[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Fadenwächter gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Ein solcher Fadenwächter ist aus der FR-A-2 343 067 bekannt.
[0002] Fadenwächter dieser Art werden überall dort eingesetzt, wo eine Querbewegung eines
Fadens stattfindet, was beispielsweise bei einer Fadenübergabe von einem Organ auf
ein anderes oder bei Entnahme eines Fadens von einem Vorrat der Fall sein kann. Beispiele
dafür sind Fadengeber oder Mehrfarben-Wechseleinrichtungen für Webmaschinen, insbesondere
für Greiferwebmaschinen, oder Webereivorbereitungsmaschinen, wie beispielsweise Knüpf-,
Spleiss- oder Einziehmaschinen für Kettfäden.
[0003] In der Internationalen Anmeldung PCT/CH90/00283 ist eine Kettfadeneinziehmaschine
beschrieben, bei welcher die Fadenschicht auf einem Rahmen aufgespannt ist, und die
einzelnen Kettfäden nacheinander separiert, einem Einziehgreifer angeboten und von
diesem in das Geschirr eingezogen werden. Der vertikal gespannte Kettfaden passiert
nach der Uebernahme durch den Einziehgreifer in Schlaufenform einen vertikalen Fadenkanal,
in welchem ein Fadenwächter der eingangs genannten Art angeordnet ist. Der Fadenwächter,
der bei jedem Einzug überprüft, ob auch wirklich ein Kettfaden eingezogen worden ist,
besteht aus einem federnden, durch den passierenden Faden verstellbaren Schwenkhebel,
dessen Verstellung durch einen Induktivsensor überwacht wird.
[0004] Dieser Fadenwächter hat sich zwar in der Praxis gut bewährt, stellt aber wegen des
einer gewissen Abnützung und Beanspruchung ausgesetzten Schwenkhebels noch keine optimale
Lösung dar. Es kann auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Induktivsensor bei
starker Verstaubung nicht zuverlässig funktioniert. Da aber gerade von diesem Fadenwächter
eine möglichst hohe Zuverlässigkeit verlangt wird, erfordert sein Betrieb einen gewissen,
in jedem Fall unerwünschten Wartungsaufwand.
[0005] Durch die Erfindung soll nun ein Fadenwächter angegeben werden, der möglichst keinen
Wartungsaufwand erfordert, der keine Verschleissteile aufweist, der unter möglichst
allen Umgebungsbedingungen zuverlässig funktioniert, und der noch dazu kostengünstig
ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch einen Fadenwächter gemäß dem Anspruch 1
gelöst.
[0007] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnungen
näher erläutert; es zeigt:
- Fig. 1
- einen Ausschnitt aus einer einen erfindungsgemässen Fadenwächter aufweisenden Fadenhaltevorrichtung
im Massstab von 1,5:1; und
- Fig. 2
- einen Ausschnitt aus Fig. 1 im Massstab von 3:1.
[0008] Die dargestellte Fadenhaltevorrichtung dient dazu, ein in Form einer Schlaufe vorliegendes
Fadenstück F bei Einwirkung einer den Faden aus der Fadenhaltevorrichtung ziehenden
Kraft gesteuert freizugeben. Sie umfasst einen länglichen Förderkanal 1, welcher die
Fadenschlaufe 1 enthält und somit die Funktion eines Fadenspeichers erfüllt. Die Schlaufe
ist ausserhalb des Förderkanals 1 an einem Schenkel in einer ortsfesten Klemme und
an ihrem anderen Schenkel, das ist im Bereich des freien Fadenendes, in einem Transportmittel
fixiert, welches den Faden F in Richtung des Pfeiles A aus dem Förderkanal 1 herauszieht.
Damit dieses Herausziehen kontrolliert erfolgt und die Fadenschlaufe bis zuletzt erhalten
bleibt, sind im Förderkanal 1 auf das Schlaufenknie wirkende Bremselemente vorgesehen,
welche den Faden gespannt halten.
