und 12-Hydroxystearinsäure. Ferner kommen Dihydroxyfettsäuren,
wie Dihydroxystearinsäure, hydroxy-alkoxy-substituierte und hydroxy-hydroxyalkoxy-substituierte
Fettsäuren in Betracht. Derartige Verbindungen können nach bekannten Verfahren aus
epoxidierten Fetten und Ölen durch Ringöffnung mit Wasser oder ein- und mehrwertigen
Alkoholen wie z.B. Methanol, Ethanol, Ethylenglykol, Glycerin oder Pentaerythrit und
anschließende Verseifung der Glyceride erhalten werden. Bevorzugte Fettsäurekomponenten
sind gegebenenfalls hydroxysubstituierte, geradkettige C₁₂- bis C₁₈-Fettsäuren aus
der obigen Aufzählung. Wie in der Fettchemie üblich, können die Fettsäuren zur Herstellung
der genannten Partialester in Form ihrer technischen Gemische eingesetzt werden.
[0008] Die aus den vorgenannten Oligoglycerinen und Fettsäuren erhältlichen Partialester
können nach ihrer Herstellung durch Anlagerung von Ethylenoxid und/oder Propylenoxid
(in random-oder block-Verteilung der Alkylenoxideinheiten) modifiziert werden. Typischerweise
werden 1 bis 30 mol Ethylenoxid pro mol Partialester angelagert. Bei der Anlagerung
von Propylenoxid ist auf die Wasserlöslichkeit der so erhaltenen modifizierten Partialester,
die mit steigendem Gehalt an Propylenoxidgruppen abnimmt, zu achten. Bei Partialestern
höherer Oligoglycerine, z. B. aus 10 oder mehr kondensierten Glycerinmolekülen, können
bis zu 30 Propylenoxideinheiten angelagert werden; bei Partialestern aus kürzerkettigen
Oligoglycerinen, z. B. aus 3 bis 10 kondensierten Glycerinmolekülen, werden im allgemeinen
nicht mehr als 1 bis 3 Propylenoxidgruppen angelagert.
[0009] Die erfindungsgemäß einzusetzenden Partialester umfassen auch Produkte, die dadurch
erhältlich sind, daß man die als Ausgangsmaterial gewählten Oligoglycerine zunächst
mit Ethylenoxid und/oder Propylenoxid zur Reaktion bringt und danach die Veresterung
mit den vorgesehenen Fettsäuren durchführt. Die weiter oben stehenden Angaben über
Alkylenoxid-modifizierte Partialester gelten hier sinngemäß.
[0010] Die erfindungsgemäß zu verwendenden, gegebenenfalls ethoxylierten und/oder propoxylierten
Partialester eignen sich als Pigmentdispergatoren für pigmenthaltige, übliche wässrige
Lackdispersionen, z. B. auf Basis von wässrigen Dispersionen von dispergierbaren Polymeren
wie Acrylaten, Methacrylaten, Polyurethanen, Polyvinylacetat, natürlichen und synthetischen
Kautschuken und dergleichen. Sie sind besonders geeignet für Lackdispersionen auf
der Basis wässriger Alkydharzdispersionen, die in Ullmann's Encyclopedia of Industrial
Chemistry, Vol. Al, Seite 409 bis 423 näher erläutert sind. Besonders bevorzugte wässrige
Alkydharzdispersionen enthalten hydroxylgruppenhaltige Alkydharze und sind in der
DE-A 3 318 595, auf deren gesamten Inhalt hier Bezug genommen wird, beschrieben.
[0011] Gemäß der Erfindung setzt man die gegebenenfalls ethoxylierten und/oder propoxylierten
Partialester der eingangs genannten Art in einer Menge von 0,2 bis 100 Gew.-%, insbesondere
von 0,2 bis 10 Gew.-%, bezogen auf in den wässrigen Lackzubereitungen vorhandenen
Pigmente, ein.
[0012] Die Erfindung betrifft weiterhin wässrige Lackdispersionen, insbesondere auf Basis
von Alkydharzen, mit einem Gehalt an gegebenenfalls ethoxylierten und/oder propoxylierten
Partial-estern wie oben erläutert, als Pigmentdispergatoren.
[0013] Die Erfindung wird im folgenden anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen näher
erläutert.
Beispiel 1.
Herstellung eines weißen Prüflackes.
