| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 489 416 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
28.02.1996 Patentblatt 1996/09 |
| (22) |
Anmeldetag: 04.12.1991 |
|
|
| (54) |
Landmine
Land mine
Mine terrestre
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
DE FR GB IT |
| (30) |
Priorität: |
05.12.1990 DE 4038745
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
10.06.1992 Patentblatt 1992/24 |
| (73) |
Patentinhaber: DIEHL GMBH & CO. |
|
D-90478 Nürnberg (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Schleicher, Ulrich, Dr.
W-8562 Hersbruck (DE)
- Thurner, Günther, Dr.
W-8501 Schwaig (DE)
- Stessen, Lothar, Dr.
W-8560 Lauf (DE)
- Böhm, Dietmar
W-8501 Eckental (DE)
|
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 203 078 DE-A- 3 936 065 US-A- 4 492 166
|
DE-A- 3 825 786 FR-A- 2 568 365
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Land-Mine gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Eine derartige Mine ist aus der DE 39 36 065 A1 zur Bekämpfung von gepanzerten Fahrzeugen
von oben her bekannt. Dazu weist eine solche Mine wenigstens einen Wirkkörper auf,
der in einem Gehäuse untergebracht und mittels eines Raketentriebwerkes auf eine gewisse
Funktionshöhe verbringbar ist. Um einen definierten Aufstieg des Wirkkörpers zu erzielen,
ist dort das Raketentriebwerk derart angebracht und ausgebildet, daß sich seine Ausstromdüsen
außerhalb des Minengehäuses mit dem Wirkkörper befinden, so daß die Treibgase des
Raketentriebwerks bei Beginn der Aufstiegsphase ein Herausziehen des Wirkkörpers aus
dem oben offenen Minengehäuse bewirken. Dabei übt das Raketentriebwerk vorzugsweise
außerdem auf den Wirkkörper ein Drehmoment um dessen Längs- bzw. Hochachse aus, so
daß in Verbindung mit einer Wirkladung, deren Wirkrichtung schräg nach unten geneigt
ist, eine Detektionsfläche am Boden (also in der Zielebene) während des Aufstiegs
des Wirkkörpers sich stetig spiralförmig vergrößert. Die beim Aufstieg am Boden gezogene
Detektionsspur ist bei dieser bekannten Mine also proportional zum Neigungswinkel
zwischen der Wirkrichtung und der Hochachse des Wirkkörpers sowie proportional zu
seiner jeweiligen Höhe über der Zielebene. Deshalb ist der beim Aufstieg der Mine
erfaßbare Bereich in der Zielebene desto lückenhafter, je weiter der rasche Aufstieg
fortschreitet und der Bereich bleibt doch auf die nähere Umgebung des Standortes beschränkt.
[0003] Ein ganz anderes Funktionsprinzip weist der minenartige Querschußkörper auf, der
aus der DE 32 03 078 A1 bekannt ist. Dort ist in dem Querschußkörper eine Startrakete
untergebracht, die aus einer Bohrung heraus startbar ist. Dabei wird ein Seil gestrafft
und von Spulen am Querschußkörper abgewickelt, um diesen in Startrichtung der Rakete
zu beschleunigen und dabei zugleich in Rotation zu versetzen. Dadurch tritt er mit
annähernd konstanter Rotationsachse in eine sehr niedrige, flache quasiballistische
Bahn in Richtung der abfliegenden Startrakete ein und bewegt sich Längs dieser Bahngesetzmäßigkeit
auch weiter, wenn die Rakete mit dem Seil sich vom Querschußkörper gelöst hat. Der
(abgesehen von einem Vorhaltewinkel) zur Wirkrichtung einer projektilbildenden Ladung
parallel orientierte Zieldetektor tastet beim Durchfliegen dieser Bahn die Zielebene
längs einer fortschreitenden Kreisbewegung ab. Ein Zielobjekt wird mit der projektilbildenden
Ladung von oben angegriffen, wenn es sich zufällig in dem vergleichsweise schmalen
Abtaststreifen im Zielgebiet unter der recht kurzen Bahn befindet. Einer für effektiven
Einsatz des Wirkkörpers wünschenswerten Verlängerung der Flug- und Suchbahn steht
entgegen, daß der Querschußkörper vom Boden aus unter flachem Winkel in Bewegung versetzt
wird, so daß sich infolge unebener und/oder bewachsener Umgebung keine über eine längere
Strecke ungestörte Flugbahn einstellen kann.
