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EP 0 489 422 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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09.04.1997 Patentblatt 1997/15 |
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Anmeldetag: 04.12.1991 |
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Verwendung von wasserhaltigen organophilen Schichtsilikaten als rheologisches Additiv
und zum Beschichten von Papier
Use of water-containing organophilic lamellar silicates as rheological additiv and
for coating paper
Utilisation de silicates lamellaires organophiles contenant de l'eau comme additif
rhéologique et pour couchage de papier
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FR GB IT LI LU NL SE |
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Priorität: |
06.12.1990 DE 4038886
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.06.1992 Patentblatt 1992/24 |
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Patentinhaber: HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT |
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65926 Frankfurt am Main (DE) |
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Erfinder: |
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- Dessauer, Guido, Prof. Dr.
W-8132 Tutzing (DE)
- Horn, Ute
W-6255 Dornburg 2 (DE)
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Vertreter: Gerbaulet, Hannes et al |
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Patentanwälte
Richter, Werdermann & Gerbaulet
Neuer Wall 10 20354 Hamburg 20354 Hamburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 279 313
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DE-A- 2 912 069
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Es ist weitgehend bekannt, organophil modifizierte Schichtsilikate als rheologische
Additive in organischen Medien einzusetzen. Beispiele hierfür sind die Handelsprodukte,
die unter den Bezeichnungen ®Tixogel (Hersteller: Süd-Chemie AG) und ®Bentone vertrieben
werden. Diese rheologischen Additive bewirken in organischen Medien, beispielsweise
in Farben und Lacken, den Aufbau einer thixotropen Struktur. Infolge dieser thixotropen
Struktur lassen sich solche organischen Medien besser verarbeiten. Erhalten werden
die organophil modifizierten Schichtsilikate, indem man Schichtsilikate in wäßriger
Suspersion mit einer wäßrigen Lösung einer Oniumverbindung, vorzugsweise eines quartären
organischen Ammoniumsalzes behandelt, wobei dieses organische Ammoniumsalz zwischen
die Schichten des Schichtsilikats eingelagert wird. Anschließend wird das auf diese
Weise organophil modifizierte Schichtsilikat durch Filtration vom Wasser abgetrennt
und unter Einwirkung von Hitze getrocknet, beispielsweise im Trommeltrockner bei ca.
100 °C. Die auf diese Weise erhaltenen modifizierten organophilen Schichtsilikate
sind wasserunlöslich.
[0002] Ein solcher Trocknungsvorgang wurde bisher für notwendig erachtet, da der Filterkuchen,
der beim Abfiltrieren des Wassers anfällt, beträchtliche Mengen an Wasser enthält
und dieser Wassergehalt beim Einsatz der organophilen Schichtsilikate in den organischen
Medien stören sollte. Es wurde nun überraschend gefunden, daß dies nicht der Fall
ist und daß man den Filterkuchen solcher organophilen Schichtsilikate auch ohne Trocknung
als rheologisches Additiv in organischen Medien einsetzen kann.
[0003] EP-A-0 279 313 betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines für die Papier- und Kartonindustrie
geeigneten, die Bedruckbarkeit von Papier und Karton verbessernden Mittels, dadurch
gekennzeichnet, daß man ausgehend von mindestens einem Pigment und mindestens einem
wasserlöslichen oder wasserquellbaren, anionische Gruppen enthaltenden Hydrogel ein
wäßriges kolloidales System bereitet, dieses mittels eines quaternären organischen
Ammoniumsalzes einer Koazervation unterwirft und gegebenenfalls das bei der Koazervation
erhaltene Produkt aufkonzentriert.
Diese Mittel werden zur Herstellung einer Papier- oder Kartonstreichmasse sowie als
Füllstoff zum Einmischen in einen Papierrohstoff verwendet.
