[0001] Die Erfindung betrifft eine Tragwalzen-Wickelmaschine zum Aufwickeln von Materialbahnen,
insbesondere Papier- oder Kartonbahnen, auf Hülsen gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
Stand der Technik
[0002] Um bei derartigen Wickelmaschinen die durch einen Rollenwechsel bedingten Maschinenstillstandszeiten
möglichst gering zu halten, ist es aus der DE-OS 29 20 707 bekannt, die Materialbahn
im Walzenbett mittels einer durch den Tragwalzenspalt hochfahrbaren Trenneinrichtung
mit einer Abreißklinge beim Ausstoßen der vollen Wickelrollen durchzutrennen. Der
beim Durchtrennen neu geschaffene Bahnanfang wird dabei durch Unterdruck auf der umschlungenen
Tragwalze festgehalten, bis ein Satz neuer Hülsen eingelegt ist.
[0003] In der deutschen Patentanmeldung 40 03 504 ist eine gattungsgemäße Tragwalzen-Wickelmaschine
beschrieben, bei der an einer durch den Spalt zwischen den Tragwalzen in den Bereich
des Walzenbetts hochbewegbaren Stütze Rollen federnd und frei drehbar gelagert sind,
die den neuen Bahnanfang an der umschlungenen Tragwalze festklemmen. Das Durchtrennen
der Bahn erfolgt entweder mittels eines am oberen Ende der Stütze oberhalb der Rollen
befestigten Trennmessers, das beim Ausstoßen der vollen Wickelrollen als Abreißkante
für die Bahn wirkt, oder mittels einer vor der ersten Tragwalze angeordneten Perforiervorrichtung,
die die Bahn schwächt, so daß sie beim Drehen der vollen Wickelrolle gegen eine Bremskraft
durchreißt.
[0004] Aus der US-A 3,961,759 ist eine gattungsgemäße Tragwalzen-Wickelmaschine bekannt,
die eine Einrichtung zum Halten der Bahn mit einer unterhalb des Tragwalzenspalts
heb- und senkbar angeordneten Stütze enthält. An der Stütze sind Halteschuhe befestigt,
die zum Halten der Bahn an die umschlungene Tragwalze anlegbar sind.
[0005] Bei diesen Systemen muß die Lage der Trennlinie im Walzenbett so gewählt sein, daß
die neu eingelegten Hülsen bei jedem verwendeten Hülsendurchmesser den neuen Bahnanfang
vor dem Anwickeln einklemmen. Die Trennlinie wird unabhängig vom Hülsendurchmesser
so weit oben im Walzenbett positioniert, daß Hülsen mit dem größten Durchmesser das
Bahnende noch sicher einklemmen. Beim Einsatz von Hülsen mit kleinem Durchmesser muß
somit ein längeres, überhängendes Bahnstück angewickelt werden, das sich unerwünschterweise
als Falte um die Hülse legen kann.
[0006] Eine weitere Schwierigkeit bildet das Ankleben des neuen Bahnanfangs an den Hülsen.
Versieht man die Hülsen mit einer Klebemittelspur, so müssen diese beim Einlegen mit
hohem technischen Aufwand so positioniert werden, daß die Klebemittelspur beim Anwickeln
nur mit dem neuen Bahnanfang in Kontakt tritt, nicht aber die von der Bahn unbedeckten
Tragwalzen verschmutzt (DE-OS 35 27 377). Um diese Probleme zu vermeiden, wird nach
der eingangs erwähnten deutschen Patentanmeldung 40 03 504 das Klebemittel auf die
Bahn aufgebracht. Bei Verwendung von Hülsen mit unterschiedlichem Durchmesser ist
es dann erforderlich, vor dem Einlegen neuer Hülsen die Position des mit Klebstreifen
versehenen Bahnanfangs dem jeweiligen Hülsendurchmesser anzupassen.
