[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Reiniger für Stoffsuspensionen der in dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 angegebenen Art.
[0002] Ein gattungsgleicher Apparat ist z.B. in der EP Nr. 0 037 347 (= US-PS 4 443 331)
gezeigt. Ein anderes Beispiel findet man in der CH-PS Nr. 253 544.
Die zu reinigende Suspension wird in der Abscheidekammer beim Rotieren des Apparats
in Drehbewegung versetzt. Infolge der Fliehkräfte sammeln sich die Leichtteile in
Richtung zu der Apparat-Mittellinie hin, während die Schwerteile ganz außen anfallen.
Mittels getrennter Austrittsleitungen sollen diese Verunreinigungen vom Gutstoff,
d.h. von der gereinigten Suspension getrennt abgezogen werden.
[0003] Solche Reiniger haben sich in der Praxis zwar teil weise bewährt, aber sie haben
den Nachteil den Nachteil, daß sie vergleichsweise viel Platz benötigen, da sie durchwegs
liegend angeordnet sind. Ferner ist die Wirkung beim Abscheiden von Leichtteilen unter
ungünstigen Bedingungen unzureichend. Das Abscheiden von Schwerteilen konnte nicht
zufriedenstellend realisiert werden. Daher wurden diese Reiniger schaltungsmäßig hinter
Vorrichtungen zur Schwerteilabscheidung angeordnet.
[0004] Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, einen Reiniger zu schaffen, der in der Lage
ist, sowohl Leichtteile effektiv abzuscheiden, als auch ggfs. Schwerteile, die die
Tendenz haben, zu Krusten zusammenzubacken. Die bisher notwendigen vorgeschalteten
Vorrichtungen zur Schwerteilabscheidung sollen evt. erspart werden können. Ferner
soll er möglichst wenig Stellplatz beanspruchen.
[0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß durch Maßnahmen, die im kennzeichnenden Teil des
Patentanspruchs 1 angegeben sind, voll erfüllt.
[0006] In den Unteransprüchen sind sinnvolle Ausführungsbeispiele der Erfindung angegeben.
[0007] Beim Betrieb wird in bekannter Weise das Prinzip der Fliehkraft ausgenützt, wobei
sich in dem Rotationsfeld die Schwerteile an der Wand des Außenzylinders ansammeln,
während die Leichtteile nach innen zu der Wand des Innenzylinders hin streben. Die
zu behandelnde Suspension wird in bekannter Weise axial dem Reiniger zugeführt und
durch eine pumpenartige Beschaufelung auf den Radius der Abscheidekammer gefördert,
erfindungsgemäß in der Weise, daß am Ende eines jeden Pumpenschaufel-Strömungskanals
eine, vorteilhafterweise sich in zwei Stufensprüngen vollziehende, plötzliche Erweiterung
der Strömungskanäle in der Weise erfolgt, daß dieser Stufendiffusor meridional in
die Abscheidekammer einmündet.
[0008] Die stufensprungartige Erweiterung der Strömungskanäle induzieren in der Strömung
eine hohe isotope Turbulenz, die in der Lage ist, die gegebenenfalls um die auszuscheidenden
Teile herum agglomerierten Fasern wieder auseinander zu reißen und auf diese Weise
die Teile freizulegen.
[0009] Zur Aufrechterhaltung oder weiteren Verstärkung dieser Turbulenz können, wenn nötig,
d.h. wenn z.B. die Turbulenz dämpfung infolge hoher Faserkonzentration groß ist, zusätzliche
Turbulenzanreger auf dem Innenzylinder vorgesehen werden, z.B. in Form von nasenartigen
in die Strömung in der Abscheidekammer hineinragenden Verdrängungskörpern.
[0010] Die Abscheidekammer ist kreisringförmig gestaltet, wobei Radienverhältnisse zwischen
dem Innen- und dem Außenzylinder im Bereich von 0,5 bis 0,85, insbesondere etwa 0,70,
besonders vorteilhaft sind.
[0011] Der Austrag der Leichtteile, die sich am Innenzylinder der Abscheidekammer ansammeln,
geschieht über schutenförmige Öffnungen im Innenzylinder an dessen austrittsseitigem
Ende. Diese Vertiefungen münden in zwischen den Innenzylinder abschließenden Kegelmänteln
vorgesehene Kanäle und führen weiter in ein feststehendes Zentralrohr. Die beiden,
diese Kanäle begrenzenden Kegelmäntel enden in einer Dichtung. Durch das Zentralrohr
werden die Leichtteile mit einem gewissen Anteil an Flüssigkeit der Suspension getrennt
vom Hauptstrom der Suspension, ausgetragen. Vorteilhafterweise wird der die Leichtteile
begleitende Suspensionsanteil mit 0,5 bis 3 % des den Apparat durchsetzenden Suspensionsstromes
bemessen.
