[0001] Die Erfindung betrifft eine Tonwiedergabeanordnung für eine Tonwiedergabe mit einem
Raumklangeffekt gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 und geht aus von der AT-B-379
275.
[0002] Mit einer derartigen Tonwiedergabeanordnung soll dem Hörer in einem allseitig begrenzten
Raum die Wiedergabe eines Tonsignales mit dem Eindruck einer gewissen Räumlichkeit
des Tonereignisses vermittelt werden. Dazu ist eine räumliche Anordnung der Lautsprecher
bezüglich des Hörers erforderlich, durch die eine Schallabstrahlung von mehreren Seiten
her auf den Hörer einwirkt. Den besten Höreindruck sowohl im Klangbild als auch im
Raumeindruck erhält der Hörer, wenn das von den verschiedenen Lautsprechern abgestrahlte
Tonereignis gleichzeitig an dem Ort, dem Hörort, eintrifft, an dem sich der Hörer
befindet. Deshalb enthalten derartige Tonwiedergabeanordnungen Einrichtungen, mit
denen die zu den Lautsprechern übertragenen elektrischen Tonsignale so elektrisch
oder akustisch verzögert werden, daß sie als Schallsignale an dem bestimmten Hörort
gleichzeitig ankommen.
[0003] Dennoch tritt am Hörort mehr oder weniger eine Verfälschung des Klangbildes ein infolge
von Interferenzen mit störenden Reflexionen und stehenden akustischen Wellen an und
zwischen den Begrenzungsflächen des Raumes. Diese Störungen treten umso störender
auf, je kleiner der Raum ist, in dem sich der Hörort befindet. Dies gilt insbesondere
für den Fahrgastraum eines PKWs. Immer mehr werden jedoch gerade an die Qualität der
Tonwiedergabe in Kraftfahrzeuge installierter Tonwiedergabeanordnungen stets wachsende
Anforderungen gestellt.
[0004] Aus der Druckschrift AT-B-379 275 ist eine stereophone Wiedergabeanlage für Fahrgasträume
von Kraftfahrzeugen mit mehreren Lautsprechern und elektronischen Verzögerungseinheiten
bekannt. Für die Vordersitze sind mindestens zwei voneinander distanzierte Frontlautsprecher
vorgesehen, von welchen der eine Lautsprecher zum Wiedergeben des linken Signals und
der andere zum Wiedergeben des rechten Signals dient. Zwischen den beiden Frontlautsprechern
ist etwa in der Mitte des Wagens ein dritter Frontlautsprecher angeordnet, der mit
einem Summensignal aus dem rechten und linken Kanal gespeist wird. Im Heckbereich
des Fahrgastraumes sind Lautsprecher angeordnet, die mit einem Differenzsignal, das
aus den Signalen des rechten und linken Kanals gebildet wird, gespeist werden. Zum
Verbessern des räumlichen Schalleindrucks werden den Hecklautsprechern für das Differenzsignal
elektronische Verzögerungseinheiten, z. B. Eimerkettenschaltungen, vorgeschaltet.
Die Verzögerungszeiten sind so gewählt, daß die Lokalisation der Schallquellen mit
den Differenzsignalen gegenüber dem Direktschall von den Frontlautsprecher scheinbar
um 1,7 m bis 7 m in die Tiefe versetzt wird.
In der Beschreibung wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß die Wiedergabe der tiefen
Frequenzen entweder nur von den vorderen seitlichen Lautsprechern, vom vorderen mittleren
Lautsprecher oder von einem weiteren mittleren rückwärtigen Lautsprecher abgestrahlt
werden kann. Die Abstrahlung der tiefen Frequenzen von den zwei seitlichen Hecklautsprechern
für das Differenzsignal sei unvorteilhaft. Auf diese Weise benötigt diese bekannte
Lösung einen sehr großen Aufwand an Lautsprechern, um im Kraftfahrzeug eine im Frequenzgang
ausgewogene stereophone Beschallung mit einem vollständigen Signal zu erzielen.
[0005] Bei der bekannten Lösung ist somit von Nachteil, daß die Wiedergabe wichtiger Schallkomponenten
über eine Vielzahl von örtlich im Fahrgastraum verteilten Lautsprechern erfolgt, die
verschiedene Signalbereiche abstrahlen. Eine derartige Aufteilung der Schallquellen
erfordert einen hohen zusätzlichen Filteraufwand, um zu verhindern, daß im Fahrgastraum
Signalauslöschungen durch Interferenzen auftreten.
