(19)
(11) EP 0 498 371 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.08.1992  Patentblatt  1992/33

(21) Anmeldenummer: 92101828.9

(22) Anmeldetag:  04.02.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5H01C 1/14, H01C 7/00, H01C 1/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT DE FR GB IT

(30) Priorität: 05.02.1991 DE 9101284 U

(71) Anmelder: Wilhelm Ruf KG
D-81829 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Schickaneder, Georg
    W-8025 Unterhaching (DE)
  • Eimannsberger, Günter
    W-8000 München 17 (DE)

(74) Vertreter: von Bülow, Tam, Dr. 
Patentanwalt Mailänder Strasse 13
D-81545 München
D-81545 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Elektrischer Widerstand


    (57) Der elektrische Widerstand mit einem quaderförmigen Träger aus elektrisch isolierendem Material und mindestens einer Schicht aus Widerstandsmaterial auf einer der Seitenflächen des Trägers hat für einfache Handhabung und leichterer Herstellbarkeit, insbesondere für geringe Bauhöhe bei guter Standfestigkeit Anschlußkontakte (9, 11) aus einer flachen Schicht, die auf derselben Seitenfläche aufgebraucht sind, wie der zugeordnete Widerstand (8). Die Anschlußkontakte (9, 11) erstrecken sich von dem zugeordneten Widerstand (8) bis zur Kante zwischen der Seitenfläche (4, 5) und der Unterseite (3) des Trägers (1).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen elektrischen Widerstand gemäß dem Oberbegriff des Patent anspruches 1. Derartige elektrische Widerstände, die auch als Dickschicht-Widerstände bzw. Dickschicht-Widerstandnetzwerke bekannt und im Handel erhältlich sind, haben üblicherweise einen Träger aus Keramik, auf den Widerstände aus elektrisch leitfähiger Paste in Siebdrucktechnik aufgedruckt sind.

    [0002] Zur Kontaktierung der einzelnen Widerstände weisen die im Handel erhältichen Dickschicht-Widerstände Klammern auf, die von der Unterseite des Trägers her aufgesetzt sind und die Endabschnitte der Seitenflächen U-förmig umgreifen und zusätzlich von der Unterseite des Trägers abstehende Lötfahnen besitzen, mit denen dann die Widerstände auf einer Leiterplatte angelötet werden. Zur besseren Fixierung dieser Klammern an dem Träger werden diese noch an den Widerständen angelötet.

    [0003] Diese bekannten Widerstandsnetzwerke sind aufgrund der Klammern aufwendig herzustellen, haben eine relativ große Bauhöhe und schlechte Handlings-Eigenschaften. Von der Stirnseite her gesehen haben die bekannten Widerstände einen T-förmigen Querschnitt mit ungünstiger Schwerpunktsverteilung, so daß diese Widerstände in nicht eingelötetem Zustand schlechte Standeigenschaften haben, was die Montage erschwert. Gefördert wird dieser Nachteil noch durch die Anschlußfahnen, die die Bauhöhe vergrößern.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, den elektrischen Widerstand der eingangsgenannten Art dahingehend zu verbessern, daß er einfacher herzustellen und besser zu handhaben ist und insbesondere bei geringer Bauhöhe eine gute Standfestigkeit hat.

    [0005] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß die Anschlußkontakte aus einer flachen Schicht bestehen, die auf derselben Seitenfläche aufgebracht ist wie der zugeordnete Widerstand und daß sich die Anschlußkontakte von dem zugeordneten Widerstand bis zu der Kante zwischen der Seitenfläche und der Unterseite des Trägers erstrekken.

    [0006] Die Anschlußkontakte stehen - im Gegensatz zum Stand der Technik - nicht mehr von der Unterseite des Trägers ab, wodurch sich die Bauhöhe verringert und eine bessere Standfestigkeit ergibt. Auch ist die Herstellung vereinfacht, da die Klammern mit den Lötfahnen nicht mehr montiert werden müssen und da aufgrund der nahezu glatten, quaderförmigen Gestalt des Bauteils ein gegenseitiges Verhaken vermieden wird, was das Handling erleichtert.

