(19)
(11) EP 0 492 218 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.07.1992  Patentblatt  1992/27

(21) Anmeldenummer: 91120970.8

(22) Anmeldetag:  06.12.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5H01J 37/02, H01J 37/20
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 20.12.1990 DE 4041029

(71) Anmelder: Siemens Nixdorf Informationssysteme Aktiengesellschaft
D-33102 Paderborn (DE)

(72) Erfinder:
  • Gelzer, Friedbert
    W-8900 Augsburg (DE)
  • Würtenberger, Volker, Dipl.-Ing.
    W-8900 Augsburg (DE)

(74) Vertreter: Fuchs, Franz-Josef, Dr.-Ing. et al
Postfach 22 13 17
D-80503 München
D-80503 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Kühlvorrichtung für elektronische Bauelemente in einer Vakuumkammer


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf eine Kühlvorrichtung für Bauelemente (4), die sich zum Zwecke der Funktionsprüfung mittels gebündelter Elektronen- oder Ionenstrahlen in einer Vakuumkammer (12) befinden. Bei herkömmlichen Anordnungen besteht die Kühlung aus einem flüssigkeitsgekühlten Metallblock, der in der Vakuumkammer (12) zwischen dem Bauteil (4) und der die Elektronenstrahlung erzeugenden optoelektronischen Säule montiert ist, wobei die Kühlflüssigkeit über Schläuche aus der Vakuumkammer (12) nach außen geleitet wird. Nachteilig an dieser Lösung ist die Notwendigkeit, durchflossene Rohre in die Vakuumkammer (12) einzuführen. Außerdem ist diese Lösung für Bauteile in TAB-Montage nicht realisierbar. Zur Vermeidung dieser Nachteile sieht die Erfindung vor, daß ein Kühlkörper (14) über eine an der Oberseite der Vakuumkammer (12) befindliche abgedichtete Öffnung in die Vakuumkammer (12) eingesetzt und mit der Rückseite des Bauelements (4) unmittelbar kontaktiert wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Kühlvorrichtung für Bauelemente, die sich zum Zwecke der Funktionsprüfung mittels gebündelter Elektronen- oder Ionenstrahlen in einer Vakuumkammer befinden.

    [0002] In Elektronenstrahlmeßgeräten, Rasterelektronenmikroskopen oder fokussierten Ionenstrahlgeräten werden elektronische Bauelemente zum Zwecke einer internen Analyse in der evakuierten Prüfkammer elektrisch betrieben.

    [0003] Ein solches Elektronenstrahlmeßgerät ist in dem Prospekt der Firma Schlumberger "Technologies IDS 4000 Integrated Diagnostic System", August 1988, beschrieben, mit dem es möglich ist, Fehler bei integrierten Schaltungen oder Leiterplatten rasch und präzise festzustellen.

    [0004] Sein grundsätzlicher Aufbau ist in FIG 1 dargestellt. Die den Elektronenstrahl erzeugende, senkrecht angeordnete optoelektronische Säule 8 wird an einem Aufnahmerahmen 9 gehalten, der zugleich eine Justieranlage 7 enthält, die eine Verschiebung der Säule 8 in der horizontalen XY-Ebene gestattet. Die gesamte Apparatur befindet sich in einem Schrank, der Teil eines Arbeitsplatzes ist, der mit einer Arbeitsplatte 10 abgedeckt ist. Der Prüfling 4 befindet sich im Innern einer Vakuumkammer 12, die über die Abdeckhaube 2, die aus der Arbeitsplatte 10 herausragt, zugänglich ist. An der oberen Innenseite der Abdeckhaube ist eine Fassung 5 zur Aufnahme des Prüflings 4 angebracht und die einzelnen Kontakte dieser Fassung sind vakuumdicht auf die Außenseite der Abdeckhaube 2 in Anschlußstifte 3 geführt. Die optoelektronische Säule ragt mittels eines Balges 13 abgedichtet in die Vakuumkammer 12 hinein.

    [0005] Die durch die Verlustleistung entstehende Wärme kann nur durch Wärmeleitung aus der Kammer abgeführt werden. Speziell bei bipolaren Schaltkreisen mit ihren Verlustleistungen bis zu 40 Watt, entsteht dabei eine erhebliche Temperaturdifferenz zwischen Sperrschicht und Umgebung, die die Kontrolle der Chiptemperatur erschwert.

