[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtung zur Reparatur von Triebwerksschaufeln.
[0002] Aus DE 28 25 283 ist ein Verfahren zum Auftragsschweißen von Metallen zur "Ausbesserung
typischer Gasturbinentriebwerksteile aus Legierungen auf Fe-, Co- oder Ni-Basis unter
Verwendung eines kompatiblen Fülldrahtes" bekannt. Derartige Reparaturverfahren haben
den Nachteil, daß sie beim Einsatz für einkristalline Triebwerksschaufeln einen polykristallinen
Bereich bilden, der die Festigkeitseigenschaften einkristalliner Schaufeln vermindert.
[0003] Aus DE 38 57 436 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, die eine Herstellung
von einkristallinen Bauteilen mittels eines einkristallinen Keimkristalls ermöglicht.
Eine Reparatur einer einkristallinen Schaufel mit dieser Methode und Vorrichtung käme
einer Neuherstellung der Schaufel gleich, da die einkristalline Erstarrung von einem
im Verhältnis zum Schaufelquerschnitt kleinen Keimkristallquerschnitt ausgeht und
erst nach einem Übergangsbereich die volle Schaufelausdehnung erreicht. Keimkristallrest
und Übergangsbereich müssen nachteilig nach der Herstellung der Schaufel abgetrennt
werden. Ferner hat diese Methode und Vorrichtung den Nachteil, daß die Keimkristalloberfläche
während der gesamten Reinigungs- und Aufheizzeit der Gießfoprm einer aggressiven Atmosphäre
durch das Ausdampfen von flüchtigen Bestandteilen aus der Gießform ausgesetzt ist,
was die Gefahr von Polywachstum, Versetzungsbildungen und hoher Kristalldefektkonzentration
zumindest in der Anfangsphase des Kristallwachstums erhöht. Darüber hinaus mußte festgestellt
werden, daß keine defektfreien Keimkristalle zur Verfügung stehen und defektreiche
Keimkristalle nachteilig zu polykristallinem Wachstum neigen.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Reparatur von einkristallinen Triebwerksschaufeln
durch die Angabe eines Verfahrens und einer Vorrichtung zu gewährleisten, so daß die
reparierte Schaufel durchgehend aus einkristallinem Material besteht, ein Abfall der
Festigkeitseigenschaften vermieden und ein preiswertes Nachbilden von defekten Schaufelabschnitten
ermöglicht wird.
[0005] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit folgenden Verfarhensschritten gelöst
a) Präparation eines einkristallinen Schaufelrestes aus einer defekten einkristallinen
Triebwerksschaufel, durch zur Schaufelachse annähernd orthogonales Abtrennen des defekten
Schaufelbereichs und durch teilweise oberflächiges Abtragen des Schaufelmaterials
bis auf ein spannungs- und defektarmes, einkristallines Kernmaterial des Schaufelrestes.
b) Herstellung und Ausheizung einer am Boden offenen Gießform zur konturgetreuen,
einkristallinen Nachbildung des abgetrennten Schaufelbereichs und Erschmelzen einer
Metallschmelze aus Schaufelmaterial räumlich getrennt vom Schaufelrest,
c) unmittelbar nachfolgendes Zusammenführen von Schaufelrest aufgeheizter Gießform
und Metallschmelze, wobei sich Gießform und Metallschmelze auf Abgußtemperatur befinden.
[0006] Dieses Verfahren hat den Vorteil, daß durch die Präparation eines defektarmen einkristallinen
Schaufelrestes ein ungestörtes epitaktisches Anwachsen der Schmelze an das Kernmaterial
des Schaufelrestes und damit an eine stark strukturierte Schaufelquerschnittsfläche
gewährleistet ist, da vorteilhaft der Schaufelrest im Bereich der Abtrennung nur wenige
Sekunden ohne Schmelzbedeckung der aufgeheizten Gießform ausgesetzt ist.
[0007] Eine bevorzugte Durchführung des Verfahrens besteht darin, den Schaufelrest in einem
konturnah angepaßten Wärmeleitungsblock zu halten. Dazu wird eine konturnahe Aussparung
in den Wärmeleitungsblock durch vorzugsweise elektrochemisches Erodieren eingearbeitet.
Dabei dient der Schaufelrest, vor einem Abtrag seiner polykristallinen, spannungs-
und defektreichen Oberfläche als Werkzeug. Mittels elektrochemischem Erodieren wird
vorteilhaft die komplizierte Schaufelkontur in den Wärmeleitungsblock eingearbeitet.
