[0001] Die Erfindung betrifft einen Lastschalter, insbesondere einen Lastschalter mit Sicherung,
mit mindestens einem Sicherungseinsatz, mit einer diesem den Strom zuführenden Leitung
und einer von diesem den Strom abführenden Leitung, wobei jede Leitung zwei voneinander
getrennte, fest angeordnete Kontaktbahnen aufweist, denen zwei bewegliche Kontaktbrücken
zugeordnet sind, die in ihrer Einschaltstellung die jeweilige Kontaktbahn diametral
kontaktieren, wobei die Kontaktbrücken von mindestens einem Betätigungsschieber aufgenommen
werden. Der Lastschalter ist insbesondere vorgesehen für den Einsatz als Schaltersicherungseinheit,
Motorschutzschalter, Trennschalter usw. im Bereich der Niederspannungssysteme.
[0002] Aus der Praxis ist eine als sogenannte Sicherungslastschaltleiste ausgeführter Lastschalter
bekannt, der drei NH-Sicherungseinsätze mit den entsprechenden Strom zuführenden und
Strom abführenden Leitungen sowie Kontaktbrücken aufweist. Nachteilig ist dort, daß
jeder Leitung nur eine Kontaktbrücke zugeordnet ist, die im eingeschalteten Zustand
des Lastschalters durch die Kraft einer Feder gegen die Kontaktbahnen gedrückt wird.
Dies birgt die Gefahr von Dauerschwingungen der Kontaktbrücke und damit des Verschmelzens
mit den Kontaktbahnen in sich.
[0003] Aus der DE 30 10 579 A1 ist ein Lastschalter der genannten Art bekannt, bei dem ein
einziger Betätigungsschieber vorgesehen ist, der in der Ebene der Kontaktflächen der
Kontaktbrücken verschiebbar ist, was eine breite Bauweise des Lastschalters bedingt.
Zum Schließen des Lastschalters werden die fest im Betätigungsschieber angeordneten
Kontaktbrücken auf die freien Enden der Kontaktbahnen aufgeschoben, wobei infolge
der versetzten Anordnung der Kontaktbahnen einer Leitung die Kontakte zu unterschiedlichen
Zeitpunkten schließen.
[0004] Aus der DE-OS 28 33 497 ist ein elektrischer Niederspannungs-Lastschalter bekannt,
bei dem die Kontaktbrücken unter Federvorspannung in einem Betätigungsschieber gelagert
sind, wobei der Betätigungsschieber mit den Kontaktbrücken gleichfalls in der Ebene
der Kontaktflächen der Kontaktbrücken verfahrbar ist.
[0005] Weitere Lastschalter sind beispielsweise aus der DE-OS 23 39 133 und der DE-AS 23
46 928 bekannt.
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Lastschalter der genannten Art so
weiter zu bilden, daß dieser bei baulich flacher Gestaltung ein optimales Schalt-
und Betriebsverhalten aufweist.
[0007] Die Aufgabe wird bei einem Lastschalter der genannten Art im wesentlichen dadurch
gelöst, daß zwei parallel zueinander angeordnete Betätigungsschieber vorgesehen sind,
die mittels eines Schaltwerkes entgegengesetzt bewegbar sind, wobei die Kontaktbahnen
senkrecht zur Bewegungsrichtung der Betätigungsschieber angeordnet sind und jeder
Betätigungsschieber parallel zu den der jeweiligen Leitung zugeordneten Kontaktbahnen
eine Kontaktbrücke mit Axialspiel aufnimmt, wobei die Kontaktbrücken in ihren Einschaltstellungen
die zugeordneten Kontaktbahnen unter Federvorspannung miteinander verbinden.
[0008] Der durch die Kontaktbahnen geführte Strom wird damit im geschlossenen Zustand des
Lastschalters, sowohl im Bereich der den Strom zuführenden als auch der den Strom
abführenden Leitung in jeweils zwei Teilströmen parallel durch die Kontaktbrücken
geführt. Hierdurch entsteht eine zuziehende Kraft, die den Kontaktabhebekräften im
Belastungsfall entgegenwirkt, wodurch eine hohe Kurzschlußfestigkeit erreicht wird.
