[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verhindern von Druckwerkschäden in Rollenrotationsdruckmaschinen,
insbesondere in Offset-Rollenrotationsdruckmaschinen, die einen Trockner und ein Kühlwerk
umfassen, mit einer Bedrukstoffbahn-Überwachungseinrichtung und mit einer Einrichtung
zum Trennen oder Aufwickeln der Druckträgerbahn beim Auftreten eines Bahnrisses.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist aus der DE-PS 21 56 505 bekannt. Der Nachteil dieser
bekannten Vorrichtungen besteht darin, daß die zum Aufwickeln der gerissenen Druckträgerbahn
verwendeten Walzenpaare erst aktiviert werden können, wenn ein Riß der Druckträgerbahn,
d.h. ein sogenannter Papierreißer festgestellt wird. Gemäß dem DE-Patent 21 56 506
wird ein Reißen der Bedruckstoffbahn mittels lichtelektrischer Überwachungseinrichtungen
festgestellt, die vorzugsweise beidseitig der Bedruckstoffbahn angeordnet werden.
Beim Auftreten eines Bahnrisses wird die bereits gerissene Bedruckstoffbahn ausgelenkt,
worauf die lichtelektrische Vorrichtung anspricht und die Papierfangvorrichtung, d.h.
die Fangwalzen aktiviert, d.h. gegeneinander angestellt werden, so daß die gerissene
Bedruckstoffbahn aufgewickelt und somit die Beschädigung eines Druckwerkes durch sogenannte
Wickler verhindert wird.
[0003] Wie beispielhaft die DE-Offenlegungsschriften 32 15 473, 35 00 719 und das DE-Patent
39 10 556 zeigen, wurden über Jahrzehnte in der einschlägigen Technik erhebliche Anstrengungen
erbracht, um die Ansprechgeschwindigkeit der Papierbahnfangvorrichtungen zu erhöhen.
Insbesondere im Zuge der stetig höher gewordenen. Bahngeschwindigkeiten der Rotationsdruckmaschinen
stellte sich die Ansprechverzögerung derartiger Vorrichtungen zunehmend als Problem
dar. Infolge der Massenträgheitsmomente der in den Systemen verwendeten Komponenten
ließ sich die Ansprechgeschwindigkeit kaum unter den Bereich von etwa 30 Millisekunden
verringern.
[0004] Ausgehend von diesen Nachteilen aller bekannten Systeme zum Verhindern von Druckwerkschäden
liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zu schaffen,
mit der nochmals eine erhebliche Reduzierung der Ansprechgeschwindigkeit zu erreichen
ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die Anwendung der Merkmale des kennzeichnenden Teils des
Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Ein besonderer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß der Bahnspannungsabfall bei
einem Bahnriß bereits wesentlich früher festgestellt wird, als die Auslenkung der
Bahn nach deren Riß, so daß beispielsweise die eingesetzten Fangwalzenpaare oder Abschlagvorrichtungen
wesentlich früher im Vergleich zu den bekannten Systemen aktiviert werden können.
Dadurch erhöht sich die Sicherheit solcher Systeme, d.h. der Schutz der Druckwerke
vor Beschädigung infolge von auftretenden Wicklern wird erheblich verbessert.
[0007] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles beschrieben, wobei
Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen genommen wird. In diesen zeigen:
- Fig. 1
- Eine gattungsgemäße Rollennrotationnsdruckmaschine mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Verhindern von Druckwerkschäden und
- Fig. 2
- eine in der Maschine gemäß Fig. 1 verwendete Kühlwalze.
[0008] Vorzugsweise wird die vorliegende Erfindung in eine Offset-Rollenrotationsdruckmaschine
(Akzidenzdruckmaschine) 1 gemäß Fig. 1 eingesetzt. Der Einfachheit halber ist lediglich
das letzte Druckwerk 2 schematisch angedeutet, das in üblicher Weise zwei Gummituchzylinder
3, 4 mit jeweils einem an diese anstellbaren Plattenzylinder 5 bzw. 6 umfaßt, wobei
die Bedruckstoffbah 7 zwischen den beiden Gummituchzylindern 3, 4 hindurchgeführt
wird.
[0009] Nach dem Verlassen des letzten Druckwerkes 2 passiert die Bedruckstoffbahn 7 eine
Papierbahnfangvorrichtung 8, die beispielsweise zwei voneinander beabstandete Fangwalzen
9, 10 aufweisen kann, zwischen denen die Bedruckstoffbahn 7 im Normalbetrieb berührungslos
hindurchgeführt wird. Die Fangwalzen 9, 10 werden durch eine Auslösevorrichtung 11
aktiviert, wenn die gerissene Bedruckstoffbahn 7 aufgerollt werden soll, so daß diese
nicht in das letzte Druckwerk 2 eingezogen wird, wo sie eine erhebliche Beschädigung
der Druckwerkzylinder 3 bis 6 verursachen könnte.
[0010] Anschließend durchläuft die Bedruckstoffbahn 7 in herkömmlicher Weise einen Trockner
12, dem ein Kühlwerk 13 mit Kühlwalzen 14, 15, 16, 17 nachgeordnet ist. Vorzugsweise
ist die erste Kühlwalze 14 mit einem Meßwertaufnehmer 18 versehen, der, beispielsweise
aus einem Dehnungsmeßstreifen oder einem piezoelektrischen Element bestehen kann.