[0004] Ein Submunitionskörper, der mittels eines drallstabilisierten Artilleriegeschosses
verschießbar und von diesem über einem Zielgebiet ausstoßbar ist, ist aus der DE 33
45 601 A1 bekannt. Dieser Submunitionskörper ist mit einem Abstands- und Zieldetektions-Sensor
sowie mit einer Gefechtsladung mit projektielbildender Hohlladungs-Einlage ausgestattet.
Zur Vergrößerung des Nutzraumes für die Gefechtsladung wird auf Maßnahmen zum Abbremsen
der kinetischen Rotationsenergie nach dem Ausstoß aus dem Artillerie-Trägergeschoß
verzichtet. Es erfolgt dann eine spiralförmige Abtastung des Zielgebietes, indem der
als flacher Zylinder ausgebildete Submunitionskörper unter rascher Eigenrotation absteigt,
der eine stabile Taumelbewegung um eine Einfallkurve ins Zielgebiet überlagert ist.
Infolge des ungebremsten Abstieges mit hoher Taumel-Winkelgeschwindigkeit erfolgt
ein rascher Angriff auf das Zielobjekt, das mit dicht gestaffelter Abtastspiralbahn
sicher erfassbar ist. Auch bei diesem bekannten Submunitionskörper ist die Grösse
des Abtast- bzw. Zielgebietes eingeschränkt.
[0005] Die DE 30 42 063 C2 beschreibt ein Munitionssystem mit einem Geschoss, von dem aus
ein Projektil nach unten abfeuerbar ist. Dieses Munitionssystem weist ausserdem eine
Vorrichtung auf, durch welche das Geschoss mit einem Spin entlang einer geradlinigen
Flugbahn über ein Ziel bewegbar ist. Um bei einem derartigen Munitionssystem das von
einer Zielvorrichtung abgetastete Gebiet zu vergrössern, ist dort eine Einrichtung
vorgesehen, die dem Geschoss relativ zur geradlinigen Flugbahn eine Taumelbewegung
verleiht. Bei dieser Einrichtung kann es sich um ein Gewicht handeln, das sich vom
Geschoss exzentrisch nach aussen erstreckt. Die dem Geschoss eine Taumelbewegung verleihende
Einrichtung kann dort auch als Explosionsladung ausgebildet sein. Bei diesem Munitionssystem
handelt es sich jedoch nicht um eine Mine oder gar um eine Landmine.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Mine, insbes. Landmine, der eingangs
genannten Art zu schaffen, mit welcher eine sichere Bekämpfung gepanzerter Fahrzeuge
innerhalb eines grossen Entfernungsbereiches zwischen Mine und zu bekämpfendem Fahrzeug
möglich ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles
des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Aus- bzw. Weiterbildungen der erfindungsgemässen
Mine sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0008] Mit der erfindungsgemässen Mine ist es in vorteilhafter Weise möglich, feindliche
Panzerfahrzeuge sicher und wirksam von oben sehr zielgenau zu bekämpfen, wobei der
Abstand zwischen der Mine und dem zu bekämpfenden Panzerfahrzeug vergleichsweise gross
sein kann. Grössenordnungsmässig kann diese Entfernung bis zu 400 oder 500 m betragen.
[0009] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles der erfindungsgemässen
Mine sowie einer Diagrammdarstellung des Bewegungsablaufes und der Wirkungsweise der
erfindungsgemässen Mine. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Ansicht des Wirkkörpers der Mine in Blickrichtung von oben,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Schnittlinie II-II in Fig.1,
- Fig. 3
- eine räumliche Darstellung dreier räumlich verteilter Minen im Zusammenwirken mit
einer Sensoreinrichtung,
- Fig. 4
- eine räumliche Darstellung eines Wirkkörpers während einer Zieldetektion,
- Fig. 5
- eine Diagrammdarstellung der ersten Bewegungsphase des Wirkkörpers unmittelbar nach
dem Start aus einer Starteinrichtung,
- Fig. 6
- eine Diagrammdarstellung der sich an die Bewegungsphase gemäss Fig. 5 anschliessenden
zweiten Bewegungsphase des Wirkkörpers,
- Fig. 7
- eine Diagrammdarstellung der sich an die Bewegungsphase gemäss Fig. 6 anschliessenden
dritten Bewegungsphase des Wirkkörpers,
- Fig. 8
- eine Diagrammdarstellung einer sich an die Bewegungsphase gemäss Fig. 7 anschliessenden
vierten Bewegungsphase des Wirkkörpers, bei welcher der Wirkkörper eine ballistische
Flugbahn mit Taumel- bzw. Präzessionsbewegung ausführt.
