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EP 0 502 318 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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05.07.1995 Patentblatt 1995/27 |
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Anmeldetag: 01.02.1992 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B23K 35/38 |
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Schutzgas zum WIG-, MIG-, MAG- und Plasmaschweissen
Shielding gas for TIG, MIG, MAG and plasma welding
Gaz protecteur pour le soudage TIG, MIG, MAG et à plasma
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK FR GB IT LI NL SE |
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Priorität: |
05.03.1991 DE 4106900
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.09.1992 Patentblatt 1992/37 |
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Patentinhaber: MESSER GRIESHEIM GMBH |
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D-60270 Frankfurt (DE) |
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Erfinder: |
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- Farwer, Alfward, Dr.
W-4005 Meerbusch 3 (DE)
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Entgegenhaltungen: :
DE-B- 1 000 940 DE-C- 4 028 074 GB-A- 873 406 US-A- 3 526 740
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DE-B- 1 215 835 FR-A- 1 413 620 US-A- 3 149 220
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- WELDING JOURNAL.(SUPPLEMENT) Bd. 63, Nr. 5, Mai 1984, MIAMI US Seiten 150 -155; V.P.KUJANPÄÄ
ET AL: 'Role of Shielding Gases in Discontinuity Formation inGTA Welding of Austenitic
Stainless Steel Strips'
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Schutzgas zum WIG-, MIG-, MAG- und Plasmaschweißen aus
Argon oder einem argonhaltigen Gasgemisch nach dem Oberbegriff des Anspruches 1, Sowie
ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruches 3.
[0002] Beim WIG-, MIG-, MAG- und Plasmaschweißen verwendet man ganz überwiegend reines Argon
oder argonhaltige Gasgemische mit den Komponenten Helium, Wasserstoff, Sauerstoff
und Kohlendioxid. Hierbei wird eine hohe Reinheit des Schutzgases angestrebt, weil
Verunreinigungen, z.B. Feuchte, zu schwerwiegenden Schweißfehlern führen können. Während
früher, wie es beispielsweise die DE-A-1000940 zeigt, eine Mindestreinheit von 99,99
% gefordert wurde, d.h. maximal 100 vpm Verunreinigungen, insbesondere Stickstoff
zugelassen wurden, wird heute eine Reinheit besser als 99,996 % verlangt, d.h. die
Summe aller Verunreinigungen darf höchstens 40 vpm betragen. Entsprechendes gilt für
Gemische aus Argon und Helium. Sofern das Schutzgasgemisch kein Helium enthält, liegt
der Argonanteil oberhalb 50%, in der Mehrzahl der Anwendungen bei 80% bis 90%. Bei
heliumhaltigen Gemischen liegt der Argonanteil meistens bei 50%, teilweise wird auch
mit Heliumanteilen von über 50% gearbeitet.
[0003] Höhere Gehalte an Stickstoff sind vereinzelt verwendet worden in Versuchsreihen zur
Untersuchung des Schutzgaseinflusses beim WIG-Schweißen von austenitischen Stählen.
So wird in "Welding Journal, Bd. 63, Nr. 5, Mai 1984, Miami US, Seiten 150-155, V.P.
Kujanpää u.a., Role of Shielding Gases in Discontinuity Formation in GTA Welding of
Austenitic Stainless Steel Strips" eine Schutzgaszusammensetzung aus Ar, 0,3% CO₂
und 0,013 % N₂ genannt.
[0004] Für die Auswahl des Schutzgases sind metallurgische und verfahrenstechnische Gesichtspunkte
maßgeblich. Da dabei eine Vielzahl von zum Teil gegenläufigen Kriterien zu beachten
ist, handelt es sich hierbei zwangsläufig um einen Kompromiß. Wichtige Kriterien für
die Schutzgasauswahl beim WIG-Schweißen sind z.B. Zündverhalten, Elektrodenbelastbarkeit,
Lichtbogenstabilität, Einbrandprofil, Viskosität der Schmelze und Metallurgie der
Schmelze.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für diese Schutzgasgemische die Schweißeigenschaften
zu verbessern.
[0006] Ausgehend von dem im Oberbegriff des Anspruches 1 berücksichtigten Stand der Technik
ist diese Aufgabe erfindungsgemäß gelöst mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruches
1 angegebenen Merkmalen.
[0007] Weiterhin wird ein Verfahren gemäß dem Anspruch 3 vorgeschlagen.
[0008] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0009] Es hat sich überraschend gezeigt, daß durch die erfindungsgemäße Beimischung geringer
Mengen von Stickstoff, welche einerseits deutlich über den zulässigen maximalen Verunreinigungen
im Schutzgas liegen, andererseits aber auch deutlich unter den üblichen Beimischungsmengen
von Gasgemischen liegen, sich vorteilhafte Effekte ergeben. Der Spielraum für die
Stickstoffzugabe ist daher sehr eng und bewegt sich zwischen mindestens 80 vpm und
höchstens 250 vpm.