Darstellung der Erfindung
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Tragwalzen-Wickelmaschine
so zu verbessern, daß bei einem Rollenwechsel der neu geschaffene Bahnanfang auch
bei Hülsen mit unterschiedlichem Durchmesser möglichst schnell und sicher angeklebt
werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0009] Nach der Erfindung läßt sich die Trennlinie unabhängig vom Hülsendurchmesser an einer
Stelle im Walzenbett unterhalb der Kontaktlinie von Hülsen mit kleinstem Durchmesser
an der umschlungenen Tragwalze festlegen. Bei Wickelbeginn wird der mit Klebemittel
versehene Bahnanfang der Kontaktlinie sicher und unter Spannung zugefuhrt. Dazu werden
die Riemen flächig an die Bahn im Umschlingungsbereich der Tragwalze angelegt, um
die noch nicht von der Hülse an der Tragwalze festgeklemmten Bahnanfänge zu halten.
Durch Drehen der umschlungenen Tragwalze wird der Bahnanfang anschließend unter Spannung
und faltenfrei zu der Kontaktlinie transportiert und an den Hülsen festgeklebt.
[0010] Die Unteransprüche enthalten bevorzugte, da besonders vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung:
Mehrere mit Abstand voneinander über die Arbeitsbreite angeordnete Riemen nach Anspruch
2 ermöglichen den Auftrag von Klebemittelstreifen in Laufrichtung der Bahn in den
Zwischenräumen zwischen den Riemen. So wird ein Kontakt der Klebemittelstreifen mit
den Riemen vermieden.
[0011] Während sich mit dem Merkmal des Anspruchs 3 die Riemenspannung der jeweiligen Materialsorte
anpassen läßt, ermöglicht das oberhalb der oberen Umlenkrollen befestigte Trennmesser
nach Anspruch 4 ein Durchtrennen von leichten Materialsorten beim Ausstoßen der vollen
Wickelrollen.
[0012] Mit den Klebebandspendern nach Anspruch 5 lassen sich Klebemittelstreifen sowohl
auf den neu zu schaffenden Bahnanfang als auch auf das Bahnende auftragen, während
bei auslaufender Maschine die Trennlinie im Walzenbett positioniert wird. Der Klebemittelauftrag
kann dabei einstufig, also mit sich in Laufrichtung über die Trennlinie erstreckenden
Klebemittelstreifen, oder in zwei Stufen erfolgen, wobei zunächst Klebestreifen zum
Befestigen des Bahnendes an der fertigen Wickelrolle, anschließend Klebestreifen zum
Befestigen des Bahnanfangs an den Hülsen aufgetragen werden.
[0013] Die Perforiereinrichtung nach Anspruch 6 ermöglicht das Schwächen der Bahn bei schweren
Materialsorten. Die geschwächte Stelle wird anschließend in das Walzenbett bewegt
und dort die Bahn durch Erhöhung des Bahnzugs durchgerissen.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0014] Die Zeichnung dient zur Erläuterung der Erfindung anhand eines vereinfacht ausgeführten
Ausführungsbeispiels.
[0015] Fig. 1 zeigt in Seitenansicht einen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Tragwalzen-Wickelmaschine
während des Aufwickelns.
[0016] Fig. 2 Zeigt die Tragwalzen-Wickelmaschine bei einem Rollenwechsel.
[0017] Fig. 3 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt von Fig. 2.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0018] Die Tragwalzen-Wickelmaschine weist zwei angetriebene Tragwalzen 1, 2 auf, zwischen
denen ein Walzenbett 3 ausgebildet ist, in dem die Wickelrollen 4 während des Aufwickelns
auf den Tragwalzen 1, 2 aufliegen. Die in Längsrichtung in Einzelbahnen unterteilte
Materialbahn 5 - im Beispiel eine Papier- oder Kartonbahn - wird von der Tragwalze
1 umgelenkt von unten durch den Spalt zwischen den Tragwalzen 1, 2 in das Walzenbett
3 geführt und dort auf fluchtend aufgereihte Hülsen gewickelt. Zum Ausstoßen einer
vollen Wickelrolle 4 über die Tragwalze 2 dient ein über die Tragwalze 1 schwenkbarer
Ausstoßbalken 26, der an seitlichen Schwenkhebeln 6 befestigt ist, deren Schwenkachse
koaxial zur Tragwalze 1 verläuft. Eine über die Tragwalze 2 in Richtung zum Walzenbett
3 schwenkbare Hülsenrinne 7 dient zum Einlegen neuer Hülsen 8, 9 mit unterschiedlich
großem Durchmesser. Die Hülsenrinne 7 ist am Ende von seitlichen Schwenkhebeln 10
mit koaxial zur Tragwalze 2 verlaufender Schwenkachse befestigt. Im Bereich unterhalb
des Spalts zwischen den Tragwalzen 1, 2 ist eine Vorrichtung zum Halten und Führen
des bei einem Wickelrollenwechsel nach dem Durchtrennen der Bahn 5 vorliegenden neuen
Bahnanfangs angeordnet, die in Fig. 3 vergrößert dargestellt ist.
