[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Bestempeln gebrannten keramischen Gutes
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Derartige Vorrichtungen eignen sich problemlos zum Bestempeln glasierten keramischen
Gutes, weil beim Bestempeln glasierten Gutes die Gefahr einer Verschmutzung der Stempeleinrichtung
vernachlässigbar gering ist, so dass auch nach einer langen Betriebsdauer der Vorrichtung
die Stempelqualität nicht beeinträchtigt ist. Gänzlich anders liegen die Verhältnisse
beim Bestempeln gebrannten keramischen unglasierten Gutes. Hierbei ergibt sich das
Problem, dass am unglasierten Gut haftende Partikel, bei denen es sich um Staubpartikel
bzw. um Keramikpartikel des zu bestempelnden Gutes handelt, während des Stempelvorgangs
vom keramischen Gut zum entsprechenden Stempel der Stempeleinrichtung übertragen werden
und am Stempel festhaften. Wird der Stempel dann zur Farbaufnahmestation bewegt, um
dort mit Stempelfarbe versehen zu werden, so machen sich die am Stempel haftenden
Fremdpartikel sowohl an der Farbaufnahemstation als auch beim nachfolgenden Stempelvorgang
in der Stempelstation nachteilig bemerkbar. In der Farbaufnahmestation können die
Fremdpartikel zu einer Verunreinigung führen und an der Stempelstation können sich
die Fremdpartikel bzgl. des Stempelbildes nachteilig auswirken.
[0003] Aus der DE-OS 20 54 442 ist eine mit einem Tamponstempel versehene Stempelvorrichtung
bekannt, bei welcher der Stempel mittels einer Reinigungseinrichtung von Restfarbe
gesäubert werden kann, ehe ein neuer Stempelvorgang ausgeführt wird. Diese Vorrichtung
ist zum Bestempeln von Flaschen vorgesehen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit welcher es optimal möglich ist, keramisches Gut, insbes. unglasiertes
Gut zu bestempeln, wobei weder die Farbaufnahmestation verschmutzt noch das Stempelbild
durch vom unglasierten Gut auf die Stempeleinrichtung übertragene Fremdpartikel beeinträchtigt
wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale des Kennzeichenteiles des
Anspruchs 1 gelöst. An der Stempelreinigungsstation werden die möglicherweise vom
unglasierten Gut auf den mindestens einen Stempel der Stempeleinrichtung übertragenen
Fremdpartikel vom jeweiligen Stempel entfernt, bevor die Stempeleinrichtung zur Farbaufnahmestation
weiterbewegt wird. Von der Farbaufnahmestation wird die Stempeleinrichtung anschliessend
zur Stempelstation zurückbewegt, um das nächste mit Hilfe der Transporteinrichtung
zur Stempelstation transportierte gebrannte keramische Gut, insbes. unglasierte Gut,
mit einem sauberen Stempelaufdruck zu bestempeln.
[0006] Mit Hilfe der Kleberbeschichtung ist es problemlos möglich, von einem bestempelten
Gut auf den entsprechenden Stempel übertragene Fremdpartikel an der Folie bzw. ihrer
Kleberbeschichtung festzuhalten und somit den entsprechenden Stempel zu säubern. Der
gesäuberte Stempel kann dann problemlos zur Farbaufnahmestation weiterbewegt werden,
bei welcher es sich um eine entsprechend dem Stempelmuster geätzte Platte handeln
kann.
[0007] Um die mit der Kleberbeschichtung versehene Folie relativ lang verwenden zu können
und somit die für das Austauschen einer verbrauchten Folie durch eine ungebrauchte
neue Folie benötigte Rüst- bzw. Totzeit minimal zu halten, ist es vorteilhaft, wenn
die mit der Kleberbeschichtung versehene Folie an der Stempelreinigungsstation verstellbeweglich
angeordnet ist. Das kann bspw. dadurch realisiert werden, dass die kleberbeschichtete
Folie als endloser, um Umlenkrollen umgelenkter Streifen ausgebildet ist. Es ist jedoch
auch möglich, dass die kleberbeschichtete Folie als Scheibe ausgebildet ist, die um
ihre zentrale Achse verdrehbar ist.