Die Bauweise mit der kreisringförmigen Abscheidekammer und die getrennte Führung des
Innenzylinders ermöglichen es, daß mit Hilfe eines stark untersetzenden Reduziergetriebes
mit koaxialer An- und Abtriebswelle, dessen Antriebswelle auf der der Drehzahl Null
gehalten wird, die Drehzahl des getrennten Teiles des Innenzylinders etwas größer
oder kleiner als die Drehzahl des Außenzylinders zu halten. Das Getriebe ist in dem
konischen Endteil des Außenzylinders, bzw. in dem konischen, den Innenzylinder abschließenden
Mantel befestigt. Vorteilhafterweise wird das Getriebe so gewählt, daß der Drehzahlunterschied
im Bereich zwischen 0,1 und 2 % liegt, insbesondere bei 0,5 %. Zum Festhalten der
Getriebe-Antriebswelle auf Drehzahl Null wird diese an dem Zentralrohr zum Abführen
der Leichtteile stillstehend gehalten. Zum Verändern der Relativgeschwindigkeit des
Innenzylinders ist diese Welle mit einem Motor antreibbar. Der getrennte und eigens
rotierbare Teil des Innenzylinders trägt vorteilhafterweise mindestens einen Schaber,
der in eine achsparallel an ihm angebrachte Nut in der Außenwand des Innenzylinders
einschiebbar ist. Dann schabt der Schaber beim Betrieb kontinuierlich den Außenzylinder
zum Freihalten von Feststoffanbackungen, indem diese Teilchen, die Schwerteile nämlich,
bei jedem Schaberdurchgang etwas aufgewirbelt und dann von den Strömungsschleppkräften
weiterbefördert werden. Vorteilhafterweise werden mehrere solcher Schaber in gleichmäßiger
Umfangsteilung am Innenzylinder angeordnet.
[0012] Mindestens am Austrittsende der Abscheidekammer, gegebenenfalls für grobe Schwerteile
auch in der Mitte und/oder gleich in der Nähe des Eintrittsabschnitts der Abscheidekammer,
ist je eine umlaufende, kreisringförmige Sammelnut vorgesehen, in die hinein die Schwerteile
fallen. In der jeweiligen Sammelnut läuft beim Betrieb, ebenfalls von dem eigens rotierbaren
Innenzylinder mitgeschleppt, ein Schieberring mit um. Dieser trägt Rippen, die die
Schwerteile in Umfangsrichtung weiterschieben, bis zu einer oder vorteilhafterweise
mehreren in gleichmäßiger Umfangsteilung vorgesehenen Öffnungen, sogenannte Spucköffnungen,
die durch die Wand des Außenzylinders führen. Diese Öffnungen werden durch eine Schieberöffnung
in dem Schieberring bei seinem Umlauf jeweils kurzzeitig aufgesteuert, d.h. geöffnet.
Infolge des Überdrucks der Suspension in der Abscheidekammer ergibt sich eine kräftige
Strömung durch diese in dem Moment geöffneten Spucköffnungen, welche die Schwerteilansammlung
in der Nähe der Rippen des Steuerschiebers mit nach außen reißt. Hier anschließend
ist eine feststehende, den rotierbaren Außenzylinder umschlingende Sammelrinne angebracht,
die die austretenden Schwerteile auffängt und ableitet.
Vorteilhafterweise werden an die Spucköffnungen an der äußeren Wand des Außenzylinders
Umlenkstücke angebracht, die die austretenden Schwerteilestrahlen relativ zur Drehrichtung
des Außenzylinders nach rückwärts lenken. Damit prallt der Strahl mit einer tangentialen
Geschwindigkeitskomponente und mit möglichst geringer Relativgeschwindigkeit auf die
Wandung der Sammelrinne, was zur Verminderung des Verschleißes günstig ist, zu weniger
Spritzwasserbildung führt und zusätzlich einen gewissen Antrieb ergibt.
Damit die mit aufkonzentrierten Schwerteilen in Kontakt kommenden Wandungen möglichst
gegen Verschleiß geschützt werden, können diese Wandungen, insbesondere also die Innenkontur
des Außenzylinders, die umlaufenden Sammelnuten, die Spucköffnungen mit den Umlenkstücken
sowie die Sammelrinnen mit verschleißfesten Beschichtungen versehen werden.