[0010] Die Fig. 3 zeigt in einer räumlichen Darstellung drei voneinander beabstandete Minen
10, bei denen es sich um Landminen handelt. Jede Mine 10 weist eine Starteinrichtung
12 auf, in welcher ein Wirkkörper 14 angeordnet ist, der weiter unten insbes. in Verbindung
mit den Figuren 1 und 2 detailliert beschrieben wird. Der in einer Starteinrichtung
12 vorgesehene Wirkkörper 14 ist mit Hilfe eines Starttriebwerkes aus der Starteinrichtung
12 startbar und auf eine bestimmte Funktionshöhe verbringbar. Der Start des Wirkkörpers
14 aus der Starteinrichtung 12 der Mine 10 wird mittels einer Sensoreinrichtung 16
bewirkt, die z.B. auf seismische Signale ansprechende Sensoren 18 bzw. auf akustische
Signale ansprechende Sensoren 20 aufweist. Die Sensoreinrichtung 16 ist mit einer
Antenne 22 versehen, mittels welcher Signale zu den einzelnen Minen 10 übertragen
werden, was in Fig. 3 durch die Pfeile 24 angedeutet ist. Die Antenne 22 kann gleichzeitig
bspw. als Zielradar-Antenne ausgebildet sein, um mit ihrer Hilfe festzustellen, ob
sich das zu bekämpfende Zielfahrzeug innerhalb des Wirkungsbereiches der einen oder
anderen Mine 10 befindet. Wird mit Hilfe der Sensoreinrichtung 16 festgestellt, dass
sich ein zu bekämpfendes Panzerfahrzeug innerhalb des Wirkungsbereiches einer der
Minen 10 befindet, so wird der entsprechende Wirkkörper 14 aus der zugehörigen Starteinrichtung
12 gestartet. Die Startphase eines Wirkkörpers 14 ist in Fig. 5 schematisch dargestellt.
In dieser Figur ist mit der Bezugsziffer 12 die Starteinrichtung bezeichnet, aus welcher
der Wirkkörper 14 mit einer bestimmten Geschwindigkeit gestartet wird. Die Startgeschwindigkeit
ist in Fig. 5 durch den Pfeil 26 angedeutet. Mit Hilfe des am Wirkkörper 14 vorgesehenen
Starttriebwerkes 28 wird der Wirkkörper 12 nicht nur in Richtung seiner Hochachse
aus der Starteinrichtung 12 herausbeschleunigt, sondern gleichzeitig auch um seine
Hochachse herum in eine Rotation kleiner Drehzahl versetzt. Diese Rotation kleiner
Drehzahl ist in Fig. 5 durch den gebogenen Pfeil 30 angedeutet.
[0011] Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, weist der Wirkkörper 14 ausser dem Starttriebwerk
28 eine gegen seine Hochachse geneigte zweite Sensoreinrichtung 32 auf, mit welcher
der Boden abgetastet wird. Wird mit Hilfe der zweiten Sensoreinrichtung 32 auf dem
abgetasteten Boden ein zu bekämpfendes Panzerfahrzeug festgestellt, so wird mit Hilfe
der zweiten Sensoreinrichtung 32 ein am Wirkkörper 14 loslösbar angeordnetes zweites
Triebwerk 34 aktiviert. Bei dem in Fig. 1 gezeichneten Ausführungsbeispiel weist das
zweite Triebwerk 34 zwei Düseneinrichtungen 36 auf, die zur Hochachse des Wirkkörpers
14 zumindest annähernd senkrecht orientiert sind. Bei diesem zweiten Triebwerk 34,das
auch mehr als zwei Düseneinrichtungen 36 aufweisen kann, handelt es sich folglich
um ein sog. Horizontaltriebwerk, während es sich beim Starttriebwerk 28 um ein sog.
Vertikaltriebwerk handelt. Aus Fig. 1 ist auch ersichtlich, dass sich das zweite Triebwerk
34 maximal entlang des halben Umfangs des Wirkkörpers 14 erstreckt.