Zum Entfernen des Wärmeleitungsblocks von der reparierten Schaufel, weist der Wärmeleitungsblock
Trennfugen parallel zur Längsachse des Schaufelrestes auf.
[0008] Anschließend kann der Schaufelrest durch Strippen polykristalliner, spannungs- und
defektreicher Schichten im Bereich der vorgesehenen Anschmelzung bis auf ein defektarmes
Kernmaterial abgetragen werden. Dabei kann das Strippen polykristalliner Schichten
durch Plasmaätzen, elektrochemisches Erodieren oder mechanisches Abtragen erreicht
werden. Die beim Beschichten, beim Betrieb oder beim Strippen der Schaufeln eingebrachte
Anreicherung von kristallinen Defekten in oberflächennahen Bereichen des Schaufelrestes
wird durch Abätzen der gestörten Bereiche auf eine Defektdichte von höchstens drei
visuell erkennbaren Defekten pro cm² und mit einer Defektfläche 0,1mm² vermindert.
Eine derart niedrige Defektdichte des verbleibenden Kernmaterials hat sich als nicht
störend für ein einkristallines Kristallwachstum erwiesen.
[0009] Vorzugsweise wird unmittelbar vor dem Einbau des Schaufelrestes in den Wärmeleitungsblock
nochmals der Schaufelrest von oberflächigen defektreichen Bereichen und verspannten
Schichten im Bereich der Abtrennung befreit, die sich beispielsweise während der Lagerung
oder während des Strippens gebildet haben.
[0010] Bei einer weiteren bevorzugten Durchführung des Verfahrens wird vor dem Zusammenführen
von Schaufelrest, Gießform und Metallschmelze die Gießform in räumlicher Trennung
vom Schaufelrest und vom Schmelzgut beim Ausheizen hochtemperaturvakuumgereinigt und
auf Abgußtemperatur aufgeheizt. Diese extreme Reinhaltung der einkristallinen Oberfläche
des Schaufelrestes im Bereich der Abtrennung ist bisher nur mit diesem Verfahren gelungen.
[0011] Eine Vorrichtung zur Durchführung der Reparatur einer Triebwerksschaufel weist örtlich
getrennte Stationen auf, von denen eine erste Station mit einem Tiegel, einer Aufheizvorrichtung
zur Erschmelzung des Schmelzgutes und einer Vorrichtung zum Abguß der Schmelze ausgerüstet
ist. Eine zweite Station ist mit einer Aufnahme für die Gießform und einer Ausheizvorrichtung
zur separaten Hochtemperaturvakuumreinigung und Aufheizung der Gießform bestückt.
Eine dritte Station ist mit einem Wärmeleitungsblock und einer kühlbaren Halterung
mit hochtemperaturfesten Koppelelementen zur schmelzdichten Verbindung von Gießform
und Wärmeleitungsblock ausgestattet.
[0012] Die räumlich getrennt angeordneten Stationen haben den Vorteil, daß sie zeitlich
aufeinander abgestimmt und räumlich getrennt zur Durchführung des Verfahrens vorbereitet
werden können, so daß eine gegenseitige Kontamination in der Präparationsphase ausgeschlossen
wird. Ferner können sie je nach Reinheitsanforderung unterschiedlich ausgerüstet werden.
Die oben angegebene Ausstattung ist eine vorteilhafte Mindestausstattung jeder Station,
wobei die Hochtemperaturvakuumreinigung der Gießform mittels Vakuum- und Aufheizeinrichtung
eine zentrale Bedeutung für das Gelingen der Reparatur hat.
[0013] Da auch beim Erschmelzen des Schmelzgutes erhebliche Abdampfungen von Verunreinigungen
auftreten können, beispielsweise aus Hitzeschilden, dem Tiegel oder den Schmelzgutoberflächenschichten
ist es vorteilhaft, diese Einheit in Form einer ersten Station von den übrigen Stationen
während der Aufschmelzphase räumlich zu trennen, mit dem Ziel erst im abgußfähigen
bzw. hochtemperaturvakuumgereinigten und vorgeheizten Zustand die Stationen eins und
zwei mit der dritten Station, die die gefährdete hochreine und defektarme Oberfläche
des Schaufelkernmaterials hält, zu koppeln.
