[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb für automatische Lanzenwechselvorrichtungen,
insbesondere für bei der Stahlherstellung nach einem Aufblasverfahren an einem vertikal
verfahrbaren Lanzenträgerschlitten anzukuppelnde und zu befestigende Lanzen, wobei
einem Kupplungskopf am Lanzenträgerschlitten die für das Frischen benötigten Stoffe,
sowie gegebenenfalls auch ein Kühlfluid , zugeführt und an der Kupplungsstelle zwischen
Kupplungskopf und Lanzenoberteil in letzteren überführt werden, und eine solche Lanzenwechselvorrichtung
je einen um eine horizontale Drehachse schwenkbaren, dem Lanzenschlitten zugeordneten
Lanzenaufnahmehaken beiderseits der senkrechten Achse des Lanzenträgerschlitten -
Kupplungskopfes aufweist, Mittel zum synchronen vertikalen Verschieben dieser Haken
relativ zum Schlitten und zum Kupplungskopf, Mittel, welche bei diesem Verschieben
der Haken an diesen eine Schwenkbewegung um deren genannte Drehachse hervorrufen,
sowie Mittel, um die an jedem Haken wirkende Last messtechnisch zu erfassen, wobei
letztere Funktion der Kraft ist, mit welcher der Lanzenoberteil durch die Haken gegen
den genannten Kupplungskopf gedrückt wird.
[0002] Eine automatische Lanzenwechselvorrichtung der vorgenannten Art wird im Dokument
LU-86985 ausführlich beschrieben. Bei dieser, im folgenden als Referenz dienende Lanzenwechselvorrichtung
geschieht der Antrieb, d. h. die Betätigung des Ankuppelmechanismus zum Ergreifen
des Lanzenoberteils und zum Anpressen desselben gegen den genannten Kupplungskopf
mittels einerseits eines Antriebsmotors mit nachgeschaltetem Untersetzungsgetriebe,
und andererseits sodann mittels eines getrennten Hubspindelsystems für jeden der beiden
genannten Haken. Obwohl diese automatische Lanzenwechselvorrichtung nach dem genannten
Dokument in jeder Hinsicht einwandfrei arbeitet, weist sie jedoch verschiedene Nachteile
praktischer Art auf. Wegen der beiden synchron zu beaufschlagenden Hubspindelsystemen
muss das genannte Untersetzungsgetriebe zwei Ausgänge aufweisen, so dass für dieses
Getriebe kein "Kataloggetriebe" in Frage kommt, sondern nur eine entsprechend teurere
Sonderanfertigung.
[0003] Durch die separate Anordnung von Getriebe und Hubspindelsystem ist die Konstruktion
desweiteren sowohl relativ teuer als auch platzraubend. Schliesslich ist die im genannten
Dokument vorgeschlagene Anordnung von Motor und Getriebe auch deshalb ungünstig, weil
sie die Möglichkeiten der räumlichen Auslegung der Zuführungsleitungen für die genannten
Frischstoffe zum Kupplungskopf hin einengt (siehe zum Beispiel hierzu in Figur 1 des
genannten Dokumentes die Leitung 6, welche notgedrungen unterhalb der Lanzenschlittenplatte
10 verlaufend angeordnet werden muss).
[0004] Zur Vermeidung dieser Nachteile des Standes der Technik ist es deshalb Aufgabe der
Erfindung, einen Antrieb der eingangs genannten Gattung vorzuschlagen, bei welchem
das System Antriebsmotor - Untersetzungsgetriebe - Hubspindelsystem optimal kompakt
und preiswert ausgelegt ist, ein Untersetzungsgetriebe in Sonderausführung nicht mehr
benötigt wird und eine wesentlich grössere Freiheit für die Verlegung der Zufuhrleitungen
zum Kupplungskopf gegeben ist.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Antrieb der eingangs erwähnten Gattung, gekennzeichnet
durch ein Hubspindelsystem, mit Hilfe dessen ein vertikal verschieblicher Aufhängungsring
für Lanzenoberteil - Aufhängungshaken angetrieben wird, wobei dieses Hubspindelsystem
aus mindestens zwei Zugstangen besteht, deren obere Extremitäten mit einem Bewegungsaussengewinde
versehen sind, mindestens zwei Getrieberädern, deren Naben zum Zusammenwirken mit
den genannten oberen Extremitäten mit einem entsprechenden Bewegungsinnengewinde versehen
sind, wobei die genannten Getrieberäder axial/radial in einem Getriebegehäuse gelagert
sind, welches seinerseits auf Kraftmessdosen aufliegt zum automatischen Abschalten
des Hubspindelantriebs beim Erreichen einer vorbestimmten Anpresskraft zwischen dem
Lanzenoberteil und einem Kupplungskopf.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen, in welchen gleiche
Teile mit den gleichen Referenzzahlen versehen sind, dargestellt und wird im folgenden
näher beschrieben. Es zeigen :
- Figur 1, eine Ansicht des prinzipiellen Aufbaus des erfindungsgemässen Antriebs mit
Antriebsmotor, einem wahlweise ersten Untersetzungsgetriebe und einem zweiten, erfindungsgemässen
Untersetzungsgetriebes mit integriertem Hubspindelsystem;
- Figur 1a, eine Seitenansicht von Links von Figur 1;
- Figur 2, eine Vorderansicht des zweiten Untersetzungsgetriebes;
- Figur 3, eine Draufsicht auf den Gegenstand nach Figur 2;
- Figur 4, eine Draufsicht auf den Gegenstand nach Figur 1.
[0007] Für den ersten Teil der nunmehr folgenden Beschreibung betrachte man vorteilhafterweise
die Figuren 1 bis 3 gleichzeitig.
[0008] In Figur 1 ist 6 ein vertikal verschieblicher Tragring (entsprechend Tragring 36
im Referenzdokument), welcher an einem Kupplungskopf 8 geführt ist und an welchem
Lanzenaufnahmehaken 10,10' (entsprechend den Haken 16,16' im genannten Dokument) schwenkbar
aufgehängt sind. Die Schwenkbewegung wird beim Verschieben des Rings 6 erzeugt durch
Pleuel 12,12', welche mit ihrer oberen Extremität schwenkbar an ortsfesten, mit dem
Kupplungskopf 8 einstückigen Ansätzen 14,14' aufgehängt sind. Für die Funktionsweise
dieses Aufhängungssystems beziehe man sich auf das genannte Dokument.
[0009] Das axiale Verschieben des Ringes 6 erfolgt erfindungsgemäss mit Hilfe von zwei Zugstangen
16,16', welche bis in ein Getriebegehäuse 18 hineinreichen und dort mit Schneckenrädern
20,20' zusammenwirken, wobei diese Teile ein Spindelsystem 22,22' bilden mit Aussengewinde
an den oberen Extremitäten 24,24' der Zugstangen 16,16' und Innengewinde in den Bohrungen
der Schneckenräder 20,20'. Die Systeme Zugstangen/Schneckenräder bilden demzufolge
eine Hubspindelsystem mit analoger Wirkung wie die Systeme 43 im genannten Dokument.
[0010] Der Antrieb der beiden Schneckenräder 20,20', welche mit ihren Naben axial/radial
am Gehäuse 18 gelagert sind, vorzugsweise mittels je zweier Kegelrollenlager (nicht
gezeigt), erfolgt synchron mittels hier durchgehender Welle 25, oder durch Kupplung
verbundenen Wellen, auf welcher die den Schneckenrädern zugeordneten Schnecken 26,26'
angeordnet sind.
[0011] In Figur 1 wird das erfindungsgemässe Antriebsystem für die automatische Lanzenwechselvorrichtung
illustrationshalber mittels Elektromotor 28 mit nachgeschaltetem Winkelgetriebe 30
bewerkstelligt. Auf diese Weise entsteht ein recht kompakter und den jeweiligen Platzverhältnissen
optimal anpassbarer Antriebsblock, da der Motor 28 in jedem beliebigen Winkel in bezug
zur Welle 25 geneigt montiert werden kann. Insofern die Platzverhältnisse es gestatten,
kann dieser E-Motor 28 natürlich auch direkt, bzw. über eine sogenannte Laterne an
das Getriebegehäuse 18 angeflanscht werden.
[0012] Als Antriebsquelle kann, an Stelle des illustrationshalber dargestellten E-Motors
28, natürlich auch beispielsweise ein hydraulisches oder pneumatisches System Verwendung
finden.
[0013] Aehnlich wie in der Vorrichtung nach dem zitierten Dokument erfolgt auch beim erfindungsgemässen
System ein Stoppen des Hubspindelantriebs, wenn eine vorbestimmte Anpresskraft des
Lanzenoberteils 32 gegen den Kupplungskopf 8 erreicht ist. Hierzu stützt das Hubspindelgetriebegehäuse
18 sich an zwei Kraftmessdosen 34,34', welche beim Erreichen dieser Anpresskraft den
Antriebsmotor abschalten, ab.