[0012] Aus den Figuren 1 und 2 ist ersichtlich, dass das zweite Triebwerk 34 mit dem Wirkkörper
14 mittels zweier flexibler Verbindungselemente 38 verbunden ist. Jedes der beiden
flexiblen Verbindungselemente 38, bei denen es sich z.B. um Bänder oder Gurte entsprechender
Festigkeit handelt, ist mit seinem einen Endabschnitt an einem Scheibenorgan 40 und
mit seinem zweiten Endabschnitt am zweiten Triebwerk 34 befestigt. Die beiden Scheibenorgane
40 sind an den axial voneinander abgewandten Endabschnitten des Wirkkörpers 14 vorgesehen,
wie aus Fig. 2 deutlich zu erkennen ist.
[0013] Wie bereits ausgeführt worden ist, wird der Wirkkörper 14 mit Hilfe des Starttriebwerkes
28 aus der Starteinrichtung 12 heraus beschleunigt, wobei der Wirkkörper 14 sich mit
einer Anfangsgeschwindigkeit (Pfeil 26 in Fig. 5) aus der Starteinrichtung 12 heraus
nach oben bewegt und gleichzeitig eine Rotation um seine Hochachse (Pfeil 30 in Fig.
5) mit einer geringen Drehzahl ausführt. Wenn hierbei die zweite Sensoreinrichtung
32 des Wirkkörpers 14 ein zu bekämpfendes feindliches Ziel, insbes. Panzerfahrzeug
42 feststellt (sh. Fig. 4), wird das Starttriebwerk 28 vom Wirkkörper 14 getrennt
(sh. Fig. 6), so dass sich die Masse verringert. Das erfolgt durch eine Aktivierung
des zweiten Triebwerkes 34, was in Fig. 7 durch den Rückstoßstrahl 44 angedeutet ist.
Hierbei wird der Wirkkörper 14 nicht nur in Richtung des Pfeiles 46, d.h. in horizontaler
Richtung beschleunigt, sondern er wird gleichzeitig auch in eine von einer Präzessionsbewegung
überlagerte Rotation versetzt, wobei die Drehzahl der zuletzt genannten Rotation grösser
ist als die durch den Pfeil 30 in Fig. 5 angedeutete Anfangsrotation des Wirkkörpers
14.
[0014] In Fig. 7 ist ausserdem verdeutlicht, dass das zweite Triebwerk 34 mit den flexiblen
Verbindungselementen 38 sich vom Wirkkörper 14 entfernt, wobei gleichzeitig auch die
Scheibenorgane 40 als Fragmente 40' und 40'' vom Wirkkörper 14 abgelöst werden. Die
von einer Präzessionsbewegung überlagerte Rotation relativ grosser Drehzahl ist in
Fig.7 durch den Pfeil 48 angedeutet.
[0015] Der Wirkkörper 14 führt in der in Fig. 7 angedeuteten Bewegungsphase also eine Rotation
gemäss Pfeil 48 und gleichzeitig eine schräg nach oben gerichtete Bewegung entsprechend
dem Pfeil 50 durch. Die schräg nach oben gerichtete Bewegung gemäss Pfeil 50 setzt
sich vektoriell aus der Bewegung gemäss Pfeil 26 in Fig. 5 und Pfeil 46 in Fig. 7
zusammen.
[0016] Aus Fig. 8 ist ersichtlich, dass die Bewegung gemäss Pfeil 50 (sh. Fig. 7) infolge
der Erdanziehung entsprechend einer ballistischen Kurve 52 verläuft, wobei gleichzeitig
der Wirkkörper 14 eine durch eine Präzession überlagerte Rotation entsprechend dem
Pfeil 48 durchführt. Fig. 8 zeigt schematisch auch die Wirkungsachse der zum Wirkkörper
14 zugehörigen Sensoreinrichtung. Die Bahnspur der zweiten Sensoreinrichtung 32 beschreibt
also anfangs während der Aufstiegsphase eine sich spiralförmig erweiternde Linie.
An diese schliesst sich eine sich in Richtung zum bekämpfenden Ziel hin verschiebende
Kreislinie an, die allmählich, d.h. während der Abstiegsphase des Wirkkörpers 14 wieder
kleiner wird. Bei Zielauffassung wird dann der Wirkkörper 14 zur Zielbekämpfung von
oben iniziiert.
[0017] Entscheidend für die Funktion dieser Landmine 10 ist also nicht nur, daß ihr Wirkkörper
14 mittels eines Vertikaltriebwerks 28 aus der Starteinrichtung 12 unter relativ geringer
Drehzahl angehoben wird und schon dabei mit einem Sensor 32 längs einer spiralförmig
sich aufweitenden Suchspur in der Zielebene nach dem Zielobjekt (Panzerfahrzeug 42)
sucht, das diese Aufstiegsphase ausgelöst hat. Bei Erreichen einer geringen Höhe,
kurz bevor die Aufstiegsphase beendet ist, wird ihr in Richtung auf das vom externen
Sensor 16 erfaßte Ziel 42 eine Querbeschleunigung unter erhöhter Drehzahl 48 überlagert.
