[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckgießmaschine zur Herstellung gas-, poren- und oxydarmer
Gußstücke aus Metallen oder Metall-Legierungen nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
Stand der Technik:
[0002] Aus der Zeitschrift "Gießerei" 69 (1982) Heft 19, Seite 521 ff. sowie "Gießerei"
70 (1983) Nr. 19, Seite 517 ff. sind Druckgießmaschinen bekannt geworden, die mit
dem sogenannten Vakuum-Druckgießverfahren arbeiten. Auf die in diesen Literaturstellen
angegebenen Vorteile beim Einsatz derartiger Druckgießmaschinen wird verwiesen.
[0003] Aus der EP 0 051 310 B1 ist eine entsprechende Druckgießmaschine bekannt geworden,
die sich ebenfalls dieses Vakuum-Druckgießverfahrens bedient.
[0004] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Druckgießmaschine dieser bekannten
Art und verbindet die mit diesen Verfahren verbundenen Vorteile.
[0005] Bei der Anwendung dieser bekannten Druckgießmaschinen im Vakuum-Druckgießverfahren
wird die Metallschmelze durch das in der Gießform sowie in der Füllkammer oder Gießkammer
anstehende Vakuum aus dem Warmhalteofen über ein Saugrohr in die Gießkammer gesaugt.
Hierbei mündet das Saugrohr in einem kurzen Abstand vor dem zurückgezogenen Gießkolben
von unten senkrecht in die Gießkammer, d.h. die vertikale Flächennormale auf dem Eintrittsquerschnitt
steht senkrecht oder nahezu senkrecht auf der horizontalen Längsachse der Gießkammer.
[0006] Der Eintrittsquerschnitt der Saugrohrzuführung in die Gießkammer verkleinert sich
mit der Vorwärtsbewegung des Gießkolbens, d.h. mit dem Überschreiten der vorderen
Gießkolbenkante über die Eintrittsöffnung. Bei gleichbleibendem Unterdruck in der
Gießkammer erhöht sich hierdurch mit kleiner werdendem Querschnitt der Eintrittsöffnung
die Strömungsgeschwindigkeit der Schmelze und damit auch die Art der Strömung der
Schmelze. Bei einem kreiszylindrischen Eintrittsquerschnitt und einer vorderen Kolbenschließkante
wird der in Draufsicht kreissegmentförmige Eintrittsöffnungsquerschnitt ständig kleiner
und endet zum Schluß in einer punktförmigen Austrittsöffnung. Diese mit hoher Geschwindigkeit
fließende Schmelze führt zu einer Erosion des immer kleiner werdenden Querschnitts,
d.h. zu einer Abtragung des in der Endphase noch offenen Querschnittsbereiches der
Eintrittsöffnung des Saugrohres zur Gießkammer. Diese fluviale Erosion wirkt insbesondere
im Bereich des nahezu punktförmigen Austrittsquerschnitts in der Endphase.
[0007] Gleichermaßen strömt die Schmelze in der Endphase mit hoher Geschwindigkeit in die
Gießkammer ein und spritzt mit scharfem Strahl gegen die gegenüberliegende Seite der
Gießkammer und führt hier ebenfalls zu einem Abtrag. Durch Einlagerung und Erstarrung
der Schmelze in dieser Auswaschung entstehen Metallpartikel (Flitterbildung), die
auf die Produktion und Teilequalität negative Einflüsse haben. Weiterhin entstehen
Turbulenzen in der Gießkammer, die in der Endphase unerwünscht sind.
[0008] Der in der Endphase entstehende scharfe Metallschmelzenstrahl führt demnach aufgrund
seiner hohen strömungsmechanischen Flächenpressung zu einem Abtrag (fluviale Erosion)
insbesondere des gießformseitigen Endes der Eintrittsöffnung der Saugrohrzuführung
zur Gießkammer und damit zur allmählichen Auswaschung dieses Übergangs. Hierdurch
verändern sich aber die Schließzeiten der Saugrohr-Eintrittsbohrung zur Gießkammer
je nach Grad des Kantenverschleißes. Dies führt zu einer unterschiedlichen Dosierung
und Flitterbildung in der Gießkammer.
[0009] Die starke Düsenwirkung des Schmelzstrahls während der letzten Phase des Überschreitens
des Gießkolbens über die Eintrittsöffnung ist deshalb nachteilig im Zusammenhang mit
hiermit verbundenem Verschleiß der Gießkammer und Dosierung der Schmelze.
