[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Waschen von Wäsche nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der DE-A-32 37 785 ist es bekannt, die Wasch- und Waschhilfsmittel bei einer
Waschmaschine in Komponentenform zu bevorraten und mittels einer Dosiervorrichtung
in abgemessenen Mengen zu bestimmten Zeitpunkten den jeweiligen Waschphasen eines
Waschprozesses zuzuführen. Die Reinigungswirkung der Waschmittel-Komponenten wird
hierbei jedoch in jeder Waschphase des Waschprozesses noch nicht optimal ausgenutzt,
so daß hier durchaus noch wesentliche Verbesserungen zu erzielen sind.
[0003] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung nun die Aufgabe zugrunde,
das Verfahren zum Waschen von Wäsche in programmgesteuerten Waschmaschinen der in
Rede stehenden Art so weiter zu verbessern, daß die waschaktiven Substanzen der einzelnen
Waschmittel-Komponenten in jeder Waschphase eines Waschprozesses auch voll wirksam
werden können und damit auch restlos ausgenutzt werden.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe gemäß der Erfindung ist dem kennzeichnen den Teil des Patentanspruchs
1 zu entnehmen.
[0005] Vorteilhafte weitere Ausgestaltungen des Verfahrens nach der Erfindung sind in den
Unteransprüchen angegeben.
[0006] Durch die Erfindung wird erreicht, daß die Waschmittel-Komponenten unabhängig voneinander
bei ihrer optimalen Wirkungstemperatur dem Laugenbehälter und damit dem Waschgut zugeführt
werden und daß diesen bei den entsprechenden Temperaturen auch eine ausreichende Zeitdauer
der Einwirkung auf das Waschgut zur Verfügung steht.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand eines Arbeitsdiagramms nachfolgend
näher beschrieben.
[0008] Wie das Arbeitsdiagramm zeigt, besteht ein kompletter Waschprozeß in der Regel aus
einer Vorwasch- bzw. Einweichphase I mit niederer Temperatur, einer Waschphase II
(Hauptwäsche) mit höherer Temperatur und einer die Waschphase II abschließenden Abkühlungs-,
Spül- und Schleuderphase III. In der Vorwasch- bzw. Einweichphase I steigt die Temperatur
der Waschflotte von Kalt bis nahezu 50° C, Zeitpunkt 1, an. Zweckmäßig ist es, diese
Temperatur auf etwa 30 bis 40° C zu begrenzen. Während dieser Vorwasch-Aufheizzeit
werden der Waschflotte zunächst diejenigen Waschmittel-Komponenten zugegeben, welche
bei niedriger Temperatur bereits ihr Wirkungsoptimum erreichen. Solche Waschmittel-Komponenten
sind z. B. Wasserenthärtungsmittel und enzymhaltige Einweichmittel. Diese niedrige
Temperatur wird eine gewisse Zeitdauer beibehalten. Während dieser Zeitdauer werden
z. B. Eiweißverschmutzungen aus dem Waschgut herausgewaschen. Ab dem Zeitpunkt 3 wird
die Waschflotte auf die Höchst- bzw. Waschtemperatur aufgeheizt, die beim Zeitpunkt
4 erreicht ist und bis zum Ende des Zeitpunktes 5 auch beibehalten wird.
[0009] Die Vorwasch- bzw. Einweichphase I ist nun in vorteilhafter Weise in einen Zeitabschnitt
A mit hoher Mechanik und in einen Zeitabschnitt B mit geringerer Mechanik aufgeteilt.
Unter Mechanik wird dabei die mechanische Bearbeitung des Waschgutes in der Waschflotte
durch Bewegen der Wäschetrommel in wechselnder Drehrichtung verstanden. Der Zeitabschnitt
A beginnt dabei mit Erreichen der Vorwaschtemperatur beim Zeitpunkt 1 und endet beim
Zeitpunkt 2, bei dem dann der Zeitabschnitt B beginnt, der beim Zeitpunkt 3 mit Beginn
des Aufheizens auf die Höchst- bzw. bzw. Waschtemperatur endet.
[0010] Das Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer programmgesteuerten Waschmaschine mit
einer in einem Laugenbehälter umlaufenden Wäschetrommel und einer Einrichtung zum
automatischen Dosieren und Zuführen von vorzugsweise pumpbaren Waschmittel-Komponenten
wird nun zweckmäßig in der Weise durchgeführt, daß das Waschgut in der Vorwasch- bzw.
Einweichphase I während des Zeitabschnittes A einer hohen Mechanik und während des
Zeitabschnittes B nur einer geringen Waschmechanik ausgesetzt wird. Der Zeitabschnitt
B mit der geringen Waschmechanik ist dabei gegenüber dem Zeitabschnitt A mit der höheren
Waschmechanik von längerer Zeitdauer. Als Zeitdauer für den Zeitabschnitt A mit der
hohen Waschmechanik sind etwa 5 bis 15 Minuten vorgesehen. Die Zeitdauer für den Zeitabschnitt
B mit der geringeren Waschmechanik liegt dabei wesentlich über der Zeitdauer des Zeitabschnittes
A mit der hohen Waschmechanik. Die Zeitdauer kann hierbei eine bis mehrere Stunden
betragen.
