[0001] Die Erfindung betrifft einen Stapelbehälter aus Kunststoff, insbesondere geeignet
für den Transport gefährlicher Flüssigkeiten, der eine kubische Form mit abgerundeten
Ecken und Kanten aufweist und im Blasverfahren hergestellt ist, an dessen Oberboden
in der vertikalen Formteilebene ein Handgriff und nahe der Vorderwand des Behälters
ein Ein- und Ausgießstutzen angeformt sind, um die eine U-förmige aus dem Oberboden
herausgewölbte Stapelfläche mit ebener Auflagefläche für einen weiteren gleichartigen
Behälter angeordnet ist, die zur Formteilebene parallele Schenkel und eine dem Ein-
und Ausgießstutzen gegenüberliegende Stapelschulter aufweist.
[0002] Derartige Behälter müssen den gesetzlichen Bestimmungen für den Transport gefährlicher
Flüssigkeiten genügen (Gefahrengutverordnungen Eisenbahn GGVE, -Strasse GGVS und -See
GGVSee für Deutschland, die jedoch international gelten). Die dort festgelegten Prüfmethoden
stellen sehr hohe Anforderungen an die Festigkeit, insbesondere nach langzeitigem
chemischen Angriff durch gefährliche Flüssigkeiten, z.B. Peroxide, für die die Behälter
zugelassen werden sollen. In der eingangs gewählten Bezeichnung "Behälter für den
Transport gefährlicher Flüssigkeiten" sind daher solche zu verstehen, die diesen Prüfungsbedingungen
genügen können.
[0003] Desweiteren wird es für die Zukunft ein notwendiges Merkmal solcher Behälter werden,
daß sie vollständig entleerbar sind, da bei den Entsorgungsstellen nur mehr Behälter
angenommen werden können, bei denen Sicherheit besteht, daß in ihnen keine Reste der
Inhaltsflüssigkeiten mehr zurückbleiben.
[0004] Die Ausbildung abgerundeter Ecken und Kanten, wie sie in Eu.Pat. A 0 235 384 (Frohn)
beschrieben sind, ergeben den Vorteil großer mechanischer Stabilität im Gegensatz
zu rechtwinkligen Kanten, wie sie in Eu.Pat. A 0 266 851 (Wiva) gezeigt sind. Diese
begünstigen Korrosionsrisse bei chemischem Angriff durch gefährliche Füllgüter. Beide
Behälter haben jedoch den Nachteil, daß für sie Stapelkappen benötigt werden.
[0005] Bei den vorgenannten Behältern und solchen, wie sie in DE Gbm 8700445 (E+E Plastic
GmbH & Co.KG) und in DE 3224038 A1 (Mauser Werke GmbH) beschrieben sind, bei denen
die Schenkel der U-förmigen Auflagefläche der Behälteroberseite nach dem Bereich des
Ausgießstutzens zu verkürzt und bis zu dessen Ansatz heruntergezogen ist, schneidet
die vordere, ausgußseitige Behälterwand in einer Geraden die horizontale Schnittebene
durch den Behälter in Höhe des Ansatzes des Ausgießstutzens. Auch bei leichtem, praktisch
nicht vermeidbarem seitlichem Verkippen ist eine Restflüssigkeit in der tiefer geneigten
Behälterschulter nicht mehr entleerbar.
[0006] Um diese Nachteile zu vermeiden war es
Aufgabe der Erfindung, einen Behälter zu entwickeln, der den Prüferfordernissen des Transportes
gefährlicher Flüssigkeiten auch unter extremsten Bedingungen genügt und der zudem
restlos auch bei dem nicht vermeidbaren seitlichen Verkippen beim Ausgießen mit Sicherheit
restlos entleert wird.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung mit den in den Ansprüchen angegebenen Maßnahmen
gelöst.
[0008] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnungen im folgenden beschrieben.
Es zeigen
- Fig. A
- einen herkömmlichen Behälter in Draufsicht auf seinen Oberboden;
- Fig. B
- den gleichen Behälter in Seitenansicht in Ausgußlage;
- Fig. C
- den gleichen Behälter in Ausgußlage von vorne gesehen;
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Behälter in perspektivischer Darstellung;
- Fig. 2
- eine Vorderansicht des gleichen Behälters;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf den Oberboden des gleichen Behälters;
- Fig. 4
- eine teilweise Seitenansicht des gleichen Behälters;
- Fig. 5
- eine andere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Behälters in Draufsicht auf seinen
Oberboden;
- Fig. 6
- eine weitere Ausführung eines erfinddungsgemäßen Behälters in Draufsicht auf seinen
Oberboden.
