[0001] Vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackung, enthaltend einen Bodenteil mit einem
oder mehreren Fächern und einem randständig des oder der Fächer angebrachten abschälbaren
Deckel, wobei der Deckel in Deckelsegmente aufgeteilt ist, wobei jedes Deckelsegment
ein Fach abdeckt und jedes Deckelsegment am Bodenteil dem Umfange des Faches nach
angesiegelt ist und jedes Deckelsegment dem Umfange des Faches nach über die Siegelnaht
vollständig oder teilweise abschälbar, abziehbar oder peelbar ist.
[0002] Verpackungen dieser Art sind z.B. als Menueschalen bekannt, und zur Aufnahme von
Nahrungsmittelzusammenstellungen vorgesehen. Die einzelnen Fächer können mit verschiedenen
Füllgütern beschickt, anschliessend mit einem Deckel verschlossen und z.B. sterilisiert
werden. Üblicherweise wird der Deckel auf dafür vorgesehenen planen Oberflächen am
oberen Aussenrand und gegebenenfalls vorhandenen Unterteilungsstegen angesiegelt.
Somit ist das gesamte Füllgut gegen aussen dicht verschlossen und die verschiedenen
Füllgüter in den verschiedenen Fächern sind untereinander ebenfalls dichtend voneinander
getrennt.
[0003] Solche Verpackungseinheiten sind, sofern sie wenigstens zwei Kammern aufweisen, auch
als Mehrgefachschalen bekannt.
[0004] Die EP O 386 416 beispielsweise beschreibt eine leicht zu öffnende Verpackung mit
einem aufgesiegelten Deckelteil und einem Unterteil, wobei im Deckelteil durch eine
Schwächungslinie ein Aufreissbereich begrenzt ist. Diese Schwächungslinien befinden
sich am Deckelmaterial jeweils innerhalb der Siegelnähte. Beim Oeffnungsvorgang bleiben
somit die Siegelnähte intakt, das Deckelmaterial reisst den Schwächungslinien entlang
ein und gibt den Wareninhalt frei. Diese Anordnung hat den Nachteil, dass durch den
Verbleib von Deckelmaterial entlang den Unterteil-Randflanschen unschöne Darreichungsformen
entstehen und sich u.U. ein Fach nur unvollständig entleeren lässt. Ferner neigen
Schwächungslinien dazu, nicht einzureissen und die Reisslinie setzt sich in unerwünschter
Weise nicht entlang der Schwächungslinie fort, sondern unkontrolliert quer über das
Deckelmaterial.
[0005] Aus der DE-OS 26 45 922 ist eine Packung bekannt, deren Unterteil aus einer PVC-PE-Folie
und deren Oberteil aus einer Zellglas-PE-Kombination mit Polyvinylidenchlorid-Beschichtung
besteht, wobei die Verpackung beispielhaft rund gestaltet und in zwei Abteilungen
geteilt ist.
[0006] Bei der Wahl von runden Bodenteilen mit entsprechendem aufgesiegelten runden Deckeln
kann der Deckel, auch beim Vorhandensein einer Aufreisslasche, nur unter ungebührlich
grossem Kraftaufwand geöffnet werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die
Werkstoffe und die Verbindung von Bodenteil und Deckel den Sterilisationsbedingungen
standhalten müssen. Dies führt unter Umständen auch dazu, dass dem Verbraucher eine
Menueschale entgleitet, was unabsehbare Folgen haben kann. Bei geringer Materialstärke
des Bodenteils, z.B. bei sogenannten unstabilen oder bei halbstarren Verpackungsbehältern
kann der Behälter beim Aufreissen des Deckels kollabieren oder sich mittig falten.
Auch hier sind die ärgerlichen Konsequenzen für den Benutzer absehbar.
[0007] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, eine Verpackung vorzuschlagen, welche die
genannten Nachteile nicht hat und insbesondere eine Sterilisationsbehandlung ermöglicht
und später das leichte Öffnen eines angesiegelten Deckels gestattet.
[0008] Erfindungsgemäss wird das dadurch erreicht, dass die Verpackung in der Draufsicht
eine runde oder ovale Form hat, dass jedes Deckelsegment eine Anreisshilfe enthält,
dass die Verpackung sterilisierbar ist und dass der Bodenteil und der Deckel zumindest
auf der nach der Behälter-Innenseite gerichteten Seite eine Polyolefin- oder Polyesterschicht
aufweist.
[0009] Derartige Behälter können beispielsweise einen Bodenteil in Schalen- oder Becherform
enthalten.
[0010] Die Bodenteile können innerhalb der Schalen oder Becherform in Fächer beliebiger
Zahl und Form unterteilt sein. Die Unterteilung innerhalb des Behälters kann durch
eingeformte oder eingesetzte Stege erfolgen. Die Stege können durch beispielsweise
Tiefziehen, Giessen, Spritzgiessen oder Falten in einem Arbeitsgang bei der Bodenherstellung
oder durch nachträgliches Einkleben in den Bodenteil hergestellt werden. Die Stege
können beispielsweise zur Ausbildung eines Dreigefachbehälters in T- oder Y-Anordnung
angebracht sein.
[0011] Bevorzugt sind Bodenteile mit 2 bis 12 Fächern, besonders bevorzugt sind Behälter
mit 2 bis 4 Fächern und in der Regel weisen die Behälter 2 oder 3 Fächer auf.
[0012] Der Durchmesser oder die maximale Breite und Länge ist an sich unkritisch und liegt
normalerweise bei 8 - 30 cm. Die Höhe solcher Bodenteile richtet sich nach den Erfordernissen
der Praxis und kann beispielsweise 1 - 20 cm betragen. Bodenteile mit einem durchnittlichen
Durchmesser von 16 - 20 cm und 2 - 5 cm Höhe werden bevorzugt. Die Aussenmasse richten
sich zweckmässigerweise auch nach den Gegebenheiten, wie Normen und Standardgrössen,
beispielsweise bei Lebensmittelverpackungen nach den Gerätegrössen, die zur Weiterverarbeitung
zu Hilfe genommen werden.
[0013] Die Bodenteile und Deckel können, entprechend ihrem Einsatzzweck, der gewünschten
Festigkeit und der gewählten Verformungsart mit Hilfe von verschiedenen Werkstoffen,
wie beispielsweise aus Kunststoffen, natürlichen und artifiziellen cellulosischen
Materialien, Metall oder aus Kombinationen, Gemischen oder Schichtstoffen daraus,
hergestellt werden.
