Die Erfindung bezieht sich auf ein Einspritzsystem gemäß dem Gattungsbegriff des Patentanspruches
1.
[0001] Aus DE-OS 35 16 537 ist ein Einspritzsystem vorbekannt, nach dem eine Unterteilung
des Einspritzvorganges in eine Vor- und eine Haupteinspritzung ermöglicht werden soll.
Zu diesem Zweck wird in die Einspritzleitung ein Dosierkolbensystem eingeschaltet,
dem ein Verzögerungsglied parallel geschaltet ist. Wenn nun eine Druckwelle von der
Einspritzpumpe kommend die Einspritzleitung durchläuft trifft sie zunächst auf das
Dosierkolbensystem und verschiebt gegen die Kraft einer Rückstellfeder einen Dosierkolben
und führt so der Einspritzdüse eine durch den Hub des Dosierkolbens begrenzte Brennstoffmenge
zu, wo sie der Voreinspritzung dient. Während der Voreinspritzung ist ein Rückschlagventil
im Verzögerungsglied geschlossen. Ein Teil der Druckwelle wurde vor der Dosierkolbeneinheit
über eine als Verzögerungsglied fungierende Umgehungsleitung abgezweigt und trifft
wegen der Wegdifferenz mit zeitlicher Verzögerung am Rückschlagventil ein, und öffnet
dieses gegen die Federkraft. Nun kann Brennstoff aus der Umgehungsleitung über die
Einspritzdüse als Haupteinspritzmenge in den Brennraum eingespritzt werden. Das Zeitintervall
zwischen Vor- und Haupteinspritzung kann durch die Längendifferenz von der Einspritzleitung
und Umgehungsleitung variiert werden. Ein Hauptnachteil eines derartigen Einspritzsystems
liegt in der geringen Spritzmengenanstiegsgeschwindigkeit bei Teillast und niedriger
Drehzahl der Brennkraftmaschine unmittelbar nach dem Erscheinen des die Haupteinspritzung
einleitenden Druckwellenimpulses.
[0002] Demgegenüber liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei bestimmten Betriebszuständen
der Brennkraftmaschine, wie Teillast- und/oder niedrige Drehzahl die Spritzmengenanstiegsgeschwindigkeit
spürbar zu erhöhen.
[0003] Gelöst wird diese Aufgabe zum einen durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches
1.
[0004] Im Zusammenwirken des Dosierkolbensystems mit dem Volumenspeicher ergibt sich damit
ein ganzes Bündel von Vorteilen. So ist z. B. eine exakte Dosierung der Voreinspritzmenge
infolge der volumeneinprägend wirkenden Arbeitsweise des Dosierkolbensystems sichergestellt.
Nahezu völlig entfällt der Dimensionierungsaufwand zur Modellierung der gewünschten
Zeitfunktion des Druckeinbruches, wie er sich sonst zwischen erfolgter Voreinspritzung
und einsetzender Haupteinspritzung einstellen soll. Von entscheidender Bedeutung ist
jedoch die erlangte Verbesserung der Haupteinspritzung. Aufgrund der nunmehr größeren
Volumenergiebigkeit als Folge des Volumenspeichers und des gleichzeitig hohen und
länger andauernden Scheitelwertes der Druckwelle am Düsenhaltereingang der Einspritzdüse
sind wesentliche Verbesserungen im Hinblick auf die Schwarzrauchemission der Brennkraftmaschine
zu erwarten.
[0005] Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, daß die Wahl der Nockensteilheit bei diesem
System nicht mehr den bisherigen Einschränkungen unterliegt (keine definierte Zeitabhängigkeit
des Druckeinbruches zwischen Vor- und Haupteinspritzung im zeitlichen Verlauf des
stromab vom Druckwellenbildner sich einstellenden Druckgeschehens mehr erforderlich).
Damit steht der angestrebten Verwirklichung einer nahezu beliebig schnellen Einspritzung
mit Hilfe des dafür uneingeschränkt zur Verfügung stehenden Parameters "Nockensteilheit"
nichts mehr im Wege. Willkommen ist ferner auch der Wegfall der Dämpferfunktion am
Schaft des Druckwellenbildner-Ventils.
[0006] Zum anderen wird diese Aufgabe gemäß den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches
2 gelöst.
[0007] Dadurch, daß das Verzögerungsglied von einer Steueröffnung im Dosierkolbensystem
abzweigt, welche zunächst vom Kolben versperrt ist wird die vom Druckwellenbildner
über die Einspritzleitung auf den Kolben zulaufende Druckwelle am Kolben reflektiert
und führt somit zu einer Verdoppelung des Druckes und daraus resultierend zu einer
Verdoppelung der auf den Kolben wirkenden Kraft. Der zeitliche Abstand zwischen dem
jeweiligen Einsetzen von Vor- und Haupteinspritzung ergibt sich als Summe aus den
beiden nachstehend näher erläuterten Anteilen und zwar zum einen aus der Zeit, die
der Kolben zur Verdrängung der Voreinspritzmenge bis hin zum Beginn der Freigabe der
Steueröffnung benötigt, sowie zum anderen aus der Zeit die zur völligen Freigabe der
Steueröffnung erforderlich ist plus der Laufzeit der, die Haupteinspritzung einleitenden
Druckwelle im Verzögerungsglied. Die Ansprechzeit des Kolbens bis zur Freigabe der
Steueröffnung ist stets konstant, da durch den vorgeschalteten Druckwellenbildner
am Eingang des Dosierkolbensystems konstante Druckverläufe herrschen.