    [0006] Die im vorgenannten Prospekt beschriebene Lösung nach FIG 2 zeigt einen flüssigkeitsgekühlten Metallblock 14, der in der Vakuumkammer 12 zwischen dem Prüfling 4 und der optoelektronischen Säule 8 montiert ist. Die Kühlflüssigkeit wird über Schläuche 15, 16 aus der Vakuumkammer 12 nach außen geleitet.

    [0007] Die Wärmeableitung erfolgt über das Gehäusematerial, das neben der aktiven Chipfläche steht. Neben den präperativen Problemen, die dadurch insbesondere für plastikgehäuste Bauteile entstehen, ist auch der Wärmeübergangswiderstand dieser Lösung relativ hoch. Für Bauteile in TAB-Montage (Tape Automatic Bonding) ist diese Lösung gar nicht realisierbar. Nachteilig an dieser Lösung ist außerdem die Notwendigkeit, durchflossene Rohre in die Vakuumkammer einzuführen.

    [0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Kühlvorrichtung anzugeben, durch die die vorstehend genannten Nachteile vermieden werden.

    [0009] Zur Lösung dieser Aufgabe wird die Kühlvorrichtung gemäß der Erfindung derart ausgebildet, daß ein stempelartig ausgebildeter Kühlkörper über eine an der Oberseite der Vakuumkammer abgedichtete Öffnung in die Vakuumkammer eingesetzt und mit der Rückseite des Bauteiles unmittelbar kontaktiert ist.

    [0010] Durch diese Maßnahmen wird eine große Berührungsfläche und eine kurze Entfernung zwischen aktiver Chipseite und Kühlkörper erreicht, was für einen geringen Wärmeübergangswiderstand sorgt.

    [0011] In weiterer Ausgestaltung ist der Kühlkörper außerhalb der Vakuumkammer mit einer Kühlrippe verbunden, die auf der Abdeckhaube der Vakuumkammer befestigt ist. Die Abführung der Wärme an den Kühlrippen erfolgt über ihnen zugeführter, temperaturgeregelter Kühlluft, wobei der Istwert der Temperaturregelung durch einen Temperaturregler erzeugt wird, der durch eine Bohrung im Kühlkörper unmittelbar an die zu kühlende Fläche des Bausteins gebracht wird.

    [0012] Die Abdichtung des Kühlkörpers zur Vakuumkammer erfolgt über einen elektrisch isolierenden Ring, der an seiner Ober- und Unterseite Nuten enthält, in denen Dichtungen eingefügt sind.

    [0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Kühlkörper in Höhe und Neigung zur Kontaktfläche mit dem Bauelement verstellbar sein.

    [0014] Dabei ist es zweckmäßig, daß die Verstellbarkeit der Stirnfläche des Kühlkörpers über ein Kugelgelenk erfolgt. Die Verstellbarkeit der Höhe des Kühlkörpers wird durch federnde Verbindungen im Innern des Kühlkörpers sichergestellt.

    [0015] Anhand der Ausführungsbeispiele nach den FIG 3 und 4 wird die Erfindung näher erläutert.

    [0016] Es zeigen

    FIG 3 einen Ausschnitt aus einem Elektronenstrahlmeßgerät mit einem temperaturgeregelten Kühlkörper,

    FIG 4 einen Ausschnitt aus einem Elektronenstrahlmeßgerät mit einem höhen- und neigungsverstellbaren Kühlkörper.



    [0017] Die Abdeckhaube 2 des Elektronenstrahlmeßgerätes ist an seiner Oberseite mit einer Öffnung versehen, durch die der als Kühlstempel ausgebildete Kühlkörper 14 in das Innere der Vakuumkammer 12 hineinragt. Die Kühlrippen 16 des Kühlkörpers 14 befinden sich außerhalb der Vakuumkammer und sind mit dem Kühlkörper fest verbunden. Auf den Kühlrippen 16 wird temperaturgeregelte Kühlluft 19 geblasen. Der Istwert für die Temperaturregelung wird durch den Temperaturfühler 15 erzeugt, der durch eine Bohrung im Kühlkörper 14 bis auf weniger als 1mm an die Kühlfläche 22 des Bauelementes 4 herangebracht wird. Die Signalzuführungen erfolgen seitlich vom Kühlstempel versetzt.

