[0001] Kaltwasser, das eine Temperatur nahe 0° C hat und bspw. zur Milchkühlung in Molkereien
verwendet wird, kann unmittelbar durch Wärmeaustausch mit einer Kältemaschine erzeugt
werden. Wenn die Kostendifferenz zwischen Tag- und Nachtstrom beträchtlich ist oder
der Bedarf an Kühlleistung stark schwankt, zieht man bei Großanlagen eine Anordnung
vor, die aus einem Behälter zur Aufnahme eines Eis-Wasser-Gemischs und einem darüber
angeordneten Wärmeaustauscher gebildet wird, der nachts bzw. unabhängig von den Spitzenbedarfszeiten
Eis bildet, während das Kaltwasser vom Behälter abgezogen wird, in welchem der Spitzenbedarf
an Kühlleistung durch Abschmelzen des darin enthaltenen Eisvorrats befriedigt wird
(DE-A-2900372, Fig.3). Demnach befindet sich der Rohrleitungsanschluß für die Abfuhr
von Wasser (Vorlauf) an dem Behälter. Der Rücklaufanschluß kann gleichfalls am Behälter
vorgesehen sein, und zwar im oberen Bereich von dessen Eis-Wasser-Speicherteils, wo
das rücklaufende, wärmere Wasser von dem Eisvorrat abgekühlt wird, bevor es am unteren
Ende des Eis-Wasser-Speicherteils wieder zum Vorlauf gelangt (DE-A-2900372, Fig. 3).
Wegen thermodynamischer Nachteile dieser Anordnung ist bei bekannten, ausgeführten
Anlagen hingegen vorgesehen, daß das erwärmte Wasser dem Wärmeaustauscher aufgegeben.
Ein Teil davon verbleibt unter Eisbildung an den Wärmeaustauscherplatten und fällt
periodisch in den Behälter ab. Der andere, flüssig bleibende, in den Behälter abtropfende
Teil wird an dem Eisbelag der Wärmeaustauscherplatten abgekühlt und gelangt daher
mit einer Temperatur, die nicht weit über 0° C liegt, in den Behälter. Erst die weitere
Abkühlung auf 0° C findet im Wärmeaustausch mit dem dort befindlichen Eis statt. -
In einer anderen Betriebsart, die bei hohem Kälteleistungsbedarf angewendet wird,
wird die gesamte Leistung des Wärmeaustauschers ohne Eisbildung zur Abkühlung des
ihm aufgegebenen wärmeren Rücklaufwassers verwendet. Auch in diesem Fall erreicht
das Rücklaufwasser den Wasser-Eis-Behälter bereits in gekühltem Zustand, so daß nur
noch eine geringe Temperaturabsenkung im Wärmeaustausch mit dem dort befindlichen
Eis stattfinden muß. In allen diesen bekannten Fällen treten wesentliche Temperaturdifferenzen
im Eis-Wasser-Behälter nicht auf, weil das Wasser von oben in den Behälter gelangt
und daher erst nach Passieren der schwimmender Eisschicht und entsprechender Abkühlung
tiefere Bereiche erreichen kann. Das Problem einer Temperaturschichtung tritt daher
bei den bekannten Anlagen nur in außergewöhnlichen Betriebsfällen auftreten, sofern
die Vertikalabmessungen des Eis-Wasser-Speicherteils nicht groß sind. Deshalb ist
man bemüht, die Höhe des Eis-Wasser-Vorrats im Behälter gering zu halten, nämlich
in der Größenordnung von 1 bis 3 m, so daß eine etwaige Wärmeschichtung in dem unter
der Eisschicht befindlichen Wasser durch das im Normalbetrieb periodisch stattfindende
Vordringen des Eisvorrats in tiefere Behälterbereiche bald beseitigt wird. Dabei kommt
die begrenzte Höhe der Aufstellung in Gebäudestockwerken entgegen, führt aber bei
großen Kühlleistungen zu beträchtlichen Horizontalabmessungen. Eine schlanke Bauart
mit großem Verhältnis von Höhe zu Breite kennt man bislang nur bei kleinen Anlagen,
bei denen die Höhe des Eis-Wasser-Speicherteils gering ist und aus diesem Grund keine
Gefahr störender Temperaturentwicklung vorhanden ist.
[0002] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Anlage der eingangs genannten
Art zu schaffen, die die Möglichkeit zu schlanker Aufstellung im Freien ohne wärmewirtschaftliche
Nachteile bietet.