[0008] Variationsmöglichkeiten des Verzögerungsgliedes sind in den Ansprüchen 3 bzw. 4 enthalten.
[0009] Eine, zu einer Umgehungsleitung alternative Ausbildung des Verzögerungsgliedes ist
den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 5 zu entnehmen.
[0010] Ein derartiges Verzögerungsglied weist eine wesentliche geringere Länge auf. Besonders
vorteilhaft ist jedoch dessen geringes Speichervolumen. Ein hohes Speichervolumen
führt bei Kompression zu hohen Volumenänderungen, was natürlich einer kürzeren verzögerungsfreien
Einspritzung im Wege steht. Durch den geschichteten Aufbau gleichartiger Elemente
ergeben sich geringe Fertigungskosten.
[0011] Eine weitere Alternative der Umgehungsleitung kann Anspruch 6 entnommen werden. Diese
Alternative zeichnet sich durch noch geringere Fertigungskosten aus.
[0012] Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Volumenspeichers, des Dosierkolbensystems, sowie
des Druckwellenbildners sind den Ansprüchen 7 bis 9 zu entnehmen.
[0013] Durch die Abstimmung der Federkraft auf die Fläche des Kolbens kann erreicht werden,
daß der Ansprechdruck des Volumenspeichers in jedem Falle geringer ist, als der des
Druckwellenbildners, so daß nach dem Ansprechen desselben genügend Druck und Brennstoffvolumen
innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung steht.
[0014] Ausführungsbeispiele des Einspritzsystems und Variationen eines Verzögerungsgliedes
sind in Zeichnungen dargestellt. Es zeigt:
- Figur 1
- ein Schaltschema eines Einspritzsystems mit Abzweigung eines Verzögerungsgliedes vor
einem Dosierkolbensystem
- Figur 2
- eine zeitliche Ausbildung eines Druckimpulses im Leitungsabschnitt nach einem Druckwellenbildner
- Figur 3
- eine zeitliche Ausbildung des Druckes im Ringraum einer Einspritzdüse mit Vor- und
Haupteinspritzung gemäß Schaltschema nach Figur 1
- Figur 4
- ein Schaltschema eines Einspritzsystems mit Abzweigung eines Verzögerungsgliedes am
Dosierkolbensystem
- Figur 5
- eine zeitliche Ausbildung des Druckes im Ringraum einer Einspritzdüse mit Vor- und
Haupteinspritzung gemäß Schaltschema nach Figur 4
- Figur 6
- ein Verzögerungsglied in Schichtbauweise
- Figur 7
- ein Verzögerungsglied mit Zentralbohrung und Radialbohrungen zur Unterteilung
- Figur 8
- einen Druckwellenbildner
[0015] Ein Schaltschema eines Einspritzsystems zeigt Figur 1. Ein von einem entsprechenden
Pumpenelement einer Einspritzpumpe 1 geförderter und an einem Druckstutzen 2 bereitgestellter
Brennstoff lädt - dabei einen ersten Verzweigungspunkt 3 passierend - aufgrund seiner
Kompressibilität zunächst die als Vorlagevolumen aufzufassenden stromauf eines Druckwellenbildners
4 gelegenen Leitungsabschnitte auf einen Druck auf, der dem Ansprechdruck eines Volumenspeichers
5 entspricht. Erreicht im weiteren Verlauf des Fördervorganges der Druck den Ansprechwert
eines Ausweichkolbens 6, gibt dieser nach Zurücklegen eines Weges Δs1 ein entsprechendes
Speichervolumen zur Abspeicherung des augenblicklich geförderten Brennstoffes frei.
Steigt infolge weiteren Kraftstoff-Förderns der Druck im vorgenannten Volumenspeicher
5 auf den Ansprechwert des Druckwellenbildners 4, entspannt sich unter Mitwirkung
einer Vorspannfeder 7 des Ausweichkolbens 6 das zwischenzeitlich im Volumenspeicher
5 angesammelte Brennstoffvolumen (darf nicht mehr als die Leerlauffördermenge bei
unterer Leerlaufdrehzahl betragen) unter Bildung einer Druckwelle in die stromab vom
Druckwellenbildner 4 befindliche Leitung. Die dabei entstehende zeitliche Ausbildung
des fortschreitenden Druckimpulses gibt Figur 2 wieder. Deutlich kommt dort das angestrebte
Ausbleiben des bisher notwendigen Druckeinbruches zum Ausdruck.