    [0018] Die Abdichtung zur Vakuumkammer 12 erfolgt über einen elektrisch isolierenden Ring 17 und über die entsprechend in den Nuten 20 des Ringes 17 eingelegten Dichtungen 18. Durch die Anordnung der Dichtungen wird erreicht, daß bei evakuierender Vakuumkammer 12 die Dichtringe 18 stärker angepreßt werden. Ein weiterer Vorteil dieser Lösung ist die geringe thermische Trägheit des Aufbaus, die schnelle Temperaturwechsel zur Detektion temperaturabhängiger Fehler ermöglicht.

    [0019] Der Stempel kann dabei, wie in FIG 4 gezeigt, neigungs- und höhenabhängig verstellt werden. Diese Verstellung erfolgt durch ein Kugelgelenk, das an der Unterseite des Kühlkörpers 14 angebracht ist, wodurch die Stirnfläche 21 des Kühlkörpers 14 an die Lage der Kontaktfläche 22 des Bauteiles 4 angepaßt werden kann. Durch den Einsatz der federnden Verbindung 24 im Innern des Kühlkörpers 14 kann eine automatische Anpassung an unterschiedliche Höhen zwischen Kühlstempel und Bauelement 4 erreicht werden. Die Abdichtung zur Vakuumkammer 12 erfolgt wieder über den isolierenden Ring 17 und die Dichtungen 18, wobei durch die Höhe des isolierenden Ringes 17 bereits eine zusätzliche grobe Höhenjustage erfolgen kann. Die vorstehend beschriebene Kühlvorrichtung kann entsprechend angepaßt auch bei anderen Prüflingen, wie z.B. Leiterplatten, angewandt werden.


    Ansprüche

    1. Kühlvorrichtung für Bauelemente, die sich zum Zwecke der Funktionsprüfung mittels gebündelter Elektronen- oder Ionenstrahlen in einer Vakuumkammer befinden, dadurch gekennzeichnet, daß ein stempelartig ausgebildeter Kühlkörper (14) über eine an der Oberseite der Vakuumkammer (12) abgedichtete Öffnung in die Vakuumkammer eingesetzt und mit der Rückseite des Bauteiles (4) unmittelbar kontaktiert ist.
     
    2. Kühlvorrichtung für Bauelemente nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Küblkörper (14) außerhalb der Vakuumkammer (12) mit einer Kühlrippe (16) verbunden ist, die auf einer Abdeckhaube (2) der Vakuumkammer (12) befestigt sind.
     
    3. Kühlvorrichtung für Bauelemente nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abführung der Wärme an den Kühlrippen (16) durch auf sie aufgeblasene temperaturgeregelte Kühlluft (19) erfolgt.
     
    4. Kühlvorrichtung für Bauelemente nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Istwert der Temperaturregelung durch einen Temperaturregler (15) erzeugt wird, der durch eine Bohrung im Kühlkörper (14) unmittelbar an die zu kühlende Fläche des Bauelementes (4) gebracht wird.
     
    5. Kühlvorrichtung für Bauelemente nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdichtung des Kühlkörpers (14) zur Vakuumkammer (12) über einen elektrisch isolierenden Ring (17) erfolgt, in dessen Ober- und Unterseite Dichtungen (18) in Nuten (20) eingelegt sind.
     
    6. Kühlvorrichtung für Bauelemente nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kühlkörper in Höhe und Neigung zur Kontaktfläche mit dem Bauelement (4) verstellbar ist.
     
    7. Kühlvorrichtung für Bauelemente nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Neigungsverstellbarkeit der Stirnfläche (21) des Kühlkörpers (14) über ein Kugelgelenk (23) erfolgt.
     
    8. Kühlvorrichtung für Bauelemente nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhenverstellbarkeit des Kühlkörpers (14) durch federnde Verbindungen (24) im Inneren des Kühlkörpers (14) erfolgt.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht