[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum flächenhaften Auftragen von streichfähigen
Medien, wie Leim, Lack etc., auf ein vorzugsweise bahnförmiges Trägermaterial, insbesondere
eine bedruckte Papierbahn, mit zwei einen Arbeitsspalt, durch den das Trägermaterial
hindurchführbar ist, begrenzenden Arbeitszylindern, von denen wenigstens einer als
aus einem Kern mit umfangsseitiger Gummiauflage bestehender Übertragungszylinder ausgebildet
ist, dem eine Versorgungseinrichtung zugeordnet ist, die vorzugsweise wenigstens eine
zur Anlage am zugeordneten Übertragungszylinder bringbare Auftragwalze enthält.
[0002] Leimvorrichtungen eingangs erwähnter Art sind bekannt. Diese finden in der Regel
im Rahmen von sogenannten Inline-Produktionsstraßen Verwendung. Diese bekannten Anordnungen
bestehen aus einem stationären Gestell, auf dem die Arbeitszylinder und die zugeordneten
Versorgungseinrichtungen aufgenommen sind. Es ist daher praktisch nicht möglich, die
Arbeitszylinder auszutauschen. Beim Auftragen von Leim wird eine vergleichsweise weiche
Umfangsfläche der Übertragungszylinder benötigt. Hierzu finden vergleichsweise dicke,
auf einen Metallkern aufgeklebte Schaumstoffklischees Verwendung, die entsprechend
dem gewünschten Druckbild zugeschnitten sind. Demgegenüber wird beim Auftragen von
Lack mit einer durch ein Gummituch gebildeten Umfangsfläche gearbeitet.
[0003] Sofern nun versucht wird, was in der Praxis nicht selten vorkommt, die bekannten
Leimvorrichtungen zum Auftragen von Lack zu benutzen, muß auf den vergleichsweise
dünnen Metallkern ein vergleichsweise dicker Bezug aufgebracht werden. In diesem Zusammenhang
ist nämlich davon auszugehen, daß in jedem Falle ein dem Arbeitsdurchmesser der Druckwerkszylinder
einer vorgeordneten Druckmaschine entsprechender Arbeitsdurchmesser der Arbeitszylinder
der Leim- bzw. Lackiervorrichtung erreicht werden muß. Bisher muß daher das beim Lackieren
Verwendung findende, vergleichsweise dünne Gummituch mit Auffütterungsmaterial unterlegt
werden. Dies führt jedoch zu einem vergleichsweise dicken und dementsprechend sehr
elastischen Gesamtbezug, was beim Auftragen von Lack ungünstig ist. Zudem besteht
die Gefahr, daß ein derartiger, mehrlagiger Bezug auch nicht die erforderliche Haltbarkeit
aufweist. Abgesehen davon ergibt die Verwendung eines mehrlagigen Bezugs auch einen
nicht unerheblichen Aufwand.
[0004] Hiervon ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung
eingangs erwähnter Art mit einfachen und kostengünstigen Mitteln unter Vermeidung
der Nachteile der bekannten Anordnungen so zu verbessern, daß ein schneller Wechsel
von einer Betriebsart zu einer anderen möglich ist und daß dennoch in jedem Falle
optimale Arbeitsbedingungen erreicht werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein wenigstens eine Auftrageinrichtung
und eine Aufnahmeeinrichtung für eine Kassette aufweisendes, stationäres Grundgestell,
an dem jeweils eine mit zwei Arbeitszylindern versehene Wechselkassette fixierbar
ist.