Die auf die Kontaktbrücken wirkenden Federn müssen damit nur auf die Kraft ausgelegt
werden, die notwendig ist, die Dauerstromführung über die Kontaktbrücken zu sichern,
hierdurch können die durch das Schaltwerk aufzubringenden Antriebskräfte gering gehalten
werden. Beim Einschalten des Lastschalters werden die Betätigungsschieber in deren
Längsrichtung mittels des Schaltwerkes aufeinander zu bewegt, wobei die Kontaktbrücken
so positioniert sind, daß sie in der eingeschalteten Stellung der Betätigungsschieber
die Kontaktbahnen mit einem, durch die Betätigungsschieber vorgegebenen Axialspiel
kontaktieren und so allein aufgrund der einwirkenden Federkräfte gegen die Kontaktbahnen
gedrückt werden. Beim Öffnen des Lastschalters bewegen die Betätigungsschieber aufgrund
des Formschlusses zu den Kontaktbrücken diese von den Kontaktbahnen weg. Die Federspannung
der Kontaktbrücken wird zweckmäßig durch Druckfedern erzeugt, die sich an den Kontaktbrücken
und entweder dem der jeweiligen Kontaktbrücke zugeordneten Betätigungsschieber oder
einem stationären Teil des Lastschalters abstützen. Insbesondere sollte die Druckfeder
bzw. die Druckfedern für die Löschkontaktbrücke im zugeordneten Betätigungsschieber
eingebaut sein. Hierdurch ist sie vor dem Einfluß des Lichtbogens geschützt. Des weiteren
ergibt sich dadurch ein teilweises gegenseitiges Aufheben der auf das Schaltwerk wirkenden
Kräfte mit der Folge, daß die Betätigung des Lastschalters weiter erleichtert wird.
[0009] Vorteilhaft erreichen die der jeweiligen Leitung zugeordneten Kontaktbrücken ihre
Schaltstellungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten, wobei die jeweilige Kontaktbrücke
die zugeordneten Kontaktbahnen gleichzeitig kontaktiert. Aufgrund des Erreichens der
Schaltstellungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten fungiert eine Kontaktbrücke als
Löschkontaktbrücke und die andere als Dauerkontaktbrücke, wobei der Kontaktverlauf
der Dauerkontaktbrücke voreilend beim Ausschalten und nacheilend beim Einschalten
ist. Damit ergibt sich für die Dauerkontaktbrücke immer ein quasi stromloses Schalten,
das heißt, diese Kontaktbrücke bleibt unbelastet und verfügt deshalb für die Dauerstromführung
über einen konstant niedrigen Übergangswiderstand.
[0010] Vorteilhaft sind die freien Enden der Kontaktbahnen U-förmig ausgebildet und es wirken
die Außenschenkel der mit ihrem U aufeinander zu gerichteten Kontaktbahnen mit den
Kontaktbrücken zusammen. Durch diese Formgebung ist sichergestellt, daß beim Öffnen
der Kontaktbrücken ein entstehender Lichtbogen durch die natürliche Blaswirkung nach
außen, das heißt von den Kontaktflächen weggedrückt wird, in ein eventuell vorhandenes
Löschsystem.
[0011] Gemäß einer besonderen Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das Schaltwerk
einen Rotor umfaßt, der über einen Teilkreis drehbar ist, wobei am Umfangsbereich
des Rotors, auf dessen Drehung bezogen, vor dem Scheitelpunkt eine erste Verbindungsstange
und hinter dem Scheitelpunkt eine zweite Verbindungsstange für die diesen jeweils
zugeordnete Betätigungsschieber angelenkt sind. Besonders einfach kann die zuvor beschriebene
voreilende bzw. nacheilende Bewegung der den beiden Kontaktbahnen zugeordneten Kontaktbrücken
erreicht werden, wenn die Verbindungsstangen auf einer gemeinsamen Kreisbahn des Rotors
angelenkt sind, wobei die zweite Verbindungsstange geringfügig hinter dem Scheitelpunkt
und die erste Verbindungsstange weiter entfernt vor dem Scheitelpunkt angelenkt ist,
sowie die Betätigungsschieber parallel und gleich beabstandet beidseitig der durch
den Scheitelpunkt und die Rotorachse verlaufenden Symmetrieachse angeordnet sind.