[0016] Hat die Druckwelle den zwischen dem ersten Verzweigungspunkt 3 und einem zweiten
Verzweigungspunkt 8 gelegenen Leitungsabschnitt 9 durchlaufen, verzweigt sich der
Energieinhalt der Welle in zwei Anteile.
[0017] Der eine Anteil wirkt auf einen federvorgespannten Kolben 10 eines Dosierkolbensystems
11 und führt auf diese Weise zur Bildung der Voreinspritzmenge. Die vorgespannte Druckfeder
12 ist sehr schwach ausgelegt und dient lediglich zur federkraftgetriebenen Rückführung
des Kolbens 10 in seine Ruhelage. Dies muß innerhalb einer Zeit geschehen, die kürzer
ist als die Arbeitsspieldauer bei oberer Abregeldrehzahl des Motors. Durchmesser und
Weg Δs2 des Kolbens 10 geben das Volumen der Einspritzmenge vor. Auf ihrem Weg passiert
die Voreinspritzmenge zunächst ein zweites Rückschlagventil 12a um schließlich über
einen dritten Verzweigungspunkt 14 in einen Düsenhalter 15 einer Einspritzdüse 16
geschleust, der Zerstäubung zugeführt zu werden. Das Eindringen von Anteilen der Voreinspritzmenge
in eine als Verzögerungsglied ausgebildete Umgehungsleitung 17 kann wirksam mit der
Sperrwirkung eines ersten Rückschlagventils 13 unterdrückt werden. Beide Rückschlagventile
12a und 13 besitzen eine Drosselbohrung, um so eine Druckentlastung stromabwärts liegender
Leitungsabschnitte (einschließlich Düsenhalter 15) innerhalb der Dauer eines Arbeitsspieles
zu gewährleisten (Wirkungsweise wie niedrig eingestelltes Gleichdruckventil).
[0018] Der andere Anteil der im zweiten Verzweigungspunkt 8 der Einspritzleitungen angelangten
"Primär"-Druckwelle nimmt seinen Weg über die Umgehungsleitung 17, öffnet das an deren
Ende befindliche erste Rückschlagventil 13, wird mittels eines zweiten Rückschlagventils
12a am Eindringen in das Dosierkolbensystem 11 gehindert, dringt sodann in den Düsenhalter
15 ein, um dort die Haupteinspritzung unter sehr hohem Druck (Druckverdoppelung infolge
Wellenüberlagerung) zu veranlassen.
[0019] Figur 3 gibt die sich ergebende Zeitabhängigkeit des Druckes im Ringraum der Zerstäuberdüse
wieder, wobei dort "T", die Laufzeit der Druckwelle innerhalb der Umgehungsleitung
bzw. des Verzögerungsgliedes bedeutet. Deutlich erkennbar ist der nur noch vom Prozess
der Standdruckbildung unwesentlich beeinflußte Druckzusammenbruch im Zeitraum zwischen
den beiden, wellenmechanisch erzeugten Druckspitzen. Besonders willkommen ist neben
der sich ergebenden hohen Anstiegsgeschwindigkeit des Druckes während der Aufbauphase
der Haupteinspritzung das sich zeitparallel ausbildende hohe Druckniveau. Letztgenannte
Eigenschaften sind Voraussetzung für die Realisierung der eingangs erwähnten Absenkung
des Schwarzrauches gegenüber Einspritzanlagen, die über keinen Druckwellenbildner
verfügen.
[0020] Eine weitere Leistungssteigerung der vorstehend beschriebenen Einspritzanlage bis
hin zu Zerstäubungsqualitäten des Kraftstoffes, über die nur druckspeichergespeiste
Ausführungen mit elektronisch gesteuerten Druckfreigabeventilen verfügen, ließe sich
bei erhöhtem Aufwand wie folgt verwirklichen:
[0021] Mittels eines Spindelantriebes oder eines einfachen Nocken-Rollenstößel-Systems (beide
Versionen von einem Lageregelkreis mit elektronisch gesteuertem Getriebemotor als
Stellglied bedient) ist ein Stiftanschlag für den Ausweichkolben 6 - als Bestandteil
des Volumenspeichers 5 - so zu beeinflussen, daß der zurückgelegte Weg Δs1 des Ausweichkolbens
und somit das unter hohem Druck gespeicherte Kraftstoffvolumen der augenblicklich
vom Dieselmotor angeforderten Einspritzmenge entspricht. Die motorzustandsrelevante
Dosierung des Speichervolumens erfolgt dabei mittels Kennfeldsteuerung (in Abhängigkeit
der beiden Variablen, Lastanforderung und Drehzahl des Motors) der Sollwertvorgabe
für Δs1 des vorgenannten Lageregelkreises.
