(57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Legierung, insbesondere zur Herstellung von Brillengestellen
sowie auf einen Brillendraht bzw. ein Brillengestell und auf Anschlußdrähte für elektronische
Bauteile, welche unter Verwendung der erfindungsgemäßen Legierung gefertigt sind.
Um bei niedrigen Kosten gute mechanische Eigenschaften z. B. des Brillengestelles
zu erhalten, ist erfindungsgemäß folgende Legierung geschaffen worden, welche, in
Gewichtsprozent, wie nachfolgend angegeben zusammengesetzt ist: 63 - 78 % Kupfer,
3 - 7 % Nickel, 1 - 3 % Eisen, 0,01 - 0,20 % Phosphor, Rest Zink.
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Legierung, die zum einen für die Herstellung
von Brillengestellen, insbesondere zur Herstellung von Bügeln und zum anderen als
Anschlußdraht für elektronische Bauteile dient. Weiterhin betrifft die Erfindung Brillengestelle,
welche unter Verwendung der Legierung hergestellt wurden, sowie Brillendraht, welcher
zur Herstellung der Bügel dient.
[0002] Bei der Herstellung metallischer Brillengestelle ist es erforderlich, sowohl die
Konstruktion als auch die Materialauswahl so zu wählen, daß das fertige Brillengestell
ein Höchstmaß an Festigkeit aufweist und beim praktischen Gebrauch nicht verformt
wird. Verformungen des Brillengestelles können sowohl im Bereich der Fassungen der
Gläser als auch im Bereich der Bügel auftreten und führen stets zu dem Ergebnis, daß
die Brille nicht mehr korrekt sitzt und der Benutzer versucht, durch Zurückbiegen
die Brille wieder in die ursprüngliche Form zu bringen.
[0003] Um derartige Verformungen des Brillengestelles auszuschliessen, wurden verschiedene
Legierungen entwickelt, welche beispielsweise in den deutschen Offenlegungsschriften
26 26 251 und 38 34 186 beschrieben sind.
[0004] Die bekannten Legierungen weisen den Nachteil auf, daß sie für bestimmte Anforderungszwecke
nicht oder nur bedingt geeignet sind, da das Material nicht eine ausreichende Festigkeit
oder Federungseigenschaften aufweist oder bei der Verarbeitung, beispielsweise bei
Löt- oder Schweißvorgängen an Festigkeit verliert. Ein weiterer Nachteil liegt bei
den bekannten Legierungen darin, daß diese einen sehr hohen Nickelanteil enthalten.
Da der Prozentsatz der Bevölkerung, welche Allergien gegen Nickel haben, stark zugenommen
hat, sind viele dieser Legierungen nicht oder nur mit erheblichem Aufwand, beispielsweise
durch Aufbringen zusätzlicher Beschichtungen verwendbar. Zusätzliche Nachteile der
bekannten Legierungen sind durch den relativ hohen Preis bedingt.
[0005] Anschlußdrähte für elektronische Bauteile müssen eine niedrige elektrische Leitfähigkeit
und damit eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweisen, damit ein Temperaturschutz der
elektronischen Bauteile bei Verbindungsarbeiten, wie z. B. Löten, erhalten wird.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Legierung für Brillen oder Anschlußdrähte
zu schaffen, welche bei kostengünstiger Herstellbarkeit und günstigen, hohen mechanischen
Festigkeiten einen niedrigen Nickelgehalt und eine geringe Wärmeleitfähigkeit aufweist.
[0007] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch eine Legierung, welche, in Gewichtsprozenten,
folgende Zusammensetzung aufweist: 63 - 78 % Kupfer, 3 - 7 % Nickel, 1 - 3 % Eisen,
0,01 - 0,20 % Phosphor, Rest Zink.
[0008] Die erfindungsgemäße Legierung zeichnet sich durch eine Reihe erheblicher Vorteile
aus. Im Gegensatz zu den aus dem Stand der Technik bekannten Legierungen weist die
erfindungsgemäße Legierung einen sehr geringen Nickelgehalt von nur 3 - 7 % auf, während
bei der Legierung, welche in der DE-OS 26 26 251 beschrieben ist, der Nickelgehalt
bis 26 % betragen kann, ähnlich wie bei der Legierung gemäß der DE- 05 38 34 186,
welche einen Nickelgehalt von 17 - 25 % vorsieht.
[0009] Ein weiterer, wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Legierung besteht darin,
daß diese eine höhere Rekristallisationstemperatur hat, als die bisher bekannten Brillenlegierungen.
Es ist somit möglich, die Legierung zu Schweißen oder zu Löten, ohne daß hierbei die
elastischen Eigenschaften merklich beeinflußt werden. Das Federverhalten der Legierung,
welches insbesondere bei Brillenbügeln von großer Wichtigkeit ist, bleibt somit auch
im Bereich der Schweißoder Lötstellen bestehen. Derartige kritische Stellen liegen
insbesondere in dem Bereich, an welchem der Brillenbügel mit dem Scharnierteil verbunden
ist. Übliche Legierungen neigen dazu, in diesem Verbindungsbereich an Festigkeit zu
verlieren, was zur Folge hat, daß das Brillengestell bei der praktischen Benutzung
leicht verbiegt.