Die Angriffspunkte der Verbindungsstangen am Rotor beschreiben damit zeitlich, das
heißt beim Einschalten bzw. Ausschalten des Sicherungslastschalters, eine sinusförmige
Bewegung.
[0012] Bevorzugt bilden mehrere Lastschalter in Modulbauweise ein Lastschaltelement in Leisten-
oder Trennerform, das ein gemeinsames Schaltwerk aufweist. Dabei ist vorteilhaft ein
erster Bestandteil des Moduls durch ein Gehäuse, das einen NH-Sicherungseinsatz, zwei
Leiter, denen jeweils zwei Kontaktbahnen zugeordnet sind, zwei Kontaktbrücken, zwei
Betätigungsschieber und zwei Verbindungsstangen aufnimmt, gebildet, sowie ein zweiter
Bestandteil des Moduls durch ein weiteres Gehäuses, das das Schaltwerk umfaßt. Um
drei Stromkreise abzusichern, sind insbesondere drei erste Modulbestandteile vorgesehen,
die direkt mit dem zweiten Modulbestandteil oder indirekt untereinander mittels Verbindungsstangen
gekoppelt sind. Vorteilhaft sind bis zu vier erste Module vorgesehen.
[0013] Das Schaltwerk selbst weist zweckmäßig einen Drehgriff auf, mit dem der Rotor betätigt
werden kann. Mit dem Rotor sollte eine Feder zusammenwirken, derart, daß sie bei einer
definierten Zwischenstellung des Rotors überschnappt, und so unabhängig von der über
den Drehgriff in den Rotor eingeleiteten Schwenkbewegung ein schlagartiges Schwenken
des Rotors bewirkt, mit der Folge, daß die Kontaktbrücken entsprechend schlagartig
in die Schließstellung bzw. Öffnungsstellung überführt werden.
[0014] Weitere Merkmale der Erfindung sind in der Beschreibung der Figuren dargestellt,
wobei bemerkt wird, daß alle Merkmale sowie Kombinationen von Merkmalen erfindungswesentlich
sind.
[0015] In den Figuren ist die Erfindung anhand einer Ausführungsform dargestellt, ohne auf
diese beschränkt zu sein. Es stellt dar:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines als Sicherungslastschaltleiste ausgebildeten Lastschalters
für Niederspannungssysteme,
- Figur 2
- eine Darstellung des Lastschalters gemäß Figur 1, in demontiertem Zustand zur Verdeutlichung
der einzelnen Schaltermodule,
- Figur 3
- eine detaillierte Darstellung des Zusammenwirkens der im Gehäuse gelagerten Betätigungsschieber
mit den Kontaktbrücken,
- Figuren 4 und 5
- zwei bei dem Lastschalter Verwendung findende Kontaktbrückenvarianten,
- Figuren 6 und 7
- schematische Darstellungen zur Verdeutlichung der Anordnung der Kontaktbrücken in
geschaltetem und offenem Zustand des Lastschalters.
[0016] Wie der Darstellung der Figuren 1 und 2 zu entnehmen ist, besteht die dort gezeigte
Sicherungslastschaltleiste aus drei identischen Modulen 1, von denen jeder Modul einen
NH-Sicherungseinsatz 2 sowie noch näher zu beschreibende Elemente zum Schalten des
zugeordneten NH-Sicherungseinsatzes 2 aufweist. Zwischen zwei Modulen 1 ist ein weiterer
Modul 3 angeordnet, der wesentliche Elemente eines Schaltwerkes zum Betätigen der
anderen Module 1 aufweist. In zusammengefügtem Zustand der Module, wie er in Figur
1 gezeigt ist, bildet eine Deckplatte 4 den Abschluß der vier Module 1 bzw. 3, nachdem
diese zuvor aus jeweils zwei Modulgehäusehälften, von denen nur die eine Hälfte 6
gezeigt ist, zusammengesetzt und im Bereich der Vielzahl angedeuteter Bohrungen 5
miteinander verschraubt wurden. Die das jeweilige Modulgehäuse 6 bildenden Halbschalen
bestehen aus elektrisch isolierendem Material.