[0004] Gegenstand der Erfindung ist somit die Verwendung von wasserhaltigen organophilen
Schichtsilikaten, erhalten durch die Umsetzung eines in Wasser kolloidal vollständig
delaminierten, kationenaustauschfähigen Schichtsilikates mit einem organischen Oniumsalz
in wäßriger Suspension und anschließender mechanischer Abtrennung des Wassers ohne
nachfolgende Trocknung, als rheologisches Additiv in organischen Medien und zum Beschichten
von Papier.
[0005] Diese organophilen Schichtsilikate werden erhalten nach an sich bekannten Methoden,
die deshalb nicht näher erläutert werden müssen. Als kationenaustauschfähige, in Wasser
kolloidal vollständig delaminierte Schichtsilikate kommen alle synthetischen oder
natürlichen smektitischen Schichtsilikate in Frage, vorzugsweise Bentonit oder Montmorillonit,
der neben einem smektischen Schichtsilikat noch 25 - 30 Gew.-% Verunreinigungen in
Form anderer Minerale enthalten kann. Die Minerale werden mit einer wäßrigen Lösung
von Oniumverbindungen, wie beispielsweise Phosphoniumverbindungen, vorzugsweise jedoch
quartären organischen Ammoniumsalzen behandelt, wobei diese Verbindungen zwischen
die Schichten dieser Minerale eingelagert werden. Als quartäre organische Ammoniumsalze
kommen insbesondere in Frage Verbindungen der
Formel

wobei R
1 C
8-C
22-Alkyl oder C
8-C
22-Alkenyl, R
2 C
1-C
4-Alkyl und A ein Anion, bevorzugt Chlorid oder Methosulfat bedeuten. Besonders bevorzugt
ist die Verbindung Distearyl- di-methyl-ammonium-chlorid. Wenn das Schichtsilikat
mit dem quartären organischen Ammoniumsalz beladen ist, wird vom Wasser abfilitriert
bzw. abgepreßt. Dies geschieht nach den üblichen Verfahren der Trenntechnik. Der dabei
anfallende Filterkuchen besteht, in Abhängigkeit von der Reinheit der Schichtsilikate
zu ca. 65 bis 83 % aus Wasser und wird erfindungsgemäß in dieser Form unmittelbar
als rheologisches Additiv in organischen Medien eingesetzt.
[0006] Organische Medien im Sinne dieser Erfindung sind beispielsweise Farben, Lacke, Anstriche,
Kitte, Schmierfette, Kosmetika, Abbeizmittel, Spachtelmassen und ähnliche Zubereitungen
mit einem Gehalt an organischen Lösemitteln. In all diesen Systemen bewirken die wasserhaltigen
organophil modifizierten Schichtsilikate gemäß der Erfindung einen thixotropierenden
Effekt. Durch diesen Effekt lassen sich die genannten Zubereitungen leichter verarbeiten.
Daneben verhindern diese Schichtsilikate auch ein Absetzen der unlöslichen Komponenten,
z.Bsp. der Pigmente innerhalb dieser Medien. Als weiterer überraschender Effekt wurde
bei diesen wasserhaltigen organophilen Schichtsilikaten gefunden, daß hier die verdickende
Wirkung deutlich höher ist im Vergleich zu den analogen handelsüblichen Produkten
mit gleichem Feststoffgehalt, denen aber das Wasser durch Trocknung unter Erhitzen
entzogen wurde.
[0007] Die Art und Weise der Zugabe dieser wasserhaltigen organophil modifizierten Schichtsilikate
zu der organischen Medien erfolgt nach an sich bekannten Methoden. Auch die Menge
dieser rheologischen Additive liegt im Bereich dessen, was dem Fachmann auf diesem
Gebiet bekannt ist (ca. 0,5 bis 3 Gew.-%).