[0022] Ergänzend sei darauf verwiesen, daß das Zusammenfassen von Einzelfunktionen wie Druckwellenbildner
4 und Volumenspeicher 5 oder Dosierkolbensystem 11 und die beiden Rückschlagventile
12a und 13 (eventuell auch Düsenhalter 15) zu einer jeweils kompakten Gesamtheit zwecks
Minimierung des Montageaufwandes in der Praxis sinnvoll erscheint. Vorteile bietet
diese Vorgehensweise auch im Hinblick auf das Druckwellenverhalten der Anlage, das
aufgrund der kleiner gewordenen "parasitären" Speichervolumina unnütz langer Leitungsverbindungen
willkommene Verbesserungen hinsichtlich des instationären Übertragungsverhaltens in
Aussicht stellt.
[0023] Es versteht sich von selbst, daß die infolge örtlicher Unstetigkeitsstellen des Wellenwiderstandes
im Einspritzsystem entstehenden reflektierten Druckwellen, mit Hilfe des bekannten
Instrumentariums von Abhilfemaßnahmen zwecks Vermeidung von sogenannten "Nachspritzern"
zu unterdrücken sind. In der Regel handelt es sich dabei um Hardware-Komponenten wie
Entlastungs- und Gleichdruckventil, die im Bedarfsfall mit einer Rückströmdrossel
kombiniert, im Druckstutzen 2 der Einspritzpumpe 1 zu plazieren sind (Figur 1).
[0024] Hinsichtlich der Realisierung des Verzögerungsgliedes empfiehlt es sich, die Umgehungsleitung
17 durch eine alternative Verzögerungseinrichtung zu ersetzen, welche neben einer
erheblich verringerten Baulänge eine geringere Kraftstoff-Füllung aufweist. Letztgenannter
Punkt ist insofern ebenfalls von Bedeutung, als die Verwirklichung der neuerdings
angestrebten, kürzeren Einspritzzeit immer dann auf Schwierigkeiten stößt, wenn das
im Einspritzleitungssystem gespeicherte Kraftstoffvolumen verhältnismäßig groß ist.
Dieser Tatbestand ist darauf zurückzuführen, daß infolge der Kraftstoffkompressibilität
die hydraulische Ersatzfeder des leitungsgebundenen Kraftstoffvolumens mit dessen
wachsender Größe hinsichtlich "Weichheit" zunimmt und damit bei Stoßanregung (Einsetzen
der Plungerbewegung) Anlaß zum verstärkten Auftreten von hydraulischen Schwingungen
in der Einspritzleitung gibt. Dies führt zu der Konsequenz eines ebenfalls vermehrten
Aufwandes im Hinblick auf deren Unterdrückung.
[0025] Verzögerungsglieder im oben angesprochenen Sinne bestehen aus einer in Ausbreitungsrichtung
der Druckwelle hintereinander geschalteten, wechselnden Abfolge von kurzen Leitungsabschnitten
und Miniaturvolumina. Also letztlich aus einer Kette, bestehend aus einzelnen, hintereinander
geschalteten, hydraulischen Helmholtzresonatoren.
[0026] Als Auslegungsparameter stehen neben Länge und Durchmesser des "Resonanzrohres" das
Volumen des "Resonanzbehälters" für die Dimensionierung des einzelnen Resonators zur
Verfügung, mit denen in bekannter Weise zugleich auch die Resonanzfrequenz des Helmholtzsystems
festlegbar ist. Aus der letztgeannten wiederum können die Übertragungseigenschaften
der gesamten "Laufzeitkette" wie Druckfrontabsteilung (in Abhängigkeit der Gliederzahl),
Wellenlaufzeit und schlußendlich das Volumen der Kraftstoff-Füllung abgeleitet oder
aber auch vorgegeben werden.
[0027] So ergibt sich die notwendige Anzahl der hintereinander geschalteten Helmholtzresonatoren
gemäß nachstehender Beziehung zu

Darin bedeutet Δt den angestrebten zeitlichen Abstand zwischen Vor- und Haupteinspritzung,
während ta die erwünschte mittlere Zeitdauer des Druckanstieges der Druckwelle, nach
erfolgten Passieren der Laufzeitkette, ausdrückt. Die Resonanzfrequenz des Einzeloszillators
ergibt sich zu f₀ = 0,5 · ta
-1,5 · Δt
0,5. Die Beziehung zur näherungsweisen Bestimmung der Resonanzfrequenz aus den geometrischen
Abmessungen von Resonanzkanal und Resonanzbehälter lautet hingegen

Dabei bedeuten C die Schallgeschwindigkeit im Dieselkraftstoff, A den Querschnitt
des Resonanzkanales, V das Volumen des "Resonanzbehälters" und S (Figur 4) die Resonanzkanallänge.