Vorteile der Erfindung:
[0010] Die erfindungsgemäße Druckgießmaschine mit den Kennzeichen in den Merkmalen des Anspruchs
1 hat demgegenüber den Vorteil, daß die geometrische Formgebung der Eintrittsöffnung
im Zusammenhang mit der Schließkante des Gießkolbens sowie der Gießkolben selbst derart
ausgebildet sind, daß eine geringere Flächenbelastung an den erosionsgefährdeten Stellen
eintritt. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, daß der Schmelzenstrom in der Endphase
nicht mehr punktförmig mit einer starken Düsenwirkung sondern flächenförmig bzw. linienförmig
mit einer geringeren Strömungsgeschwindigkeit auftritt. Hierzu wird der Eintrittsöffnungsquerschnitt
im gießformseitigen Endbereich nicht nur als reines Kreissegment ausgebildet, sondern
in seiner Flächenform insbesondere gradlinig erweitert. Hierdurch wird die starke
Düsenwirkung des Metallschmelzenstrahls in der Endphase des Schließvorgangs stark
vermindert, da nicht mehr ein Punktstrahl, sondern ein Flächenstrahl aus der Eintrittsöffnung
austritt. Dies führt aber zu einer geringeren Belastung der erosionsgefährdeten Kanten.
[0011] Um auch sowohl den Gießkolben als auch die Gießkammer bezüglich einer Erosion zu
entlasten und um weiterhin eine möglichst laminare Strömung der Metallschmelze zu
erzielen, wird die Eintrittsöffnung des Saugrohres in die Gießkammer unterhalb des
vorderen Kolbenbereichs des zurückgezogenen Gießkolbens angeordnet und der Gießkolben
an seiner der Eintrittsöffnung der Saugrohrzuführung zugewandten unteren Seite einer
Formgebung unterzogen, die eine gerichtete weitgehend turbulentfreie Strömung erzeugt.
Hierfür wird der Gießkolben an seiner der Eintrittsöffnung der Saugrohrzuführung zugewandten
Seite insbesondere derart ausgestaltet, daß eine gleichförmige oder gleichmäßige Umlenkung
des Schmelzenstrahls erfolgt. Dies kann beispielsweise eine rohrbogenförmige, oder
eine zylindermantelförmige Umlenkung sein. Die Umlenkfläche kann auch dadurch gebildet
werden, daß der Gießkolben in seinem vorderen Bereich als Rotationsparaboloid ausgebildet
ist.
[0012] Der Übergangsflächenbereich der Eintrittsöffnung der Saugrohrzuführung zur Gießkammer
wird vorzugsweise in seiner der Gießform zugewandten Hälfte als in Draufsicht rechteckförmiger
Querschnittsbereich ausgebildet, wobei die Austrittsöffnung durch die Tangenten an
einen kreisförmigen Querschnitt gebildet werden.
[0013] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und unter Angabe
weiterer Vorteile in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Seitenansicht der Gießkammer mit Gießkolben sowie Saugrohrzuführung zur Warmhalteeinrichtung,
- Fig. 2
- die Einzelheit B in Fig. 1 mit einer Gießkolbenausführung mit rohrförmiger vorderer
Umlenkkurve,
- Fig. 3
- einen Gießkolben mit vorderer zylindermantelförmiger Umlenkfläche,
- Fig. 4
- einen Gießkolben mit vorderem Rotationsparaboloid und
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf die Eintrittsöffnung der Saugrohrzuführung.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele:
[0014] Bezüglich dem allgemeinen Aufbau sowie der wesentlichen Funktionsweise der erfindungsgemäßen
Druckgießmaschine wird auf die eingangs erwähnten Literaturstellen und insbesondere
auch auf die EP 0 051 310 B1 verwiesen.
[0015] In Fig. 1 ist von einer nicht näher dargestellten Druckgießmaschine die feste Aufspannplatte
1 mit der festen Formhälfte 2 dargestellt, die mit der nicht näher dargestellten beweglichen
Formhälfte zusammenwirkt. Die Füllkammer oder Gießkammer 3 ist in der festen Aufspannplatte
1 sowie der festen Formhälfte 2 fixiert. Der zylindrische Innenraum 4 mit horizontaler
Symmetrieachse 5 der Gießkammer 3 wird gießformseitig 6 mit einem Unterdruck beaufschlagt.