[0014] Solche Werkstoffe sind an sich bekannt und die Kunststoffe können beispielsweise
thermoplastische Polymere auf Acetal-, Acryl-, Amid-, arylensufid-, Arylensulfon-,
Arylencarbonat-, Carbonat-, Cellulose-, Ester-, Imid-, Olefin-, Styrol- und Vinylhalogenid-Basis
genannt werden oder geeignete Gemische davon darstellen.
[0015] Die Bodenteile und Deckel weisen auf der nach der Behälter-Innenseite gerichteten
Seite eine Polyolefin- oder Polyesterschicht auf.
[0016] Als Beispiele können Polyolefine genannt werden, wie Polyethylen, wie Polyethylen
hoher Dichte (HDPE, Dichte grösser als 0,944 g/cm³), Polyethylen mittlerer Dichte
(MDPE, Dichte 0,926-0,940 g/cm³), lineares Polyethylen mittlerer Dichte (LMDPE, Dichte
0,926-0,940 g/cm³), Polyethylen niedriger Dichte LDPE, Dichte 0,910-0,925 g/cm³) und
lineares Polyethylen niedriger Dichte (LLDPE, Dichte 0,916-0,925 g/cm³), Polypropylen,
Poly-1-bu-ten, Poly-3-methylbuten, Poly-4-methylpenten und Copolymere oder Coextrudate
davon, wie z.B. von Polyethylen mit Vinylacetat, Acrylsäure, Methacrylsäure, Acrylestern,
Tetrafluorethylen oder Polypropylen, sowie statistische Copolymere, Block-Copolymere
oder Olefinpolymer-Elastomer-Mischungen. Bevorzugt werden HDPE und Polypropylen.
[0017] Polyester sind beispielsweise Polyalkylenterephthalate oder Polyalkylenisophthalate
mit Alkylengruppen oder -resten mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen oder Alkylengruppen
mit 2 bis 10 C-Atomen, die wenigstens durch ein -O- unterbrochen sind, wie z.B. Polyethylenterephthalat,
Polypropylenterephthalat, Polybutylenterephthalat (Polytetramethylenterephthalat),
Polydecamethylenterephthalat, Poly-1,4-cyclohexyldimethylolterephthalat oder Polyethylen-2,6-naphthalen-dicarboxylat
oder Polyalkylenterephthalat- und Polyalkylenisophthalat-Mischpolymere, wobei der
Anteil an Isophthalat z.B. 1 bis 10 Mol-% beträgt, Mischpolymere und Terpolymere,
sowie Blockpolymere und gepfropfte Modifikationen oben genannter Stoffe.
[0018] Zweckmässig sind die Thermoplaste auf Ester-Basis Polylalkylenterephthalate mit Alkylengruppen
oder -resten mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen und Polylakylenterephthalate, mit Alkylengruppen
oder -resten mit 2 bis 10 Kohlenstoffatomen, die durch ein oder zwei -0- unterbrochen
sind.
[0019] Bevorzugt sind als Thermoplaste auf Ester-Basis Polylalkylenterephthalate mit Alkylengruppen
oder -resten mit 2 bis 4 Kohlenstoffatomen und ganz besonders bevorzugt sind Polyethylenterephthalate.
[0020] Die Bodenteile können aus diesen Kunststoffen durch beispielsweise Giessen, Spritzgiessen,
Tiefziehen oder Falten hergestellt werden und beispielsweise aus Polyolefinen oder
Polyestern bestehen. Die Bodenteile und Deckel können auch aus kunststoffhaltigen
Materialien, wie z.B. Folien, Schichtstoffen, Laminaten oder Folienverbunden, enthaltend
die genannten Kunststoffe, hergestellt werden.
[0021] Die Folien als solche oder als Teil eines Laminates können uniaxial oder biaxial
gereckt sein.
[0022] Bei solchen Folien, Schichtstoffen, Laminaten oder Folienverbunden kann auch eine
Sperrschicht gegen Gase und Dämpfe vorgesehen werden. Geeignet sind z.B. metallische
und keramische Sperrschichten, sowie Kunststoffsperrschichten.
[0023] Metallische Schichten sind z.B. Folien aus Metall, wie aus Kupfer, Zinn, bevorzugt
Aluminium oder Aluminiumlegierungen und insbesondere Folien daraus in Dicken von z.B.
3 bis 400 µm, zweckmässig 4 bis 200 µm, bevorzugt 4 bis 100 µm und insbesondere 8
bis 20 µm.
[0024] Andere Sperrschichten, wie Keramikschichten, enthalten beispielsweise Oxide aus der
Reihe der Siliciumoxide, der Aluminiumoxide, der Eisenoxide, der Nickeloxide er Chromoxide
oder der Bleioxide oder Gemische davon. Als Keramikschichten sind die Siliciumoxide
oder Aluminiumoxide zweckmässig. Die Siliciumoxide können die Formel SiO
x, wobei x bevorzugt eine Zahl von 1 bis 2, besonders bevorzugt von 1,1, bis 1,9 und
insbesondere von 1,2, bis 1,7 darstellt, aufweisen. Die Aluminiumoxide können die
Formel Al
yO
z, wobei y/z z.B. eine Zahl von 0,2 bis 1,5 und bevorzugt von 0,65 bis 0,85 darstellt,
aufweisen.
[0025] Die Keramikschicht wird beispielsweise durch eine Vakuumdünnschichttechnik, zweckmässig
auf der Basis von Elektronenstrahlverdampfen oder Widerstandsheizen oder induktivem
Heizen aus Tiegeln, z.B. auf eine Kunststoffschicht, aufgebracht. Bevorzugt ist das
Elektronenstrahlverdampfen. Die beschriebenen Verfahren können reaktiv und/oder mit
Ionenunterstützung gefahren werden. Die keramische Schicht kann eine Dicke von beipielsweise
5 bis 500 nm aufweisen.
[0026] Kunststoffsperrschichten können beispielsweise aus Polymeren die besonders Gas- und
Wasserdampfdicht sind, bestehen oder diese enthalten. Besonders günstig verhalten
sich z.B. Polyvinylidenchloride, Polyolefine, Polyvinylchloride, Acrylnitril-Copolymere
oder biaxial gestrecktes Polyethylenterephthalat oder Ethylen-Vinyl-Alkohol.