[0028] Das vorstehend beschriebene Verzögerungsverhalten der Laufzeitkette gilt natürlich
nur für solche Frequenz-Komponenten der Druckwelle, deren Frequenz kleiner ist als
die Resonanzfrequenz des einzelnen Helmholtresonantors. Dies läßt für die Dimensionierung
den bedeutsamen Zusammenhang zwischen Absteilverhalten der aus dem Verzögerungsglied
austretenden Druckwelle und der gewählten Resonanzfrequenz des Helmholtzresonators
erkennen. Frequenzanteile der zu verzögernden Druckwelle mit einer Frequenz gleich
oder größer als der Helmholtzresonanzfrequenz, stoßen die ersten Glieder der Laufzeitkette
zum Schwingen an oder werden dort unterdrückt. In der Praxis bedeutet dies keine Einschränkung
in der Anwendung des Konzeptes, zumal schlimmstenfalls mit der Wahl der strömungsmechanisch
bedingten Dämpfung des Einzeloszillators das Dämpfungsdekrement der angestoßenen Schwingung
im Sinne kurzer Abklingzeiten beeinflußbar ist.
[0029] Eine alternative Lösung für das Verzögerungsglied zur Verbesserung der hochdruckhydraulischen
Systemeigenschaften im Hinblick auf eine verbesserte Zerstäubung des Brennstoffes
ist aus Figur 4 zu ersehen. Die Umgehungsleitung 17 zweigt nicht vor dem Dosierkolbensystem
11 von der Einspritzleitung 9 ab, sondern direkt mittels einer Steueröffnung 10a von
einem Zylinderraum 10b des Dosierkolbensystems 11. Die vom Kolben 10 während seiner
Bewegung aus der Ruhelage heraus zuerst freigegebenen Kante der Steueröffnung 10a
ist um einen Weg ΔS₃ gegenüber der wirksamen Steuerkante des Kolbens 10 in seiner
Ruhelage zurückversetzt. Der Weg des Kolbens 10 ist wie in der Version nach Figur
1 durch einen Anschlag 10c auf die Wegstrecke ΔS₂ begrenzt. Die übrigen Merkmale des
Einspritzsystems entsprechen denen der Figur 1.
[0030] Der besondere Vorteil des in Figur 4 gezeigten Systems besteht darin, daß die vom
Druckwellenbildner 4 auf das Dosierkolbensystems 11 zulaufende Druckwelle am Kolben
10 reflektiert wird, wodurch sich der dort wirksame Druck nach dem Superpositionssatz
verdoppelt. Dieser Druck führt zu einer Erhöhung der Verdrängergeschwindigkeit des
Kolbens 10 was zu einer besseren Zerstäubung des Brennstoffes in der Voreinspritzphase
führt. Von weiterem Vorteil ist - wie an anderer Stelle noch ausführlich beschrieben
wird - die nunmehr reduzierte Laufzeit der Druckwellenfront der Haupteinspritzung
mit der Folge einer kleiner auszulegenden, aktiven Länge des Verzögerungsgliedes 17.
Der zur Freigabe der Haupteinspritzung erforderliche Steuerquerschnitt, repräsentiert
vom Kolbenweg ΔS₂-ΔS₃, ist unter Zuhilfenahme einer umfangsparallelen Ringnut im Zylinderteil
11 (zwecks Überführung des Brennstoffes in die, das Verzögerungsglied speisende Radialbohrung
10a) so klein wie möglich zu halten, um eine größtmögliche zeitliche Drucksteilheit
der Anstiegsflanke der Haupteinspritzung sicherzustellen. Der zeitliche Bewegungsablauf
des Kolbens 10 ist durch den Druckwellenbildner 4 normiert, da dieser stets konstante
Druckverhältnisse liefert.
[0031] Die erwünschte Voreinspritzmenge ergibt sich wieder aus dem Zylinderraum 10b als
Produkt von Kolbenfläche und Hub ΔS₂ des Kolbens 10.
[0032] Im weiteren soll auf die Funktionsweise eingegangen werden.
[0033] Nach erfolgter Zumessung des Voreinspritzvolumens mittels Kolben 10 und dessen Verdrängung
in Richtung Einspritzventil 16, gibt das der Einspritzpumpe 1 zugewandte Ende des
Kolbens 10 eine Steueröffnung 10a im Dosierkoibensystem 11 frei, wobei die Steueröffnung
10a ihrerseits von einer, stromaufwärts gelegenen, an der Zylinderinnenwand umfangsparallel
eingebrachten, zugleich auch Steuerkanten-Funktion übernehmenden Verteilernut (Steueröffnugn
10a) gespeist wird. Da die Steueröffnung 10a austrittsseitig mit der Eintrittsseite
der Umgehungsleitung 17 verbunden ist, kann der die Haupteinspritzung einleitende
und aufrechterhaltende Brennstoff folglich erst dann das Verzögerungsglied passieren,
wenn der Kolben 10 seine vom Anschlag 10c bestimmte Endlage erreicht hat. Die hieraus
resultierenden Konsequenzen sind folgende.