Die Aufstellungsart des Reinigers ist an sich beliebig, da die rotationsbedingte Fliehkraftbeschleunigung
ein Vielfaches der Erdbeschleunigung beträgt. Um der oben erwähnten Forderung nach
kleinerem Platzbedarf nachzukommen, wird jedoch eine vertikale Aufstellung des Apparats
bevorzugt. Dabei kann der Suspensionseintritt unten oder oben sein, wobei wiederum
der untenliegende Eintritt bevorzugt wird.
Da der Reiniger ein rasch drehendes, vergleichsweise schweres System darstellt, ist
auf sorgfältige Lagerung in bezug auf kritische Drehzahlen zu achten. Dazu werden
die beiden den Außenzylinder lagernden Lagerhäuse je auf einer Platte befestigt, die
wiederum durch steife Verbindungsteile miteinander verbunden sind. Diese Platten und
Träger bilden einen Innenrahmen, der mittels elastischer, dämpfender Elemente abgestützt
ist gegenüber Traversen eines mit recht groben Toleranzen herstellbaren Außenrahmens.
Zum Verlegen der wichtigsten kritischen Drehzahlen in unschädliche Drehzahlbereiche
können Ort, Anzahl und Härte dieser elastischen, dämpfenden Elemente nach Bedarf frei
gewählt werden.
[0013] Da die Schaber in der Abscheidekammer als Verschleißteile zu betrachten sind, ist
auf ihr leichtes Auswechseln zu achten. Dazu wird der ganze Reiniger so gebaut, daß
nach Lösen weniger Flanschverbindungen und Wegnahme eines leichten Ausbaustückes die
ganze Abscheidekammer mittels einer an dem Innenrahmen angebauten Vorrichtung abgesenkt
und ausgeschwenkt werden kann, so daß die kreisringförmige Abscheidekammer axial von
oben zugänglich wird und die gegebenenfalls verschlissenen Schaber leicht aus ihren
Nuten ausgezogen und neue in diese eingesetzt werden können.
[0014] Es ist auch vorteilhaft, an besonders verschmutzungsanfälligen Stellen, wie z.B.
Schaufeleintrittskanten der Eintrittsbeschaufelung, leicht und rasch ausbaubare Teile
in den Außenwandungen des Reinigers vorzusehen (z.B. Handlöcher u.ä.), so daß Inspektion
und/oder Reinigung während einer kurzen Stillstandszeit möglich ist.
[0015] Im weiteren wird der Erfindungsgegenstand näher beschrieben und erklärt. Die Beschreibung
bezieht sich auf die einzige Figur der Zeichnung, welche ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Reinigers schematisch, teilweise im axialen Längsschnitt, zeigt.
[0016] Die zu reinigende Stoffsuspension, eine Altpapier-Fasersuspension, wird dem vertikal
im Raum aufgestellten Reiniger durch eine Leitung 1 zugeführt. Ein elastisches Element,
z.B. ein Gummi-Kompensator 2 verhindert, daß namhafte Kräfte von der Zuleitung auf
den Reiniger übergreifen. Es folgt ein Bogen 3 mit einem Konus 4, durch welche die
Suspension in die axiale Zuströmleitung 5 geführt wird. Zwischen dem bis hierher feststehenden
und dem folgenden drehbaren Teil ist hier eine Dichtung 6 vorgesehen, entweder als
Packung oder als Gleitringdichtung ausgebildet, sowie eine Lagerung 59, die sowohl
axiale als auch radiale Kräfte aufnehmen kann. Weiterhin strömt die Suspension durch
ein Konusstück 8, das auf einem Flansch einen Zahnkranz 9 trägt, über den der gesamte
Reiniger mittels eines Zahnriemens 10 vom Motor 11 angetrieben wird. Das Konusstück
8 dient gleichzeitig als leicht ausnehmbares Ausbaustück, das bei Wartungsarbeiten
zuerst herausgenommen werden kann, wie später erklärt wird. Es ist mit verschließbaren
Handöffnungen 12 versehen, die es gestatten, die kritische, verschmutzungsanfällige
Einlaufpartie zu inspizieren und gegebenenfalls zu reinigen.
[0017] Es folgt in der Strömungsrichtung eine pumpenartige Eintrittsbeschaufelung 13, die
so geformt ist, daß sie die ankommende Strömung möglichst stoßfrei auffängt, auf größeren
Radius hinausleitet und in meridionaler Richtung entläßt. Diese Beschaufelung 13 ist
so vorgesehen, daß nirgends kleinere Durchströmspalten als z.B. 12 mm entstehen, so
daß auch recht grobe Festteile nicht zur Verstopfung des Apparats führen.
