[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schwenkbeschlag für Möbel mit verschwenkbaren
Möbelteilen, vorzugsweise für Betten, Liegen od. dg., mit einem im Querschnitt U-
oder C-förmigen Schwenkhebel, der mit einem Ende schwenkbar an einer ortsfesten, Rasten
aufweisenden Grundschiene derart gelagert ist, daß die offene Seite der Grundschiene
zugewandt liegt und mit einem Stützhebel, der mit einem Ende drehbar an dem Schwenkhebel
und mit seinem anderen Ende in der Grundschiene geführt ist, und welcher zur Fixierung
der Winkelstellung des Schwenkhebels zur Grundschiene in die jeweilige Raste eingreift.
[0002] Ein in Rede stehender Schwenkbeschlag ist aus dem DE-GM 85 13 230 bekannt. Bei diesem
Beschlag ist der Stützhebel mittels eines Bolzens an dem Schwenkhebel drehbar gelagert.
Dadurch ergibt sich ein relativ großer Abstand der Drehachse zu dem die parallelen
Schenkel des Schwenkhebels verbindenen Mittelsteg. Diese Art der Lagerung macht es
erforderlich, daß der aus einem Flachmaterial gefertigte Schwenkhebel hochkant steht.
Nachteilig ist bei dieser an sich bewährten Ausführung, daß der Stützhebel, bedingt
durch seine Querschnittsform und die Art der Lagerung, sehr hohe Kräfte aufnehmen
muß, wenn das in der Grundschiene geführte Ende in die erste Raste eingreift, das
heißt, wenn der von der Grundschiene dem Schwenkhebel eingeschlossene Winkel am kleinsten
ist. Außerdem verteuert die Art der Lagerung des Stützhebels den Beschlag erheblich,
insbesondere deshalb, weil es im Zuge der Montage bei der Zuführung des Bolzens zu
Störungen kommt.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Schwenkbeschlag der
eingangs genannten Art so weiterzuentwickeln, daß insbesondere beim Eingreifen des
Stützhebels in die ersten Rasten bzw. bei relativ kleinem Winkel zwischen der Grundschiene
und dem Schwenkhebel die Belastung des Stützhebels gegenüber den bekannten Konstruktionen
herabgesetzt wird. Außerdem soll der Schwenkbeschlag durch eine vereinfachte Montage
wesentlich kostengünstiger herstellbar sein.
[0004] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst, indem die Breite des Stützhebels
größer ist als die Höhe, und daß das dem Schwenkhebel zugewandte Ende des Stützhebels
als zylindrischer Ansatz ausgebildet ist, der an dem die parallelen Schenkel des Schwenkhebels
verbindenen Mittelsteg gelagert ist.
[0005] Durch die geänderte Durchschnittsform des Stützhebels ist es nunmehr möglich, das
dem Schwenkhebel zugewandte Ende ohne Schwierigkeiten zylindrisch zu formen, so daß
optimale Voraussetzungen für die Lagerung gegeben sind. Da der Abstand der Schwenkachse
zu dem Mittelsteg wesentlich geringer ist als bei den vorbekannten Konstruktionen,
ist der von dem Stützhebel und der Grundschiene eingeschlossene Winkel größer als
bei den bislang bekannten Ausführungen, wenn der Stützhebel in die erste Raste eingreift.
Dadurch wird aufgrund des Kniehebeleffektes die Belastung des Stützhebels entsprechend
geringer. Andererseits ergibt sich bei gleicher Belastung des Stützhebels ein kleinerer
Winkel zwischen der Grundschiene und dem Schwenkhebel, so daß im Bedarfsfall für den
Benutzer in angenehmer Weise beispielsweise das Kopfteil eines Lattenrostes unter
einem kleineren Winkel gegen die Waagerechte eingestellt werden kann, als bei den
bisher bekannten Schwenkbeschlägen. Die Breite des Stützhebels entspricht zweckmäßigerweise
dem Abstand der den Schlitz begrenzenden Stege der Grundschiene. Durch diese relativ
große Breite wird ebenfalls eine große Kontaktfläche zwischen dem Stützhebel und der
jeweiligen Raste erreicht. Dadurch ist es auch möglich, sowohl die Klinke als auch
die Rasten sehr hoch zu belasten. Die Fläche des Stützhebels, die in der jeweiligen
Winkelstellung des Schwenkhebels gegen die der Drehachse des Schwenkhebels abgewandte
Flanke der jeweiligen Raste liegt steht senkrecht zur Ebene des Stützhebels.
