[0001] Die Erfindung betrifft ein in einem Aufzugsschacht verfahrbares Montagegerüst zur
Montage von Schachtausrüstung, bestehend aus einem Hubseilzug für den vertikalen Verhub
eines Kabinentragrahmens, an dem am unteren Ende und am oberen Ende Arbeitsebenen
angeordnet sind.
[0002] Aus der Patentschrift US-A 3 851 736 ist ein Montageverfahren und eine Vorrichtung
bekannt, bei dem und bei der die für den höchsten Schachtabschnitt vorgesehenen Führungsschienen
im Aufzugsschacht an einem mit Haken versehenen Joch aufgehängt und mittels einer
Förderwinde um eine Führungsschienenlänge hochzogen werden. Dann werden an den unteren
Enden der aufgehängten Führungsschienen die Führungsschienen für den zweithöchsten
Schachtabschnitt aufgehängt und wiederum um eine Führungsschienenlänge hochgezogen.
Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis der Schienenstrang für die Aufzugskabine
und das Gegengewicht über die gesamte Schachthöhe reicht. Nachdem das Joch am oberen
Schachtende befestigt worden ist, werden die Führungsschienen des untersten Schachtabschnittes
mit der Schachtwand verbunden und der Tragrahmen der künftigen Aufzugskabine in den
Aufzugsschacht eingesetzt. Die höher gelegenen Führungsschienen werden anschliessend
von dem als Arbeitsplattform dienenden und von der Förderwinde angetriebenen Tragrahmen
aus mit der Schachtwand verbunden.
[0003] Ein Nachteil der bekannten Einrichtung liegt darin, dass ein mechanisch aufwendiges,
an den Schachtquerschnitt anpassbares Joch notwendig ist, das Mittel zur Auflage auf
dem oberen Schachtrand aufweisen muss. Ein weiterer Nachteil der bekannten Einrichtung
liegt darin, dass das genaue Ausrichten der Führungsschienen durch den aufgehängten
Schienenstrang erschwert wird. Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass der als Arbeitsplattform
dienende Tragrahmen bereits von den zu befestigenden und auszurichtenden Führungsschienen
geführt wird, was wiederum die Montagearbeiten erschwert.
[0004] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen
gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, die Nachteile des bekannten Montageverfahrens
und der bekannten Vorrichtung zu vermeiden und eine Einrichtung zur Montage von Schachtausrüstung
anzugeben, mit der insbesondere bei grossen Förderhöhen eine weitgehende Rationalisierung
der Montagearbeiten möglich ist.
[0005] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass gleichzeitig verschiedene Montagearbeiten auf verschiedenen Ebenen ausgeführt
werden können, dass mit den Montagearbeiten bereits vor der Fertigstellung des Gebäudes
im Rohbau begonnen werden kann, was insbesondere bei Kletterbauweise von Bedeutung
ist, dass die Führung des die Arbeitsebenen aufnehmenden Tragrahmens mittels bereits
montierter und ausgerichteter Führungsschienen erfolgt und dass dadurch die am Tragrahmen
angeordnete und mit dem Geschwindigkeitsbegrenzer zusammenwirkende Fangvorrichtung
bereits während den Montagearbeiten der Führungsschienen als Sicherheitseinrichtung
verwendet werden kann.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich einen Ausführungsweg darstellenden
Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- Eine schematische Darstellung eines erfindungsgemässen in einem Aufzugsschacht verfahrbaren
Montagegerüstes,
- Fig. 2
- Einzelheiten des Montagegerüstes gemäss Fig. 1,
- Fig. 3
- Einzelheiten einer Gerüstaufhängung,
- Fig. 4
- eine Aufsicht der obersten Arbeitsebene des Montagegerüstes,
- Fig. 5
- einen Teleskopausleger zur Positionierung von Führungsschienen und
- Fig. 6
- Einzelheiten des Teleskopauslegers gemäss Fig. 5.
[0007] In den Fig. 1 bis 6 ist mit 1 ein über mehrere Stockwerke 2 reichender von Schachtwänden
3 umfasster Aufzugsschacht bezeichnet, in dem zur Montage von Schachtausrüstung ein
Montagegerüst mit einer ersten Arbeitsebene 4, mit einer zweiten Arbeitsebene 5, mit
einer dritten Arbeitsebene 6 und mit einer vierten Arbeitsebene 7 in vertikaler Richtung
verfahren wird. Die erste Arbeitsebene 4 ist am unteren Ende und die zweite Arbeitsebene
5 am oberen Ende eines Kabinentragrahmens 8 angeordnet, der nach den Montagearbeiten
zur Aufnahme der Aufzugskabine vorgesehen ist. Oberhalb des Tragrahmens 8 setzt sich
das Montagegerüst mit der dritten Arbeitsebene 6 fort und endet mit der vierten Arbeitsebene
7. Als Aufhängung des Tragrahmens 8 dient ein Hängerohr 9, eine am oberen Ende des
Hängerohrs 9 angeordnete untere Umlenkrolle 10 und eine an einem Schachtträger 11
angeordnete obere Umlenkrolle 12, die über ein 3:1 gehängtes Seil 13 eines am Tragrahmen
8 verankerten Hubseilzuges 14 verbunden sind. 15 bezeichnet den Seilfestpunkt an der
oberen Umlenkrolle 12. Der an im Aufzugsschacht 1 angeordneten Auflagewinkeln 16 aufliegende
Schachtträger 11 trägt einen Geschwindigkeitsbegrenzer 17 sowie einen Seilzug mit
Seiltrommel 18 und wird von einem Schutzgerüst 19 abgedeckt. Der Seilzug mit Seiltrommel
18 dient wie in Fig. 1 dargestellt dem Materialtransport. Dabei wird ein Seilzugseil
20 über einen am oberen Ende des Hängerohrs 9 angeordneten Auslegerkran 21 an den
Arbeitspunkt abgeleitet. Die über Leitern 22 und Durchstiegsklappen 23 erreichbaren
Arbeitsebenen 4; 5; 6; 7 sind mit Geländern 24 und nicht dargestellten Klappschranken
gesichert.
[0008] Fig. 1 zeigt, wie auf der dritten und vierten Arbeitsebene 6; 7 Gegengewichtsführungsschienen
25 montiert werden. Nicht dargestellt ist, wie gleichzeitig von sämtlichen Arbeitsebenen
aus Teile von Schachtabschlüssen montiert und Elektroinstallationen durchgeführt werden.
Der Kabinentragrahmen 8 wird mittels einer oberen Rollenführung 26 und einer unteren
Rollenführung 27 entlang einer bereits bis über die zweite Arbeitsebene 5 hinausreichenden
Kabinenführungsschiene 28 geführt. An der oberen Rollenführung 26 ist ein nicht dargestellter
Schienenendschalter mit einer auf der Schienenstirnfläche laufender Schalterrolle
angeordnet, die einen Arbeitskontakt für die Steuerung des Hubseilzuges 14 betätigt.
Sobald die Schalterrolle die Schiene verlässt, schaltet der Hubseilzug 14 ab, ohne
dass dabei die obere Rollenführung 26 über das Schienenende hinaus bewegt wird.
[0009] Fig. 2 zeigt den aus Hängeeisen 29, einer Untertraverse 30 und einer Obertraverse
31 bestehenden Kabinenentragrahmen 8. Eine an der Untertraverse 30 angeordnete Fangvorrichtung
32 arbeitet über ein nicht dargestelltes Gestänge mit einem Begrenzerseil 33 des Geschwindigkeitsbegrenzers
17 zusammen, wobei Übergeschwindigkeiten des Montagegerüstes in Abwärtsrichtung vermieden
werden. Auf die Untertraverse 30 aufgebrachte Träger 34, ein Boden 35 mit Geländer
24 und Streben 36 aus Flachstahl bilden die erste Arbeitsebene 4. An nicht dargestellten
Stirnplatten der Träger 34 werden Eckstielwinkel 37 montiert, die die oberen Arbeitsebenen
5; 6; 7 tragen. Zur Aussteifung des Montagegerüstes sind Spannseile 38 und Verbände
39 vorgesehen. Ein mit einem gabelförmigen Ende versehenes Unterteil 40 des Hängerohrs
9 ist über ein nicht dargestelltes Zwischenstück mit der Obertraverse 31 verbunden.
Am oberen Ende eines Oberteils 41 des Hängerohrs 9 sind Krananschraubplatten 42 und
die untere Umlenkrolle 10 angeordnet. Mit 46 sind bereits montierte Schachttüren bezeichnet.
[0010] In Fig. 4 sind Einzelheiten des Auslegerkrans 21 dargestellt. Ein erster Arm 43 ist
einenends an den Krananschraubplatten 42 angelenkt. Am anderen Ende des ersten Arms
43 ist ein zweiter Arm 44 angelenkt, der am äusseren Ende eine das Seilzugseil 20
ableitende Kranrolle 45 trägt. An den Gelenken sind nicht dargestellte Rastbolzen
für verschiedene Arbeitspositionen vorgesehen. Der Auslegerkran 21 ist so bemessen,
dass sämtliche Fixierpunkte der Führungsschienen erreichbar sind.
[0011] In Fig. 5 und Fig. 6 ist als weitere Ausführungsvariante des Auslegerkrans 21 ein
Teleskopausleger 47 dargestellt, der in Arbeitshöhe der obersten Arbeitsebene 7 am
Hängerohr 9 angeordnet ist. Ein Teleskoparm 48 steht einenends in gelenkiger Verbindung
mit einem am Hängerohr 9 angeordneten Träger 49. Der Teleskoparm 48 wird von einem
am unteren Ende des Trägers 49 angreifenden hydraulischen Heber 50 gestützt. Am schachtseitigen
Ende des Teleskoparms 48 ist ein Halter 51 angelenkt, an dem beispielsweise die zu
montierende Führungsschiene 25 mittig festgeklemmt wird.