    [0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

    [0008] Im folgendem wird die Erfindung anhand von zwei Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit der Zeichung ausführlicher erläutert. Es zeigt:
    Fig.1
    Eine Seitenansicht eines elektrischen Widerstandes mit vier Einzelwiderständen nach dem ersten Ausführungsbeispiel der Neuerung;
    Fig.2
    Eine perspektivische Ansicht eines Widerstandsnetzwerkes mit acht Widerständen und neun Anschlußkontakten; und
    Fig.3
    Eine perspektivische Seitenansicht des Widerstandsnetzwerkes der Fig.2 mit zusätzlich aufgebrachter Isolierschicht.


    [0009] Alle drei Figuren sind in stark vergrößertem Maßstab. In einer praktischen Ausführungsform für das Rastermaß 1,27 mm sind folgende Abmessungen vorgesehen: Länge 12 mm, Höhe 2,54 mm und Breite 2 mm.

    [0010] Gleiche bzw. einander entsprechende Teile in den einzelnen Figuren haben gleiche Bezugszeichen.

    [0011] Ein Träger 1 aus elektrisch isolierendem Material, insbesondere aus Keramik hat quaderförmige Gestalt. Seine sechs Seiten sind zur Verdeutlichung in der Zeichnung mit folgenden Bezugszeichen versehen: Oberseite 2, Unterseite 3, Seitenflächen 4 und 5, Stirnseiten 6 und 7. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf die normale Einbaulage, in welcher die Unterseite 3 auf einem anderen Bauteil wie zum Beispiel einer Leiterplatte aufliegt.

    [0012] Im Ausführungsbeispiel der Figur 1 sind auf der Seitenfläche 4 insgesamt vier Widerstände 8 aus leitfähiger Paste aufgedruckt, wobei sich diese Widerstände in Längsrichtung des Trägers erstrecken und hintereinander in einer Linie angeordnet sind. Die jeweiligen Enden der Widerstände 8 überdecken L-förmige Anschlußkontakte 9, die sich von den Widerständen in Richtung zur Unterseite 3 des Trägers 1 erstrecken und im dargestellten Ausführungsbeispiel an der Kante zwischen Seitenfläche 4 und Unterseite 3 enden. Die horizontalen Schenkel der L-förmigen Anschlußkontakte 9 sind dabei verdickt, um eine ausreichend große Fläche für das spätere Anlöten zu bilden.

    [0013] Im Ausführungsbeispiel der Figur 1 sind die Widerstände 8 in schaltungstechnischer Hinsicht unabhängig voneinander und können jeweils durch das zugeordnete Anschlußkontaktpaar angeschlossen werden.

    [0014] Die Linie 12 in Figur 1 verdeutlicht einen Abgleichschnitt, der mit einem Laserstrahl aufgebracht wird, um den elektrischen Widerstandswert exakt abzugleichen.

    [0015] Obwohl in Figur 1 nicht dargestellt, wird die Seitenfläche 4 einschließlich der Widerstände 8 und der senkrechten Schenkel der Anschlußkontakte 9 mit einem Isolierlack abgedeckt, so daß im wesentlichen nur die horizontalen Schenkel der Anschlußkontakte bloßliegen. (vgl. Isolierschicht 13 der Fig.3)

    [0016] Figur 2 zeigt eine andere Variante, bei der insgesamt acht elektrische Widerstände 8 in Form eines Widerstandsnetzwerkes verschaltet sind. Die einzelnen Widerstände 8 liegen jeweils als längliche, rechteckige Streifen parallel zueinander, wobei ihre zur Oberseite 2 hinweisenden Enden eine gemeinsame Leiterbahn 10 kontaktieren. Ein Ende dieser Leiterbahn 10 ist zu einem Anschlußkontakt 11 in Richtung zur Unterseite 3 geführt. Die zur Unterseite 3 weisenden Enden der Widerstände 8 kontaktieren jeweils einen zugeordneten Anschlußkontakt 9, der im wesentlichen rechteckig ausgebildet ist und sich wiederum bis zur Kante zwischen der Seitenfläche 4 und der Unterseite 3 erstreckt. An einem der Widerstände ist durch die Linie 12 wiederum der Abgleich mittels Laser-Schnitt dargestellt.