[0014] Durch den Wärmeleitungsblock, der den Schaufelrest mittels einer Aussparung umschließt
wird die Kristallsationswärme zur kühlbaren Halterung des Wärmeleitungsblockes während
des Kristallwachstums abgeführt. Die Kühlung der Halterung wird nur aktiviert, wenn
die Temperaturführung es erfordert.
[0015] Beim Einbau von Wärmeleitungsblock und Schaufelrest in die dritte Station ragt das
Kernmaterial des Schaufelrestes aus dem Wärmeleitungsblock heraus, vorzugsweise um
eine Höhe, die mindestens der größten Wandstärke des Kernmaterials entspricht. Dieser
Einbau hat den Vorteil, daß beim Abguß einer überhitzten Schmelze das Kernmaterial
des Schaufelrestes bis zu der aus dem Wärmeleitungsblock herausragenden Höhe angeschmolzen
werden kann, bevor das einkristalline epitaktische Wachstum einsetzt. Die Zuverlässigkeit
und Reproduzierbarkeit des Verfahrens wird damit erhöht.
[0016] Zum kurzzeitigen schmelzdichten Ankoppeln des Schaufelrestes an die heiße Gießform
sind mehrere Anordnungen geeignet.
[0017] Eine bevorzugte Anordnung weist einen äußeren Flansch im Bodenbereich der Gießform
auf, der formschlüssig mit einem Flansch am Wärmeleitungsblock korrespondiert, so
daß vorteilhaft ein stufenloser Übergang zwischen dem Schaufelrest und dem zu reparierenden
Bereich erreicht wird, da ein paßgenaues Aufsetzen der nach unten offenen Gießform
auf den Schaufelrestquerschnitt durch die korrespondierenden Flansche gesichert wird.
[0018] Bei einer weiteren bevorzugten Anordnung bilden die Flansche von Gießform und Wärmeleitungsblock
einen Bayonettverschluß mit inneren konischen Dichtflächen, so daß vorteilhaft nach
dem Aufsetzen der-Gießform auf den Schaufelrest mit seinem Kernmaterialquerschnitt
die inneren konischen Dichtflächen ein schmelzdichtes Aufsetzen sichern und mit einer
schnellen Drehbewegung an dem Bajonettring des Bajonettverschlusses eine formschlüssige
Verbindung zwischen Gießform und Wärmeleitungsblock bei hohen Temperaturen hergestellt
werden kann. Der Wärmeleitungsblock weist in Längsrichtung des Schaufelrestes mindestens
zwei Trennfugen auf, die ein Entfernen des Blockes nach der Reparatur der Schaufel
gewährleisten.
[0019] Die korrespondierenden Flansche weisen bevorzugt ineinander passende Ringnuten auf,
die ein zentrisches Aufsetzen der Gießform auf die Halterung und den Wärmeleitungsblock
sichern.
[0020] Ferner kann der Schnellverschluß in einer bevorzugten Ausbildung der Erfindung mit
mindestens zwei außen ansetzbaren Klammern ausgerüstet sein, die Wärmeleitungsblock
und Gießform nach dem Aufsetzen der Gießform schnell und formschlüssig im Heißzustand
verbinden.
[0021] Mittels Verfahrvorrichtung zum schnellen Zusammenführen von heißer Gießform, Wärmeleitungsblock
mit Kernmaterial und Tiegel mit Metallschmelze wird bevorzugt die heiße Gießform zur
dritten Station und danach Gießform und Halterung aus der dritten Station zur ersten
Station transportiert. In dieser bevorzugten Ausbildung wird die Abgußstation mit
der heißen Schmelze nicht verfahren, wodurch die Temperatur der Schmelze bis zum Abguß
sehr genau eingestellt werden kann.
[0022] In einer weiteren Ausbildung der Vorrichtung sind Verfahrvorrichtungen für die heiße
Gießform aus der zweiten Station und für den Tiegel mit Schmelze aus der ersten Station
zur dritten Station vorgesehen. Das hat den Vorteil, daß der Wärmeleitungsblock mit
dem Schaufelrest und die Halterung nicht verfahren werden, so daß die Temperatur des
Kernmaterials des Schaufelrestes während des gesamten Prozesses genau einstellbar
bleibt.
