(19)
(11) EP 0 481 223 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.04.1992  Patentblatt  1992/17

(21) Anmeldenummer: 91115688.3

(22) Anmeldetag:  16.09.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E01H 1/00, E01B 27/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT LU NL

(30) Priorität: 15.10.1990 DE 9014294 U

(71) Anmelder: HERMANN WIEBE GRUNDSTÜCKS- UND MASCHINENANLAGEN KG
D-28209 Bremen (DE)

(72) Erfinder:
  • Keller, Heinrich
    A-4020 Linz (AT)

(74) Vertreter: Rabus, Werner W., Dipl.-Ing. et al
Eisenführ, Speiser & Partner, Martinistrasse 24
28195 Bremen
28195 Bremen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schienenfahrzeug


    (57) Ein Schienenfahrzeug zur Bekämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs auf Eisenbahntrassen in dem seitlich an Gleisbereich und Schotterflanken anschließenden Bereich, insbesondere dem Randweg, mit mindestens einer am Schienenfahrzeug quer zur Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar gelagerten Strahlereinheit zur Erzeugung elektromagnetischer Strahlung, insbesondere Infrarotstrahlung. Die Strahlereinheiten sind an einem auf der Oberseite des Schienenfahrzeuges angeordneten Ausleger angelenkt. Um die Bestrahlung von Gleisbereich und Schotterflanken einerseits und Randweg bzw. Böschung andererseits zu ermöglichen, ist vorgesehen, daß die Strahlereinheiten (3,3') ausschließlich vom Ausleger (20) getragen und durch denselben über die Oberseite des Schienenfahrzeuges (1) verbringbar sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Schienenfahrzeug zur Bekämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs auf Eisenbahntrassen in dem seitlich an Gleisbereich und Schotterflanken anschließenden Bereich, insbesondere dem Randweg, mit mindestens einer am Schienenfahrzeug quer zur Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar gelagerten Strahlereinheit zur Erzeugung elektromagnetischer Strahlung, insbesondere Infrarotstrahlung, wobei die Strahlereinheiten an einem auf der Oberseite des Schienenfahrzeuges angeordneten Ausleger angelenkt sind.

    [0002] Aus DE-U-89 11 198 ist ein derartiges Fahrzeug bekannt, bei dem die Strahlereinheit aus mehreren kettenartig miteinander verbundenen Kästen besteht, welche unterhalb des Wagenkastens gelagert und von dort seitlich ausfahrbar sind. Die Anlenkung des äußersten Strahlerkastens an den Ausleger erfolgt aus statischen Gründen. Eine Verschiebung dieses Strahlerkastens kann nur gleichzeitig mit den wagenseitig daran angelenkten Teilen der Strahlereinheit erfolgen.

    [0003] So zweckmäßig es ist, die Strahler, welche den Gleisbereich und die daran anschließenden Schotterflanken behandeln sollen, unterhalb des Wagenkastens zu lagern, so umständlich ist bei der vorbeschriebenen Einrichtung die Bearbeitung des seitlich daran anschließenden Randweges bzw. der anschließenden Böschung. Sobald nämlich die ausgefahrene Strahlereinheit zu einem Hindernis im Randwegbereich gelangt, beispielsweise zu einem Masten, muß dort die gesamte Strahlereinheit zurückgezogen werden, was nur unter gleichzeitiger Verschwenkung der einzelnen Glieder der Strahlereinheit möglich ist. Dabei wären die Strahlerkästen im Gleis- und Schotterflankenbereich an sich durch das Hindernis, etwa den Sockel des Fahrleitungsmastes, gar nicht beeinträchtigt. Ihre Verstellung ist nur eine Folge der Notwendigkeit, den äußersten dem Randweg bzw. der Böschung zugeordneten Strahlerkasten vor einer Kollision zu bewahren.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, die Bestrahlung von Gleisbereich und Schotterflanken einerseits, von Randweg bzw. Böschung andererseits unabhängig vorzunehmen. In diesem Sinne ist erfindungsgemäß für die Bestrahlung des seitlich im Gleisbereich und Schotterflanken anschließenden Bereichs vorgesehen, daß die Strahlereinheiten ausschließlich vom Ausleger getragen und durch denselben über die Oberseite des Schienenfahrzeuges verbringbar sind.

    [0005] Da im Gegensatz zum Stand der Technik die Strahlereinheiten nur mehr am Ausleger befestigt sind, muß dieser die Strahler nicht nur tragen, sondern auch ihre Richtung festlegen. Hiezu ist vorgesehen, daß jede Strahlereinheit über zwei Anlenkstellen mit dem Ausleger verbunden ist.

    [0006] Normalerweise ist davon auszugehen, daß vor und nach einem Hindernis die Neigung der Böschung bzw. des Randweges nicht wesentlich verschieden sind. Es sollte sich daher dadurch, daß durch Betätigung des Auslegers einem Hindernis ausgewichen wird, die Schrägstellung der Strahlereinheit nicht ändern. Dies kann beispielsweise erreicht werden, indem der als Parallelogrammlenker ausgebildete zweiarmige Ausleger an seinem freien Ende ein richtungsstabiles Schild trägt, an welchem die Strahlereinheiten angelenkt sind.

    [0007] Einzelheiten der Erfindung werden anschließend anhand der Zeichnung erläutert.

    Fig. 1 zeigt schematisch in Gleisrichtung den Einsatzbereich der erfindungsgemäßen Einrichtung, Fig. 2 in analoger Darstellung deren Funktionsweise, Fig. 3 ist die schaubildliche Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Auslegers, Fig. 4 eine Seitenansicht jenes Bereiches des Auslegers, an welchen die Strahlereinheiten für den Randwegbereich angelenkt sind.



    [0008] In Fig. 1 ist ein Schienenfahrzeug 1 durch seine Ladefläche 7 und das höchstzulässige Lichtraumprofil 23 angedeutet.

    [0009] Wird ein solches Fahrzeug zur Entkrautung eingesetzt, empfiehlt es sich, die Strahlereinheiten zur Bestrahlung des zwischen den Schienen 2 bzw. Schwellen 3 vorgesehenen Gleisbereiches 24 unterhalb der Ladefläche 7 anzuordnen. Die Strahlereinheiten zur Behandlung außerhalb des Gleisbereiches 24 liegender Flächen, insbesondere des daran anschließenden Randweges 27 bzw. einer an die Schotterflanke 25 anschließenden Böschung müssen ins Innere des Lichtraumprofiles 23 zurückziehbar sein. Außerdem müssen die Strahlereinheiten 3,3' natürlich beim Verfahren des Schienenfahrzeuges 1 auch Kollisionen mit Hindernissen, insbesondere mit Mastsockeln 6 oder Masten 5 vermeiden. erfindungsgemäß wird aus diesem Grunde den unterhalb des Fahrzeuges angeordneten und an dessen Unterseite einziehbaren Strahlereinheiten lediglich ein Arbeitsbereich zugeordnet, welcher durch die Kurve 21 begrenzt ist. Der nach außen daran anschließende Randweg bzw. Böschungsbereich wird hingegen durch gesonderte Strahlereinheiten 3,3' bearbeitet, deren Einsatzbereich durch die Kurve 22 berandet ist. Im zurückgezogenen Zustand befinden sich diese Strahlereinheiten 3,3' nicht unterhalb, sondern oberhalb der Ladefläche 7, wie dies insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht.

    [0010] Aus Fig. 2 ergibt sich, daß die Befestigung der Strahlereinheiten 3 an einem insgesamt mit 20 bezeichneten Ausleger, der an der Oberseite der Ladefläche 7 gelagert ist, auf einfache Weise einerseits die Bearbeitung des Randweges 27, andererseits das Verstauen der Strahlereinheit 3 innerhalb des Lichtraumprofils 23 erlaubt.