Damit in allen Winkelstellungen diese Fläche vollflächig an der jeweiligen Flanke
anliegt, ist in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß der jeweilige
Abstand von zwei Rasten der Grundschiene in Richtung zur Drehachse des Schwenkhebels
kleiner wird, und daß die von den der Drehachse des Schwenkhebels abgewandt liegenden
Flanken der Rasten und der vertikal eingeschlossenen Winkel zumindest in dem der Drehachse
abgewandten Bereich mit kleiner werdenden Abstand der jeweiligen Raste zur Drehachse
des Schwenkhebels von Raste zu Raste größer werden. Dadurch werden die der Drehachse
abgewandten Flanken der Rasten an die jeweilige Stellung der Kontaktfläche des Stützhebels
angepaßt. Wird der Schwenkhebel in eine annähernd vertikale Stellung gebracht, ist
es notwendig, daß die Winkel der in der Drehachse des Schwenkhebels zugewandten Bereich
liegenden Rasten, von der Drehachse aus gesehen, von Raste zu Raste wieder größer
werden. Die Lagerung des Stützhebels erfolgt in einfachster Weise dadurch, daß zumindest
der die parallelen Schenkel des Schwenkhebels verbindende Mittelsteg zur Bildung einer
Lagerstelle für das zugeordnete zylindrische Ende des Stützhebels zwei durch Kaltverformung
hergestellte Nasen aufweist, durch die der zylindrische Ansatz des Stützhebels gehalten
ist. Dadurch entfällt das problematische Einsetzen des Bolzens. Damit der Stützhebel
nicht herausfällt und sich nicht verdreht, ist noch vorgesehen, daß die parallel und
im Abstand zueinander stehenden Schenkel des Schwenkhebels aufeinanderzugerichtete,
durch Kaltverformung hergestellte Haltezungen aufweist.
[0006] Weitere kennzeichnenden Merkmale einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung sind Gegenstand von weiteren Unteransprüchen und ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispieles.
[0007] Es zeigen:
- Fig. 1
- ein mit einem erfindungsgemäßen Schwenkbeschlag ausgerüstetes Lattenrost,
- Fig. 2
- den erfindungsgemäßen Schwenkbeschlag im Vertikalschnitt,
- Fig. 3
- die Lagerung des Stützhebels an dem Schwenkhebel in einer Schnittdarstellung und
- Fig. 4
- die Lagerung des Schwenkhebels an der Grundschiene in Schnittdarstellung.
[0008] Die Figur 1 zeigt einen allgemein bekannten Lattenrost 10, der mit einem um eine
Horizontalachse verschwenkbaren Rückenteil 11 ausgerüstet ist. Das Rückenteil 11 wird
durch zwei erfindungsgemäße, den beiden Längsholmen zugeordneten Schwenkbeschlägen
12 verschwenkt. Der in den Figuren 2 bis 4 dargestellte Schwenkbeschlag 12 besteht
aus einer ortsfest an einem Querholm des Lattenrostes 10 angebrachten Grundschiene
13, einem daran drehbar gelagerten Schwenkhebel 14 und einem Stützhebel 15, der mit
einem Ende an dem Mittelsteg dessen Querschnitt U-förmig gestalteten Schwenkhebels
14 gelagert ist. Das andere Ende des Stützhebels 15 weist einen Mitnahmezapfen 16
auf, der in ein nicht näher erläutertes Führungsteil 17 eingreift, damit der Schwenkhebel
in verschiedenen Winkelstellungen zur Grundschiene arretierbar ist, jedoch bei Überschreiten
der größten Winkelstellung so geführt wird, daß er über die Rasten 18 der Grundschiene
13 hinweggleitet. Wie insbesondere aus den Figuren 2 und 3 erkennbar, ist die Breite
des Stützhebels wesentlich größer als die Höhe. Das Verhältnis der Breite zur Höhe
beträgt im dargestellten Ausführungsbeispiel ca. 2:1. Das dem Schwenkhebel 14 zugeordnete
Ende des Stützhebels 15 ist im Sinne eines zylindrischen Zapfens 19 ausgebildet. Wie
besonders die Figur 4 zeigt, ist der Schwenkhebel im Querschnitt U-förmig gestaltet,
wobei die offene Seite der Grundschiene 13 zugewandt liegt. In dem die parallelen
Schenkel verbindenden Mittelsteg des Schwenkhebels 14 sind durch Kaltverformung zwei
Nasen 20,21 eingedrückt, zwischen denen der zylindrische Ansatz liegt. Dadurch kann
sich der Stützhebel 15 nicht in Längsrichtung des Schwenkhebels 14 verschieben. Damit
er nicht herausfällt und sich nicht verkantet, sind auch in den parallelen Schenkel
des Schwenkhebels 14 jeweils zwei aufeinanderzugerichtete Haltezungen 22,23 durch
Kaltverformung eingedrückt, wie besonders aus der Figur 3 zu erkennen ist. Durch die
Rastnasen 20,21 und die Haltezungen 22,23 entfällt die Lagerung mittels eines Bolzens.
