[0001] Die Erfindung betrifft ein Drehgestell für Schienenfahrzeuge gemäß den Merkmalen
des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Für derartige Drehgestelle ist es erwünscht, daß sich die Radsätze, abhängig von
der Längssteifigkeit der primären Radsatzanlenkung, bzw. -federung, im Gleisbogen
frei einstellen können.
[0003] Für solche Drehgestelle mit radial einstellbaren Radsätzen sind eine Vielzahl von
Lösungen bekannt. Die Mehrzahl dieser Lösungen bedient sich mehr oder weniger starr
angelenkter Koppelmechanismen, die zwischen den Radsätzen oder auch zwischen diesen
und dem Fahrzeugkasten angeordnet sein können (DE 31 19 164 C2; WO 90/02068; DE 32
32 289 A1). Auch die mechanische Koppelung eines Radsatzes mit einer Antriebseinheit
ist bekannt, die auf Grund der Anordnung der Koppelelemente eine Schwenkbewegung des
Radsatzes um einen in Fahrtrichtung vor oder nach diesem gelegenen ideellen oder realen
Drehpunkt erlaubt. Weiter ist bekannt die indirekte gegenseitige Abstützung von Achsgetrieben
in Verbindung mit Radsatz-Koppelelementen (EP 0 072 535 A1).
[0004] Diese bekannten Lösungen sind wegen ihrer Vielteiligkeit aufwendig in der Montage
sowie in der Unterhaltung und erfordern die Einhaltung enger Toleranzen.
[0005] Einige Lösungen erlauben die weitgehend freie Einstellung der Radsätze aufgrund sehr
niedriger Längssteifigkeiten in der Primäranlenkung. Da diese jedoch auch die Traktionskräfte
beim Anfahren oder Abbremsen zu übertragen hat, werden die den Radsatz einstellenden
Kräfte überlagert, bzw. kompensiert. Die daraus resultierende Parallelverschiebung
des Radsatzes muß, bedingt durch die Einbaugeometrie von Antrieb und Bremse, begrenzt
werden, was auch die Einschränkung der zur Einstellung des Radsatzes erforderlichen,
einander entgegengerichteten Längswege der Primäranlenkung zur Folge hat.
[0006] Werden Radsätze von im Fahrzeugkasten aufgehängten Fahrmotoren oder Verteilergetrieben
über Gelenkwelle und Achsgetriebe angetrieben, erfordert eine Ausdrehbewegung des
Drehgestells eine Längenänderung der zwischen Fahrzeugkasten und Drehgestell angeordneten
Gelenkwelle (EP 0 072 535).
[0007] Wird bei Bogenein- oder -auslauf ein Antriebsmoment übertragen, sind zur Längenänderung
Auszugskräfte erforderlich, die den Ausdrehwiderstand des Drehgestells um ein mehrfaches
erhöhen können und, insbesondere bei hohen Antriebsleistungen, die freie Einstellung
des Drehgestells im Bogen behindern oder unmöglich machen.
[0008] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Drehgestell und insbesondere
ein Triebdrehgestell zu schaffen, bei dem eine Übertragung der Traktionskräfte derart
erfolgt, daß den Radsätzen ein nur von den Kräften der Rad-Schiene-Geometrie bestimmtes
Einstellverhalten ermöglicht wird und dem Drehgestellrahmen nur die Funktionen "Tragen"
und "Führen" verbleiben. Aufgabe der Erfindung ist weiter, ein derartiges Drehgestell
zu schaffen, welches einfach in der Montage und Unterhaltung ist und nicht höchste
Ansprüche an die einzuhaltenden Toleranzen stellt.
[0009] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Hauptanspruchs genannten
Merkmale gelöst. Besondere Ausführungen und Fortbildungen der Erfindung sind in den
weiteren Ansprüchen umfaßt.
[0010] Erfindungsgemäß ist zwischen mindestens einem der Radsätze, oder mindestens einer
mit dem Radsatz verbundenen Antriebseinheit und/oder Bremseinheit und dem Fahrzeugkasten
eine starre Lenkerstange angeordnet. Vorteilhafterweise ist die Lenkerstange in verschleißlosen,
kardanisch beanspruchbaren Elastomerelementen gelenkig gelagert, so daß die Längskräfte
zwangsfrei übertragen werden können.
[0011] Die laufwerkseitige Anlenkung muß im oder möglichst nahe dem Trägheitspol des Radsatzes,
bzw. der Antriebseinheit, oder in deren Hochachse des Massenträgheitsmoments erfolgen,
um beim Wirken von Traktionskräften in Gleisbögen das Auftreten parasitärer Momente
zu vermeiden, die eine Fehleinstellung des Radsatzes zur Folge hätten. Greift nämlich
die Lenkerstange an einem außen liegenden Punkt an, entsteht bei Ausdrehen des Drehgestells
und gleichzeitigem Auftreten von Traktionskräften ein parasitäres Moment, das zu einer
Fehlstellung des Radsatzes im Gleis führt.
[0012] Die Anlenkung am Radsatz kann bei Laufradsätzen über ein zentral angeordnetes Lager
oder über eine an den Radsatzlagern angelenkte gabelförmige Deichsel erfolgen. Bei
angetriebenen Radsätzen kann die Lenkerstange nahe dem Schwerpunkt einer elastisch
oder starr mit dem Radsatz verbundenen Antriebseinheit angelenkt werden.
[0013] Die Anlenkung der Radsätze kann individuell erfolgen oder in der Form, daß innerhalb
des Drehgestells beide Radsätze miteinander gekoppelt werden und nur eine gemeinsame
Anlenkung über die Lenkerstange an den Fahrzeugkasten besteht.
[0014] Die Koppelung von z.B. zwei Radsätzen kann hierbei so erfolgen, daß das Einstellverhalten
der einzelnen Radsätze nicht beeinflußt wird oder eine gezielte radiale Einstellung
beider Radsätze, z.B. über einen gemeinsamen zentralen Anlenkungspunkt, erreicht werden
kann.
[0015] Die erfindungsgemäße Anlenkung ermöglicht, insbesondere bei der Anwendung von Tatzlagermotoren
oder beidseitig im Rad oder auf der Radsatzwelle gefedert abgestützten Antrieben,
die Neutralisierung der Traktionsmomente, die beim Anfahren oder Abbremsen entstehen.
Um die Wendebewegungen der Radsätze mit den starr oder querelastisch montierten Antriebs-
oder Bremseinheiten nicht zu behindern, werden die letztgenannten vorteilhafterweise
über Pendel am Drehgestell-Hauptquerträger aufgehängt.
[0016] Eine ausreichend weiche Auslegung der lateralen Charakteristik des gemeinsamen zentralen
Anlenkungspunkts, sowie der primären Radsatzanlenkung erlaubt den Radsätzen, lateralen
Störungen individuell auszuweichen, ohne diese in maßgeblichem Umfang zwischen beiden
Radsätzen zu übertragen.
[0017] Reicht die Anordnung eines einzigen zentralen Anlenkungspunkts in Verbindung mit
den Längssteifigkeiten der Anlenkung am Radsatzlager nicht aus, um eine höhere Geschwindigkeit
bei stabilem Lauf zu erreichen, kann diese durch paarweise, beliebig nach außen verschiebbare
Koppelpunkte, bzw. -elemente ersetzt werden. Eine weitere Anhebung der Grenzgeschwindigkeit
ist durch die Kombination der erfindungsgemäßen Anlenkung mit einem alle Radsatzlager
mit definierten Elastizitäten verbindenden Koppelrahmen realisierbar, der dann die
Anwendung voll abgefederter Hohlwellenantriebe ermöglicht.
[0018] Bei Fahrzeugen mit Antrieb über eine Gelenkwelle auf Achsgetriebe wird die Anlenkung
parallel zur Gelenkwelle angeordnet, wobei die Lenkerstange die gleiche Länge aufweist
wie die Gelenkwelle zwischen den Gelenklagermitten. Eine Längenänderung bei Ausdrehung
des Drehgestells tritt damit nicht mehr auf. Die am Achsgetriebe erforderliche Momentenstütze
wird zweckmäßigerweise in eine gabelförmig ausgebildete Lenkerstange integriert; die
zwei benachbarte Achsgetriebe verbindende Lenkerstange wird analog ausgeführt.
[0019] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einiger Zeichnungen näher beschrieben. Dabei
zeigen:
- Fig. 1)
- eine schematische Darstellung eines Drehgestells, bei dem die Lenkerstange an einem
von zwei Radsätzen angeordnet ist;
- Fig. 2)
- eine schematische Darstellung eines Drehgestells, bei dem die Lenkerstange an einem,
alle Radsatzlager verbindenden Koppelrahmen angeordnet ist;
- Fig. 3)
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführung eins Drehgestells, bei dem
die Lenkerstange an einem von zwei Radsätzen angeordnet ist;
- Fig. 4)
- eine schematische Darstellung eines Drehgestells, bei dem an jedem von zwei Radsätzen
eine Lenkerstange angeordnet ist;
- Fig. 5)
- eine schematische Darstellung eines Drehgestells, bei dem die Lenkerstange zwischen
einer Konsole und einem mit dem Zentralzapfen verbundenen Mitnehmer angeordnet ist;
- Fig. 6)
- eine schematische Darstellung eines Drehgestells mit Koppelrahmen, bei dem die Lenkerstange
zwischen dem Koppelrahmen und einem mit dem Zentralzapfen verbundenen Mitnehmer angeordnet
ist;
- Fig. 7)
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführung eines Drehgestells, bei dem
die Lenkerstange zwischen einer Konsole und einem mit dem Zentralzapfen verbundenen
Mitnehmer angeordnet ist;
- Fig. 8)
- eine schematische Darstellung eines Drehgestells mit Antrieb über Gelenkwelle und
die Anordnung der Lenkerstange an einem Radsatz;
- Fig. 9)
- eine schematische Darstellung eines Drehgestells mit Antrieb über Gelenkwellen auf
beide Radsätze und die Anordnung der Lenkerstange an einem Radsatz;
- Fig. 10)
- eine Draufsicht auf die Ausführung eines Drehgestells nach Fig. 3;
- Fig. 11)
- eine Seitenansicht des Drehgestells nach Fig. 10.
[0020] Ein erfindungsgemäßes Drehgestell nach Fig. 1) besteht aus zwei Radsätzen 1, 2 mit
mit diesen verbundenen Antriebseinheiten 3, 4, welche über nach innen gerichtete Konsolen
5, 6 und eine starre Verbindungsstange 7 zur Übetrtragung der Traktionskräfte miteinander
verbunden sind. Die Lenkerstange 8 ist zwischen der Antriebseinheit 3 und dem Fahrzeugkasten
(nicht gezeigt) angeordnet. Zur Stabilisierung sind die Antriebseinheiten 3, 4 über
an den Konsolen 5, 6 angelenkte Pendel 9, 10, 11, 12 an dem Drehgestellrahmen (nicht
gezeigt) aufgehängt. Alle Anlenkungen sind kardanisch ausgeführt. Die hier schematisch
dargestellten Antriebseinheiten können auch Bremseinheiten oder Kombinationen von
beiden sein.
[0021] Fig. 2) zeigt ein Drehgestell mit Koppelrahmen 13, der die Radsatzlager der beiden
Radsätze 1, 2 verbindet. Die Antriebseinheiten 3, 4 weisen neben nach innen gerichteten
Konsolen 5, 6 auch nach außen gerichtete Konsolen 17, 18 auf und sind außer mit den
an den inneren Konsolen 5, 6 angelenkten Pendeln 9, 10, 11, 12 auch mit an den äußeren
Konsolen angelenkten Pendeln 15, 16 mit dem Drehgestellrahmen (nicht gezeigt) verbunden.
Der Koppelrahmen 13 weist in dem Bereich, in dem die Verbindungen zu den einzelnen
Radsatzlagern zusammenlaufen, eine nach oben gerichtete Anlenkstange 14 auf, an der
die Lenkerstange 8, die mit ihrem anderen Ende mit dem Fahrzeugkasten (nicht gezeigt)
verbunden ist, angelenkt ist.
[0022] Die Ausführung nach Fig. 3) zeigt zwei Radsätze 1, 2 mit Antriebseinheiten 3, 4 und
nach innen gerichteten Konsolen 5, 6. Hier sind die Konsolen 5, 6 innen aneinander
angelenkt, so daß keine Verbindungsstange zur Übertragung der Traktionskräfte erforderlich
ist. Bei dieser Ausführung sind nur zwei Pendel 9, 11 zwischen den Konsolen 5, 6 und
dem Drehgestellrahmen (nicht gezeigt) vorgesehen. Die Lenkerstange 8 ist zwischen
der Antriebseinheit 3 des Radsatzes 1 und dem Fahrzeugkasten (nicht gezeigt) angeordnet.
[0023] Eine Ausführung mit zwei separaten Anlenkungen ist aus Fig. 4) ersichtlich. Die beiden
Radsätze 1, 2 mit Antriebseinheiten 3, 4 und nach innen gerichteten Konsolen 5, 6,
sowie Pendeln 9, 10, 11, 12 zwischen diesen Konsolen 5, 6 und dem Drehgestellrahmen
(nicht gezeigt), sind miteinander nicht verbunden. Da hier eine Übertragung der Traktionskräfte
zwischen den Radsätzen 1, 2 nicht möglich ist, ist an den beiden Antriebseinheiten
jeweils eine Lenkerstange 8, 19 angeordnet und mit dem Fahrzeugkasten (nicht gezeigt)
verbunden. Bei Drehgestellen, bei denen nur jeweils ein Radsatz mit einer Antriebs-
oder Bremseinheit versehen ist, würde, wie hier, die Verbindung zwischen den beiden
Radsätzen, sowie die Lenkerstange an dem nicht angetriebenen oder gebremsten Radsatz
entfallen.
[0024] Fig. 5) zeigt eine andere Anordnung der erfindungsgemäßen Lenkerstange. Die beiden
Radsätze 1, 2 sind jeweils mit Antriebseinheiten 3, 4 versehen und weisen nach innen
gerichetete Konsolen 5, 6 auf, an denen, wie bereits beschrieben, Pendel 9, 10, 11,
12 angelenkt und mit dem Drehgestellrahmen (nicht gezeigt) verbunden sind. Die beiden
Konsolen 5, 6 sind über eine Verbindungsstange 7 miteinander verbunden. Die Lenkerstange
20 ist mit der einen Seite an der Konsole 5 des Radsatzes 1 und mit der anderen Seite
an einen Mitnehmer 21 angelenkt, der mit dem Zentralzapfen 22 des Fahrzeugkastens
verbunden ist.
[0025] Eine andere Ausführung eines Drehgestells zeigt Fig. 6). Hier ist das Drehgestell
mit einem Koppelrahmen 13 versehen und mit Konsolen 5, 6, 17, 18 und Pendeln 9, 10,
11, 12 versehen, wie oben zu Fig. 2) beschrieben. Die Lenkerstange 20 ist in dem Bereich
des Koppelrahmens 13 angelenkt, in dem die Verbindungen zu den einzelnen Radsatzlagern
zusammenlaufen. An ihrer anderen Seite ist die Lenkerstange 20 an einen Mitnehmer
21 angelenkt, der mit dem Zentralzapfen 22 des Fahrzeugkastens verbunden ist.
[0026] Fig. 7) zeigt wiederum ein Drehgestell mit zwei Radsätzen 1, 2 mit Antriebseinheiten
3, 4, die durch ihre nach innen gerichteten Konsolen 5, 6 miteinander verbunden sind.