[0009] Die dargestellte Anordnung ist Bestandteil einer Kettfadeneinziehmaschine, wie sie
beispielsweise in der internationalen Anmeldung PCT/CH90/00283 der Zellweger Uster
AG beschrieben ist. Bei dieser Einziehmaschine ist die einzuziehende Kettfadenschicht
auf einem vertikalen Rahmen aufgespannt, welcher vor der Einziehmaschine und vor deren
senkrecht zur Kettfadenschicht oszillierend antreibbarem Einziehorgan positioniert
ist. Dem Einziehorgan ist eine sogenannte Fadentrenngruppe zugeordnet, an welcher
die aufgespannten Kettfäden vorbeibewegt und dabei separiert und abgeteilt werden.
Nach dem Abteilen werden die Kettfäden abgeschnitten und dem Einziehorgan präsentiert,
wobei die dargestellte Fadenhaltevorrichtung Teil dieser Fadenpräsentierstufe bildet.
Die Fadenpräsentierstufe ist in der internationalen Anmeldung Nr. PCT/CH 91/00229
ausführlich beschrieben und wird hier nicht näher erläutert.
[0010] Die Fadenhaltevorrichtung besteht im wesentlichen aus dem schon erwähnten Förderkanal
1, welcher durch zwei auf einer Grundplatte 2 montierte, L-förmige Schienen 3 und
4 gebildet ist, die den schachtartigen Förderkanal 1 umschliessen. An der von der
Grundplatte 2 abgewandten Seite ist zwischen den beiden Schienen 3 und 4 ein durchgehender
Schlitz gebildet, welcher durch elastische Borsten 5 aus einem geeigneten Material,
beispielsweise aus Stahl oder aus einem Kunststoff wie Nylon, abgedeckt ist. Die Borsten
5 sind vorzugsweise in ein Trägerband eingebettet, welches in eine entsprechende Abstufung
an der Innenseite der in Fig. 1 rechten Schiene 4 geklebt ist, und sie sind an ihrem
den Schlitz überdeckenden Teil länger als die Schlitzbreite. Die Borsten stossen mit
ihrem freien Kopfteil gegen die nachfolgend als Anschlagschiene bezeichnete linke
Schiene 3 und sind an dieser umgebogen. Das bedeutet, dass die Borsten 5 mit ihrem
Kopfteil federnd gegen die Anschlagschiene 3 drücken.
[0011] Die Anschlagschiene 3 weist gegen das Ausstrittsende des Förderkanals 1 zu eine fensterartige
Ausnehmung 6 auf, in die ein piezoelektrischer Sensor 7 eingesetzt ist, dessen Beschaltung
sich in einem mit der Anschlagschiene 3 und/oder mit der Grundplatte 2 verbundenen
Gehäuse 8 befindet.
[0012] Die Funktionsweise des Piezosensors ist die folgende: Die im Förderkanal 1 befindliche
Fadenschlaufe F ist an ihrem Knie, wo die beiden Schlaufenschenkel zusammenstossen,
von einer Borste 5 gehalten und springt beim Herausziehen aus dem Förderkanal 1 von
einer Borste zur nächsten, wobei die die Schlaufe gerade haltende Borste 5 nach unten
weggedrückt und dabei zusätzlich gespannt wird und nach dem Passieren des Fadens F
in ihre Ausgangslage zurückfedert.
[0013] Diese Situation ist in Fig. 2 dargestellt, und zwar in dem Moment, in dem der Faden
F, oder genauer gesagt, das Knie der Fadenschlaufe, gerade den piezoelektrischen Sensor
7 erreicht. Im nächsten Moment trifft der Faden F auf eine mit B bezeichnete Borste,
welche beim Passieren des Fadens von der mit vollen Linien eingezeichneten Stellung
in die mit gestrichelten Linien eingezeichnete Stellung verschwenkt wird (gestrichelte
Lage des Fadens). Sobald der Faden die Borste B passiert hat, schwenkt diese aus ihrer
gestrichelten Lage in die Ruhelage zurück und schlägt dabei gegen den piezoelektrischen
Sensor 7. Dieser Druckimpuls wird vom Sensor 7 detektiert und wird in der Signalverarbeitung
als Signal für den Durchgang eines Fadens interpretiert. Da der Sensor 7 in der Nähe
der Austrittsöffnung der Fadenschlaufe aus dem Förderkanal 1 angeordnet ist, also
an einer Stelle, wo die Fadenschlaufe schon sehr kurz, und demzufolge der Faden schon
zu einem Grossteil in das Geschirr eingezogen ist, wird das Signal des Sensors 7 als
Bestätigung des erfolgten Fadeneinzugs bewertet.