[0017] Nachfolgend sei zunächst der Aufbau und die Funktionsweise eines einen NH-Sicherungseinsatz
2 aufnehmenden Modules 1 beschrieben:
Das Modulgehäuse 6 nimmt zwei in dieses eingabaute Kontaktbahnen 7 auf, die in Lyrakontakten
8 enden, in die die Kontaktmesser 9 des NH-Sicherungseinsatzes 2 einsteckbar sind.
Die dem NH-Sicherungseinsatz 2 abgewandten Enden der Kontaktbahnen 7 verlaufen parallel
beabstandet zueinander, in der Flucht dieser Kontaktbahnen 7 sind in gleichem Abstand
zu diesen zwei weitere Kontaktbahnen 10 in Form von Anschlußschienen angeordnet. Des
weiteren sind parallel zu den plattenförmigen Kontaktbahnen 7 und 10 gleichfalls plattenförmige
Kontaktbrücken 11 und 12 angeordnet und zwar beidseitig jeder Kontaktbahn 7 und 11.
In den Gehäusehälften 6 sind zwei Betätigungsschieber 13 und 14 senkrecht zu den Kontaktbrücken
11 und 12 verschiebbar gelagert, wobei miteinander zusammenwirkende Anschläge der
Betätigungsschieber 13 und 14 deren axiale Relativbewegung begrenzen. Die beiden Kontaktbrücken
11 sind mittels des zugeordneten Betätigungsschiebers 13 und die beiden Kontaktbrücken
12 mittels des zugeordneten Betätigungsschiebers 14 bewegbar. Die Kontaktbrücken 11
und 12 durchsetzen quer zur Längserstreckung der Betätigungsschieber 13 bzw. 14 in
diesen angeordnete Führungsspalte 15 und sind mittels Druckfedern 16 und 18 in Schließrichtung
gegen Anschläge 38 der Betätigungsschieber 13 bzw. 14 vorgespannt. Hierbei wirken
auf die jeweilige Kontaktbrücke 11 auf deren den zugeordneten Anschlägen abgewandten
Seite zwei Druckfedern 18, die sich an dieser und nicht näher dargestellten, gehäusefesten
Anschlägen abstützen. Auf die jeweilige Kontaktbrücke 12 wirkt auf deren den zugeordneten
Anschlägen abgewandten Seite eine Druckfeder 16, die sich auf einem Verbindungssteg
17 des Betätigungsschiebers 14 abstützt. Figur 1 zeigt die Position der Kontaktbrücken
11 und 12 bei geschalteter Sicherungsschaltleiste, in der diesbezüglichen Stellung
der Betätigungsschieber 13 und 14 wirken auf die Kontaktbrücken 11 und 12 nur die
Druckfedern 16 und 18 ein.
[0018] Das Gehäuse 6 ist in Längserstreckung der Betätigungsschieber 13 und 14 beidseitig
offen und es weisen die Betätigungsschieber 13, 14 im Bereich der jeweiligen beiden
Enden hinsichtlich ihrer Funktion noch näher zu beschreibende Bohrungen 19 auf.
[0019] Nachfolgend sei der Aufbau und die Funktionsweise des wesentliche Merkmale des Schaltwerkes
aufweisenden Modules 3 beschrieben:
Auch das Modulgehäuse 6 des Modules 3 besteht aus zwei Modulhälften, die zwischen
sich einen um eine Achse 20 drehbaren Rotor 21 aufnehmen. Dessen Schwenkbereich ist
auf etwa 40° beschränkt, indem ein stationärer Anschlag 22 in den Weg zweier Vorsprünge
23 des Rotors 21 ragt. Im Rotor 21 ist relativ zu diesem ein gleichfalls in der Achse
20 drehbar gelagerter Stellhebel 39 zwischen zwei inneren Rotoranschlägen 40 schwenkbar.