[0034] Solange die, dem Druckwellenbildner 4 entstammende Druckwelle den Kolben 10 in einen
Zustand der Volumenverdrängung versetzt, verhält sich das Dosierkolbensystem 11 wellenmechanisch
wie eine hydraulisch schallharte Reflektionsstelle mit dem allgemein bekannten Vermögen
des Ausbildens einer Druckverdoppelung, hierbei im Bereich der Druckangriffsfläche
des Kolbens 10 auftretend. Besagte Druckverdopplung - bis zur Freigabe der Steueröffnung
10a andauernd - hat in willkommener Weise eine Erhöhung der Verdrängergeschwindigkeit
des Kolbens 10 zur Folge, die ihrerseits zu einer besseren Zerstäubung der Voreinspritzmenge
beiträgt. Wird des weiteren durch gezielte Auslegung die zeitliche Dauer der vom Druckwellenbildner
erzeugten Druckwelle gleich oder größer als die Verschiebedauer Tv (Figur 5) des Kolbens
10 dimensioniert, kann ein, der Druckverdopplung entstammender Restanteil von potentieller
Energie der Druckwelle zugleich auch für eine zeitliche Druckaufsteilung der Anfangsphase
der Haupteinspritzung genutzt werden, die ihrerseits ebenfalls zu erhöhter Zerstäubungsqualität
führt.
[0035] Nachteilig war für die bisherige Lösung, daß das Verzögerungsglied für eine Druckwellen-Laufzeit
T (Figur 3) ausgelegt werden mußte. Diese Zeit verkürzt sich nunmehr nach Figur 5
um den Betrag Tv (Kolbenbewegungs-Dauer). Als neue Druckwellenlaufzeit ergibt sich
damit der zeitliche Betrag T'. Entgegen der Darstellung in Figur 3 ist die prozentuale
Minderung derWellenlaufzeit im hydraulischen Verzögerungsglied erheblich größer als
dies in Figur 5 im Verhältnis von T' zu T zum Ausdruck kommt.
[0036] Die mit der erhaltenen, kürzeren Laufzeit T' einhergehende Verringerung von Länge
und Füllmenge des hydraulischen Verzögerungsgliedes ist insofern hochwillkommen, als
damit die druckabhängige Volumennachgiebigkeit des leitungsgebundenen Brennstoffes
(Hochdruckteil) eine Verminderung erfährt. Die zu fordernde Konstanz (Reproduzierbarkeit)
der Kolbenveschiebezeit Tv - letztlich deren Unabhängigkeit sowohl von der Gesamteinspritzmenge
pro Arbeitsspiel und Zylinder wie von der Motordrehzahl - ist sichergestellt durch
die erzwungene Konstanz des Energieinhaltes der vom Druckwellenbildner 4 (Figur 1
bzw. Figur 4) erzeugten Druckwelle.
[0037] Figur 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel für die vorstehend beschriebene Laufzeitkette
aus Helmholtzresonatoren 18. Diese Helmholtzresonatoren 18 sind in einem Rohr 19 geführt,
das auf der einen Seite mit einem ersten Anschlußstutzen 18a abgeschlossen ist. Eine
zylindrische Bohrung 20 wird mit ersten und zweiten Scheiben 21 und 22 entsprechend
einer wechselnden Anordnung gefüllt wie sie Figur 4 darstellt. Jede erste Scheibe
21 besitzt eine konzentrische Bohrung 23 entsprechend den Anschlußstutzen 18a und
18b, die dem Innendurchmesser der angeschlossenen Einspritzleitungen entspricht. Die
zweiten Scheiben 22 - paarweise spiegelbildlich zueinander angeordnet - sind einseitig
mit einer kegelstumpfförmigen Bohrung 23a angeschrägt und bilden auf diese Weise das
Resonanzvolumen des einzelnen Helmholtzresonators 18 während die Bohrung 23 der Scheibe
21 als zugehöriges Resonanzrohr dient. Das verbleibende Ende des Rohres 19 ist mit
dem angeschraubten Anschlußstutzen 18b abgeschlossen, der zusammen mit einem Einlegestück
24 dazu dient, den Scheibenstapel vorzuspannen, um radiale Kapillarspalten an den
Berührungsflächen der Scheiben auszuschließen.
[0038] Figur 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Kette von Helmholtzresonatoren
18 als Verzögerungsglied, das sich durch geringen Fertgigungsaufwand auszeichnet (wegen
der Symmetrie des Systems ist nur eine Hälfte dargestellt). Wesentlicher Teil ist
hier ein zylindrischer Körper 25 der mit durchgängigen Radialbohrungen 26 im Abstand
S versehen wurde. Auf dem zylindrischen Körper 25 ist ein weiteres Rohr 27 aufgeschrumpft,
an dessen beiden Enden mittels Lötstelle 28a für zuverlässige Kraftstoffabdichtung
gesorgt ist. Das, von jeder Radialbohrung 26 umfaßte Volumen ist als Resonanzvolumen
des jeweiligen Helmholtzresonators 18 aufzufassen, das seinerseits jeweils mit der
- zwischen zwei benachbarten Radialbohrungen 26 eingeschlossenen - Zentralbohrung
28 als Resonanzrohr wechselwirkt. An den Schnittpunkten der Radialbohrungen 26 mit
der Zentralbohrung 28 ist mit geeigneter Vorgehensweise für die Abrundung scharfer
Kanten zu sorgen um Kavitation auszuschließen (zonenselektives, elektrochemisches
Fräsen oder Sandstrahlen unter Verwendung eines Fensterpaares als Bestandteil einer
axial am Außenumfang des Rohres 27 verschieblichen Hülse um ortsselektiven Austritt
der beiden, radial austretenden Sandstrahlen zu erzwingen).