Die Lenkerstange 20 ist hier an einer Konsole 5 und mit ihrer anderen Seite an dem
Mitnehmer 21 eines Zentralzapfens 22 des Fahrzeugkastens angelenkt. Die Aufhängung
der Antriebseinheiten 3, 4 erfolgt hier über einen einzigen Pendel 9, der zwischen
einem nach oben gerichteten Fortsatz 23 der Lenkerstange 20 und dem Drehgestellrahmen
(nicht gezeigt) angeordnet ist.
[0027] Fig. 8) zeigt ein Drehgestell aus zwei Radsätzen 1, 2, wobei der eine Radsatz 1 mittels
einer Gelenkwelle 24 und eines Achsgetriebes 27 angetrieben wird. Die Lenkerstange
23 ist an dem angetriebenen Radsatz 1 angelenkt und verläuft etwa parallel zu der
Gelenkwelle 24. Das Achsgetriebe 27 wird von einer gabelförmigen Verlängerung 28 der
Lenkerstange 23 oben und unten deichselartig umfaßt, wobei die Lenkerstange 23 oben
und unten an dem Achsgetriebe 27 angelenkt ist und auf diese Weise die Drehmomentenstütze
für das Achsgetriebe 27 mit integriert. An ihrem anderen Ende ist die Lenkerstange
23 an dem Fahrzeugkasten (nicht gezeigt) angelenkt.
[0028] Fig. 9) zeigt ein Drehgestell, wie Fig. 8), mit dem Unterschied, daß auch der zweite
Radsatz 2 über eine weitere Gelenkwelle 26, welche zwischen dem Achsgetriebe 27 des
einen Radsatzes 1 und einem Achsgetriebe 30 des zweiten Radsatzes angeordnet ist,
angetrieben wird. Die Lenkerstange 23, ist mit dem Achsgetriebe 27 des ersten Radsatzes
1 so verbunden, wie bei Fig. 8) geschildert. Zwischen dem Achsgetriebe 27 des ersten
Radsatzes 1 und dem Achsgetriebe 30 des zweiten Radsatzes 2 ist eine Verbindungsstange
25 zur Übertragung der Traktionskräfte angeordnet, wobei diese Verbindungsstange 25
das zweite Achsgetriebe 30 ebenfalls mit einer gabelförmigen Verlängerung 29 umfaßt,
wie bei der Lenkerstange 23 zu Fig. 8) bereits ausgeführt.
[0029] Fig. 10) und 11) zeigen die Ausführung eines Drehgestells nach der schematischen
Darstellung gemäß Fig. 3), wobei hier nur ein Pendel 9 vorgesehen ist. Das Drehgestell
besitzt zwei Radsätze 1, 2 mit Rädern 33, wobei die Radsätze über Radsatzlager 42
und Primärfedern 38 mit dem Drehgestellrahmen 37 verbunden sind. Zwischen dem Drehgestellrahmen
37 und dem Fahrzeugkasten (nicht gezeigt) sind weiter Sekundärfedern 39 angeordnet.
Beide Radsätze 1, 2 weisen Antriebseinheiten, nämlich Tatzlagermotoren 32 und Bremseinheiten
31 auf. Die Tatzlagermotoren 32 weisen an ihren Gehäusen in die Drehgestellmitte gerichtete
Konsolen 5, 6 auf, die über eine kardanische Anlenkung 34 miteinander verbunden sind.
Die zweite Konsole 6 des zweiten Tatzlagermotors 4 ist mit einer kardanischen Anlenkung
35 versehen, in der ein Pendel 9 angelenkt ist. Das Pendel 9 ist an seinem anderen
Ende wieder über eine kardanische Anlenkung 36 an dem Drehgestellrahmen 37 angelenkt.