[0011] Die hohe Waschmechanik bei diesem Verfahrensschritt ist dadurch gekennzeichnet, daß
die Wäschetrommel während des Zeitabschnittes A mehr als 50 % ( < 50 %) der Zeitdauer
in wechselnder Drehrichtung bewegt und während der restlichen Zeitdauer im Stillstand
gehalten wird. Beim Zeitabschnitt B für die geringere Waschmechanik liegt dagegen
die Bewegungs-Zeitdauer der Wäschetrommel unter 50 % ( < 50 %), vorzugsweise bei 1
bis 10 %. Der Zeitabschnitt B mit der geringeren Waschmechanik kann vom Benutzer in
vorteilhafter Weise zusätzlich zur üblichen Waschprogramm-Einstellung angewählt und
damit eingestellt werden. Nach Beendigung des Zeitabschnittes B mit der geringeren
Waschmechanik beginnt nun der Aufheiz-Zeitabschnitt C zum Erreichen einer vorgewählten
bzw. programmspezifischen Waschflottentemperatur, die bis zum Zeitpunkt 5 gehalten
wird. Ab dem Zeitabschnitt C wird mit einer dem gewählten Grundprogramm entsprechenden
Waschmechanik weitergewaschen. Während des Aufheiz-Zeitabschnittes C werden die Waschmittel-Komponenten
(Bleichmittel und/oder waschaktive Substanzen, sogenannte Tenside) für die Waschphase
II der Waschflotte zugeführt, die dann im Nachwasch-Zeitabschnitt D ihre volle Wirksamkeit
entfalten können oder die die Wirksamkeit der für Abschnitt A und B zugeführten Waschkomponenten
(z. B. Enzyme) hätten herabsetzen können.
1. Verfahren zum Waschen von Wäsche in einer programmgesteuerten Waschmaschine mit einer
in einem Laugenbehälter umlaufenden Wäschetrommel und einer Einrichtung zum automatischen
Dosieren und Zuführen von vorzugsweise pumpbaren Waschmittel-Komponenten, bei der
der Waschprozeß in eine Vorwasch- bzw. Einweichphase (I), eine Waschphase (II) und
eine Spülphase (III) aufgeteilt ist und die Waschphase (II) sich aus einem Aufheiz-Zeitabschnitt
(C) für die Waschflotte und einem Nachwasch-Zeitabschnitt (D) zusammensetzt, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Vorwasch- bzw. Einweichphase (I) die Wäsche während eines
Zeitabschnittes (A) einer hohen Waschmechanik und während eines Zeitabschnittes (B)
einer geringen Waschmechanik ausgesetzt wird und der Zeitabschnitt (B) mit der geringeren
Waschmechanik gegenüber dem Zeitabschnitt (A) mit der höheren Waschmechanik von längerer
Dauer ist und daß nach Beendigung des Zeitabschnittes (B) mit der geringeren Waschmechanik
der Aufheiz-Zeitabschnitt (C) zum Erreichen einer vorgewählten bzw. programmspezifischen
Waschflottentemperatur mit programmspezifischer Waschmechanik beginnt und daß während
dieses Aufheiz-Zeitabschnittes (C) die Waschmittel-Komponenten für die Waschphase
(II) zugeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeitabschnitt (A) mit der
hohen Waschmechanik nach Erreichen der Vorwasch- bzw. Einweichtemperatur beginnt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gegekennzeichnet, daß als Zeitdauer für
den Zeitabschnitt (A) mit der hohen Waschmechanik etwa 5 bis 15 Minuten vorgesehen
sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitdauer für den
Zeitabschnitt (B) mit der geringeren Waschmechanik wesentlich über der Zeitdauer des
Zeitabschnittes (A) mit der hohen Waschmechanik liegt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeitabschnitt (B)
mit der geringeren Waschmechanik zusätzlich zur Waschprogrammeinstellung wählbar ist.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die
Temperatur der Waschflotte während der Vorwasch- bzw. bzw. Einweichphase (I) auf max.
50° C., vorzugsweise auf etwa 30 bis 40° C begrenzt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß für den Zeitabschnitt
(B) mit der geringeren Waschmechanik mehrere Stunden vorgesehen sind.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wäschetrommel während des Zeitabschnittes (A) mehr als 50 % der Zeitdauer und während
des Zeitabschnittes (B) weniger als 50 %, vorzugsweise 1 bis 10 % der Zeitdauer in
wechselnder Drehrichtung bewegt wird.