[0027] Die Dicke der einzelnen Kunststoffolien in Folienverbunden oder Laminaten kann beispielsweise
bei 8 bis 2000 µm, bevorzugt bei 10 bis 600 µm und insbesondere bei 12 bis 25 µm liegen.
[0028] Folienverbunde oder Laminate können die an sich bekannten Schichtaufbauten aufweisen,
wie z.B. enthaltend wenigstens zwei Kunststoffschichten, wenigstens eine Kunststoffschicht
und wenigstens eine Metallschicht oder enthaltend wenigstens eine cellulosehaltige
Schicht und/oder Kunststoffschichten und/oder metallische Schichten.
[0029] Die Bodenteile können auch mit äusseren Schichten aus Metall, beispielsweise Aluminium,
Aluminiumlegierungen, Zinn, Weissbleche und dgl. hergestellt sein. Insbesondere können
die Bodenteile mit Aluminiumfolie, Aluminiumband oder Aluminiumdünnband durch Tiefen
oder Falten hergestellt werden.
[0030] Die Bodenteile können auch mit äusseren Schichten aus cellulosehaltigen Materialien
wie Papier, Pappe, Karton, papierhaltigen Formmassen etc., hergestellt sein.
[0031] Bei allen Ausführungsarten kann zumindest aussen wenigstens eine bedruckte, konterbedruckte
oder eingefärbte Schicht eines Materials, wie z.B. eine Kunststoffolie vorgesehen
sein.
[0032] Wenigstens eine der Schichten kann isolierend sein, und aus geschlossenzelligem Kunststoffschaum,
wie z.B. aus Styropor oder anderen Materialien, wie z.B. Kreppapier o.ä. bestehen.
[0033] Um den Bodenteil mit dem Deckel, insbesondere dichtend zu verbinden, können siegelbare
Schichten oder Siegelschichten angewendet werden. Die auf die Behälter-Innenseite
gerichtete Seite der Bodenteile und/oder Deckel weisen Polyolefin- oder Polyesterschichten
auf. Diese Schichten können aus siegelbaren Materialqualitäten sein.
[0034] Zwischen Bodenteil und Deckel können auch Siegelschichten angeordnet werden. Die
Anordnung solcher Siegelschichten kann auf verschiedene Weisen erfolgen.
[0035] Auf der Innenseite, wenigstens an den Randbereichen oder an den Randflanschen und
den Stegbereichen zur Auflage und dichtenden Verbindung mit dem Deckel oder auch auf
den ganzen Innenseiten des Bodenteiles können Siegelschichten angebracht sein.
[0036] Der Deckel kann eine Siegelschicht oder eine Schicht eines Siegellackes auf der zur
Innenseite des Behälters zu liegen kommenden Oberfläche des Deckelmaterials aufweisen.
Gegebenenfalls kann das Deckelmaterial auch auf der Aussenseite eine Siegelschicht
oder -lack aufweisen.
[0037] Die Siegelschicht oder der Siegellack auf der Innenseite des Deckels kann sich über
dessen gesamte Fläche erstrecken oder nur partiell, im Bereich der vorzunehmenden
Siegelung, vorhanden oder aufgetragen sein. Demzufolge ist es möglich, dass nur der
Bodenteil, insbesondere auf der dem Deckel zugewandten Seite oder der Deckel, insbesondere
auf der dem Bodenteil zugewandten Seite oder sowohl Bodenteil als auch Deckel jeweils
eine Siegelschicht und/oder einen Siegellack aufweisen.
[0038] Die Siegelschichten sind an sich bekannt, und können beispielsweise LLDPE, LDPE,
MDPE, HDPE, Polypropylen, Polylethylenterephthalat und Heissiegellacke enthalten oder
daraus bestehen und können beispielsweise eine Dicke im Bereich von 1 bis 100 µm aufweisen.
[0039] Die verschiedenen Schichten und insbesondere die Kunststoffolien oder -schichten
untereinander, Metallfolien oder -schichten untereinander, keramische Schichten oder
Kunststoffolien oder -schichten und Metallfolien oder -schichten untereinander und
gegenseitig, können mit Kaschierklebern und/oder Haftvermittlern miteinander verbunden
werden.
[0040] Geeignete Haftvermittler sind beispielsweise Vinylchlorid-Copolymerisate, Vinylchlorid-Vinylacetat-Copolymerisate,
polymerisierbare Polyester, Vinylpyridin-Polymerisate, Vinylpyridin-Polymerisate in
Kombination mit Epoxidharzen, Butadien-Acrylnitril-Methacrylsäure-Copolymerisate,
Phenolharze, Kautschukderivate, Acrylharze, Acrylharze mit Phenol bzw. Epoxidharzen,
oder siliciumorganische Verbindungen, wie Organosilane.
[0041] Beispiele für Organosilane sind Alkyltrialkoxysilane mit Aminofunktionsgruppe, Alkyltrialkoxysilane
mit Esterfunktionsgruppe, Alkyltrialkoxysilane mit aliphatischer Funktionsgruppe,
Alkyltrialkoxysilane mit Glycidoxyfunktionsgruppe, Alkyltrialkoxysilane mit Methacryloxyfunktionsgruppe,
sowie Gemische derselben. Beispiele solcher Organosilane sind γ-Aminopropylentriethoxysilan
und N-β-(Aminoethyl-γ-aminopropyltrimethoxysilan, γ-(3,4-Epoxycyclohexyl)-ethyltrimthoxysilan,
γ-Glycidoxypropyltrimethoxysilan, und γ-Methacryloxypropyltrimethoxysilan. Diese Verbindungen
sind in der Fachwelt an sich bekannt.
[0042] Bevorzugt werden EAA (Ethylenacrylsäure) oder modifizierte Polyolefine.
[0043] Beispiele von modifizierten Polyolefinen sind säuremodifizierte Polyolefine und demnach
Kunststoffe, gebildet durch Pfropfmodifikation eines Polyolefins mit ethylenisch ungesättigten
Carboxylsäuren oder deren Anhydriden. Als Basispolymere der Polyolefine können z.B.
