[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Strangpreßprofilteilen nach
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie einen Verbundstrangpreßbolzen zur Verwendung
bei einem derartigen Verfahren nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 8.
[0002] Ein derartiges Verfahren zum Herstellen von Strangpreßprofilteilen sowie ein derartiger
Verbundstrangpreßbolzen sind aus der EP-A-0105112 bekannt.
[0003] Aus der JP-PS 61-147 917 ist ein derartiges Verfahren bekannt, das dazu dient, faserverstärkte
Metallstrangpreßprofilteile herzustellen, die mit einem Metallüberzug versehen sind.
Dazu wird der Verbundstrangpreßbolzen aus einem Metallmatrix-Verbundkörper als Bolzenkern
gebildet, an dessen Außenseite der monolithische Metallkörper angeordnet wird, derart,
daß nach dem Strangpressen das Material des monolithischen Metallkörpers an der Oberfläche
des gebildeten Strangpreßprofilteils liegt.
[0004] Metallische Strangpreßprofilteile, beispielsweise Langfabrikate, werden im allgemeinen
aus relativ weichen Knetlegierungen wie Leichtmetallen, z.B. Aluminium, Kupfer usw.,
im Strangpreßverfahren bei erhöhter Temperatur hergestellt.
[0005] Für einige Anwendungsfälle, beispielsweise als Raupenprofile und insbesondere Pistenraupenprofile,
als Führungsschienen und Rohre, Hebel, Achsen und Trittleisten auf dem Gebiet der
Kettenfahrzeuge und sonstiger Nutzfahrzeuge, auf dem Gebiet des Maschinenbaus und
des Motorenbaus sowie als verschleißbeanspruchte Bauteile im Bauwesen und im Turbinen-
und Ventilatorbau weisen derartige Strangpreßprofilteile eine zu geringe Verschleißbeständigkeit
auf.
[0006] Um derartige Produkte an ihrer Oberfläche zu härten, werden üblicherweise chemische
oder physikalische Verfahren wie beispielsweise Anodisationsverfahren, galvanische
Beschichtungsverfahren, Plasmasprühverfahren, physikalische und chemische Bedampfungsverfahren
und Pulverbeschichtungsverfahren angewandt.
[0007] Weiterhin ist es bekannt, derartige Strangpreßprofilteile massiv, d.h. vollständig
aus Aluminiumlegierungen, die homogen mit feinen Keramik- oder Glasteilchen durchsetzt
sind, d.h. aus teilchenverstärkten Aluminiummatrix-Verbundwerkstoffen herzustellen,
die gegenüber anderen Metallen, Kunststoffen, Gläsern und natürlichen sowie technischen
Keramiken eine hohe Verschleißfestigkeit haben. Derartige Aluminiummatrix-Verbundwerkstoffe
haben gleichfalls eine hohe Beständigkeit gegenüber einer erosiven Beanspruchung durch
verschiedenste Stoffe.
[0008] Aluminiummatrix-Verbundwerkstoffe, die weiterhin mit Kohle- oder Graphitteilchen
bzw. Kohle- oder Graphitkurzfasern versetzt sind, haben darüberhinaus gute Gleiteigenschaften.
Die Verschleißfestigkeit bzw. diese Gleiteigenschaften können auf den Verschleißpartner
einerseits durch die Wahl der in die Aluminiummatrix eingebetteten Komponente abgestimmt
werden und können andererseits durch eine entsprechende Einstellung der Größenverteilung
und der Form der Verstärkungskomponente gewählt werden.
[0009] Teilchenverstärkte Aluminiummatrix-Verbundwerkstoffe erreichen jedoch im allgemeinen
nicht die hohen mechanischen Kennwerte hoch und höchst fester Aluminiumlegierungen,
sie haben eine geringere Duktilität und Bruchzähigkeit sowie eine verminderte thermische
und elektrische Leitfähigkeit.
[0010] Es ist weiterhin bekannt, Langfabrikate aus Werkstoffverbunden durch Koextrusion
der zu verbindenden Werkstoffe zu erzeugen.