[0018] Am Austrittsende dieser Beschaufelung 13 erweitern sich die Strömungskanäle nach
Art eines Stufendiffusors sprunghaft. Eine erste erweiterte Kammer des Stufendiffusors
ist in der Zeichnung angedeutet und mit 14 bezeichnet. Von dieser erfolgt der zweite
Stufendiffusor-Sprung auf die Dimension der kreisringförmigen Abscheidekammer 15.
Der Zweck dieser stufenartigen Erweiterung der Strömungskanäle ist, eine hohe Turbulenz
der in die Abscheidekammer 15 eintretenden Suspension zu verursachen, die in der Lage
ist, einzelne Faserzusammenballungen auseinander zu reißen und eventuell darin eingewickelte,
eingepackte Leicht- und Schwerteile als auch die Fasern freizulegen. In dieser Anordnung
ist eine gleiche Anzahl der einzelnen Diffusorenkammern 14 wie die der Schaufeln 13
der Eintrittsbeschaufelung vorgesehen.
[0019] Die Abscheidekammer 15 wird durch Wände der konzentrisch und koaxial angeordneten
Außenzylinder 16 und Innenzylinder 17 gebildet und begrenzt. Im Sinne günstiger Abscheideverhältnisse
und Durchströmungen erweisen sich Radienverhältnisse des Innen- und Außenzylinders
im Bereich von 0,50 bis 0,85, insbesondere etwa 0,70 als vorteilhaft. Zum Erhöhen
der Strömungsturbulenz und dadurch Hindern der Teilchensammlungen an der Wandung ist
die Wand des Innenzylinders 17 mit nasenartigen Vorsprüngen 18 versehen. Es bietet
sich eine Reihe von bekannten Turbulenz erregenden Elementen, die in den Bereich der
Abscheidekammer 15 hineinragen zur Auswahl an.
[0020] In der Abscheidekammer 15 werden sich infolge der Fliehkräfte die Leichtteile an
der Außenwand des Innenzylinders 17 sammeln, während die Schwerteile gegen die Innenwand
des Außenzylinders 16 getragen werden. Am Austrittsende der Abscheidekammer 15 sind
Abzugsvorrichtungen 19 und 20 für die Leichtteile 19 und die Schwerteile 20 vorgesehen.
Für die Leichtteile sind schutenartige Öffnungen 19 im Innenzylinder 17 vorgesehen,
die in anschließende Abfuhrkanäle 21 einmünden. Diese Kanäle 21 werden zwischen zwei
Kegelmänteln 22 und 23 gebildet, die mittels Verbindungsrippen 24 zusammengehalten
werden und den Innenzylinder nach oben abschließen. Die Kegelmäntel enden in Dichtungen
25 bzw. 26. Die Leichtteile mit einem gewissen Anteil der Suspension fließen in ein
feststehendes Zentralrohr 27, das sich erweitert und zuletzt über ein elastisches
Element 28 nach außen führt.
[0021] Als vorteilhaft zeigt es sich, wenn der die Leichtteile begleitende Suspensionsstrom
etwa 0,5 bis 3 % der durchzusetzenden Eintrittsmenge der Suspension ausmacht.
[0022] In der Mitte des feststehenden Zentralrohres 27 befindet sich eine Welle 29, die
mit einer Getriebe-Antriebswelle 35 gekoppelt ist. Wie es später erklärt wird, dreht
sich normalerweise diese Welle 29 nicht. Sie ist aber auch motorisch drehbar zu dem
Zweck, der auch später erklärt wird. Deshalb führt die Welle 29 durch eine Dichtung
30 aus dem Zentralrohr 27 nach außen zu einem Hilfsmotor 31.
