[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Einbau von Schichten eines Straßenbaumaterials
durch einen fahrbaren, mit einem Verdichtungsaggregat versehenen Straßenfertiger der
im Oberbegriff von Anspruch 1 erläuterten Art. Die Erfindung bezieht sich weiterhin
auf einen dafür geeigneten Straßenfertiger der im Oberbegriff von Anspruch 5 erläuterten
Art.
[0002] Ein Straßenfertiger, der mit einem stampfend angetriebenen Verdichtungsaggregat zum
Verdichten des seiner Einbaubohle vorgelegten bituminösen Mischgutes arbeitet, ist
der DE-OS 31 14 049 bekannt. Der Tamper oder die Stampferleiste des bekannten Straßenfertigers
wird durch eine Exzenterwelle in Vertikalrichtung bewegt. Die Exzenterwelle wird,
bevorzugt durch einen hydrostatischen Antrieb, mit einer vorbestimmten Drehzahl angetrieben,
wobei die Drehzahl die Frequenz der Vertikalbewegungen und die Exentrizität den Tamperhub
bestimmt. Die Drehzanl der Exzenterwelle und somit die Arbeitsfrequenz des Tampers
ist so eingestellt, daß sie bei der normalen Einbaugeschwindigkeit d. h. der durchschnittlichen
Fahrgeschwindigkeit, des Straßenfertigers entsprechend des verwendeten Straßenbaumaterials
und der gewünschten Schichtstärke, die gewünschten Verdichtungsergebnisse liefert.
Es ergibt sich jedoch bisher immer das Problem, daß insbesondere beim Anfahren des
Straßenfertigers Anfahrbuckel bzw. -vertiefungen entstehen.
[0003] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Einbau von Schichten
eines Straßenhaumaterials durch einen fahrbaren, mit einem Verdichtungsaggregat versehenen
Straßenfertiger und einen dafür geeigneten Straßenfertiger aufzuzeigen, mit dem Unregelmäßigkeiten
in der einzubauenden Schicht beim Anfahren vermieden werden.
[0004] Die Aufgabe wird bei einem Verfahren durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst.
[0005] Es konnte festgestellt werden, daß Unregelmäßigkeiten in der Einbauschicht beim Anfahren
auf eine nicht mit der Einbaugeschwindigkeit abgestimmte Frequenz des Antriebes des
Verdichtungsaggregates zurückzuführen sind. Durch die erfindungsgemäße Kopplung der
Verdichtungsfrequenz an die tatsächliche Einbaugeschwindigkeit wird dieser Nachteil
behoben. Darüberhinaus werden auch Unregelmäßigkeiten in der einzubauenden Schicht
bei Schwankungen der Einbaugeschwindigkeit während des Einbaus oder beim Anhalten
des Fertigers vermieden.
[0006] Die Maßnahme nach Anspruch 2 verbessert die Steuerung.
[0007] Durch die Ausgestaltung nach Anspruch 3 kann die Verdichterfrequenz je nach den Erfordernissen
der einzubauenden Schicht auf genau angepaßte Weise mit der Einbaugeschwindigkeit
gekoppelt werden.
[0008] Die Aufgabe wird bei einem Straßenfertiger durch die in Anspruch 4 angegebenen Merkmale
gelöst.
[0009] Durch den erfindungsgemäßen Sensor kann die tatsächliche Einbaugeschwindigkeit festgestellt
und zum Regeln der Verdichterfrequenz verwendet werden.
[0010] Zweckmäßigerweise wird die Einbaugeschwindigkeit gemäß Anspruch 5 über die Bestimmung
der Fahrgeschwindigkeit des Straßenfertigers am Fahrantrieb festgestellt.
[0011] Die Maßnahme nach Anspruch 6 erhöht die Sicherheit der Steuerung.
[0012] Durch den in Anspruch 7 beschriebenen Regelkreis können Sollwerte für die einzubauende
Schicht vorgegeben werden, so daß die Frequenz des Tamperantriebs entsprechend den
unterschiedlichen Erfordernissen verschiedender Schichten im genau angepaßten Verhältnis
zur Einbaugeschwindigkeit gehalten werden kann.
[0013] Die Erfindung kann gemäß Anspruch 8 sowohl für Rad- als auch für Rampenfahrzeuge
verwendet werden.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
Figur 1 die Seitenansicht eines Straßenfertigers in schematischer Darstellung,
Figur 2 die schematische Darstellung eines Tamperantriebs,
Figur 3 einen schematischen Schaltplan der Steuerung des Tamperantriebs, und
Figur 4 eine bevorzugte Sollwertkurve
Aus Figur 1 ist ein Straßenfertiger 1 ersichtlich, der über Räder 2 (oder ein Rampenfahrwerk)
in Richtung des Pfeiles F auf einem Untergrund 3 fahrbar angetrieben ist. Der Straßenfertiger
1 schleppt eine Einbaubohle 4 nach, die über Holme 5 und Hubzylinder 6 an seinem Rahmen
angelenkt ist. Zwischen der Einbohle 4 und dem Rahmen des Straßenfertigers 1 befindet
sich eine quer zur Fahrrichtung F verlaufende Förderschnecke 7, durch die der Einbaubohle
4 Straßenbaumaterial 8, im vorliegenden Falle bituminöses Mischgut zum Herstellen
einer Straßendeckenschicht 9, vorgelegt wird. An der in Fahrrichtung F vorderen Seite
der Einbaubohle 4 ist ein Abstreifblech 10 vorgesehen, durch das das Mischgut 8 verteilt
wird. Hinter dem Abstreifblech 10 befindet sich eine vertikal bewegbare Stampferleiste
oder ein Tamper 11, der in seiner Vertikalbewegung an einer dahinterliegenden ersten
Verdichtungsbohle 12 geführt wird. Der ersten Verdichtungsbohle 12 folgt eine zweite
Verdichtungsbohle 13, wobei zwischen beiden Verdichtungsbohlen 12, 13 eine weitere
Verdichtungsleiste angeordnet sein kann. Die beiden Verdichtungsbohlen 12, 13 sind
jeweils an ihrer Unterseite mit einem Glättblech 12a bzw. 13a versehen, die die vom
Tamper bzw. der Verdichtungsleiste 14 bearbeitete Oberfläche der Schicht 9 glätten.
[0015] Wie Figur 2 zeigt, weist der Tamper 11 eine vordere schräge Druckfläche 15 auf und
ist in Lagern 16 an der Vorderseite der ersten Verdichtungsbohle 12 geführt. Um den
Tamper 11 auf und ab zu bewegen, steht dieser über pleuelartige Antriebsglieder 17
mit einer Welle 18 eines Exzenterantriebes in Arbeitsverbindung, die in stationären
Lagern 19 gelagert ist und durch einen in Figur 3 dargestellten, hydrostatischen Antrieb
20 in Bewegung setzbar ist.
[0016] Wie Figur 3 zeigt, enthält der hydrostatische Antrieb 20 in üblicher Weise eine Pumpe
21, ein Hydraulikventil 22 als Schalter für den Tamper und einen Motor 23. Mit dem
Motor 23 ist die Antriebswelle 18 des Exzenterantriebes für den Tamper 11 verbunden.
[0017] Zum Regeln der Drehzahl der Antriebswelle 18 des Exzenterantriebes ist ein Regelkreis
mit einem Regler 24 vorgesehen, der mit einem Start/Stop-Schalter 25 (Fahrhauptschalter)
verbunden ist. Der Regler 24 erhält Signale von einem Istwertgeber 26, der die tatsächliche
Drehzahl der Antriebswelle 18 und gegebenenfalls den Hub des Tampers 11 feststellt.
Der Istwergeber 26 ist bevorzugt ein kontaktloser Wegsensor zum Feststellen der Drehzahl
und der Amplitude. Der Regler 24 enthält weitere Signale von einem Istwertgeber 27,
der mit einem Fahrgetriebe 28 an der Antriebswelle der Räder 2 verbunden ist und die
tatsächliche Fahrgeschwindigkeit des Straßenfertigers 1 feststellt. An einem Sollwertgeber
29 wird der aus der Tabelle ersichtliche Bereich der Tamperdrehzahl je nach Einbaustärke,
Schichtart und erforderliche Verdichtung vorgegeben.
Tabelle
| EINBAUSCHICHT |
EINBAU |
TAMPER |
VIBRATION |
VORVERDICHTUNG DURCH TAMPER U. VIBRATION |
| |
GESCHWINDIGK. m/min. |
HUB mm |
DREHZ. U/min |
DRUCK bar |
DREHZ. U/min |
|
| DECKSCHICHT |
5 |
4 |
300 bis 800 |
50-80 |
1500 bis 2000 |
NIEDRIGE |
| BINDERSCHICHT |
4 bis 10 |
4 |
800 bis 1200 |
70-90 |
2000 bis 3000 |
MITTLERE |
| TRAGSCHICHT |
2 bis 8 |
4 oder 8 |
1200 bis 1800 |
80-100 |
3000 bis 4000 |
HOHE |
[0018] Dem Regler 24 wird weiterhin eine empirisch ermittelte Sollwertkurve für die optimal
wirksame Tamperdrehzahl in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit des Fertigers
vorgegeben. Auf der Basis dieser Vorgabe ermittelt der Regler 24 die optimale Drehzahl
des Tamperantriebs für die festgestellte Fahrgeschwindigkeit, vergleicht die ermittelte,
optimale Drehzahl mit dem vom Istwertgeber 26 ermittelten Istwert der Drehzahl und
betätigt bei Abweichungen des ermittelten Drehzahl-Istwertes vom optimalen Sollwert
einen elektrisch einstellbaren Stromregler 30, durch den die Tamperdrehzahl am Tampermotor
23 so weit verstellt wird, daß der Istwert der Tamperdrehzahl dem vorbestimmten Sollwert
entspricht.