[0006] Mit diesen Maßnahmen lassen sich die eingangs geschilderten Nachteile vollständig
beseitigen. Die erfindungsgemäßen Maßnahmen bieten die Möglichkeit eines schnellen
und einfachen Zylinderwechsels, so daß die erfindungsgemäße Vorrichtung schnell und
einfach z.B. von Leimauftrag auf Lackauftrag umgerüstet werden kann und umgekehrt,
wobei der Kerndurchmesser des Übertragungszylinders bzw. der Übertragungszylinder
in jedem Falle den speziellen Bedürfnissen des Einzelfalls angepaßt sein kann. Die
für Leimauftrag vorgesehene Kassette bzw. Kassetten kann bzw. können dementsprechend
mit jeweils wenigstens einem Übertragungszylinder versehen sein, dessen Kerndurchmesser
kleiner ist als der Kerndurchmesser des bzw. der Übertragungszylinder einer für Lackauftrag
vorgesehenen Kassette. Eine Unterfütterung ist daher in vorteilhafter Weise nicht
notwendig, was sich nicht nur vorteilhaft auf die erzielbare Oberflächenhärte, sondern
auch auf die Zylinderhaltbarkeit auswirkt. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen
Maßnahmen ist darin zu sehen, daß durch Abnahme der Kassetten ein geräumiger Bypass
für das Trägermaterial geschaffen werden kann, sofern die erfindungsgemäße Vorrichtung
außer Betrieb sein soll. Es ist daher in vorteilhafter Weise nicht erforderlich, durch
Verschwenken der Arbeitszylinder einen derartigen Bypass zu schaffen. Vielmehr ist
lediglich die Wechselkassette abzunehmen. Außerdem ist vorteilhaft, daß die kassettenseitigen
Arbeitszylinder bei abgenommener Kassette gut zugänglich sind, was die Reinigung,
Wartung und Instandhaltung erleichtert. Die erfindungsgemäßen Maßnahmen ermöglichen
zudem in vorteilhafter Weise auch eine Erweiterung einer zunächst vorhandenen Grundausrüstung
Zug um Zug, indem einfach weitere Wechselkassetten angeschafft bzw. das Grundgestell
mit einem Aufsatz versehen werden. Die erfindungsgemäßen Maßnahmen gewährleisten somit
in vorteilhafter Weise eine hohe Vielseitigkeit und ergeben damit insgesamt eine ausgezeichnete
Wirtschaftlichkeit.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten Maßnahmen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0008] Nachstehend wird Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.
Hierbei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen, kombinierten Leim- und Lackiervorrichtung
mit einer für einseitigen Leimauftrag von unten geeigneten Wechselkassette,
- Figur 2
- eine Seitenansicht einer für einseitigen Leimauftrag von oben geeigneten Wechselkassette
und
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit eingesetzter,
für zweiseitigen Lackauftrag geeigneten Wechselkassette.
[0009] Der Aufbau von Druckmaschinen, wie Rollenrotationsdruckmaschinen, ist an sich bekannt
und bedarf daher im vorliegenden Fall keiner näheren Erläuterung mehr. Dasselbe gilt
für an solche Druckmaschinen sich anschließende Inline-Produktionsstraßen. Im Rahmen
einer derartigen Produktionsstraße soll nach dem letzten Druckwerk und vor dem Trockner
die der Zeichnung zugrundeliegende, kombinierte Leim- und Lackiervorrichtung angeordnet
sein, mit welcher Dispersionsleim bzw. Dispersionslack verarbeitet, das heißt auf
die in der vorgeordneten Druckmaschine bedruckte Papierbahn aufgetragen werden kann.
[0010] Hierzu sind zwei Arbeitszylinder 1, 2 vorgesehen, zwischen denen die Papierbahn 3
hindurchgeführt wird. Der Arbeitsdurchmesser der Arbeitszylinder 1, 2 entspricht dem
Arbeitsdurchmesser der Druckwerkszylinder der vorgeordneten Druckmaschine, wodurch
einem sogenannten Doublieren vorgebeugt werden soll. Bei der der Figur 1 zugrundeliegenden
Anordnung fungieren der untere Arbeitszylinder 1 als Übertragungszylinder und der
obere Arbeitszylinder 2 als Gegenhaltezylinder. Dieser besitzt hier eine harte Metalloberfläche.
Bei Verwendung von Chrom ergibt sich eine farbabstoßende Wirkung, wodurch einem Abschmieren
des frischen Drucks auf der Papierbahn 3 vorgebeugt werden kann. Zusätzlich kann der
als Gegenhaltezylinder fungierende Arbeitszylinder 2 hierzu mit einem farbabstoßenden
Feuchtmittelfilm versehen werden, was weiter unten noch näher ausgeführt werden wird.
Der als Übertragungszylinder fungierende Arbeitszylinder 1 besteht aus einem Metallkern
4, auf den eine demgegenüber weiche Umfangsauflage 5 aufgebracht ist.