[0011] Die Verfahren der Beschichtung von Metallprofilteilen mit anderen Stoffen, insbesondere
mit chemischen Verbindungen keramischer Art liefern Produkte, die spröde und gegenüber
schlagartigen mechanischen Beanspruchungen und gegenüber plastischen Verformungen
empfindlich sind. Die im allgemeinen stark unterschiedlichen Temperaturausdehnungs-Koeffizienten
der beteiligten Materialien, d.h. des metallischen Körpers einerseits und der Beschichtung
andererseits, führen darüberhinaus bei Temperaturschwankungen zu hohen lokalen mechanischen
Spannungen und damit oftmals zum Abplatzen der Beschichtung.
[0012] Da jedes Beschichtungsverfahren einen zusätzlichen Herstellungsschritt darstellt,
der im allgemeinen kostenintensiv ist, ist die Beschichtung der Metallkörper zur Erzielung
bestimmter Oberflächeneigenschaften darüberhinaus vom ökonomischen Standpunkt aus
ungünstig.
[0013] Mechanische Nachbearbeitungen an beschichteten Produkten sind weiterhin nur sehr
begrenzt möglich, da die Schichtdicken infolge der Auftragsverfahren und der Haftungsgrenzen
auf Größenordnungen von 1/10 mm beschränkt sind.
[0014] Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht daher darin, ein Verfahren zum
Herstellen von strangpreßprofilteilen der eingangs genannten Art zu schaffen, mit
dem Strangpreßprofilteile mit einerseits hohen mechanischen Kennwerten und andererseits
mit hoher Oberflächenverschleißfestigkeit in einem Arbeitsgang hergestellt werden
können.
[0015] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst, durch die Merkmale des Patentanspruchs
1.
[0016] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die gewünschte Oberflächenverschleißfestigkeit
dadurch erzielt, daß beim Strangpressen des Verbundstrangpreßbolzens eine Oberflächenschicht
aus Material des Metallmatrixverbundkörpers ausgebildet wird. Das erfolgt in einem
Arbeitsgang mit dem formgebenden Strangpressen, ohne daß nach dem Strangpressen ein
zusätzlicher Herstellungsschritt erforderlich ist. Aufgrund der Anordnung des Metallmatrixverbundkörpers
an der Stirnseite des Verbundstrangpreßbolzens ergibt sich darüberhinaus eine gute
Verschweißung zwischen den einzelnen Schichten des resultierenden Strangpreßprofilteils,
die dadurch verursacht wird, daß die Übergangsfläche zwischen dem Metallmatrixverbundkörper
und dem monolithischen Metallkörper in der Strangpresse in dem Bereich liegt, in dem
der Gradient der Fließgeschwindigkeit der auszupressenden Materialien am größten wird,
so daß es zu einer Art Reibschweißung kommt. In dieser Weise werden die hohen mechanischen
Kennwerte der Strangpreßprofilteile erzielt.
[0017] Besonders bevorzugte Ausbildungen und Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Verfahren
sind Gegenstand der Patentansprüche 2 bis 7.
[0018] Der erfindungsgemäße Verbundstrangpreßbolzen zur Verwendung bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren ist so ausgebildet, wie es im Patentanspruch 8 an gegeben ist.
[0019] Besonders bevorzugte Ausbildungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verbundstrangpreßbolzens
sind Gegenstand der Patentansprüche 9 und 10.
[0020] Im folgenden werden anhand der zugehörigen Zeichnung besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung näher beschrieben.
[0021] Die einzige Figur der Zeichnung zeigt Längsschnittansichten von verschiedenen Strangpreßbolzen
sowie Profil-Querschnittsansichten der mit diesen Strangpreßbolzen hergestellten Profilteile.
