[0001] Die Erfindung betrifft das Gebiet der Hydraulikflüssigkeiten, insbesondere der Hydrauliköle
für die hydrostatische Kraftübertragung.
[0002] In der Vergangenheit aber auch noch bis heute wird der überwiegende Teil der Hydrauliköle
aus Mineralöl hergestellt. In Einsatzgebieten, in denen beispielsweise durch nicht
zu verhindernde Leckagen Ölaustritte in die Umwelt als Möglichkeit einzubeziehen sind,
wird zunehmend der Einsatz von Hydraulikölen gefordert, die als Ölbasis umweltfreundliche
Esteröle, insbesondere solche auf Basis Rüböl und/oder Sojaöl enthalten. Typische
Einsatzgebiete des hier betroffenen Bereiches sind die Maschinen und Arbeitsgeräte
der Forstwirtschaft, der Landwirtschaft, Bagger und dergleichen. Gefordert wird hier
heute der Einsatz von Hydraulikölen der Wassergefährdungsklasse 0. Hydrauliköle auf
Esterbasis sind geeignet, diesen Anforderungen zu entsprechen.
[0003] Die für den praktischen Einsatz wesentlichen Esteröle der zuvor genannten Art, d.
h. Öle auf Basis gereinigter, insbesondere von Amylopektinen und anderen Schleimstoffen
befreiter Rüböle und/oder Sojaöle, zeigen im praktischen Einsatz jedoch 2 entscheidende
Schwächen:
[0004] Die auf Basis ungesättigter Fettsäuresysteme aufgebauten Esterole neigen auch bei
nur mäßig erhöhten Betriebstemperaturen von beispielsweise 50 bis 80 °C zur raschen
Verdickung. Anlaß hierfür ist die Bereitschaft der olefinischen Doppelbindungen der
esterbildenden Säuren des hier betroffenen Öltyps, unter Einfluß von Luftsauerstoff
Reaktionen einzugehen, die letztlich zur Viskositätszunahme führen. Zwar ist grundsätzlich
bekannt, daß gerade in Hydraulikölen durch Zusatz von Antioxidantien solche unerwünschten
Viskositätssteigerungen zu dämpfen sind, es zeigt sich jedoch, daß die bisher in Hydraulikölen
auf Mineralölbasis bevorzugt eingesetzten Antioxidantien in Esterölen der hier betroffenen
Art nur eine unzureichende Leistung erbringen.
[0005] Eine weitere wichtige Einschränkung für Hydrauliköle auf Basis der genannten umweltfreundlichen
Esteröle ist die unzureichende Kältestabilität. Gereinigtes Rüböl besitzt beispielsweise
einen Erstarrungs- bzw. Stockpunkt von - 16 °C. Schon vor Erreichen des Erstarrungspunktes
ist mit sinkenden Temperaturen ein bemerkenswerter Anstieg der Viskosität gegeben.
Der beispielsweise im Winterbetrieb doch vergleichsweise hoch liegende Erstarrungspunkt
des Rüböls bringt für den praktischen Einsatz der Hydrauliköle bei niederen Umgebungstemperaturen
beträchtliche Probleme. Verständlicherweise kann diese Problematik im Betrieb dramatisch
dadurch verstärkt werden, daß über eine oxidative Eindickung des Esteröls der zuvor
geschilderten Art gleichzeitig auch die erhebliche Heraufsetzung des Erstarrungspunktes
des Hydrauliköls ausgelöst wird. Der Zusatz von Stockpunktserniedrigern gibt hier
keine Lösung des technischen Problems. Es ist bekannt, daß die Wirkung solcher Pour-Point-Depressants
bei längerem Verweilen im zu behandelnden Öl verschwindet.
[0006] In der DE-A-34 19 415 wird die Herstellung von Schmiermitteln, Schalölen und Bohremulsionen
aus umweltfreundlichen Grundstoffen beschrieben. Hierzu werden als Ölgrundlage pflanzliche,
tierische und synthetische Ester mehrwertiger Alkohole, insbesondere Erdnußöl, Haselnußöl,
Lebertran, Leinöl, Olivenöl, Ricinusöl, Rüböl, Sojaöl und Walöl, eingesetzt. Als Zusätze
kommen leicht abbaubare, unschädliche Hilfsstoffe in Frage. So werden zur Modifikation
der Viskosität, Klebrigkeit und Haftfähigkeit von Schmiermitteln beispielsweise Produkte
aus der holzverarbeitenden Industrie (z. B. Cellulosederivate, Ligninsulfat) oder
höhermolekulare Substanzen der zuckerverarbeitenden Industrie (z. B. Melasse) verwendet.
