(19)
(11) EP 0 491 216 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.06.1992  Patentblatt  1992/26

(21) Anmeldenummer: 91120694.4

(22) Anmeldetag:  02.12.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5G08B 26/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 18.12.1990 DE 4040524

(71) Anmelder: SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT
D-80333 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Thilo, Peer, Dr.-Ing.
    W-8000 München 71 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Gefahrenmeldeanlage


    (57) Gefahrenmeldeanlage mit einer Zentrale und zumindest einer daran angeschlossenen Meldeprimärleitung, auf der eine Vielzahl von Meldern angeordnet sind, wobei diese Melder von der Zentrale zyklisch abgefragt werden und zumindest einen eine beliebige Gefahr detektierenden Sensor, eine selbsttätig abschaltbare und mittels eines Steuersignals wieder einschaltbare Übertragungseinrichtung, einen während einer Initialisierung der Anlage mit einer Adresse versehenen Adreßspeicher und einen die Leitung unterbrechenden oder durchverbindenden Schalter aufweisen und wobei die Übertragungseinrichtung eines jeweiligen Melders in einem der folgenden Betriebszustände sein kann:
    sie ist ständig eingeschaltet und somit in jedem Abfragezyklus für Empfang von Steuersignalen und Abgabe von Meldungen bereit, sie ist nur im i-ten Abfragezyklus eingeschaltet, sie ist nur im Alarmfall, aufgrund eines Steuersignals vom Sensor, eingeschaltet, sie ist aufgrund eines Steuersignals von der Zentrale eingeschaltet.


    Beschreibung


    [0001] Gefahrenmelder müssen, je nach Aufgabe, analoge oder digitale Meldungen zu einer Zentrale übertragen. Dabei sind die Anforderungen bezüglich des Übertragungszeitpunkts unterschiedlich, z.B. muß ein Einbruch sofort gemeldet werden, während die beginnende Verschmutzung eines Rauchmelders später gemeldet werden kann. Aus Kostengründen sind auf einer Meldeprimärleitung häufig mehrere Gefahrenmelder angeordnet, die, ebenfalls je nach Aufgabe, einzeln, in Gruppen oder kollektiv adressiert werden. Dabei ist eine hohe Datensicherheit auch für die Adressen erforderlich. Die Meldeprimärleitung soll, wieder aus Kosten- und Zuverlässigkeitsgründen, aus möglichst wenig Adern bestehen und auch die Energieversorgung den Melder übernehmen.

    [0002] Je nach Anforderung werden unterschiedliche Gefahrenmeldeanlagen verwendet, um z.B. Einbruch-, Brand- und Störungsmeldungen zu übertragen. Es werden auf diese Weise in der Regel mehrere Anlagen parallel betrieben, wobei jede Anlage eine unterschiedliche Zahl von Adern benötigt und eine unterschiedliche Adressierungstiefe besitzt. Auf diese Weise entstehen trotz bewährter und relativ preiswerter Einzelsysteme aufwendige Gesamtanordnungen, die darüberhinaus meist nur die jeweiligen Minimalanforderungen erfüllen. In letzter Zeit wurden integrierte Systeme vorgeschlagen, die allerdings ebenfalls sehr aufwendig sind, besonders hinsichtlich der Adressierung.

    [0003] Mit zunehmender Anzahl von Meldern auf einer Meldeprimärleitung steigt natürlich auch der Energiebedarf, zumal die Melder auch immer häufiger mit Mikrorechnern ausgerüstet sind. Es ist deshalb schon vorgeschlagen worden, die Übertragungseinrichtungen, d.h. die Mikrorechner der Melder nicht ständig eingeschaltet zu lassen. So ist beispielsweise aus der europäischen Anmeldung Aktenzeichen 89 111766.5 bekannt, bestimmte Melder mit niedriger Meldungsrate nicht in jedem Abfragezyklus abzufragen, sondern nur in den Zyklen, die ihrer Meldungsrate entsprechen und in den anderen Abfragezyklen in einen inaktiven Zustand zu schalten, um Energie zu sparen.