Die im Querschnitt ebenfalls U-förmig ausgebildete Grundschiene 13 liegt so, daß die
offenen Seiten des Schwenkhebels 14 und der Grundschiene aufeinanderzugerichtet sind.
Außerdem umgreift der Schwenkhebel 14 die Grundschiene 13, wenn er nicht in einer
Winkelstellung steht. Der die parallelen Schenkel der Grundschiene 13 verbindende
Mittelsteg ist im dargestellten Ausführungsbeispiel mit dreizehn Rasten 18 versehen,
die ebenfalls durch Kaltverformung gebildet sind. In diese Rasten greift das dem Zapfen
19 abgewandte Ende des Stützhebels 15 ein. Dadurch sind insgesamt auch dreizehn Winkelstellungen
für den Schwenkhebel 14 möglich. Wie die Figur 2 deutlich zeigt, werden die Abstände
zwischen zwei Rasten 18 mit kleiner werdenden Abstand zur Drehachse 24 des Schwenkhebels
14 kleiner. Die Kontaktfläche des Stützhebels 15 zu den Rasten 18 steht senkrecht
zur Ebene des Stützhebels 15. Damit immer eine vollflächige Anlage in den Winkelstellungen
erfolgt, sind die der Drehachse 24 abgewandten Flanken der Rasten 18 gegenüber der
vertikalen unterschiedlich schräg gestellt. Im dargestellten Ausführungsbeispiel läßt
sich der Schwenkhebel 14 über einen Winkel von 90° hinaus verschwenken. Dadurch werden
die von den besagten Flanken und den vertikal eingeschlossenen Winkel zunächst in
Richtung zur Drehachse 24 größer. In Richtung zur Drehachse 24 gesehen, werden ab
der zehnten Raste diese Winkel jedoch wieder kleiner, da in diesen Winkelstellungen
der Schwenkhebel 14 unter einem Winkel zur Grundschiene 13 steht, der entweder unter
oder über 90° liegt. Die Figur 2 zeigt auch, daß Abstände zwischen zwei Rasten mit
kleiner werdenden Abstand zur Drehachse 24 kleiner werden. Durch die sich ändernden
Abstände und Winkel wird eine vollflächige Anlage des beweglichen Endes des Stützhebels
15 an den Flanken der Rasten 18 erreicht. Die Figur 2 zeigt besonders deutlich, daß
der von der Grundschiene 13 und dem Stützhebel 15 eingeschlossene Winkel selbst dann
verhältnismäßig groß ist, wenn der Mitnahmezapfen 16 in die Raste 18 eingreift, die
im größten Abstand zur Drehachse 24 des Schwenkhebels liegt. Dies wird durch die flache
Querschnittsform des Stützhebels 15 und der Lagerung unmittelbar unterhalb des Mittelsteges
des Schwenkhebels 14 erreicht. Dabei ist es dann außerdem noch von Vorteil, daß die
Rasten 18 der Grundschiene 13 an der dem Schwenkhebel 14 abgewandten Seite der Grundschiene
13 liegen.