[0023] Wenn die Vorrichtung vorzugsweise eine Verfahrvorrichtung für die Halterung der dritten
Station zur zweiten Station aufweist und die erste Station oberhalb der zweiten Station
angeordnet ist und eine Kippvorrichtung für den Tiegel besitzt, so können die drei
Stationen übereinander in einem Behälter angeordnet werden. Zur Trennung der Stationen
in evakuierbare und/oder mit Gas spülbare Räume weist der Behälter Schieber zwischen
den Stationen auf. Am Boden des Behälters ist als Verfahrvorrichtung eine Hubvorrichtung
angeordnet. Nach den unterschiedlichen Vorbereitungen der drei Stationen in den drei
evakuierbaren Räumen zum Abguß und einem Öffnen der Schieber kann die Hubvorrichtung
die drei Einheiten zum Abguß vorteilhaft in kürzester Zeit zusammenführen.
[0024] Weiterhin ist vorgesehen, daß mit der Vorrichtung vorzugsweise mehrere einkristalline
Schaufeln gleichzeitig reparierbar sind. Dazu verfügt die Vorrichtung über mehrere
einzelne den Schaufeln zugeordnete Wärmeleitungsblocks, die von einer gemeinsamen
Halterung gekühlt und falls erforderlich verfahren werden können. Außerdem weist dann
die zweite Station mehrere Gießformen auf, die beispielsweise über einen gemeinsamen
Flansch mit der gemeinsamen Halterung der Wärmeleitungsblocks vor dem Abguß der Schmelze
verbunden werden.
[0025] Mit den folgenden Figuren wird eine bevorzugte Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens und eine bevorzugte Ausbildung der Vorrichtung dargestellt.
- Fig. 1
- zeigt eine an der Eintrittskante beschädigte Turbinenschaufel,
- Fig. 2
- zeigt eine an einen Schaufelrest angepaßte Gießform und
- Fig. 3
- zeigt eine Vorrichtung zur Reparatur einer Turbinenschaufel.
[0026] Fig. 1 zeigt eine an der Eintrittskante 2 beschädigte einkristalline Turbinenschaufel.
Derartige Beschädigungen treten üblicherweise bei Turbinenlaufschaufeln auch im Schaufelbereich
1 und am Deckband 29 auf.
[0027] Im ersten Arbeitsgang des Reparaturverfahrens wird der Schaufelbereich 1 einschließlich
des beschädigten Bereichs an der Eintrittskante 2 abgetrennt. Der Trennschnitt wird
näherungsweise orthogonal zur Schaufellängsachse gelegt, so daß der weiterverwendbare
Schaufelrest 5 mit einem leicht bearbeitbaren Querschnitt des Schaufelblattes abschließt.
[0028] Dieser Querschnitt kann anschließend ohne hohen Materialverlust eingesetzt werden,
um mit Hilfe des Schaufelrestes 5 aus einem Wärmeleitungsblock 4, wie er in Fig. 2
dargestellt ist, elektroerosiv eine durchgängige Aussparung herauszuarbeiten, die
der Schaufelkontur angepaßt ist.
[0029] Danach folgt die Präparation eines einkristallinen Kernmaterials 3 aus dem im Bereich
des Trennschnittes oberflächig defektreichen einkristallinen Schaufelrestes 5, der
üblicherweise mit einer polykristallinen Schutzschicht bedeckt ist. Dazu wird das
oberflächige Schaufelmaterial bis auf ein defektarmes einkristallines Kernmaterial
3 des Schaufelrestes 5 mit einer Defektdichte von höchstens 3 visuell erkennbaren
Defekten pro cm² und mit einer Defektfläche bis 0,1mm² im Bereich des Trennschnittes
abgetragen. In diesem Bereich wird der Schaufelquerschnitt in Abhängigkeit von der
Schichtdicke einer polykristallinen Schutzschicht und der Eindringtiefe der spannungs-
und defektreichen Schichten und mehrere µm dünner, wie es Fig. 2 mit Position 3 zeigt.
[0030] Fig. 2 zeigt eine an einen Schaufelrest 5 angepaßte nach unten offene Gießform 6,
die aus einem wärmeisolierenden Material besteht und nach dem bekannten Wachsausschmelzverfahren
dem abgetrennten Schaufelteil 30 nachgebildet wurde. Die Gießform 6 erweitert sich
zum Schaufelrest 5 hin zu einem Flansch 31, der mit einem Flansch 32 des Wärmeleitungsblockes
4 korrespondiert. Beide Flansche 31 und 32 werden mit Klammern 9 fixiert. Eine Ringnut
33 ist im Flansch 31 eingearbeitet, um ein präzises Aufsetzen der Gießform 6 auf den
Wärmeleitungsblock 4 zu sichern. eine zusätzliche Ringnut 34 im Flansch 32 des Wärmeleitungsblockes
ist mit Dichtmaterial gefüllt, um die Gießform 6 abzuschließen.