[0019] An einer höhenverfahrbaren maschinenbreiten Traverse 11 ist eine ebenfalls maschinenbreite,
flache Stütze 12 in etwa senkrecht befestigt. An ihrem oberen Ende weist die Stütze
12 über die gesamte Arbeitsbreite mehrere, mit Abstand voneinander angeordnete laschenförmige
Verlängerungen 13 auf, an deren Ende jeweils eine Umlenkrolle 14 in einer Mulde heraushebbar,
gelagert ist. Die Dicke zumindest des oberen Teils der Stütze 12 und der Verlängerungen
13, sowie der Durchmesser der Umlenkrollen 14 sind geringer als der Abstand zwischen
den Tragwalzen 1, 2, so daß es möglich ist, die Umlenkrollen 14 von einer abgesenkten
Ruheposition (Fig. 1) durch den Spalt zwischen den Tragwalzen 1, 2 bis in eine Arbeitsposition
oberhalb der engsten Stelle des Tragwalzenspalts hochzubewegen (Fig. 2, 3). Am unteren
Ende der Stütze 12 sind an der umschlungenen Tragwalze 1 quer über die Arbeitsbreite
mit regelmäßigen Abständen Vorsprünge 15 mit einem Zapfen befestigt, auf denen jeweils
eine Umlenkrolle 16 mit der zugehörigen oberen Rolle 14 fluchtend und frei drehbar
fliegend gelagert ist. Die Umlenkrollen 16 weisen einen erheblich größeren Durchmesser
als die oberen Umlenkrollen 14 auf. Bei hochgefahrener Stütze 12, also in Arbeitsposition,
reichen sie bis nahe an die Tragwalze 1. Zwischen jeder oberen Rolle 14 und der zugehörigen
unteren Rolle 16 ist jeweils ein umlaufender elastischer Riemen 17 gespannt. Zur Einstellung
der Riemenspannung sind die Vorsprünge 15 mit den unteren Umlenkrollen 16 an der Stütze
12 verschiebbar befestigt. Der Durchmesser der unteren Umlenkrollen 16 und ihr Abstand
von der Stütze 12 ist so gewählt, daß sich in hochgefahrener Arbeitsposition der benachbarte
Trum 17.1 jedes Riemens 17 in einem möglichst großen Bereich an die auf der Tragwalze
1 liegende Bahn 5 anlegt und der entfernte Trum 17.2 nicht an der Bahn 5 anliegt.
Die über die gesamte Arbeitsbreite mit Abstand voneinander angeordneten Riemen 17
sind so in der Lage, einen Bahnanfang an der Tragwalze 1 zu halten und während des
Transports nach oben zu führen. Jeder Riemen 17 läßt sich erforderlichenfalls durch
Herausheben der oberen Rolle 14 und seitliches Abziehen von der unteren Rolle 16 schnell
wechseln.