[0009] Der in Figur A, B und C dargestellte Behälter zeigt bis zur Behältervorderwand a
vorgezogene Schenkel b der durchgehend in gleicher Höhe herausgewölbten Stapelfläche
c. Beim Ausgießen dieses Behälters bleibt der in dem von den Enden der Schenkel b
gebildeten Raum ein Rest der Flüssigkeit, der auch bei seitlichem Verkippen nicht
ausfließen kann, wie dies in den Figuren B und C durch Strichelung bei d angedeutet
ist.
[0010] Der in Figur 1 perspektivisch dargestellte erfindungsgemäße Behälter hat eine kubische
Form mit stark abgerundeten Ecken und Kanten, die ihm eine große Stabilität verleihen.
Er ist im Blasverfahren in bekannter Weise hergestellt, wobei die durch die gestrichelte
Schnittlinie 1 gekennzeichnete senkrechte Formtrennebene den Behälter in Richtung
des Handgriffes 2 und durch die Achse des Ein- und Ausgießstutzens 3 schneidet. Die
Stapelfläche 4 wird von den beiden Schenkeln 5 und 6 und der dem Ein- Ausgießstutzen
3 gegenüberliegeden Stapelschulter 7 gebildet, die aus dem Oberboden 8 des Behälter
herausgewölbt sind.
[0011] Die Schenkel 5 und 6 enden bei etwa 3/4 der Gesamtbreite der Behälterseitenwände
9 und 10 und fallen dann in nach den oberen Ecken 11 und 12 der abgerundeten Seitenkanten
13 und 14 der leicht ausgewölbten Behältervorderwand 15 zu geneigten Flächenkurven
16 und 17 unter die Höhe des Ansatzes 18 des Ein- und Ausgießstutzens 3 ab, um dann
zu diesem Ansatz 18 hochgezogen zu sein. Die inneren Kanten 19, 20 dieser Flächenkurven
16 und 17 verlaufen flacher in der Höhe des Oberbodens 8, die äußeren Kanten 21 und
22 erreichen an ihrem untersten Punkten bei den Ecken 11 und 12 eine Tiefe von etwa
dem doppelten Abstand zwischen Oberboden 8 und Stapelfläche 4.
[0012] Durch diese Ausgestaltung der Flächenkurven 16 und 17 wird erreicht, daß die von
ihnen gebildeten Innenräume der Schenkel 5 und 6 beim Ausgießen des Behälters über
dem Ansatz 18 des Ein- und Ausgußstutzens 3 liegen und in Ausgußlagenach diesem hin
ohne ein die Inhaltsflüssigkeit aufstauendes Hindernis abfallen. Der Behälter ist
daher in zuverlässiger Weise restlos entleerbar und zwar auch dann, wenn er seitlich
um einen größeren Winkel verkippt wird, womit bei dem üblichen Entleeren gerechnet
werden muß.
[0013] Die Flächenkurven 16, 17 können von der Stapelfläche 4 bis zur Höhe des Oberbodens
8 flach verlaufen oder wie dies in Figur 5 und 6 dargestellt ist, in einer der Senkrechten
angenäherten Ebene 23, 24. Diese kann, wie Figur 5 dies zeigt, bis zum Ein- und Ausgießstutzen
vorgezogen sein oder nach der Behälterseitenwand 9 bzw. 10, so daß die Vorderkanten
dieser Ebenen 23, 24 bei 25, 26 liegen.
[0014] Wie Figur 1 dies zeigt, kann der Ein- und Ausgießstutzen unter leichter nach unten
verlaufender Ausbuchtung 27 der Vorderwand 15 vorgezogen sein. Dadurch wird der Ansatz
18 des Ein- und Ausgießstutzens 3 in Ausgußlage des Behälters tiefer gelegt und gleichzeitig
können die Schenkel 5 und 6 der Stapelfläche 4 entsprechend weiter vorgezogen werden,
um eine bessere Auflage des auf ihnen aufgestapelten Behälters zu ergeben.
