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EP 0 492 229 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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01.07.1992 Patentblatt 1992/27 |
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Anmeldetag: 07.12.1991 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL |
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Priorität: |
11.12.1990 DE 4039504
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Anmelder: Osaka Fuji Corporation |
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Amagasaki, Hyogoken 660 (JP) |
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Erfinder: |
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- Friedrichs, Hans Adolf, Prof. Dr.
W-5650 Solingen 11 (DE)
- Ronkow, Leonid Wladimir, Dr.
W-5120 Herzogenrath (DE)
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Vertreter: Müller-Wolff, Thomas, Dipl.-Ing. |
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HARWARDT NEUMANN,
Patent- und Rechtsanwälte,
Postfach 14 55 53704 Siegburg 53704 Siegburg (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Verfahren zur Extraktion von Metallen aus metallhaltigen Rohstoffen |
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2.1 In herkömmlichen Reduktionsaggregaten werden die Reduktionswärme und die Reduktionsmittel
über die Gasphase zugeführt. Hierbei führen die Brenngase zu Verunreinigungen des
Produkts, z. B. durch die in den Brenngasen enthaltenen Schwefel- und Phosphorgehalte.
Daher wurde für verschiedene Anwendungsfälle ein indirekt beheizter Drehrohrofen entwickelt,
dessen Außenmantel aus hochlegiertem Stahl mit überwiegend Anteilen aus Kobalt, Chrom
und Nickel besteht. Ein derartiger Ofen ist für die Kalzinierung bis zu Temperaturen
von 1200 °C anwendbar.
2.2 Es soll ein Verfahren zur Reduktion von Erzen in einem indirekt beheizten Drehrohrofen
so verbessert werden, daß eine kontinuierliche Herstellung von hochreinen Reaktionsprodukten
bei Temperaturen von oberhalb 1000 °C, vorzugsweise oberhalb von 1200 °C, ermöglicht
wird. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß die Extraktion durch Reaktion
von festen Rohstoffen in einer reinen mit gasförmigen Reaktionsmitteln gefüllten Atmosphäre
erfolgt.
2.3 Das Verfahren wird bevorzugt zur Extraktion von Metallen aus metallhaltigen Rohstoffen
angewendet.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Reduktion von Erzen in einem indirekt beheizten
Drehrohrofen.
[0002] In herkömmlichen Reduktionsaggregaten werden die Reduktionswärme und die Reduktionsmittel
über die Gasphase zugeführt. Hierbei führen die Brenngase zur Verunreinigung des Produkts,
z. B. durch die in den Brenngasen enthaltenen Schwefel- und Phosphorgehalte.
[0003] Deshalb wurde für verschiedene Anwendungsfälle ein indirekt beheizter Drehrohrofen
entwickelt, dessen Außenmantel aus hochlegiertem Stahl mit überwiegenden Anteilen
von Kobalt, Chrom und Nickel besteht. Nach DE-OS 25 26 296 ist ein derartiger Ofen
für die Kalzinierung bis zu Temperaturen von 1200 °C anwendbar.
[0004] Die Reduktion von Erzen erfordert aber im allgemeinen einen wesentlich höheren Temperaturbereich
in der Reduktionszone des Drehrohrofens. Die Temperaturen liegen je nach den gewählten
Ausgangsstoffen und gewünschten Reaktionen in den hauptsächlichen Anwendungsgebieten
zwischen 1000 und 1500 °C, wobei die Temperaturführung im Drehrohr oftmals eine kurzzeitige
Überschreitung der Temperaturbereiche erforderlich macht.
[0005] Unter diesen Temperaturbedingungen sind Drehrohröfen mit Stahlmantel nicht einsetzbar,
da die thermische Stabilität oberhalb von 1000 °C rapide abfällt. Keramische Auskleidungen
von Stahlrohren können zwar die Abriebbeständigkeit des Rohres bei hohen Temperaturen
verbessern und u. U. auch Materialanbackungen an der Wand vermindern, jedoch bewirken
sie gleichzeitig eine thermische Isolierung des Reaktionsrohres, so daß eine indirekte
Beheizung, z. B. eine elektrische Widerstandsbeheizung, nicht verwendet werden kann.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, das Verfahren zur Reduktion von Erzen
in einem indirekt beheizten Drehrohrofen so zu verbessern, daß eine kontinuierliche
Herstellung von hochreinen Reaktionsprodukten bei Temperaturen von oberhalb 1000 °C,
vorzugsweise oberhalb von 1200 °C, ermöglicht wird.
[0007] Die Aufgabe wird durch die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale gelöst. Eine
wesentliche Voraussetzung ist es, daß die Reduktionswärme nicht über die Gasphase,
sondern durch Strahlung und Wärmeleitung zugeführt wird. Dabei kann die Gasphase während
der Reduktion ganz auf die gewünschte Produktqualität eingestellt werden.