[0003] Die Lösung liegt in der Kombination der Merkmale des Anspruchs 1. Die einfache Bauweise,
bei der der Behälter sowohl die Tragkonstruktion als auch die Umhüllung des Wärmeaustauschers
bildet, ist nur dann wirtschaftlich, wenn der im Bereich des Wärmeaustauschers von
dem Behälter eingeschlossenen Leerraum so gering wie möglich zu halten und also die
Horizontalabmessungen des Behälters gleichfalls gering gehalten wird. Dies hat die
Konsequenz, daß der Eis-Wasser-Behälter mit geringerer Horizontalausdehnung und größerer
Höhe als bislang üblich ausgeführt wird. Die Vermeidung der Temperaturschichtung und
die vorteilhafte thermodynamische Verhältnisse werden dadurch erreicht, daß in dem
Eis-Wasser-Speicher eine vertikale Durchströmung von unten nach oben durch entsprechende
Anordnung der Stutzenanschlüsse für die Zu- bzw. Abfuhr von Wasser am Behälter vorgesehen
wird. Durch diesen Kunstgriff wird es möglich, den Eis-Wasser-Speicherraum im Behälter
wesentlich höher als bisher üblich auszuführen, vorzugsweise mehr als 4 m hoch. Entsprechend
verringert sich der Durchmesser, so daß sich der Behälterdurchmesser an den Horizontalplatzbedarf
des Wärmetauschers anpassen läßt und damit nutzloser Leerraum vermieden wird. Die
Anordnung des Wärmetauschers im Behälter einerseits und die Herbeiführung einer Vertikalströmung
im Eis-Wasser-Vorrat andererseits ergänzen sich somit in überraschender Weise.
[0004] Die Vertikalströmung von unten nach oben sowie die Durchmischung von Wasserschichten
wird dadurch gefährdet, daß der Behälter mit einer Mischeinrichtung in Form einer
Einrichtung zum Einblasen von Luft ausgerüstet wird. Solche Mischung ist bei niedrigen
Eis-Wasser-Behältern zwar bekannt; bei höheren Behältern mit geringerer Grundfläche
arbeitet sie jedoch im Verhältnis zum Energieaufwand effektiver.
[0005] Hinsichtlich der Anspruchsmerkmals, daß das Verhältnis der Höhe zum Durchmesser des
Eis-Wasser-Speicherteils des Behälters eine bestimmte Mindestgröße hat tritt dann,
wenn der Behälter keine zylindrische Querschnittsgestalt hat, an die Stelle des Durchmessers
der hydraulische Durchmesser (4 x Grundfläche / Umfang).
[0006] Zylindrische Silobauweise führt zu einer besonders günstigen Platzbeanspruchung und
günstiger Materialausnutzung im Hinblick auf die Aufnahme des Wärmetauschergewichts.
Das Merkmal, daß im Bereich des Wärmetauschers so wenig Leerraum von dem Behälter
umgeschlossen sein soll, gilt dann nach der Erfindung bei zylindrischer Bauweise als
erfüllt, wenn, der Behälterdurchmesser etwa gleich der Diagonalabmessung des Wärmetauschers
(oder der Wärmeaustauschergruppe) oder wenig größer ist (bis etwa zum Faktor 1,5 oder
besser 1,2). Dabei führt die Unterbringung des im Horizontalschnitt rechteckig gestalteten
Wärmeaustauscherpakets in dem zylindrischen Mantel dazu, daß auf den Hauptseiten des
Wärmeaustauschers hinreichend Platz für Wartungsarbeiten verbleibt.
[0007] Der Behälter benötigt keinen oberen Abschluß, der gleichzeitig hinreichende Festigkeit
zur Aufnahme des Wärmetauschergewichtes aufweisen müßte. Statt dessen sind innen an
den über die Höhe des Wärmetauschers hochgezogenen Behälterwänden Halterungen für
den Wärmeaustauscher vorgesehen. Die Abdeckung braucht lediglich Witterungsgesichtspunkte
zu berücksichtigen. Eine durchgehende Wärmeisolierung der Wände läßt sich einfacher
verwirklichen als bei der Ausführung von Behälter und Wärmetauscher in gesonderten
Einheiten.
[0008] Die Erfindung wird im folgenden näher unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert,
die ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel etwa maßstäblich veranschaulicht. Darin
zeigen:
Fig. 1 einen vertikalen Längsschnitt und
Fig. 2 einen horizontalen Querschnitt gemäß den in Fig. 1 angegebenen Pfeilen II-II.
[0009] Auf dem Fundament 1 erhebt sich der siloförmige Behälter 2 mit einer Höhe von bspw.
10 m und einem Durchmesser seiner zylindrischen Seitenwände von bspw. etwa 4 m. Seine
Seitenwände 3 bestehen aus geeignetem Material, bspw. Edelstahl mit Wärmedämmschicht.