[0019] Figur 4 zeigt eine bevorzugte Sollwertkurve mit einem genau proportionalen Anstieg
der Tamperdrehzahl (strichpunktierte Linie) mit der Einbaufahrgeschwindigkeit (durchgezogene
Linie). Durch den Sollwertgeber 29 werden 100 Prozent der Tamperdrehzahl bei 100 Prozent
der Einbaufahrgeschwindigkeit vorgegeben. Der Verlauf der Tamperdrehzahl bis zum Erreichen
der vollen (100 Prozent) Fahrgeschwindigkeit wird dann nach dieser Sollwertkurve geregelt.
[0020] In Abwandlung des beschriebenen und gezeichneten Ausführungsbeispiels kann die Einbaugeschwindigkeit
über andere Parameter als die Fahrgeschwindigkeit oder die Fahrgeschwindigkeit an
anderer Stelle als am Getriebe festgestellt werden. Das erfindungsgemäße Verfahren
ist weiterhin auch für andere Straßenfertiger mit anderen Verdichtungsaggregaten und
für andere Exzenterantriebe einsetzbar. Die Sollwertkurve der Tamperdrehzahl muß nicht
unbedingt mit dem Verlauf des Anstiegs der Einbaufahrgeschwindigkeit zusammenfallen;
es kann vielmehr durch veränderte Parameter der Einbauschicht oder dergleichen eine
abweichende Sollwertkurve notwendig werden.
1. Verfahren zum Einbau von Schichten eines Straßenbaumaterials durch einen fahrbaren,
mit einem Verdichtungsaggregat versehenen Straßenfertiger, wobei die Frequenz des
Antriebs des Verdichtungsaggregates in Abhängigkeit von einer vorbestimmten Einbaufahrgeschwindigkeit
und vorbestimmten Parametern der einzubauenden Schicht eingestellt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die tatsächliche Einbaufahrgeschwindigkeit festgestellt und die Frequenz des
Antriebes des Verdichtungsaggregates bei Abweichungen der tatsächlichen Einbaufahrgeschwindigkeit
von der vorbestimmten Einbaufahrgeschwindigkeit nach einer durch den zeitlichen Verlauf
der Einbaufahrgeschwindigkeit vorgegebenen Sollwertkurve selbsttätig verändert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die tatsächliche Frequenz des Verdichterantriebs festgestellt und mit einem
für die festgestellte, tatsächliche Einbaufahrgeschwindigkeit festgelegten Sollwert
verglichen wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß vorgegebene Sollwerte für die Parameter der einzubauenden Schicht selbsttätig
bei einer Veränderung der Antriebsfrequenz des Verdichtungsaggregats berücksichtigt
werden.
4. Straßenfertiger zum Einbau von Schichten aus Straßenbaumaterial, mit einem Fahrantrieb
und einem mit einer vorbestimmten Frequenz angetriebenen Verdichtungsaggregat, insbesondere
einem Tamper, wobei die Frequenz entsprechend einer vorbestimmten Einbaugeschwindigkeit
und Parametern der einzubauenden Schicht eingestellt ist, gekennzeichnet durch einen Sensor (27) zum Feststellen der tatsächlichen Einbaugeschwindigkeit und zum
selbsttätigen Verändern der Frequenz des Verdichterantriebs (18, 20) entsprechend
der tatsächlichen Einbaugeschwindigkeit nach einer vorgegebenen Sollwertkurve.
5. Straßenfertiger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (27) ein mit dem Getriebe (28) des Fahrantriebs verbundender Istwertgeber
zum Feststellen der Fahrgeschwindigkeit ist.
6. Straßenfertiger nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Verdichterantrieb (18, 20) ein Istwertgeber (26) zum Feststellen der tatsächlichen
Tamperfrequenz angeordnet ist.
7. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 4 bis 6, gekennzeichnet durch einen Regler (24) zum Verarbeiten der Signale des Sensors (27) und eines Sollwertgebers
(29) für die Parameter der einzubauenden Schicht (9), wobei der Regler (24) mit einer
Steuereinrichtung (30) des Verdichterantriebs (20) verbunden ist.
8. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 4 bis 7, gekennzeichnet durch ein Rad- oder ein Raupenfahrwerk.