[0008] Eine platzsparende Ausbildung der Vorrichtung ergibt sich, wenn die Stempelstation,
die Stempelreinigungsstation und die Farbaufnahmestation entlang einer Kreislinie
voneinander beabstandet angeordnet sind, deren Zentrum von einer Drehachse der Stempeleinrichtung
gebildet ist, wobei die Stempeleinrichtung um ihre Drehachse zwischen den genannten
Stationen verstell- bzw. drehbar ist und die Transporteinrichtung die Kreislinie an
der Stempelstation tangiert. Bspw. kann die Stempelstation mit der Stempelreinigungsstation
in bezug auf die Drehachse der Stempeleinrichtung einen Winkel von 90° und die Farbaufnahmestation
mit der Stempelreinigungsstation in bezug auf die Drehachse der Stempeleinrichtung
ebenfalls einen Winkel von 90° einschliessen. Bei einer solchen Ausbildung der Vorrichtung
ist die Stempeleinrichtung vorzugsweise als Drehkreuz mit vier Stempeln versehen,
die von der genannten Drehachse der Stempeleinrichtung radial wegstehen, wobei benachbarte
Stempel miteinander in bezug auf die Drehachse einen Winkel von 90° einschliessen.
In diesem Fall ist es möglich, die Stempeleinrichtung jeweils schrittweise um ihre
Drehachse um 90 Winkelgrad zu verdrehen, um bei jedem Stempelvorgang einen Stempel
an der Stempelstation und gleichzeitig einen zweiten Stempel an der Stempelreinigungsstation
und einen weiteren Stempel an der Farbaufnahmestation zu positionieren.
[0009] Selbstverständlich ist es auch möglich, die Stempelstation, die Stempelreinigungsstation
und die Farbaufnahmestation entlang der Kreislinie nicht um 90 Winkelgrad sondern
bspw. um 60 Winkelgrad versetzt vorzusehen und die Stempeleinrichtung nicht mit vier
Stempeln sondern z.B. mit 6 äquidistant beabstandeten Stempeln auszubilden und die
Stempeleinrichtung um ihre Drehachse herum jeweils schrittweise um 60 Winkelgrad zu
verdrehen. Die schrittweise Vorschubbewegung der Transporteinrichtung für das zu bestemplende
keramische Gut ist selbstverständlich passend an die Drehwinkelbewegung der Stempeleinrichtung
angepasst, um stets schrittweise aufeinanderfolgend ein zu bestempelndes keramisches
Gut genau richtig an der Stempelstation der Vorrichtung zu positionieren.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung zum Bestempeln gebrannten,
insbes. unglasierten gebrannten keramischen Gutes ist in der Zeichnung schematisch
dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Ansicht der Vorrichtung von oben, wobei seitlich neben der Transporteinrichtung
die Stempelreinigungsstation und die Farbaufnahmestation und die Stempeleinrichtung
mit der Drehachse angedeutet ist,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Stempeleinrichtung seitlich neben der abschnittweise gezeichneten
Transporteinrichtung in Blickrichtung von oben mit einer ersten Ausführungsform der
Stempelreinigungsstation,
- Fig. 3
- eine Ansicht der Stempelreinigungsstation gem. Fig.2 in Blickrichtung des Pfeiles
III von der Seite,
- Fig. 4
- eine der Fig. 2 ähnliche Darstellung der Stempeleinrichtung seitlich neben der abschnittweise
gezeichneten Transporteinrichtung mit einer zweiten Ausführungsform der Stempelreinigungsstation,
und
- Fig. 5
- einen Schnitt durch eine abschnittweise gezeichnete mit einer Kleberbeschichtung versehene
Folie der Stempelreinigungsstation.