Polyethylen niedriger Dichte, Polyethylen mittlerer Dichte, Polyethylen hoher Dichte,
lineares Polyethylen niedriger Dichte, Homopolypropylen, Ethylen-Propylen-Copolymere,
Polybuten-1, Polypenten-1, Buten-1-Propylen, Copolymere und Buten-1-Propylene-Ethylen-Terpolymere
genannt werden. Bevorzugt sind Homopolypropylen und Ethylen-Propylen-Copolymere.
[0044] Beispiele für die ethylenisch ungesättigte Carboxylsäuren oder deren Anhydride sind
Acrylsäure, Methacrylsäure, Maleinsäure, Fumarsäure, Crotonsäure, Itaconsäure, Citraconsäure,
5-Norbornen-2,3-dicarboxylsäure, Maleinsäureanhydrid, Citraconsäure-anhydrid, 5-Norbornen-2,3-dicarboxylsäureanhydrid
und Tetrahydrophthalsäureanhydrid. Maleinsäureanhydrid ist dabei bevorzugt.
[0045] Das bevorzugte modifizierte Polypropylen ist ein Addukt aus Maleinsäureanhydrid und
einem Ethylen-Propylen-Copolymer. Ganz besonders bevorzugt werden Dispersionen von
modifizierten Polyolefinen. Ein Beispiel einer Dispersion eines modifizierten Polypropylens
ist Morprime (Markenname der Firma Morton Chemical Divison of Norton Norwich Products,
Inc.).
[0046] Weitere geeignete Haftvermittler sind Klebstoffe wie NitrilkautschukPhenolharze,
Epoxide, Acrylnitril-Butadien-Kautschuk, urethanmodifizierte Acryle, Polyester-co-Polyamide,
Heissschmelzpolyester, mit Heissschmelzpolyester vernetzte Polyisocyanate, polyisobutylenmodifizierte
Styrol-Butadien-Kautschuke, Urethane, Ethylen-Acrylsäure-Mischpolymere und Ethylenvinylacetat-Mischpolymere.
[0047] Werden beispielsweise zwischen den Kunststoffschichten Kaschierkleber angewendet,
so können die Kaschierkleber lösungsmittelhaltig oder lösungsmittelfrei und auch wasserhaltig
sein. Beispiele sind lösungsmittelhaltige oder wässrige Acrylatkleber oder lösungsmittelfreie
Polyurethan-Kleber.
[0048] Bevorzugt werden Kaschierkleber auf Polyurethan-Basis.
[0049] Vorliegende Verpackungen enthalten auch einen Deckel. Der Deckel kann die gleichen
Werkstoffe enthalten oder unter Verwendung von Werkstoffen aufgebaut sein, wie sie
vorstehend genannt sind.
[0050] Die eigentlichen Bodenteile und Deckel können aus den selben Materialien und in der
selben Ausführungsform sein. In der Praxis kann es auch zweckmässig sein, beispielsweise
einen starren oder halbstarren Bodenteil vorzusehen und einen Deckel in leicht biegbarer,
d.h. beispielsweise als Folie oder aus Folienband hergestellt, zu verwenden.
[0051] Es kann auch eine Ausführungsform gewählt werden, bei der sowohl Bodenteil als auch
Deckel aus einer Folie oder Verbundfolie hergestellt sind. Solche beutelartigen Verpackungen
können durch eine Stützvorrichtung, z.B. aus Papier oder Pappe, die allenfalls benötigte
Eigenstabilität verliehen werden.
[0052] Andere Ausführungsformen können unter Verwendung eines halbstarren oder starren Bodenteils
und eines halbstarren oder starren Deckels aufgebaut sein.
[0053] Das ermöglicht auch verschiedene Effekte der Präsentation der Verpackung, wie z.B.
einen opaquen starren oder halbstarren Bodenteil und einen durchsichtigen, gegebenenfalls
weichen Deckel.
[0054] Wie vorstehend erwähnt, kann der Deckel aus verschiedenen Materialien in verschiedenen
Stärken hergestellt werden.
[0055] Es bieten sich starre oder weiche, verformbare und dabei insbesondere wickelbare
Materialien an. Beispielhaft wird auf tiefgezogene oder gegossene Hartkunststoffdeckel,
gegebenfalls in Schichtaufaufbau hingewiesen. Derartige Deckel können z.B. alle genannten
Thermoplasten oder Kunststoffe enthalten oder daraus bestehen und beispielsweise aus
Polyolefinen oder Polyestern bestehen oder diese Kunststoffe enthalten. Sinngemäss
können diese Deckel die vorbeschriebenen Sperrschichten enthalten. Andere Deckel können
aus Pappe, Papier oder Kartonschichten, die mit wenigstens einer metallischen Schicht
und/oder Kunststoffschicht bedeckt sind, aufgebaut sein. Ein- oder beidseitig der
Pappe, Papier- oder Kartonschicht, insbesondere als Deckschichten des jeweiligen Verbundes,
kann eine Siegelschicht angebracht sein.
[0056] Insbesondere für die maschinelle Verarbeitung bieten sich Folien, Folienverbunde
und Schichtstoffe oder Laminate an. Damit diese Materialien wickelbar bleiben, sind
solche Folien, Folienverbunde und Schichtstoffe in der Regel von 8 bis 1000 µm dick.
Beispiele dafür sind siegelbare Folien aus z.B. enthaltend oder bestehend aus Polyethylen
hoher Dichte (HDPE, high density polyethylene), Polyethylen mittlerer Dichte (MDPE,
medium density polyethylene), Polypropylen, oder Polyethylenterephthalat, z.B. in
einer Dicke im Bereich von 8 bis 100 µm, zweckmässig 10 bis 70 µm und bevorzugt 30
bis 50 µm.
[0057] Andere Deckelmaterialien können Folienverbunde sein, aufgebaut von innen nach aussen,
gegebenenfalls aus einer Siegelschicht, wie vorstehend genannt, einer Polyolefin-
oder Polyesterschicht, einer Sperrschicht, wie vorstehend genannt und dabei insbesondere
eine Schicht aus einer Folie aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung in einer
Dicke von beispielsweise 3 bis 50 µm, zweckmässig 4 bis 20 µm und besonders zweckmässig
von 8 bis 12 µm, oder aus einer Folie, beispielsweise aus einer Polyethylenterephthalatfolie,
einer orientierten Polyamid- oder Polypropylenfolie oder Polyethylenfolie, die wenigstens
einseitig mit einer keramischen Beschichtung, vorzugsweise einer SiO
x-Schicht, wie vorstehend beschrieben, und gegebenfalls weiteren Kunststoffschichten
oder Kunststofflaminaten.
