[0001] Die Erfindung betrifft einen Ölkreislauf einer Maschine oder eines Fahrzeuges mit
einem Ölkühler sowie einer thermostatgesteuerten Kurzschlußleitung hierzu, wobei der
Ölkühler eine mit den Ölkühler-Rohren in wärmeübertragender Verbindung stehende und
einen Bypass zu diesen bildende Überbrückungsleitung mit einem Durchfluß-Bestimmungsorgan
aufweist.
[0002] An einem derartigen, beispielsweise aus der DE 37 14 230 Al bekannten Ölkreislauf
Vereinfachungen aufzuzeigen, hat sich die Erfindung zur Aufgabe gestellt.
[0003] Zur Lösung dieser Aufgabe ist vorgesehen, daß die Überbrückungsleitung die Funktion
der Kurzschlußleitung übernimmt und daß das Durchfluß-Bestimmungsorgan als eine auf
den Durchflußquerschnitt der Ölkühler-Rohre abgestimmte Drossel ausgebildet ist. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung beschreiben die Unteransprüche.
[0004] Die einen Bypass zu den Ölkühler-Rohren bildende Überbrückungsleitung dient dazu,
nach Zuschalten des Ölkühlers durch den Thermostaten der thermostatgesteuerten Kurzschlußleitung
den Ölkreislauf sicher aufrechtzuerhalten. In einem kalten Ölkühler kann es nämlich
in den Ölkühler-Rohren aufgrund der dann äußerst hohen Ölviskosität zu Pfropfenbildungen
kommen, die ein freies Durchströmen behindern würden. Als Abhilfemaßnahme ist daher
in der DE 37 14 230 A1 eine mit einem Druckregelventil versehene Überbrückungsleitung
vorgesehen, die bei abgesperrter Kurzschlußleitung sowie bei Pfropfenbildung in den
Ölkühler-Rohren dennoch ein Durchströmen des Ölkühlers ermöglicht. Indem diese Überbrückungsleitung
mit den Ölkühler-Rohren in wärmeübertragender Verbindung steht, werden unter Einfluß
des warmen, in der Überbrückungsleitung strömenden Öles die Pfropfen in den Ölkühler-Rohren
aufgelöst.
[0005] Deutlich einfacher gestaltet werden kann ein derartiger Ölkreislauf, wenn die Überbrückungsleitung
die Funktion der Kurzschlußleitung übernimmt, da letztere dann entfallen kann. In
diesem Zusammenhang ist es ausreichend, das in der Überbrückungsleitung vorgesehene
Durchfluß-Bestimmungsorgan als einfache Drossel auszubilden, deren Durchflußquerschnitt
auf denjenigen der Ölkühler-Rohre abgestimmt ist. Das in der DE 37 14 230 A1 vorgesehene
Druckregelventil kann somit ersatzlos entfallen. Die jeweiligen Durchflußquerschnitte
sind dabei unter Berücksichtigung der jeweiligen temperaturabhängigen Ölviskosität
so aufeinander abgestimmt, daß entsprechend den Anforderungen bei kaltem Öl nur die
Überbrückungsleitung und bei heißem Öl vorrangig die Ölkühler-Rohre beaufschlagt werden.
Ein derartiger Ölkreislauf nutzt dabei die oben beschriebenen, bekannten Vorteile
der Überbrückungsleitung und bietet zugleich hohe Sicherheit bei einem Ausfall des
die Kurzschlußleitung bzw. Überbrückungsleitung steuernden Thermostatelementes. Sollte
dieses Thermostatelement nämlich stets in seiner die Ölkühler-Rohre absperrenden Position
verharren, so stellt sich dennoch durch die Überbrückungsleitung eine zumindest geringfügige
Ölkühlung ein, die eine Überhitzungsgefahr des Öles und somit die Gefahr von Schäden
an Maschine oder Fahrzeug erheblich herabsetzt.
[0006] Aufgrund der den Durchflußquerschnitt der Überbrückungsleitung bestimmenden Drossel
ist es ausreichend, wenn das Thermostatelement lediglich den Durchflußquerschnitt
einer zu den Ölkühler-Rohren führenden Vorlaufleitung oder Rücklaufleitung steuert.
Bei anders abgestimmtem Drosselquerschnitt ist es jedoch auch möglich, durch das Thermostatelement
allein den Durchflußquerschnitt der Überbrückungsleitung zu beeinflussen. In diesem
Falle kann das Stellglied des Thermostatelementes bei geeigneter geometrischer Gestaltung
zugleich die Funktion der Drossel übernehmen. An dieser Stelle soll nochmals auf den
aus der DE 37 14 230 A1 bekannten Stand der Technik eingegangen werden. Auch dort
ist in einer alternativen Ausführungsform die Möglichkeit aufgezeigt, das Durchfluß-Bestimmungsorgan
der Überbrückungsleitung als Thermostatventil auszubilden, jedoch sind dort dann weiterhin
zwei Thermostatventile erforderlich, während bei der Ausbildung nach der vorliegenden
Erfindung ein einziges Ventil ausreichend ist.
