[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltwerk für einen elektrischen Schalter, mit einem
vom Betätiger unabhängigen Schaltverhalten der Schaltkontakte des Schalters. Ein derartiges
Schaltwerk ist aus der DE-AS 1 021 053 bekannt.
[0002] Es sind beispielsweise Schaltwerke für Sicherungslastschalter bekannt, bei denen
das Schalten unter Kraftschluß erfolgt. Die Schaltwerke werden üblicherweise mittels
eines Schalthebels betätigt, der zum Schalten um einen Winkel von ungefähr 90° verschwenkt
wird. Es sind Schaltwerkkonstruktionen bekannt, bei denen der Schalthebel nach dem
Einschalten des Sicherungslastschalters in der Einschaltstellung verbleibt oder aber
solche bei denen er automatisch in seine Ausgangsstellung zurückgeführt wird, so daß
der Schaltzustand EIN bzw. AUS nur bedingt als eine optische Anzeige erkennbar ist.
[0003] Sicherungslastschalter finden in Leistenform Verwendung, wobei in aller Regel die
schmalen Sicherungslastschaltleisten unmittelbar benachbart zueinander angeordnet
sind. Bei einer Schwenkbewegung des Schalthebels aus der ausgeschalteten Stellung,
in der der Schalthebel mit der Längsachse der Leiste fluchtet, in die eingeschaltete
Stellung, in der er senkrecht zu dieser steht und in dieser verbleibt, ist der Nachteil
zu verzeichnen, daß die Nachbarleiste vom Schalthebel überdeckt wird, so daß ihre
Zugänglichkeit behindert ist. Bei einer Schwenkbewegung des Schalthebels in der Hauptebene
der Leiste hingegen steht der Schalthebel bei eingeschaltetem Zustand des Sicherungslastschalters
nach vorne vor. Bei beiden genannten Varianten steht der guten Erkennbarkeit des Schaltzustandes
des Sicherungslastschalters die mangelnde Bedienungsfreundlichkeit entgegen.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Schaltwerk für einen elektrischen
Schalter mit einer vom Benutzer unabhängigen Betätigung der Schaltkontakte zu schaffen.
Eine bevorzugte Weiterbildung soll bei einem Sicherungslastschalter dessen optimale
Zugänglichkeit des in beiden Schaltstellungen bei unterschiedlicher Position des Schalthebels
sicherstellen.
[0005] Das erfindungsgemäße Schaltwerk für einen elektrischen Schalter ist gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
- einen Schalthebel, der drehfest mit einer Schaltbüchse zusammenwirkt und über einen
Teilkreis schwenkbar ist,
- eine Schaltwelle, die formschlüssig bei einem Spiel in Umfangsrichtung mit der Schaltbüchse
zusammenwirkt,
- einen Federträger, der formschlüssig bei einem Spiel in Umfangsrichtung mit der Schaltbüchse
zusammenwirkt,
- mindestens eine Feder, die den Federträger beaufschlagt, wobei die Feder während der
Drehung des Federträgers überschnappt und bis zu deren Überschnappunkt die Schaltbüchse
entgegen der Drehrichtung des Schalthebels beaufschlagt und ab deren Überschnappunkt
in Drehrichtung des Schalthebels,
- einen unter Federvorspannung stehenden Kniehebel zur Betätigung des Schalters, wobei
die Schaltwelle formschlüssig bei einem Spiel in Umfangsrichtung mit einem Hebelarm
des Kniehebels zusammenwirkt und der Kniehebel während der Drehung der Schaltwelle
zur Auslösung des Schaltvorganges überschnappt.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Schaltwerk wird bei einer Schwenkbewegung des Schalthebels,
beispielsweise aus der AUS-Stellung des Schalters, die Schaltbüchse entsprechend mitgenommen.
Dies hat zur Folge, daß die Schaltwelle von der Schaltbüchse mitgenommen, das heißt
gleichfalls geschwenkt wird. Die Schaltwelle kann dabei unmittelbar in der AUS-Stellung
des Schalthebels und der Schaltbüchse sich in Formschluß mit der Schaltbüchse befinden
oder aber auch erst nach einer gewissen Schwenkung der Schaltbüchse in Anlage mit
einem Schaltbüchsenanschlag gelangen, der die Schaltwelle mitnimmt. Bevorzugt befindet
sich die Schaltwelle aber bereits in der AUS-Stellung von Schalthebel und Schaltbüchse
in Formschluß mit der Schaltbüchse. Aufgrund des Formschlusses zwischen der Schaltbüchse
und des Federträgers wirkt die diesen beaufschlagende Feder entgegen der Schwenkbewegung
des Schalthebels. Das Spiel zwischen der Schaltbüchse und dem Federträger ist zweckmäßig
so gewählt, daß die Feder unmittelbar nach Einleitung der Schwenkbewegung in den Schalthebel
aus der AUS-Stellung vorgespannt wird. Es kann jedoch auch gleichfalls zunächst ein
gewisses Spiel zwischen dem Federträger und der Schaltbüchse zu überbrücken sein,
ehe der Formschluß zwischen Federträger und Schaltbüchse erfolgt und damit die Feder
vorgespannt wird. Infolge des Formschlusses von Schaltbüchse und Schaltwelle wird
diese verschwenkt, so daß der eine Hebelarm des Kniehebels mitgenommen wird. Es wird
in diesem Zusammenhang als vorteilhaft erachtet, wenn der Formschluß zwischen der
Schaltbüchse und dem Schalthebel erst nach Erreichen eines gewissen Schwenkwinkels
des Schalthebels aus seiner AUS-Stellung erreicht wird. Dies ermöglicht es, in einer
Zwischenstellung des Schalthebels einen Deckel des elektrischen Schalters, insbesondere
Sicherungslastschalters zu öffnen bzw. zu schließen, beispielsweise um nach dem Öffnen
des Deckels eine Sicherung auszutauschen. Sobald der Formschluß zwischen der Schaltbüchse
und der Schaltwelle hergestellt ist, wird die Schaltwelle entsprechend der weiteren
Schwenkbewegung des Schalthebels mitgenommen und es kann der eine Hebelarm des Kniehebels
bis zur Überschnappstellung des Kniehebels verschwenkt werden. In diesem Zusammenhang
wird es als vorteilhaft angesehen, wenn die formschlüssige Verbindung der Schaltwelle
mit dem einen Hebelarm des Kniehebels erst nach dem Verschwenken der Schaltwelle um
einen gewissen Winkelbereich aus ihrer Ausgangsstellung erfolgt. - Nachdem der Überschnappunkt
