[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Saugform zur Herstellung von dickwandigen
Formstücken, insbesondere für Verpackungszwecke.
[0002] Verfahren und Saugformen für den genannten Zweck sind bekannt, bspw. nach Paper Trade
Journal, 13.11.53, S. 175-180. Mit einem derartigen Verfahren und entsprechenden Saugformen
können Formstücke hergestellt werden, die jedoch nur relativ dünnwandig und damit
relativ weich, d.h. bis zu einem gewissen Grade instabil sind. Diese Formstücke bedürfen,
um sie bei entsprechendeer Dünnwandigkeit überhaupt von der Saugform abnehmen zu können,
einer unmittelbar der Saugausformung nachfolgenden Entwässerungs- und Trocknungsbehandlung.
Derartige bekannte Formstücke genügen zwar bspw. in Form von "Eierkistchen" oder schalenartigen
Obst- und Gemüseunterlagen trotz ihrer Dünnwandigkeit der an sie zu stellenden Anforderungen,
sie sind aber nicht dafür geeignet sind, um Formstücke aus Polystyrol zu ersetzen,
die notwendig sind, um schwerere Gegenstände, bspw. Geräte aller Art oder Geräteteile
in einem Verpackungskarton festzulegen, obgleich dies in Rücksicht auf Umweltgesichtspunkte
in hohem Maße wünschenswert wäre. Aus diesem Grunde werden nach wie vor Geräte, Geräteteile
oder bspw. auch Wein- und Sektflaschengebinde in formangepaßten Polystyrolformstücken
und in entsprechenden Kartonagenumhüllungen eingebracht, da nur mit solchen Formstücken
eine unverschliebliche Lagerung in der Kartonage und zudem ein brusschsicherer Versand
bzw. Transport gewährleistet sind. Dem Ersatz von Polystyrolformstücken durch Formstücke
auf Basis von leicht- und umweltfreundlich verrottbarem Faserstoffmaterial stand bisher
entgegen, daß mit einem derartigen Rohmaterial, wie gesagt, nur Formstücke mit geringer
Wandstärke hergestellt werden konnten, die einerseits wegen mangelnder Eingenstabilität
im Feuchtzustand nicht unmittelbar nach Ansaugformung von der Saugform entfernt werden
können, was im Sinne einer rationalen Fertigung wünschenswert wäre und die andererseits
aufgrund ihrer Dünnwandigkeit für schwereres Verpackungsgut nicht die notwendige Verschiebe-
und Bruchsicherheit innerhalb einer Verpackungskartonage bieten können. Bezüglich
solcher Formstücke wird auf die US-A-3 016 177 und 3 115 450 verwiesen, die jedoch
nur aus entsprechend aufbereiteter Faser-Pulpe herstellbar und dünnwandig (maximal
bis 3 mm) sind und die deshalb auch einer starken rippenartigen Strukturierung bedürfen,
um sie überhaupt ausreichend steif zu machen. Einschlägige Saugformen sind nach der
DE-A-26 44 487 und nach der EP-A-0 153 101 bekannt, mit denen zwar Formkörper mit
etwas größerer Wandstärke als 3 mm hergestellbar zu sein scheinen, die aber trotzdem
hinsichtlich ihrer Stabilität zu wünschen übrig lassen und nicht ohne weiteres als
Ersatz für die vorerwähnten Polystyrol Verpackungsformstücke verwendet werden können.
[0003] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, das bekannte Verfahren der Saugausformung
und die dafür notwendigen Saugformen dahingehend zu verbessern, daß ausgehend insbesondere
von Altpapier- und/oder kartonagenabfällen in Schnitzelform damit wesentlich stabilere
Formkörper herstellbar sein sollen.
[0004] Diese Aufgabe ist mit einem Verfahren der eingangs genannten Art nach der Erfindung
dadurch gelöst,
daß zum und im Saugformwerkzeug mindestens ein weiteres, kleineres Saugformwerkzeug
in Distanz gehalten und dieses kleinere Saugformwerkzeug gleichzeitig mit dem anderen
größeren Saugwerkzeug unter Saugdruck gesetzt und dabei die beiden entstehenden Formstücke
zu einem zusammenhängenden Formstück ausgebildet werden.