[0008] Als Aggregat für dieses Verfahren eignet sich ein keramisches Drehrohr, das indirekt
beheizt wird. Die indirekte Beheizung kann von außen mit Brenngasen oder durch elektrische
Energie erfolgen. Grundsätzlich lassen sich Temperaturbereiche von 500 bis 1500 °C
realisieren, vorzugsweise wird das indirekt beheizte Keramikrohr aber bei Temperaturen
oberhalb von 1200 °C eingesetzt, da es eine hohe Temperaturstabilität im Vergleich
zu Stahlmänteln aufweist.
[0009] Als Anwendungsfälle lassen sich für das erfindungsgemäße Verfahren ganz allgemein
die Reduktion von Oxiden mit gasförmigen Reduktionsmitteln, wie z. B. mit Wasserstoff
und Kohlenmonoxid angeben. Als Ausgangsstoffe können Oxide der folgenden Metalle (Elemente)
genannt werden: Eisen, Germanium, Arsen, Vanadin, Niob, Tantal, Molybdän, Wolfram,
Rhenium, Ruthemium, Kupfer, Zink, Kobalt, Nickel.
[0010] Zur Chlorierung von Oxiden zu gasförmigen Chloriden können folgenden Beispiele genannt
werden, wobei als Produkte sehr reine Chloride erhalten werden:
MgO→MgCl₂, TiO₂→TiCl₄, ZnO₂, HfO₂
[0011] Als Beispiel für die Oxidation von Chloriden zu hochreinen Metallen kann folgenden
Reaktion angegeben werden:
TiCl₄ wird oxidiert zu Ti
.
[0012] Als weiteres Bespiel für die Direktreduktion von Eisenerzpellets mit Kohlenmonoxid
und Wasserstoff kann die schwefel- und phosphorfreie Erzeugung von Eisenschwamm angeführt
werden. Allen Verfahren gemeinsam ist, daß keine schmelzflüssige Phase in dem Drehrohr
auftreten darf, sondern daß die Temperaturen jeweils so gewählt werden müssen, daß
nur Feststoffe bzw. Gase an der Reaktion teilnehmen.
[0013] Bei der Durchführung der Versuche wurden keine Verunreinigungen der Reaktionsstoffe
durch das Rohrmaterial bzw. durch die Verbrennungsgase festgestellt. Ebenfalls wurden
keine Materialanbackungen an der Wand beobachtet. Die Abriebbeständigkeit des Keramikrohres
gegenüber den herkömmlichen Stahlrohren war erheblich verbessert.
[0014] Das Material des keramischen Rohres wurde durch Aufspritzen von oxid- und nichtoxidischen
keramischen Rohstoffen auf einen innengekühlten Formkern im wasserstabilisierten Plasmastrahl
erzeugt. Die einzelnen Lagen der aufgespritzen Schichten hatten eine Dicke von 0,5
- 2,5 mm und wiesen eine feine, homogen verteilte Porosität auf. Bei mehrlagigen Schichten
ergab dies einen spannungsfreien Keramikkörper, der auch bei schockartiger Temperaturbeanspruchung
keine Risse oder bleibenden Verformungen aufwies. Mit diesem Verfahren können Keramikrohre
mit einer Länge von 4 - 10 m und einem Außendurchmesser von 0,5 - 1,5 m hergestellt
werden, wobei die jeweiligen Abmessungen den mechanischen und thermischen Beanspruchungen
anzupassen sind.
1. Verfahren zur Extraktion von Metallen aus metallhaltigen Rohstoffen, insbesondere
aus Erzen, dadurch gekennzeichnet, daß die Extraktion durch Reaktion von festen Rohstoffen
in einer reinen mit gasförmigem Reaktionsmittel gefüllten Atmosphäre erfolgt.
2. Verfahren zur Reduktion von Erzen in einem indirekt beheizten Drehrohrofen, dadurch
gekennzeichnet, daß im Reaktionsraum ausschließlich die zur Reduktion benötigten Reaktionspartner
vorhanden sind.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Reaktionsraum während der
Reduktion von Erzen frei von Brenngasen ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Reaktionstemperaturen oberhalb von 1200 °C liegen.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, bestehend aus einem indirekt beheizten
Drehrohrofen, dadurch gekennzeichnet, daß als Drehrohr ein keramisches Rohr verwendet
wird.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
keramische Rohr ein selbstragendes Rohr ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
keramische Rohr feine, homogen verteilte Poren aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
keramische Rohr einen schichtartigen Aufbau besitzt, wobei die einzelnen Schichten
durch Plasmaspritzen erzeugt werden.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schichten eine Dicke von 0,5 - 2,5 mm aufweisen und die Gesamtdicke der keramischen
Rohrwand zwischen 8 und 12 mm liegt.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Länge des keramische Rohres zwischen 4 und 10 m bei einem Außendurchmesser von 0,5
- 1,5 m beträgt.
