[0001] Die Erfindung betrifft einen Dieselkraftstoff mit einem die Rußverbrennung verbessernden
Additiv.
[0002] Dieselmotoren emittieren zusätzlich zu den auch bei Otto-Motoren auftretenden Schadstoffen
Rußpartikeln, die seit einigen Jahren sehr kritisch beurteilt werden. Tierexperimentelle
Untersuchungen haben gezeigt, daß Dieselabgas ein krebserzeugendes Potential besitzt.
Deshalb wurde Dieselabgas 1987 als krebserzeugender Arbeitsstoff in die Liste für
maximale Arbeitsplatzkonzentrationen aufgenommen.
[0003] Um die Partikelemission in den Abgasen von Dieselmotoren zu verringern, gehört es
inzwischen zum Stande der Technik, die beim Verbrennungsvorgang gebildeten Partikeln
in einer nachgeschalteten Filtereinrichtung abzuscheiden und dort zu oxidieren. Als
solche Filtereinrichtungen werden heute vorwiegend monolithische, wabenartig aufgebaute
Keramikkörper oder z.B. Keramikwickelfilter, bei denen auf gelochte Stahlrohre ein
Garn aus keramischen Fasern aufgebracht ist, verwendet. Mit derartigen Filterkörpern
ist eine recht gute Abscheidung der Rußpartikeln zu erreichen. Noch nicht befriedigend
gelöst ist bisher die unbedingt notwendige Regeneration der Partikelfilter. Ohne zusätzliche
Maßnahmen wird der in dem Partikelfilter abgeschiedene Ruß erst bei Temperaturen oberhalb
von 600°C ausreichend schnell oxidiert. Im normalen Fahrbetrieb des Kraftfahrzeuges
werden derart hohe Abgastemperaturen jedoch nur sehr selten erreicht. Mit einer zunehmenden
Filterbeladung steigt der Abgasgegendruck stark an und beeinträchtigt in einem erheblichen
Maße das verbrennungsverhalten und die Leistung des Motors. Vor allem besteht aber
die Gefahr, daß ein zu stark mit Rußpartikeln belegter Filterkörper bei einer Regeneration
durch die bei der exothermen Rußoxidation freiwerdende Wärme zu stark belastet und
damit geschädigt wird.
[0004] Aus dem Stande der Technik sind schon verschiedene Maßnahmen bekannt, die eine Regeneration
des Partikelfilters auch bei tieferen Temperaturen ermöglichen sollen. Dazu hat man
vorgeschlagen, das keramische Trägermaterial des Partikelfilters mit einer katalytisch
wirksamen Substanz zu beschichten (DE-OS 32 32 729). Die bisher eingesetzten Beschichtungen
haben sich jedoch nicht als ausreichend wirksam herausgestellt. Außerdem bestehen
gegen gewisse vorgeschlagene Beschichtungssubstanzen, z.B. das Vanadiumoxid nach der
obengenannten Schrift, aus toxikologischen Gründen Bedenken. Auch ist bereits bekannt,
bei dem Partikelfilter einen zusätzlichen Brenner anzuordnen, um mit diesem ein gezieltes
Freibrennen des Partikelfilters von dem abgeschiedenen Ruß zu erzielen. Auch eine
direkte Beheizung des Partikelfilters gehört bereits zum Stande der Technik (DE-OS
35 38 155). Ebenso ist bereits beschrieben, eine katalytisch wirksame Substanz in
dosierter Menge dem Abgasstrom zum Verbrennen des Rußes zuzugeben (DE-OS 33 25 391).
Zur Verringerung des Rußgehaltes in den Abgasen von Dieselmotoren wurden als Additive
auch schon organische Borverbindung (DE-OS 23 40 522), die dem Dieselkraftstoff zugemischt
wurden oder Kupfer- und Ammoniumsalze (DE-OS 33 25 391) oder Perchlorate (DE-OS 34
36 351) empfohlen, die in das Abgas vor dem Rußfilter zudosiert wurden. Die dabei
erreichten Ergebnisse waren jedoch nicht überzeugend und bei einigen der vorgeschlagenen
Verbindungen ist eine zusätzliche gesundheitsgefährdende Schadstoffemission für die
Umwelt nicht auszuschließen. So geht auch aus der "Automobiltechnischen Zeitschrift"
86 (1984) 2, Seite 76, linke Spalte, hervor, daß man Kraftstoffzusätze zur Verhinderung
einer Rußemission entwickelt hat, die aus metallorganischen Verbindungen der Erdalkalimetalle
oder Erdalkali-Sulfonaten bestehen. Dabei wird aber ausdrücklich darauf hingewiesen,
daß dabei Metalloxide bei der Verbrennung entstanden sind, die einen erhöhten Motorverschleiß
verursachten und auch eine Erhöhung der Toxizität der Abgase war nicht auszuschließen.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Dieselkraftstoff mit einem
die Rußverbrennung verbessernden Additiv, zur Verringerung der Schadstoffemission
der Verbrennungsabgase von Dieselmotoren durch ein Abbrennen des Rußes, der auf dem
Partikelfilter abgeschieden worden ist, zu schaffen, wobei die Zündtemperatur des
Rußes herabgesetzt werden soll und damit eine Regeneration des Partikelfilters bei
niedrigen Temperaturen möglich ist. Dabei sollen die vorher angegebenen Nachteile
vermieden werden und es sollen auch keine zusätzlichen, die Umwelt belastenden Schadstoffemissionen
in den Abgasen des Dieselmotores auftreten.
[0006] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß mit Metallsalzen von organischen Verbindungen
als Additiv gemäß dem Patentanspruch 1 gelöst.
[0007] Die Unteransprüche 2 bis 4 stellen bevorzugte Ausführungsformen des beschriebenen
Verfahrens dar.
[0008] Es hat sich herausgestellt, daß beim gemeinsamen Verbrennen der angegebenen Verbindungen
mit dem Dieselkraftstoff im Dieselmotor ein außerordentlich reaktiver Ruß gebildet
wird. Nach seiner Abscheidung in einem Rußfilter sind die Rußpartikeln auch bei sehr
tiefen Temperaturen schnell zu oxidieren. Bei den Untersuchungen hat sich gezeigt,
daß die Regenerationstemperaturen sehr stark davon abhängen, mit welchen Drehzahlen
und Lasten der Motor betrieben wird. Die motorischen Bedingungen beeinflussen sehr
stark die Morphologie des Rußes und damit auch seine Reaktivität. Unter bestimmten
motorischen Gegebenheiten sind gute Regenerationen des Rußfilters sogar bei Abgastemperaturen
unterhalb von 200°C möglich. Im Gegensatz zu den nach dem Stande der Technik dem Dieselkraftstoff
zugesetzten Additiven bestehen bei den erfindungsgemäß zugesetzten Alkalimetallsalzen
keine gesundheitlichen Bedenken für ihre Verwendung. Der Literatur sind keine MAK-Werte
zu entnehmen und es finden sich auch keine Hinweise auf eine mögliche Kanzerogenität
oder Cokanzerogenität.
[0009] Von den erfindungsgemäß zugesetzten Alkalimetallsalzen gibt es vor allem für Lithium-Verbindungen
Hinweise dahingehend, daß der Verbrennungsablauf günstig beeinflußt wird und die Emission
bereits innermotorisch abgesenkt wird. Vor allem aber wird beim Verbrennungsvorgang
in Anwesenheit der untersuchten Additive ein Ruß gebildet, der nach der Abscheidung
in einem Partikelfilter sehr viel leichter zu oxidieren ist. Dies bringt es mit sich,
daß zur Partikelfilter-Regeneration sehr viel niedrigere Abgastemperaturen ausreichen
und damit eine kritische Rußmassenbelegung im Filter vermieden wird.
[0010] Bei den nachfolgend beschriebenen Versuchen wurden als Additive dem Dieselkraftstoff
Lithium- oder Natriumsalze des tertiären Butylalkohols in verschiedenen Konzentrationen
zugesetzt. Die Konzentrationen wurden jeweils bezogen auf die Menge an Alkalimetall
des Salzes, ausgedrückt in Millimol Metall, die einem Liter Dieselkraftstoff zugesetzt
wurde. Die Versuche wurden mit einem stationär betriebenen Vorkammer-Dieselmotor (Baureihe
DB OM 616) durchgeführt. In der Abgasleitung war ein wabenförmiger Keramikmonolith
aus Cordierit angeordnet. Die Additive wurden jeweils dem Dieselkraftstoff vor dem
Verbrennungsvorgang direkt zugemischt.
[0011] Die Wirksamkeit der Additive wurde in 4 voneinander verschiedenen stationären und
instationären Motorbetriebsweisen getestet.
1. Versuch
[0012] Bei Versuch 1 wurde dem Dieselkraftstoff kein Additiv zugesetzt.