Seine Haube 4 dient lediglich dem Wetter- und Wärmeschutz und stellt daher keine besonderen
statischen Anforderungen. Der untere Teil des Behälters ist für die Speicherung von
Eis-Wassergemisch vorgesehen und zwar bis zu der bei 5 angedeuteten maximalen Füllhöhe
bei 6 m, die durch einen nicht dargestellten Sensor und ggfs. Überlauf gesichert wird.
Geeignete Stutzenanschlüsse 6, 7 dienen der Zu- bzw. Abfuhr von Wasser. Sie können
- wie bei 7 angedeutet - durch ein Lochblechwehr vor dem Abzug von stückigem Eis geschützt
werden. Da zwischen dem tief angeordneten Zufuhrstutzen 6 (Rücklauf) und dem nahe
der Oberfläche des Eis-Wasser-Vorrats angeordneten Abfuhrstutzen 7 (Vorlauf) eine
Höhendifferenz vorhanden ist, ergibt sich eine vertikale Durchströmung des Eis-Wasser-Vorrats
von unten nach oben.
[0010] Oberhalb des Eis-Wasser-Speicherraums ist der Wärmetauscher 8 vorgesehen, der über
geeignete Halterungen 9 von der Wand 3 getragen wird. Er hat quadrische Gestalt, so
daß sich zwischen seinen Seitenflächen und der Wand 3 Zugangsräume 10 zu Wartungszwecken
bilden, die über eine Leiter 11, eine Bühne 12 und eine Türöffnung 13 zugänglich sind,
wobei ein Gitterrost 14 zur Bildung einer Standfläche vorgesehen sein kann.
[0011] Die zylindrische Silobauweise verbindet hohes Aufnahmevolumen mit geringem Stellplatzbedarf
und geringem konstruktiven Aufwand; denn die Tragfähigkeit der zylindrischen Wände
in bezug auf das Wärmetauschergewicht ist größer als die von anderen Behälterformen,
zumal dann, wenn der Behälterdurchmesser kaum größer als die Diagonalabmessung des
Wärmetauschers ist und das Verhältnis der maximalen Eisspeicherhöhe 5 zum Durchmesser
größer als 1 und insbesondere größer als 1,3 ist. Das Verhältnis der Gesamthöhe zum
Durchmesser ist zweckmäßigerweise größer als 2. Dies steht insofern im Gegensatz zu
bisher üblichen Eisspeicheranordnungen großer Kapazität, als man bemüht war, wenigstens
eine Horizontalabmessung groß und die vertikale Abmessung gering zu halten. Dies hängt
damit zusammen, daß die durch das Aufschwimmen des Eises im Wasser verursachte Entmischung
eine mehr horizontale Durchströmung des Behälters nahezulegen schien, während die
erfindungsgemäße Anordnung eine mehr vertikale Durchströmung erzielt. Besonders vorteilhaft
ist deshalb die Kombination der erfindungsgemäßen Anordnung mit einer im Eisspeicherteil
des Behälters vorgesehenen Mischeinrichtung, die vorzugsweise von einer Einrichtung
zum fein verteilten Einblasen von Luft in Bodennähe des Behälters gebildet wird. Eine
solche Einrichtung ist bei 15 angedeutet, nämlich ein Rohr oder mehrere Rohre mit
Wandungsbohrungen, aus denen Luft austritt und nach oben perlt.
1. Kaltwassererzeugungsanlage mit einem Behälter (2) zur Aufnahme eines Eis-Wasser-Gemischs,
einem darüber angeordneten Wärmeaustauscher (8) zur periodischen Eiserzeugung sowie
mit Rohrleitungsanschlüssen (6, 7) für die Zu- bzw. Abfuhr von Wasser, wobei der vom
Behälter (2) getragene Wärmeaustauscher (8) im Oberraum des Behälters (2) angeordnet
ist und daß die Rohrleitungsanschlüsse (6, 7) für die Zu- bzw. Abfuhr von Wasser an
dem Behälter (2) einen Höhenabstand aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß der Eis-Wasser-Speicherteil
des Behälters (2) mindestens 4 m hoch ist und ein Verhältnis seiner Höhe zu seinem
Durchmesser größer als 1, vorzugsweise größer als 1,3 hat und daß der Vorlaufanschluß
im oberen Bereich und der Kühllaufanschluß im unteren Bereich des Eis-Wasser-Speicherteils
vorgesehen sind.
2. Kaltwassererzeugungsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälterdurchmesser
etwa gleich der Diagonalabmessung des Wärmeaustauschers oder wenig größer ist.
3. Kaltwassererzeugungsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Behälter (2) eine Mischeinrichtung (15) in Form einer Einrichtung zum Einblasen von
Luft enthält.
4. Kaltwassererzeugungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Behälter (2) zylindrisch ist.