[0011] Der als Übertragungszylinder fungierende Arbeitszylinder 1 wird durch eine zugeordnete
Versorgungseinrichtung 6 mit Leim bzw. Lack versorgt. Die Versorgungseinrichtung 6
besteht hier aus einer am Übertragungszylinder anliegenden Auftragwalze 7, die mit
einer in eine Wanne 8 eintauchenden Tauchwalze 9 und einer Dosierwalze 10 zusammenwirkt.
Die Auftragwalze 7 und die Tauchwalze 9 wirken hier mit ihre Stirnseiten abrakelnden
Seitenrakeln 11 zusammen. Die Vorratswanne 8 wird je nach Betriebsart mit Leim oder
Lack beschickt. Dies kann im Durchlaufverfahren geschehen. Zusätzlich kann die Vorratswanne
8 mit einer Konditioniereinrichtung zum Kühlen oder Heizen des jeweiligen Mediums
versehen sein.
[0012] Bei der den Figuren 1 und 3 zugrundeliegenden Ausführung sind jeweils zwei übereinander
angeordnete Versorgungseinrichtungen 6 vorgesehen. Diese sind auf einem stationären
Grundgestell 12 aufgenommen. Es wäre denkbar, das Grundgestell 12 zweiteilig zu gestalten,
das heißt so auszubilden, daß es zunächst lediglich die untere Versorgungseinrichtung
6 enthält und durch einen die obere Versorgungseinrichtung 6 aufnehmenden Aufsatz
erweitert werden kann, wie durch die Trennfuge 13 angedeutet ist. Die Arbeitszylinder
1, 2 sind auf einer Wechselkassette 14 aufgenommen, die wahlweise auf dem Grundgestell
12 aufnehmbar ist. Das Grundgestell 12 ist hierzu mit einer entsprechenden Aufnahmeeinrichtung,
hier in Form einer Wandausnehmung 15 versehen, in welche die Wechselkassette mit einem
entsprechenden Vorsprung einschiebbar ist. Zur Justierung und Fixierung können Bolzen
und/oder Schrauben vorgesehen sein, wie bei 16 angedeutet ist.
[0013] Die am Grundgestell 12 lösbar festlegbare Wechselkassette 14 ist abnehmbar und durch
eine andere Wechselkassette ersetzbar, deren Arbeitszylinder für eine andere Betriebsart
eingerichtet sind. Dementsprechend können einem Grundgestell 12 mehrere Wechselkassetten
14 der in Figur 2 angedeuteten Art zugeordnet sein. Jede Wechselkassette 14 besteht
aus einem Kassettengestell 17, auf dem die zugeordneten Arbeitszylinder 1, 2 aufgenommen
sind. Die Kassettengestelle 17 aller Wechselkassetten 14 sind gleich und so konfiguriert,
daß sie auf die zugeordnete Aufnahmeeinrichtung 15 des Grundgestells 12 passen. Die
Anordnung und Ausbildung der Arbeitszylinder 1, 2 der verschiednenen Wechselkassetten
14 ist unterschiedlich, um unterschiedliche Betriebsarten bewerkstelligen zu können.
[0014] Die Arbeitszylinder 1, 2 der in Figur 1 am Grundgestell 12 fixierten Wechselkassette
14 sind so angeordnet, daß nur der untere Arbeitszylinder 1, der hier als Übertragungszylinder
fungiert, in Kontakt mit der Auftragwalze 7 der benachbarten, unteren Versorgungseinrichtung
6 kommt. Zwischen dem oberen, als Gegenhaltezylinder fungierenden Arbeitszylinder
2 und der benachbarten Auftragwalze der oberen Versorgungseinrichtung 6 ergibt sich
ein Spalt. Der als Übertragungszylinder fungierende, untere Arbeitszylinder 1 ist
hier so ausgebildet, daß Leim auf die Papierbahn 2 aufgetragen werden kann. Hierzu
ist der Durchmesser des Kerns 4 so dimensioniert, daß auf ihm weiche, vergleichsweise
dicke Schaumstoffklischees zur Bildung des Umfangsbezugs 5 aufgenommen werden können.
Die Dicke dieser Schaumstoffklischees beträgt 3 bis 4 mm. Diese werden entsprechend
dem gewünschten Leimauftragbild zugeschnitten und auf den Kern 4 mittels selbstklebender
Folien aufgeklebt. Die Wanne 8 der hier aktivierten, unteren Versorgungseinrichtung
6 wird bei der der Figur 1 zugrundeliegenden Betriebsart mit Leim beaufschlagt. Die
obere Versorgungseinrichtung 6 ist stillgelegt.