    [0011] Um die Beibehaltung der Richtung der Strahlereinheit 3 während des Ein- und Ausschwenkens des Auslegers 20 zu gewährleisten, ist der Ausleger 20 vorzugsweise als Parallelogrammlenker ausgebildet. Ein Beispiel für die konstruktive Durchführung dieses Gedankens ist in Fig. 3 und 4 dargestellt.

    [0012] Der dargestellte Parallelogrammlenker 20 weist gelenkig miteinander verbundene Primärarme 8 und Sekundärarme 12 auf, wobei die Primärarme 8 gelenkig an einem Rahmen 17 befestigt sind. Der Rahmen 17 wiederum ist um eine vertikale Achse 16 schwenkbar, damit der Ausleger 20 wahlweise den linken oder rechten Randweg erreichen kann; andernfalls sind für den rechten und den linken Randweg gesonderte Ausleger erforderlich; dies ist insbesondere beim Einsatz in eingleisigen Strecken zweckmäßig, da dann links und rechts gleichzeitig - in einer Fahrt - gearbeitet werden kann. Die Schwenkbewegung der Primärarme 8 erfolgt durch Betätigung des Primärzylinders 14, die Veränderung der gegenseitigen Winkelstellung von Primärarmen und Sekundärarmen durch Betätigung des Sekundärzylinders 15.

    [0013] Um die räumliche Orientierung eines am Ende der Sekundärarme 12 angelenkten Teiles konstant zu halten, sind ein Primärlenker 11 und zwei Sekundärlenker 13 vorgesehen, welche miteinander in der dargestellten Weise durch einen einfachen Lenkerarm 10 und einen Doppelarm 31 verbunden sind. Daß bei einer derartigen Konstruktion die Verbindungslinie der Enden von Sekundärarmen und Sekundärlenkern ihre Richtung nie ändert, ist an sich bekannt und aus Fig. 3 im übrigen zu ersehen.

    [0014] Als bei der Verschwenkung des Auslegers 20 richtungsinvariant bleibender Teil ist gemäß Fig. 4 links und rechts am Ausleger 20 je ein Schild 19 vorgesehen. An diesem sind die Strahlereinheiten 3 und 3' einerseits unmittelbar mittels der Achse 26, andererseits mittelbar über die Hydraulikeinheiten 18 und 18' angelenkt. Alternativ wäre es möglich, nur eine der Strahlereinheiten selbst am Ausleger 20 zu befestigen, diese jedoch aus zwei gelenkig miteinander verbundenen Strahlerkästen aufzubauen, deren gegenseitige Winkelstellung durch eine Hydraulikeinheit veränderlich ist.


    Ansprüche

    1. Schienenfahrzeug zur Bekämpfung von unerwünschtem Pflanzenwuchs auf Eisenbahntrassen in dem seitlich an Gleisbereich und Schotterflanken anschließenden Bereich, insbesondere dem Randweg, mit mindestens einer am Schienenfahrzeug quer zur Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar gelagerten Strahlereinheit zur Erzeugung elektromagnetischer Strahlung, insbesondere Infrarotstrahlung, wobei die Strahlereinheiten an einem auf der Oberseite des Schienenfahrzeuges angeordneten Ausleger angelenkt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlereinheiten (3,3') ausschließlich vom Ausleger (20) getragen und durch denselben über die Oberseite des Schienenfahrzeuges (1) verbringbar sind.
     
    2. Schienenfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede Strahlereinheit (3,3') über zwei Anlenkstellen mit dem Ausleger (20) verbunden ist.
     
    3. Schienenfahrzeug nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Strahlereinheiten (3,3') an einem Teil des Auslegers (20) angeordnet sind, der bei der Bewegung des Auslegers (20) seine Orientierung nicht ändert.
     
    4. Schienenfahrzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der als Parallelogrammlenker ausgebildete zweiarmige Ausleger (20) an seinem freien Ende ein richtungsstabiles Schild (19) trägt, an welchem die Strahlereinheiten (3,3') angelenkt sind.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht