[0001] Die Erfindung geht aus von einem induktiven Kochgerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Ein derartiges Kochgerät ist bekannt durch die DE-OS 37 23 485. Ein derartiges induktives
Kochgerät enthält eine Heizwicklung, die von einem Generator mit einem Wechselstrom
von etwa 5 - 30 A und 20 - 30 kHz gespeist wird. Die Heizwicklung erzeugt durch Induktion
in den Wänden eines darüber auf einer Kochplatte befindlichen Topfes Ströme, die das
in dem Topf befindliche Kochgut erwärmen. Wegen der relativ hohen Leistung von 300
- 6000 W entstehen bei einem solchen Kochgerät magnetische Streufelder, die in der
Nähe der Kochstelle befindliche Verbraucher wie insbesondere Funkempfangsgeräte stören
können. Es sind daher Mittel erforderlich, um derartige Streufelder gering zu halten.
[0003] Es ist bekannt, das gesamte Kochgerät mit einer Abschirmung zu umgeben. Diese Abschirmung
muß aber im Bereich der Kochplatte, auf die der Topf gestellt wird, eine Öffnung aufweisen,
weil sonst das Induktionsfeld nicht austreten und in den Kochtopf gelangen kann. Durch
diese unvermeidbare Öffnung kommt es indessen zum Austreten von Streufeldern, insbesondere
auf Oberwellen der Arbeitsfrequenz.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem derartigen Kochgerät mit einfachen
konstruktiven passiven Mitteln eine definierte Unterdrückung bestimmter Störfrequenzen
zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0006] Die Erfindung beruht auf folgender Erkenntnis. Die Spule, im einfachsten Fall ein
einziger kreisförmig gebogener Leiter, bildet mit dem Kondensator einen Schwingkreis.
Die Resonanzfrequenz des Schwingkreises ist durch Wahl des Kondensators wählbar. Der
Schwingkreis bildet für das Induktionsfeld einen Saugkreis für eine durch die Abstimmung
wählbare Frequenz und bewirkt dadurch eine erwünschte starke Dämpfung der jeweiligen
Störfrequenz. Eine besonders gute Wirkung wird dann erreicht, wenn bis auf den Bereich
der Kochplatte selbst alle anderen Bereiche durch eine Metallabschirmung umgeben sind.
[0007] Die erfindungsgemäße Lösung ist konstruktiv einfach. Sie besteht im einfachsten Fall
nur aus einem kreisförmig gebogenen Leiter in Form eines Drahtes oder eines Metallflachbandes
und einem handelsüblichen Kondensator. Der Energieverlust des so gebildeten Entstörringes
ist gering, weil es sich nicht um eine Kurzschlußwindung handelt und in dem Ring im
wesentlichen nur Blindleistung verbraucht wird. Ein Kurzschlußring würde durch den
induzierten Strom eine beträchtliche Verlustleistung bewirken. Außerdem würde ein
derartiger Ring keine Dämpfung bei bestimmten Frequenzen, sondern nur eine aperiodische
Dämpfung bewirken, deren Wirkung für die Unterdrückung der Störstrahlung Zu gering
wäre.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung erläutert.
Darin zeigen
- Fig. 1
- in vereinfachter Form ein Kochgerät mit dem erfindungsgemäßen Entstörring,
- Fig. 2
- eine besondere Ausbildung der Spule,
- Fig. 3
- im Prinzip unterdrückte Störfrequenzen in dem Frequenzspektrum und
- Fig. 4
- eine Weiterbildung der Erfindung.
[0009] Fig. 1 zeigt eine Kochplatte 1, in der eine Heizwicklung 2 angeordnet ist. Das Kochgerät
ist allseitig von einem Abschirmgehäuse 3 aus Metall umgeben, das nur im Bereich der
Kochplatte 1 eine runde Öffnung 4 aufweist. Durch diese Öffnung tritt das durch die
Wicklung 2 erzeugte magnetische Induktionsfeld aus und dringt zur Erwärmung in den
Kochtopf ein. Durch die Öffnung 4 wird zwischen dem Abschirmgehäuse 3 und der Kochplatte
1 ein Spalt 5 gebildet. Die Enden des Leiters 6 sind über den handelsüblichen Kondensator
C miteinander verbunden. Der Generator 7 versorgt die Heizwicklung 2 mit einem Strom
iH von 5 A - 30 A und einer Frequenz von etwa 30 kHz.
[0010] In den Spalt 5 ist nur eine Spule eingelegt, die aus dem kreisförmig gebogenen Leiter
6 besteht. Der durch den Leiter 6 und den Kondensator C gebildete Schwingkreis ist
auf Frequenzen abgestimmt, die in dem vom Kochgerät ausgehenden Störfeld unterdrückt
werden sollen. Das sind insbesondere Oberwellen der Arbeitsfrequenz des Kochgerätes
oder Frequenzen von Rundfunksendern, die im Bereich des Kochgerätes empfangen und
durch das Kochgerät gestört werden können. Der Kondensator C hat z.B. eine Kapazität
in der Größenordnung von 1 µF. Das Abschirmgehäuse 3 besteht vorzugsweise aus Aluminium.