[0058] Die äusserste Schicht kann wiederum eine siegelbare Schicht oder eine gefärbte, bedruckte
oder konterbedruckte Schicht sein. Die Verbundlaminate, wie in vorliegender Beschreibung
erwähnt, können auf an sich bekannte Weise, z.B. durch Beschichten, Coextrusionsbeschichten,
Kaschieren, Gegenkaschieren oder Heisskalandrieren hergestellt werden.
[0059] In der Praxis werden beispielsweise Bodenteile bevorzugt, die von aussen nach innen
folgenden Aufbau aufweisen: Eine Polypropylenschicht, eine Sperrschicht aus Ethylvinylalkohol
und eine Polypropylen-Siegelschicht, wobei die Dicke des Verbundes zwischen 0,5 und
2 mm variieren kann. Die Sperrschicht in diesem Verbund kann auch aus einer Aluminiumfolie,
beispielsweise in einer Dicke von 20 bis 10 µm bestehen oder es kann auf der Kunststoffschicht
aus Polypropylen eine Sperrschicht aus SiO
x, wobei x einen Wert von 1,2 bis 1,7 darstellt, angebracht sein.
[0060] Das Deckelmaterial kann beispielsweise ein Deckelband aus einer äusseren Schicht
aus Polyethylenterephthalat in einer Dicke von 12 bis 30 µm, eine Aluminiumfolie mit
einer Dicke von 20 bis 50 µm und einer inneren Schicht, die gleichzeitig Abschälschicht
(Peelschicht) ist, aus Polypropylen von 20 bis 50 µm gebildet sein. Ein anderes beispielhaftes
Deckelband enthält als eine äussere Schicht eine Aluminiumfolie der Dicke von 50 bis
100 µm und innen eine Polypropylenschicht, die gleichzeitig Abschälschicht (Peelschicht)
ist, einer Dicke von 20 bis 50 µm.
[0061] Die oben genannten einzelnen Schichten können auf an sich bekannte Weise, beispielsweise
mittels Lackkaschierer und gegebenenfalls Vorlack zu den entsprechenden Laminaten
oder Verbunden miteinander verbunden werden.
[0062] Aus den Deckelmaterialien können durch Stanzen oder Ausschneiden Rondellen, die dem
zu verschliessenden Bodenteil entsprechen, hergestellt, gegebenfalls gestapelt und
kontinuierlich oder einzeln auf den Bodenteil gebracht und kalt oder heiss angesiegelt,
angeschweisst oder angeklebt werden. Das Deckelmaterial kann auch zu Endlosmaterial,
Bögen oder Wickeln verarbeitet werden, wobei zum Verschliessen der Bodenteile kontinuierlich
oder schrittweise das Deckelmaterial auf den Bodenteil gesiegelt, geschweisst oder
geklebt und im wesentlichen den Randkonturen des jeweiligen Bodenteils nach ausgetrennt
werden.
[0063] Das Anbringen des Deckels an den jeweiligen Bodenteilen kann nach verschiedenen Verfahren,
beispielsweise durch Heiss- oder Kaltsiegeln, Schweissen oder Kleben erfolgen, wobei
das Heiss-Siegeln bevorzugt ist. Weiters können die Deckel auf verschiedene Weise
in die Segmente aufgeteilt werden.
[0064] Beispielsweise kann auf den Bodenteil ein Deckel aufgesiegelt werden, wobei die Siegelnaht
unter Ausbildung von Deckelsegmenten, dem Umfange jedes Faches nach, am Bodenteil
angesiegelt wird und zwischen den einzelnen Deckelsegmenten eine Schwächung oder Trennung
in Form einer Reiss- oder Trennlinie des Deckelmaterials vorgenommen wird.
[0065] Nach einem anderen Verfahren kann auf dem Bodenteil ein Deckel aufgesiegelt werden,
wobei die Siegelnaht unter Ausbildung von Deckelsegmenten, dem Umfange jedes Faches
nach, am Bodenteil angesiegelt wird und zwischen den sich dabei ausbildenden, einzelnen
Deckelsegmenten im Deckelmaterial bereits Schwächungen oder Trennungen in Form von
Reiss- oder Trennlinien vorhanden sind.
[0066] Nach einem weiteren Verfahren können auf dem Bodenteil Deckelsegmente gesiegelt werden,
wobei jedes Deckelsegment ein Fach abdeckt und die Deckelsegmente durch Ausbildung
einer Siegelnaht entlang den Umfang eines jeden Deckelsegmentes dichtend mit dem Bodenteil
verbunden sind.
[0067] Die Deckel, sei es als Rondellen oder als Endlosmaterial, Bögen oder Wickel, können
vor dem Siegeln auf den jeweiligen Bodenteil, durch mechanische, physikalische oder
chemische Verfahren mit Schwächungen oder Trennungen in Form von Reiss- oder Trennlinien
versehen werden. Die Reiss- oder Trennlinien im Deckel sollen zweckmässigerweise den
im Bodenteil vorgesehenen Trennstegen mittig und gegebenenfalls dem Randflansch folgend,
entsprechen. Die Schwächungen im Deckelmaterial können durch partielle oder vollständige
Schwächung entlang der vorgesehenen Reiss- oder Trennlinie oder partielle oder vollständige
Trennung durch die Dicke einer Folie hindurch erreicht werden. In einem Folienverbund
oder Laminat können einzelne oder alle Schichten geschwächt und/oder getrennt sein.
Werden Trennungen oder auch Schwächungen am Deckelmaterial vor dem Siegeln vorgenommen,
kann es hilfreich sein, am Deckelmaterial zum Formerhalt eine Stütz- oder Haftvorrichtung
vorzusehen. An dieser Stütz- oder Haftvorrichtung ist das bereits segmentierte oder
zu separatem durch Schwächungslinien aufgeteilte Deckelmaterial vorübergehend angebracht.
Nach dem Siegeln kann die temporäre Stütz- oder Haftvorrichtung leicht entfernt und
gegebenenfalls weiterverwendet werden. Diese Vorrichtung kann z.B. eine Folie, ein
Folienverbund oder ein formstabiles Substrat sein.