[0015] Die der Figur 2 zugrundeliegende Wechselkassette dient zum Auftragen von Leim auf
die Oberseite der Papierbahn 3. Dementsprechend befindet sich hier der als Übertragungszylinder
fungierende Arbeitszylinder 1 oberhalb des als Gegenhaltezylinder fungierenden Arbeitszylinders
2. Der hier obere Arbeitszylinder 1 ist dabei so angeordnet, daß er beim Einsetzen
der Wechselkassette 14 in das Grundgestell 12 in Kontakt mit der benachbarten Auftragwalze
der oberen Versorgungseinrichtung 6 kommt, die in diesem Fall aktiviert wird. Ansonsten
kann der Aufbau der Arbeitszylinder 1, 2 der Figur 2 der Anordnung gemäß Figur 1 entsprechen.
[0016] Soll nun die der Figur 1 zugrundeliegende Vorrichtung von Leimauftrag auf die Bahnunterseite
auf Leimauftrag auf die Bahnoberseite umgestellt werden, wird einfach die in Figur
1 am Grundgestell 12 fixierte Wechselkassette 14 entfernt und durch die der Figur
2 zugrundeliegende Wechselkassette 14 ersetzt. Gleichzeitig werden die obere Versorgungseinrichtung
6 aktiviert und die untere Versorgungseinrichtung 6 passiviert.
[0017] Bei dem der Figur 3 zugrundeliegenden Beispiel befindet sich eine weitere Wechselkassette
14 im Einsatz, die für ganzflächige Lackierung der Bahn 3 von oben und unten eingerichtet
ist. Ansonsten entspricht der Aufbau der Anordnung gemäß Figur 1. Für gleiche Teile
finden daher gleiche Bezugszeichen Verwendung. Bei dem der Figur 3 zugrundeliegenden
Beispiel kommt jeder Arbeitszylinder 1, 2 der am Grundgestell 12 fixierten Wechselkassette
14 zur Anlage an der jeweils benachbarten Auftragwalze 7. Beide Arbeitszylinder 1,
2 fungieren hier als Übertragungszylinder und gleichzeitg als dem jeweils gegenüberliegenden
Arbeitszylinder zugeordneter Gegenhaltezylinder. Die für Lackauftrag ausgebildeten
Arbeitszylinder 1, 2 bestehen wiederum aus einem Kern 4 mit hierauf aufgenommener
Umfangsauflage 5. Diese wird hier durch einen Gummibezug mit einer Dicke von etwa
1,5 mm bis 2 mm gebildet. Hierzu kann auf den Kern 5 ein Gummibezug aufvulkanisiert
oder ein Gummituch aufgespannt sein. Der Durchmesser des Kerns 4 ist hierbei entsprechend
der geringeren Dicke des hier Verwendung findenden Umfangsbezugs 5 größer als der
Kern von für Leimauftrag vorgesehenen Übertragungszylindern. Beide Versorgungseinrichtungen
6 werden hier mit Lack beaufschlagt.
[0018] Selbstverständlich wäre es auch denkbar, weitere Wechselkassetten 14, beispielsweise
für einseitigen Lackauftrag vorzusehen. In einem derartigen Fall könnte der als Gegenhaltezylinder
fungierende Arbeitszylinder wiederum mit einer Chromoberfläche versehen und so angeordnet
sein, daß er nicht in Kontakt mit der jeweils benachbarten Auftragwalze kommt. Der
als Übertragungszylinder fungierende Arbeitszylinder könnte den der Figur 3 zugrundeliegenden
Aufbau aufweisen und so angeordnet sein, daß er mit der jeweils benachbarten Auftragwalze
7 in Kontakt kommt. Sofern die ganze, den Figuren 1 und 3 zugrundeliegende Arbeitseinheit
stillgesetzt werden soll, wird die Wechselkassette 14 entfernt und die Bahn 3 einfach
durch das dann kassettenfreie Grundgestell 12 hindurchgeführt.