[0009] Der Schwenkhebel 14 ist mit dem in der Darstellung linken Enden an dem linken Ende
der Grundschiene 13 drehbar gelagert. Diese Lagerung zeigt die Figur 4. Danach sind
durch Kaltverformung in die parallelen Schenkel des Schwenkhebels 15 aufeinanderzugerichtete,
zylindrische Ansätze 25,26 geformt. Diese Ansätze 25,26 greifen in entsprechend ausgelegte
Bohrungen der parallelen Schenkel der Grundschiene 13 ein. Die Stirnflächen der Ansätze
25,26 stehen gegenüber den Innenflächen der parallelen Schenkel der Grundschiene 13
nur unwesentlich vor. Dadurch wird es möglich, daß der Schwenkhebel 14 eingeklippst
wird, indem die parallelen Schenkel nach außen gebogen werden und zurückfedern. Diese
elastische Verformung wird möglich, da das Ende des Schwenkhebels 14 abgeschrägt ist,
wie durch die Schrägflächen 27 erkennbar. Durch diese einfache Fertigung werden die
Herstellkosten des erfindungsgemäßen Schwenkbeschlages noch zusätzlich verringert.
[0010] Es sei noch erwähnt, daß die Stabilität des Schwenkhebels 14 und ggf. auch der Grundschiene
13 durch eingeformte Sicken od. dgl. erhöht werden kann. Der Schwenkhebel 14 wird
immer an das zu verschwenkende Möbelteil angeschlagen.
1. Schwenkbeschlag für Möbel mit verschwenkbaren Möbelteilen, vorzugsweise für Betten,
Liegen od. dgl., mit einem im Querschnitt U- oder C-förmigen Schwenkhebel, der mit
einem Ende schwenkbar an einer ortsfesten, Rasten aufweisenden Grundschiene derart
gelagert ist, daß seine offene Seite der Grundschiene zugewandt liegt, und mit einem
Stützhebel, der mit einem Ende drehbar an dem Schwenkhebel und mit seinem anderen
Ende in der Grundschiene geführt ist, und welcher zur Fixierung der Winkelstellung
des Schwenkhebels zur Grundschiene in der jeweiligen Raste eingreift, dadurch gekenzeichnet, daß die Breite des Stützhebels (15) größer ist als die Höhe, und daß das dem Schwenkhebel
(14) zugewandte Ende des Stützhebels (15) als zylindrischer Ansatz (19) ausgebildet
ist, der zumindest an dem die parallelen Schenkel des Schwenkhebels (14) verbindenden
Mittelsteg gelagert ist.
2. Schwenkbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der jeweilige Abstand
von zwei Rasten (18) der Grundschiene (13) in Richtung zur Drehachse (24) des Schwenkhebels
(14) kleiner wird, und daß die von den der Drehachse (24) des Schwenkhebels (14) abgewandt
liegenden Flanken der Rasten (18) und der vertikal eingeschlossenen Winkel zumindest
in dem der Drehachse (24) abgewandten Bereich mit kleiner werdenden Abstand der jeweiligen
Raste (18) zur Drehachse (24) des Schwenkhebels (14) von Raste (18) zu Raste (18)
größer werden.
3. Schwenkbeschlag nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Winkel der in der
Drehachse (24) des Schwenkhebels (14) zugewandten Bereiches liegenden Rasten (18),
von der Drehachse (24) aus gesehen, von Raste zu Raste größer werden.
4. Schwenkbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der die parallelen
Schenkel des Schwenkhebels (14) verbindende Mittelsteg zur Bildung einer Lagerstelle
für das zugeordnete zylindrische Ende des Stützhebels (15) zwei durch Prägen hergestellte
Nasen (20,21) aufweist durch die der Stützhebel (15) gegen Verschiebung in Längsrichtung
gesichert ist.
5. Schwenkbeschlag nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die parallel und im Abstand
zueinander stehenden Schenkel des Schwenkhebels (14) aufeinanderzugerichtete, durch
Prägen hergestellte Haltezungen (22,23) aufweisen.
6. Schwenkbeschlag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkhebel (14)
in der eingeschwenkten Stellung die Grundschiene (13) umgreift, daß die parallelen
Schenkel des Schwenkhebels (14) zur drehbaren Lagerung zwei aufeinanderzugerichtete
zylindrische Ansätze (25) aufweisen, die in entsprechende Bohrungen der parallelen
Schenkel der Grundschiene (13) eingreifen.
7. Schwenkbeschlag nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ansätze (25,26) durch
Prägen hergestellt sind.