[0007] Ebenfalls unter Zuhilfenahme eines einzigen Thermostatventiles ist eine besonders
feine Abstimmung möglich, wenn dieses Thermostatelement ein Stellglied aufweist, das
den Durchflußquerschnitt der Überbrückungsleitung gleichzeitig mit und gegensinnig
zum Durchflußquerschnitt der Vorlaufleitung oder Rücklaufleitung zu oder von den Ölkühler-Rohren
steuert. Bei geeigneter Ausbildung kann selbstverständlich auch hier wiederum das
Stellglied die Funktion der Überbrückungsleitungs-Drossel übernehmen. Die wärmeübertragende
Verbindung zwischen der Überbrückungsleitung und den Ölkühler-Rohren erfolgt vorzugsweise
über die Sammelkästen für die Ölkühler-Rohre. Dabei kann die Überbrückungsleitung
direkt an die Wand eines Sammelkastens angeflanscht oder in dieser integriert sein,
es ist jedoch auch möglich, daß die Überbrückungsleitung einen Sammelkasten im wesentlichen
vollständig durchquert. Dieses Durchqueren kann dabei in einem separat eingesetzten
Rohr erfolgen, es ist jedoch auch möglich, daß der Sammelkasten selbst ein Bestandteil
der Überbrückungsleitung bildet.
[0008] Mündet die Überbrückungsleitung im Seitenbereich eines Sammelkastens, der den Mündungsstellen
der Ölkühler-Vorlaufleitung oder -Rücklaufleitung gegenüberliegt, so ist gewährleistet,
daß dieser Sammelkasten von dem durch die Überbrückungsleitung strömenden Fluid vollständig
durchströmt wird. Hierdurch wird die Wärmeabgabe an den Wärmetauscher und somit die
Tendenz zur Auflösung von Propfen wesentlich gesteigert.
[0009] An einem als Flachwärmetauscher ausgebildeten Ölkühler ergibt sich eine besonders
kompakt bauende Anordnung, wenn die Überbrückungsleitung zwischen den beiden Sammelkästen
auf der einen Seite und eine Vorlauf- oder Rücklaufleitung zu einem der Sammelkästen
auf der anderen Seite des Wärmetauschers vorgesehen sind. Dabei können im Sinne einer
vorteilhaften Funktionsvereinigung die Überbrückungsleitung und die Vorlauf- oder
Rücklaufleitung auch eine tragende Funktion ausüben und insbesondere auch anstelle
der üblichen Ölkühler-Rohre zwischen den Sammelkästen eingebunden sein, womit sich
eine optimal gestaltete Baueinheit ergibt.
[0010] Im folgenden wird eine Prinzipskizze eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung
beschrieben. In einen gemäß Pfeilrichtung laufenden Ölkreislauf 1 ist neben einer
Ölpumpe 2 und diversen Verbrauchern 3 auch ein Ölkühler 4 eingeschaltet. Dieser besteht
aus zwei Sammelkästen 5a, 5b, die durch eine Vielzahl von mit Rippen versehenen Ölkühler-Rohren
6 miteinander verbunden sind. Der Sammelkasten 5a wird von einer Vorlaufleitung 7a
versorgt, während vom Sammelkasten 5b eine Rücklaufleitung 7b wegführt. Ferner zweigt
vom Sammelbehälter 5a eine Überbrückungsleitung 8 ab, die zusätzlich mit dem Sammelbehälter
5b in wärmeübertragender Verbindung steht und in der eine Drossel 9 angeordnet ist.
Sowohl die Überbrückungsleitung 8 als auch die Rücklaufleitung 7b münden im Gehäuse
eines Thermostatelementes 10, das ein thermostatisch gesteuertes Stellglied 11 aufweist.
[0011] In Abhängigkeit von der Temperatur des insbesondere über die Überbrückungsleitung
8 in das Gehäuse des Thermostatelementes 10 eindringenden Öles nimmt das Stellglied
11 verschiedene Positionen ein. In der gezeigten Position liegt das Stellglied unter
Einfluß einer Druckfeder 12 an seinem linken Anschlag an und gibt somit eine Austrittsöffnung
13 der Rücklaufleitung 7b frei. Unter Einfluß eines nicht gezeigten Wachselementes
kann das Stellglied 11 jedoch auch gegen die Kraft der Druckfeder 12 nach rechts verfahren
werden, so daß die Austrittsöffnung 13 verschlossen wird.