[0019] Die zwischen letzten Druckwerk und Trockner angeordnete Vorrichtung vorliegender
Art kann vom Maschinenhauptantrieb der Druckmaschine aus angetrieben werden, wie in
Figur 3 angedeutet ist. Hierzu kann zumindest eine auf dem Grundgestell 12 aufgenommene
Walze mit einer über alle anzutreibenden Einheiten sich erstreckenden Längswelle 18
des Maschinenhauptantriebs antriebsmäßig verbunden sein. Im dargestellten Beispiel
sind beide Auftragwalzen 7 mittels der Längswelle 8 antreibbar. Hierzu sind zu beiden
Auftragwalzen 7 führende, mit jeweils einer Schaltkupplung 19 zum Zu- und Abschalten
versehene Antriebsstränge 20 vorgesehen. Die Auftragwalzen 7 können mit seitlichen
Stirnrädern versehen sein, von denen der Antrieb der kassettenseitigen Arbeitszylinder
1, 2 abgeleitet werden kann. Hierzu können diese ebenfalls mit seitlichen Stirnrädern
versehen sein, wobei das seitliche Stirnrad des jeweils als Übertragungszylinder fungierenden
Arbeitszylinders mit dem Stirnrad der zugeordneten Auftragwalze 7 in Eingriff kommt,
wenn die betreffende Wechselkassette 14 in das Grundgestell 12 eingesetzt wird. Den
Tauchwalzen 9 können Einzelantriebe mit steuerbaren Motoren zugeordnet sein, um die
gewünschte Drehzahldifferenz einstellen zu können. Die Dosierwalzen 10 können antriebslos
sein.
[0020] Die in Kontakt mit der Bahn 3 kommenden Arbeitszylinder 1, 2 können entsprechend
der Druckan- bzw. Druckabstellung der Druckwerkszylinder der vorgeordneten Druckmaschine
ebenfalls an- bzw. abgestellt werden. Hierzu können die Arbeitszylinder 1, 2, wie
Figur 3 weiter erkennen läßt, in verstellbaren Exzenterbüchsen 21 gelagert sein, die
mittels der Druckan- bzw. Druckabeinstelleinrichtung der Druckmaschine betätigbar
sind. Eine weitergehende Schwenkbarkeit der Arbeitszylinder ist nicht erforderlich,
da zur Bewerkstelligung eines geräumigen Bypasses bei stillgesetzter Vorrichtung einfach
die Wechselkassette 14 abgenommen werden kann.
[0021] In Fällen, in denen der eine Arbeitszylinder 2 als eine Metalloberfläche aufweisender
Gegenhaltezylinder fungiert, wie bei den Beispielen gemäß Figur 1 und 2, wird dieser
Arbeitszylinder 2, wie weiter oben schon angedeutet wurde, während des Betriebs laufend
mit einem Feuchtmittelfilm prepariert. Hierzu sind die den Figuren 1 und 2 zugrundeliegenden
Wechselkassetten 14 jeweils mit einer dem Arbeitszylinder 2 zugeordneten Befeuchtungseinrichtung
22 versehen, die jeweils aus einer Feuchtauftragwalze 23 und einer hiermit zusammenwirkenden,
in eine Feuchtmittelwanne eintauchenden Tauchwalze 24 bestehen kann. Die Feuchtauftragwalze
23 kann dabei mit einem Strumpf aus Plüsch bezogen sein, so daß der zugeordnete Arbeitszylinder
2 gleichzeitig während des laufenden Betriebs permanent abgewischt und damit gereinigt
wird. Die Feuchtauftragwalze 23 kann dementsprechend mit Relativdrehzahl gegenüber
dem Arbeitszylinder 2 angetrieben werden. Als Feuchtmittel kann Wasser oder einfach
das Offsetfeuchtmittel einer vorgeordneten Offsetdruckmaschine Verwendung finden.
Da der Arbeitszylinder 2 hier einerseits mit einem farbabstoßenden Feuchtmittelfilm
prepariert wird und andererseits permanent abgewischt wird, ist sichergestellt, daß
die Umfangsfläche des Arbeitszylinders 2 über lange Betriebszeiten hinweg sauber gehalten
werden kann. Bei dem der Figur 3 zugrundeliegenden Beispiel bei dem beide Arbeitszylinder
1, 2 als Übertragungszylinder fungieren, ist die Wechselkassette 14 ohne ein Feucht-
und Wischwerk oben umrissener Art.
