(57) Bei der Herstellung von metallischen Produkten, z.B. Backöfen, besteht oftmals der
Wunsch, auf die bereits beschichtete Oberfläche an ausgewählten Stellen eine zusätzlche
Beschichtung aufzubringen, die gegenüber der ursprünglichen Beschichtung andere Eigenschaften
besitzt.
Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren ist ein folienartiger Zwischenträger vorgesehen,
der das für die Beschichtung vorgesehene Substrat als Bestandteil enthält und der
auf die grundbeschichtete Oberfläche haftend aufgebracht und unter Einwirkung von
Temperatur fest mit der Oberfläche verbunden wird.
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0002] Bei Metallteilen, die bereits eine Oberflächenbeschichtung aufweisen (z.B. bei emaillierten
Backöfen, Grillgeräten oder dergleichen) ist es oft wünschenswert, auf die Oberfläche
eine zusätzliche Beschichtung aufzubringen mit anderen physikalischen oder chemischen
Eigenschaften als die ursprünglich vorhandene Oberflächenbeschichtung. So ist es bekannt
(DE-OS 30 28 271), die vorbehandelten inneren Oberflächen eines Backofens mit einer
katalytisch selbstreinigenden Beschichtung zu versehen, wobei als Beschichtungsmaterial
ein Gemisch aus einem Katalysator und Binderstoffen verwendet wird. Dieses Beschichtungsmaterial
wird auf die vorgenannten Oberflächen aufgebracht und anschließend eingebrannt. Derartige
katalytische Beschichtungen für die Oberflächen von Backöfen sind z.B. aus DE-PS 25
17 526 bekannt und können aus einem Metalloxid, einem Silikat eines Alkalimetalls
oder einer organischen Base bestehen. Diese katalytisch wirkende Beschichtung hat
die Aufgabe, die sich an den Ofenwänden beim Garprozess niederschlagenden Rückstände
von Nahrungsmitteln zu oxidieren oder anderweitig chemisch umzuwandeln. Insbesondere
die partielle Zusatzbeschichtung von bereits beschichteten Metallteilen bereitet mit
herkömmlichen Methoden hinsichtlich des Auftrags und der genauen Begrenzung der zusätzlichen
Beschichtung Schwierigkeiten.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, mit dem mit geringem
technischen Aufwand und völlig lagegerecht eine Zusatzbeschichtung von bereits beschichteten
Oberflächen von Metallteilen erfolgen kann.
[0004] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch die im Kennzeichnungsteil des
Patentanspruches 1 angegebenen Maßnahmen. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den nachfolgenden Patentansprüchen.
[0005] Durch die Verwendung eines Zwischenträgers, vorzugsweise einer Folie auf organischer
Basis, der das ausgewählte Substrat, z.B. ein katalytisches oder ein normales Email,
enthält und der separat hergestellt und auf Lager gehalten werden kann, eröffnet sich
die Möglichkeit, Oberflächen von Metallteilen, z.B. eine grundemaillierte Backofenmuffel,
gezielt an ausgewählten Stellen mit einer zusätzlichen Beschichtung zu versehen. Der
folienartige Zwischenträger wird hierzu mit haftenden Eigenschaften versehen, was
vorzugsweise durch Aufbringen eines Verbindungsmittels erreicht wird. Dieses Verbindungsmittel
fixiert die Zusatz-Beschichtungsfolie so lange an dem Metallteil, bis durch Temperatureinwirkung
(zweiter Einbrennprozeß) eine dauerhafte und sehr innige Verbindung zwischen den vorgenannten
Teilen erzeugt wird. Es besteht hierbei der besondere Vorteil, daß die Einbrenntemperatur
niedriger gehalten werden kann als die Temperatur für das Einbrennen des ursprünglichen
Überzuges, z.B. des Grundemails. Es besteht somit keine Gefahr, daß der ursprüngliche
Überzug durch erneute Erhitzung auf dessen Einbrenntemperatur Schaden erleidet.
[0006] Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, zur Herstellung des Verbindungsmittels
die in Patentanspruch 4 angegebenen Stoffe zu verwenden. Dieses Verbindungsmittel
kann in flüssiger Konsistenz sehr einfach auf die Oberfläche oder auf eine Seite des
Zwischenträgers aufgebracht werden.
[0007] Obwohl das erfindungsgemäße Verfahren grundsätzlich zur zusätzlichen Beschichtung
aller möglichen Metallteile verwendbar ist, erweist sich dessen Anwendung bei der
Herstellung von Backöfen oder dergleichen als besonders vorteilhaft. Inbesondere bei
derartigen Produkten besteht oft die Forderung nach unterschiedlicher Oberflächengestaltung
innerhalb des Ofenraumes. So werden üblicherweise die Wandungen des Ofenraumes mit
einer Emailschicht überzogen und zusätzlich werden katalytisch beschichtete Wandelemente
im Ofenraum angebracht, die eine katalytische Selbstreinigung an besonders schmutzanfälligen
Stellen bewirken sollen. Durch das erfindungsgemäße Verfahren besteht in einfacher
Weise die Möglichkeit, an einigen vorbestimmten Stellen der Ofenwandung partiell eine
katalytische Zusatzbeschichtung fest auf der Ofenwandung aufzubringen oder umgekehrt
(bei vollständiger katalytischer Emaillierung der Ofeninnenwandungen) gezielt normale
Emailflächen zu erzeugen, z.B. dort, wo Gargutträger eingeschoben werden sollen und
die geringe Abriebfestigkeit des katalytischen Emails stören würde.
[0008] Die Erfindung wird nachstehend beispielhaft näher erläutert. Es sei angenommen, daß
eine Backofenmuffel, deren Innenwandungen in an sich bekannter Weise mit einem Grundemail
überzogen sind, partiell mit einer katalytischen Emailbeschichtung versehen werden
soll, z.B. an der oberen Muffelwandung und/oder an den Seitenwänden. Hierzu wird ein
folienartiger Zwischenträger verwendet mit einer Dicke von wenigen Zehntel Millimeter.
Dieser Zwischenträger besteht aus einem Gemisch von organischem Binder und katalytischem
Emailpulver. Auf eine Seite dieses Zwischenträgers wird ein kleberartiges Verbindungsmittel
aufgesprüht, bestehend z.B. aus einem Gemisch aus Wasserglas, Borax und Kalilauge.
Sofort danach wird die Zwischenträger-Folie auf die vorgesehene Stelle der Backofenmuffel
gelegt z.B. mit Methoden, wie sie in der Papierverarbeitung üblich sind (Greifer mit
Vakuum-Ansaugung). Anschließend wird die Zwischenträger-Folie dur ch Gummirollen angedrückt,
insb. an den Folienrändern. Hiernach wird das Teil schnell auf 150°C, anschließend
mit einer Aufheizgeschwindigkeit von z.B. bis zu 10 K/min. auf 250°C gebracht, um
das Wasser des Verbindungsmittels und die organischen Anteile der Zwischenträgerfolie
zu entfernen (Wasser und organische Anteile würden beim anschließenden Einbrand stören).
Eine dauerhafte Verbindung zwischen der grundemaillierten Oberfläche des Metallteiles
und dem Zwischenträger erfolgt dann durch einen Einbrennprozeß mit einer Temperatur,
die niedriger ist als die Grundemail-Einbrenntemperatur und etwa bei 800°C oder weniger
liegt. Hierbei geht das Verbindungsmittel eine innige Verbindung mit dem Grundemail
ein.
1. Verfahren zum Aufbringen einer Zusatzbeschichtung auf bereits mit einer Grundbeschichtung,
vorzugsweise einer Emailschicht versehene Oberflächen von Metallteilen, insb. von
Backöfen oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, daß das für die Beschichtung vorgesehene Substrat Bestandteil eines folienartigen
Zwischenträgers ist, der auf die grundbeschichtete Oberfläche aufgebracht und unter
Temperatureinwirkung fest mit der Oberfläche verbunden wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Aufbringen des Zwischenträgers
auf diesen Zwischenträger und/oder auf die Oberfläche des Metallteiles ein kleberartiges
Verbindungsmittel aufgebracht wird, das sich unter Temperatureinwirkung mit der Grundbeschichtung
innig verbindet.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Einbrenntemperatur niedriger
ist als die Temperatur, mit der die Grundbeschichtung auf der metallischen Oberfläche
eingebrannt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Verbindungsmittel aus einem Gemisch aus Wasserglas, Borax und Kalilauge oder deren
Ersatzstoffen besteht und in flüssiger Form auf den Zwischenträger und/oder die Oberfläche
des Metallteiles aufgebracht, vorzugsweise aufgesprüht wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasser im aufgebrachten
Verbindungsmittel sowie die organischen Betandteile des Zwischenträgers durch allmähliche
Aufheizung, vorzugsweise mit einer Temperatursteigerung von 10 K/min. auf 250°C entfernt
werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
für die Beschichtung vorgesehene Substrat ein katalytisch wirksames Material, vorzugsweise
ein katalytisches Email ist.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der folienartige Zwischenträger
mit katalytischem Material an den Bereichen ausgespart wird, die als Stell- oder Einschubflächen
für Gargutträger vorgesehen sind.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzbeschichtung
spezielle Emails zur Verbesserung der thermischen, mechanischen, elektrischen, chemischen
und/oder optischen Eigenschaften der Grundbeschichtung enthält.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusatzbeschichtung
das gleiche Email wie die Grundbeschichtung enthält, insb. zur Reparatur von defekten
Stellen in der Grundbeschichtung.