[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schienenfahrzeug zur Bekämpfung von unerwünschtem
Pflanzenwuchs auf Eisenbahntrassen in dem seitlich an Gleisbereich und Schotterflanken
anschließenden Bereich, insbesondere dem Randweg, mit mindestens einer am Schienenfahrzeug
quer zur Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar gelagerten Strahlereinheit zur Erzeugung
elektromagnetischer Strahlung, insbesondere Infrarotstrahlung, wobei die Strahlereinheiten
an einem auf der Oberseite des Schienenfahrzeuges angeordneten Ausleger angelenkt
sind.
[0002] Aus DE-U-89 11 198 ist ein derartiges Fahrzeug bekannt, bei dem die Strahlereinheit
aus mehreren kettenartig miteinander verbundenen Kästen besteht, welche unterhalb
des Wagenkastens gelagert und von dort seitlich ausfahrbar sind. Die Anlenkung des
äußersten Strahlerkastens an den Ausleger erfolgt aus statischen Gründen. Eine Verschiebung
dieses Strahlerkastens kann nur gleichzeitig mit den wagenseitig daran angelenkten
Teilen der Strahlereinheit erfolgen.
[0003] So zweckmäßig es ist, die Strahler, welche den Gleisbereich und die daran anschließenden
Schotterflanken behandeln sollen, unterhalb des Wagenkastens zu lagern, so umständlich
ist bei der vorbeschriebenen Einrichtung die Bearbeitung des seitlich daran anschließenden
Randweges bzw. der anschließenden Böschung. Sobald nämlich die ausgefahrene Strahlereinheit
zu einem Hindernis im Randwegbereich gelangt, beispielsweise zu einem Masten, muß
dort die gesamte Strahlereinheit zurückgezogen werden, was nur unter gleichzeitiger
Verschwenkung der einzelnen Glieder der Strahlereinheit möglich ist. Dabei wären die
Strahlerkästen im Gleis- und Schotterflankenbereich an sich durch das Hindernis, etwa
den Sockel des Fahrleitungsmastes, gar nicht beeinträchtigt. Ihre Verstellung ist
nur eine Folge der Notwendigkeit, den äußersten dem Randweg bzw. der Böschung zugeordneten
Strahlerkasten vor einer Kollision zu bewahren.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Bestrahlung von Gleisbereich und Schotterflanken
einerseits, von Randweg bzw. Böschung andererseits unabhängig vorzunehmen. In diesem
Sinne ist erfindungsgemäß für die Bestrahlung des seitlich im Gleisbereich und Schotterflanken
anschließenden Bereichs vorgesehen, daß die Strahlereinheiten ausschließlich vom Ausleger
getragen und durch denselben über die Oberseite des Schienenfahrzeuges verbringbar
sind.
[0005] Da im Gegensatz zum Stand der Technik die Strahlereinheiten nur mehr am Ausleger
befestigt sind, muß dieser die Strahler nicht nur tragen, sondern auch ihre Richtung
festlegen. Hiezu ist vorgesehen, daß jede Strahlereinheit über zwei Anlenkstellen
mit dem Ausleger verbunden ist.
[0006] Normalerweise ist davon auszugehen, daß vor und nach einem Hindernis die Neigung
der Böschung bzw. des Randweges nicht wesentlich verschieden sind. Es sollte sich
daher dadurch, daß durch Betätigung des Auslegers einem Hindernis ausgewichen wird,
die Schrägstellung der Strahlereinheit nicht ändern. Dies kann beispielsweise erreicht
werden, indem der als Parallelogrammlenker ausgebildete zweiarmige Ausleger an seinem
freien Ende ein richtungsstabiles Schild trägt, an welchem die Strahlereinheiten angelenkt
sind.
[0007] Einzelheiten der Erfindung werden anschließend anhand der Zeichnung erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch in Gleisrichtung den Einsatzbereich der erfindungsgemäßen
Einrichtung, Fig. 2 in analoger Darstellung deren Funktionsweise, Fig. 3 ist die schaubildliche
Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auslegers, Fig. 4 eine Seitenansicht
jenes Bereiches des Auslegers, an welchen die Strahlereinheiten für den Randwegbereich
angelenkt sind.
[0008] In Fig. 1 ist ein Schienenfahrzeug 1 durch seine Ladefläche 7 und das höchstzulässige
Lichtraumprofil 23 angedeutet.
[0009] Wird ein solches Fahrzeug zur Entkrautung eingesetzt, empfiehlt es sich, die Strahlereinheiten
zur Bestrahlung des zwischen den Schienen 2 bzw. Schwellen 3 vorgesehenen Gleisbereiches
24 unterhalb der Ladefläche 7 anzuordnen. Die Strahlereinheiten zur Behandlung außerhalb
des Gleisbereiches 24 liegender Flächen, insbesondere des daran anschließenden Randweges
27 bzw. einer an die Schotterflanke 25 anschließenden Böschung müssen ins Innere des
Lichtraumprofiles 23 zurückziehbar sein. Außerdem müssen die Strahlereinheiten 3,3'
natürlich beim Verfahren des Schienenfahrzeuges 1 auch Kollisionen mit Hindernissen,
insbesondere mit Mastsockeln 6 oder Masten 5 vermeiden. erfindungsgemäß wird aus diesem
Grunde den unterhalb des Fahrzeuges angeordneten und an dessen Unterseite einziehbaren
Strahlereinheiten lediglich ein Arbeitsbereich zugeordnet, welcher durch die Kurve
21 begrenzt ist. Der nach außen daran anschließende Randweg bzw. Böschungsbereich
wird hingegen durch gesonderte Strahlereinheiten 3,3' bearbeitet, deren Einsatzbereich
durch die Kurve 22 berandet ist. Im zurückgezogenen Zustand befinden sich diese Strahlereinheiten
3,3' nicht unterhalb, sondern oberhalb der Ladefläche 7, wie dies insbesondere aus
Fig. 2 hervorgeht.
[0010] Aus Fig. 2 ergibt sich, daß die Befestigung der Strahlereinheiten 3 an einem insgesamt
mit 20 bezeichneten Ausleger, der an der Oberseite der Ladefläche 7 gelagert ist,
auf einfache Weise einerseits die Bearbeitung des Randweges 27, andererseits das Verstauen
der Strahlereinheit 3 innerhalb des Lichtraumprofils 23 erlaubt.
[0011] Um die Beibehaltung der Richtung der Strahlereinheit 3 während des Ein- und Ausschwenkens
des Auslegers 20 zu gewährleisten, ist der Ausleger 20 vorzugsweise als Parallelogrammlenker
ausgebildet. Ein Beispiel für die konstruktive Durchführung dieses Gedankens ist in
Fig. 3 und 4 dargestellt.
[0012] Der dargestellte Parallelogrammlenker 20 weist gelenkig miteinander verbundene Primärarme
8 und Sekundärarme 12 auf, wobei die Primärarme 8 gelenkig an einem Rahmen 17 befestigt
sind. Der Rahmen 17 wiederum ist um eine vertikale Achse 16 schwenkbar, damit der
Ausleger 20 wahlweise den linken oder rechten Randweg erreichen kann; andernfalls
sind für den rechten und den linken Randweg gesonderte Ausleger erforderlich; dies
ist insbesondere beim Einsatz in eingleisigen Strecken zweckmäßig, da dann links und
rechts gleichzeitig - in einer Fahrt - gearbeitet werden kann. Die Schwenkbewegung
der Primärarme 8 erfolgt durch Betätigung des Primärzylinders 14, die Veränderung
der gegenseitigen Winkelstellung von Primärarmen und Sekundärarmen durch Betätigung
des Sekundärzylinders 15.
[0013] Um die räumliche Orientierung eines am Ende der Sekundärarme 12 angelenkten Teiles
konstant zu halten, sind ein Primärlenker 11 und zwei Sekundärlenker 13 vorgesehen,
welche miteinander in der dargestellten Weise durch einen einfachen Lenkerarm 10 und
einen Doppelarm 31 verbunden sind. Daß bei einer derartigen Konstruktion die Verbindungslinie
der Enden von Sekundärarmen und Sekundärlenkern ihre Richtung nie ändert, ist an sich
bekannt und aus Fig. 3 im übrigen zu ersehen.
[0014] Als bei der Verschwenkung des Auslegers 20 richtungsinvariant bleibender Teil ist
gemäß Fig. 4 links und rechts am Ausleger 20 je ein Schild 19 vorgesehen. An diesem
sind die Strahlereinheiten 3 und 3' einerseits unmittelbar mittels der Achse 26, andererseits
mittelbar über die Hydraulikeinheiten 18 und 18' angelenkt. Alternativ wäre es möglich,
nur eine der Strahlereinheiten selbst am Ausleger 20 zu befestigen, diese jedoch aus
zwei gelenkig miteinander verbundenen Strahlerkästen aufzubauen, deren gegenseitige
Winkelstellung durch eine Hydraulikeinheit veränderlich ist.
1. Schienenfahrzeug zur Bekämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs auf Eisenbahntrassen
in dem seitlich an Gleisbereich und Schotterflanken anschließenden Bereich, insbesondere
dem Randweg, mit mindestens einer am Schienenfahrzeug quer zur Fahrzeuglängsrichtung
verschiebbar gelagerten Strahlereinheit zur Erzeugung elektromagnetischer Strahlung,
insbesondere Infrarotstrahlung, wobei die Strahlereinheiten an einem auf der Oberseite
des Schienenfahrzeuges angeordneten Ausleger angelenkt sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Strahlereinheiten (3,3') ausschließlich vom Ausleger (20) getragen und durch
denselben über die Oberseite des Schienenfahrzeuges (1) verbringbar sind.
2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Strahlereinheit
(3,3') über zwei Anlenkstellen mit dem Ausleger (20) verbunden ist.
3. Schienenfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlereinheiten
(3,3') an einem Teil des Auslegers (20) angeordnet sind, der bei der Bewegung des
Auslegers (20) seine Orientierung nicht ändert.
4. Schienenfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der als Parallelogrammlenker
ausgebildete zweiarmige Ausleger (20) an seinem freien Ende ein richtungsstabiles
Schild (19) trägt, an welchem die Strahlereinheiten (3,3') angelenkt sind.