[0015] Der Behälter kann in bekannter Weise in seiner Stapelfläche 4 Einbuchtungen z.B.
in Form von größeren quer zu den Schenkeln verlaufenden Rillen aufweisen, in die entsprechende
Ausbuchtungen an der Unterseite eines gleichartigen Behälters bei dessen Aufstapeln
eingreifen. Damit wird verhindert, daß der aufruhende Behälter durch Verrutschen in
Richtung auf den Ein- und Ausgießstutzen 3 über die Abschrägung der Enden der Schenkel
5, 6 abkippen kann. Um ein solches Abkippen zu vermeiden kann der Ein- und Ausgießstutzen
so verlängert werden, daß die Oberfläche seiner Verschlußkappe 28 in verschraubten
Zustand in der Ebene der Stapelfläche 4 liegt.
Bezugszeichenverzeichnis
[0016]
- 1
- Formtrennebene
- 2
- Handgriff
- 3
- Ein- und Ausgießstutzen
- 4
- Stapelfläche
- 5, 6
- Schenkel
- 7
- Stapelschulter
- 8
- Oberboden
- 9, 10
- Behälterseitenwände
- 11, 12
- Ecken zu 13, 14
- 13, 14
- Seitenkanten von 15
- 15
- Behältervorderwand
- 16, 17
- Flächenkurve
- 18
- Ansatz von 3
- 19, 20
- innere Kanten von 16, 17
- 21, 22
- äußere Kanten von 16, 17
- 23, 24
- senkrechte Ebenen
- 25, 26
- Vorderkanten von 23, 24
- 27
- Ausbuchtung für 3
- 28
- Verschlußkappe
1. Stapelbehälter aus Kunststoff, insbesondere geeignet für den Transport gefährlicher
Flüssigkeiten, der eine kubische Form mit abgerundeten Ecken und Kanten aufweist und
im Blasverfahren hergestellt ist, an dessen Oberboden (8) in der vertikalen Formteilebene
(1) ein Handgriff (2) und nahe der Behältervorderwand (15) ein Ein- und Ausgießstutzen
(3) angeformt sind, um die eine U-förmige aus dem Oberboden (8) herausgewölbte Stapelfläche
(4) mit ebener Auflagefläche für einen weiteren gleichartigen Behälter vorgesehen
ist, die zur Formteilebene (1) parallele Schenkel (5,6) und eine dem Ein- und Ausgießstutzen
(3) gegenüber liegende Stapelschulter (7) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Schenkel (5,6) der Stapelfläche (4) nach unten und nach der Behältervorderwand
(15) zu bis unter die Höhe des Ansatzes (18) des Ein- und Ausgießstutzens (3) zu den
dadurch gebildeten oberen Ecken (11,12) der Seitenkanten (13,14) der Behältervorderwand
(15) in zunehmend nach außen abfallenden Flächenkurven (16,17) übergehen und von diesen
Ecken (11,12) bis in den Bereich des Übergangs der Behältervorderwand (15) in den
Oberboden (8) ansteigen und in den Ansatz (18) des Ein- und Ausgießstutzens (3) einlaufen.
2. Behälter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenkurven (16,17) von den Enden der Schenkel (5,6) an bis zur Höhe des
Oberbodens (8) im wesentlichen plan verlaufen.
3. Behälter nach Anspruch 1,2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Flächenkurven (16,17) vom Ende der Schenkel (5,6) bis zur Höhe des Oberbodens
(8) in der Senkrechten angenäherten Ebenen (23,24) verlaufen.
4. Behälter nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnenet, daß die Ebenen (23,24) in einem spitzen Winkel zur senkrechten Formteil ebene (1)
auf den Ein- und Ausgießstutzen (3) zu verlaufen.
5. Behälter nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ebenen (23,24) in einem stumpfen Winkel zur senkrechten Formteilebene nach
der jeweiligen Behälterseitenwand (9,10) zu verlaufen.
6. Behälter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der Ein- und Ausgießstutzen (3) unter leichter Ausbuchtung (27) der Behältervorderwand
(15) vorgezogen ist und die Schenkel (5,6) der Stapelfläche (4) entsprechend verlängert
sind.
7. Behälter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Verschlußkappe (28) des Ein- und Ausgießstutzens (3) in verschlossenem
Zustand mit der Stapelfläche (4) in einer Ebene liegt.