[0014] In einer Rührapparatur wurden die folgenden Komponenten vorgelegt:
- 113,0 Gew.-Teile
- demineralisiertes Wasser
- 3,5 Gew.-Teile
- Pentaglycerin-monolaurat
- 210,0 Gew.-Teile
- Titandioxid
- 1,0 Gew.-Teile
- Entschäumer (10%-ige wässrige Lösung eines handelsüblichen ethoxylierten Polysiloxans).
[0015] Unter intensivem Rühren wurden die folgenden Komponenten hinzugegeben:
- 295,0 Gew.-Teile
- wässrige Alkydharz-Zubereitung nach DE-A 3 318 595, Beispiel x;
- 4,0 Gew.-Teile
- Dimethylethanolamin (Neutralisationsmittel für das Alkydharz)
- 319,9 Gew.-Teile
- demineralisiertes Wasser
- 83,6 Gew.-Teile
- Hexamethoxymethylmelamin (Härtungshilfsmittel)
Beispiel 2.
[0016] Das Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei anstelle des dort eingesetzten Pentaglycerin-monolaurats
die gleiche Menge Pentaglycerindioleat als Pigmentdispergator verwendet wurde.
Beispiel 3.
[0017] Herstellung eines schwarzen Prüflacks. In der in Beispiel 1 beschriebenen Weise wurden
die folgenden Komponenten vermischt:
- 50,0 Gew.-Teile
- demineralisiertes Wasser
- 1,8 Gew.-Teile
- Dimethylethanolamin
- 10,7 Gew.-Teile
- Hexamethoxymethylmelamin
- 40,0 Gew.-Teile
- Ruß
- 4,5 Gew.-Teile
- hochdisperses Siliziumdioxid
- 45,0 Gew.-Teile
- Bariumsulfat
- 3,5 Gew.-Teile
- Pentaglycerindioleat.
[0018] Hierzu wurden die folgenden Komponenten gegeben:
- 321,1 Gew.-Teile
- wässrige Alkydharz-Zubereitung nach DE-A 3 318 595, Beispiel 3
- 4,0 Gew.-Teile
- Dimethylethanolamin
- 407,0 Gew.-Teile
- demineralisiertes Wasser
- 106,4 Gew.-Teile
- Hexamethoxymethylmelamin.
- 2,0 Gew.-Teile
- Entschäumer (10 %-ige wäßrige Lösung eines handelsüblichen ethoxylierten Polysiloxans)
Beispiel 4.
[0019] Das Beispiel 3 wurde wiederholt, wobei anstelle des dort verwendeten Pentaglycerin-monolaurats
Pentaglycerin-dioleat als Pigmentdispergator eingesetzt wurde.
Vergleichsbeispiele.
[0020] Es wurden wässrige Lackdispersionen gemäß den Beispielen 1 bis 4 hergestellt, wobei
anstelle des dort verwendeten Pentaglycerin-monooleats bzw. Pentaglycerin-dioleats
jeweils gleiche Mengen, bezogen auf den Wikstoffgehalt, einer handelsüblichen nicht-ionogenen
Dispergatorzubereitung, (Anlagerungsprodukt von ca. 10 Mol Ethylenoxid an Nonylphenol;
Disponil
R 286, Fa. Henkel), eines anionischen Dispergators (Additol
R XL 250; Fa. Hoechst) und eines Polyacrylsäuresalzes gemäß DE-A 3 318 595, Beispiel
3 verwendet wurden.
[0021] Die vorstehend erhaltenen Lacke wurden auf Stahlbleche gespritzt und 15 min bei 160°
C eingebrannt. Die Trockenfilmdicken betrugen 25 bis 40 Mikrometer. Die erhaltenen
Prüfergebnisse der Lackbeschichtungen sind in Tabelle 1 und 2 zusammengefaßt. In die
Tabellen wurden auch die Prüfergebnisse mit den Rezepturen gemäß den Vergleichsversuchen
aufgenommen.

1. Verwendung von gegebenenfalls ethoxylierten und/oder propoxylierten Partialestern
von durch Kondensation von 2 bis 20 Glycerinmolekülen erhältlichen Oligoglycerinen
mit gegebenenfalls hydroxysubstituierten C₂- bis C₁₈-Fettsäuren als Pigmentdispergatoren
für wäßrige Lackdispersionen in einer Menge von 0,2 bis 100 Gew.-% - bezogen auf in
den wäßrigen Lackzubereitungen vorhandenen Pigmenten.
2. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Partialester mindestens
eine, insbesondere mindestens zwei freie Hydroxylgruppen im Oligoglycerinteil aufweisen.
3. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Partialester aus
durch Kondensation von 3 bis 10, insbesondere 4 bis 6 Glycerinmolekülen erhältlichen
Oligoglycerinen und gegebenenfalls hydroxysubstituierten, geradkettigen C₁₂- bis C₁₈-Fettsäuren
gebildet sind.
4. Verwendung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Lackdispersionen wässrige Alkydharzdispersionen, insbesondere wässrige Dispersionen
hydroxylgruppenhaltiger Alkydharze, sind.
5. Verwendung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die gegebenenfalls ethoxylierten und/oder propoxylierter Partialester in
einer Menge von 0,2 bis 10 Gew.-% - bezogen auf in den wäßrigen Lackzubereitungen
vorhandenen Pigmenten - einsetzt.
6. Wäßrige Lackdispersionen, insbesondere auf Basis von Alkydharzen, mit einem Gehalt
an gegebenenfalls ethoxylierten und/ oder propoxylierten Partialestern von durch Kondensation
von 2 bis 20 Glycerinmolekülen erhältlichen Oligoglycerinen mit gegebenenfalls hydroxysubstituierten
C₂- bis C₁₈-Fettsäuren wie in Anspruch 1 beschrieben, als Pigmentdispergatoren.
1. The use of optionally ethoxylated and/or propoxylated partial esters of oligoglycerols
obtainable by condensation of 2 to 20 glycerol molecules with optionally hydroxy-substituted
C₂₋₁₈ fatty acids as pigment dispersants for water-based lacquer dispersions in a
quantity of 0.2 to 100% by weight, based on the pigments present in the water-based
lacquer formulations.
2. The use claimed in claim 1, characterized in that the partial esters contain at least
one and, more particularly, at least two free hydroxyl groups in the oligoglycerol
part.
3. The use claimed in claim 1 or 2, characterized in that the partial esters are formed
from oligoglycerols obtainable by condensation of 3 to 10 and, more particularly,
4 to 6 glycerol molecules and optionally hydroxy-substituted, linear C₁₂₋₁₈ fatty
acids.
4. The use claimed in at least one of claims 1 to 3, characterized in that the lacquer
dispersions are water-based alkyd resin dispersions, more particularly water-based
dispersions of hydroxyl-functional alkyd resins.
5. The use claimed in at least one of claims 1 to 4, characterized in that the optionally
ethoxylated and/or propoxylated partial esters are used in a quantity of 0.2 to 10%
by weight, based on pigments present in the water-based lacquer preparations.
6. Water-based lacquer dispersions, more particularly based on alkyd resins, containing
optionally ethoxylated and/or propoxylated partial esters of oligoglycerols obtainable
by condensation of 2 to 20 glycerol molecules with optionally hydroxy-substituted
C₂₋₁₈ fatty acids according to claim 1 as pigment dispersants.
1. Utilisation d'esters partiels éventuellement éthoxylés et/ou propoxylés d'oligoglycérols
accessibles par condensation de 2 à 20 molécules de glycérol, avec des acides gras
en C₂ à C₁₈, le cas échéant substitués par un hydroxy, en tant qu'agents dispersants
pour des dispersions aqueuses de laque, en une quantité allant de 0,2 à 100 % en poids,
rapportée aux pigments présents dans les préparations aqueuses de laque.
2. Utilisation selon la revendication 1, caractérisée en ce que les esters partiels possèdent
au moins un, en particulier au moins deux groupes hydroxyle libres dans la fraction
oligoglycérol.
3. Utilisation selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les esters partiels
sont formés d'oligoglycérols accessibles par condensation de 3 à 10, en particulier
de 4 à 6, molécules de glycérol et d'acides gras en C₂ à C₁₈ à chaîne droite, substitués
par un hydroxyle le cas échéant.
4. Utilisation selon au moins une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que les
dispersions de laque sont des dispersions aqueuses de résine alkyde, en particulier
des dispersions aqueuses de résines alkyde renfermant des groupes hydroxyle.
5. Utilisation selon les revendications 1 à 4, caractérisée en ce que l'on met en oeuvre
les esters partiels, éventuellement éthoxylés et/ou propoxylés, en une quantité allant
de 0,2 à 10 % en poids, rapportée aux pigments présents dans les préparations aqueuses
de laque.
6. Dispersions aqueuses de laque, en particulier à base de résines alkyde, ayant une
teneur en esters partiels éthoxylés et/ou propoxylés d'oligoglycérols, accessibles
par condensation de 2 à 20 molécules de glycérol avec des acides gras en C₂ à C₁₈
éventuellement substitués par un hydroxyle, comme décrit à la revendication 1, en
tant qu'agents dispersants de pigment.