[0005] Bezüglich der Saugform zur Durchführung des Verfahrens besteht diese aus einen Saugkasten
mit Vakuumanschluß und mit einer der gewünschten Form des Verpackungsformstücks entsprechenden
Saugfläche, wobei die Saugfläche aus einem formstabilen Träger mit über die Saugfläche
verteilten und zueinander beabstandeten Löchern versehen ist und daß der Träger formstückanlageseltig
mit mindestens einer feinmaschigen Lage, wie Netz-, Gitter- oder Gewebelage überdeckt
ist, deren Maschenweite kleiner gehalten ist als der Querschnitt der Löcher Davon
ausgehend und nach der Erfindung ist vorgesehen, daß in der Saugform ansaugseitig
mindestens eine weitere Saugfläche mit separatem Saugkasten angeordnet ist, die mit
ihrem der anderen Saugfläche nahen Bereich in einer Distanz, zugeordnet ist, die maximal
einer doppelten Wandstärke des herzustellenden Verpackungsformstückes entspricht.
[0006] Überraschenderweise hat sich bei dieser erfindungsgemäßen Verfahrensweise in Verbindung
mit der dafür speziell ausgebildeten Saugformgestaltung gezeigt, daß sich damit im
Verbindungsbereich Wandstärken für derartige Formstücke erreichen lassen, die dem
Doppelten der bisher erreichbaren Wandstärke entsprechen, womit sich derartig hergestellte
Formstücke nicht nur sofort vom Saugformwerkzeug abnehmen bzw. entfernen lassen, sondern
diese weisen dann auch im trockenen Zustand die notwendige Eigenstabilität auf, um
als Ersatz für die für diesen Zweck bisher verwendeten Polystyrolformstücke dienen
zu können.
[0007] Bei Beendigung des Saugvorganges wird der Unterdruck noch über eine gewisse Zeitspanne
aufrecht erhalten, um das Formstück zumindest grob zu entwässern, das allerdings aufgrund
seiner Wandstärke und trotz des noch vorhandenen Restwassergehaltes dann bereits in
sich so stabil ist, daß es schon von der Saugform abgenommen werden kann und dabei
auch seine vorgegebene Form beibehält. Außerdem sorgt aber dann auch die größere Wandstärke
nach Trocknung des Formstückes dafür, daß dieses eine ausreichende Stbailität bzw.
Steifheit besitzt, um als Ersatz für die Polystyrolformstücke dienen zu können.
[0008] Beim erfindungsgemäße Verfahren können ohne weiteres Altpapier- und/oder Kartonagenabfälle
verwendet werden, die nur einer Zerkleinerung aber keiner Aufbereitung zu einem Faseraufschluß
bedürfen, d.h., die zu Schnitzeln zerkleinerten Abfälle werden lediglich in die Aufschwemmflüssigkeit
gegeben, angeweicht und dann kann die mit Schnitzeln angereicherte Aufschwemmung direkt
verarbeitet werden.
[0009] Dabei spielt es keine Rolle, wenn in den Abfällen sehr vereinzelte Kunststoffolienschnitzel
mit enthalten sind, die sich ja häufig mit in Papier- und kartonagenabfällen befinden.
Wie sich herausgestellt hat, ist das Vorhandensein von Kunststoffschnitzeln in den
fertiggestellten Formstücken sogar vorteilhaft, da diese zur erhölten Festigkeit der
Formstücke beitragen, mehr als 5% Kunststoffschnitzel sollten aber nicht enthalten
sein.