des Kniehebels erreicht ist, wird er von der ihm zugeordneten Feder schlagartig in
seine andere Endlage überführt. Diese schlagartige Positionsänderung des Kniehebels
löst die Schalterbetätigung aus, wobei die Schaltkontakte des Schalters unmittelbar
oder auch mittelbar vom Kniehebel beaufschlagt werden können. Wichtig ist der Zusammenhang
des Entspannvorganges des Kniehebels in Bezug zum Entspannvorgang der dem Federträger
zugeordneten Feder, die in etwa bei Erreichen des Überschnappunktes des Kniehebels
ihre Totpunktlage erreicht. Überschreitet der Kipphebel seine Überschnappstellung,
bevor der Schalthebel die Feder ihre Totpunktlage überführt hat, führt dies dazu,
daß der eine Hebel des Kniehebels das Umfangsspiel der Schaltwelle überbrückt und
diese im bisherigen Drehsinn weiterbewegt und damit auch die Schaltbüchse und den
Federträger. Entweder führt diese beschriebene Bewegung während der Entspannung des
mittels Feder vorgespannten Kniehebels zum Überschreiten des Totpunktes der dem Federträger
zugeordneten Feder oder aber es ist das Schaltwerk von vorneherein so ausgelegt, daß
der Totpunkt der Feder mit dem Überschnappunkt des Kniehebels zusammenwirkt. In beiden
Fällen führt die Entspannung der Feder dazu, daß der Federträger vom eingenommenen
Anschlag gegen den anderen das Spiel in Drehrichtung begrenzenden Anschlag zur Schaltbüchse
bewegt wird, mit der Folge, daß die Schaltbüchse und damit der Schalthebel mittels
der Feder in die Endlage, die der EIN-Stellung entspricht, verschwenkt werden. - Der
Schaltvorgang von der EIN-Stellung des Schalters in dessen AUS-Stellung erfolgt im
umgekehrten Sinne.
[0007] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß der Schalthebel
um einen Winkel von 180° schwenkbar ist. Eine derartige Ausbildung bietet sich insbesondere
bei Sicherungslastschaltern in Leistenbauform an, so daß der Schalthebel in beiden
Schaltstellungen in Längsrichtung der Leiste orientiert ist und benachbarte Sicherungslastschaltleisten
frei zugänglich bleiben.
[0008] Vorteilhaft ist der Schalthebel in seinen beiden Endlagen festgelegt und es sind
Anschläge zum Begrenzen von dessen Schwenkwinkel vorgesehen. Hierzu kann mit der Schaltbüchse
ein Schaltknebel fest verbunden sein, der den Schalthebel drehfest aufnimmt, wobei
ein Nocken des Schalthebels in seinen Drehendlagen in Ausnehmungen des Gehäuses eingreift
und den Schalthebel drehsichert, sowie bei angehobenem Schalthebel aus der Ausnehmung
gelangt und ein Verschwenken der Schaltbüchse mittels des Schalthebels gestattet.
Die Schaltbüchse durchsetzt dabei vorteilhaft eine Gehäusewandung des Schaltwerkes,
Anschläge in der Gehäusewandung und an der Schaltbüchse werden in den beiden Drehendlagen
des Schalthebels wirksam.
[0009] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung weist die Schaltbüchse zwei
diametrale Führungszapfen auf, wobei jeder Führungszapfen in eine sich über einen
Teilkreis erstreckende Umfangsnut des Federträgers eingreift. Die Schaltbüchse sollte
relativ zum Federträger um einen Winkel von etwa 120° drehbar sein. Bevorzugt weist
die Schaltbrücke eine Ausnehmung auf, mit einem rotationssymmetrischen inneren Ausnehmungsbereich
sowie zwei diametral zu diesen angeordneten kreissektorförmigen, äußeren Ausnehmungsbereichen,
wobei der innere Ausnehmungsbereich der Aufnahme eines rotationssymmetrischen Teiles
der Schaltwelle dient, sowie ein beidseitig radial zum rotationssymmetrischen Teil
angeordneter Zapfenteil der Schaltwelle in die äußeren Umfangsbereiche eingreift.
Die Schaltwelle weist damit im Bereich ihres der Schaltbrücke zugewandten Endes einen
sich senkrecht zu deren Drehachse erstreckenden Knebel auf, der mit den äußeren diametral
angeordneten Ausnehmungsbereichen zusammenwirkt und über diese das Drehmoment in die
Schaltwelle bzw. die Schaltbrücke eingeleitet wird. Die Schaltwelle sollte relativ
zur Schaltbrücke um einen Winkel von etwa 90° drehbar sein.
[0010] Zweckmäßig ist der Federträger mit einer der Querschnittsform der Schaltwelle entsprechenden
Ausnehmung ausgebildet, mit der der mit der Schaltbüchse zusammenwirkende Teil der
Schaltwelle in einer Zwischenstellung im äußeren Ausnehmungsbereich fluchtet. Diese
Ausgestaltung weist den besonderen Vorteil auf, daß in der Zwischenstellung das in
den Raum zwischen der Schaltbüchse und den Federträger hineinragende Ende montiert
bzw. demontiert werden kann. Es ergibt sich so eine erhöhte Montagesicherheit. Vorteilhaft
weist der Federträger zwei diametral angeordnete Lagerzapfen auf, wobei jeder Lagerzapfen
eine sich radial zu diesem erstreckende Führungsstange schwenkbar aufnimmt, die mit
ihrem freien Ende eine Führungsausnehmung im Gehäuse durchsetzt, wobei die jeweilige
Führungsstange durch die zugeordnete, als Druckfeder ausgebildete Feder gesteckt ist
und die Feder sich am Gehäuse und an der Führungsstange abstützt. Beide Federn wirken
so auf den Federträger, daß sie diesen mit einem Moment in gleicher Drehrichtung beaufschlagen.
[0011] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das dem
Schalthebel abgewandte Ende der Schaltwelle zwei exzentrisch angeordnete Schaltzapfen
aufweist, die zwischen sich mit Spiel in Umfangsrichtung einen parallel zur gehäusefesten
Lagerachse des Kniehebels angeordneten Bolzen einschließen, wobei der eine Hebelarm
des Kniehebels als aus zwei Hebelästen gebildete Schwinge ausgebildet ist, und der
Bolzen die den beiden Schaltzapfen zugewandten Enden der Schwinge verbindet. Die beiden
Schaltzapfen sind vorteilhaft konzentrisch zur Drehachse der Schaltwelle angeordnet
und schließen einen Kreissektor von etwa 90° miteinander ein, ferner erfolgt das Kippen
des Kniehebels bei einer Drehung der Drehachse von etwa 60 bis 70°.