[0020] Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausführungsform ist am oberen Ende der Verlängerungen
13 der Stütze 12 ein sich über die Arbeitsbreite erstreckendes passives Trennmesser
18 befestigt, z. B. eine gezahnte Abreißklinge, die beim Ausstoßen einer vollen Wickelrolle
4 über die Tragwalze 2 die Bahn 5 durchtrennt. Alternativ oder zusätzlich ist bei
der Ausführungsform nach den Fig. 1 und 2 an der Einlaufseite vor der Tragwalze 1
eine Perforiereinrichtung 19 angeordnet. Sie enthält eine in die Bahn 5 bewegbare
gezahnte Perforierklinge 20, um schwerere Papiersorten, z. B. Karton, entlang einer
Schwächungslinie zu schwächen. Die Bahn 5 wird dann - wie später näher beschrieben
wird - durch Erhöhung des Bahnzugs entlang der Schwächungslinie durchgerissen, sobald
sich die Schwächungslinie an der gewünschten Position im Walzenbett 3 befindet. Die
Bahnzugserhöhung erfolgt dabei durch Drehen der vollen Wickelrolle 4 mittels einer
Tragwalze 1, 2 gegen eine Bremskraft, die z. B. von der nicht dargestellten Abrollung
aufgebracht wird. Unterhalb der umschlungenen Tragwalze 1 - bei vorhandener Perforiereinrichtung
19 in Bahnlaufrichtung hinter dieser - sind über die Arbeitsbreite mehrere Klebebandspender
21 angeordnet, die jeweils mittels einer gegen die Tragwalze 1 andrückbaren Andrückrolle
22 doppelseitig klebende Klebestreifen 23 auf die Bahn 5 auftragen. Die Klebestreifen
23 weisen eine geringere Breite als die Lücke zwischen zwei Riemen 17 auf, und jeweils
ein Klebebandspender 21 ist fluchtend mit einer dieser Lücken ausgerichtet, so daß
die auf die Bahn 5 aufgetragenen Klebestreifen nicht in Kontakt mit den Riemen 17
treten, wenn sie auf der Bahn 5 klebend in das Walzenbett 3 bewegt werden.
[0021] Zur Einführung einer neuen Bahn 5 beim Wechsel der Vorratsrolle ist unterhalb der
Tragwalze 1 in Bahnlaufrichtung vor den Riemen 17 eine gegen die Tragwalze 1 schwenkbare
Bänderschwinge 24 angeordnet. Um den Anfang der Bahn 5 bis zu den Riemen 17 zu führen,
sind die hinteren Umlenkrollen der Bänderschwinge 24 koaxial zu den unteren Umlenkrollen
16 für die Riemen 17 an der Stütze 12 gelagert. Das Anschwenken an die Tragwalze 1
erfolgt mittels einer Kolben-Zylinder-Einheit 25, die an einer sich nach unten erstreckenden
Verlängerung der Traverse 11 angelenkt ist.
[0022] Während des Aufwickelns ist die Traverse 11 mit den Riemen 17 und der Bänderschwinge
24 in eine nicht störende Ruheposition abgesenkt (Fig. 1). Wenn die Wickelrollen 4
vollgewickelt sind, wird die Tragwalzen-Wickelmaschine angehalten, so daß die Bahn
5 unter Bahnzug zum Stillstand kommt. Bei schwereren Papiersorten, z. B. Karton, die
sich nicht problemlos mit dem passiven Trennmesser 18 beim Ausstoßen der vollen Wickelrollen
4 durchtrennen lassen, wird die stillstehende Bahn 5 mit der Perforiereinrichtung
19 in Abhängigkeit von der Materialsorte so weit geschwächt, daß sie sich später durch
Erhöhung des Bahnzugs durchreißen läßt. Die Schwächungslinie wird dann durch erneutes
Starten der Tragwalzen-Wickelmaschine bei geringerer Geschwindigkeit in das Walzenbett
3 bis unterhalb der Kontaktlinie der Hülsen 8 mit kleinstem Durchmesser an der Tragwalze
1 bewegt. Während dieser Bewegung wird die Andrückrolle 22 des Klebebandspenders 21
gegen die Bahn 5 gedrückt, so daß über die Arbeitsbreite beidseits der Schwächungslinie
doppelseitig klebende Klebestreifen auf die Bahn 5 aufgetragen werden.
[0023] Wenn die Schwächungslinie die gewünschte Position erreicht hat, wird die Maschine
erneut abgestoppt und die Stütze 12 mit den Riemen 17 hochgefahren. Die Trums 17.1
der Riemen 17 legen sich unter Spannung in den Zwischenräumen zwischen den Klebestreifen
an die Bahn 5 an und halten so den neu zu schaffenden Bahnanfang an der Tragwalze
1 fest. Anschließend wird durch Drehen der Wickelrollen 4 gegen eine Rückhaltekraft,
die z. B. durch eine Bremse in der Abrollung der Vorratsrolle aufgebracht wird, die
Zugspannung so weit erhöht, daß die Bahn 5 an der geschwächten Linie durchreißt. Bei
festgehaltenem Bahnanfang - die Tragwalze 1 dreht sich dabei unter der Bahn 5 durch
- wird das Bahnende mit den Klebestreifen durch die Kontaktlinie zwischen den vollen
Wickelrollen 4 und der Tragwalze 1 hindurchbewegt, so daß das Bahnende an den vollen
Wickelrollen 4 festklebt. Anschließend werden die vollen Wickelrollen 4 über die Tragwalze
3 mit dem Ausstoßbalken 26 ausgestoßen und neue Hülsen 8 bzw. 9 werden in das Walzenbett
eingelegt. Unabhängig vom Durchmesser der Hülsen 8, 9 befindet sich der mit Klebestreifen
versehene Bahnanfang noch unterhalb der Kontaktlinie der Hülsen 8, 9 an der Tragwalze
1. Um den Bahnanfang mit den Hülsen 8 bzw. 9 zu verkleben, wird anschließend die Bahn
5 bei gelöster Bremse durch Drehen der Tragwalze 1 nach oben bewegt, bis die Klebestreifen
die Kontaktlinie der Hülsen 8 bzw. 9 an der Tragwalze 1 durchlaufen haben. Der Bahnanfang
wird dabei von den freilaufenden Riemen 17 sicher und faltenfrei bis an die Kontaktlinie
geführt. Wenn der neue Bahnanfang an den Hülsen 8 bzw. 9 festgeklebt ist, wird die
Stütze 12 abgesenkt und die Maschine kann auf volle Wickelgeschwindigkeit beschleunigt
werden.
[0024] Um den Rollenwechsel zu beschleunigen, kann die Stütze 12 mit dem Riemen 17 bereits
beim Stillstand während des Perforierens hochgefahren werden, um die Riemen 17 an
die von der Tragwalze 1 umschlungene Bahn 5 anzulegen. Wenn die Schwächungslinie die
gewünschte Position erreicht hat, wird die Bahn 5 durch Erhöhung des Bahnzugs durchgetrennt.
Dies kann bei langsam laufender Maschine, also ohne Stillstand, erfolgen. Ein zusätzliches
Anhalten der Maschine, um die Riemen 17 an die Bahn 5 anzulegen, ist nicht erforderlich.
[0025] Eine weitere Verkürzung der Rollenwechselzeiten wird erreicht, wenn anstelle des
Ausstoßbalkens 26 eine frei drehbare Ausstoßrolle eingesetzt wird, mit der die vollen
Wickelrollen 4 vor dem Durchtrennen der Bahn 5 etwas von der Tragwalze 1 angehoben
werden. Die Erhöhung der Zugspannung zum Durchtrennen erfolgt dann durch eine beschleunigte
Drehung der Tragwalze 2, ohne daß sich die Tragwalze 1 unter dem zurückgehaltenen
Bahnanfang durchdrehen muß. Das Verkleben des Bahnendes mit den vollen Wickelrollen
4 erfolgt beim Durchlauf der Klebestreifen durch Kontaktlinie zwischen den Wickelrollen
4 und der Ausstoßrolle.
[0026] Beim Einsatz des Trennmessers 18 werden bei auslaufender Maschine zunächst Klebestreifen
beidseits der späteren Trennlinie auf die Bahn aufgebracht. Die das Bahnende an den
Wickelrollen 4 festklebenden Klebestreifen sind dabei so weit von der Trennlinie entfernt,
daß sie beim Anhalten der Bahn 5 bereits die Kontaktlinie zwischen den Wickelrollen
4 und der Tragwalze 1 durchlaufen haben. Das Durchtrennen der Bahn 5 erfolgt durch
Ausstoßen der Wickelrollen 4 über die Tragwalze 2, wobei das Trennmesser 18 als Abreißkante
wirkt. Auch bei dieser Verfahrensweise wird die Bahn 5 im Walzenbett 3 unterhalb der
Kontaktlinie der Hülse 8 mit kleinstem Durchmesser an der Tragwalze 1 durchgetrennt.
Die Befestigung des neuen Bahnanfangs an den Hülsen 8 bzw. 9 erfolgt nach Ausstoßen
der vollen Wickelrollen 4 auf die vorhin beschriebene Weise.
1. Tragwalzen-Wickelmaschine zum Aufwickeln von Materialbahnen (5), insbesondere Papier-
oder Kartonbahnen, auf Hülsen (8, 9)
- mit zwei Tragwalzen (1, 2) zwischen denen ein Walzenbett (3) ausgebildet ist, wobei
die Materialbahn (5) von einer Tragwalze (1) umgelenkt von unten durch den Spalt zwischen
den Tragwalzen (1, 2) geführt wird,
- mit einer Einrichtung (Trennmesser 18, Perforiereinrichtung 19) zum Trennen der
Bahn (5) bei einem Wickelrollenwechsel und
- mit einer Einrichtung zum Halten der Bahn (5) mit einer unterhalb des Tragwalzenspalts
heb- und senkbar angeordneten Stütze (12), die in den Spalt zwischen den Tragwalzen
(1, 2) hochbewegbar und an die umschlungene Tragwalze (1) anlegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die sich über die Arbeitsbreite erstreckende Stütze (12) an ihrem oberen und
unteren Ende jeweils frei drehbare Umlenkrollen (14, 16) für zumindest einen umlaufenden
elastischen Riemen (17) trägt, wobei der Durchmesser der oberen Umlenkrollen (14)
geringer als der Abstand zwischen den Tragwalzen (1, 2) ist und die unteren Umlenkrollen
(16) umfänglich in Richtung zur umschlungenen Tragwalze (1) versetzt sind, so daß
sich ein Trum (17.1) des Riemens (17) beim Anheben der Stütze (12) flächig an die
von der Bahn (5) umschlungene Tragwalze (1) anlegt.
2. Tragwalzen-Wickelmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über die Arbeitsbreite mehrere Riemen (17) jeweils mit Abstand voneinander angeordnet
sind.
3. Tragwalzen-Wickelmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die unteren Umlenkrollen (16) zur Einstellung der Riemenspannung an der Stütze
(12) verschiebbar gelagert sind.
4. Tragwalzen-Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß am oberen Ende der Stütze (12) oberhalb der oberen Umlenkrollen (14) ein sich
quer über die Arbeitsbreite erstreckendes Trennmesser (18) befestigt ist.
5. Tragwalzen-Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der umschlungenen Tragwalze (1) ein oder mehrere Klebebandspender
(21) zum Auftragen von doppelseitig klebenden Klebestreifen auf die Bahn (5) angeordnet
sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß einlaufseitig vor der umschlungenen Tragwalze (1) eine Perforiereinrichtung
(19) angeordnet ist.
1. Carrier roller winding machine for winding webs (5) of material, particularly webs
of paper or cardboard, onto cores (8, 9)
- having two carrier rollers (1, 2) between which a roller bed (3) is formed, the
web (5) of material being deflected by a carrier roller (1) and guided from below
through the nip between the carrier rollers (1, 2),
- having a device (parting knife 18, perforating device 19) for severing the web (5)
when the wound rolls are changed and
- having a device for holding the web (5), which has a support (12) which is arranged
to be raisable and lowerable beneath the carrier roller nip, can be moved upwards
into the nip between the carrier rollers (1, 2) and can be applied against the embraced
carrier roller (1), characterized in that the support (12), which extends over the
working width, carries both at its top end and at its bottom end freely rotatable
deflector rollers (14, 16) for at least one rotating elastic belt (17), the diameter
of the top deflector rollers (14) being smaller than the distance between the carrier
rollers (1, 2), and the bottom deflector rollers (16) being circumferentially offset
in the direction of the embraced carrier roller (1), so that when the support (12)
is raised one side (17.1) of the belt (17) lies flat against the carrier roller (1)
embraced by the web (5).
2. Carrier roller winding machine according to Claim 1, characterized in that a plurality
of belts (17), spaced apart from one another in each case, are arranged over the working
width.
3. Carrier roller winding machine according to Claim 1 or 2, characterized in that the
bottom deflector rollers (16) are slidably mounted on the support (12) in order to
adjust the belt tension.
4. Carrier roller winding machine according to one of Claims 1 to 3, characterized in
that a parting knife (18) extending transversely over the working width is fastened
to the top end of the support (12), above the top deflector rollers (14).
5. Carrier roller winding machine according to one of Claims 1 to 4, characterized in
that one or more adhesive tape dispensers (21) are arranged under the embraced carrier
roller (1) in order to apply double-sided adhesive strips to the web (5).
6. Apparatus according to one of Claims 1 to 5, characterized in that a perforating device
(19) is arranged on the inlet side upstream of the embraced carrier roller (1).
1. Machine de bobinage à cylindres porteurs pour le bobinage de bandes de matière (5),
en particulier de bandes de papier ou de carton, sur des mandrins (8, 9),
- avec deux cylindres porteurs (1, 2) entre lesquels est formé un lit (3) des cylindres,
dans lequel la bande de matière (5), étant déviée de bas en haut par un cylindre porteur
(1), est conduite à travers l'intervalle entre les cylindres porteurs (1, 2),
- avec un dispositif (couteau de coupe 18, dispositif de perforation 19) pour trancher
la bande (5) lors d'un changement de bobines, et
- avec un dispositif pour maintenir la bande (5) avec un support (12) montant et descendant
disposé sous l'intervalle entre les cylindres porteurs, qui est mobile verticalement
dans l'intervalle entre les cylindres porteurs (1, 2) et est applicable sur le cylindre
porteur (1) entouré,
caractérisée en ce que le support (12) s'étendant sur la largeur de travail porte
à ses extrémités supérieure et inférieure des rouleaux de déviation (14, 16) tournant
librement pour au moins une courroie élastique sans fin (17), le diamètre des rouleaux
de déviation supérieurs (14) étant plus petit que la distance entre les cylindres
porteurs (1, 2) et les rouleaux de déviation inférieurs (16) étant largement décalés
en direction du cylindre porteur (1) entouré, de telle sorte qu'un brin (17.1) de
la courroie (17) s'appuie à plat sur le cylindre porteur (1) entouré par la bande
(5) lors du levage du support (12).
2. Machine de bobinage à cylindres porteurs suivant la revendication 1, caractérisée
en ce que plusieurs courroies (17) sont disposées à distance l'une de l'autre sur
la largeur de travail.
3. Machine de bobinage à cylindres porteurs suivant la revendication 1 ou 2, caractérisée
en ce que les rouleaux de déviation inférieurs (16) sont fixés de manière à pouvoir
coulisser sur le support (12) pour le réglage de la tension des courroies.
4. Machine de bobinage à cylindres porteurs suivant l'une quelconque des revendications
1 à 3, caractérisée en ce qu'à l'extrémité supérieure du support (12) est fixé un
couteau de coupe (18) s'étendant transversalement sur la largeur de travail au-dessus
des rouleaux de déviation supérieurs (14).
5. Machine de bobinage à cylindres porteurs suivant l'une quelconque des revendications
1 à 4, caractérisée en ce qu'en dessous du cylindre porteur (1) entouré sont disposés
un ou plusieurs distributeurs de ruban adhésif (21) pour apposer des rubans adhésifs
double face sur la bande (5).
6. Dispositif suivant l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'un
dispositif de perforation (19) est disposé du côté de l'entrée, avant le cylindre
porteur (1) entouré.