[0010] Es hat sich überraschend gezeigt, daß sich durch diese vergleichsweise geringen Beimischungen
von Stickstoff verfahrenstechnische Verbesserungen erreichen lassen, wobei die durch
Stickstoff hervorgerufenen metalllurgisch störenden Effekte nicht auftreten. Dies
gilt nicht nur für die Stahlwerkstoffe, sondern auch für Kupfer, Nickel und Aluminium.
Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Schutzgases ist die Einbrandintensivierung
ohne Verschlechterung des Zwangslagensverhaltens.
[0011] Nicht geeignet ist das Gemisch für die sogenannten gasempfindlichen Werkstoffe Titan,
Niob, Tantal und Molybdän, für die bekanntlich die Standardreinheiten, z.B. 99,996%
für Schweißargon, nicht ausreichend sind.
[0012] Mit den heutigen technischen Möglichkeiten läßt sich das erfindungsgemäße Schutzgas
problemlos als Fertiggemisch großtechnisch herstellen, oder beim Anwender mit Zentralversorgungsanlagen
über Konzentrate beimischen.
1. Schutzgas zum WIG-, MIG-, MAG- und Plasmaschweißen, bestehend aus Argon und einer
oder mehreren Komponenten aus der Gruppe Helium, Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlendioxid,
wobei dieses Gemisch eine Reinheit besser als 99,996% besitzt, ausgenommen Gemische
aus Argon und Helium sowie Kohlendioxidgehalte gleich oder kleiner 0,3 Vol-%,
gekennzeichnet durch eine Beimischung von 80 vpm bis 250 vpm Stickstoff.
2. Schutzgas nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch eine Beimischung von 120 vpm bis 180 vpm Stickstoff.
3. Verfahren zum WIG-, MIG-, MAG- und Plasmaschweißen mit einem Schutzgas aus Argon und
einer oder mehreren Komponenten aus der Gruppe Helium, Wasserstoff, Sauerstoff und
Kohlendioxid, wobei dieses Gemisch eine Reinheit besser als 99,996% besitzt, ausgenommen
Gemische aus Argon und Helium sowie Kohlendioxidgehalte gleich oder kleiner 0,3 Vol-%,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Schutzgas 80 vpm bis 250 vpm Stickstoff beigemischt sind.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Schutzgas 120 vpm bis 180 vpm Stickstoff beigemischt sind.
1. Shielding gas for TIG, MIG, MAG and plasma welding, consisting of argon and one or
more components from the group consisting of helium, hydrogen, oxygen and carbon dioxide,
said mixture having a purity of better than 99.996%, with the exception of mixtures
of argon and helium and carbon dioxide contents equal to or less than 0.3% by volume,
characterized by an admixture of from 80 vpm to 250 vpm of nitrogen.
2. Shielding gas according to Claim 1, characterized by an admixture of from 120 vpm
to 180 vpm of nitrogen.
3. Method for TIG, MIG, MAG and plasma welding, with a shielding gas consisting of argon
and one or more components from the group consisting of helium, hydrogen, oxygen and
carbon dioxide, said mixture having a purity of better than 99.996%, with the exception
of mixtures of argon and helium and carbon dioxide contents equal to or less than
0.3% by volume, characterized in that the shielding gas is admixed with from 80 vpm
to 250 vpm of nitrogen.
4. Method according to Claim 3, characterized in that the shielding gas is admixed with
from 120 vpm to 180 vpm of nitrogen.
1. Gaz protecteur pour le soudage TIG, MIG, MAG et à plasma, comprenant de l'argon et
un ou plusieurs composants du groupe formé par l'hélium, l'hydrogène, l'oxygène, le
dioxyde de carbone, ce mélange ayant une pureté supérieure à 99,996 %, à l'exception
de mélanges d'argon et d'hélium et de mélanges à teneur en dioxyde de carbone égale
ou inférieure à 0,3 % en volume, caractérisé en ce qu'on ajoute de 80 à 250 ppm d'azote.
2. Gaz protecteur selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on ajoute entre 120
ppm et 180 ppm d'azote.
3. Procédé de soudage TIG, MIG, MAG et à plasma avec un gaz protecteur composé d'argon
et d'un ou plusieurs composants du groupe comprenant l'hélium, l'hydrogène, l'oxygène,
le dioxyde de carbone, ce mélange ayant une pureté supérieure à 99,996 %, à l'exception
de mélanges comprenant de l'argon et de l'hélium ainsi que des teneurs en dioxyde
de carbone égaux ou inférieurs à 0,3 % en volume, caractérisé en ce qu'on ajoute entre
80 ppm et 250 ppm d'azote au gaz protecteur.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'on ajoute entre 120 ppm et
180 ppm d'azote au gaz protecteur.