[0012] Konstruktiv ist der Kniehebel vorteilhaft so ausgebildet, daß dessen einer Hebelarm
um eine gehäusefeste Achse schwenkbar ist. Das der Schaltwelle abgewandte Ende des
Hebelarmes ist mit dem anderen Hebelarm des Kniehebels gelenkig verbunden, dessen
dem Verbindungsgelenk abgewandtes Ende um eine zur gehäusefesten Achse des einen Hebelarmes
parallele gehäusefeste Achse schwenkbar ist. Ferner ist zur gelenkigen Verbindung
der beiden Hebelarme der eine Hebelarm in dessen Längsrichtung mit einem Langloch
versehen, das ein Zapfen des anderen Hebelarmes durchsetzt. Ein Druckring umschließt
den einen Hebelarm und liegt am Zapfen an, ferner ist eine Druckfeder vorgesehen,
die sich auf der dem Zapfen abgewandten Seite am Druckring sowie einem schaltwellenseitigen
Ansatz des einen Hebelarmes abstützt. Statt einer festen Verbindung des Zapfens mit
dem anderen Hebelarm kann dieser auch das relativ lange Langloch in einem Hebelarm
und ein senkrecht zur Längserstreckung des anderen Hebelarm in dieses eingebrachtes
relativ kurzes Langloch axial festgelegt durchsetzen, was den Kippunkt des Kniehebels
optimiert. Der eine Hebelarm sollte um einen Winkel von etwa 40 bis 45° und der andere
Hebelarm um einen Winkel von etwa 70 bis 80° schwenkbar sein.
[0013] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß der andere
Hebelarm formschlüssig bei einem Spiel in Umfangsrichtung mit einem im Gehäuse drehbar
gelagerten Rotor zusammenwirkt, dessen Drehachse mit der gehäuseseitigen Drehachse
des anderen Hebels zusammenfällt, wobei der Schwenkbereich des Rotors durch zwei Anschläge
begrenzt ist. Der Rotor dient dem Zweck, den eigentlichen Schaltvorgang auszulösen,
das heißt es erfolgt das Schalten nur mittelbar über den Kniehebel.
[0014] Zweckmäßig beträgt der Schwenkwinkel des Rotors etwa 35°. Im Zusammenhang mit der
Verwendung eines Rotors zum Auslösen der Schaltung wird es als vorteilhaft angesehen,
wenn am Umfangsbereich des über den Teilkreis drehbaren Rotors auf einer Rotorseite
zwei Verbindungsstangen angelenkt sind, sowie zwei parallel zueinander angeordnete,
in deren Längsrichtung verschiebbare Betätigungsschieber vorgesehen sind. Jeweils
ein Betätigungsschieber ist an dem anderen Ende der jeweiligen Verbindungsstange angelenkt
und nimmt eine Kontaktbrücke zum Verbinden mit einem Strompfad auf. Die Verbindungsstangen
sind derart am Rotor angelenkt, daß die Kontaktbrücken bei einer Bewegung des Rotors
über den Teilkreis gegenläufige Bewegungen bezüglich desselben Strompfades ausführen.
[0015] Weitere Merkmale der Erfindung sind in der Beschreibung der Figuren dargestellt,
wobei bemerkt wird, daß alle Merkmale sowie Kombinationen von Merkmalen erfindungswesentlich
sind.
[0016] In den Figuren ist die Erfindung anhand einer Ausführungsform dargestellt, ohne auf
diese beschränkt zu sein. Es stellt dar:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht eines elektrischen Sicherungslastschalters in Leistenbauweise
mit dem erfindungsgemäßen Schaltwerk,
- Figur 2
- einen Längsmittelschnitt durch den Deckel des Sicherungslastschalters im Bereich des
Schalthebels,
- Figuren 3a und 3b
- räumliche Ansichten der Schaltbüchse von oben (Figur 3a) bzw. unten (Figur 3b),
- Figuren 4a und 4b
- räumliche Ansichten des Federträgers von oben (Figur 4a) bzw. unten (Figur 4b),
- Figur 5
- eine räumliche Ansicht der Führungsstange,
- Figuren 6a und 6b
- räumliche Ansichten des Schaltknaufes von oben (Figur 6a) und unten (Figur 6b),
- Figuren 7a und 7b
- räumliche Ansichten des Schalthebels von oben (Figur 7a) und unten (Figur 7b),
- Figuren 8a,8b,8c,8d
- das Schaltwerk in unterschiedlichen Stellungen des Kniehebels und des Rotors,
- Figuren 9a,9b,9c,9d
- für die Schaltstellung nach den Figuren 8a bis 8d entsprechende Schaltstellungen der
beiden Schaltzapfen der Schaltwelle und des mit diesen zusammenwirkenden Bolzens der
Kniehebelschwinge,
- Figuren 10a, 10b, 10c, 10d, 10e
- einen Schaltzyklus des Schaltwerkes zwischen der AUS-Stellung und der EIN-Stellung
zur Verdeutlichung des Zusammenwirkens der Schaltbüchse, des Federträgers und der
Schaltwelle.
[0017] Die in Figur 1 gezeigte elektrische Sicherungslastschaltleiste 1 besteht aus drei
Schaltermodulen 2, die über ein zwischen zwei Schaltermodulen 2 angeordnetes gemeinsames
Schaltwerk 3 betätigbar sind. Die Schaltermodule 2 und das Schaltwerk 3 sind mit einem
Deckel 4 und einem Bodenteil 5 verbunden, die sich über die gesamte Leistenlänge erstrecken.