[0006] Ausgehend vom dargestellten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Tonwiedergabeanordnung so auszugestalten, daß die Qualität der Tonwiedergabe,
insbesondere der frequenzabhängige Schallpegelverlauf am Hörort, mit wenig aufwendigen
Mitteln wesentlich erhöht wird.
[0007] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebenen
Merkmale gelöst.
[0008] Es ist das Verdienst des Erfinders, erkannt zu haben, daß einerseits zur Einstellung
der Verzögerungszeiten für die Definition eines bestimmten Hörortes innerhalb eines
allseitig begrenzten Raumes keine hohen Anforderungen an die Genauigkeit dieser die
Grundeinstellung bildenden Verzögerungszeiten für die Tonsignale erforderlich ist
und daß andererseits bestimmte Ablagen von dieser Grundeinstellung, die nicht über
die zulässige Toleranzbreite der Grundeinstellung hinausgehen, in ihrem Zusammenwirken
dazu führen, den frequenzabhängigen Schallpegelverlauf am Hörort des von den Lautsprechern
der Anordnung abgestrahlten Schallfeldes von interferenzabhängigen Aus- oder Einbrüchen
weitgehend zu befreien und einen hinreichend glatten Kurvenverlauf zu erzielen. Für
die Einstellung derartiger Ablagen der Verzögerungszeit von einer Grundeinstellung
ist es in den meisten Fällen lediglich erforderlich, vorhandene einstellbare Tonsignalverzögerungseinrichtungen
zusätzlich derart auszugestalten, daß sie in einem engen Zeitverzögerungsbereich von
etwa +/- 1,5 ms feiner oder in kleinern Stufen einstellbar sind. Hierbei ist es gleichgültig,
ob die Tonsignalverzögerungseinrichtungen Bestandteile eines Equalizers sind oder
getrennt in den Lautsprecherkanälen angeordnet sind. Die Maßnahmen nach der Erfindung
führen auch dazu, daß die Anzahl der Bänder der Equalizer wesentlich herabgesetzt
werden kann, ohne daß dadurch die Qualität des Equalizers wesentlich gemindert wird.
[0009] Die Unteransprüche kennzeichnen vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
[0010] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines vorteilhaften Ausführungsbeispieles näher
erläutert. Die zugehörigen Zeichnungen zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung eines PKWs mit einer Tonwiedergabeanordnung für eine
Tonwiedergabe mit einem Raumklangeffekt;
- Fig. 2
- zwei Diagramme (a)) und (b)) über den frequenzabhängigen Schallpegelverlauf am Hörort
einer Tonsignalwiedergabe ohne a) und mit b) durch Einstellung einer Verzögerungsablage
geglättetem Pegelverlauf;
- Fig. 3
- Diagramme a) bis d) mit den Verzögerungszeiten der den zugehörigen Lautsprechern zugeleiteten
Tonsignale.
[0011] Die Umrißlinie 1 in Fig. 1 stellt im Schema die Umrißlinie eines PKWs dar, dessen
Fahrgastraum 2 durch Lautsprecher 11, 12, 21 und 22 einer Tonwiedergabeanordnung 3
beschallt werden kann. Die Lautsprecher sind an den Signalausgang 4 ihnen zugehöriger
Tonsignalverzögerungseinrichtungen 13, 14, 23 und 24 zugehöriger Equalizer 15, 16,
25 und 26 angeschlossen. Die beiden Equalizer werden von den Tonsignalausgängen 19
und 29 eines Tonwiedergabegerätes 6 gespeist. Das Tonwiedergabegerät 6 enthält im
dargestellten Ausführungsbeispiel einen nicht näher dargestellten Tuner, der von einem
Sender empfangene Sendungen als Tonsignal über das Tonwiedergabegerät und die Equalizer
15 und 25 auf die Lautsprecherkanäle 17 und 18 sowie 27 und 28 der Lautsprecher 11,
12, 21 und 22 überträgt. Als weitere Tonquelle ist an das Tonwiedergabegerät 6 ein
Kassettenrecorder 5 angeschlossen, dessen vom Band abgetastete Tonereignisse anstelle
der vom Tuner empfangenen Sendungen auf die Lautsprecherkanäle übertragen werden können.
[0012] Die Lautsprecher 11 und 21 sind im Bereich der Vordersitze 7 und 8 des PKWs und die
Lautsprecher 12 und 22 sind im Bereich des Rücksitzes 9 im Fahrgastraum 2 des PKWs
angeordnet. Die Verzögerungszeit T11, T12, T21 und T22 der Tonsignalverzögerungseinrichtungen
13, 14, 23 und 24 ist für die vom Tonwiedergabegerät erzeugten Tonsignale so eingestellt,
daß die von den zugehörigen Lautsprechern 11, 12, 21 und 22 abgestrahlten Schallsignale
S11, S12, S21 und S22 gleichzeitig an einem bestimmten Hörort 10 eintreffen, im dargestellten
Ausführungsbeispiel im Bereich des Kopfes des auf dem linken Vordersitz 8 des Kraftfahrzeuges
sitzenden Fahrers des Kraftfahrzeuges. Diese Einstellung der Verzögerungszeiten T11,
T12, T21 und T22 der Tonsignalverzögerungseinrichtungen der Tonwiedergabeanordnung
3 zur Positionierung der von den Lautsprechern 11, 12, 21 und 22 abgestrahlten Schallsignale
S11, S12, S21 und S22 auf den bestimmten Hörort 10 ist die Grundeinstellung der Verzögerungszeiten
für den bestimmten Hörort 10. Diese Grundeinstellung ist in den Diagrammen a) bis
d) der Figur 3 durch die Balken 31.1 bis 31.4 gekennzeichnet. Das Diagramm a) stellt
in Balkenform die Verzögerungszeiten für den Lautsprecherkanal 27, das Diagramm b)
die Verzögerungszeiten für den Lautsprecherkanal 17, das Diagramm c) die Verzögerungszeiten
für den Lautsprecherkanal 28 und das Diagramm d) die Verzögerungszeiten des Lautsprecherkanales
18 schematisch dar. An die Genauigkeit der Verzögerungszeiten der in Figur 3 durch
die Balken 31.1 bis 31.4 dargestellten Verzögerungszeiten der Grundeinstellung bestehen,
wie festgestellt wurde, keine hohen Anforderungen. In die Balkendiagramme a) bis d)
der Figur 3 ist durch einen Balken 35.1 bis 35.4 der Bereich angegeben, innerhalb
dem die Verzögerungszeit der Grundeinstellung verändert werden kann, ohne daß der
Raumeindruck des von den Lautsprechern 11 bis 22 an den Hörort 10 übertragenen Schallereignisses
hörbar gemindert wird.
[0013] Im Diagramm a) der Figur 2 ist die Kurve 32 des Frequenzganges des Schallpegels eines
am Hörort 10 eintreffenden Schallereignisses für die in Figur 3 durch die Balken 31.1
bis 31.4 dargestellte Grundeinstellung der Tonsignalverzögerungseinrichtungen 13,
14, 23 und 24 dargestellt. Die bei der Schallabstrahlung entstehenden Reflexionen
und stehenden Wellen erzeugen am Frequenzgang der Pegelkurve 32 Einbrüche 33 und Ausbrüche
34 in größerer Zahl, die die Qualität des Klangbildes des übertragenen Tonereignisses
am Hörort 10 wesentlich beeinträchtigen. Die Tonsignalverzögerungseinrichtungen 13,
14, 23 und 24 enthalten zusätzliche Einstellvorrichtungen 20, an denen die Verzögerungszeit
für die Positionierung des Hörortes um eine bestimmte Ablage A11, A12, A21, A22 von
der Grundeinstellung innerhalb der zulässigen, durch die Balken 35.1 bis 35.4 der
Balkendiagramme der Figur 3 dargestellten Schwankungsbereiche verändert werden kann.
Mittels dieser Verstellvorrichtungen kann nach einem bestimmten Verfahren die jeweilige
Ablage A11 bis A22 der Verzögerungszeit der einzelnen Tonsignalverzögerungseinrichtungen
von der Verzögerungszeit der Grundeinstellung derart eingestellt werden, daß die einzelnen
von den Lautsprechern 11, 12, 21 und 22 abgestrahlten Schallsignale S11, S12, S21
und S22 zum Hörort 10 so in der Phase verschoben sind, daß am Hörort 10 eine glatte
Kurve 36 des Frequenzganges des Schallpegels entsteht, wie im Diagramm b) der Figur
2 durch die geglättete Frequenzgangkurve 36 des Schallpegels am Hörort 10 gezeigt
wird. Die auf diese Weise zur Glättung der Frequenzgangkurve 36 des Schallpegels am
Hörort 10 eingestellten Verzögerungszeiten der Tonsignalverzögerungseinrichtungen
sind in den Balkendiagrammen a) bis d) der Figur 3 durch die Balken 38.1 bis 38.4
und die zugehörigen Ablagen A11 bis A22 durch die Balken 37.1 bis 37.4 schematisch
dargestellt.
1. Tonwiedergabeanordnung für eine Tonwiedergabe mit einem Raumeffekt wenigstens an einem
bestimmten Hörort in einem allseitig begrenzten Raum (2)
- mit mehreren Lautsprecherkanälen (17, 18, 27, 28) und Lautsprechern (11, 12, 21,
22), die in einer Anordnung zum Erzeugen des Raumeffekts angeordnet sind
- und mit Tonsignalverzögerungseinrichtungen, die in den Lautsprecherkanälen angeordnet
sind, zum Einstellen der Tonwiedergabe auf den Hörort,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tonsignalverzögerungseinrichtungen (13, 14, 23, 24) jeweils mit einer zusätzlichen
Einstellvorrichtung (20) zum Verstimmen der Verzögerungszeit (T11, T12, T21, T22)
um eine Ablage (All, A12, A21, A22) von der Grundeinstellung (31.1 bis 31.4), die
zum Einstellen der Tonwiedergabe auf den Hörort erforderlich ist, ausgestattet sind,
um interferenzbedingte Pegelabweichungen (33, 34) auszugleichen.
2. Tonwiedergabeanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der allseitig
begrenzte Raum der Fahrgastraum (2) eines PKWs (1) ist.
3. Tonwiedergabeanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Tonsignalverzögerungseinrichtungen
(13, 14, 23, 24) Equalizer (15, 16, 25, 26) sind mit einer Einstellvorrichtung (20)
zum Einstellen der Verzögerungszeit für die Glättung des Frequenzgangs (36) des Schallpegels
am Hörort (10).
1. Sound reproduction arrangement for sound reproduction with a spatial effect, at least
at a specified listening site in a space (2) limited on all sides,
- with several loudspeaker channels (17, 18, 27, 28) and loudspeakers (11, 12, 21,
22), that are placed in an arrangement for producing the spatial effect,
- and with audio signal delay devices which are arranged in the loudspeaker channels
to adjust the sound reproduction at the listening site,
characterised in that
the audio signal delay devices (13, 14, 23, 24) are in each case equipped with an
additional adjusting device (20) for adjusting the delay time (T11, T12, T21, T22)
by a deviation (All, A12, A21, A22) from the basic setting (31.1 to 31.4), that is
necessary to set the sound reproduction at the listening site, in order to compensate
for deviations in level (33, 34) caused by interference.
2. Sound reproduction arrangement according to Claim 1, characterised in that the space
limited on all sides is the passenger compartment (2) of a passenger vehicle (1).
3. Sound reproduction arrangement according to Claim 1 or Claim 2, characterised in that
the audio signal delay devices (13, 14, 23, 24) are equalizers (15, 16, 25, 26) with
an adjusting device (20) for setting the delay time for smoothing the frequency response
(36) of the sound level at the listening site (10).
1. Dispositif de reproduction de son pour une reproduction de son avec un effet spatial
au moins en un lieu d'écoute défini dans un espace (2) limité de toutes parts,
- comportant plusieurs canaux de haut-parleur (17, 18, 27, 28) et des haut-parleurs
(11, 12, 21, 22) qui sont agencés pour produire l'effet spatial,
- et des dispositifs de retardement de signal audio qui sont disposés dans les canaux
de haut-parleur pour le réglage de la reproduction de son sur le lieu d'écoute,
caractérisé par le fait
que les dispositifs de retardement de signal audio (13, 14, 23, 24) sont chacun équipés
d'un dispositif de réglage (20) supplémentaire pour décaler le retard (T11, T12, T21,
T22) d'un décalage (A11, A12, A21, A22) par rapport au réglage de base (31.1 à 31.4)
qui est nécessaire pour le réglage de la reproduction de son sur le lieu d'écoute,
afin de compenser des écarts de niveau (33, 34) dus aux interférences.
2. Dispositif de reproduction de son selon la revendication 1, caractérisé par le fait que l'espace limité de toutes parts est l'habitacle (2) d'une voiture
particulière (1).
3. Dispositif de reproduction de son selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que les dispositifs de retardement de signal audio (13, 14, 23, 24) sont
des égaliseurs (15, 16, 25, 26) avec un dispositif de réglage (20) pour le réglage
du retard pour le lissage de la courbe fréquentielle (36) du niveau sonore sur le
lieu d'écoute (10).