[0014] Um sicherzustellen, dass die Teil des Fadenwächters bildende Borste B beim Zurückschwenken
in die Ruhelage auf den piezoelektrischen Sensor 7 trifft und nicht neben diesem gegen
die Anschlagschiene 3 schlägt, sind die Borsten 5 im Bereich des Sensors 7 zwischen
zwei zu beiden Seiten der Borstenschar angeordneten Bügeln 9 geführt, welche ein seitliches
Ausweichen der Borsten verhindern.
[0015] Die praktische Erprobung hat gezeigt, dass der beschriebene Fadenwächter trotz seines
einfachen Aufbaus absolut zuverlässig funktioniert. Besonders gute Resultate wurden
mit folgenden Spezifikationen erzielt:
Borstenmaterial: Federstahl
Borstendicke: 0,3 mm
Ueberlänge der Borsten verglichen mit der Spaltbreite: 2 mm
Die Beschreibung der Anwendung des Fadenwächters an einer Kettfadeneinziehmaschine
ist nicht als Einschränkung zu verstehen. Es ist für den Fachmann offenkundig, dass
ein Fadenwächter dieser Art überall dort eingesetzt werden kann, wo der zu überwachende
Faden eine Querbewegung vollführt.
1. Fadenwächter zur Detektion des Durchgangs eines in Querrichtung bewegten Fadens (F),
mit einem Förderkanal (1) zum Aufnehmen des Fadens, mit Borsten (5), die mit einem
Ende federnd an eine Anschlagschiene (3) des Förderkanals anliegen, dadurch gekennzeichnet,
dass die Borsten den Faden entgegen einer Förderrichtung (A) spannen, in der der Faden
im Förderkanal bewegt wird, dass der Förderkanal (1) in der Anschlagschiene (3) versenkt
einen druckempfindlichen Sensor (7) aufweist, der von dem Faden überstrichen wird,
so dass Borsten (5) durch den Faden ausgelenkt und bei der anschliessenden Rückstellung
gegen die Anschlagschiene einen Druckimpuls an den Sensor abgeben, und dass der Sensor
zur Detektion dieses Druckimpulses ausgebildet ist.
2. Fadenhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor als
Piezoquarz ausgebildet ist.
1. Thread monitor for detecting the passage of a thread (F) moving in the transverse
direction, having a conveying channel (1) for receiving the thread, having bristles
(5) which bear flexibly with their one end against a stop rail (3) of the conveying
channel, characterized in that the bristles tension the thread counter to a conveying
direction (A) in which the thread is moved in the conveying channel, in that the conveying
channel (1) has sunken into the stop rail (3) a pressure-sensitive sensor (7) which
is passed over by the thread, so that bristles (5) deflected by the thread and in
the subsequent return towards the stop rail emit a pressure impulse to the sensor,
and in that the sensor is designed for detecting this pressure impulse.
2. Thread-holding device according to Claim 1, characterized in that the sensor is designed
as a piezoelectric quartz crystal.
1. Détecteur de fil pour détecter le passage d'un fil (F) se déplaçant dans la direction
transversale, avec un canal convoyeur (1) pour recevoir le fil, avec des poils (5)
qui s'appliquent par une extrémité élastiquement à un rail de butée (3) du canal convoyeur,
caractérisé en ce que les poils tendent le fil contre une direction de convoyage (A)
dans laquelle le fil est déplacé dans le canal convoyeur, en ce que le canal convoyeur
(1) présente, noyé dans le rail de butée (3), un capteur (7) réagissant à la pression
sur lequel passe le fil de façon que des poils (5) soient sortis par le fil et, lors
du retour subséquent contre le rail de butée, emettent une impulsion de pression au
capteur, et en ce que le capteur est réalisé pour détecter cette impulsion de pression.
2. Dispositif de retenue de fil selon la revendication 1, caractérisé en ce que le capteur
est réalisé sous forme de cristal de quartz piézo-électrique.