    [0004] Um Energie zu sparen ist es aus den europäischen Anmeldungen Aktz. 89118339.4 und Aktz. 89118338.6 bekannt, nach der Initialisierung der Leitung alle Mikrorechner abzuschalten und dann bei der Abfrage nach dem Prinzip der Kettensynchronisation in Abhängigkeit von bestimmten, für die Gefahrenmeldeanlage spezifischen Kriterien, die Mikrorechner der einzelnen Rechner nacheinander durch Steuersignale wieder einzuschalten und meldebereit zu machen. Bei diesen Anlagen werden jedoch immer alle Melder in jedem Abfragezyklus abgefragt.

    [0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gefahrenmeldeanlage, bei der die Vorteile der oben aufgeführten Anlagen zusammengefaßt sind, sowie ein Verfahren zum Betrieb einer solchen Gefahrenmeldeanlage anzugeben.

    [0006] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Gefahrenmeldeanlage mit einer Zentrale und zumindest einer daran angeschlossenen Meldeprimärleitung, auf der eine Vielzahl von Meldern angeordnet ist, wobei diese Melder von der Zentrale zyklisch abgefragt werden und zumindest einen eine beliebige Gefahr detektierenden Sensor, eine selbsttätig abschaltbare und mittels eines Steuersignals wieder einschaltbare Übertragungseinrichtung, einen während einer Initialisierung der Anlage mit einer Adresse versehenen Adreßspeicher und einen die Leitung unterbrechenden oder durchverbindenden Schalter aufweisen und wobei die Übertragungseinrichtung eines jeweiligen Melders in einem der folgenden Betriebszustände sein kann: sie ist ständig eingeschaltet und somit in jedem Abfragezyklus für Empfang von Steuersignalen und Abgabe von Meldungen bereit, sie ist nur im i-ten Abfragezyklus eingeschaltet, sie ist nur im Alarmfall, aufgrund eines Steuersignals vom Sensor, eingeschaltet, sie ist aufgrund eines Steuersignals von der Zentrale eingeschaltet.

    [0007] Die erfindungsgemäße Gefahrenmeldeanlage besteht also aus Meldern mit gleicher Übertragungseinrichtung, wobei diese Melder nach dem Prinzip der Kettensynchronisation, wie z.B. in der Pulsmeldetechnik, verbunden sind. Es können Brand- und Einbruchmelder auf derselben Leitung betrieben werden, wobei die einzelnen Melder in verschiedenen Betriebszuständen sein können. So werden beispielsweise Rauch- und Wärmemelder ständig eingeschaltet sein, während sich Druckknopfmelder spontan im Alarmfall einschalten. Einbruchmelder werden nur bei Bedarf von der Zentrale eingeschaltet, wobei sich Kontaktmelder auch dann nur im Alarmfall selbst einschalten. Auf diese Weise kann ein Abfragezyklus in normalem Betriebszustand sehr kurz gehalten werden, auch wenn sehr viele Melder auf der Meldeprimärleitung angeordnet sind.

    [0008] Erfindungsgemäß erfolgt der Betrieb einer solchen Gefahrenmeldeanlage nach einem Verfahren, bei dem auf einer Meldeprimärleitung Gruppen von Meldern angeordnet sind, die nach dem Prinzip der Kettensynchronisation in jedem oder nur in jedem i-ten Abfragezyklus adressiert werden, und auf derselben Leitung Melder, die ihre Meldung im Alarmfall spontan abgeben oder Melder, die von der Zentrale direkt adressiert und abgefragt werden, angeordnet sind, wobei diese Melder im Zuge der Meldeprimärleitung zwischen den Meldern einer nach dem Prinzip der Kettensynchronisation adressierbaren Gruppe von Meldern angeordnet und bei der Abfrage von der Zentrale als nicht zu dieser Gruppe gehörig erkannt werden, so daß die Adreßzuordnung der Melder dieser Gruppe nicht gestört wird.