[0031] Der Schaufelrest 5 wird mit dem Kernmaterial 3 an seiner Spitze in die Aussparung
35 des Wärmeleitungsblocks 5 eingepaßt. Anschließend wird der Wärmeleitungsblock in
die Halterung 7, die eine Kühlung 8 aufweist, gesteckt. Nach dem Vakuumausheizen und
Aufsetzen der nach unten offenen Gießform 6 auf den Wärmeleitungsblock 4, werden die
Klammern 9 im heißen Zustand über die Flansche 31 und 32 geschoben und das zwischenzeitlich
erschmolzene Schmelzgut kann über den trichterförmigen Anguß 36 der Gießform auf den
Schaufelrest 5 gegossen werden.
[0032] Entscheidend für den Erfolg des Verfahrens ist, daß die hochreine Oberfläche des
Kernmaterials 3 bis zum Abguß der Schmelze nicht verunreinigt wird. Beim Einsatz einer
überhitzten Schmelze wird das Kernmaterial 3 angeschmolzen, bis die Kühlung 8 der
Halterung 7 über den Wärmeleitungsblock 4 soviel Wärme abführt, daß ein einkristallines
epitaktisches Wachstum an dem angeschmolzenen Schaufelrestquerschnitt einsetzt und
sich mit zunehmender Kristallisationsgeschwindigkeit eine reparierte einkristalline
Schaufel bildet.
[0033] Fig. 3 zeigt eine Vorrichtung zur Reparatur einer Turbinenschaufel, die drei örtlich
getrennte Stationen 26, 27 und 28 aufweist. Davon ist die erste Station 26 mit einem
Tiegel 20 und einer Aufheizvorrichtung 22 zur Erschmelzung des Schmelzgutes und einer
Kippvorrichtung 37 zum Abguß der Schmelze ausgerüstet. Eine zweite Station 27 ist
mit einer Aufnahme 38 für eine nach unten offene Gießform 6 mit eienr dem Keimkristallquerschnitt
angepaßten Öffnung 39 und einer Ausheizvorrichtung 23 zur separaten Hochtemperaturvakuumreinigung
und Aufheizung der Gießform 6 bestückt. Eine dritte Station 28 besitzt mindestens
einen Wärmeleitungsblock 4, der eine dem Schaufelquerschnitt angepaßte Aussparung
35 für die Aufnahme der Restschaufel 5 aufweist, und eine kühlbare Halterung 7 mit
hochtemperaturfesten Koppelelementen zur schmelzdichten Verbindung von Gießform 6
und Wärmeleitungsblock 4.
[0034] Die drei Statinen 26, 27 und 28 sind in Fig. 3 in einem Behälter 25 übereinander
angeordnet und durch zwei Vakuumschieber 17 und 18 getrennt. Ein dritter Vakuumschieber
19 im Deckel 40 des Behälters 25 ermöglicht das Einbringen des Schmelzgutes in den
Tiegel 20. Die Vakuumschieber 17 und 18 sind beim Erschmelzen des schmelzgutes im
Tiegel 20 und bei der Hochtemperaturvakuumreinigung und Aufheizen der Gießform 6 und
einem Vorwärmen des Schaufelrestes 5 geschlossen. Nach Beendigung dieser Präparationsphasen
in den räumlich getrennten Stationen 26, 27 und 28 werden die Schieber 17 und 18 geöffnet,
sobald durch Einleiten von Inertgas über die Zuleitungen 14, 15 und 16 oder durch
Angleichen der Vakui mittels der Vakuumleitungen 11,12 und 13 ein Druckausgleich hergestellt
ist.
[0035] Mittels der Hubvorrichtung 21 kann anschließend in wenigen Sekunden der Wärmeleitungsblock
4 mit der Gießform verbunden und beide in den Abgußbereich des Tiegels 20 gehoben
werden. Nach dem Abguß der Metallschmelze kann in einer mittleren oder tiefen Position
oder in einer nicht abgebildeten weiteren Station eine einkristalline Erstarrung der
Schmelze erfolgen.