[0010] Wie sich gezeigt hat, ist es auch nicht zwingend erfolderlich, einer Schnitzelaufschwemmung
im Wasser zusätzliche Bindemittel zuzusetzen, da sich in jedem Falle beim Ansaugvorgang
ausreichende Schnitzelvernetzungen ergeben, die dann im Fertigzustand des jeweiligen
Formstückes diesem eine ausreichend stabile Innenstruktur vermitteln. Außerdem bringt
das zu verarbeitende Rohmaterial sowieso noch einen gewissen Anteil an Bindemittel
mit, das in der Aufschwemmung in Lösung gegangen ist. Sofern dennoch Bindemittel der
Aufschwemmung zugesetzt werden, so kommen für solche Bindemittel solche in Frage,
wie sie bei der Papierherstellung üblich sind, also bspw. mit kochender Sodalösung
bzw. Natronlauge verseiftes Kolophonium, aber auch Phenolharze, Cumaron-, Montanharze
oder Harze aus Zellstoffablaugen. Es können dafür außer Harzleimen als Zusatzstoffe
zur Leimung auch Casein, Stärke, Tierleim, Wasserglas od. dgl. zur Anwendung kommen.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren, die zugehörige Saugform und weitere vorteilhafte
und praktische Ausführungsformen werden nachfolgend anhand der zeichnerischen Darstellung
von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
[0012] Es zeigt schematisch
- Fig. 1
- stark vergrößert einen Abschnitt der Saugfläche mit einem entsprechenden Abschnitt
das darauf angesaugten Rohmaterials für die Ausbildung des Formstückes;
- Fig. 2
- noch stärker vergrößert einen Schnitt durch die erfindungsgemäß ausgebildete Saugfläche;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf die Saugfläche von der Rohmaterialauflageseite aus gesehen;
- Fig. 4
- einen Schnitt durch einen Saugkasten Art;
- Fig. 5
- einen Schnitt durch einen Saugkasten in besonderer Ausführungsform;
- Fig. 6
- die Ansicht eines Formstückes von der "Rohseite" her gesehen;
- Fig. 7
- einen Schnitt durch das Formstück gemäß Fig. 6 in Verbindung mit einem zu verpackenden
Gegenstand;
- Fig. 8, 9
- im Schnitt besondere Ausführungsformen der Saugfläche;
- Fig. 10
- perspektivisch und geschnitten das Beispiel eines Formstückes und
- Fig. 11
- ein Fließschema des Verfahrens.
[0013] Zunächst wird der grundsätzliche Aufbau einer Saugform beschrieben.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich, besteht die Saugforms aus einem Saugkasten 1 mit Vakuum-
bzw. Unterdruckanschluß 2 und einer der gewünschten Form des Formstückes VS anqepaßten
Saugfläche 3. Sofern, wie in Fig. 4 dargestellt, der Saugkasten 1 mit einer Abdeckelung
9 versehen ist, weist diese einen entsprechend weit bemessenen Einströmanschluß 10
für die Aufschwemmung auf, durch den die Aufschwemmung beim Eintauschen des ganzen
Formkastens 1 in die Aufschwemmung in den Formhohlraum einströmt. Um mit einer solchen
Saugform Formstücke VS mit einer Wandstärke S von mindestens 4 bis 6 mm herstellen
zu können, ist die Saugfläche 3 gemäß Fig. 1 derart ausgebildet, daß die Saugfläche
3 aus einem formstabilen Träger 4 mit über die Saugfläche verteilten und zueinander
beabstandeten Löchern 5 besteht (siehe auch Fig. 3), wobei der Träger 4 auf der Seite,
auf der das Formstück VS gebildet werden soll, mit mindestens einer feinmaschigen
Lage 6 wie Netz-, Gitter- oder Gewebelage (bspw. aus Nylon) überdeckt ist, deren Maschenweite
wesentlich kleiner gehalten ist als der Querschnitt der Löcher 5. Die Löcher 5 haben
dabei einen Durchmesser D von 1 bis 2 mm, vorzugsweise 1,5 mm und einen Abstand A
zueinander von 4 bis 6 mm, vorzugsweise 5 mm. Bevorzugt wird für die Lage 6 Kupferdrahtgewebe
verwendet, das eine Drahtstärke von 0,2 bis 0,4 mm hat, wobei die Drähte 7 im Gewebe
zueinander einen Abstand A₁ von 0,3 bis 0,5 mm haben. Als besonders vorteilhaft und
wirksam hat sich erwiesen, daß die sich kreuzenden Drähte 7 der feinmaschigen Lage
6 in zwei Ebenen E, wie in Fig. 2 verdeutlicht, erstreckt sind. Durch die vergrößerte
Darstellung gemäß Fig. 2 ist verdeutlicht und wie mit Pfeilen angedeutet, daß sich
gewissermaßen Querströme in der Lage 6 ergeben, die offenbar mit dafür maßgebend sind,