[0013] Der Versuch wurde bei einer stationären Motorbetriebsweise durchgeführt. Das Beladen
des Partikelfilters erfolgte bei einer Motorumdrehungszahl von 4 000 U/min und einem
Mitteldruck im Brennraum von ca. 1,0 bar. Die Abgastemperatur vor dem Rußfilter beträgt
bei diesem Motorpunkt ca. 350°C. Der Partikelfilter wurde so lange beladen, bis der
Druck vor dem Filter auf 500 mbar angestiegen war. Fig. 1 zeigt den sehr steilen Druckanstieg
innerhalb kurzer Zeit (Phase 1). Im Anschluß an die Beladungsphase wurde die Temperatur
durch Laststeigerung erhöht (Phase 2). Die Gleichgewichtstemperatur (TGL) wird in
diesem Versuch bei etwa 560°C erreicht. Bei der Gleichgewichtstemperatur bleibt der
Druck vor Filter konstant. Der Anteil des neu abgeschiedenen Rußes entspricht demnach
dem Anteil, der bei dieser Abgastemperatur bereits oxidiert wird. Durch Temperaturerhöhung
auf 600°C wird das Filter anschließend langsam regeneriert (Phase 3). Vollständig
freigebrannt wird das Filter aber erst bei 700°C.
2. Versuch:
[0014] Der nachfolgende Versuch wurde mit einer Motorbetriebsweise wie bei Versuch 1 beschrieben,
durchgeführt. Dem Dieselkraftstoff wurde das tertiäre Butylat des Lithiums, gelöst
in Cyclohexan, zugesetzt. Die angesetzte Lösung wurde dem Kraftstoff in einem Verhältnis
zudosiert, daß pro 1 Liter Kraftstoff 1,2 Millimol an Lithium mit dem Metallsalz zugegeben
wurden. Wie aus der Fig. 2 ersichtlich ist, ist die Aufrußzeit, d.h. die Zeit bis
zur Ausbildung eines Druckes vor dem Partikelfilter von 550 mbar, deutlich verlängert.
Die Gleichgewichtstemperatur wird nun bereits bei 450°C erreicht. Die Temperaturerhöhung
auf 600°C führt zu einer sehr schnellen und vollständigen Regeneration des Partikelfilters.
Der weniger steile Druckanstieg in Versuch 2 verglichen mit Versuch 1 und die sehr
viel niedrigere Schwärzungs-Zahl könnte ein Hinweis darauf sein, daß durch die Zugabe
des Kraftstoff-Additivs bereits innermotorisch die Partikelemission verringert worden
ist. Darüber hinaus ist es auch möglich, daß bereits im Filter abgeschiedener Ruß
kontinuierlich oxidiert, ohne daß es zu einer vollständigen Regeneration kommt.
3. Versuch:
[0015] Dem Dieselkraftstoff wurde das tertiäre Butylat des Lithiums, aufgelöst in Cyclohexan
zugesetzt. Pro 1 Liter Kraftstoff wurden diesmal mit dem Metallsalz 3,4 Millimol Lithium
eingesetzt. Der Motor wurde instationär mit verschiedenen Drehzahlen und Lasten mit
Abgastemperaturen zwischen 120 und 180°C gefahren. In der Fig. 3 ist deutlich zu erkennen,
daß eine Regeneration des Partikelfilters bei dieser Additiv-Konzentration bereits
unterhalb von 200°C bei einem maximalen Druck vor dem Filter von etwa 130 mbar stattfindet.
Dieser Versuch zeigt auch, daß die Regenerationstemperaturen von der Betriebsweise
des Motors abhängen. Abgaszusammensetzung und morphologische Partikeleigenschaften
beeinflussen die Regeneration sehr stark.
4. Versuch:
[0016] Diesmal wurde dem Dieselkraftstoff als Additiv das tertiäre Butylat des Natriums,
gelöst in Isopropanol, hinzugefügt. Die Lösung wurde so dosiert, daß pro 1 Liter Kraftstoff
1,2 Millimol an Natrium vorhanden war. Der Motor wurde bei diesem Versuch mit einer
konstanten Abgastemperatur vor dem Filter von 200°C betrieben. Aus dem Druckverlauf
in Fig. 4 ist deutlich erkennbar, daß der Partikelfilter mehrmals bei 200°C regeneriert.
Neben einigen kleineren Regenerationen in der Anfangsphase des Versuches sind zwei
sehr kräftige Regenerationsabläufe im weiteren Versuchsablauf zu erkennen, bei denen
der Partikelfilter fast vollständig von dem abgeschiedenen Ruß freigebrannt wird.
Der Abgasgegendruck vor dem Partikelfilter stieg bei diesem Versuch nur wenig über
250 mbar an.