Jeder Schaltermodul 2 weist einen NH-Sicherungseinsatz 6 mit zwei Kontaktmessern 7
auf, die in Lyrakontakte 8 eingesteckt sind. Die Leitungen 9 und 10 führen Strom zum
Sicherungseinsatz 6 bzw. von diesem weg. Jede Leitung 9 bzw. 10 weist zwei voneinander
getrennnte, fest angeordnete Kontaktbahnen 11 und 12 auf, sowie mittels des erfindungsgemäßen
Schaltwerks voneinander weg bzw. aufeinander zu bewegliche Kontaktbrücken, die in
ihrer in Figur 1 gezeigten Schaltstellung die beiden zugeordneten Kontaktbahnen 11
und 12 verbinden, es sind ferner zwei parallel zueinander angeordnete und ihrer Längserstreckung
entgegengesetzt bewegliche Betätigungsschieber 15 und 16 vorgesehen. Der eine Betätigungsschieber
15 weist axial verschieblich in diesem die beiden Kontaktbrücken 13 auf, die jeweils
mittels zweier Federn 17 in Schließstellung vorgespannt sind. Der andere Betätigungsschieber
16 nimmt axial verschieblich die beiden anderen Kontaktbrücken 14 auf, jede dieser
Kontaktbrücken 14 ist mittels einer Feder 18 in ihre Schließstellung vorgespannt,
in der sie diametral zur anderen zugeordneten Kontaktbrücke 13 an den Kontaktbahnen
11 und 12 zu liegen kommt. Die Federn 17 und 18 und die Führungsspalte der Kontaktbrücken
13 und 14 in den Betätigungsschiebern 15 und 16 sind der Einfachheit halber nur in
dem in Figur 1 links gezeigten Schaltermodul 2 verdeutlicht. Die anderen Schaltermodule
2 sind diesbezüglich spiegelbildlich ausgebildet. Wie der Figur 1 darüber hinaus zu
entnehmen ist, sind die Betätigungsschieber 15 und 16 der beiden dem Schaltwerk 3
benachbarten Schaltermodule 2 über Verbindungsstangen 19 mit einem Rotor 20 gelenkig
verbunden. Die Betätigungsschieber 15 und 16 der beiden unmittelbar benachbarten Schaltermodule
2 sind gleichfalls über Verbindungsstangen 21 gelenkig miteinander verbunden.
[0018] Im Bereich des Schaltwerkes 3 durchsetzt eine Schaltwelle 22 den Deckel 4. Die Schaltwelle
22 ist in noch zu beschreibender Art und Weise mittels eines Schalthebels 23 verschwenkbar,
das diesem zugewandte Ende der Schaltwelle 22 ist mit einem in eine Durchgangsbohrung
eingepreßten Zapfen 24 versehen, der sich beidseits der Schaltwelle 22 radial nach
außen erstreckt. Das dem Zapfen 24 abgewandte Ende der Schaltwelle 22 weist eine sich
senkrecht zur Schaltwelle 22 erstreckende kreissektorförmige Platte 24 auf, deren
Mittelpunkt mit der Drehachse 26 der Schaltwelle 22 zusammenfällt (siehe für die nachfolgende
Beschreibung auch die Darstellung der Figur 9). Im Umfangsbereich weist die kreissektorförmige
Platte 25 zwei exzentrisch angeordnete Schaltzapfen 27 und 28 auf, die auf den Rotor
20 zu gerichtet sind. Mit dem Rotor 20 und der Schaltwelle 22 wirkt ein Kniehebel
29 zusammen (siehe zur nachfolgenden Beschreibung auch die Figur 8). Ein Hebelarm
30 des Kniehebels 29 ist um eine gehäusefeste Achse 31 im Schaltwerk 3 gelagert. Das
der Schaltwelle 22 abgewandte Ende des Hebelarms 30 ist mit dem anderen Hebelarm 32
des Kniehebels 29 gelenkig verbunden, indem der Hebelarm 30 in dessen Längsrichtung
mit einem relativ langen Langloch 33 versehen ist. Der andere Hebelarm 32 ist senkrecht
zu dessen Längsrichtung mit einem relativ kurzen Langloch 46 versehen. Ein Zapfen
54 mit verdickten Enden durchsetzt beide Langlöcher 33 und 46, womit die beiden Hebelarme
gelenkig miteinander verbunden sind. Ein Druckring 35 umschließt den Hebelarm 30 und
liegt am Zapfen 34 an. Eine Druckfeder 36 stützt sich auf der dem Zapfen 34 abgewandten
Seite am Druckring 35 und einem schaltwellenseitigen Ansatz 37 des Hebelarms 30 ab.
Das dem Zapfen 34 abgewandte Ende des Hebelarms 32 ist um eine Achse 38, die auch
die Drehachse für den Rotor 20 darstellt, schwenkbar. Dieses Ende des Hebelarms 32
durchsetzt eine sektorförmige Ausnehmung 39 im Rotor 20, die in Schwenkrichtung des
Rotors 20 durch zwei Anschläge 40 und 41 begrenzt ist. Diese erlauben eine Schwenkbewegung
des Hebelarmes 32 relativ zum Rotor 20 um einen Winkel von etwa 35°. Der Schwenkbereich
des Rotors 20 ist auf etwa 35° beschränkt, indem ein gehäusefester Anschlag 42 in
den Weg zweier Vorsprünge 43 des Rotors 20 ragt. Der der Schaltwelle 22 zugewandte
Hebelarmbereich 44 ist als aus zwei Hebelästen gebildete Schwinge ausgebildet, dessen
freie Enden ein Bolzen 45 verbindet, der den Raum zwischen den beiden Schaltzapfen
27 und 28 der Schaltwelle 22 durchsetzt.
[0019] Hinsichtlich der nachfolgenden Beschreibung der im Deckelbereich des Schaltwerkes
3 angeordneten Bauteile wird auf die Darstellung der Figuren 2 bis 7 und 10 verwiesen.
[0020] Die Figur 2 zeigt einen Gehäuseboden 47 und einen in diesen einsetzbaren Gehäusedeckel
48, wobei der Gehäusedeckel 48 mit sich über den Gehäuseboden 47 außen erstreckenden
Flanschansätzen 49 versehen ist. In der in der Figur 2 gezeigten ineinandergesteckten
Stellung von Gehäuseboden 47 und Gehäusedeckel 48 ist das Gehäuse in eine Ausnehmung
im Deckel 4 einsetzbar, so daß die beiden Flanschansätze 49 auf der Deckeloberfläche
aufliegen. Mit der Bezugsziffer 50 sind in Figur 1 Schraubstellen verdeutlicht, im
Bereich derer die Verbindung des Gehäusedeckels 48 und damit des Gehäusebodens 47
mit dem Deckel 4 erfolgt. Der Darstellung der Figur 2 ist zu entnehmen, daß eine Schaltbüchse
51 vom Gehäusedeckel 48 aufgenommen wird, die mit einem Federträger 52 zusammenwirkt.