[0008] Besonders eignen sich die erfindungsgemäßen wasserhaltigen organophilen Schichtsilikate
zum Beschichten von Papier. Aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus ist man bestrebt,
bei Druckerzeugnissen mit hoher Auflage, beispielsweise bei Zeitschriften oder Versandkatalogen,
Dünndruckpapiere zu nehmen. Hierbei ergeben sich aber Probleme hinsichtlich der Opazität,
d.h. es kommt beim Drucken zu einem störenden Durchscheinen des Druckes auf die andere
Seite des Papiers. Zur Verhinderung dieses Effekts ist es bereits bekannt (EP-A-192
252), Papier mit einem organophilen Komplex aus einem smektischen Schichtsilikat und
einer quartären organischen Ammoniumverbindung aus einer Suspersion in organischen
Lösemitteln zu beschichten. Das Ausgangsmaterial liegt hier in einer Form vor, der
durch Erwärmen das Wassers möglichst weitgehend entzogen wurde. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung wurde nun gefunden, daß man bei diesem Verfahren (solvent coating) auf die
Trocknung des organophil modifizierten Schichtsilikats verzichten und direkt den wasserhaltigen
Preßkuchen dieses organophil modifizierten Schichtsilikats einsetzen kann. Überraschend
dabei ist, daß das Wasser in dem Preßkuchen die Homogenität des organischen Gesamtsystems
nicht stört. Das Wasser verbleibt in der inneren Phase und es tritt keine Quellung
der Papierfasern auf, wie es bei einem wäßrigen Strich der Fall wäre. Dieser Befund
ist deshalb von größerer Bedeutung, da in Zukunft solche "solvent coating" Verfahren
auf der Basis von Toluol oder Testbenzin zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der Feststoffgehalt
(d.h. ohne den Gehalt an Wasser aus dem Preßkuchen) beträgt bei solchen Suspensionen
ca. 3 bis 9 Gew.-%. Diese "solvent coating" Suspensionen können außerdem noch Weißpigmente
(TiO
2) enthalten. Infolge der Fähigkeit der organophil modifizierten Schichtsilikate zur
Filmbildung werden diese Weißpigmente von den Schichtsilikaten gut auf dem Papier
gebunden; eines zusätzlichen Bindemittels bedarf es daher nicht. Man erhält auf diese
Weise einen guten Hold-out-Effekt, d.h. eine Verhinderung des Durchschlagens auf dem
bedruckten Papier.
Beispiele
[0009] Ein handelsüblicher, nicht gereinigter Na-Bentonit (Austauschkapazität 80 mVal/100
g) wurde in einer heißen Lösung von Di-stearyl-di-methyl-ammonium-chlorid verrührt
bei einem Verhältnis der beiden Produkte von 69 Gew.-% Na- Bentonit und 31 Gew.-%
quartäres organisches Ammoniumsalz. Nach Beeendigung der Reaktion wurde abfiltriert
und der nunmehr organophil modifizierte Bentonit wurde auf einen Feststoffgehalt von
ca. 31 Gew.-% abgepreßt. Dieser Filterkuchen wurde in Toluol dispergiert und in dünner
Schicht auf ein Papierblatt aufgebracht und getrocknet. Die Einzelheiten der Beispiele
und die jeweilige Bewertung des Hold-out-Effekts ergeben sich aus den folgenden Tabellen
1 und 2.
[0010] Wie die Beispiele zeigen, erhält man mit den wasserhaltigen organophilen Schichtsilikaten
gemäß der vorliegenden Erfindung einen sehr guten Hold-out-Effekt. Die Beispiele in
der Tabelle zeigen, daß man mittels der Dispersion des organophil modifizierten Schichtsilikats
in Toluol auch übliche Weißpigmente auf das Papier aufbringen und dort fest verankern
kann; eines zusätzlichen Bindemittels bedarf es dabei nicht.