Das führt unter einer gewissen Taumel- oder Präzessionsbewegung des Wirkkörpers 14
zu einem Übergang in eine gestreckte Schleuderbahn 52, vergleichbar der Wurfbahn eines
Diskus. Die erhöhte Rotation 48 dient der dynamischen Stabilisierung des Wirkkörpers
14 beim Durchmessen der flachen ballistischen Bahnkurve 52 und die überlagerte Präzessionsbewegung
einer Vergrößerung des dabei quer zur Bahn 52 mittels des Suchzünder-Sensors 32 des
Wirkkörpers 14 in der Zielebene abgesuchten Bereiches. Erreicht wird dieser stabile
Übergang in die flache ballistische Bahnkurve 52 mit der erhöhten Rotation 48 überlagerter
Präzession am einfachsten dadurch, daß das Horizontaltriebwerk 34 etwa quer von der
Hochachse des im wesentlichen flachzylindrischen Wirkkörpers 14 abhebt und dabei biegweiche
Verbindungselemente 38 von zunächst im oberen und unteren Bereich des Wirkkörpers
14 koaxialen, drehfest angeordneten Ringscheiben 40 abspult, also gewissermaßen einen
Jojo-Effekt hervorruft. Wenn die Verbindungselemente 38 über ihre gesamte Länge von
den Scheiben 40 abgespult sind, sind deren Bestandteile nicht mehr durch die ursprüngliche
Umschlingung zusammengehalten, so daß sie sich zerlegen und von der Achse des Wirkkörpers
14 unter Freigabe des querabdriftenden Horizontaltriebwerks 34 ablösen. Da das Vertikaltriebwerk
28 vorher schon wirkungslos geworden war, fliegt der Wirkkörper 14 nun ungestört weiter
längs seiner ballistischen Kurve 52, bis er im Zuge des verzerrt-kreisförmigen Abtastens
des Bodens mit seinem Suchzünder-Sensor 32 ein zu bekämpfendes Ziel 42 erfaßt, gegen
das er etwa parallel zur Suchzünder-Sensorrichtung seine projektilbildende Hohlladung
zündet.
1. Land-Mine mit einem ein Zielobjekt von oben bekämpfenden Wirkkörper (14), der mittels
eines Start- oder Vertikaltriebwerkes (28) während einer Aufstiegsphase in Richtung
seiner Hochachse beschleunigbar und dabei in geringe Rotation (30) um seine Hochachse
versetzbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß während der Aufstiegsphase ein Sensor (32) bei Auffassen eines Zielobjektes
ein Abtrennen des Vertikaltriebwerkes (28) vom Wirkkörper (14) auslöst sowie ein zweites
oder Horizontaltriebwerk (34) aktiviert, welches den Wirkkörper (14) in eine gestreckte
Bahn (52) in Richtung auf das Zielobjekt zu beschleunigt und ihm dabei eine gesteigerte
Rotation (48) mit überlagerter Präzessionsbewegung um die Hochachse vermittelt.
2. Mine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Horizontaltriebwerk (34) an der Außenseite des Wirkkörpers (14) exzentrisch
zu dessen Hochachse angeordnet ist.
3. Mine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Horizontaltriebwerk (34) maximal den halben Umfang des Wirkkörpers (14)
umgibt.
4. Mine nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Horizontaltriebwerk (34) mindestens zwei Düseneinrichtungen (36) aufweist,
die zumindest annähernd senkrecht zur Wirkkörper-Hochachse orientiert sind.
5. Mine nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Horizontaltriebwerk (34) vom Wirkkörper (14) entfernbar ausgebildet ist.
6. Mine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß von dem auf ein Zielobjekt ansprechenden Sensor (32) die Ablösung des Vertikaltriebwerkes
(28) vom Wirkkörper (14) initiiert wird.
7. Mine nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Horizontaltriebwerk (34) vorübergehend noch über flexible Verbindungselemente
(38) mit zur Hochachse koaxial und drehfest angeordneten Scheibenorganen (40) verbunden
bleibt.
8. Mine nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die flexiblen Verbindungselemente von Scheibenorganen (40) abspulbar sind, die
an den axial voneinander abgewandten Endabschnitten des Wirkkörpers (14) vorgesehen
sind.