[0068] Das Deckelmaterial kann auch zuerst aus der Fläche heraus auf den Bodenteil entlang
den Randflanschen und Stegen angesiegelt werden und nach dem Siegeln kann mittels
mechanischer, physikalischer oder chemischer Verfahren beispielsweise mittig der Stege
und gegebenenfalls entlang dem Randflansch des jeweiligen Bodenteiles Schwächungen
oder Trennungen in Form von Reiss- oder Trennlinien angebracht werden.
[0069] Die Siegelnähte können randständig um jedes Deckelsegment beispielsweise 1 bis 6
mm, zweckmässig 2 bis 5 mm und bevorzugt 2,5 bis 3,5 mm breit sein. Die Siegelnähte
auf den Stegen sind bevorzugt so breit, dass bei einem Trennen oder Schwächen des
Deckelmaterials nach dem Siegeln die Werkzeugtoleranzen der Trennvorrichtung berücksichtigt
bleiben und jede Seite einer zweigeteilten Siegelnaht die oben angegebenen Breiten
aufweist. Insbesondere auf den Stegen können auch Doppelsiegelnähte vorgesehen werden.
[0070] Die Schwächungen oder Trennungen können auf mechanischem Wege, wie z.B. Schneiden,
Stanzen oder Ritzen mit Messern, auf physikalischem Wege durch z.B. Wärmebehandlung,
Laserstrahlen, Elektronenstrahlen, Funkenerosion, Auflösen oder Quellen mittels Lösungsmitteln
oder durch chemische Reaktion, z.B. durch Aetzen, vorgenommen werden.
Die Trenn- oder Reisslinien müssen wenigstens so tief und breit, resp. reissfest gewählt
sein, dass spätestens beim Entfernen des jeweiligen Deckelsegmentes vom Bodenteil
nur das betreffende Deckelsegment abgezogen wird.
[0071] Besonders bevorzugt wird eine vollständige Trennung der Deckelsegmente voneinander,
um ein Einreissen des abgezogenen oder benachbarten Deckelsegmentes zu vermeiden.
[0072] Bevorzugt sind demnach Verpackungen, deren Deckel durch Schwächung oder Durchtrennung
des Deckelmaterials in die einzelnen Deckelsegmente aufgeteilt ist und besonders bevorzugt
sind Deckel, die durch vollständige Durchtrennung des Deckelmaterials in die einzelnen
Deckelsegmente aufgeteilt ist.
[0073] Eine bevorzugte Verpackung nach vorliegender Erfindung weist als aufgesiegelten Deckel
eine Ausführungsform auf, bei welcher der Deckel für jedes Fach ein profiliertes oder
getieftes Deckelsegment aufweist oder profilierte oder getiefte Einzeldeckel für jedes
Fach vorgesehen sind. Die Ausführungsform und die Verarbeitung, insbesondere das Verbinden
mit dem Bodenteil, richtet sich sinngemäss nach vorstehenden Ausführungen.
[0074] Weitere bevorzugte Ausführungsformen betreffen Verpackungen, bei denen wenigstens
ein Deckelsegment dem Umfange des Faches nach mittels einer Siegelnaht angesiegelt
ist und die Siegelnaht zu einer Anreisshilfe in Form eines Bogens engen Radius oder
einer Spitze ausgeformt ist und die Anreisshilfe sich vorzugsweise in einem Eckbereich
des jeweiligen Faches befindet.
[0075] Andere Bevorzugungen betreffend Verpackungen, bei denen wenigstens ein Deckelsegment
dem Umfange des Faches nach mittels einer Siegelnaht angesiegelt ist und die Siegelnaht
über einen Teilbereich eine Anreisshilfe von zacken- oder bogenförmigen Einschnitten
in der Breite der Siegelnaht aufweist. Die Anreisshilfen können derart ausgestaltet
sein, dass von der Aussenseite, der Innenseite oder auch z.B. abwechselnd von der
Aussen- und Innenseite der Siegelnaht her, zacken- oder bogenförmige Ausnehmungen
in einem Teil der Breite der Siegelnaht über eine relativ kleine Länge, z.B. 1 bis
5 cm, nicht gesiegelt werden. Erreicht wird diese Massnahme durch entsprechend ausgestaltete
Siegelwerkzeuge.
[0076] Die Anreisshilfen können sich in einer Ecke oder mittig des Aussenrandes eines Faches
befinden oder die Anreisshilfen können sich beispielsweise auch im Bereich zwischen
zwei oder mehreren Deckelsegmenten befinden. auch im Bereich zwischen zwei oder mehreren
Deckelsegmenten befinden. Zweckmässig sind auch Verpackungen nach vorliegender Erfindung,
wobei der aufgesiegelte Deckel an wenigstens einem Deckelsegment, vorzugsweise im
Bereich einer Anreisshilfe, eine Abreisszunge enthält.
[0077] Beim Vorliegen einer Anreissspitze ist die Anordnung der Abreisszunge im Bereich
und senkrecht zur Anreissspitze bevorzugt. Die Abreisszungen können auch so ausgestaltet
sein, dass der Bodenteil, gegenüber der Abreisszunge des Deckelsegmentes, eine Gegenzunge
aufweist. Mit Abreisszunge und Gegenzunge wird eine leichte Handhabbarkeit beim Oeffnen
der Behälter erreicht. Anstelle von Zungen können auch Grifflaschen oder Ringlaschen
angebracht werden.
[0078] Die Siegelnähte können auf an sich bekannte Weise angebracht werden. Die Siegelung
kann durch Wärme, hochfrequente Strahlung oder Ultraschall und mittels Siegelwerkzeugen
erfolgen. Typische Siegeltemperaturen sind von 100 bis 300°C und zweckmässig von 150
bis 250°C. Der Druck der Siegelwerkzeuge kann beispielsweise von 10 bis 400 kg/cm²
und zweckmässig von 40 bis 150 kg/cm² betragen. Die Siegelzeiten können von 0,2 bis
3 sec. und zweckmässig von 0,4 bis 2 sec. betragen. Die unter diesen Bedingungen angebrachten
Siegelnähte lassen sich unter Ausbildung eines Kohäsions- oder Adhäsionsbruches leicht
abziehen, abschälen oder peelen. Es kann auch vorgesehen werden, dass durch Anlegen
der Schwächungslinien oder Trennlinien und/oder verschieden starken Siegelnähten die
Deckelsegmente nicht ganz abschäl- oder abziehbar sind. Damit erreicht man, dass die
Deckelsegmente der einzelnen Fächer wohl das Fach und dessen Inhalt freigeben, jedoch
mit einem Teil der Siegelnaht am Bodenteil haften bleiben. Damit kann insbesondere
ein Abfallproblem, nämlich dass die Deckelsegmente einzeln weggeworfen werden, vermindert
werden oder die Fächer können wiederverschliessbar sein.
