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EP 0 486 841 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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29.06.1994 Patentblatt 1994/26 |
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Anmeldetag: 26.10.1991 |
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Druckzylinder mit mehrfachem Durchmesser
Printing cylinder with multiple diameters
Cylindre d'impression avec diamètres multiples
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE FR GB IT LI SE |
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Priorität: |
14.11.1990 DE 4036252
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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27.05.1992 Patentblatt 1992/22 |
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Patentinhaber: Heidelberger Druckmaschinen
Aktiengesellschaft |
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D-69019 Heidelberg (DE) |
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Erfinder: |
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- Wirz, Arno
W-6919 Bammental (DE)
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Vertreter: Stoltenberg, Heinz-Herbert Baldo |
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c/o Heidelberger Druckmaschinen AG
Kurfürsten-Anlage 52-60 69115 Heidelberg 69115 Heidelberg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-A- 2 820 549
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DE-A- 3 023 246
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft Druckzylinder mit mehrfachem Durchmesser und an der Mantelfläche
angeordneten Aufzügen zum Tragen eines Bogens an seiner bereits bedruckten Seite für
Bogen-Offsetdruckmaschinen zum Schön- und Widerdruck.
[0002] Bekannt sind doppelt große Druckzylinder mit verchromter und geschliffener Mantelfläche.
Bedingt durch sich summierende Formfehler der beiden Hälften des geschliffenen Zylinders
kommt es im Betrieb leicht zu Dubliererscheinungen und zur Umverteilung der bereits
gedruckten Farbe im Widerdruck, so daß der Druckzylinder häufiger gewaschen werden
muß und der die Umwelt belastende Lösungsmittelverbrauch größer wird. Dies führt zu
einer negativen Qualitätsbeeinflussung.
[0003] Bekannt sind außerdem doppelt große, gestrahlte und anschließend verchromte Druckzylinder,
die jedoch eine relativ rauhe Oberfläche und durch die Fehler des Druckzylinders aus
zwei ungleichen Hälften eine noch ungenügendere Formgenauigkeit aufweisen, so daß
solche Druckzylinder leicht dublieren. Beim Verschleiß der Oberfläche ist ein Austausch
des gesamten Druckzylinders erforderlich, wodurch hohe Kosten für Teile und Montage
sowie Ausfallzeiten in der Druckerei entstehen.
[0004] Aus der DE-PS 24 46 188 ist ein Druckzylinder mit einfachem Durchmesser bekannt,
auf dessen Mantel eine Nickelfolie mit einer Oberflächenstruktur aufgezogen ist, durch
die die Mantelfläche in erhabene, den Bogen tragende Flächenteile und in tieferliegende,
nicht tragende Flächenteile aufgeteilt ist, um das Aufbauen und Ansammeln von Farbe
auf der Mantelfläche bei Berührung mit der frisch bedruckten Bogenseite zu verringern.
Folien für diesen Zweck sind auch aus der DE-OS 29 16 505 bekannt.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, bei Druckzylindern mit mehrfachem Durchmesser eine
hohe Druckqualität auch bei Widerdruck ohne Farbverlagerung zu garantieren und dadurch
die Waschzeit zu reduzieren, um den Lösungsmittelverbrauch weiter einzuschränken.
[0006] Diese Aufgabe löst die Erfindung durch die Ausbildungsmerkmale nach dem Patentanspruch
1.
[0007] Dem Druckzylinder wird eine Anzahl Folien mit unterschiedlicher Dicke und gegebenenfalls
unterschiedlicher Form zur Auswahl zugeordnet, so daß durch die Auswahl einer geeigneten
Folie die Rundlauffehler oder die Summe der Formfehler der beiden Druckzylinderhälften
eines doppelt großen Druckzylinders ausgeglichen werden.
[0008] Bei Bedarf können Folien durch Mittelpunktversatz der Schleifeinrichtung gezielt
unparallel geschliffen werden, so daß die Oberflächen der Folie in Umfangsrichtung
unparallel zueinander verlaufen, um dadurch einen Dickenunterschied zwischen Vorderkante
und Hinterkante der Folie in Bogenlaufrichtung zu erreichen. Solche Folien werden
dem Druckzylinder abgestuft zugeordnet, zum Beispiel in drei Stufen von je 0,01 mm
sortiert. Bei festgestellten Formfehlern der beiden Druckzylinderhälften oder zum
Beispiel bei Verschleiß, kann durch eine festgelegte Kennzeichnung jederzeit der Druckzylinder
durch Auswechseln der Folie in den Neuzustand gebracht werden. Gleiches gilt für Beschädigungen
bei der Produktion. Das genaue Schleifen der Rückseite der Folie entsprechende Techniken
werden bereits von einschlägigen Firmen beherrscht. Gleiches gilt für entsprechende
Meßeinrichtungen, mit denen das gesamte Format erfaßbar ist, so daß die Vorsortierung
der Folien damit erfolgen kann.
[0009] In Anlehnung an Folien für Druckzylinder mit einfachem Durchmesser sind auch Folien
für erfindungsgemäße Zwecke aus einer Trägerschicht mit hohem Elastizitätsmodul und
einer Chromschicht herstellbar, die die strukturierte Oberfläche ergibt, von der der
Bogen getragen wird.
[0010] Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele für Folien in der erfindungsgemäßen
Ausbildung im Maßstab verzerrt dargestellt und außerdem wird das Prinzip einer Vorrichtung
zur Bearbeitung solcher Folien veranschaulicht. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Abschnitt einer Folie mit parallel zueinander verlaufenden Oberflächen in einem
verzerrenden Maßstab,
- Figur 2
- einen Abschnitt einer Folie mit unparallel zueinander verlaufenden Oberflächen in
einem verzerrenden Maßstab entsprechend Figur 1 und
- Figur 3
- in Seitenansicht den prinzipiellen Aufbau einer Vorrichtung zum Bearbeiten einer Folie
nach den Figuren 1 und 2.
[0011] Zum Ausgleich der sich summierenden Rundlauf- und/oder Formfehler der beiden Druckzylinderhälften
eines geschliffenen Druckzylinders mit doppelt großem Durchmesser werden nach entsprechenden
Messungen und Kennzeichnungen diesem Druckzylinder für die Befestigung im Bereich
einer einen Bogen tragenden Fläche mehrere Folien in abgestufter Dicke zugeordnet,
zum Beispiel mit einer Dicke von 0,3, 0,29 und 0,28 mm entsprechend der Darstellung
in der Figur 1.
[0012] Zum Ausgleich eines Mittenversatzes können diese Folien auch einen unparallelen Verlauf
der Oberflächen zueinander enstsprechend der Darstellung in der Figur 2 aufweisen,
so daß die Vorderkante 7 beispielsweise eine größere Dicke besitzt als die Hinterkante
8.
[0013] Entsprechend kann ein unparalleler Verlauf der Oberflächen 9 und 10 zueinander auch
zu einer Dickendifferenz zwischen Antriebsseite und Bedienungsseite führen.
[0014] Die Figur 3 zeigt den prinzipiell vereinfachten Aufbau einer Vorrichtung zur Bearbeitung
einer für den erfindungsgemäßen Zweck bestimmten Folie. Sie besteht aus einem Schleifzylinder
1, welcher um eine Achse 2 drehbar in eines Gestell 3 gelagert ist und an seinem Außenumfang
Aufspannmittel für eine zu bearbeitende Folie 4 aufweist. Gegen diese Folie 4 ist
eine angetriebene Schleifscheibe 5 wirksam, deren Achse 6 parallel zu der Achse 2
ausgerichtet ist. Zur Erzielung eines unparallelen Oberflächenverlaufs an der Folie
4 in Umfangsrichtung ist die Achse 2 des Lagers des Schleifzylinders 1 gegenüber der
Achse 6 der Schleifscheibe 5 in der gemeinsamen Ebene beider Achsen 2 und 6 in Richtung
2a verschoben.
[0015] Ebenso kann die Parallellage der beiden Achsen 2 und 6 zueinander gegebenenfalls
winklig verändert werden, um unterschiedliche Dicken der Folie auf der Antriebsseite
und auf der Bedienungsseite zu erreichen, zum Beispiel bei konisch geschliffenen Zylindern.
[0016] Die Folie selbst kann in an sich bekannter Weise aus einer Trägerschicht und aus
einer die strukturierte Oberfläche zur Vermeidung des Ansammelns und des Aufbauens
von Farbe im Widerdruck aufweisenden Deckschicht bestehen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0017]
- 1
- Schleifzylinder
- 2
- Achse
- 2a
- Achsverschiebung
- 3
- Gestell
- 4
- Folie
- 5
- Schleifscheibe
- 6
- Achse
1. Druckzylinder mit mehrfachem Durchmesser und an seiner Mantelfläche angeordneten Aufzügen
zum Tragen eines Bogens an seiner bereits bedruckten Seite für Bogen-Offsetdruckmaschinen
zum Schön- und Widerdruck,
dadurch gekennzeichnet,
daß an seiner Mantelfläche wenigstens im Bereich einer einen Bogen tragenden Fläche
eine auf Formfehler des Druckzylinders abstimmbare und diese ausgleichende Folie (4)
mit einer strukturierten Oberfläche für die Bogenauflage austauschbar befestigt ist.
2. Druckzylinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ihm mehrere Folien (4) unterschiedlicher Dicke zur Auswahl zugeordnet sind.
3. Druckzylinder nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ihm zugeordneten Folien (4) unparallel zueinander verlaufende Dicken aufweisen.
4. Druckzylinder nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Folien (4) an der Vorderkante und an der Hinterkante eine unterschiedliche
Dicke aufweisen.
5. Druckzylinder nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Folien (4) an der Antriebsseite und an der Bedienungsseite eine unterschiedliche
Dicke aufweisen.
6. Druckzylinder nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Folien (4) aus einer Trägerschicht mit hohem Elastizitätsmodul und einer Chromschicht
mit der strukturierten Oberfläche bestehen.
1. Impression cylinder having a multiple diameter and packings arranged on its outer
surface for supporting a sheet on its side which has already been printed for sheet-fed
offset printing machines for perfecting, characterized in that a foil (4), which can
be adapted to and compensates shape errors of the impression cylinder and has a structured
surface for the sheet rest, is fastened exchangeably to the outer surface of the impression
cylinder at least in the region of a surface supporting a sheet.
2. Impression cylinder according to Claim 1, characterized in that it is assigned a plurality
of foils (4) of different thickness for selection.
3. Impression cylinder according to Claims 1 and 2, characterized in that the foils (4)
assigned to it have thicknesses which do not run parallel to one another.
4. Impression cylinder according to Claim 3, characterized in that the foils (4) have
a different thickness at the leading edge and at the trailing edge.
5. Impression cylinder according to Claim 3 or 4, characterized in that the foils (4)
have a different thickness on the drive side and on the operation side.
6. Impression cylinder according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the foils
(4) consist of a backing layer with a high modulus of elasticity and a chromium layer
with the structured surface.
1. Cylindre d'impression de diamètre multiple et avec des habillages placés sur sa surface
d'enveloppe, pour porter une feuille sur sa face déjà imprimée, pour machines offset
à imprimer des feuilles en blanc et en retiration, caractérisé en ce que sur sa surface
d'enveloppe il est fixé, de manière interchangeable, au moins dans la zone d'une surface
portant une feuille, une pellicule (4) à adapter aux défauts de forme du cylindre
d'impression et compensant ceux-ci, avec une surface structurée pour le support de
feuille.
2. Cylindre d'impression selon la revendication 1, caractérisé en ce que plusieurs pellicules
(4) d'épaisseur différente lui sont associées au choix.
3. Cylindre d'impression selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que les pellicules
(4) qui lui sont associées présentent des épaisseurs non parallèles entre elles.
4. Cylindre d'impression selon la revendication 3, caractérisé en ce que les pellicules
(4) présentent une épaisseur différente sur le bord avant et sur le bord arrière.
5. Cylindre d'impression selon les revendications 3 ou 4, caractérisé en ce que les pellicules
(4) présentent une épaisseur différente sur le côté entraînement et sur le côté opérateur.
6. Cylindre d'impression selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que
les pellicules (4) sont constituées d'une couche de support présentant un module d'élasticité
élevé et une couche de chrome de surface structurée.