[0014] Die Draufsicht nach Figur 4 schliesslich illustriert besonders deutlich, wie sehr
der Zugang zum Kupplungskopf 8 gegenüber der Ausführung nach obengenanntem Dokument
nunmehr erleichtert wird, mit entsprechender Vereinfachung der Verlegung des genannten
Frischstoffleitungssystems 40.
[0015] In der vorstehenden Beschreibung wurde der Hubspindelantrieb illustrationshalber
als Schneckengetriebe ausgeführt. Es versteht sich von selbst, dass ein beliebiger
anderer mechanischer Antrieb Verwendung finden kann, bei welchem die beiden Hubspindeln
synchron angetrieben werden, wie z.B. ein Kettenradantrieb mit der Uebersetzung 1:1
zwischen den beiden Spindeln.
1. Antrieb für automatische Lanzenwechselvorrichtungen, insbesondere für bei der Stahlherstellung
nach einem Aufblasverfahren an einem vertikal verfahrbaren Lanzenträgerschlitten anzukuppelnde
und zu befestigende Lanzen, wobei einem Kupplungskopf am Lanzenträgerschlitten, die
für das Frischen benötigten Stoffe, sowie ggf. auch ein Kühlfluid, zugeführt und an
der Kupplungsstelle zwischen Kupplungskopf und Lanzenoberteil in letzteren überführt
werden, und eine solche Lanzenwechselvorrichtung je einen um eine horizontale Drehachse
schwenkbaren, dem Lanzenschlitten zugeordneten Lanzenaufnahmehaken beiderseits der
senkrechten Achse des Lanzenträgerschlitten - Kupplungskopfes aufweist, Mittel zum
synchronen vertikalen Verschieben dieser Haken relativ zum Schlitten und zum Kupplungskopf,
Mittel, welche bei diesen Verschieben der Haken an diesen eine Schwenkbewegung um
deren genannte Drehachse hervorrufen, sowie Mittel, um die an jedem Haken wirkende
Last messtechnisch zu erfassen, wobei letztere Funktion der Kraft ist, mit welcher
der Lanzenoberteil durch die Haken gegen den genannten Kupplungskopf gedrückt wird,
gekennzeichnet durch ein Hubspindelsystem, mit Hilfe dessen ein vertikal verschieblicher Aufhängungsring
(6) für Lanzenoberteil - Aufhängungshaken (10,10') angetrieben wird, wobei dieses
Hubspindelsystem aus mindestens zwei Zugstangen (16,16') besteht, deren obere Extremitäten
(24,24') mit einem Bewegungsaussengewinde versehen sind und mindestens zwei Getrieberädern
(20,20'), deren Naben zum Zusammenwirken mit den genannten oberen Extremitäten (24,24')
mit einem entsprechenden Bewegungsinnengewinde versehen sind, wobei diese genannten
Getrieberäder (20,20') axial/radial in einem Getriebgehäuse (18) gelagert sind, welches
seinerseits auf Kraftmessdosen (34,34') aufliegt zum automatischen Abstellen des Hubspindelantriebs
beim Erreichen einer vorbestimmten Anpresskraft zwischen dem Lanzenoberteil (32) und
einem Kupplungskopf (8).
2. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Getrieberäder (20,20') Schneckenräder sind.
3. Antrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die den Schneckenrädern (20,20') zugeordneten Antriebsschnecken (26,26') auf
einer gemeinsamen, durchgehenden Welle (25) angeordnet sind und diese Räder (20,20')
synchron antreiben.
4. Antrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneckenräder auf je einer individuellen Welle montiert sind, welche direkt
miteinander gekuppelt sind.
5. Antrieb nach den Ansprüchen 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der die Welle (25) beaufschlagende Hubspindelantrieb fakultativ ein pneumatischer
hydraulischer oder elektrischer Antrieb ist.
6. Antrieb nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Hubspindelantrieb aus einem Elektromotor (28) mit nachgeschaltetem Getriebe
besteht.
7. Antrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Getrieberäder (20,20') beliebige Räder sind, welche einen synchronen Antrieb
des Hubspindelsystems gewährleisten.
8. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Getrieberäder (20,20') Kettenräder sind, welche von einer gemeinsamen Kette
angetrieben werden.
9. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Getrieberäder (20,20') Kegelräder sind, welche von einer gemeinsamen Kegelräderwelle
angetrieben werden.
10. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Getrieberäder (20,20') Schraubräder sind, welche von einer gemeinsamen
Schraubräderwelle angetrieben werden.
11. Antrieb nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Getrieberäder (20,20') Zahnriemenräder sind, welche von einem gemeinsamen
Zahnriemen angetrieben werden.