Das dem Rotor 21 abgewandte Ende des Stellhebels 39 ist mit einem Zapfen 27 versehen.
Ein Schwenkhebel 24 ist um eine parallel zur Achse 20 und zum Zapfen 27 angeordnete
Achse 25 schwenkbar. Das rotornahe Ende des Schwenkhebels 24 weist ein sich in dessen
Längsrichtung erstreckendes Langloch 26 auf, das der Zapfen 27 durchsetzt. Auf der
dem Rotor 21 abgewandten Seite des Zapfens 27 liegt an diesem ein den Schwenkhebel
24 umgebender Druckring 41 an, der auf der dem Zapfen 27 abgewandten Seite von einer
Druckfeder 42 beaufschlagt wird, die sich mit ihrem anderen Ende an einen Ansatz 43
des Schwenkhebels abstützt.
[0020] Auf einem konzentrisch zur Achse 20 des Rotors angeordneten Kreis sind für jeden
der beiden benachbarten Module 1 zwei Lagerpunkte 30 und 31 vorgesehen, die der Anlenkung
zweier Verbindungsstangen 32 und 33 dienen. Im Detail ist die jeweilige Verbindungsstange
32 in der Ebene des Rotors 21 um den Lagerpunkt 30 schwenkbar angelenkt, indem beispielsweise
ein Zapfen dieser Verbindungsstange 32 in eine Bohrung im Lagerpunkt 30 des Rotors
21 eingesetzt ist, ferner ist das andere Ende der Verbindungsstange 32 mit einem Zapfen
versehen, der die zugeordnete Bohrung 19 des Betätigungsschiebers 13 durchsetzt. Entsprechend
durchsetzen die Zapfen der Verbindungsstange 33 die Bohrung im Lagerpunkt 31 des Rotors
21 und die zugeordnete Bohrung 19 des Betätigungsschiebers 14. Wie der Darstellung
der Figur 1 zu entnehmen ist, befindet sich in eingeschaltetem Zustand der Lagerpunkt
31 geringfügig beabstandet zu dem den Betätigungsschiebers 13 und 14 zugeordneten
Scheitelpunkt des Rotors 21, während der andere Lagerpunkt 30 auf der anderen Seite
des Scheitelpunktes in größerem Abstand zu diesem angeordnet ist. In der geöffneten
Stellung, bei der der Anschlag 22 mit dem anderen Vorsprung 23 des Rotors 21 in Anlage
gelangt, befindet sich der Lagerpunkt 30 zwar noch auf der gleichen Seite des Scheitels
aber näher zu diesem, während der andere Lagerpunkt 31 sich vom Scheitelpunkt entfernt
hat. Diese sinusförmige Anlenkung der Verbindungsstangen 32 und 33 am Rotor 21 bedingt,
daß sich die beiden Befestigungsschieber 13 und 14 und damit die Kontaktbrücken 11
und 12 beim Ein- bzw. Ausschalten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bewegen,
derart, daß die Kontaktbrücke 12 beim Einschalten gegenüber der Kontaktbrücke 11 voreilend
ist, hingegen beim Ausschalten nacheilen. Die Figuren 6 und 7 verdeutlichen in einer
vereinfachten Darstellung bei geänderter Federanordnung für den Bereich der Kontaktbahnen
7 die Funktionsweise der diametral angeordneten Kontaktbrücken:
Beim Schaltvorgang "Öffnen" hebt zunächst die als Dauerkontakt ausgebildete Schaltbrücke
11 um das Maß y von der Kontaktbahn 7 und damit auch von der nicht gezeigten Kontaktbahn
10 ab, im weiteren Schaltverlauf bewegen sich beide Kontaktbrücken 11 und 12 von der
Kontaktbahn 7 weg, so daß nach Abschluß dieses Schaltvorganges, bei dem der im Uhrzeigersinn
voreilende Vorsprung 23 des Rotors 21 am Anschlag 22 anliegt, die Kontaktbrücke 11
um den Betrag x + y und die Kontaktbrücke 12 um den Betrag 11 von den Kontaktbahnen
7 und 10 wegbewegt haben. Beim Schaltvorgang "Schließen" bewegen sich die beiden Kontaktbrücken
11 und 12 zunächst um das Maß x auf die Kontaktbahnen 7 und 10 zu, wobei die die Funktion
eines Löschkontaktes aufweisende Kontaktbrücke 12 auf die Kontaktbahnen 7 und 10 schaltet.