Zur Unterdrückung verschiedener Frequenzen können mehrere derartige Entstörringe aus
einem Leiter 6 und einem Kondensator C nebeneinander oder übereinander angeordnet
sein. Der gebildete Entstörring muß nicht unbedingt in einem Spalt zwischen dem Abschirmgehäuse
3 und der Kochplatte 1 liegen. Er kann gegebenenfalls auch im Bereich der Heizwicklung
2 angeordnet sein. Vorzugsweise wird die optimale Lage des Entstörringes empirisch
ermittelt.
[0011] In Fig. 2 ist die Spule durch eine Ringspule 8 gebildet, die etwa die Form des Leiters
6 in Fig. 1 hat. Die beiden Enden des ringförmig aufgewickelten Drahtes sind wieder
über den Kondensator C miteinander verbunden. Wie in Fig. 2 rechts dargestellt, bildet
eine derartige Einrichtung einen Saugkreis 9 mit einer Induktivität L und einem Kondensator
C.
[0012] Fig. 3 zeigt das Frequenzspektrum eines in der Nähe des Kochgerätes gemessenen Störfeldes.
Durch zwei gemäß Fig. 1, 2 aufgebaute Entstörringe sind zwei Dämpfungsstellen bei
den Frequenzen f1, f2 gebildet. Diese Dämpfungsstellen oder Fallen haben eine Dämpfung
von etwa 10 db und eine Bandbreite von 50 - 100 kHz. Die Frequenzen f1, f2 liegen
vorzugsweise bei Oberwellen der Arbeitsfrequenz, also der Frequenz des Stromes iH,
oder auch bei Frequenzen empfangener Rundfunksender.
[0013] In Fig. 4 ist der Kondensator C durch eine elektronische Schaltung 10 gebildet, deren
Ausgang eine Kapazität C darstellt. Der Wert der Kapazität C ist durch eine Spannung
Uc veränderbar, die vom dem Potentiometer 11 abgenommen wird. Diese Lösung hat den
Vorteil, daß eine einfache und sehr genaue Abstimmung des gebildeten Saugkreises auf
eine bestimmte Frequenz erfolgen kann. Die Spannung Uc kann auch eine Regelspannung
sein, die aus der Amplitude einer gemessenen Störkomponente abgeleitet wird. Durch
eine frequenzselektive Schaltung kann die Amplitude einer bestimmten Störkomponente
gemessen werden. Die daraus gewonnene Regelspannung ändert somit die Frequenz des
gebildeten Saugkreises derart, daß die Amplitude der Störkomponente minimal ist. Durch
mehrfache Einrichtungen gemäß Fig. 4 können somit im Frequenzspektrum des Kochgerätes
mehrere Komponenten definierter Frequenz selektiv und mit ausreichender Amplitude
unterdrückt werden.
1. Induktives Kochgerät mit verringerter Störstrahlung mit einem Abschirmgehäuse mit
einer Öffnung im Bereich der die Induktionsspule enthaltenden Kochplatte, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Öffnung (4) eine Spule (6) angeordnet ist, deren Enden über einen
Kondensator (C) verbunden sind.
2. Kochgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spule (6) in einem ringförmigen Spalt (5) zwischen dem Außenrand der Kochplatte
(1) und dem Rand der Öffnung (4) liegt.
3. Kochplatte nach Anspruch 1, oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spule aus nur einem ringförmig gebogenen Leiter (6) besteht.
4. Kochplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiter ein Flachmetallband ist.
5. Kochplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Spule durch eine Ringspule (8) mit einer Vielzahl von Windungen gebildet
ist (Fig. 2).
6. Kochplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spule auf eine Oberwelle der Arbeitsfrequenz des Kochgerätes abgestimmt
ist.
7. Kochplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spule auf die Frequenz eines im Bereich des Kochgerätes empfangbaren Rundfunksenders
abgestimmt ist.
8. Kochplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, auf verschiedene Frequenzen (f1, f2) abgestimmte Spulen (6) mit je
einem Kondensator (C) vorgesehen sind.
9. Kochplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kondensator (C) durch eine elektronische Schaltung (10) gebildet ist, deren
Kapazitätswert (C) zwecks Abgleich auf eine gewünschte Frequenz durch eine einstellbare
Spannung einstellbar ist.
10. Kochplatte nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltung (10) durch eine Spannung (Uc) geregelt ist, die in einer frequenzselektiven
Schaltung aus der Amplitude einer Störkomponente des magnetischen Streufeldes des
Kochgerätes abgeleitet ist.