daß sich das in der Aufschwemmung befindliche Rohmaterial in gewünscht großer Schichtdicke
auf der Lage 6 absetzen kann, was nicht möglich ist, wenn nur eine siebartige, relativ
dünne und nur einen begrenzten Unterdruck zulassende Saugfläche benuzt wurde, die
sich entsprechend schnell zusetzte und damit der Schichtdicke eine zu frühe Grenze
setzte. Es können natürlich auch mehrere, sehr dünne Lagen 6 übereinander angeordnet
werden, die im einzelnen eine Stärke von maximal nur ca. 1 mm haben. Bei dieser Lage
6 darf es sich also nicht um ein entsprechend dünnes und lediglich gelochtes Blech
handeln, da sich an einem solchen Blech keine Querströmung ergeben kann. Bei einer
mehrschichtigen Ausbildung der Lage 6 (siehe Fig. 8) kann die Maschenweite der einzelnen
Lagen durchaus der Größe der Löcher 5 gleich oder angenähert gleich sein, da sich
dabei gewissermaßen eine Staffelung der Durchlässe in der Tiefe ergibt. Je nach Materialauswahl
für die Lagen 6 können bspw. auch eine oder mehrere Lagen 6 die Funktion des Trägers
4 übernehmen, d.h. diesen ersetzen, wobei die ansaugseitige Lage 6' dem Formstück
seine feine Oberflächenstruktur vermittelt. Bei einer solchen Ausbildung ist natürlich
Voraussetzung, daß es sich beim Material für die lagen 6 um formstabiles Material
handelt, d.h. es darf bspw. kein weiches Textilgewebe sein.
[0014] Beim für die Ausbildung der Lage 6 zu verwendenden Material kann es sich sowohl um
nicht formstabiles als auch, dies bevorzugt, um formstabiles Material handeln, wobei
im letzteren Fall die Möglichkeit besteht, die Lage 6 bspw. durch einen Preßvorgang
in entsprechenden Werkzeugen der Form des Trägers 4 anzupassen und diese am Träger
4 in geeigneter Weise zu fixieren. Die Draufsichtsdarstellung (in Pfeilrichtung P
gemäß Fig. 2) in Fig. 3 entspricht bezüglich der Abmessungen einer tatsächlichen Ausführungsform,
bei der die Löcher 5 eine Lochgröße mit etwa 1 mm Durchmesser haben, wobei die Lage
6 eine zwei- bis vierfach kleinere Maschenweite aufweist, und wobei ferner flächige
F und streifenförmige Abfälle SA, wie dargestellt, in der zugeführten Aufschwemmung
enthalten sind. Flächige Abfälle, also Schnitzel, haben dabei Größen von etwa 1 bis
6 cm², mit denen die besten Ergebnisse erzielt werden konnten. Steifenförmige, also
sauerkrautähnliche Abfälle SA, wie sie beim Zerkleinern von bspw. Aktenpapieren anfallen,
haben dabei Abmessungen von etwa 1 bis 5 mm Breite und ca. 10 bis 30 cm Länge.
[0015] Die Saugflächen 3 in den Formkästen 1 gemäß der Fig. 4, 5 sind dort in einfachster
Form dargestellt. Andere und wesentlich kompliziertere Formgebungen des Trägers 4
und der zugehörigen Lage 6 sind jedoch ohne weiteres möglich, wobei nur darauf zu
achten ist, daß sich keine Bereiche ergeben, in denen die saugwirksamen Bereiche sich
gegenseitig abschirmen, was zu einer Verhinderung des Niederschlages bzw. Ansaugens
von Rohmaterialteilchen führen würde.
[0016] Insbesondere in Rücksicht auf kompliziertere Formgebungen der Formstücke und der
damit verbundenen, erschwerten Ausformbarkeit des hergestellten Formstückes, aber
auch bei einfachen Formgebungen, wie dargestellt, besteht eine vorteilhafte Ausbildung
der Saugform F darin, diese mindestens zweiteilig und damit die Formteile F₁ und F₂
auseinander bewegbar auszubilden. Bei einem einfachen Formkasten 1, wie in Fig. 4
dargestellt, genügt dafür ein geeignetes Gelenk 14, um die Formoberteile 9 aufschwenken
zu können. Es ist aber auch möglich, und zwar insbesondere für komplizierte Formkästen
gemäß Fig. 5, Hubfürungen 15 vorzusehen, mit deren Hilfe das Oberteil angehoben werden
kann. Wie sich gezeigt hat, ist dabei das ausgebildete Formstück aufgrund seiner größeren
Wandstärke durchaus in der Lage, den bei Teilung der Form auftretenden Belastungen
zu widerstehen, d.h., nicht zu zerreißen. Mit der erreichbaren größeren Wandstärke
ist also auch der Vorteil einer Ausformbarkeit mit Hilfe teilbarer Formen gegeben.