Ein Gießkolben 7 mit Kolbenstange 8 fährt horizontal in der Gießkammer 3 in Richtung
zur Gießform 6. Die Metallschmelze 9 wird aus einer Warmhalteeinrichtung 10 über ein
Saugrohr 11 in den Innenraum 4 der Gießkammer 3 gesaugt. Hierfür befindet sich im
unteren Wandungsabschnitt 12 der Gießkammer 3 eine vertikale Bohrung 13 mit vertikaler
Längsachse 14, die mit dem Anschlußflansch 15 des Saugrohrs 11 verbunden ist. Diese
Einzelheit "B" ist in der Fig. 2 mit entsprechenden Bezugszeichen näher dargestellt.
Die Draufsicht auf die Eintrittsöffnung 16 der vertikalen Bohrung 13 zum Innenraum
4 der Gießkammer 3 ist in Fig. 5 als Teilansicht A in Fig. 2 dargestellt.
[0016] Zur Zuführung der Metallschmelze 9 durch das Saugrohr 11 und die Zuführungsbohrung
13 in die Gießkammer 3 muß der Öffnungsquerschnitt bzw. die Eintrittsöffnung 16 offen
sein. Hierfür muß der Gießkolben 7 soweit in Fig. 1 und Fig. 2 nach rechts zurückgezogen
oder an seinem vorderen unteren Bereich entsprechend ausgespart sein, daß die Eintrittsöffnung
16 zur Bohrung 13 freiliegt. Die zurückversetzte vordere Schließkante 17 des Gießkolbens
7 muß demnach auf oder hinter der gießformfernen Kante 18 der Eintrittsöffnung 16
liegen. In Fig. 2 liegen die beiden Kanten 17, 18 übereinander, d.h. die Schließkante
17 des Gießkolbens 7 beginnt sich über die Eintrittsöffnung 16 zu schieben. Bei der
Bewegung des Gießkolbens 7 in Pfeilrichtung 19 wird die Eintrittsöffnung 16 durch
die Schließkante 17 allmählich geschlossen. Der Gießkolben 7 ist in seinem vorderen
Bereich nicht eben, sondern mit einer besonderen Umlenkfläche 20 ausgebildet, so daß
die offene Eintrittsöffnung 16 unterhalb des vorderen Gießkolbenbereichs liegt. Diese
Umlenkfläche 20 ist in Fig. 2 als rohrbogenförmige Umlenkfläche 21, in Fig. 3 als
zylindermantelförmige Umlenkfläche 22 ausgebildet. Gemäß der Darstellung in Fig. 4
ist der vordere Bereich des Gießkolbens 7 als Rotationsparaboloid 23 zur Bildung einer
entsprechenden Umlenkfläche ausgebildet. Die Umlenkflächen 20 - 23 dienen der sanften
Umlenkung der aus dem Saugrohr 11 angesaugten Metallschmelze in den Innenraum 4 der
Gießkammer 3, zur Erzeugung einer weitgehend laminaren Strömung. Je mehr sich die
Schließkante 17 des jeweiligen Gießkolbens 7 über die Eintrittsöffnung 16 schiebt
und damit den Eintrittsquerschnitt verkleinert, um so höher wird die Fließgeschwindigkeit
der einströmenden Metallschmelze. Befindet sich die Schließkante 17 des Gießkolbens
7 kurz vor dem gießformseitigen Ende (Kante 24) der Eintrittsöffnung 16 so tritt die
Metallschmelze mit sehr hoher Geschwinigkeit aufgrund der Düsenwirkung aus und muß
über die Umlenkfläche 20 - 23 in die Horizontalrichtung, d.h. in Richtung der Längsachse
5 umgelenkt werden. Die Gießkolben 7 in den Figuren 1 bis 4 sind demnach in ihrem
vorderen Bereich derart ausgestaltet, daß eine sanfte Umlenkung des Metallschmelzenstroms
an der Umlenkfläche 20 - 23 insbesondere dann erfolgt, wenn sich die Schließkante
17 über den Öffnungsquerschnitt bzw. die Eintrittsöffnung 16 aufgrund der Bewegung
des Gießkolbens in Pfeilrichtung 19 bewegt.