[0036] Nach der vollständigen Erstarrung und dem Ausbau der Gießform 6 aus der Vorrichtung
wird die Gießform 6 mit bekannten Mitteln von der reparierten einkristallinen Schaufel
getrennt. Durch entsprechende Trennfugen in der Gießform 6 kann eine mehrfache Nutzung
erreicht werden.
1. Verfahren zur Reparatur von Triebwerksschaufeln, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte
a) Präparation eines einkristallinen Schaufelrestes (5) aus einer defekten einkristallinen
Triebwerksschaufel, durch zur Schaufelachse annähernd orthologisches Abtrennen des
defekten Schaufelbereichs (1) und durch teilweises oberflächiges Abtragen des Schaufelmaterials
bis auf ein spannungs- und defektarmes, einkristallines Kernmaterial (3) des Schaufelrestes.
b) Herstellung und Ausheizung einer am Boden offenen Gießform zur konturgetreuen,
einkristallinen Nachbildung des abgetragenen Schaufelbereichs (1) und Erschmelzen
einer Metallschmelze aus Schaufelmaterial räumlich getrennt vom Schaufelrest (5),
c) unmittelbar nachfolgendes Zusammenführen von Schaufelrest (5) aufgeheizter Gießform
(6) und Metallschmelze, wobei sich Gießform (6) und Metallschmelze auf Abgußtemperatur
befinden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schaufelrest (5) in einem
konturnah angepaßten Wärmeleitungsblock gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar vor dem
Einbau des Schaufelrestes (5) in den Wärmeleitungsblock (4) der Schaufelrest (5) von
oberflächigen defektreichen und verspannten Schichten im Bereich der Abtrennung befreit
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gießform
(6) in räumlicher Trennung vom Schaufelrest (5) und vom Schmelzgut beim Ausheizen
hochtemperaturvakuumgereinigt und auf Abgußtemperatur aufgeheizt wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet
durch räumlich getrennte Stationen (26,27 und 28), von denen eine erste Station (26)
einen Tiegel (20), eine Aufheizvorrichtung (22) zur Erschmelzung des Schmelzgutes
und eine Vorrichtung zum Abguß der Schmelze aufweist, eine zweite Station (27) mit
einer Aufnahme (36) für die Gießform (6) und einer Ausheizvorrichtung (23) zur separaten
Hochtemperaturvakuumreinigung und Aufheizung der Gießform (6) bestückt und eine dritte
Station (28) mit einem Wärmeleitungsblock (4), und einer kühlbaren Halterung (7) mit
hochtemperaturfesten Koppelelementen zur schmelzdichten Verbindung von Gießform (6)
und Wärmeleitungsblock (4) ausgerüstet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß beim Einbau des Schaufelrestes
(5) in den Wärmeleitungsblock (4) mit Halterung (7) des Kernmaterials (3) des Schaufelrestes
(5) aus dem Wärmeleitungsblock (4) herausragt, vorzugsweise um eine Höhe, die mindestens
der größten Wandstärke des Kernmaterials (3) entspricht.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gießform (6) einen
äußeren Flansch (31) im Bodenbereich aufweist, der formschlüssig mit einem Flansch
(32) an dem Wärmeleitungsblock (4) korrespondiert.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Formschluß
zwischen Wärmeleitungsblock (4) und Gießform (6) als Bajonettverschluß mit inneren
konischen Dichtflächen ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Formschluß
von Gießform (6) und Wärmeleitungsblock (4) durch ineinander passende Ringnuten gebildet
wird.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Formschluß
von Gießform (6) und Wärmeleitungsblock (4) durch zwei von außen im Heißzustand ansetzbare
Klammern (9) zum Verbinden von Gießform (6) und Wärmeleitungsblock (4) gesichert ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß Verfahrvorrichtungen
zum schnellen Zusammenführen von heißer Gießform (6), Wärmeleitungsblock (4) mit Schaufelrest
(5) und Tiegel (20) mit Metallschmelze vorhanden sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Stationen
(26,27 und 28) in einem Behälter (25) vertikal übereinander angeordnet sind und der
Behälter (25) Schieber (17 und 18) zwischen den Stationen (26,27 und 28) zur Trennung
in evakuierbare und/oder mit Gas spülbare Räume aufweist, wobei die erste Station
(26) mit einer Kippvorrichtung für den Tiegel (20) oben und eine Hubvorrichtung (21)
als Verfahrvorrichtung am Boden des Behälters (25) angeordnet ist.