[0012] Mit 52 sind Drehpunkte bezeichnet, an denen Teleskoparm 48, Träger 49, hydraulischer
Heber 50 und Halter 51 gelenkig miteinander verbunden sind. Im weiteren ist eine schachttürseitige
Anordnung des Trägers 49 vorgesehen. Bei den Montagearbeiten werden beispielsweise
Führungsschienen mittels Seilzug 18 bis auf wenige Zentimeter oberhalb Montagehöhe
gezogen und dann am Halter 51 festgeklemmt. Anschliessend wird der Teleskoparm 48
mittels hydraulischem Heber 50 soweit abgesenkt, bis die Führungsschiene ihre Endlage
erreicht hat. Nach dem Verschrauben von Stosslasche und Befestigungsbügel wird die
montierte Führungsschiene vom Halter 51 und Seilzugseil 20 gelöst.
[0013] In einer weiteren Ausführungsvariante sind anstelle des Kabinentragrahmens 8 und
des Hängerohrs 9 sich über die gesamte Montagegerüsthöhe erstreckende durch Verbandstücke
stabilisierte Hängeeisen vorgesehen, die mittels einer Untertraverse und einer Obertraverse
verbunden sind. Dabei wird an der Untertraverse die untere Rollenführung und die Fangvorrichtung
und an einer auf Tragrahmenhöhe angeordneten Zwischentraverse die obere Rollenführung
montiert. Der Auslegerkran und zwei Seilrollen sind an der Obertraverse angeordnet.
Das vom Kabinentragrahmen unabhängige Montagegerüst ist im Verhältnis 4:1 aufgehängt.
1. In einem Aufzugsschacht verfahrbares Montagegerüst zur Montage von Schachtausrüstung,
bestehend aus einem Hubseilzug (14) für den vertikalen Verhub eines Kabinentragrahmens
(8), an dem am unteren Ende und am oberen Ende Arbeitsebenen (4; 5) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass oberhalb des oberen Tragrahmenendes weitere vom Kabinentragrahmen (8) getragene
Arbeitsebenen (6; 7) angeordnet sind, von denen aus dem Kabinentragrahmen (8) vorauseilend
Kabinenführungsschienen (28) montierbar sind, sodass der Kabinentragrahmen (8) an
den fertig montierten Kabinenführungsschienen (28) mittels den üblichen Rollenführungen
(26; 27) geführt und mittels der üblichen Fangvorrichtung (32) gesichert wird.
2. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer Obertraverse (31) des Kabinentragrahmens (8) ein über die oberste Arbeitsebene
(7) hinausragendes Hängerohr (9) angreift.
3. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Hängerohr (9) zweistückig aus einem Unterteil (40) mit gabelförmigem Ende
und einem Oberteil (41) mit Krananschraubplatten (42) und einer unteren Umlenkrolle
(10) aufgebaut ist.
4. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass für den vertikalen Verhub des Montagegerüstes eine aus einer oberen an einem
Schachtträger (11) angeordneten Umlenkrolle (12), aus einem Seil (13), aus der unteren
Umlenkrolle (10) und aus dem Hubseilzug (14) bestehende Aufhängung mit einem Verhältnis
von 3:1 vorgesehen ist.
5. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der einen Seilzug mit Seiltrommel (18) und einen Geschwindigkeitsbegrenzer (17)
tragende Schachtträger (11) auf im Aufzugsschacht (1) angeordneten Auflagewinkeln
(16) angeordnet ist.
6. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf der Untertraverse (30) Träger (34) aufgelegt sind, an denen Arbeitsebenen
(5; 6; 7) tragende Eckstielwinkel (37) angreifen.
7. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass zur Aussteifung des Montagegerüstes die Eckstielwinkel (37) mittels Verbänden
(39) und Spannseilen (38) verbunden sind.
8. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mittels Geländern (24) und Streben (36) gesicherten Arbeitsebenen (4; 5;
6; 7) über Leitern (22) und Durchstiegsklappen (23) erreichbar sind.
9. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Hängerohr (9) ein Auslegerkran (21) mit einer Kranrolle (45) angeordnet ist,
an der ein Seilzugseil (20) des für den Materialtransport bestimmten Seilzugs mit
Seiltrommel (18) an den Arbeitspunkt abgeleitet wird.
10. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Auslegerkran (21) einen ersten an den Krananschraubplatten (42) angelenkten
Arm (43) und einen zweiten am ersten Arm (43) angelenkten Arm (44) aufweist, die mittels
Rastbolzen in der Arbeitsposition gehalten werden.
11. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Hängerohr (9) ein Teleskopausleger (47) mit einem Teleskoparm (48), einem
Träger (49), einem hydraulischen Heber (50) und einem Halter (51) angeordnet ist.
12. Verfahrbares Montagegerüst nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Montagegerüst anstelle des Kabinentragrahmens (8) und Hängerohrs (9) sich
über die Gerüsthöhe hinaus erstreckende Hängeeisen aufweist, die mittels einer Untertraverse
und einer Obertraverse verbunden sind, wobei an der Untertraverse Fangvorrichtung
und Rollenführung und an der Obertraverse Auslegerkran und Umlenkrollen angeordnet
sind.