    [0009] In weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens schaltenn sich aktive Melder nach Abgabe einer Meldung selbsttätig wieder ab oder werden aufgrund eines Quittungssignals von der Zentrale abgeschaltet. Es ist aber auch möglich, daß sie in einen der anderen Betriebszustände übergehen.

    [0010] Da alle Melder mit einer Adresse versehen sind, können sie auch mit freiem Zugriff betrieben werden. Ebenfalls vorgesehen ist es, z.B. von und zu Meldern mit besonders hohen Anforderungen an die Übertragungssicherheit spezielle, z.B. längere Telegramme mit zusätzlichen Signalen zur Datensicherung zu übertragen.

    [0011] Es ist also in vorteilhafter Weise möglich, die gesamte Übertragungskapazität derart aufzuteilen, daß jede einzelne Übertragungseinrichtung je nach Bedürfnis unterschiedlich oft aufgerufen wird bzw. sich spontan meldet, unterschiedlich lange Steuersignale bekommt und unterschiedlich lange Meldungen absetzt. Damit läßt sich die verfügbare Übertragungskapazität optimal nutzen, so daß ein preiswertes, universell nutzbares Übertragungssystem für Gefahrenmeldungen entsteht. Natürlich ist bei entsprechender Ansteuerung weiterhin der Betrieb mit der bekannten, einheitlichen Kettensynchronisation möglich und vorsehbar.


    Ansprüche

    1. Gefahrenmeldeanlage mit einer Zentrale und zumindest einer daran angeschlossenen Meldeprimärleitung, auf der eine Vielzahl von Meldern angeordnet sind,
    wobei diese Melder von der Zentrale zyklisch abgefragt werden und zumindest

    - einen eine beliebige Gefahr detektierenden Sensor,

    - eine selbsttätig abschaltbare und mittels eines Steuersignals wieder einschaltbare Übertragungseinrichtung,

    - einen während einer Initialisierung der Anlage mit einer Adresse versehenen Adreßspeicher und einen die Leitung unterbrechenden oder durchverbindenden Schalter aufweisen

    und wobei die Übertragungseinrichtung eines jeweiligen Melders in einem der folgenden Betriebszustände sein kann:

    - sie ist ständig eingeschaltet und somit in jedem Abfragezyklus für Empfang von Steuersignalen und Abgabe von Meldungen bereit,

    - sie ist nur im i-ten Abfragezyklus eingeschaltet,

    - sie ist nur im Alarmfall, aufgrund eines Steuersignals vom Sensor, eingeschaltet,

    - sie ist aufgrund eines Steuersignals von der Zentrale eingeschaltet.


     
    2. Verfahren für den Betrieb einer Gefahrenmeldeanlage nach Anspruch 1, mit folgenden Merkmalen:

    - Es gibt auf einer Meldeprimärleitung Gruppen von Meldern, die nach dem Prinzip der Kettensynchronisation in jedem oder nur jedem i-ten Abfragezyklus adressiert werden, und

    - es gibt auf derselben Leitung Melder, die ihre Meldung im Alarmfall spontan abgeben oder Melder, die von der Zentrale direkt adressiert und abgefragt werden, wobei diese Melder im Zuge der Meldeprimärleitung zwischen den Meldern einer nach dem Prinzip der Kettensynchronisation adressierbaren Gruppe von Meldern angeordnet sind und bei der Abfrage von der Zentrale als nicht zu dieser Gruppe gehörig erkannt werden, so daß die Adreßzuordnung der Melder dieser Gruppe nicht gestört wird.


     
    3. Verfahren nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß aktive Melder sich nach Abgabe einer Meldung selbsttätig abschalten,
    oder daß sie aufgrund eines Quittungssignals von der Zentrale abgeschaltet werden,
    oder daß sie in einen der anderen Betriebszustände übergehen.