[0023] Die Schwerteile fallen am Ende der Abscheidekammer 15 in eine ringförmige, am Umfang
des Außenzylinders 16 in der Umfangsrichtung verlaufende Sammelnut 20. Damit die Schwerteile,
die irgendwo auf der Innenwand des Außenzylinders 16 auftreffen, verläßlich unterstützt
auch bis zu der Sammelnut 20 befördert werden, sind elastische Schaber 32 vorgesehen,
die am Innenzylinder 17 in einer achsparallel zur Innenzylinderachse verlaufenden
Nut 33 eingeschoben und gehalten sind. Der Innenzylinder 17 dreht sich beim Betrieb
relativ zum Außenzylinder 16 langsam, d.h. bei einer Umdrehungszahl des Außenzylinders
16 von beispielsweise 1500 pro Minute, dreht sich der Innenzylinder 17 mit z.B. 1490
U/min im gleichen Sinn. Angetrieben wird der Innenzylinder 17 mit Hilfe eines Umlauf-Reduziergetriebes
34 mit fluchtender Antriebswelle 35 und Abtriebswelle 36. Das Gehäuse dieses Getriebes
34 ist fest mit dem Kegelmantel 22 verbunden, und die Antriebswelle 35 wird mittels
der zu ihr gekoppelten Welle 29 auf Drehzahl Null gehalten resp. mit dem Hilfsmotor
31 gedreht.
[0024] Die mit den Rippen 24 verbundenen Kegelmäntel 22 und 23 sind über die Schaufeln 37
der turbinenartigen Austrittsbeschaufelung fest mit dem konischen Endteil 38 des Reinigers,
der den Abschluß des mit dem Antriebsmotor 11 rotierbaren Außenzylinders 16 bildet,
verbunden. Von diesem kraft- wie formmäßig geschlossenen System ist der die Abscheidekammer
15 im wesentlichen seinerseits begrenzende Teil des Innenzylinders 17 kraftmäßig getrennt,
so daß er eigens und separat relativ zum Außenzylinder 16 mit den oben erwähnten Mitteln
drehbar ist:
Eine Mitnehmerkupplung 39 auf der Abtriebswelle 36 treibt den getrennten Teil des
Innenzylinders 17 mit einer gegenüber dem mit dem Außenzylinder 16 verbundenen oben
besagten System etwas verminderten Drehzahl an. Damit der Teil des Innenzylinders
17 die relative Drehbewegung ausführen kann, ist er von dem inneren Kegelmantel 22
getrennt und an beiden Enden, oben wie unten, in Lagern 40 und 41 gelagert. Dichtungen
42 und 43 verhindern das Eindringen von Suspension aus der Abscheidekammer 15 in das
hohle Innere des Innenzylinders 17.
[0025] Dank der langsamen Relativbewegung zwischen dem Außenzylinder 16 und dem Innenzylinder
17 streifen die Schaber 32 entlang der Innenwand des Außenzylinders 16 und verhindern
so Anbackungen von Schwerteilen hier, wobei die Schwerteile weiter von den Strömungs-Schleppkräften
getragen werden, bis sie in die Sammelnut 20 fallen.
[0026] Die in die Sammelnut 20 gefallenen Schwerteile werden dort von in einem Schieberring
44 vorgesehenen Rippen, der ebenfalls von dem drehbaren Teil des Innenzylinders 17
über in der Nut 33 eingesetzten Arme und/oder Schleppbolzen 46 mitbewegt wird, in
Umfangsrichtung geschleppt, bis sie in den Bereich der aus der Sammelnut 20 herausführenden
Öffnungen, Spucköffnungen 47 gelangen. Durch eine durch den Schieberring 44 in Richtung
nach außen führende Schieberöffnung tritt, in dem Moment, wo sich beim Drehen des
Schieberrings 44 die Schieberöffnung an der Spucköffnung 47 befindet, ein auf bei
dem Umlauf des Schieberrings 44 eine kurze Zeitdauer begrenzter Strahl, der die Schwerteile
durch die Spucköffnung 47 austrägt und prallt auf eine Wand einer feststehenden, aus
zwei Teilstücken zusammengebauten, den Außenzylinder 16 umschlingenden Sammelrinne
49. Diese hat an mindestens einer Stelle ein Ablaufrohr 50. Dichtungen 51 zwischen
der Sammelrinne und der Außenwand des Außenzylinders verhindern, daß Spritzwasser
an unerwünschten Stellen austritt.
[0027] Vorteilhafterweise wird der aus der Spucköffnung 47 austretende Strahl so gelenkt,
daß er relativ zur Drehrichtung des Außenzylinders 16 nach rückwärts weist. Dazu wird
auf die Spucköffnung 47 auf die Außenwand des Außenzylinders 16 ein geeignetes, bogenartiges
Lenkstück aufgesetzt. (In der Zeichnung nicht gezeigt).
[0028] Vorteilhafterweise werden mehrere in symmetrischer Anordnung am Umfang des Außenzylinders
16 verteilte Spucköffnungen 47 angebracht, die zum gleichen Zeitpunkt durch den Schieberring
44 jeweils aufgesteuert werden.
[0029] Eine gleiche, nicht detailliert in der Zeichnung dargestellte Schwerteile-Austragsvorrichtung
20 kann am eintrittsseitigen Ende der Abscheidekammer 15 und/oder auch in ihrer Mitte
vorgesehen werden. Das in dem Fall, daß überdurchschnittlich schwere Schwerteile anfallen,
die dann nicht so weit nach oben transportiert werden müssen.
[0030] Der Austrag des Gutstoffes, d.h. der gereinigten Suspension, erfolgt durch den konischen
Endteil 38 des Außenzylinders mit den an ihm befestigten Schaufeln 37 der turbinenartigen
Austrittsbeschaufelung. Diese Schaufeln 37 sind auch an dem Kegelmantel 23 befestigt.
Die Schaufeln 37 sind an ihrem Austrittsende so gekrümmt, daß sie die Strömung drallfrei
in das koaxiale Austrittsrohr 53 führen. Dieses trägt eine Lagerung 54, ein sog. Loslager,
das keine axialen Kräfte aufnimmt und eine Verschiebung des Austrittsrohres 53 in
axialer Richtung zuläßt, sowie eine Dichtung 55. Es folgt ein austrittsseitiger Krümmer
56 sowie ein elastisches Zwischenstück 57 und endlich eine Austrittsleitung 58.
[0031] Die untere Lagerung 7 und die obere Lagerung 54 sind in Lagergehäusen 59 bzw. 60
eingebaut, die ihrerseits an je einer Platte 61 bzw. 62 befestigt sind, die mittels
mehrerer deformationsfreier Verbindungselemente, z.B. Rohre 63 fest miteinander verbunden
sind. Diese zwei Platten 61 und 62 bilden zusammen mit den Verbindungselementen 63
einen inneren Rahmen. Auf der einen Platte, der unteren 61, ist auch der Antriebsmotor
11 befestigt.
[0032] Der innere Rahmen, 61, 62, 63 ist mittels einer zweckmäßigen Anzahl von gummielastischen,
härteren oder weicheren, dämpfenden Elemente 64 auf einem äußeren Rahmen abgestützt,
der aus zweckmäßig angeordneten Trägern 65 zusammengebaut ist.
[0033] Der Vorteil dieser Anordnung des Reinigers in den zwei Rahmen, dem inneren und dem
äußeren, liegt darin, daß eine kritische Drehzahl des im Betrieb rotierenden Reinigers
in weiten Grenzen verändert werden kann. Mit entsprechender Wahl von Ort, Anzahl und
Härte der gummielastischen Elemente 64 kann die kritische Drehzahl so in einen unschädlichen
Drehzahlbereich verlegt werden.
[0034] An dem inneren, gegebenenfalls auch an dem äußeren Rahmen kann eine nicht gezeichnete
Schutzversicherung angebracht werden, die ein Berühren des rotierenden Reinigers verhindert.
[0035] Für Wartungsarbeiten am Reiniger, wie z.B. Auswechseln der Schaber 32, oder Inspektion
und Reinigung der Schaufelungen 13 und 37, oder Wartung des Getriebes 34 werden nach
Entferne der Sammelrinnen 49 zuerst die Flanschverbindungen des Ausbaustückes 8 gelöst,
dann wird mittels einer nicht detailliert dargestellten Vorrichtung 66 der Außenzylinder
16 gepackt, einige Millimeter angehoben, so daß das Ausbaustück 8 aus seinen Versatzungen
herausgehoben und seitlich weggenommen werden kann. Nach dem Lösen einer Flanschverbindung
bei der Sammelnut 20 kann mit der Vorrichtung 66 die gesamte Abscheidekammer 15 mit
der Eintrittsbeschaufelung 13 abgesenkt werden, bis die Getriebekupplung 39 zu dem
eigens separat rotierbaren Teil des Innenzylinders 17 zum Vorschein kommt und gestattet,
daß die ganze Abscheidekammer seitlich ausgeschwenkt wird. Jetzt können die Schaber
32 in axialer Richtung nach oben aus den Nuten 33 herausgezogen und, wenn nötig, neue
eingesetzt werden. Ebenso kann jetzt auch der nun zugängliche Schieberring 44 inspiziert
und, wenn nötig, ersetzt werden. Die beiden Beschaufelungen 13 und 37 sind ebenfalls
zugänglich.
1. Reiniger für Stoffsuspensionen, insbesondere für Altpapier-Faserstoffsuspensionen,
aus welchen Leicht- oder Leicht- und Schwerteile abzuscheiden sind, welcher Reiniger
in einem hohlen, rotierbaren Außenzylinder (16) koaxial einen mitrotierbaren Innenzylinder
(17) angeordnet hat, zwischen welchen eine kreisringförmige, axial durchströmbare
Abscheidekammer (15) freigelassen ist, der eine pumpenartige Eintrittsbeschaufelung
(13) zum Transport der Suspension in die Abscheidekammer (15) vorgeschaltet und eine
turbinenartige Austrittsbeschaufelung (37) nachgeschaltet ist, und aus welcher Abscheidekammer
(15) ein Austrag für Leichtteile (19, 27), gegebenenfalls ein getrennter Austrag für
Schwerteile (20, 49) sowie für Reinsuspension (37, 53, 56) herausführen,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Eintrittsbeschaufelung (13) unmittelbar ein Mehrfach-Stufendiffusor (14) in
Stromrichtung nachgeschaltet ist, der meridional in die Abscheidekammer (15) einmündet,
daß für den Austrag der Leichtteile Öffnungen (19) am austrittseitigen Ende des Innenzylinders
(17) vor der Austrittsbeschaufelung (37), die durch die Wand des Innenzylinders (17)
in sein Inneres führen zum Durchlassen der abgeschiedenen Leichtteile mit einem Flüssigkeitsanteil,
angeordnet sind
und daß die turbinenartige Austrittsbeschaufelung (37) zur Aufnahme und Weitertransport
des Hauptstromes der gereinigten Suspension bestimmt und ausgelegt ist.
2. Reiniger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß für den Austrag der Schwerteile an der Innenwand des Außenzylinders (16) mindestens
eine Sammelnut (20) für die abgeschiedenen Schwerteile vorgesehen ist, aus welchen
Öffnungen (47) durch die Wand des Außenzylinders (16) führen, die zum jeweils kurzzeitigen
Öffnen in zeitlichen Abständen eingerichtet sind, so daß die beim Betrieb angesammelten
Schwerteile durch die Öffnungen nach außen in zeitlichen Intervallen mit dem in der
Abscheidekammer (15) herrschenden Überdruck herausbefördert werden,
daß im Bereich der Abscheidekammer Mittel (18 bzw. 32) zum Unterstützen der Bewegung
der abgeschiedenen Schwerteile entlang der die Abscheidekammer (15) begrenzenden Wandung
im Betrieb zu den jeweiligen Austragsstellen (19 bzw. 20) sowie zum Verhindern von
Ansetzen der abgeschiedenen Teile an der Wandung vorgesehen sind.
3. Reiniger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Innenzylinder (17) geteilt ist und einen die Abscheidekammer (15) begrenzenden
Teil aufweist, der einen eigenen Antrieb hat, der es ermöglicht, beim Betrieb diesen
Teil des Innenzylinders (17) mit einer zur Drehzahl des Außenzylinders (16) unterschiedlichen
Drehzahl rotieren zu lassen.
4. Reiniger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Mittel zum Unterstützen der Bewegung der abgeschiedenen Teile die Wandung
der Abscheidekammer mit zweckmäßig ausgebildeten und versetzten Vorsprüngen (18) versehen
ist.
5. Reiniger nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der abgeteilte Teil des Innenzylinders (17) mindestens einen Schaber (32) trägt,
der beim Betrieb die an der Wand des Außenzylinders (16) abgeschiedenen Schwerteile
unter Mitwirkung der Strömungs-Schleppkräfte zu der mindestens einen Sammelnut (20)
zu befördern hat.
6. Reiniger nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der abgeteilte, gesondert antreibbare Teil des Innenzylinders (17) mit einem Schiebering
(44) über Arme (48) verbunden ist, der beim Betrieb zum Drehen in der Sammelnut (20),
damit zum Bewegen der in der Sammelnut (20) angesammelten Schwerteile in Bereich der
nach außen führenden Öffnungen (47) und zum im Betrieb zeitweiligen Abdecken und zur
kurzzeitigen Freigabe der Öffnungen (47) ausgeführt ist.
7. Reiniger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der der pumpenartigen Eintrittsbeschaufelung (13) nachgeschaltete Stufendiffusor
(14) zweistufig ausgebildet ist und daß die Anzahl der den Stufendiffusor bildenden
Einzeldiffusoren der Anzahl der Schaufeln der Eintrittsbeschaufelung (13) gleich ist.
8. Reiniger nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Stufendiffusoren folgende turbulenzanregende Bauteile (18) vorgesehen sind,
die in den Bereich der Abscheidekammer (15) hineinragen.