5. Versuch:
[0017] Dem Dieselkraftstoff wurde das tertiäre Butylat des Natriums, gelöst in Isopropanol,
zugesetzt. Pro 1 Liter Kraftstoff wurden mit dem Metallsalz 1,2 mmol Natrium zugesetzt.
Der Motor wurde instationär mit verschiedenen Drehzahlen und Lasten mit Abgastemperaturen
zwischen 200°C und 400°C betrieben. Zahlreiche z.T. sehr kräftige Regenerationen finden
statt. Der maximale Druck vor Filter beträgt etwa 400 mbar (Fig. 5).
6. Versuch:
[0018] Dem Dieselkraftstoff wurde das Lithiumsalz der Palmitinsäure, gelöst in Cyclohexan,
zugesetzt. Pro 1 Liter Kraftstoff wurden mit dem Lithiumpalmitat 1,2 bzw. 3,4 mmol
Lithium eingesetzt. Die zu den unterschiedlichen Lithiumkonzentrationen zugehörigen
Gleichgewichtstemperaturen wurden entsprechend zu den Versuchen 1 und 2 bei stationärer
Motorbetriebsweise ermittelt. Die Gleichgewichtstemperatur für 1,2 mmol Lithium beträgt
ca. 520°C, die für 3,4 mmol Li ca. 500°C. Die bei 600°C durchgeführten Filter-Regenerationen
verlaufen vergleichbar zum Lithium-tertiär-Butylat.
7. Versuch:
[0020] Dem Dieselkraftstoff wurden mit dem Lithiumpalmitat 3,4 mmol Lithium zugesetzt. Die
Wirksamkeit des Additivs wurde bei instationärer Motorbetriebsweise mit Abgastemperaturen
zwischen 200 °C und 400 °C entsprechend zu Versuch 5 durchgeführt. Zahlreiche z. T.
auch kräftige Regenerationen finden statt.
[0021] In Fig. 5 sind die Ergebnisse der vorher angegebenen Versuche 1 bis 4 nochmals eingetragen.
Desgleichen sind aus dieser Fig. 5 die Ergebnisse von weiteren durchgeführten Versuchen,
bei denen verschiedene Mengen an tertiärem Butylat des Lithiums bzw. des Natriums
dem Dieselkraftstoff zugesetzt wurden und die Regenerationen des Filters bei den vier
vorhergehend beschriebenen verschiedenen Motorbetriebsweisen ersichtlich.
8. Versuch:
[0022] Dem Dieselkraftstoff wurden mit dem in Butanol gelösten Natriumphenylethanolat 1,2
mmol Natrium zugesetzt. Der Versuch wurde anschließend mit der bei Versuch 1 angegebenen
Motorbetriebsweise durchgeführt, wobei die Gleichgewichtstemperatur bei 480 °C erreicht
wurde. Die Filter-Regeneration bei 600 °C ist gegenüber dem Dieselkraftstoff, dem
kein Additiv zugesetzt wurde, deutlich schneller und verglichen mit dem Natrium-tert.-Butanolat
als Additiv nur geringfügig langsamer.
9. Versuch:
[0023] Dem Dieselkraftstoff wurde mit dem in Butanol gelösten Natriumsalz des para-Kresols
wiederum 1,2 mmol Natrium zugesetzt. Die Wirksamkeit wurde ebenfalls mit der bei Versuch
1 beschriebenen Vorgehensweise geprüft. Die Gleichgewichtstemperatur betrug ungefähr
480 °C. Bei der Reaktionsgeschwindigkeit war im Vergleich zum Natrium-tert.-Butanolat
kein Unterschied zu erkennen.
10. Versuch:
[0024] Dem Dieselkraftstoff wurde das Lithiumsalz der Phenylessigsäure zugesetzt. Da diese
Verbindung eine wesentlich schlechtere Löslichkeit im Dieselkraftstoff als die anderen
Additive besitzt, wurde nur die kleinste Additivkonzentration von 0,24 mmol Lithium/Liter
Dieselkraftstoff getestet; die Versuchsdurchführung erfolgt wiederum wie in Versuch
1. Die Gleichgewichtstemperatur betrug etwa 520 °C. Es war kein Unterschied bei der
Regenerationsgeschwindigkeit im Vergleich zum Lithium-tertiär-Butanolat erkennbar,
das ebenfalls in der niedrigsten Konzentration von 0,24 mmol Lithium-Liter Dieselkraftstoff
getestet worden war.