[0039] Eine konstruktive Ausbildung eines Druckwellenbildners 4 ist in Figur 8 dargestellt.
In seinem Aufbau ähnelt der Druckwellenbildner einem Einspritzventil, unterscheidet
sich jedoch von dieser funktionell durch sein, um ein vielfach größeres Verhältnis
von Ansprechdruck zu Schließdruck. Er besteht zunächst aus dem Düsenhalter 15, einem
Düsenkörper 29 und einer Überwurfmutter 30, welche beide Teile verbindet. Im Düsenkörper
29 ist ein Stellglied 31 axial beweglich geführt, welches sich in einen Ventilschaft
32 und einen Kolben 33 gliedert, welcher in losem Kontakt mit dem Ventilschaft 32
verbunden ist.
[0040] Der Ventilschaft 32 mit Durchmesser d1 weist eine kegelstumpfartig ausgebildete Spitze
auf, welche eine planebene Dichtfläche 34 mit Durchmesser d2 trägt. Diese dichtet
einen Druckraum 35 gegen eine Auslaßbohrung 36. Der Druckraum 35 umgibt den Ventilschaft
32 koaxial, wobei der Druckraum 35 über eine Zulaufbohrung 36 mit einem Ausgang der
Einspritzpumpe 1 (Figur 1) verbunden ist. Zur Begrenzung der axialen Beweglichkeit
des Stellgliedes 31 ist ein Anschlag an einer Koppelplatte 37 vorgesehen, welche zwischen
dem Düsenhalter 15 und den Düsenkörper 29 eingespannt ist.
[0041] Um die Steuerung des Stellgliedes 31 möglichst flexibel handhaben zu können ist es
vorteilhaft, den Kolben 33 über eine Bohrung 38 mit einer kennfeldgesteuerten, hier
nicht näher dargestellten Hilfsdruckquelle zu verbinden. Als einfachere, jedoch weniger
anspruchsvolle Lösung der Schließkrafterzeugung am Ventilschaft ist anstelle des hilfsdruckbeaufschlagten
Kolbens 33 der Einsatz einer entsprechend dimensionierten vorgespannten Druckfeder
denkbar. Die Vorspannkraft der Druckfeder liegt dann im Bereich der Kraft des Kolbens
33.
1. Einspritzsystem für luftverdichtende Brennkraftmaschinen, bestehend aus einer Einspritzpumpe,
einer Einspritzleitung und einer Einspritzdüse, wobei der Einspritzdüse in deren unmittelbarer
Nähe ein Dosierkolbensystem vorgeschaltet ist, welches in Reihe geschaltet in die
Einspritzleitung eingebaut ist und dem Dosierkolbensystem ein Verzögerungsglied parallel
geschaltet ist, wobei vor dem Einmünden des Verzögerungsgliedes in die Einspritzleitung
in einem Bereich zwischen Dosierkolbensystem und Einspritzdüse ins Verzögerungsglied
ein erstes Rückschlagventil eingebaut ist, welches in Richtung auf die Einspritzdüse
durchlässig ist und ein Volumen eines Zylinderraumes des Dosierkolbensystems so bemessen
ist, daß es einer Voreinspritzmenge entspricht, dadurch gekennzeichnet, daß nach einem
Druckstutzen (2) der Einspritzpumpe (1) in die Einspritzleitung (9) ein Druckwellenbildner
(4) eingebaut ist, daß von der Einspritzleitung (9) zwischen Druckstutzen (2) und
Druckwellenbildner (4) ein Volumenspeicher (5) abzweigt, wobei der Ansprechdruck des
Volumenspeichers (5) stets kleiner zu wählen ist als der Ansprechdruck des Druckwellenbildners
(4), und daß das Verzögerungsglied vor Einmündung der Einspritzleitung (9) in das
Dosierkolbensystem (11) abzweigt (Figur 1).