Bei den in Fig. 4, 5 dargestellten Formen ergeben sich durch die Abdeckungen 9 saubere
Ränder an den Formstücken.
[0017] Die erfindungsgemäße Ausbildung der Saugform F gemäß Fig. 5 besteht darin, daß in
der Saugform F ansaugseitig mindestens eine weitere Saugfläche 3' mit separatem Saugkasten
1' angeordnet ist, wobei dieser Saugkasten 1' über einen separaten Saugstutzen 1''
verfügt. Die weitere Saugfläche 3' ist dabei mit ihrem der anderen Saugfläche 3 nahen
Bereich 8 in einer Distanz D₁ zugeordnet, die maximal etwa einer doppelten Wandstärke
S des herzustellenden Formstückes VS entspricht. Damit ist es möglich und wie ohne
weiteres erkannbar, das Formstück VS mit verseifenden Stegausbildungen 11 zu versehen,
die zur weiteren Stabilität des Formstückes VS wesentlich beitragen, insbesondere
was die mehr oder weniger großen Randbereiche 12 des Formstückes betrifft. Hierzu
wird bspw. auf die Fig. 6, 7 verwiesen, wobei Fig. 6 eine Ansicht eines hergestellten
Formstückes VS von der nicht glatten Seite her darstellt und die Fig. 7 einen Schnitt
durch ein solches Formstück, wobei, wie ebenfalls aus Fig. 7 ersichtlich, zwei solcher
Formstücke zur Fixierung eines zu verpackenden Gegenstandes G in einer Kartonage K
dienen. Die Steghohlräume 13, wie in Fig. 6 angedeutet, ergeben sich dabei durch die
zusätzlich in der Form F entsprechend angeordneten Saugflächen 3' gemäß Fig. 5.
[0018] Was den Abstand der Löcher 5 im Träger 4 zueinander betrifft, so ist diesbezüglich
als wesentlich zu beachten, daß einerseits insgesamt ein ausreichend großer Saugquerschnitt
entsteht und andererseits der Träger 4 eine ausreichend hohe Stabilität erhält, um
sich bei angelegten hohen Unterdrücken (bspw. 120 mb) nicht bezgl. seiner vorgegebenen
Form zu deformieren. Auch hierbei sind also die Abstandswerte fließend, da diese von
der Lochgröße, dem Trägermaterial, der Wandstärke des Trägers und letztlich auch vom
Material der unmittelbar auf den Träger 4 aufgebrachten feinmaschigen Lage 6 abhängen.
Insoweit sind also auch die Lochabstände (bspw. dem Durchmesser der Löcher 5 entsprechend)
ebenfalls eine zu beachtende Einflußgröße für die zu erzielende Wandstärke der Formstücke.
[0019] In Fig. 11 ist das Fließschema des gesamten Verfahrens dargestellt. Die Papierabfälle
16 werden in einer geeigneten Zerkleinerungsmaschine 17 auf die gewünschte Schnitzelgröße
gebracht und in den Mischtank 18 befördert, dem aus einem Tank 19 eine ausreichende
Menge Aufschwemmflüssigkeit zugeleitet wird. Diese Flüssigkeit mit den darin enthaltenen
und aufgeweichten Schnitzeln gelangt dann in das eigentliche Arbeitsbecken 20, in
das die Formkästen 1 mit einer geeigneten Hubmechanik 21 eingetaucht werden, wobei
diese Formkästen 1 über eine Vakuumleitung 22 und einen druckdicht geschlossenen Abscheidebehälter
23 mit einer Vakuumpumpe 24 saugseitig verbunden sind. Die abgesaugte Flüssigkeit
wird aus dem Behälter 23 mit einer Pumpe 25 in den Tank 19 zurückgefördert und nimmt
von da aus wieder am Kreislauf teil. Wie gestrichelt angedeutet, sind alle Tanks und
Behälter doppelt vorgesehen und entsprechend sinngemäß in die Anlage eingebunden.
Diese Doppelanordnung dient insbesondere dazu, in den Mischbehältern 18 bei fortlaufender
Produktion ausreichend Zeit für das Anweichen der jeweils eingegebenen Schnitzelcharge
zu haben.
Ausführungsbeispiel:
[0020] Hierzu wird ebenfalls auf Fig. 11 Bezug genommen. Die aus den Papierabfällen 16 mit
der Zerkleinerungsmaschine 17 hergestellten Schnitzel haben eine geometrisch nicht
definierbare Form, aber eine Zuschnittsgröße in der Größenordnung von 1 bis 6 cm².
Im Mischbehälter werden ca. 500 Ltr. Flüssigkeit mit einer Schnitzelmenge von 3 bis
5 kg angesetzt und vermischt. Die Flüssigkeitstemperatur entspricht der normalen Umgebungs-
bzw. Leitungstemperatur, kann aber erhöht werden, wenn dies die Eigenart der Schnitzel
verlangen sollte. Bei einem Fertiggewicht des herzustellenden Formstückes im trockenen
Zustand von ca. 200 g, was einer Formkastengröße von etwa 400x400x150 mm³ entspricht,
dauert der Saugvorgang bei einem angelegten Saugdruck von ca. 120 mb am Formkasten
1 und bei einer Wandstärke des herzustellenden Formstückes von 5 bis 6 mm nur ca.
3 bis 5 sec. Die Restfeuchte im hergestellten Formstück ist davon abhängig, wie lange
der Saugdruck am Formkasten 1 angelegt bleibt, wenn dieser aus der Aufschwemmung im
Arbeitsbecken 20 mittels der Hubmechanik 21 herausgehoben ist. Nach der Entnahme aus
dem Formkasten 1 wird das Formstück bzw. werden die Formstücke in einem Trockner 26
getrocknet.
[0021] Das mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der Vorrichtung herstellbare Formstück
VS ist in Fig.10 perspektivisch dargestellt, wobei die dargestellte Form nur als Beispiel
zu verstehen ist. Wesentlich ist dabei, daß in der Rinne 30 auf der Rohseite des Formstückes
VS, was nur gestrichelt an einer Stelle angedeutet ist, versteifende Stegausbildungen
11 vorhanden sind, die die Steghohlräume 13 begrenzen. Von der Rohseite aus gesehen(
in Richtung des Pfeiles 31), weisen diese Stegholräume 13 glatte Wände auf und haben
einen Boden 32, der die doppelte Wandstärke S des Formstückes VS aufweist. Wie aus
Fig. 6 ersichtlich, können auf der Rück- bzw. Rohseite des Formstückes mehrere solche
Steghohlräume 13 vorgesehen werden, d.h., in der erfindungsgemäßen Saugform gemäß
Fig.5 ist dann eine entsprechende Anzahl zusätzlicher, separater Saugkästen 1' angeordnet.
Diese zusätzlichen Saugkästen 1' sind am Deckel 9 befestigt, der entsprechend große
Masseeinströmöffnungen 33 aufweist.
1. Verfahren zur Herstellung von dickwandigen Formstücken, insbesondere für Verpackungszwecke,
insbesondere aus Altpapier und/oder Kartonagenabfällen, wobei das in einer Wasseraufschwemmung
enthaltene Rohmaterial aus der Aufschwemmung mittels eines Saugformwerkzeuges auf
die der Form des Verpackungsformstückes entsprechende Saugfläche aufgesaugt und auf
das aufgeschwemmte und anzusaugende Rohmaterial in der Aufschwemmung der Sog am Saugformwerkzeug
durch zueinander beabstandete Löcher der Saugfläche und durch eine aus einer oder
mehreren Schichten bestehenden, unmittelbar vor der Saugfläche angeordneten, sogdurchlässigen
Lage mit kleinerer als der Lochgröße bemessenen Maschenweite ausgeübt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum im Saugformwerkzeug mindestens ein weiteres, kleineres Saugformwerkzeug in
Distanz gehalten und dieses kleinere Saugformwerkzeug gleichzeitig mit dem anderen
größeren Saugwerkzeug unter Saugdruck gesetzt und dabei die beiden entstehenden Formstücke
zu einem zusammenhängenden Formstück ausgebildet werden.
2. Saugform zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem Saugkasten
(1) mit Vakuumanschluß (2) und mit einer der gewünschten Form des Verpackungsformstückes
(VS) entsprechenden Saugfläche (3), wobei die Saugfläche (3) aus einem formstabilen
Träger (4) mit über die Saugfläche verteilten und zueinander beabstandeten Löchern
(5) versehen ist und daß der Träger (4) formstückanlageseitig mit mindestens einer
feinmaschigen Lage (6), wie Netz-, Gitter- oder Gewebelage überdeckt ist, deren Maschenweite
kleiner gehalten ist als der Querschnitt der Löcher (5),
dadurch gekennzeichnet,
daß in der teilbaren Saugform (F) ansaugseitig mindestens eine weitere Saugfläche
(3') mit separatem Saugkasten (1') angeordnet ist, die mit ihrem der anderen Saugfläche
(3) nahen Bereich (8) in einer Distanz (D₁) zugeordnet ist, die maximal einer doppelten
Wandstärke (S) des herzustellenden Verpackungsformstückes (VS) entspricht.
3. Saugform nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Saugform (F) mit einem Deckel (9) versehen ist, an dem der mindestens eine
zusätzliche Saugkasten (1') angeordnet und der mit Masseeinströmöffnung (32) versehen
ist.
4. Saugform nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die sich kreuzenden Stränge (7) der mindestens einen feinmaschigen Lage (6) in
zwei Ebenen (E) erstreckt sind.
5. Saugform nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Lage (6) formstabil ausgebildet und der Form des Trägers (4)
vorgeformt angepaßt ist.
6. Saugform nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Löcher (5) des Trägers (4) einen Druchmesser (D) von 0,5 bis 3 mm, vorzugsweise
1 bis 2 mm haben und der Abstand (A) zweier Löcher (5) zueinander 2 bis 8 mm, vorzugsweise
5 mm beträgt.
7. Saugform nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Saugform (F) mindestens zweiteilig und die Formteile (F₁, F₂) auseinander
bewegbar ausgebildet sind.
1. A process for the manufacture of thick-walled preforms, in particular, for packing
purposes, especially from waste paper and/or cardboard waste, with the raw material
contained in a water wash being sucked from the wash by means of a suction-type pulp
moulding tool onto the suction surface conforming to the shape of the packing preform,
wherein the suction on the moulding tool is exerted on the washed and sucked-in raw
material within the wash, through spaced-apart holes in the suction surface and through
a suction-permeable coating composed of one or more layers,with the coating being
disposed immediately ahead of the suction surface and being of a mesh size dimensioned
smaller than the hole size,
characterized in
that at least one additional smaller-sized suction-type pulp moulding tool is kept
in spaced relationship from the suction-type moulding tool, and that the said smaller-sized
suction-type moulding tool along with the other larger-sized suction-type moulding
tool is placed under suction pressure, with the two resultant preforms being formed
to constitute one coherent preform.
2. A suction-type pulp mould for carrying out the process according to claim 1, comprising
a plenum chamber (1) having a vacuum connection (2) and a suction surface (3) conforming
to the desired shape of the packing preform (VS), with the suction surface (3) of
a form-stable carrier (4) being provided with spaced-apart holes (5) distributed throughout
the suction surface, and with the carrier (4), at the abutment side of the preform
being covered by at least one fine-mesh coating (6), such as a grid, lattice or fabric
coating the mesh size of which is dimensioned smaller than the cross-section of the
holes (5), characterized in that disposed in the divisible suction-type mould (F),
at the intake side thereof, is at least one other suction surface (3') having a separate
plenum chamber (1'), which suction surface (3') with the area thereof (8) close to
the other suction surface (3), is disposed at a space (D₁) which, at best, corresponds
to the double wall thickness (S) of the packing preform (VS) to be manufactured.
3. A suction-type mould according to claim 2, characterized in that the suction-type
mould (F) is provided with a cover (9) on which is arranged the at least one additional
plenum chamber (1') and which is provided with a material in-flow opening (32).
4. A suction-type mould according to claims 2 or 3, characterized in that the crossing
cords (7) of the at least one fine-mesh coating (6) extend within two planes (E).
5. A suction-type mould according to claims 2 or 3, characterized in that the at least
one coating (6) is of a form-stable configuration and is preformed to conform to the
shape of the carrier (4).
6. A suction-type mould according to claims 2 or 3, characterized in that the holes (5)
of the carrier (4) are of a diameter (D) of 0.5 to 3 mm, preferably 1 to 2 mm, and
that the space (A) of two holes (5) from one another is between 2 and 8 mm, preferably
5 mm.
7. A suction-type mould according to claims 2 or 3, characterized in that the suction-type
mould (F) is at least of a bipartite configuration, and the preforms (F₁, F₂) are
designed to be movable apart.
1. Procédé de fabrication de pièces moulées à paroi épaisse, en particulier à usage d'emballage,
notamment à partir de déchets de vieux papiers et/ou de cartonnages, la matière première
contenue dans une suspension aqueuse étant aspirée hors de la suspension au moyen
d'un outil de moulage par aspiration pour être dirigée vers la surface d'aspiration
correspondant à la forme de la pièce d'emballage moulée, l'aspiration étant exercée,
sur la matière première en suspension que l'on veut aspirer, au niveau de l'outil
de moulage par aspiration à travers des trous espacés de la surface d'aspiration et
à travers un revêtement qui est constitué d'une ou plusieurs couches, qui est disposé
immédiatement devant la surface d'aspiration, qui est perméable à l'aspiration et
qui possède une grosseur de maille inférieure à la taille des trous, caractérisé
en ce que, par rapport à l'outil de moulage par aspiration et à l'intérieur de celui-ci,
est maintenu à distance au moins un autre outil plus petit de moulage par aspiration,
ce plus petit outil de moulage par aspiration est placé sous une pression d'aspiration
en même temps que l'autre outil plus grand de moulage par aspiration, et les deux
pièces moulées obtenues se présentent sous la forme d'une pièce moulée d'un seul tenant.
2. Moule aspirant pour réaliser le dispositif selon la revendication 1, comprenant une
caisse aspirante (1) munie d'un raccord de vide (2) et d'une surface d'aspiration
(3) correspondant à la forme souhaitée de la pièce d'emballage moulée (VS), la surface
d'aspiration (3) étant munie d'un support indéformable (4) pourvu de trous (5) répartis
sur la surface d'aspiration et espacés les uns des autres, et en ce que le support
(4) est recouvert, sur le côté recevant la pièce moulée, d'au moins un revêtement
à mailles fines (6), sous forme de filet, de treillis ou de tissu, dont la grosseur
de maille est inférieure à la section transversale des trous (5), caractérisé en ce
que, dans le moule aspirant divisible (F), est disposée, côté aspiration, au moins
une autre surface d'aspiration (3') qui est associée à une caisse aspirante séparée
(1') et dont la zone (8) proche de l'autre surface d'aspiration (3) se trouve à une
distance (D₁) qui correspond, au maximum, au double de l'épaisseur de paroi (S) de
la pièce d'emballage moulée (VS) que l'on veut fabriquer.
3. Moule aspirant selon la revendication 2, caractérisé en ce que le moule aspirant (F)
est équipé d'un couvercle (9) sur lequel est montée au moins une caisse aspirante
supplémentaire (1') et qui est muni d'une ouverture d'entrée de suspension (32).
4. Moule aspirant selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que les brins croisés
(7) d'au moins un revêtement à mailles fines (6) s'étendent dans deux plans (E).
5. Moule aspirant selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que au moins l'un
des revêtements (6) est indéformable et préformé pour être adapté à la forme du support
(4).
6. Moule aspirant selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que les trous (5)
du support (4) ont un diamètre (D) de 0,5 à 3 mm, de préférence de 1 à 2 mm, et l'écartement
(A) entre deux trous (5) est de 2 à 8 mm, de préférence de 5 mm.
7. Moule aspirant selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que le moule aspirant
(F) est conçu au moins en deux parties et les éléments de moule (F₁, F₂) sont déboîtables
l'un de l'autre.