[0011] Fig. 1 zeigt in einer Ansicht von oben schematisch eine Vorrichtung 10 zum Bestempeln
gebrannten keramischen Gutes. Die Vorrichtung 10 weist eine Transporteinrichtung 12
mit einem endlosen Band 14 auf, das um zwei Umlenkrollen 16 umgelenkt ist. Mindestens
eine der Umlenkrollen 16 ist mit einer ersten Antriebseinrichtung 18 verbunden. Auf
der Transporteinrichtung 12 ist gebranntes keramisches Gut 20 angeordnet. Mit Hilfe
der ersten Antriebseinrichtung 18 wird das endlose Band 14 schrittweise vorwärtsbewegt,
was durch den Pfeil 22 angedeutet ist.
[0012] Seitlich neben der Transporteinrichtung 12 ist eine Stempeleinrichtung 24 mit ihrer
Drehachse 26 und einer zweiten Antriebseinrichtung 28 zum Drehen der Stempeleinrichtung
24 um ihre Drehachse 26 in Richtung des Pfeiles 30 vorgesehen. Die Stempeleinrichtung
24 ist als Drehkreuz mit vier Stempeln ausgebildet. Die vier Stempel 32 stehen von
der Drehachse 26 radial gleich weit weg und sind in Umfangsrichtung einer Kreislinie
34 voneinander äquidistant beabstandet. Entlang dieser Kreislinie 34 sind eine Stempelstation
36, eine Stempelreinigungsstation 38 und eine Farbaufnahmestation 40 angeordnet. Die
Stempelstation 36 befindet sich an der Stelle, an welcher die Kreislinie 34 der Stempeleinrichtung
24 die Transporteinrichtung 12 der Vorrichtung 10 tangiert. Die Farbaufnahmestation
40, die bspw. eine mit dem Stempelmuster ausgebildete geätzte Platte aufweist, liegt
der Stempelstation 36 in bezug auf die Drehachse 26 diametral gegenüber. Die Stempelreinigungsstation
38, die eine Walze aufweist, ist an der Kreislinie 34 mittig zwischen der Stempelstation
36 und der Farbaufnahmestation 40 vorgesehen.
[0013] An der Transporteinrichtung 12 ist an der Stempelstation 36 eine Zentriereinrichtung
42 vorgesehen, um das jeweilige zu bestempelnde keramische Gut 20 in Bezug auf die
Stempelstation 36 bzw. den in der Stempelstation 36 befindlichen Stempel 32 genau
richtig zu positionieren. Die Zentriereinrichtung 42 weist bspw. zwei Zentrierbacken
44 auf, die aufeinander zu und voneinander weg bewegbar sein können, was durch den
Doppelpfeil 46 angedeutet ist.
[0014] Die erste Antriebseinrichtung 18 für die Transporteinrichtung 12 und die zweite Antriebseinrichtung
28 für die Stempeleinrichtung 24 sind miteinander derart wirkungsmässig verbunden,
dass eine schrittweise Vorschubbewegung der Transporteinrichtung 12 um den Abstand
zwischen benachbarten zu bestempelnden Keramikgegenständen 20 simultan mit einer schrittweisen
Drehung der Stempeleinrichtung 24 um 90 Winkelgrad erfolgt. Auf diese Weise ist bei
jedem Stempelvorgang ein Stempel 32 in der Stempelstation 36, gleichzeitig der zweite
Stempel 32 an der Stempelreinigungsstation 38, der dritte Stempel 32 an der Farbaufnahmestation
40 und der vierte Stempel 32 in einer der Stempelreingiungsstation 38 diametral gegenüberliegenden
freien Station. Selbstverständlich wäre es auch möglich, an der zuletzt erwähnten
freien Station die Farbaufnahmestation 40 vorzusehen.
[0015] Fig. 2 zeigt abschnittweise die Transporteinrichtung 12 und die seitlich neben der
Transporteinrichtung 12 angeordnete Stempeleinrichtung 24 mit vier in bezug auf die
Drehachse 26 zueinander senkrecht orientierten, von der Drehachse 26 radial wegstehenden
Stempeln 32 und einer Ausführungsform der Stempelreinigungsstation 38, wie sie in
Fig. 3 in einer Seitenansicht verdeutlicht ist. Mit der Bezugsziffer 40 ist auch in
Fig. 2 die Farbaufnahmestation bezeichnet.
[0016] Aus den Figuren 2 und 3 ist ersichtlich, dass die Stempelreinigungsstation 38 eine
Folie 48 (sh. insbes. auch Fig.5 ) mit einer Kleberbeschichtung 50 aufweist, wobei
die mit der Kleberbeschichtung 50 versehene Folie 48 als endloser Streifen 52 ausgebildet
ist, der um Umlenkrollen 54 umgelenkt ist. Die Umlenkrollen 54 sind an einem Grundteil
56 gelagert, das mit einem Widerlagertisch 58 ausgebildet sein kann, auf welchem der
endlose Streifen 52 vorbeibewegt wird. Der Widerlagertisch 58 dient dazu, den jeweiligen
zu reinigenden Stempel 32 mit einer ausreichend grossen Kraft gegen den endlosen Streifen
52 pressen zu können, um am zu reinigenden Stempel 32 befindliche Fremdstoffpartikel
wie Keramikpartikel des zu bestempelnden unglasierten Gutes an der Kleberbeschichtung
50 des endlosen Streifens 52 zu fixieren und somit den entsprechenden Stempel 32 zu
reinigen.
[0017] Fig. 4 verdeutlicht schematisch eine Stempelreinigungsstation 38, bei welcher die
mit einer Kleberbeschichtung 50 versehene Folie 48 als Scheibe ausgebildet ist, die
um eine zentrale Achse 60 drehbar ist, um einen verbrauchten Flächenabschnitt der
Kleberbeschichtung 50 durch einen ungebrauchten Flächenabschnitt der Kleberbeschichtung
50 zu ersetzen und somit die Reinigung der Stempel 32 der Stempeleinrichtung 24 optimal
zu bewerkstelligen. Mit der Bezugsziffer 12 ist auch in Fig. 4 die abschnittweise
gezeichnete Transporteinrichtung bezeichnet. Die Farbaufnahmestation 40 ist bei der
in Fig. 4 angedeuteten Ausbildung der Vorrichtung 10 auf der der Stempelreinigungsstation
38 diametral gegenüberliegenden Seite der Drehachse 26 angeordnet.
[0018] Die schrittweise Vorschubbewegung der Transporteinrichtung 12 ist in den Figuren
2 und 4 wieder durch den Pfeil 22 angedeutet und die schrittweise Winkel-Drehbewegung
der Stempeleinrichtung 24 ist in diesen Figuren durch den Pfeil 30 verdeutlicht. Es
versteht sich, dass die drehkreuzförmig ausgebildete Stempeleinrichtung 24 nicht nur
zur Ausführung einer schrittweisen Winkelverdrehung um 90 Winkelgrad gemäss der in
den Figuren dargestellten Ausbildung der Vorrichtung 10 geeignet sein muss, sondern
es müssen die Stempel 32 auch zur Ausführung einer vertikal auf- und abgehenden Bewegung
in einer zur Drehachse 26 parallelen Richtung geeignet sein, damit die Stempel 32
mit dem zu bestempelnden, auf der Transporteinrichtung 12 befindlichen Gut 20 (sh.
Fig. 1) als auch mit der Stempelreinigungsstation 38 und mit der Farbaufnahmestation
40 zur Anlage kommen.
1. Vorrichtung zum Bestempeln gebrannten keramischen Gutes (20) wie Tassen, Teller o.dgl.,
mit einer Stempeleinrichtung (24), die zwischen einer Farbaufnahmestation (40) und
einer an einer Transporteinrichtung (12) für dass zu bestempelnde Gut (20) befindlichen
Stempelstation (36) verstellbar ist, wobei zwischen der Stempelstation (36) und der
Farbaufnahmestation (40) eine Stempelreinigungsstation (38) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Stempelreinigungsstation (38) eine Folie (48) mit einer Kleberbeschichtung
(50) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mit der Kleberbeschichtung (50) versehene Folie (48) an der Stempelreinigungsstation
(38) verstellbeweglich angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die kleberbeschichtete Folie (48, 50) als endloser, um Umlenkrollen (54) umgelenkter
Streifen (52) ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die kleberbeschichtete Folie (48, 50) als Scheibe ausgebildet ist, die um ihre
zentrale Achse (60) verdrehbar ist.