[0001] Die Erfindung betrifft eine Isolierstange, insbesondere eine Betätigungsstange, die
die Merkmale des Oberbegriffs des Anspruchs 1 aufweist.
[0002] Eine Isolierstange dieser Art ist durch die DE-PS 27 46 870 bekannt. Es handelt sich
dabei um einen Verbundisolator, der aus einem vorgefertigten Glasfaserstab, einer
auf diesen aufgebrachten Gummischicht in Form eines Überzuges aus Silikonkautschuk
und darauf aufgeschobenen, vorher radial aufgeweiteten, vorgefertigten Schirmen besteht.
Dabei hat man besonders darauf zu achten, daß sich zwischen Überzug und Stab keine
Spalten bilden können. Hierzu wird die aufgerauhte Oberfläche des Glasfaserstabes
einer Behandlung mit Silanen unterworfen. Weiterhin ist eine Verstrammung des mittels
Extrusion auf den Glasfaserstab aufgebrachten Überzuges notwendig, um beim Aufschieben
der Isolierschirme mit radialer Vorspannung auf den Überzug das Extrudat nicht mechanisch
zu zerstören. Um eine wirksame Vernetzung zwischen Extrudat und Schirmen zu erreichen,
ist anschließend eine Vulkanisation unter Heißluft oder Druckanwendung vorgesehen.
Es ist daher zur Herstellung eines wirksamen Isolators eine Vielzahl von Verfahrensschritten
mit einer aufwendigen Verhinderung von elektrischen Durchschlägen bedingt durch Spaltenbildung
zwischen Überzug und Stab notwendig.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Isolierstange, insbesondere
eine Betätigungsstange zu schaffen, die einfacher und kostengünstiger ist. Diese Aufgabe
löst eine Isolierstange mit den Merkmalen des Anspruches 1.
[0004] Dadurch, daß jeder vorgesehene Schirm im Bereich seiner Innenmantelfläche mit radialer
Vorspannung direkt am Stab anliegt, ist die Herstellung der Isolierstange wesentlich
schneller, einfacher und damit entsprechend kostengünstiger möglich, da alle nach
dem zuvor beschriebenen Stand der Technik notwendigen Verfahrensschritte bis auf das
Aufbringen der Schirme nun nicht mehr erforderlich sind. Dennoch ist eine elektrisch
und mechanisch dichte Verbindung zwischen Stab und Schirm gewährleistet.
[0005] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein elastomeres Material,
insbesondere Silikonkautschuk, als isolierendes Material für die Schirme verwendet.
Silikonkautschuk ist als Schirmmaterial besonders geeignet, da es aufgrund seiner
elastomeren Eigenschaften eine dauerhaft spaltfreie Verbindung zwischen Schirm und
Stab ermöglicht. Besonders vorteilhaft ist gemäß der Erfindung die Ausbildung der
Schirme als Doppelschirme, da hierdurch die Kriechwege bedingt durch Feuchtigkeit
und/oder kleine Partikel in Form z.B. von Ruß und Staub wirkungsvoll unterbrochen
oder zumindest wesentlich verlängert werden.
[0006] Durch die in einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform vorgesehene wulstartige
Verdickung der am Stab anliegenden Fläche der Schirme wird eine besonders innige Verbindung
zwischen Stab und Schirm möglich, die eine Diffusion von Feuchtigkeit oder Verunreinigungen
in Form von Partikeln zwischen Stab und Schirm ausschließt.
[0007] Dies wird insbesondere dadurch gewährleistet, daß die Verdickung gemäß der Erfindung
in der Mittelzone der Schirme angebracht ist. Gleichzeitig wird das Anbringen der
Schirme auf den Stab erleichtert, da jeder Schirm nicht in seiner gesamten Länge aufgeweitet
werden muß.
[0008] Da die sich an die Mittelzone anschließenden Endabschnitte jedes vorhandenen Schirmes
somit keinen Beitrag zur Radialspannung leisten müssen, ist in einer weiterhin vorteilhaften
Ausführungsform der Erfindung die Ausbildung eines Ringraumes zwischen den dem Stab
zugewandten Flächen der Endabschnitte und dem Stab vorgesehen. Dieser ist vorzugsweise
so gewählt, daß der Kontakt von auf den Schirmen befindlichen, einen Kriechstromweg
verursachenden Materialien mit dem Stab wirksam unterbunden ist, so daß insbesondere
Feuchtigkeit zum Abtropfen gezwungen wird.
[0009] Im folgenden ist die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert.
[0010] Es zeigen die
- Fig. 1
- eine unvollständige und teilweise geschnitten dargestellte Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels,
- Fig. 2
- eine unvollständige und teilweise geschnitten dargestellte Ansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels.
[0011] Fig. 1 zeigt eine unvollständig dargestellte Betätigungsstange 1, wie sie beispielsweise
bei Arbeiten in einer Hochspannungsanlage benötigt wird. Sie besteht aus einem Stab
2 aus glasfaserarmiertem Kunstharz und zwei Schirmen 3 aus Silikonkautschuk, die mit
einer radialen Vorspannung mit dem gesamten Umfang ihrer in sich geschlossenen Innenmantelfläche
6 am Stab 2 anliegen. Jeder Schirm 3 weist auf seiner nach außen gerichteten Oberfläche
eine ringförmige Verdickung 4 auf, die in der Mittelzone des Schirmes angebracht ist
und zwei Tropfkanten 4' bildet.
[0012] Zum Aufbringen der Schirme 4 auf den Stab 2 werden diese zuvor mit einer Vorrichtung
radial aufgeweitet, welche man nach dem Aufbringen wieder entfernt.
Die Enden der Betätigungsstange sind in bekannter Weise mit einem in der Figur nicht
dargestellten Handgriff und einer ebenfalls nicht dargestellten Betätigungsarmatur
versehen.
[0013] Die Ausführungsform einer Bestätigungsstange, wie sie in Fig. 2 dargestellt ist,
unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform nur durch die Ausbildung ihrer Schirme
103. Daher sind die Bezugszahlen von einander in den Figuren 1 und 2 entsprechenden
Teilen in Figur 2 um 100 vergrößert.
[0014] Jeder vorhandene, gleich ausgebildete Schirm 103 der zweiten Ausführungsform weist
in seiner Mittelzone 108 eine radial nach innen vorspringende wulstartige Verdickung
107 auf, die innen durch eine vollflächig am Stab 102 anliegende zylindrische Fläche
106 begrenzt ist. Die Verdickung 107 erstreckt sich über etwa ein Drittel der axialen
Länge des Schirmes 103. Das Aufweiten der Schirme 103 wird nur an der die wulstartige
Verdickung 107 aufweisenden Fläche 106 durchgeführt und nur diese liegt mit radialer
Vorspannung am Stab 102 an.
[0015] Die beiden sich an die Mittelzone 108 anschließenden Endabschnitte 109 jedes vorhandenen
Schirmes 103 weisen zwischen ihren dem Stab 102 zugewandten Flächen 110 und dem Stab
102 unter Bildung je eines Ringraums 111 einen Abstand auf, der sich in Richtung auf
die Mittelzone 108 des Schirmes verringert. Der Ringraum 111 ist gegen das freie Ende
des Endabschnittes 109 hin offen. Die freien Enden der Endabschnitte 109 bilden Tropfkanten
für am Schirm 103 befindliche Feuchtigkeit.
[0016] Zusätzliche Tropfkanten 104' werden durch eine auf jedem vorhandenen Schirm 103 auf
der nach außen gerichteten Oberfläche ausgebildeten, ringförmigen Verdickung 104 gebildet,
die in der Mittelzone 108 des jeweiligen Schirmes 103 angeformt ist.
[0017] Alle in der vorstehenden Beschreibung erwähnten, sowie auch die allein aus der Zeichnung
entnehmbaren Merkmale sind als weitere Ausgestaltungen Bestandteile der Erfindung,
auch wenn sie nicht besonders hervorgehoben und insbesondere nicht in den Ansprüchen
erwähnt sind.
1. Isolierstange, insbesondere Betätigungsstange (1), mit einem vorgefertigten Stab (2)
aus glasfaserverstärktem Kunstharz und mindestens einem vorgefertigten, den Stab (2)
umfassenden und eine in sich geschlossene Innenmantelfläche (6) aufweisenden Schirm
(3) aus elektrisch isolierendem Material,
dadurch gekennzeichnet, daß
jeder vorhandene Schirm (3) mit radialer Vorspannung unmittelbar am Stab (2) anliegt.
2. Isolierstange nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das elektrisch isolierende
Material Silikonkautschuk ist.
3. Isolierstange nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schirm (103)
als Doppelschirm ausgebildet ist.
4. Isolierstange nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die am
Stab (102) anliegende Innenmantelfläche (106) durch die innenliegende Begrenzungsfläche
einerradial nach innen vorspringenden, wulstartigen Verdickung (107) des Schirmes
(103) gebildet ist.
5. Isolierstange nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die wulstartige Verdickung
(107) in der Mittelzone (108) des Schirmes (103) angeordnet ist.
6. Isolierstange nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß sich die wulstartige Verdickung
(107) über etwa ein Drittel der axialen Länge des Schirmes (103) erstreckt.
7. Isolierstange nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Stab (102)
zugewandten Flächen (110) der sich an die Mittelzone (108) anschließenden Endabschnitte
(109) jedes vorhandenen Schirmes (103) und dem Stab (102) ein zum benachbarten Schirmende
hin offener Ringraum (111) gebildet ist.