Bei der weiteren Schaltbewegung überbrückt schließlich die Kontaktbrücke 11 den verbleibenden
Abstand zu den Kontaktbahnen 7 und 10 und schaltet gleichfalls auf diese auf.
[0021] Das eigentliche Schalten des Sicherungslastschalters erfolgt mittels des Betätigungshebels
29, der über einen außermittigen Abschnitt der Schwenkachse 28 den Schwenkhebel 24
um dessen Achse 25 verschwenkt. Hierdurch wird der Stellhebel 39 entgegen der Kraft
der Druckfeder vom der Schaltstellung zugeordneten Anschlag 40 wegbewegt. Bei Überschreiten
der geraden Überschnappstellung von Schwenkhebel 24 und Stellhebel 39 entspannt sich
die Druckfeder 42 und es wird der Stellhebel 39 schlagartig zunächst in Anlage mit
dem anderen Anschlag 40 verschwenkt und dann über die weitere Schwenkbewegung des
Stellhebels 39 aufgrund der Entspannung der Druckfeder 42 der Rotor 21 in die andere
Schaltstellung geschwenkt.
[0022] Die Figuren 3 bis 5 verdeutlichen Details betreffend die diametral mit den Kontaktbahnen
7 und 10 in Anlage gelangenden Kontaktbrücken 11 und 12. Die plattenförmige Bauteile
darstellenden Kontaktbrücken 11 und 12 weisen auf ihrer den jeweiligen Kontaktbahnen
7 und 10 zugewandten Seiten zwei flache Kontaktnippel 34 auf und zwischen diesen jeweils
beidseitig drei Führungsnuten 35, die mit den Betätigungsschiebern 13 und 14 zusammenwirken.
Dies ist im Detail in Figur 3 verdeutlicht, die die beiden Gehäusehälften 6 des Moduls
zeigt, in die die beiden Betätigungsschieber 13 und 14 eingesetzt sind, die in die
Nuten 35 der Kontaktbrücken 11 und 12 eingreifen.
[0023] Die Figuren 1 und 2 verdeutlichen schließlich, daß an dem das Schaltwerk aufweisenden
Modul 3 auf einer Seite mehrere, die NH-Sicherungseinsätze 2 aufweisende Module 1
angeordnet sein können. Die Verbindung der jeweiligen zugewandten Enden der Betätigungsschieber
13 und 14 benachbarter Module 1 erfolgt dabei über entsprechend der Verbindungsstangen
32 und 33 ausgebildete Verbindungsstangen 36 und 37.
[0024] Statt der beschriebenen NH-Sicherungseinsätze 2 können durchaus Trennmesser verwendet
werden.