Die Schaltbrücke 51 ist zwischen zwei Anschlägen 53 um 180° im Gehäusedeckel 48 drehbar
und weist auf ihrer dem Gehäuseboden 47 zugewandten Seite zwei diametrale auf dem
Schaltbüchsendurchmesser angeordnete Führungszapfen 54 und 55 auf, wobei jeder Führungszapfen
54 bzw. 55 in eine sich über einen Teilkreis erstreckende Umfangsnut 56 bzw. 57 des
Federträgers 52 eingreift. Der Bogen der jeweiligen Umfangsnut 56 bzw. 57 ist so bemessen,
daß die Schaltbüchse 51 relativ zum Federträger 52 um einen Winkel von etwa 120° drehbar
ist. Wie weiterhin den Figuren 3 und 4 zu entnehmen ist, weist die den Umfangsnuten
56 und 57 und somit der Schaltbüchse 51 abgewandte Seite zwischen den benachbarten
Enden der Umfangsnuten 56 und 57 zwei diametral angeordnete, mit dem Federträger 52
verbundene Lagerzapfen 58 und 59 auf, zwischen denen eine Ausnehmung 60 im kreisscheibenförmigen
Federträger 52 angeordnet ist. Die Ausnehmung 60 besitzt einen rotationssymmetrischen
inneren Ausnehmungsbereich 61 sowie von diesem ausgehende, zu den Lagerzapfen 58 und
59 gerichtete schlitzförmige Ausnehmungsbereiche 62. Der Querschnitt der Ausnehmung
60 entspricht dem Querschnitt der Schaltwelle 22 mit dem diese senkrecht durchsetzenden
Zapfen 24, so daß die Schaltwelle 22 bei Deckung mit der Ausnehmung 60 durch diese
hindurchführbar ist. Weiterhin weist die Schaltbüchse 51 auf ihrer den Federträger
52 zugewandten Seite eine Ausnehmung 63 auf, mit einem rotationssymmetrischen inneren
Ausnehmungsbereich 64 sowie zwei diametral zu diesem angeordneten kreissektorförmigen,
äußeren Ausnehmungsbereichen 65, wobei der innere Ausnehmungsbereich 64 der Aufnahme
des rotationssymmetrischen Teiles der Schaltwelle 22 dient und der beidseitig aus
diesem ragende Zapfen 24 in die äußeren Ausnehmungsbereiche 64 eingreift. Das der
Schaltbüchse 51 zugewandte Ende der Schaltwelle 22 ist in einer Ausnehmung 66 der
Schaltbüchse 51 zusätzlich radial gelagert. Der Sektor der äußeren Ausnehmungsbereiche
65 erstreckt sich über einen solchen Winkel, daß die Schaltwelle 22 relativ zur Schaltbrücke
51 um einen Winkel von etwa 90° drehbar ist. Bezogen auf die Anlage der Schaltwelle
22 an der dessen Drehbewegung entgegen dem Uhrzeigersinn behindernden Wandung 67 des
äußeren Ausnehmungsbereiches 65 fluchtet dessen Zapfen 24 mit den beiden Führungszapfen
54 und 55. Bei Anlage des Zapfens 24 an der anderen Wandung 68 liegt der Zapfen 24
in der Flucht des Schalthebels 23. Dieser wird mittels des in den Figuren 6 gezeigten
Schaltknebels 69 befestigt, der oben auf die Schaltbüchse 51 aufsteckbar und mit dieser
fest verbindbar ist. Hierbei greift ein quer zur Längserstreckung des Schalthebels
23 auf der Unterseite des Schaltknebels 69 angeordneter Ansatz 70 in eine Nut 71 der
Schaltbüchse 51 ein, wobei zwei ein Innengewinde aufweisende Zapfen 72 Ausnehmungen
73 im Ansatz 70 durchsetzen und die Teile dort mittels nicht dargestellter Schrauben
miteinander verbunden werden. In einer sich radial erstreckenden Ausnehmung 74 im
Schaltknebel 69 ist der Schalthebel 23 um eine Achse 75 schwenkbar gelagert, wobei
der Schalthebel 23 in kurzem Abstand zur Achse 75 eine Rastnase 76 aufweist, die nur
in den beiden um 180° versetzten Schaltstellungen EIN-AUS in zwei entsprechende Ausnehmungen
77 des Gehäusedeckels 48 eingreifen kann.
[0021] Wie den Figuren 2, 4 und 5 zu entnehmen ist, ist auf die Lagerzapfen 58 bzw. 59 jeweils
eine Führungsstange 78 schwenkbar aufgesteckt, die mit ihrem anderen Ende eine Führungsausnehmung
79 frei durchsetzt. Aus zeichnerischen Gründen ist in Figur 2 nur eine der Führungsstangen
und nur der Lagerzapfen 59 gezeigt. Eine Druckfeder 80 stützt sich an einem dem Lagerzapfen
58 bzw. 59 zugewandten erweiterten Abschnitt der Führungsstange 78 und dem Gehäusedeckel
48 im Bereich der Führungsausnehmung 79 ab. Der in seiner Dicke reduzierte, im Querschnitt
im wesentlichen T-förmige Bereich der Führungsstange 78 durchsetzt die Druckfeder
80 und führt diese damit. Die Länge der jeweiligen Führungsstange 78 ist so bemessen,
daß sie in jeder Betriebsstellung der Lagerzapfen 58 bzw. 59 die Führungsausnehmung
79 durchsetzt.
[0022] Nachfolgend sei die Funktionsweise des insoweit beschriebenen Schaltwerkes und darüber
hinaus die des elektrischen Sicherungslastschalters in Leistenbauweise beschrieben:
Zum Betätigen des Schalters ist es zunächst erforderlich, den Schalthebel 23 anzuheben,
das heißt vom Deckel 4 wegzuschwenken, so daß die Rastnase 76 außer Eingriff mit der
zugeordneten Ausnehmung 77 im Gehäusedeckel 48 gelangt. Die kinematischen Verhältnisse
der Bauteile im Deckelhereich vor Einleitung einer Schwenkbewegung in den Schalthebel
23 ergeben sich dabei aus der Darstellung der Figur 10a. In dieser Ausgangsstellung,
die der Schalterstellung AUS entspricht, fluchtet die in Figur 10a mit der Bezugsziffer
81 bezeichnete Achse mit der Längsachse des Schalthebels 23. Aufgrund der drehfesten
Verbindung des Schalthebels 23 mit der Schaltbüchse 51 liegen die beiden Führungszapfen
54 und 55 auf der Längsachse 31. Wegen der mit den Führungsstangen 78 zusammenwirkenden
Druckfedern 80 wird dem Federträger 52 ein diesen in der gezeigten Schaltstellung
in die AUS-Position vorspannendes Drehmoment aufgegeben, so daß die Führungszapfen
54 und 55 in Anlage mit dem im Uhrzeigersinn nacheilenden Ende der Umfangsnut 56 bzw.