    [0017] Figur 3 zeigt das Widerstandsnetzwerk der Fig.2 mit zusätzlicher Isolierschicht 13, welche im wesentlichen die ganze Seitenfläche 4 und insbesondere die Widerstände 8 und die Leiterbahn 10 überdeckt und lediglich im Bereich der Anschlußkontakte 9 und 11 Aussparungen hat, die hier durch vorspringende Stege 14 gebildet werden, die sich in den Zwischenraum zwischen jeweils zwei benachbarten Anschlußkontakten erstrecken. Durch diese Stege wird insbesondere verhindert, daß beim Anlöten des fertigen Bauteils ungewollte Lötbrücken zwischen benachbarten Anschlußkontakten entstehen.

    [0018] Obwohl in der Zeichnung nicht dargestellt, ist ohne weiteres ersichtlich, daß beide Seitenflächen 4 und 5 genutzt werden können, um Widerstände, ggf. Leiterbahnen und Anschlußkontakte aufzubringen. Auch ist ohne weiteres ersichtich, daß im Rahmen der zur Verfügung stehenden Fläche beliebige Konfigurationen in der Anordnung der Widerstände und ggf. Leiterbahnen vorgesehen sein können. Wichtig ist, daß die Anschlußkontakte bis zur Unterseite 3 des Trägers 1 herangeführt sind, um bei Auflage des Trägers 1 auf eine Leiterplatte, eine Hybridschaltung etc. ein Anlöten der Anschlußkontakte 9 bzw. 11 zu ermöglichen. Ein geringer Abstand zwischen dem nach unten weisenden Ende der Anschlußkontakte und der Kante zwischen der Seitenfläche 4 bzw. 5 und der Unterseite 3 des Trägers kann vorhanden sein, sofern hierdurch die Lötbarkeit gegeben ist. Die Anschlußkontakte und ggf. Leiterbahnen bestehen vorzugsweise aus Silber und insbesondere Platinsilber, das im Siebdruckverfahren aufgebracht wird. Zur Verbesserung der Lötbarkeit ist vorgesehen, die Anschlußkontakte zusätzlich im Tauchbad zu verzinnen, was nach dem Aufdrucken der Isolierlackschicht 13 erfolgt. Die Widerstände 8 können ebenfalls im Siebdruckverfahren oder sonstigen Auftragungstechniken aus Widerstandslack oder -paste aufgetragen werden.


    Ansprüche

    1. Elektrischer Widerstand mit einem quaderförmigen Träger aus elektrisch isolierendem Material, der bezogen auf seine Einbaulage eine Unterseite, eine Oberseite, zwei Seitenflächen und zwei Stirnflächen aufweist, wobei auf mindestens einer der Seitenflächen mindestens ein elektrischen Widerstand in Form einer Schicht aus Widerstandsmaterial aufgebracht ist, der mit Anschlußkontakten aus elektrisch leitfähigem Material verbunden ist, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Anschlußkontakte (9, 11) aus einer flachen Schicht bestehen, die auf derselben Seitenfläche aufgebracht ist, wie der zugeordnete Widerstand (8) und daß sich die Anschlußkontakte (9, 11) von dem zugeordneten Widerstand (8) bis zu der Kante zwischen der Seitenfläche (4, 5) und der Unterseite (3) des Trägers (1) erstrecken.
     
    2. Elektrischer Widerstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Anschlußkontakte (9, 11) aus Platinsilber bestehen.
     
    3. Elektrischer Widerstand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Anschlußkontakte (9, 11) zusätzlich verzinnt sind.
     
    4. Elektrischer Widerstand nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet,
    daß auf den Seitenflächen (4, 5) eine Abdeckschicht (13) aus elektrisch isolierendem Material aufgebracht ist, die den mindestens einen elektrischen Widerstand und ggf. Leiterbahnen (10) vollflächig abdeckt und die im Bereich der Anschlußkontakte (9, 11) Aussparungen aufweist.
     
    5. Elektrischer Widerstand nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet,
    daß mehrere Widerstände (8) auf einer oder beiden Seitenflächen (4 und/oder 5) aufgebracht sind.
     




    Zeichnung