[0017] Der Krümmungsradius "r" der rohrbogenförmigen 21 (Fig. 2) oder der zylindermantelförmigen
22 (Fig. 3) Umlenkfläche 20, 21, 22 im vorderen unteren Bereich des Gießkolbens ist
etwa gleichgroß oder etwas größer als der Radius r₁ des zylindrischen Innenraums 4
der Gießkammer 3. Liegt die Schließkante 17 des Gießkolbens nahezu auf der Endkante
oder Schließkante 24 der Gießkammerwandung, so erfolgt durch die Umlenkfläche eine
sehr sanfte Umlenkung des düsenförmig wirkenden Schmelzenstrahls. Der Krümmungsradius
r des Rotationsparaboloids 23 kann etwa 3/4 der Größe von r₁ betragen.
[0018] In Fig. 5 sind verschiedene Lagen der Schließkante 17 schematisch dargestellt. Bei
vollständiger Öffnung der Eintrittsöffnung 16 befindet sich die Schließkante 17 im
Bereich der Kante 18 der Eintrittsöffnung 16. In der Fndphase der Schließbewegung
des Gießkolbens 7 gelangt die Schließkante 17 in die Position 17', so daß bei einem
kreisrunden Eintrittsquerschnitt 16 nur noch der mit Bezugszeichen 25 schraffierte
Kreissegmentbereich als Eintrittsfläche der Schmelze in die Gießkammer 3 übrig bleibt.
Befindet sich die Schließkante 17'' unmittelbar vor dem gießformseitigen Ende der
Eintrittsöffnung 16, d.h. nahezu auf der Kante 24, so verbleibt bei einem kreisrunden
Eintrittsquerschnitt 16 ein punktförmiger Einlaßstrahl im Punkt 26. Dies führt zu
einer außerordentlich hohen Belastung des verbleibenden Austrittsquerschnitt, so daß
der in Fig. 2 schematisch dargestellte Materialabtrag 35, d.h. eine Art U-förmige
Auswaschung an der verbleibenden Einlaßkante im Bereich des Punktes 26 des unteren
Wandungsabschnittes 12 unvermeidlich ist.
[0019] Die Umlenkung eines solchen, düsenförmig wirkenden Strahls über die Umlenkfläche
20 - 23 verhindert das Auftreffen des Metallstrahls auf die Gegenseite des Gießkammerinnenraums
4. Maßgeblich für den hohen Abtrag auf dieser Gegenseite der Gießkammer ist ebenfalls
die starke Düsenwirkung aufgrund des zum Schluß punktförmigen Austrittsquerschnitts
im Punkt 26.
[0020] Um eine geringere Strömungsgeschwindigkeit und damit einen geringeren Materialabtrag
im Bereich der Eintrittskante oder Schließkante 24 der Gießkammerwandung 12 zu erhalten,
ist die Eintrittsöffnung 16 im Bereich des gießformseitigen Endes als Querschnitt
nicht kreisrund, sondern - wie in Fig. 5 dargestellt - rechteckig ausgebildet. Es
werden demnach an den Kreisquerschnitt 16 drei rechtwinklig aufeinanderstehende Tangenten
27, 28, 29 mit entsprechenden Aussparungen angelegt, die einen flächenförmigen und
nicht mehr nur punktförmigen Endaustrittsquerschnitt bilden, d.h. in der allerletzten
Phase strömt die Metallschmelze nicht nur im Punkt 26, sondern über die volle Breite
b der durch die Tangente 27 gebildeten Schließkante 24, 27, d.h. der in diesem Bereich
nunmehr rechteckförmigen Eintrittsöffnung 16'. Befindet sich die Schließkante 17'
in der in Fig. 5 angegebenen Stellung, so wird der Eintrittsquerschnitt bzw. die Eintrittsöffnung
16' durch die Eckpunkte 30 - 33 gebildet. Das Kreissegment 25 eines kreisförmigen
Eintrittsquerschnitts wird demnach erheblich vergrößert, so daß sich die Strömungsgeschwindigkeit
und damit der Abtrag verkleinert. Im Zusammenhang mit dem optimal umgelenkten Metallschmelzenstrahl
an der Umlenkfläche 20 - 23 wird damit eine optimale Führung des Schmelzenstrahls
mit geringstmöglicher Materialbeschädigung erzielt.
[0021] Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt.
Sie umfaßt auch vielmehr alle fachmännischen Weiterbildungen und Ausgestaltungen im
Rahmen des erfindungsgemäßen Grundgedankens. Insbesondere kann die Formgebung der
gießformseitigen Eintrittsöffnung auch anders ausgestaltet sein, als in Fig. 5 angegeben.
Statt der Anlegung von Tangenten 27 - 29 sind auch gewisse Kurvenformen zur Beeinflußung
der Metallstrahlführung und zur Verminderung der Strömungsgeschwindigkeit möglich.