Der Meßwertaufnehmner 18 ist in einer Seitenwand 19 der Rotationsdruckmaschine 1 vorzugsweise
auf dem Achszapfen 20 der ersten Kühlwalze 14 bzw. auf dem Lager 21 angeordnet in
dem der Achszapfen 20 in der Druckwerkseitenwand 19 gelagert ist. Die Kühlwalze 14
ist gemäß Fig. 2 an der linken Seite in herkömmlicher Weise in einer Seitenwand 22
gelagert. Die Bedruckstoffbahn 7 sollte die Kühlwalze 14 um mindestens 60° umschlingen.
[0011] Der Dehnungsmeßstreifen bzw. der Meßwertaufnehmer 23 ist über Leitungen 24, 25 mit
einer Rechen- oder Steuereinheit 26 verbunden, die ein Prozeßrechner sein kann. In
diesem werden die Lagerkräfte in Form von Änderung der von dein Dehnungsmeßstreifen
erzeugten elektrischen Signalen erfaßt bzw. ausgewertet. In dem Prozeßrechner 26 können
des weiteren mit den gemessenen Werten Soll- und Ist-Wertvergleiche angestellt werden,
wobei die in dem Prozeßrechner 26 gespeicherten betriebsrelevanten Daten, wie Eigengewicht
der Kühlwalze 14 und der Bedruckstoffbahn 7 sowie maschinenspezifische dynamische
Verhalten (Abstoppen, Hochfahren usw. ) mit berücksichtigt werden. Beim Auftreten
eines Bahnbruches ändert sich die Lagerkräfte, so daß der Prozeßrechner 26 schon weit
vor dem Auslenken der gerissenen Bedruckstoffträgerbahn 7 den Bahnriß feststellen
und die Fangvorrichtung 8 über die Auslösevorrichtung 11 bzw. wie gestrichelt in Fig.
1 dargestellt über eine Leitung 29 eine Druckträgerbahnabschlagvorrichtung 28 aktivieren
kann. Die Aktivierung kann beim Absinken der Bahnspannung unterhalb eines vorgegebenen
Wertes oder beim Wert 0 erfolgen.
[0012] Durch die Anwendung des erfindungsgemäßen Prinzips läßt sich somit das Ansprechverhalten
der erfindungsgemäßen Vorrichtung bzw. das nach dieser arbeitenden Verfahren wesentlich
im Vergleich zu bekannten Systemen verbessern.
1. Vorrichtung zum Verhindern von Druckwerkschäden in Rollenrotationsdruckmaschinen,
insbesondere in Offset-Rollenrotationsdruckmaschinen, die einen Trockner und ein Kühlwerk
umfassen, mit einer Bedruckstoffbahn-Überwachungseinrichtung und mit einer Einrichtung
zum Trennen oder Aufwickeln der Druckträgerbahn beim Auftreten eines Bahnrisses, dadurch
gekennzeichnet, daß an einer Kühlwalze (14) des Kühlwerkes (13) eine Meßanordnung
(23) zur Aufnahme der Druckträgerbahnspannung vorgesehen ist, daß die Meßanordnung
(23) mit einer Rechen- oder Steuereinheit (26) verbunden ist, die beim Feststellen
eines Bahnspannungsabfalles unterhalb eines vorgegebenen Wertes über eine Steuerleitung
(27) die Auslösevorrichtung (11) einer Bahnfangvorrichtung (8) oder einer Bahnabschlagvorrichtung
(28) aktiviert.
2. Vorrichtung zum Verhindern von Druckwerkschäden nach Anspruch 1, dadurch gekennnzeichnet,
daß die Meßanordnung (23) einen Dehnungsmeßstreifen aufweist, der auf dem Lager (21)
des in einer Seitenwand (19) positionierten Achszapfens (20) der Kühlwalzen (14) angeordnet
ist.
3. Vorrichtung zum Verhindern von Druckwerkschäden nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnent,
daß die Kühlwalze (14) die in Bahnlaufrichtung gesehen erste Kühlwalze des Kühlwerkes
(13) ist.
4. Vorrichtung zum Verhindern von Druckwerkschäden nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rechen- oder Steuereinheit (23) ein Prozeßrechner
ist, in dem Daten über Schwankungen der Druckträgerbahnspannung, Eigengewicht der
Walze (14) und der Bedruckstoffbahn (7), charakteristische Beschleunigungsdaten über
das Anfahren und Stoppen der Maschine (1) und Soll- und Istdaten gespeichert sind.
5. Vorrichtung zum Verhindern von Druckwerkschäden nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auslösevorrichtung (11) oder die Bahnabschlagvorrichtung
(28) aktivierbar sind, wenn der Bahnspannungsabfall etwa den Wert Null erreicht.
6. Verfahren zum Verhindern von Druckwerkschäden in Rollenrotationsdruckmaschinen, in
der die gerissene Bedruckstoffbahn aufgewickelt oder abgeschlagen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Walze (14) eine Meßanordnung (23) zum Erfassen der Druckträgerbahnspannung
angeordnet wird, daß die Bedruckstoffbahn (7) um die so ausgebildete Walze (14) geführt
wird, daß bei Bahnspannungsabfall in der Meßanordnung (23) ein Signal erzeugt wird,
das einer Rechen- oder Steuereinheit (26) zugeführt wird und daß die Rechen- oder
Steuereinheit (23) darauf hin die Auslösevorrichtung (11) oder die Bahnabschlagvorrichtung
(28) aktiviert.