[0010] Weiterhin ist die erfindungsgemäße Legierung besser polierfähig, wodurch das Gesamtaussehen
des Brillengestelles verbessert werden kann.
[0011] Die erfindungsgemäße Legierung zeichnet sich auch durch ein besseres optisches Aussehen
aus und weist dabei insbesondere einen Goldeffekt auf, so daß evtl. bei Beschichtung
mit Gold mit einer geringeren Auflage gearbeitet werden kann.
[0012] Die erfindungsgemäße Legierung verfügt über hervorragende Federeigenschaften, der
Eisen- und Phosphoranteil führt zu einer verstärkten Festigkeit, verglichen mit den
bisher bekannten Legierungen.
[0013] Die erfindungsgemäße Legierung weist eine geringe elektrische Leitfähigkeit von 5,5
- 6,5 m/Ohm x mm² (Siemens) und eine niedrige Wärmeleitfähigkeit von 38 - 44 W/
m x k auf.
[0014] Wesentlich für die Verwendung dieser Legierung ist zudem, daß eine Unternicklung
als Sperrschicht gegenüber den bislang hauptsächlich hierfür verwendeten Cu-Sn + P-Legierungen
wegen der dort sonst auftretenden Bildung versprödenden Whiskerwachstums in die verbindenden
Lotschichten entfallen kann, da die beanspruchten Legierungen weniger P-Anteile als
die handelsüblichen Cusn-Bronzelegierungen enthalten und offensichtlich eine geringere
Beweglichkeit der P-Atome in den beanspruchten Legierungen wegen Bildung der als Ausscheidung
vorliegenden Fe₃ P-Phase. Die "blanken" bzw. direkt mit Sn bzw. SnPb beschichteten
Anschlußdrähte lassen sich unter weitgehend gleichen Bedingungen verbinden - verlöten,
wie die bislang vornehmlich hierfür verwendeten CuSn-Drähte.
[0015] In einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Legierung
folgende Zusammensetzung (in Gewichtsprozent) aufweist: 64 - 68 % Kupfer, 4 - 5 %
Nickel, 1 - 2 % Eisen, 0,01 - 0.05 Phosphor, Rest Zink. Als besonders günstig kann
es sich auch erweisen, wenn die Legierung, ebenfalls in Gewichtsprozent, folgendermaßen
zusammengesetzt ist: 65 % Kupfer, 4,6 % Nickel, 1,2 % Eisen, 0,02 % Phosphor, Rest
Zink.
[0016] Die Aufgabe wird auch gelöst durch eine Legierung, welche folgende Zusammensetzung,
in Gewichtsprozent, aufweist: 74 - 78 % Kupfer, 3,5 - 4,5 % Nickel, 1 - 2 % Eisen,
0,01 - 0,05 % Phosphor, Rest Zink.
[0017] Die letztgenannte erfindungsgemäße Legierung zeichnet sich ebenfalls durch die eingangs
genannten Vorteile aus.
[0018] Die erfindungsgemäßen Legierungen können bevorzugterweise zu Drahtmaterial unterschiedlichen
Querschnitts verarbeitet werden, aus welchem in bekannter Weise Einzelteile für ein
Brillengestell gefertigt werden können. Es ist somit problemlos möglich, die erfindungsgemäße
Legierung zur Herstellung üblicher Brillengestelle zu verwenden. Insbesondere können
die erforderlichen Fügeverfahren und Fügeschritte vorgenommen werden, ohne daß die
vorteilhaften Eigenschaften der erfindungsgemäßen Legierungen beeinträchtigt werden.
[0019] Die Erfindung ist nicht auf die gezeigten Ausführungsbeispiele beschränkt, vielmehr
ergeben sich für den Fachmann im Rahmen der Erfindung vielfältige Abwandlungs- und
Modifikationsmöglichkeiten.
1. Legierung, insbesondere zur Herstellung von Brillengestellen, gekennzeichnet durch
folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent:
Cu 63 - 78 %
Ni 3 - 7 %
Fe 1 - 3 %
P 0,01 - 0,20 %
Rest Zn.
2. Legierung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent:
Cu 64 - 68 %
Ni 4 - 5 %
Fe 1 - 2 %
P 0,01 - 0,05 %
Rest Zn.
3. Legierung nach Anspruch 2, gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent:
Cu 65 %
Ni 4,6 %
Fe 1,2 %
P 0,02 %
Rest Zn.
4. Legierung, insbesondere zur Herstellung von Brillengestellen, gekennzeichnet durch
folgende Zusammensetzung in Gewichtsprozent:
Cu 74 - 78 %
Ni 3,5 - 4,5 %
Fe 1 - 2 %
P 0,01 - 0,05 %
Rest Zn.
5. Brillendraht, hergestellt unter Verwendung einer Legierung nach einem der Ansprüche
1 bis 4.
6. Brillengestell, hergestellt unter Verwendung einer Legierung nach einem der Ansprüche
1 bis 4.