[0079] Nachfolgende Figuren illustrieren vorliegende Erfindung näher.
- Figur 1 zeigt eine Draufsicht auf einen beispielhaft ausgewählten Bodenteil runder
Form mit drei Fächern (Dreigefachschale).
- Figur 2 zeigt die Draufsicht auf einen beispielhaft ausgestalteten Deckel zur Verwendung
auf einem Bodenteil gemäss Figur 1.
- Figuren 3 bis 6 zeigen Draufsichten auf weitere beispielhaft ausgestaltete Deckel
zur Verwendung auf verschiedenenen Bodenteilen.
[0080] Gemäss Figur 1 begrenzt der Randflansch (11) den Bodenteil und durch die Stege (12,
13) ist der Bodenteil in eine Dreigefachschale aufgeteilt.
[0081] In Figur 2 ist der entsprechende Deckel skizziert. Die schraffierten Flächen (14)
stellen die Siegelnähte dar. Beispielhaft sind mit (1) bis (10) Positionen angegeben,
an denen Abreisszungen oder Aufreisslaschen angebracht sein können. Die Positionen
sind beispielhaft und in der Praxis wird pro Deckelsegment in der Regel nur eine Abreisszunge
und Aufreisslasche, allenfalls auch eine Haltelasche vorgesehen werden. Die Abreisszungen
(1, 4 und 7) sind die bevorzugten Anbringungsorte, da dort durch enge Radien (24)
der Siegelnähte oder Anreissspitzen (21, 27) geringe Abschälkräfte notwendig sind.
Die Positionen (2, 5) und (8) stellen brauchbare, aber nicht optimale Positionen dar.
Die Positionen (6) und (9) stellen ebenfalls geeignete Positionen für Abreisszungen
oder Aufreisslaschen dar. Bevorzugt von der Handhabung sind beispielsweise die Positionen
(1) und (4) oder (3) und (9), um die Deckelsegmente gegeneinander abziehen zu können.
Das Anbringen einer Abreisszunge oder Aufreisslasche an Position (10) stellt eine
Möglichkeit dar, um auf eine oder mehrere randständige Aufreisszungen oder Aufreisslaschen
zu verzichten. Dies kann aus praktischen oder ästhetischen Ueberlegungen wertvoll
sein. Es ist auch möglich, die Position (10) so gross zu wählen, wobei der darunterliegende
Steg des Bodenteils entsprechend gross gewählt werden muss, dass die Aufreisszungen
oder Aufreisslaschen jedes Faches an der Position (10) vorgesehen werden kann.
[0082] Weiter sind in Figur 2 Anreisshilfen (25, 28) beispielhaft eingezeichnet. Die Anreisshilfe
(25) stellt einseitig in die Breite der Siegelnaht angeordnete zackenförmige Ausnehmungen,
bei Anreisshilfe (28) beidseitig in der Breite der Siegelnaht angeordnete Ausnehmungen
dar. Die Trenn- oder Reisslinien (15, 16), welche den Deckel in die Deckelsegmente
aufteilen oder auftrennen, verlaufen in den Stegbereichen zweckmässig mittig der Siegelnaht
oder der Doppelsiegelnaht.
[0083] In den weiteren Ausführungen stellen Abreisszungen und Aufreisslaschen Synonyme dar.
- Figur 3 zeigt eine Draufsicht auf einen beispielhaft ausgestalteten Deckel für einen
Dreigefachbehälter.
Die schraffierten Bereiche (14) stellen die Siegelnähte dar. Die Deckel lassen sich
mittels der Abreisszungen (30) vom Bereiche der Anreissspitzen (31) her öffnen. Die
Abreisszungen sind derart ausgestaltet, dass sie nicht über den äusseren Umfang des
Behälters hinausragen. Die Trenn- oder Reisslinien (35, 36) teilen den Deckel in Deckelsegmente.
- Figur 4 zeigt eine Draufsicht auf einen Deckel, der beispielhaft in drei Deckelsegmente
zur Abdeckung einer Dreigefachschale aufgeteilt ist. Die schraffierten Flächen (14)
bedeuten die Siegelnähte, die Trenn- oder Reisslinien (45, 46) deuten die Umrisse
der Deckelsegmente an. Verschiedene Abreisszungen (40) und Anreissspitzen (41) sind
in beispielhafter Form eingezeichnet.
- Figur 5 zeigt eine Draufsicht auf einen Deckel, der beispielhaft in zwei Deckelsegmente
zur Abdeckung einer Zweigefachschale aufgeteilt ist.
Die Trennlinie oder Reisslinie (55) teilt den Deckel in zwei Segmente. Die schraffierten
Flächen (14) bedeuten die Siegelnähte. Die Deckelsegmente können mittels der Reisszungen
50 unabhängig voneinander vom Bodenteil des Behälters abgezogen werden. Zur Erleichterung
des Abziehens (peelen, abschälen) sind zu jeder Abreisszunge (50) Anreissspitzen (51)
vorgesehen.
- Figur 6 zeigt die Draufsicht auf einen Deckel, der beispielhaft in zwei Deckelsegmente
aufgeteilt ist, jedoch eine Dreigefachschale bedeckt. Gemäss den schraffierten Flächen
(14) ist jedes der drei Fächer für sich durch die damit angedeuteten Siegelnähte dichtend
verschlossen. Durch das Entfernen der Deckelsegmente mittels Abreisszungen (60) und
Anreissspitzen (61) entlang der Trennlinie (65) wird im einen Falle ein Fach freigelegt,
im anderen Falle werden zwei Fächer freigelegt.
[0084] Die vorliegende Erfindung betrifft auch die Verwendung von erfindungsgemässer Verpackungen
zur Aufnahme von verschiedenen Füllgütern in getrennten Fächern und zur getrennten
Entnahme der verschiedenen Füllgüter.