11. Versuch:
[0025] Dieser Versuch wurde mit der bei Versuch 1 beschriebenen Motorbetriebsweise mit einem
Motor des Typs OM 603 (Mercedes 300 D) durchgeführt. Dem Dieselkraftstoff wurde als
Additiv ein Natrium-tertiär-Butylat gelöst in Butanol hinzugefügt und zwar in einer
Menge, daß pro Liter Dieselkraftstoff 0,1 mmol Natrium zugesetzt wurde. Verglichen
mit einer Versuchsdurchführung ohne Zusatz eines Additivs war die Gleichgewichtstemperatur
um etwa 30 °C erniedrigt. Die Filter-Regeneration war gegenüber der Versuchsdurchführung
ohne Additiv deutlich beschleunigt. Der Versuch zeigte, daß ein Zusatz von 0,1 mmol
Natrium bei dem Motortyp OM 603 ähnlich gut wirksam ist wie ein Zusatz von 0,24 mmol
Natrium beim Motortyp OM 616. Eine Ursache könnte in der wesentlich niedrigeren kohlenstoffhaltigen
Partikelemission des (moderneren) Motortyps OM 603 liegen.
[0026] Aus den durchgeführten Versuchen ist klar erkennbar, wie die Menge der zugesetzten
Additive die Gleichgewichtstemperatur TGL (p vor Filter = konstant) bei stationärer
Motorbetriebsweise beeinflußt. So sinkt beispielsweise durch Zugabe von 3,4 mmol Lithium
pro 1 Dieselkraftstoff die Gleichgewichtstemperatur von 560 °C auf unter 350 °C. Für
die Fahrpraxis bedeutet dies, daß der Filterregenerationsbereich sehr viel häufiger
erreicht wird und sich eine kritische Filterbeladung vermeiden läßt.
[0027] Gleichzeitig wird bei praxisnaher instationärer Motorbetriebsweise eine sehr gute
Regeneration des Partikelfilters bei einem sehr viel geringeren Abgasgegendruck als
ohne Zusatz des Additivs ermöglicht.
[0028] Die Vorteile des beschriebenen Verfahrens bestehen insbesondere darin, daß mit den
dem Dieselkraftstoff vor dem Verbrennen erfindungsgemäß zugesetzten Metallsalzen der
angegebenen organischen Verbindungen der in dem Partikelfilter abgeschiedene Ruß bei
einer gegenüber der normalen Zündtemperatur bedeutend niedrigeren Temperatur oxidiert
und damit der Partikelfilter leichter regeneriert werden kann. Gegenüber anderen aus
dem Stande der Technik bekannten Additiven für Dieselkraftstoff ist die zusätzliche
Emission, die durch die Additivierung des Dieselkraftstoffs mit den hier vorgeschlagenen
Alkalimetallverbindungen auftreten kann, unter umweltrelevanten und gesundheitlichen
Gesichtspunkten als unbedenklich einzustufen.
1. Dieselkraftstoff mit einem die Rußverbrennung verbessernden Additiv,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Additiv ein Lithium-, Natrium- oder Kaliumsalz folgender organischer Verbindungen
einzeln oder im Gemisch dem Dieselkraftstoff zugesetzt wird:
a) eines aliphatischen Alkohols der allgemeinen Formel CH₃-X-OH, wobei X eine Alkylgruppe
mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen bedeutet, oder eine isomere Verbindung eines solchen
Alkohols, oder
b) eines aromatischen Alkohols der allgemeinen Formel

wobei X eine Alkylgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen bedeutet, oder
c) eines Phenols der allgemeinen Formel

wobei X eine Alkylgruppe mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen bedeutet, oder
d) einer aliphatischen Carbonsäure der allgemeinen Formel CH₃-X-COOH, wobei X eine
Alkylgruppe mit 3 bis 16 Kohlenstoffatomen bedeutet, oder eine isomere Verbindung
einer solchen Carbonsäure, oder
e) einer 1-Naphtoesäure, 2-Naphtoesäure, Phenylessigsäure oder Zimtsäure.
2. Dieselkraftstoff nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das pro 1 Liter Dieselkraftstoff zugesetzte Metallsalz der organischen Verbindung
0,1 bis 50 Millimol an Alkalimetall enthält.
3. Dieselkraftstoff nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Metallsalze in einem organischen Lösungsmittel gelöst dem Dieselkraftstoff
zugesetzt werden.
4. Verwendung der Metallsalze nach Anspruch 1 als Additiv für Dieselkraftstoffe,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Metallsalze dem Dieselkraftstoff erst unmittelbar vor dessen Verbrennung zugegeben
werden.