[0022] Durch die vorstehende Beispielsbeschreibung wird der Schutzbereich der Ansprüche
nicht beschränkt. Vielmehr stehen dem Fachmann eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung,
um den allgemeinen Gedanken der erfindungsgemäßen Lösung mit konstruktivem Gehalt
zu erfüllen. So wäre es beispielsweise auch möglich, neben Wechselkassetten zur Verarbeitung
von Leim und Lack auch weitere Wechselkassetten zur Verarbeitung von sogenannten Rubbel
etc. vorzusehen.
1. Vorrichtung zum flächenhaften Auftragen von streichfähigen Medien wie Leim, Lack etc.,
auf ein vorzugsweise bahnförmiges Trägermaterial, insbesondere eine bedruckte Papierbahn
(3), mit zwei einen Arbeitsspalt, durch den das Trägermaterial hindurchführbar ist,
begrenzenden Arbeitszylindern (1, 2), von denen wenigstens einer als aus einem Kern
(4) mit umfangsseitiger Auflage (5) bestehender Übertragungszylinder ausgebildet ist,
dem eine Versorgungseinrichtung (6) zugeordnet ist, die vorzugsweise wenigstens eine
zur Anlage am zugeordneten Übertragungszylinder bringbare Auftragwalze (7) enthält,
gekennzeichnet durch ein wenigstens eine Versorgungseinrichtung (6) und eine Aufnahmeeinrichtung (15)
für eine Wechselkassette (14) aufweisendes, stationäres Grundgestell (12), an dem
jeweils eine mit zwei Arbeitszylindern (1, 2) versehene Wechselkassette (14) fixierbar
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere, wahlweise am Grundgestell (12) fixierbare Wechselkassetten (14) vorgesehen
sind, deren Arbeitszylinder (1, 2) gleiche, vorzugsweise dem Durchmesser der Druckwerkszylinder
einer vorgeordneten Druckmaschine entsprechende Arbeitsdurchmesser und zumindest teilweise
unterschiedliche Kerndurchmesser aufweisen.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das stationäre Grundgestell (12) zwei übereinander angeordnete Versorgungseinrichtungen
(6) aufweist, wobei wahlweise an beide Versorgungseinrichtungen (6) oder an eine Versorgungseinrichtung
(6) jeweils ein als Übertragungszylinder fungierender Arbeitszylinder (1, 2) eines
auf einer Wechselkassette (14) aufgenommenen Arbeitszylinderpaars anstellbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Grundgestell (12) mit einem an eine zweite Versorgungseinrichtung (6) aufweisenden
Aufsatz versehen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine Wechselkassette (14) zwei Arbeitszylinder (1, 2) mit einem umlaufenden
Gummibezug (5) und wenigstens eine Wechselkassette (14) einen an eine Versorgungseinrichtung
(6) anstellbaren, als Übertragungszylinder fungierenden Arbeitszylinder (1) und einen
hiermit zusammenwirkenden, als Gegenhaltezylinder fungierenden Übertragungszylinder
(2) aufweist, der eine harte, vorzugsweise zumindest teilweise aus Chrom bestehende
Umfangsfläche aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß an den als Gegenhaltezylinder fungierenden Arbeitszylinder (2) eine auf der zugeordneten
Wechselkassette (14) aufgenommene, mit einem im wesentlichen aus Wasser bestehenden
Feuchtmittel, vorzugsweise Offsetfeuchtmittel, beaufschlagbare Feucht- und Wischeinrichtung
(22) anstellbar ist, die eine mit einem vorzugsweise aus Plüsch bestehenden Strumpf
bezogene Auftrag- und Wischwalze (23) aufweist, die vorzugsweise mit einer in eine
Feuchtmittelwanne eintauchenden Tauchwalze (24) zusammenwirkt.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine auf dem Grundgestell (12) aufgenommene Auftragwalze (7) mit dem Maschinenhauptantrieb
(18) antriebsmäßig verbunden ist und daß hiervon zumindest der Antrieb des jeweils
zugeordneten, kassettenseitigen Arbeitszylinders (1, 2) ableitbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die grundgestellseitigen Auftragwalzen (7) und die kassettenseitigen Arbeitszylinder
(1, 2) mit seitlichen, in gegenseitigen Eingriff bringbaren Stirnräder versehen sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie einem Trockner vorgeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die kassettenseitigen Arbeitszylinder (1, 2) mittels einer Druckan-Druckab-Stelleinrichtung
einer vorzugsweise vorgeordneten Druckmaschine aneinander an- bzw. voneinander abstellbar
sind.