2. Einspritzsystem für luftverdichtende Brennkraftmaschinen, bestehend aus einer Einspritzpumpe,
einer Einspritzleitung und einer Einspritzdüse, wobei der Einspritzdüse in deren unmittelbarer
Nähe ein Dosierkolbensystem vorgeschaltet ist, welches in Reihe geschaltet in die
Einspritzleitung eingebaut ist und dem Dosierkolbensystem ein Verzögerungsglied parallel
geschaltet ist, wobei vor dem Einmünden des Verzögerungsgliedes in die Einspritzleitung
in einem Bereich zwischen Dosierkolbensystem und Einspritzdüse ins Verzögerungsglied
ein erstes Rückschlagventil eingebaut ist, welches in Richtung auf die Einspritzdüse
durchlässig ist und ein Volumen eines Zylinderraumes des Dosierkolbensystems so bemessen
ist, daß es einer Voreinspritzmenge entspricht, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem
Druckstutzen (2) der Einspritzpumpe (1) in die Einspritzleitung (9) ein Druckwellenbildner
(4) eingebaut ist, daß vor der Einspritzleitung (9) zwischen Druckstutzen (2) und
Druck wellenbildner (4) ein Volumenspeicher (5) abzweigt, wobei der Ansprechdruck
des Volumenspeichers (5) stets kleiner zu wählen ist als der Ansprechdruck des Druckwellenbilnders
(4), und daß das Verzögerungsglied mittels einer Steueröffnung (10a) von einem Zylinderraum
(10b) des Dosierkolbensystem (11) abzweigt, derart, daß die Einspritzleitung (9) nach
dem Verschieben eines Kolbens (10) des Dosierkolbens (11) aus seiner Ruhelage heraus
um einen Weg ΔS₃ mit dem Verzögerungsglied verbindbar ist (Figur 4).
3. Einspritzsystem nach den Ansprüchen 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verzögerungsglied
als eine Umgehungsleitung (17) ausgebildet ist.
4. Einspritzsystem nach den Ansprüchen 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verzögerungsglied
als eine in Reihe geschaltete Kette von Helmholtzresonatoren (18) ausgebildet ist.
5. Einspritzsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Helmholtzresonatoren
(18) durch Aufeinanderschichtung von zylindrischen Scheiben (21, 22) gebildet werden,
wobei eine erste Scheibe (21) eine konzentrische Bohrung (23) aufweist und eine zweite
Scheibe (22) eine kegelstumpfförmige Bohrung (23a) aufweist, wobei die Schichtung
dieser Scheiben (21, 22) derart erfolgt, daß einer ersten Scheibe (21) zwei zweite
Scheiben (22) folgen, derart, daß die zweiten Scheiben (22) spiegelbildlich zueinander
gerichtet sind, so daß deren Bohrungen (23a) das Resonanzvolumen des einzelnen Helmholtzresonators
(18) bilden.
6. Einspritzsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kette der Helmholtzresonatoren
(18) dadurch zustandekommt, daß ein zylindrischer Körper (25) eine Zentralbohrung
(28) aufweist, und daß diese Zentralbohrung (28) in gleichen Abständen durch lotrecht
dazu ausgeführte Radialbohrungen (26) unterbrochen wird, derart, daß diese Radialbohrungen
(26) das Resonanzvolumen des einzelnen Helmholtzresonators (18) bilden.
7. Einspritzsystem nach den Ansprüchen 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Volumenspeicher
(5) aus einem Zylinder mit einem darin axial beweglichen Ausweichkolben (6) gebildet
wird und daß der Ausweichkolben (6) mittels einer Vorspannfeder (7) belastet ist,
wobei die Vorspannkraft der Feder derart gewählt ist, daß der Ansprechdruck des Ausweichkolbens
(6) stets kleiner ist als der Ansprechdruck des Druckwellenbildners (4).
8. Einspritzsystem nach den Ansprüchen 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Dosierkolbensystem
(11) aus einem Gehäuse mit darin axial beweglich geführten Dosierkolben (10) gebildet
wird, daß der Dosierkolben (10) mittels einer Druckfeder (12) in Ausgangsstellung
gehalten wird, wobei der Weg ΔS₂ des Kolbens (10) mittels Anschlag (10c) begrenzbar
ist und daß ein Zylindervolumen des Dosierkolbensystems (11) stromab durch ein zweites
Rückschlagventil (12a) derartig absperrbar ist, daß ein Durchströmen nur in Richtung
der Einspritzdüse (16) möglich ist.
9. Einspritzsystem nach den Ansprüchen 1 bzw. 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Druckwellenbildner
(4) ähnlich einem Einspritzventil im wesentlichen aus einem Düsenhalter (15), einem
Düsenkörper (29) und einem Stellglied (31) gebildet wird, wobei dem Stellglied (31)
von der Einspritzpumpe (1) Brennstoff über eine Zulaufbohrung (36) zugeführt wird,
welche in einen Druckraum (35) mündet, daß das Stellglied (31) aus einem mit Kolben
(33) belasteten Ventilschaft (32) gebildet wird und der Ventilschaft (32) eine Auslaßbohrung
(36) in Richtung der Einspritzleitungen versperrt oder öffnet, und daß der Ventilschaft
(32) aus einem zylindrischen Teil und einem kegelig zulaufenden Teil besteht, derart,
daß die Differenz der Flächen mit dem Durchmesser d1 und dem Durchmesser d2 belastet
mit dem Brennstoffdruck ausreicht, um bei einem vorbestimmten Druck pö das Stellglied
(31) gegen die Kraft des Kolbens (33) zu öffnen, wobei der Kolben (33) über eine Bohrung
(38) von einer Hilfsdruckquelle mit einem kennfeldgesteuerten Hydraulikdruck beaufschlagbar
ist.