Die Schließkante 24, 27 des Eintrittsquerschnitts in die Gießkammer kann auch in Richtung
Gießform über die in Fig. 5 dargestellte Stellung versetzt angeordnet sein, so daß
sich ein vergrößerter rechteckförmiger oder trapezförmiger Eintrittsquerschnitt einstellt.
Maßgeblich ist eine Erzielung eines möglichst großen Durchflußquerschnitts bis zum
Ende der Füllung der Gießkammer mit Metallschmelze.
[0022] Weiterhin können auch die Ausführungen der zum Kolben 7 gebildeten Umlenkflächen
20 - 23 anders als in den Figuren dargestellt ausgebildet sein, sofern sie die gleiche
Wirkung erzielen.
1. Druckgießmaschine zur Herstellung gas-, poren- und oxydarmer Gußstücke aus Metallen
oder Metall-Legierungen, mit einer, mittels eines Vakuumanschlußes an einer Gießform
über ein Saugrohr (11) aus einer Warmhalteeinrichtung (10) mit Metallschmelze füllbaren
Gießkammer (3), die einen, sich in seinem vorderen Bereich vorzugsweise verjüngenden
Gießkolben (7) aufweist, wobei die Eintrittsöffnung (16) des Saugrohres (11) zur Gießkammer
(3) vom sich vorwärtsbewegenden Gießkolben (7) verschlossen wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Verschließvorgang der Eintrittsöffnung (16) der Saugrohrzuführung (11) zur
Gießkammer (3) durch den Gießkolben (7) in seiner Endphase derart erfolgt, daß der
Eintrittsöffnungsquerschnitt (16) und die Schließkante (17) des Gießkolbens (7) und
damit der Schmelzenstrom bis zum Abschluß des Schließvorgangs flächenförmig bzw. linienförmig
ausgebildet sind.
2. Druckgießmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintrittsöffnung
(16) des Saugrohres (11) zur Gießkammer (3) in ihrer der Gießform zugewandten Symmetriehälfte
einen in Draufsicht rechteckförmigen oder trapezförmigen Querschnitt aufweist, der
eine gerade oder gebogene Schließkante (24, 27) bildet.
3. Druckgießmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gießkolben
(7) wenigstens in seiner der Eintrittsöffnung (16) zugewandten Seite eine bogenförmige
Umlenkfläche (20 - 23) für die Schmelze aufweist, wobei die zur Gießkammer (3, 4)
hin offene Eintrittsöffnung (16) unterhalb des vorderen Bereichs des zurückgezogenen
Gießkolbens (7) liegt.
4. Druckgießmaschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gießkolben
(7) eine räumliche, dreidimensionale, rohrbogenförmige Umlenkfläche (21) aufweist,
die sich bis etwa zur oder oberhalb der Längsmittelachse (5) der Gießkammer (3) erstreckt
(Fig. 2).
5. Druckgießmaschine nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Gießkolben
(7) eine zweidimensionale zylindermantelförmige Umlenkfläche (22) aufweist, die sich
bis etwa zur oder oberhalb der Längsmittelachse (5) der Gießkammer erstreckt (Fig.
3).
6. Druckgießmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüchen 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gießkolben (7) einen als Rotationsparaboloid (23) ausgebildeten zentrischen
Ansatz aufweist (Fig. 4).
7. Druckgießmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schließkante (17) des Gießkolbens (7) auf der vertikalen Tangente (34) der
bogenförmigen Umlenkfläche (20 - 23) angeordnet ist.
8. Druckgießmaschine nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Krümmungsradius (r) der rohrbogenförmigen (21) oder zylindermantelförmigen
(22) Umlenkfläche (20) im Gießkolben (7) gleich groß oder größer ist als der Radius
(r₁) des zylindrischen Innenraums (4) der Gießkammer (3).
9. Druckgießmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Krümmungsradius
(r) des Rotationsparaboloids (23) ca. 3/4 (r₁) ist (r₁ = Radius der Gießkammer bzw.
des Gießkolbens).
10. Druckgießmaschine nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die in Draufsicht rechteckförmige, gießformseitige Hälfte des Eintrittsquerschnitts
(16) des Saugrohrs (11) zur Gießkammer (3) durch rechtwinklig zueinanderstehende Tangenten
(27 - 29) an einen kreisförmigen Querschnitt (16) des Saugrohreintritts gebildet sind.