[0085] Die Verpackung eignet sich zur Aufnahme von Füllgütern jeder Art, insbesondere jedoch
zur Aufnahme von Nahrungsmitteln. Die Nahrungsmittel können roh oder in einer zum
Verzehr bereiten Form eingefüllt werden. Nach dem Befüllen und vor oder nach dem Aufsiegeln
des Deckels wird die Verpackung sterilisiert, beispielsweise im Bereich der Sterilisations-Standard-Bedingungen
bei 121°C - 130°C, 2,2 bar - 3,5 bar und während 30 sec. bis 30 Minuten. Die befüllte
Verpackung kann bei Raumtemperatur gelagert, gekühlt oder tiefgekühlt werden und vor
dem Gebrauch erwärmt, z.B. im Wasserbad oder auf Kochtemperatur erhitzt werden. Zur
Entnahme der Füllgüter kann jedes Deckelsegment für sich, z.B. nach Massgabe der Entnahmereihenfolge,
geöffnet werden.
[0086] Andere Verwendungszwecke sind z.B. Packungen für den Portionenverbrauch oder Sortimentspackungen.
Beispiel:
[0087] Ein Bodenteil, wie in Figur 1 abgebildet, aus einer Polypropylen - Schale mit 10
mm breiten Stegen und 5 mm breitem Randflansch wird mit Füllgut befüllt und ein Deckel
aus Polypropylen-Aluminioumverbund bei 220°C, 6 bar Druck, (40 kg/cm²) während 0,75
sec. aufgesiegelt.
Der verschlossene Behälter wird während 30 Min. bei 121°C und 2,2 bar Gegendruck sterilisiert.
Anschliessend werden bei einem Abschälwinkel von 135° und einer Prüfgeschwindigkeit
von 100 mm/min die Abschälkräfte und Weiterreisskräfte an den Abreisszungen resp.
Aufreisslaschen in den Positionen (1 bis 10) gemäss Figur 2 bestimmt. Das Bruchbild
zeigt einen gleichmässigen Kohäsionsbruch.
[0088] Die gemessenen Werte sind in Tabelle 1 aufgelistet.

[0089] Das Bruchbild zeigt in allen Fällen einen gleichmässigen, sauberen Kohäsionsbruch.
1. Verpackung, enthaltend einen Bodenteil mit einem oder mehreren Fächern und einem randständig
des oder der Fächer angebrachten abschälbaren Deckel, wobei der Deckel in Deckelsegmente
aufgeteilt ist, wobei jedes Deckelsegment ein Fach abdeckt und jedes Deckelsegment
am Bodenteil dem Umfange des Faches nach angesiegelt ist und jedes Deckelsegment dem
Umfange des Faches nach über die Siegelnaht vollständig oder teilweise abschälbar,
abziehbar oder peelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackung in der Draufsicht
eine runde oder ovale Form hat, dass jedes Deckelsegment eine Anreisshilfe enthält,
dass die Verpackung sterilisierbar ist und dass der Bodenteil und der Deckel zumindest
auf der nach der Behälter-Innenseite gerichteten Seite eine Polyolefin- oder Polyesterschicht
aufweist und dass die Verpackung sterilisierbar ist.
2. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Deckelsegment
dem Umfange des Faches nach mittels einer Siegelnaht angesiegelt ist und die Siegelnaht
zu einer Anreisshilfe in Form eines Bogens engen Radius oder einer Spitze ausgeformt
ist und die Anreisshilfe sich vorzugsweise in einem Eckbereich des jeweiligen Faches
befindet.
3. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Deckelsegment
dem Umfange des Faches nach mittels einer Siegelnaht angesiegelt ist und die Siegelnaht
über einen Teilbereich eine Anreisshilfe in Form von zacken- oder bogenförmigen Einschnitten
in der Siegelnaht aufweist.
4. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckel durch Schwächung
oder vorzugsweise Durchtrennung des Deckelmaterials in die einzelnen Deckelsegmente
aufgeteilt ist.
5. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der aufgesiegelte Deckel
aus bandförmiger Folie oder Laminat besteht.
6. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der aufgesiegelte Deckel
aus einem für jedes Fach getieften Deckelsegment oder aus getieften Einzeldeckeln
für jedes Fach besteht.
7. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der aufgesiegelte Deckel
an wenigstens einem Deckelsegment, vorzugsweise im Bereich einer Anreisshilfe, eine
Abreisszunge oder Aufreisslasche enthält.
8. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bodenteil und der Deckel
auf der nach der Behälter-Innenseite gerichteten Seite eine Hochdruckpolyethylen(HDPE)-,
eine Polypropylen- oder eine Polyalkylenterephthalatschicht aufweisen.
9. Verpackung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Hochdruckpolyethylen-,
die Polypropylen- oder die Polyalkylenterephthalatschicht siegelbar ist.
10. Verfahren zur Herstellung einer Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass auf den Bodenteil ein Deckel aufgesiegelt wird, wobei die Siegelnaht unter Ausbildung
von Deckelsegmenten, dem Umfange jedes Faches nach, am Bodenteil angesiegelt wird
und zwischen den einzelnen Deckelsegmenten eine Schwächung oder Trennung in Form einer
Reiss- oder Trennlinie des Deckelmaterials vorgenommen und die Verpackung einer Sterilisierbehandlung
unterworfen wird.
11. Verfahren zur Herstellung einer Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass auf dem Bodenteil ein Deckel aufgesiegelt wird, wobei die Siegelnaht unter Ausbildung
von Deckelsegmenten, dem Umfange jedes Faches nach, am Bodenteil angesiegelt wird
und zwischen den sich dabei ausbildenden einzelnen Deckelsegmenten im Deckelmaterial
bereits Schwächungen oder Trennungen in Form von Reiss- oder Trennlinien vorhanden
sind und die Verpackung einer Sterilisierbehandlung unterworfen wird.
12. Verfahren zur Herstellung einer Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass auf dem Bodenteil Deckelsegmente aufgesiegelt werden, wobei jedes Deckelsegment
ein Fach abdeckt und die Deckelsegmente durch Ausbildung einer Siegelnaht entlang
dem Umfang eines jeden Deckelsegments randständig dichtend mit dem Bodenteil verbunden
sind und die Verpackung einer Sterilisierbehandlung unterworfen wird.
13. Verwendung von Verpackungen gemäss Anspruch 1 zur Aufnahme von verschiedenen Füllgütern
in getrennten Fächern und zur getrennten Entnahme der verschiedenen Füllgüter.