1. Lastschalter, insbesondere Lastschalter mit Sicherung, mit mindestens einem Sicherungseinsatz
(2), mit einer diesem den Strom zuführenden Leitung und einer von diesem den Strom
abführenden Leitung, wobei jede Leitung zwei voneinander getrennte, fest angeordnete
Kontaktbahnen (7, 10) aufweist, denen zwei bewegliche Kontaktbrücken (11, 12) zugeordnet
sind, die in ihrer Einschaltstellung die jeweilige Kontaktbahn (7, 10) diametral kontaktieren,
wobei die Kontaktbrücken (11, 12) von mindestens einem Betätigungsschieber (13, 14)
aufgenommen werden, dadurch gekennzeichnet, daß zwei parallel zueinander angeordnete Betätigungsschieber (13, 14) vorgesehen
sind, die mittels eines Schaltwerkes (29, 24, 21) entgegengesetzt bewegbar sind, wobei
die Kontaktbahnen (7, 10) senkrecht zur Bewegungsrichtung der Betätigungsschieber
(13, 14) angeordnet sind und jeder Betätigungsschieber (13; 14) parallel zu den der
jeweiligen Leitung zugeordneten Kontaktbahnen (7, 10) eine Kontaktbrücke (11; 12)
mit Axialspiel aufnimmt, wobei die Kontaktbrücken (11, 12) in ihren Einschaltstellungen
die zugeordneten Kontaktbahnen (7, 10) unter Federvorspannung miteinander verbinden.
2. Lastschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Federvorspannung der Kontaktbrücken (11, 12) durch Druckfedern (17, 18)
erzeugt wird, die sich an den Kontaktbrücken (11, 12) und entweder dem der jeweiligen
Kontaktbrücke (12) zugeordneten Betätigungsschieber (14) oder einem stationären Teil
des Sicherungslastschalters abstützen.
3. Lastschalter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die der jeweiligen Leitung zugeordneten Kontaktbrücken (11, 12) ihre Schaltstellungen
zu unterschiedlichem Zeitpunkt erreichen, wobei die jeweilige Kontaktbrücke (11, 12)
die Kontaktbahnen (7, 10) gleichzeitig kontaktiert.
4. Lastschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die freien Enden der Kontaktbahnen (7, 10) U-förmig ausgebildet sind und die
Außenschenkel der Kontaktbahnen (7, 10) mit den Kontaktbrücken (11, 12) zusammenwirken.
5. Lastschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltwerk (29, 24, 21) einen Rotor (21) umfaßt, der über einen Teilkreis
drehbar ist, wobei am Umfangsbereich des Rotors (21), auf dessen Drehung bezogen,
vor dem Scheitelpunkt eine erste Verbindungsstange (32) und hinter dem Scheitelpunkt
eine zweite Verbindungsstange (33) für diesen jeweils zugeordnete Betätigungsschieber
(13, 14) angelenkt sind.
6. Lastschalter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsstangen (32, 33) auf einer gemeinsamen Kreisbahn des Rotors (21)
angelenkt sind, wobei im eingeschalteten Zustand die zweite Verbindungsstange (33)
geringfügig hinter dem Scheitelpunkt und die erste Verbindungsstange (32) weiter entfernt
vor dem Scheitelpunkt angelenkt ist, sowie die Betätigungsschieber (13, 14) parallel
und gleich beabstandet beidseitig der durch den Scheitelpunkt und die Rotorachse (20)
verlaufenden Symmetrieachse angeordnet sind.
7. Lastschalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Sicherungslastschalter in Modulbauweise ein schaltbares Sicherungslastschaltelement
in Leisten- oder Trennerform bilden, das ein gemeinsames Schaltwerk (29, 24, 21) aufweist.
8. Lastschalter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein erstes Modul (1) durch ein Gehäuses (6), das einen NH-Sicherungseinsatz
(2), zwei Leitungen, denen jeweils zwei Kontaktbahnen (7, 10) zugeordnet sind, zwei
Kontaktbrückenpaare (11, 12), zwei Betätigungsschieber (13, 14) und zwei Verbindungsstangen
(32, 33) aufnimmt, gebildet ist, sowie ein zweites Modul (3) durch ein weiteres Gehäuse
(6), das das Schaltwerk (24, 21) umfaßt, gebildet ist.
9. Lastschalter nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß bis zu vier erste Module (1) vorgesehen sind, die direkt mit dem zweiten Modul
(3) oder indirekt untereinander mittels weiterer Verbindungsstangen (36, 37) gekoppelt
sind.
10. Lastschalter nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Schaltwerk (29, 24, 21) einen Drehgriff (29) aufweist, mittels dessen der
Rotor (21) betätigbar ist.