9. Reiniger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Radienverhältnis des Innenzylinders (17) zum Außenzylinder (16) im Bereich
zwischen 0,5 und 1, insbesondere bei 0,7 liegt.
10. Reiniger nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb des eigens antreibbaren Teiles des Innenzylinders (17) mittels eines
stark untersetzenden Reduziergetriebes (34) erfolgt, das über eine zu dem Teil koaxiale
An- und Abtriebswelle (29, 35 und 36) mit einem Hilfsmotor (31) verbunden ist, bei
welchem Reduziergetriebe (34) beim Betrieb eine etwas abweichende Drehzahl des Innenzylinders
(17) von der des Außenzylinders (16) durch Halten der Antriebswelle (29) im Stillstand
einstellbar ist.
11. Reiniger nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Betrieb der Drehzahlunterschied zwischen dem Innenzylinder (17) und dem Außenzylinder
(16) im Bereich von plus/minus o,1 bis 2,0 % vorteilhafter Weise bei 0,5 % der Drehzahl
des Außenzylinders (16) einstellbar ist.
12. Reiniger nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Austrag der Leichtteile aus dem Inneren des Innenzylinders (17) ein zu ihm
koaxiales Rohr (27) vorgesehen ist, wobei die Antriebswelle (29 und 35) koaxial zu
dem Rohr (27) in diesem geführt ist.
13. Reingier nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Betrieb die Antriebswelle (29 und 35) mittels des Hilfsmotors (31) drehbar
ist.
14. Reiniger nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mindestens eine Schaber (32) in der Wand des Innenzylinders (17) in einer
achsparallel zu diesem, an ihm verlaufenden Nut (33) befestigt ist.
15. Reiniger nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der Wand des Innenzylinders (17) eine Anzahl von Schabern (32) in gleichmäßiger
Umfangsteilung angeordnet ist.
16. Reiniger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem Außenzylinder (16) mindestens eine Sammelnut (20) für die Schwerteile am
Austrittsende der Abscheidekammer (15) vor dem Anfang der Austrittsbeschaufelung (37)
und eine Sammelnut im - in Stromrichtung gesehen - Anfangsbereich der Abscheidekammer
(15) in der Nähe des Stufendiffusors (14) vorgesehen sind.
17. Reiniger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Anzahl von aus der Sammelnut (20) führenden Öffnungen (47) vorgesehen ist,
die in gleichmäßiger Umfangsteilung angeordnet sind.
18. Reiniger nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Austragsrichtung hinter den aus der Sammelnut (20) führenden Öffnungen
(47) an dem Außenzylinder (16) Umlenkstücke befestigt sind, zum Lenken der austretenden
mit Schwerteilen beladenen Suspensionsstrahlen beim Betrieb relativ zur Drehrichtung
des Außenzylinders (16) nach rückwärts.
19. Reiniger nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß alle beim Betrieb mit aufkonzentrierten Schwerteilen in Kontakt kommenden Wandungen
und Teile mit einem verschleißfesten Belag versehen sind.
20. Reiniger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reiniger vertikal im Raum steht, wobei der Suspensionseintritt (4) unten und
die Austritte der gereinigten Suspension (53) und der Leicht (19)- und Schwerteile
(20) oben vorgesehen sind.
21. Reiniger nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Reiniger in einem leichten, steifen Innenrahmen (62, 63) gelagert ist, der
seinerseits mittels weicher und dämpfender Elemente (64) in einem stärkeren Außenrahmen
(65) eingebaut ist.
22. Reiniger nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß Anzahl, Beschaffenheit und Ort der weichen und dämpfenden Elemente (64) je nach
Bedarf veränderbar sind.
23. Reiniger nach Anspruch 5 und 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Außenzylinder (16) im Bereich des oberen Endes der Abscheidekammer (15) entlang
einer horizontalen Schnittebene teilbar ausgeführt ist, und daß so sein unterer Teil
mit dem drehbaren Teil des Innenzylinders (17) mittels einer in dem Innenrahmen (82,
63) eingebauten Vorrichtung (66) absenkbar und ausschwenkbar ist, wodurch die Abscheidekammer
(15) axial von oben im Bedarfsfall zugänglich ist für Wechsel des mindestens einen
Schabers (32).
24. Reiniger nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Inspizieren und gegebenenfalls Reinigen von besonders verschmutzungsanfälligen
Stellen leicht ausbaubare Teile (12) vorgesehen sind.