57 gelangen. In dieser Position befinden sich die Lagerzapfen 58 und 59 nahe ihrem
unteren Totpunkt bei nur geringfügig vorgespanntem Zustand der Druckfedern 80. Der
Zapfen 24 der Schaltwelle 22 befindet sich in einer Position senkrecht zur Längsachse
81, wobei der Zapfen 24 an der jeweiligen im Uhrzeigersinn nachlaufenden Wandung der
Ausnehmung 63, somit der nachlaufenden Wandung 68 anliegt. Der schlitzförmige Ausnehmungsbereich
62 des Federträgers 52 ist im Uhrzeigersinn vorlaufend um einen Winkel von 60° zum
Zapfen 24 angeordnet. In der der AUS-Stellung entsprechenden Darstellung nach der
Figur 10a befindet sich der Antrieb für das Schaltwerk, das durch die Schaltwelle
23 und die beiden Führungszapfen 54 und 55 repräsentiert wird, in einer definierten
Ausgangsstellung von 0°, während sich die den Schaltvorgang repräsentierende Schaltwelle
22 in einer Stellung senkrecht hierzu befindet, wobei die Position des Zapfens 24
der Schaltwelle 22 definitionsgemäß gleichfalls mit 0° bezeichnet werden soll. Figur
10b verdeutlicht, daß bei einer Drehung des Antriebes um 60° der Schalter bei der
Stellung 0° verbleibt, allerdings in dieser Position die schlitzförmigen Ausnehmungsbereiche
62 im Federträger 52 mit dem Zapfen 24 der Schaltwelle 22 in Deckung gelangen, so
daß die Schaltwelle 22 mit dem Zapfen 24 nunmehr aus dem durch die Schaltbüchse 51
und den Federträger 52 geschaffenen Gebilde herausgezogen bzw. umgekehrt in dieses
eingeführt werden könnte. Bei einer Schwenkbewegung des Antriebes um 90° gelangt der
Zapfen 24 der Schaltwelle 22 in Anlage mit der Wandung 67 der Ausnehmung 63, so daß
bei einem weiteren Verschwenken des Antriebes die Schaltwelle 22 mit verschwenkt wird.
Während der Schwenkbewegung des Antriebes werden die Federn 80 stetig stärker vorgespannt.
Figur 10d verdeutlicht die kinematischen Verhältnisse bei einer Schwenkung des Antriebes
um 150° und einer solchen des Schalters um 60°. In dieser Position des Antriebes fluchten
die Lagerzapfen 58 und 59 des Federträgers 52 mit der Längsachse 81, so daß ein weiteres
Schwenken des Antriebes zu einem Überschnappen der Führungsstangen 78 führen würde,
mit der Folge, daß der Federträger 52 allein aufgrund der entspannenden Wirkung der
Federn 80 schlagartig entgegen dem Uhrzeigersinn bewegt würde, wobei die Führungszapfen
54 und 55 außer Anlage mit der Umfangsbegrenzung der Umfangsnuten 56 und 57 gelangen
würden.
[0023] Die kinematischen Verhältnisse innerhalb des Antriebes werden von denen des Schalters
überlagert, die nachfolgende Beschreibung bezieht sich zusätzlich zur Darstellung
der Figur 10 auf die der Figuren 8 und 9. Die Figuren 8a und 9a zeigen für die Schalterstellung
0°, die der Antriebsstellung von 0 bis 90° entspricht, in der diese bezüglich der
Schaltwelle 22 als Freilauf wirkt, die Anordnung des Kniehebels 29 und des Bolzens
45 relativ zu den beiden Schaltzapfen 27 und 28. In dieser Stellung liegt der im Uhrzeigersinn
vorlaufende Anschlag 42 des Rotors 20 am gehäusefesten Anschlag 42 an, womit sich
aufgrund der Anlenkung der Betätigungsschieber 15 und 16 über die Verbindungsstange
19 mit dem Rotor 20 die Kontaktbrücken 13 und 14 in der ausgeschalteten Stellung befinden.
Bei dieser Position des Rotors 20 liegt der Hebelarm 32 am Anschlag 41 an, ferner
liegt der Bolzen 45 am im Sinne der Drehrichtung der Schaltwelle 22 vorlaufenden Schaltzapfen
27 an. Bei einer Drehung der Schaltwelle 22 und damit des diese radial durchsetzenden
Zapfens 24 aus der Position gemäß Figur 10c um einen Winkel von etwa 25° legt sich
der Schaltzapfen 28 an den Bolzen 45 an und kann diesen bei der weiteren Schwenkbewegung
der Schaltwelle 22 parallel verschieben, bis er den in den Figuren 8b und 9b gezeigten
Kippunkt bei etwa 60° erreicht hat. In diesem haben die Hebelarme 30 und 32 des Kipphebels
29 die der Achse 26 entsprechende Kippachse geringfügig überschritten, wobei durch
die Bewegung des dem Hebelarm 32 zugeordneten Zapfens 34 im Langloch 33 des anderen
Hebelarms 30 die Druckfeder 36 mittels des Druckringes 35 vorgespannt worden ist.