Als Konservierungsmittel werden insbesondere etherische Öle zugesetzt. Zur Stabilisierung
und leichteren Handhabung von entsprechenden Emulsionen werden Emulgatoren, Stabilisatoren,
Schutzstoffe, Solubilisatoren, Entschäumer, Antioxidantien und Konservierungsmittel
eingesetzt. In Beispielen wird unter anderem als Additiv Tocopherol aus pflanzlichen
Ölen genannt.
[0007] Demgegenüber geht die vorliegende Erfindung von der Aufgabe aus, wirkungsvolle Abhilfe
für die beiden vorstehend geschilderten Hauptfehlerquellen der Hydrauliköle auf Basis
umweltfreundlicher Grundöle aufzuzeigen. Ziel der Erfindung ist insbesondere einerseits
die wirkungsvolle Stabilisierung solcher Esteröle mit substantiellen Anteilen hochungesätttigter
Fettsäure im Estergemisch gegen oxidative Verdickung durch Zusatz ausgewählter Antioxidantien,
zum anderen will die Erfindung Mischungskomponenten ebenfalls auf Basis umweltverträglicher
Esteröle zur Verfügung stellen, durch deren Mitverwendung eine substantielle Absenkung
des Erstarrungspunktes im Hydrauliköl wirkungsvoll und über beliebig lange Benutzungszeiträume
erzielt werden kann.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend in einer ersten Ausführungsform ein
Grundöl auf Naturstoffbasis für die Formulierung von Hydraulikölen mit Viskositäts-
und Kältestabilität auf Basis von
a) gereinigtem Rüböl und/oder Sojaöl als Öl-Hauptkomponente, sowie Antioxidantien
und anderen Additiven, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß es die folgenden Komponenten
enthält:
b) 0,5 bis 5 Gew.-% - bezogen auf Gesamtgemisch - an Antioxidantien ausgewählt aus
der Gruppe Methoxyphenol, Ethoxyphenol, Butylhydroxyanisol, Butylhydroxytoluol, Methoxyhydrochinon,
Ethoxyhydrochinon, tert.-Butylhydrochinon und/oder Tocopherol,
c) Ester des Trimethylolethans, des Trimethylolpropans und/oder des Neopentylglykols
mit Monocarbonsäuren der nachfolgenden Unterklassen:
c1) gesättigte C₅₋₁₀-Monocarbonsäuren und/oder
c2) Fettsäuren auf Basis Rüböl, Sojaöl und/oder technische Ölsäure,
wobei die Esterkomponenten zu (c) höchstens mengengleich mit der Öl-Hauptkomponente
zu (a) vorliegen.
[0009] In einer weiteren Ausführungsform betrifft die Erfindung die Verwendung von Antioxidantien
zusammen mit anderen Additiven zur Viskositätsstabilisierung und Absenkung des Stockpunktes
von Hydraulikölen auf Basis von Rüböl und/oder Sojaöl, dadurch gekennzeichnet, daß
b) mindestens ein Antioxidans, ausgewählt aus:
Methoxyphenyol, Ethoxyphenol, Butylhydroxyanisol, Butylhydroxytoluol, Methoxyhydrochinon,
Ethoxyhydrochinon, tert.-Butylhydrochinon und/oder Tocopherol,
zusammen mit
c) Estern des Trimethylolethans, des Trimethylolpropans und/oder des Neopentylglykols
mit Monocarbonsäuren der nachfolgenden Unterklassen:
c1) gesättigte C₅₋₁₀-Monocarbonsäuren und/oder
c2) Fettsäuren auf Basis Rüböl, Sojaöl und/oder technische Ölsäuren, eingesetzt werden.
[0010] Gewünschtenfalls liegen dabei diese ausgewählten Antioxidantien in einem bevorzugt
hoch siedenden Lösungsmittel gelöst vor, das seinerseits in den die Öl-Hauptkomponente
bildenden Esterölen auf Basis Rüböl und/oder Sojaöl löslich ist.
[0011] Zu den näheren Einzelheiten über die Zusammensetzung der Hydrauliköle sei zunächst
auf den einschlägigen Stand der Technik verwiesen. Genannt sei hier insbesondere "Ullmanns
Enzyklopädie der technischen Chemie" 4. Auflage (Verlag Chemie, Weinheim) Band 13,
Seite 85 ff., Hydraulikflüssigkeiten, sowie Dieter Klamann "Schmierstoffe und verwandte
Produkte", Herstellung, Eigenschaf- ten, Anwendung, (Verlag Chemie, Weinheim) 1982,
Seiten 147/148-11.9, Hydrauliköle.
[0012] Von den vorbekannten und in der Praxis in weitem Umfang eingesetzten Hydraulikölen
auf Mineralölbasis unterscheiden sich die erfindungsgemäßen Stoffgemische durch die
Auswahl der umweltfreundlichen Esteröle der genannten Art als Grundkomponente des
Hydrauliköls. Die Besonderheiten der Erfindung seien dabei zunächst an der zuvor dargestellten
ersten Ausführungsform der Erfindung, d. h. anhand der umweltverträglichen Grundöle
auf Naturstoffbasis für den Aufbau der Hydrauliköle dargestellt.
[0013] Gereinigte und gegebenenfalls durch wenigstens partielle Entfärbung zusätzlich raffinierte,
die Öl-Hauptkomponente bildende Esteröle stehen als Handelsprodukte preiswert zur
Verfügung. Geeignete Rüböle sind insbesondere die heute verbreiteten Erucasäure-freien
Typen.
[0014] Rüböl dieser Kategorie besitzt üblicherweise einen Erstarrungspunkt bei - 16 °C.
Durch den Zusatz der ausgewählten Ester des Trimethylolethans, des Trimethylolpropans
und/oder des Neopentylglykols gelingt eine deutliche Senkung des Stock- bzw. Erstarrungspunktes.
Die esterbildenden Säuren dieser Mischungskomponenten sind in den beiden dargestellten
Unterklassen so ausgesucht, daß sie die angestrebte Viskositätsverbesserung, insbesondere
im niederen Temperaturbereich mit hoher Umweltverträglichkeit vereinigen. Dementsprechend
ist die Verwendung von Fettsäuren natürlichen Ursprungs in beiden Ester-Unterklassen
im Sinne des erfindungsgemäßen Handelns bevorzugt.
[0015] Die erste Esterkomponente auf Basis der genannten Trimethylolderivate setzt als esterbildende
Carbonsäuren vergleichsweise niedere, insbesondere gesättigte Carbonsäuren mit maximal
10 C-Atomen ein. Ein bekanntes natürliches Ausgangsmaterial dieser Art sind die sogenannten
Vorlauffettsäuren, d. h. geradkettige gesättigte Monocarbonsäuren mit 6 bis 10 C-Atomen.
Die Ester dieser Gruppe zeichnen sich durch besonders niedere Erstarrungswerte aus
und sind dementsprechend besonders geeignet, das Kälteverhalten der Öl-Hauptkomponenten
im angestrebten Sinne zu verbessern.
[0016] Aber auch die esterbildenden Carbonsäuren aus der zweiten Gruppe der erfindungsgemäß
beschriebenen Trimethylolderivate sind strukturbedingt für den beabsichtigten Einsatzzweck
geeignet. Anlaß ist hier die hohe Konzentration der olefinisch einfach und/oder mehrfach
ungesättigten Carbonsäuren des Rüböls oder des Sojaöls bzw. der technischen Ölsäure.
[0017] Es ist erfindungsgemäß bevorzugt, Mischungen dieser beiden Unterklassen von Trimethylolethan-,
Trimethylolpropan- bzw. Neopentylglykol-Estern einzusetzen. In einer bevorzugten Ausführungsform
liegt die jeweils geringer vertretene Esterkomponente in Mengen von wenigstens 15
Gew.-% - bezogen auf dieses der Öl-Hauptkomponente zuzusetzende Estergemisch - vor.
Erfindungsgemäß kann es insbesondere bevorzugt sein, in diesem Estergemisch überwiegende
Mengen der Trimethylolester auf Basis der niederen Fettsäuren mit maximal 10 C-Atomen
einzusetzen. Erfindungsgemäß gelingt damit die Absenkung des Erstarrungspunktes beispielsweise
von Rüböl in den Bereich von - 40 bis - 45 °C. Aufgrund ihrer hohen Umweltverträglichkeit
können dabei der Öl-Hauptkomponente diese Estermischkomponenten bis zum Betrag etwa
mengengleicher Anteile des zuzusetzenden Estergemisches - bezogen auf die Öl-Hauptkomponente
- bedenkenlos zugesetzt werden, ohne eine unerwünschte Beschränkung der geforderten
Umweltverträglichkeit befürchten zu müssen.
[0018] Die erfindungsgemäß als Antioxidantien vorgeschlagenen Stabilisierungsmittel sind
an sich bekannte Verbindungen aus der Klasse der phenolischen Inhibitoren bzw. entsprechender
Verbindungen mit Hydrochinon-Grundstruktur. Die Auswahl gerade dieser Stabilisatoren
ist gleichwohl nicht selbstverständlich. Es hat sich gezeigt, daß durch diese erfindungsgemäß
getroffene Auswahl eine überraschend starke Inhibierung der erfindungsgemäß eingesetzten
Esteröle bzw. Esterölgemische gegen den unerwünschten Viskositätsanstieg durch Alterung
an der Luft erzielt werden kann. Die Lebensdauer und die Gebrauchsfähigkeit der Hydrauliköle
auf Naturstoffbasis kann damit bei weitgehend konstanten Stoffeigenschaften in einem
bisher nicht gekannten Ausmaß verlängert werden.
[0019] Hydrauliköle sollen bekanntlich nicht nur die zuvor hohe Kältestabilität aufweisen,
gefordert ist darüber hinaus eine möglichst geringe Viskositätsänderung des Grundöls
unmittelbar nach seiner Herstellung einerseits bzw. nach thermischer Belastung in
Luftgegenwart andererseits. Die Viskositätseigenschaften der Hydrauliköle werden dabei
bekanntlich in der Definition unterschiedlicher Viskositätsklassen nach ISO 3448 oder
gemäß DIN 51519 beschrieben. Dabei bedeutet:

[0020] Je nach den erfindungsgemäß eingesetzten Mischungsverhältnissen der Esteröle und
der Auswahl der erfindungsgemäß definierten Inhibitoren können mit den erfindungsgemäßen
Stoffgemischen die Viskositätsklassen ISO-VG 22, ISO-VG 32 und ISO-VG 46 eingestellt
und über lange Gebrauchszeiträume eingehalten werden.
[0021] Die Zusatzmenge der erfindungsgemäßen Inhibitorklasse zum Grundöl liegt im Bereich
von 0,5 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das Esteröl-Gesamtgemisch. Es kann dabei zweckmäßig
sein, diese Inhibitoren in einem Lösungsmittel gelöst als Additiv zur Verfügung zu
stellen. Die Anforderungen an das hier gewählte Lösungsmittel umfassen die Löslichkeit
der ausgewählten Inhibitoren über einen weiten Temperaturbereich hinweg sowie die
homogene Einmischbarkeit auch dieses Lösungsmittels in das Esterölgemisch. Weiterhin
ist die hinreichende Schwerflüchtigkeit dieses Lösungsmittels bevorzugt. Als Lösungsmittel
können Esteröle verschiedenartigster Zusammensetzung dienen.
[0022] Zur Formulierung des fertigen Hydrauliköls aus den erfindungsgemäß formulierten Grundölen
bedarf es in bekannter Weise des Zusatzes weiterer Komponenten. So können den erfindungsgemäß
beschriebenen Grundölen insbesondere die folgenden weiteren Komponenten zugesetzt
werden:
Hochdruck-Additive
[0023] Hierbei handelt es sich insbesondere um geschwefelte Triglyceride, geschwefelte Fettsäurealkylester,
geschwefelte Spermöle, Phosphorsäureester wie Trioleylalkoholphosphat oder Triarylphosphat.
Verschleißschutz-Additive
[0024] Geeignet sind insbesondere Zinkdialkyldithiophosphatverbindungen wie Zink(di-2-ethylhexyldithiophosphat)

Stockpunktserniedriger
[0025] Beispielsweise ist das unter dem Handelsnamen "Edenor® 2410" von der Anmelderin vertriebene
Produkt geeignet.
[0026] Im übrigen wird zu der speziellen Formulierung von Hydraulikölen, ihren Zusatzstoffen
und den Mengen dieser Zusatzstoffe auf den eingehend referierten druckschriftlichen
Stand der Technik zu dieser Materialklasse verwiesen.
[0027] Die nachfolgenden Beispiele beschreiben die erfindungsgemäß einstellbaren Effekte
an ÖI-Hauptkomponenten auf Basis Rüböl und Sojaöl und vergleichen diese Ergebnisse
mit entsprechenden Stoffgemischen, die jedoch der erfindungsgemäßen Definition nicht
entsprechen.
Beispiele
Beispiel 1
[0028] Eine Mischung aus 69 % Rüböl, 30 % Trimethylolpropantricaprylat und jeweils 0,33
% Butylhydroxyanisol, tert.-Butylhydrochinon und Tocopherol mit einer Ausgangsviskosität
von 29 mm²/s bei 40 °C wurde in einem offenen Gefäß bei 200 °C während 106 Stunden
gelagert. Nach dieser Zeit hatte die Mischung eine Viskosität von 50 mm²/s bei 40
°C. Die Mischung ist bei - 25 °C flüssig.
Vergleichsbeispiel 1
[0029] Eine Mischung von 70 % Rüböl, 30 % Trimethylolpropantricaprylat wurde 106 Stunden
bei 200 °C gelagert. Nach dieser Zeit hatte die Mischung eine Viskosität von 160 mm²/s
bei 40 °C. Die Mischung ist bei - 16 °C fest.
Beispiel 2
[0030] Eine Mischung aus 49 % Rüböl, 25 % Trimethylolpropantrioleat, 25 % Trimethylolpropantricaprylat
und jeweils 0,33 % Butylhydroxyanisol, tert.-Butylhydrochinon und Tocopherol mit einer
Ausgangsviskosität von 33 mm² /s bei 40 °C wurde in einem offenen Gefäß bei 200 °C
während 110 Stunden gelagert. Nach dieser Zeit hatte die Mischung eine Viskosität
von 52 mm²/s bei 40 °C. Die Mischung ist bei - 30 °C flüssig.
Vergleichsbeispiel 2
[0031] Eine Mischung von 50 % Rüböl, 25 % Trimethylolpropantrioleat und 25 % Trimethylolpropantricaprylat
mit einer Ausgangsviskosität von 33 mm²/s bei 40 °C wurde in einem offenen Gefäß bei
200 °C während 110 Stunden gelagert. Nach dieser Zeit hatte die Mischung eine Viskosität
von 130 mm²/s bei 40 °C. Die Mischung ist bei - 30 °C flüssig.
1. Grundöl auf Naturstoffbasis für die Formulierung von Hydraulikölen mit Viskositats-
und Kältestabilität auf Basis von
a) gereinigtem Rüböl und/oder Sojaöl als Öl-Hauptkomponente, sowie Antioxidantien
und anderen Additiven, dadurch gekennzeichnet, daß es die folgenden Komponenten enthält:
b) 0,5 bis 5 Gew.-% - bezogen auf Gesamtgemisch - an Antioxidantien ausgewählt aus
der Gruppe Methoxyphenol, Ethoxyphenol, Butylhydroxyanisol, Butylhydroxytoluol, Methoxyhydrochinon,
Ethoxyhydrochinon, tert.-Butylhydrochinon und/oder Tocopherol,
c) Ester des Trimethylolethans, des Trimethylolpropans und/oder des Neopentylglykols
mit Monocarbonsäuren der nachfolgenden Unterklassen:
c1) gesättigte C₅₋₁₀-Monocarbonsäuren und/oder
c2) Fettsäuren auf Basis Rüböl, Sojaöl und/oder technische Ölsäure,
wobei die Esterkomponenten zu (c) höchstens mengengleich mit der Öl-Hauptkomponente
zu (a) vorliegen.
2. Grundöl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischungskomponente zu (c)
als Estergemisch der Carbonsäuren zu den Unterklassen (c1) und (c2) vorliegt, das
aus jeweils wenigstens 15 Gew.-% - bezogen auf dieses Estergemisch - der einen Ester-Unterklasse
und zum Rest aus Estern der anderen Unterklasse besteht, wobei überwiegende Mengen
der Ester-Unterklasse zu (c1) bevorzugt sind.
3. Verwendung von Antioxidantien zusammen mit anderen Additiven zur Viskositätsstabilisierung
und Absenkung des Stockpunktes von Hydraulikölen auf Basis von Rüböl und/oder Sojaöl,
dadurch gekennzeichnet, daß
b) mindestens ein Antioxidans, ausgewählt aus:
Methoxyphenyol, Ethoxyphenol, Butylhydroxyanisol, Butylhydroxytoluol, Methoxyhydrochinon,
Ethoxyhydrochinon, tert.-Butylhydrochinon und/oder Tocopherol,
zusammen mit
c) Estern des Trimethylolethans, des Trimethylolpropans und/ oder des Neopentylglykols
mit Monocarbonsäuren der nachfolgenden Unterklassen:
c1) gesättigte C₅₋₁₀-Monocarbonsäuren und/oder
c2) Fettsäuren auf Basis Rüböl, Sojaöl und/oder technische Ölsäuren,
eingesetzt werden.
4. Verwendung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trimethylolethan-, Trimethylolpropan-
und/oder Neopentylglykol-Ester dem Hydrauliköl höchstens mengengleich dem Rüböl und/oder
Sojaöl zugesetzt werden.
5. Verwendung nach Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß Trimethylolethan-/Trimethylolpropan-Estergemische
eingesetzt werden, die einen größeren Anteil an Estern der Sauren zur Unterklasse
(cl) und zum Rest Ester der Sauren zur Unterklasse (c2) aufweisen.
6. Verwendung nach Ansprüchen 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Ester oder Estergemische
zu Säuren der Unterklasse (cl) eingesetzt werden, deren Säurekomponenten natürlichen
Ursprungs und dabei insbesondere entsprechende Vorlauffettsäuren sind.
7. Verwendung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antioxidantien zu (b)
in einem in Esterölen löslichen, bevorzugt hochsiedenden Lösungsmittel gelöst vorliegen.
1. A basic oil based on natural materials for the formulation of hydraulic oils having
viscosity and low-temperature stability on the basis of
a) purified rapeseed oil and/or soybean oil as the main oil component and also antioxidants
and other additives,
characterized in that it contains the following components:
b) 0.5 to 5% by weight, based on the mixture as a whole, of antioxidants selected
from the group consisting of methoxyphenol, ethoxyphenol, butyl hydroxyanisole, butyl
hydroxytoluene, methoxyhydroquinone, ethoxyhydroquinone, tert. butyl hydroquinone
and/or tocopherol,
c) esters of trimethylol ethane, trimethylol propane and/or neopentyl glycol with
monocarboxylic acids of the following subclasses:
c1) saturated C₅₋₁₀ monocarboxylic acids and/or
c2) fatty acids based on rapeseed oil, soybean oil and/or technical oleic acid,
the ester components (c) being present in at most substantially equal quantities
to the main oil component (a).
2. A basic oil as claimed in claim 1, characterized in that mixture component (c) is
present in the form of an ester mixture of the carboxylic acids of subclasses (cl)
and (c2) which consists of at least about 15% by weight, based on the ester mixture,
of one ester subclass and, for the rest, of esters of the other subclass, predominant
quantities of ester subclass (cl) being preferred.
3. The use of antioxidants together with other additives for stabilizing the viscosity
and lowering the pour point of hydraulic oils based on rapeseed oil and/or soybean
oil, characterized in that
b) at least one antioxidant selected from:
methoxyphenol, ethoxyphenol, butyl hydroxyanisole, butyl hydroxytoluene, methoxyhydroquinone,
ethoxyhydroquinone, tert. butyl hydroquinone and/or tocopherol,
together with
c) esters of trimethylol ethane, trimethylol propane and/or neopentyl glycol with
monocarboxylic acids of the following subclasses:
c1) saturated C₅₋₁₀ monocarboxylic acids and/or
c2) fatty acids based on rapeseed oil, soybean oil and/or technical oleic acids,
are used.
4. The use claimed in claim 3, characterized in that the trimethylol ethane, trimethylol
propane and/or neopentyl glycol esters are added to the hydraulic oil in at most substantially
equal quantities to the rapeseed oil and/or soybean oil.
5. The use claimed in claims 3 and 4, characterized in that trimethylol ethane/trimethylol
propane ester mixtures containing a relatively high percentage of esters of acids
of subclass (cl) and, for the rest, esters of acids of subclass (c2) are added.
6. The use claimed in claims 3 to 5, characterized in that esters or ester mixtures of
acids of subclass (c1) of which the acid components are of natural origin and, more
particularly, are corresponding head-fractionated fatty acids are used.
7. The use claimed in claim 3, characterized in that the antioxidants (b) are present
in solution in a preferably high-boiling solvent soluble in ester oils.
1. Huile de base à base de substances naturelles pour la formulation d'huiles hydrauliques
stables en viscosité et en tenue au froid, à base de:
a) huile de navette et/ou de soja purifiée, comme composant huileux principal, ainsi
que d'antioxydants et d'autres additifs, caractérisée en ce qu'elle renferme les composants
suivants:
b) 0,5 à 5 % en poids, par rapport au mélange total, d'antioxydants sélectionné parmi
le groupe constitué du méthoxyphénol, éthoxyphénol, butylhydroxyanisol, butylhydroxytoluène,
méthoxyhydroquinone, éthoxyhydroquinone, tert. butylhydroquinone et/ou tocophérol.
c) des esters du triméthyloléthane, du triméthylolpropane et/ou du néopentylglycol
avec des acides monocarboxyliques des sous-classes suivantes:
c1) acides monocarboxyliques saturés de C₅₋₁₀ et/ou
c2) acides gras à base d'huile de navette, d'huile de soja et/ou d'acide oléique technique,
les composants esters en (c) étant présents en quantités tout au plus équivalentes
à celles de la composante huileuse principale en (a).
2. Huile de base selon la revendication 1, caractérisée en que les composants de mélange
en (c) sont présents comme mélange d'esters des acides carboxyliques des sous-classes
(c1) et (c2), constitué dans chaque cas de 15 % en poids au moins, par rapport audit
mélange d'esters, de l'une des sous-classes d'esters et pour le reste, d'esters de
l'autre sous-classe, des quantités prépondérantes de la sous-classe d'ester en (C1)
étant préférées.
3. Utilisation d'antioxydants conjointement avec d'autres additifs pour la stabilisation
de la viscosité et l'abaissement du point de congélation des huiles hydrauliques à
base d'huile de navette et/ou de soja, caractérisée en ce que sont mis en oeuvre:
b) au moins un antioxydant, sélectionné parmi les:
méthoxyphénol, éthoxyphénol, butylhydroxyanisol, butylhydroxytoluène, méthoxyhydroquinone,
éthoxyhydroquinone, tert. butylhydroquinone et/ou tocophérol,
conjointement avec
c) des esters du triméthyloléthane, du triméthylolpropane et/ou du néopentylglycol
avec des acides monocarboxyliques des sous-classes ci-après:
c1) acides monocarboxyliques saturés de C₅₋₁₀ et/ou
c2) acides gras à base d'huile de navette, d'huile de soja et/ou d'acides oléiques
techniques.
4. Utilisation selon la revendication 3, caractérisée en ce que les esters de triméthyloléthane,
triméthylolpropane et/ou néopentylglycol sont additionnés à l'huile hydraulique, en
quantités tout au plus équivalentes à celles de l'huile de navette et/ou de soja.
5. Utilisation selon les revendications 3 et 4, caractérisée en ce que l'on met en oeuvre
des mélanges d'esters de triméthyloléthane et de triméthylolpropane, qui présentent
une proportion prépondérante d'esters des acides de la sous-classe (c1) et pour le
reste, des acides de la sous-classe (c2).
6. Utilisation selon les revendications 3 à 5, caractérisée en que l'on met en oeuvre
des esters ou des mélanges d'esters avec des acides de la sous-classe (c1), dont les
composants acides sont d'origine naturelle et, qui sont en particulier des précurseurs
d'acides gras correspondants.
7. Utilisation selon la revendication 3, caractérisée en ce que les anti-oxydants en
(b) sont présents sous forme dissoute dans un solvant soluble dans les huiles-esters,
de préférence à point d'ébullition élevé.