9. Mine nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß zwei Scheibenorgane (40) vorgesehen sind, die sich nach dem Abspulen der Verbindungselemente
(38) zerlegen.
1. Land mine having an active body (14) which attacks a target object from above and
which can be accelerated by means of a launching or vertical driving gear (28) during
an ascending phase in direction of its vertical axis and can at the same time be set
slightly rotating (30) around its vertical axis,
characterized in that, during the ascending phase, a sensor (32), on detecting a target object, triggers
a detachment of the vertical driving gear (28) from the active body (14) and also
activates a second or horizontal driving gear (34) which accelerates the active body
(14) in an elongated path (52) towards the target object, at the same time imparting
to it an increased rotation (48) with superposed precession motion around the vertical
axis.
2. Mine according to Claim 1,
characterized in that the horizontal driving gear (34) is located on the outside of the active body (14)
eccentric to its vertical axis.
3. Mine according to Claim 1 or 2,
characterized in that the horizontal driving gear (34) surrounds a maximum of half the circumference of
the active body (14).
4. Mine according to one of the preceding claims,
characterized in that the horizontal driving gear (34) has at least two jet arrangements (36), which are
directed at least roughly perpendicular to the vertical axis of the active body.
5. Mine according to Claim 4,
characterized in that the horizontal driving gear (34) is designed so that it can be removed from the active
body (14).
6. Mine according to Claim 5,
characterized in that the detachment of the vertical driving gear (28) from the active body (14) is triggered
by the sensor (32) responding to a target object.
7. Mine according to Claim 5 or 6,
characterized in that the horizontal driving gear (34) still remains temporarily connected, by way of flexible
connecting elements (38), with disc components (40) located co-axially with the vertical
axis and in such a way as to be resistant to torsion.
8. Mine according to Claim 7,
characterized in that the flexible connecting elements can be unwound from disc components (40) which are
provided on the end sections - axially turned away from each other - of the active
body (14).
9. Mine according to Claim 7 or 8,
characterized in that two disc components (40) are provided, which break up after the unwinding of the
connecting elements (38).
1. Mine terrestre comportant un corps actif (14) combattant une cible à partir du haut,
lequel peut être accéléré, au moyen d'un mécanisme de lancement ou de propulsion verticale
(28) pendant une phase d'ascension en direction de son axe vertical, et est déplaçable
en une légère rotation (30) autour de son axe vertical, caractérisée en ce que pendant
la phase d'ascension un capteur (32) déclenche, en cas de détection d'une cible, une
séparation entre le mécanisme de propulsion verticale (28) et le corps actif (14),
et active un second mécanisme de propulsion horizontale (34), qui accélère le corps
actif (14) dans une trajectoire (52) allongée, en direction de la cible, et lui confère
ce faisant une rotation (48) accrue avec mouvement de précession autour de l'axe vertical.
2. Mine selon la revendication 1, caractérisée en ce que le mécanisme de propulsion horizontale
(34) est placé sur le côté extérieur du corps actif (14), excentré par rapport à son
axe vertical.
3. Mine selon les revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que le mécanisme de propulsion
horizontale (34) entoure au maximum la moitié de la circonférence du corps actif (14).
4. Mine selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le mécanisme
de propulsion horizontale (34) comporte au moins deux dispositifs à buse (36), qui
sont orientés au moins approximativement perpendiculairement à l'axe vertical du corps
actif.
5. Mine selon la revendication 4, caractérisée en ce que le mécanisme de propulsion horizontale
(34) est configuré de manière à pouvoir être enlevé du corps actif (14).
6. Mine selon la revendication 5, caractérisée en ce que la séparation entre le mécanisme
de propulsion horizontale (28) et le corps actif (14) est initialisée par un capteur
(32) réagissant à une cible.
7. Mine selon les revendications 5 ou 6, caractérisée en ce que le mécanisme de propulsion
horizontale (34) reste provisoirement relié encore par des éléments de liaison flexibles
(38) avec des organes à disque (40) placés coaxialement et solidaires en rotation
à l'axe vertical.
8. Mine selon la revendication 7, caractérisée en ce que les éléments de liaison flexibles
peuvent être dévidés d'organes à disque (40), qui sont prévus sur les parties d'extrémité
opposées les unes aux autres axialement du corps actif (14).
9. Mine selon les revendications 7 ou 8, caractérisée en ce qu'il est prévu deux organes
à disque (40) qui se désintègrent après dévidement des éléments de liaison (38).