Die Lenkerstange 8 schließlich ist mit ihrer einen Seite an dem Tatzlagermotor 32
des einen Radsatzes 1 über ein kardanisches Gelenk 40 und mit ihrer anderen Seite
über ein kardanisches Gelenk 43 an dem Fahrzeugkasten angelenkt. Auftretende Traktionskräfte
werden so von den Radsätzen über die diese verbindenden Konsolen 5, 6, bzw. die Lenkerstange
8 direkt auf den Fahrzeugkasten übertragen. Den Radsätzen wird so ein nur von den
Kräften der Rad-Schiene-Geometrie bestimmtes Einstellverhalten ermöglicht und der
Drehgestellrahmen verbleiben nur die Funktionen "Tragen" und "Führen"
1. Drehgestell für Schienenfahrzeuge,
insbesondere Triebdrehgestell,
mit einem Drehgestellrahmen aus Lang- und Querträgern, mit zwei oder mehr Radsätzen,
wobei die Radsätze über eine Primärfederung oder eine Anlenkung und eine Primärfederung
mit dem Drehgestellrahmen verbunden sind,
und wobei mit dem Drehgestellrahmen über eine Sekundärfederung oder über einen Zentralzapfen
oder dergleichen und eine Sekundärfederung ein Fahrzeugkasten verbunden ist,
wobei zwischen mindestens einem der Radsätze (1, 2), oder mindestens einer mit einem
Radsatz (1, 2) verbundenen Antriebseinheit (3, 4, 27, 32) und/oder Bremseinheit und
dem Fahrzeugkasten eine starre Lenkerstange (8, 19, 20, 23) angeordnet ist.
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lenkerstange (8, 19, 20, 23) am oder möglichst nahe dem Trägheitspol eines
Radsatzes (1, 2), an dem Radsatz (1, 2), der Antriebseinheit (3, 4, 27, 32) oder der
Bremseinheit und dem Fahrzeugkasten jeweils durch ein gummielastisches Lager (40,
43) kardanisch angelenkt ist, und daß die Lenkerstange (8, 19, 20, 23) jeweils von
dem Radsatz (1, 2), bzw. der Antriebseinheit (3, 4, 27,32) oder der Bremseinheit in
Bezug auf das Drehgestell nach außen und vorzugsweise in Richtung auf die nächstliegende
Fahrzeugkupplung angeordnet ist.
2. Drehgestell nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Radsätze (1, 2) oder die mit diesen verbundenen Antriebseinheiten (3, 4, 27,
32) horizontal in die Drehgestellmitte ausgerichtete und/oder von dem Drehgestell
in Fahrtrichtung weisende Konsolen (5, 6) und/oder eine oder mehrere Verbindungsstangen
(7, 13, 25) aufweisen.
3. Drehgestell nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Konsolen (5, 6) oder Verbindungsstangen (7, 13, 25) und dem Drehgestellrahmen
(37) oder Fahrzeugkasten mindestens ein Pendel (9, 10, 11, 12, 15, 16) angeordnet
ist.
4. Drehgestell nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Konsolen (5, 6) oder Verbindungsstangen (7, 13, 25) zweier oder mehrerer Radsätze
(1, 2), bzw. den mit diesen verbundenen Antriebseinheiten (3, 4, 27, 32) miteinander
verbunden sind.
5. Drehgestell nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verbindung der Konsolen (5, 6) oder Verbindungsstangen (7, 13, 25) kardanische
Gelenke (34) sind.
6. Drehgestell nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lenkerstange (20) zwischen einem Radsatz (1, 2), bzw. einer mit diesem verbundenen
Antriebseinheit (3, 4) und dem über dem Drehgestell liegenden Zentralzapfen (22) des
Fahrzeugkastens angeordnet ist.
7. Drehgestell nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lenkerstange (8) zwischen einem, über eine Konsole (5, 6) oder Verbindungsstange
(7, 13) mit einem Radsatz (1, 2) oder eine mit diesem verbundene Antriebseinheit (3,
4) und dem Fahrzeugkasten verbundenen Pendel (9) einerseits, und einem mit dem über
dem Drehgestell liegenden Zentralzapfen (22) des Fahrzeugkastens verbundenen Mitnehmer
(21) andererseits angeordnet ist.