[0012] In der gezeigten Position des Stellgliedes 11 bildet nicht nur die Drossel 9, sondern
auch das Stellglied 11 selbst ein Strömungshindernis in der Überbrückungsleitung 8,
während gleichzeitig die Rücklaufleitung 7b vollständig freigegeben ist. Somit wird
der Ölkreislauf ausgehend von dem Sammelkasten 5a im wesentlichen über die Ölkühler-Rohre
6 und den Sammelkasten 5b geleitet, so daß das Öl eine ausreichende Kühlung erfährt.
Bei kaltem Öl hingegen ist eine möglichst schnelle Erwärmung des Öles erwünscht, so
daß dann die Ölkühler-Rohre 6 nicht durchströmt werden sollten. In diesem Zustand
bewegt das nicht gezeigte Wachselement das Stellglied 11 gegen die Kraft der Druckfeder
12 in seinem rechten Anschlag, womit das Thermostatelement 10 die Rücklaufleitung
7 absperrt. Der Ölkreislauf wird somit ausgehend vom Sammelkasten 5a über die Überbrückungsleitung
8 geführt. Hierbei erfährt das sich in der Maschine bzw. im Verbraucher 3 erwärmende
Öl allenfalls eine geringfügige Kühlung, die vorteilhafterweise dazu genutzt wird,
die beiden Sammelkästen 5a, 5b zu erwärmen, da der Ölstrom hierbei den unteren Sammelkasten
5a vollständig durchquert und mit dem oberen Sammelkasten 5b immerhin in wärmeübertragender
Verbindung steht. Durch diese Wärmeübertragung, die letztendlich auch auf die Ölkühler-Rohre
wirkt, werden mögliche Pfropfen, die sich in den Ölkühler-Rohren gebildet haben, aufgelöst.
Werden somit später die Ölkühler-Rohre 6 durch das Thermostatelement 10 zu geschaltet,
tritt keine Unterbrechung des Ölkreislaufes ein.
[0013] Durch geeignete Abstimmung des Querschnitts der Drossel 9 unter Berücksichtigung
des Durchflußquerschnittes der Ölkühler-Rohre 6 ist es möglich, das oben geschilderte
Regelverhalten bezüglich des Durchströmens des Ölkühlers 4 bzw. bezüglich der Beaufschlagung
der gleichzeitig die Funktion einer Kurzschlußleitung übernehmenden Überbrückungsleitung
8 zu erzielen. Dabei können einzelne Merkmale auch abweichend vom gezeigten Ausführungsbeispiel
gestaltet werden, ohne den Umfang der Patentansprüche zu verlassen.
1. Ölkreislauf einer Maschine oder eines Fahrzeuges mit einem Ölkühler (4) sowie einer
thermostatgesteuerten Kurzschlußleitung hierzu, wobei der Ölkühler (4) eine mit den
Ölkühler-Rohren (6) in wärmeübertragender Verbindung stehende und einen Bypass zu
diesen bildende Überbrückungsleitung (8) mit einem Durchfluß-Bestimmungsorgan aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Überbrückungsleitung (8) die Funktion der Kurzschlußleitung übernimmt und daß
das Durchfluß-Bestimmungsorgan als eine auf den Durchflußquerschnitt der Ölkühler-Rohre
(6) abgestimmte Drossel (9) ausgebildet ist.
2. Ölkreislauf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das die Kurzschlußleitung steuernde Thermostatelement
(10) den Durchflußquerschnitt einer Vorlaufleitung (7a) oder Rücklaufleitung (7b)
zu oder von den Ölkühler-Rohren (6) steuert.
3. Ölkreislauf nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Thermostatelement (10) ein Stellglied (11) aufweist,
das den Durchflußquerschnitt der Überbrückungsleitung (8) gleichzeitig mit und gegensinnig
zum Durchflußquerschnitt der Vorlauf- oder Rücklaufleitung (7b) steuert.
4. Ölkreislauf nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Überbrückungsleitung (8) einen Sammelkasten (5a) für
die Ölkühler-Rohre (6) im wesentlichen vollständig durchquert.
5. Ölkreislauf nach einem der Ansprüche 1 bis 4 mit einem Ölkühler (4),
dadurch gekennzeichnet, daß eine Vorlaufleitung (7a) oder Rücklaufleitung (7b) zum
ersten Sammelkasten (5a) auf einer Seite des Ölkühlers (4) und die Überbrückungsleitung
(8) zwischen dem ersten Sammelkasten (5a) und dem zweiten Sammelkasten (5b) auf der
anderen Seite des Ölkühlers (4) angeordnet sind.
6. Ölkreislauf nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit einem Ölkühler (4),
dadurch gekennzeichnet, daß die Überbrücklungsleitung (8) oder die Vorlaufleitung
(7a) oder die Rücklaufleitung (7b) anstelle von Ölkühler-Rohren (6) vorgesehen sind.