Tabelle 1
| |
1 |
2 |
3 |
| Toluol |
87,5 g |
85 g |
82,5 g |
| Filterkuchen |
12,5 g |
15 g |
17,5 g |
| Viskosität nach Brookfield in mPas bei 100 UpM nach 2 Tagen |
308 |
528 |
720 |
| Auftragsgewicht (g/m2) |
1,5 - 1,8 |
1,6 - 1,7 |
1,4 - 1,6 |
| hold-out |
gut |
gut |
gut |
| Auftragsgewicht (g/m2) |
2,3 - 2,5 |
2,8 - 3,0 |
2,5 - 2,7 |
| hold-out |
sehr gut |
am besten |
sehr gut |
Tabelle 2
| |
3 |
4 |
5 |
| Toluol |
ad 100 |
ad 100 |
ad 100 |
| Filterkuchen |
15 g |
15 g |
15 g |
| Titandioxid |
|
0,4 g |
|
| Chinaclay |
|
|
0,4 g |
| optischer Aufheller |
|
|
0,1 g |
| Viskosität nach Brookfield in mPas bei 100 UpM nach 2 Tagen |
298 |
324 |
216 |
| Auftragsgewicht (g/m2) |
1,3 |
1,4 |
1,5 |
| hold-out |
gut |
gut |
gut |
1. Verwendung von wasserhaltigen organophilen Schichtsilikaten, erhalten durch die Umsetzung
eines in Wasser kolloidal vollständig delaminierten, kationenaustauschfähigen Schichtsilikates
mit einem organischen Oniumsalz in wässriger Suspension und anschließender mechanischer
Abtrennung des Wassers ohne nachfolgende Trocknung, als rheologisches Additiv in organischen
Medien.
2. Verwendung von wasserhaltigen organophilen Schichtsilikaten, erhalten nach Anspruch
1 zum Beschichten von Papier aus einer Suspension in nicht mit Wasser mischbaren organischen
Lösemitteln.
3. Verwendung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das zur Umsetzung mit
dem Oniumsalz verwendete Schichtsilikat ein Na-Bentonit ist.
4. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das organische Oniumsalz ein
organisches quartäres Ammoniumsalz ist.
5. Verwendung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Oniumsalz Di-stearyl-dimethylammonium-chlorid
ist.
1. The use of water-containing organophilic phyllosilicates, obtained by the reaction
of a phyllosilicate, which is completely delamonated colloidally in water and is capable
of cation exchange, with an organic onium salt in aqueous suspension and subsequent
mechanical removal of the water without subsequent drying, as a rheological additive
in organic media.
2. The use of a water-containing organophilic phyllosilicate obtained according to claim
1 for coating paper from a suspension in organic solvents not mixable with water.
3. The use according to claims 1 and 2, characterized in that the phyllosilicate used
for the reaction with the onium salt is a Na bentonite.
4. The use according to claim 1, characterized in that the organic onium salt is an organic
quaternary ammonium salt.
5. The use according to claim 1 or claim 2, characterized in that the onium salt is distearyl-dimethyl-ammonium
chloride.
1. Utilisation de phyllosilicates organophiliques aquifères, obtenus par la réaction
d'un phyllosilicate complètement délaminé colloïdalement dans de l'eau, capable d'échange
de cations, avec un sel d'onium organique dans une suspension aqueuse et séparation
mécanique suivante de l'eau sans séchage ultérieur, comme additif rhéologique dans
des milieux organiques.
2. Utilisation de phyllosilicates organophiliques aquifères obtenus selon la revendication
1 pour revêtir du papier à partir d'une suspension dans des solvants organiques non
miscibles avec de l'eau.
3. Utilisation selon la revendication 1 et 2, caractérisée en ce que le phyllosilicate
utilisé pour la réaction avec le sel d'onium est une Na-bentonite.
4. Utilisation selon la revendication 1, caractérisée en ce que le sel d'onium organique
est un sel d'ammonium quaternaire organique.
5. Utilisation selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que le sel d'onium est
le chlorure de distéaryl-diméthyl-ammonium.