Im Kippunkt befindet sich der Rotor 20 in unveränderter Stellung und es liegt der
Hebelarm 20 am Anschlag 40 des Rotors 20 an. Nach geringfügigem Überschreiten des
Kippunktes entspannt sich die Druckfeder 36 schlagartig und bewegt den Hebelarm 32
zusammen mit dem Rotor 20, so daß dieser nach einer Drehung von etwa 35° in seiner
in Figur 8c gezeigten anderen Endstellung mit dem im Uhrzeigersinn nachlaufenden Vorsprung
43 am gehäusefesten Anschlag 42 zur Anlage kommt. Diese Position entspricht der in
Figur 1 gezeigten eingeschalteten Stellung der Schaltbrücken 13 und 14. Das Entspannen
der Druckfeder 36 nach Überschreiten des Kippunktes bedingt, daß auch der Hebelarm
30 und damit der der Schaltwelle 22 zugeordnete Bolzen 45 verschwenkt wird, so daß
dieser vom Schaltzapfen 28 weg auf den anderen Schaltzapfen 27 hinbewegt wird. Im
Ausführungsbeispiel ist die Kinematik des Kniehebels 29 bezüglich der Kinematik der
dem Schalthebel 23 zugeordneten Deckelbauteile so ausgelegt, daß der Kippunkt des
Kniehebels 29 gemäß der Darstellung der Figuren 8b und 9b mit dem Überschnappunkt
der mittels der Druckfedern 80 beaufschlagten Führungsstangen 78 zusammenfällt. Dies
führt dazu, daß gleichzeitig mit dem Auslösen des Schaltvorganges mittels des Kniehebels
29 auch der Federträger 52 schlagartig in Antriebsrichtung weiterbewegt wird, so daß
die mit der Schaltbüchse 51 verbundenen Führungszapfen 54 und 55 in den Umfangsnuten
56 und 57 gegen die entgegen dem Uhrzeigersinn betrachtet nachlaufenden Begrenzungen
dieser Umfangsnuten 56 und 57 bewegt werden und der Federträger 52 während der Endphase
der Entspannung der Druckfedern 80 die Schaltbüchse 51 und damit den Schalthebel 23
in dessen Antriebsstellung von 180° mitnimmt, was in Figur 10e durch die Position
der Führungszapfen 54 und 55 verdeutlicht ist, die auf der Längsachse 81 zu liegen
kommen. Über die Bewegung der Schaltbüchse 51 wird auch der Zapfen 24 und damit die
Schaltwelle 22 in die Schalterstellung 90° mitgenommt, was einerseits aus der Darstellung
der Figur 10e und der der Figuren 9d zu entnehmen ist.
[0024] Das erfindungsgemäße Schaltwerk gestattet damit ausschließlich eine vom Benutzer
unabhängige Betätigung der Schaltkontakte 13 und 14. Über eine deckelseitige Kinematik
wird eine Bewegung auf ein Zwischenglied, vorliegend den Kniehebel 29 aufgebracht,
das nach Erreichen des Kippunktes den Schaltvorgang unabhängig von einer Beaufschlagung
des Schalthebels 23 auslöst. Andererseits führt das Überschnappen eines dem Schalthebel
23 zugeordneten Stellgliedes, vorliegend der mittels der Druckfedern 80 vorgespannten
Führungsstangen dazu, daß der Schalthebel nach dem unabhängigen Schalten des Sicherungslastschalters
zwangsläufig in seine den eingeschalteten Zustand repräsentierende Position gedrückt
wird. - Der Schaltvorgang von der EIN-Stellung in die AUS-Stellung erfolgt umgekehrt
zu dem vorstehend beschriebenen.
[0025] Die Erfindung ist nicht darauf beschränkt, daß der Kippunkt des Kniehebels 29 mit
dem Überschnappunkt der Führungsstangen 78 zusammenfällt. Es muß nur gewahrleistet
sein, daß mittels der Schaltwelle 22 der Kniehebel 29 bis zum Erreichen seines Kippunktes
beaufschlagbar ist. Da der Formschluß zwischen der Schaltwelle 22 und dem Schalthebel
23 nach Überschreiten des Überschnappunktes der Führungsstangen 28 aufgehoben ist,
kann der Überschnappunkt auch später als der Kippunkt liegen. In diesem Fall beaufschlagt
entweder der Schalthebel 23 die Schaltbüchse 51 weiterhin, so daß diese über den Formschluß
mit dem Federträger 52 die Führungsstangen 28 über den Kippunkt bewegt oder es wirkt
der über den Kippunkt gelangende, sich entspannende Kniehebel mittels des Bolzens
45 auf den der Schaltwelle 22 zugeordneten Schaltzapfen 27, der seinerseits über den
Zapfen 24 und die Schaltbüchse 51 auf den Federträger 52 wirkt, der die Führungsstangen
78 über den überschnappunkt bewegt. Grundsätzlich ist es wegen der Trägheit des Systems
auch denkbar, daß der Überschnappunkt der Führungsstangen 78 einige Winkelgrade vor
dem Kippunkt des Kniehebels 29 liegt, so daß bis zum Überführen des Rotors 20 von
der ausgeschalteten in die eingeschaltete Stellung der Schalthebel 23 die Führungsstangen
78 in deren Überschnappunkt bewegt hat.
1. Schaltwerk für einen elektrischen Schalter, mit einem vom Betätiger unabhängigen Schaltverhalten
der Schaltkontakte des Schalters,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- einen Schalthebel (23), der drehfest mit einer Schaltbüchse (51) zusammenwirkt und
über einen Teilkreis schwenkbar ist,
- eine Schaltwelle (22), die formschlüssig bei einem Spiel in Umfangsrichtung mit
der Schaltbüchse (51) zusammenwirkt,
- einen Federträger (52) der formschlüssig bei einem Spiel in Umfangsrichtung der
Schaltbüchse (51) zusammenwirkt,
- mindestens eine Feder (80), die den Federträger (52) beaufschlagt, wobei die Feder
(80) während der Drehung des Federträgers (52) überschnappt und bis zu deren Überschnappunkt
die Schaltbüchse (51) entgegen der Drehrichtung des Schalthebels (23) beaufschlagt
und ab deren Überschnappunkt in Drehrichtung des Schalthebels (23),
- einen unter Federvorspannung stehenden Kniehebel (29) zur Betätigung des Schalters,
wobei die Schaltwelle (22) formschlüssig mit einem Spiel in Umfangsrichtung mit einem
Hebelarm (30) des Kniehebels (29) zusammenwirkt und der Kniehebel (29) während der
Drehung der Schaltwelle (22) zur Auslösung des Schaltvorganges überschnappt.
2. Schaltwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalthebel (23) um einen Winkel von 180° schwenkbar ist.
3. Schaltwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schalthebel (23) in seinen beiden Endlagen festgelegt ist und Anschläge (53)
zum Begrenzen von dessen Schwenkwinkel vorgesehen sind.
4. Schaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltbüchse (51) um den Schwenkwinkel des Schalthebels (23) drehbar in einem
Gehäuse (48) des Schaltwerks gelagert ist und zwei diametrale Führungszapfen (54,
55) aufweist, wobei jeder Führungszapfen (54, 55) in eine sich über einen Teilkreis
erstreckende Umfangsnut (56, 57) des Federträgers (52) eingreift.
5. Schaltwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltbüchse (51) relativ zum Federträger (52) um einen Winkel von etwa 120°
drehbar ist.
6. Schaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltbüchse (51) eine Ausnehmung (63) aufweist, mit einem rotationssymmetrischen
inneren Ausnehmungsbereich (64) sowie zwei diametral zu diesem angeordneten kreissektorförmigen,
äußeren Ausnehmungsbereichen (65), wobei der innere Ausnehmungsbereich (64) der Aufnahme
eines rotationssymmetrischen Teiles der Schaltwelle (22) dient, sowie ein beidseitig
radial zum rotationssymmetrischen Teil angeordneter Zapfenteil (24) der Schaltwelle
(22) in die äußeren Ausnehmungsbereiche (65) eingreift.
7. Schaltwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schaltwelle (22) relativ zur Schaltbüchse (51) um einen Winkel von etwa 90°
drehbar ist.
8. Schaltwerk nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Federträger (52) mit einer der Querschnittsform der Schaltwelle (22) entsprechenden
Ausnehmung (60) ausgebildet ist, mit der der mit der Schaltbüchse (51) zusammenwirkende
Teil der Schaltwelle (22) in einer Zwischenstellung im äußeren Ausnehmungsbereich
(62) fluchtet.
9. Schaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Federträger (52) zwei diametral angeordnete Lagerzapfen (58, 59) aufweist,
wobei jeder Lagerzapfen (58, 59) eine sich radial zu diesem erstreckende Führungsstange
(78) schwenkbar aufnimmt, die mit ihrem freien Ende eine Führungsausnehmung (79) im
Gehäuse (48) durchsetzt, wobei die jeweilige Führungsstange (78) durch die zugeordnete,
als Druckfeder ausgebildete Feder (80) gesteckt ist und die Feder (80) sich am Gehäuse
(48) und an der Führungsstange (78) abstützt.
10. Schaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das dem Schalthebel (23) abgewandte Ende der Schaltwelle (22) zwei exzentrisch
angeordnete Schaltzapfen (27, 28) aufweist, die zwischen sich mit Spiel in Umfangsrichtung
einen parallel zur gehäusefesten Lagerachse (31) des Kniehebels (29) angeordneten
Bolzen (45) einschließen, wobei der eine Hebelarm (30) des Kniehebels (29) als aus
zwei Hebelästen gebildete Schwinge ausgebildet ist, wobei der Bolzen (45) die den
beiden Schaltzapfen (27, 28) zugewandten Enden der Schwinge verbindet.
11. Schaltwerk nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schaltzapfen (27, 28) konzentrisch zur Drehachse (26) der Schaltwelle
(22) angeordnet sind und einen Kreissektor von 90° miteinander einschließen, sowie
das Kippen des Kniehebels (29) bei einer Drehung der Drehachse von 60 bis 70° erfolgt.
12. Schaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Hebelarm (30) des Kniehebels (29) um eine gehäusefeste Achse (31) schwenkbar
ist, wobei das der Schaltwelle (22) abgewandte Ende des Hebelarms (30) mit dem anderen
Hebelarm (32) des Kniehebels (29) gelenkig verbunden ist, dessen dem Verbindungsgelenk
abgewandtes Ende um eine zur gehäusefesten Achse (31) des einen Hebelarms (30) parallele
gehäusefeste Achse (38) schwenkbar ist, wobei ferner zur gelenkigen Verbindung der
beiden Hebelarme (30, 32) der eine Hebelarm (30) in dessen Längsrichtung mit einem
relativ langen Langloch (33) versehen ist und der andere Hebelarm (32) ein senkrecht
zu dessen Längsrichtung in diesen eingebrachtes, relativ kurzes Langloch (46) aufweist,
sowie ein Zapfen (34) beide Langlöcher (33, 46) axial festgelegt durchsetzt, wobei
ferner ein Druckring (35) den einen Hebelarm (30) umschließt und am Zapfen (34) anliegt
und eine Druckfeder (36) vorgesehen ist, die sich auf der dem Zapfen (34) abgewandten
Seite am Druckring (35) und einem schaltwellenseitigen Ansatz (37) des einen Hebelarms
(30) abstützt.
13. Schaltwerk nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der eine Hebelarm (30) um einen Winkel von etwa 40 bis 45° und der andere Hebelarm
(32) um einen Winkel von etwa 70 bis 80° schwenkbar ist.
14. Schaltwerk nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der andere Hebelarm (32) formschlüssig bei einem Spiel in Umfangsrichtung mit
einem im Gehäuse (3) drehbar gelagerten Rotor (20) zusammenwirkt, dessen Drehachse
(38) mit der gehäuseseitigen Drehachse (38) des anderen Hebelarmes (32) zusammenfällt,
wobei der Schwenkbereich des Rotors (20) durch zwei Anschläge (43) begrenzt ist.
15. Schaltwerk nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwenkwinkel des Rotors (20) etwa 35° beträgt.
16. Schaltwerk nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß am Umfangsbereich des über den Teilkreis drehbaren Rotors (20) auf einer Rotorseite
zwei Verbindungsstangen (19) angelenkt sind, sowie zwei parallel zueinander angeordnete,
in deren Längsrichtung verschiebbare Betätigungsschieber (15, 16) vorgesehen sind,
wobei jeweils ein Betätigungsschieber (15, 16) an dem anderen Ende der jeweiligen
Verbindungsstange (19) angelenkt ist und eine Kontaktbrücke (13; 14) zum Verbinden
mit einem Strompfad (9, 10) aufnimmt, sowie die Verbindungsstangen (19) derart am
Rotor (20) angelenkt sind, daß die Kontaktbrücken (13, 14) bei einer Bewegung des
Rotors (20) über den Teilkreis gegenläufige Bewegungen bezüglich desselben Strompfades
(9; 10) ausführen.
17. Schaltwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Schaltbüchse (51) ein Schaltknebel (69) fest verbunden ist, der den Schalthebel
(23) drehfest aufnimmt, wobei ein Nocken (76) des Schalthebels (23) in seinen Drehendlagen
in Ausnehmungen (77) des Gehäuses (48) eingreift und den Schalthebel (23) drehsichert,
sowie bei angehobenem Schalthebel (23) aus der Ausnehmung (77) gelangt und ein Verschwenken
der Schaltbrücke (51) mittels des Schalthebels (23) gestattet.