[0022] Wie es in der Zeichnung dargestellt ist, wird bei dem Verfahren zum Herstellen von
strangpreßprofilteilen aus Leichtmetallegierungen, beispielsweise aus Aluminiumlegierungen,
zunächst ein Verbundstrangpreßbolzen (1) hergestellt, der je nach den geometrischen
und mechanischen Anforderungen der Endprodukte, beispielsweise aus einem Bolzenkern
(2) in Form eines monolithischen Metallkörpers aus einer herkömmlichen Knetlegierung,
der den Profilkörper (3) bildet, beispielsweise aus einer Aluminiumlegierung des Typs
1xxx, 2xxx, 3xxx, 5xxx, 6xxx, 7xxx und einem Matrixmetall-Verbundkörper (4) besteht,
der in den Bolzenkern eingebettet ist und aus einem Matrix-Verbundwerkstoff, beispielsweise
einem Aluminiummatrix-Verbundwerkstoff besteht, der die für das fertige Produkt gewünschten
Oberflächeneigenschaften hat. Der Metallmatrix-Verbundwerkstoff kann keramische Verstärkungen
oder Graphitverstärkungen in Teilchen- oder Kurzfaserform enthalten.
[0023] Die Teile des Strangpreßbolzens, d.h. der Kern (2) sowie der Verbundkörper (4) werden
getrennt gefertigt und so zusammengefügt, daß der kombinierte Verbundstrangpreßbolzen
(1) wärmebehandelt und, in eine herkömmliche Strangpreßanlage eingebracht werden kann.
Durch den Strangpreßvorgang, der dem normalen Strangpressen für Profilteile aus monolithischen
Knetlegierungen entspricht, ergibt sich ein Endprodukt, d.h. ein Profilteil mit der
in der Zeichnung dargestellten örtlichen oder peripheren Randverstärkung (5). Dabei
wird die sogenannte tote Zone vor dem Strangpreßwerkzeug ausgenutzt, in der der Randbereich
des Strangpreßbolzens sich verwirbelt und staut, so daß sein Material über dem Strangpreßprofilteil
verschmiert wird.
[0024] Das Verfahren liefert somit Strangpreßprofilteile, deren Oberflächen durch den Aluminiummatrix-Verbundwerkstoff
vollständig oder an bestimmten Bereichen verschleißfest sind, wobei die Eigenschaften
des tragenden Profilkerns aus der rein metallischen Legierung insbesondere seine mechanischen
Eigenschaften dem Endprodukt, d.h. dem gebildeten Profilteil erhalten bleiben.
[0025] Das Strangpressen des Strangpreßbolzens aus den wenigstens zwei Werkstoffen, die
den Kern und den wenigstens einen Verbundkörper bilden, erfolgt direkt oder indirekt.
Die geometrische Form dieses Verbunds richtet sich nach der Strangpreßtechnik, der
Werkzeugart und -form, der Fließfähigkeit der Werkstoffe und der gewünschten geometrischen
Form der Oberflächenbereiche, die die gewünschten Eigenschaften zeigen.
[0026] Die erzielbaren Schichtdicken sind dabei unbegrenzt und können den gesamten Querschnitt
erfassen oder nur 1/10 mm stark sein. Die Oberflächenschichten können entlang des
Umfanges eines Profils auch von 0 bis 100 % des Querschnitts variieren.
[0027] Da die Oberflächen- oder Verstärkungsschicht aus einem dem Werkstoff des Kernes angepaßten
metallischen Matrix-Verbundwerksttoff mit dem Kern während des Strangpreßvorganges
verschweißt, können mechanische Spannungen an der Grenzfläche abgebaut werden und
kann somit ein Abplatzen der Oberflächenschicht bei einer mechanischen und/oder thermischen
Belastung vermieden werden. Das Material der Oberflächenschicht liefert darüberhinaus
eine ausreichende Duktilität für eine weitere Verformung oder Schlagbeanspruchung
des Profilteils.
[0028] Wie es in der Zeichnung dargestellt ist, kann die Oberflächenschicht bei Hohlkammerprofilen
sowohl innen als auch außen angebracht werden. Sie erhöht die Verschleißfestigkeit
gegenüber allen Materialien, vermindert lokal die Wärmeausdehnung (je nach Schichtstärke)
und erhöht die Steifigkeit des Profils, insbesondere, wenn sie an der Außenseite angebracht
ist. Weiterhin wird der Rißfortschritt durch die Verstärkungsschicht verzögert.
[0029] Wie es weiterhin im einzelnen in der Zeichnung dargestellt ist, können ein oder mehrere
Verbundkörper in den Boizenkern des Verbundstrangpreßbolzens eingebettet sein. Der
Verbundkörper ist insbesondere über einen vorderen Teil in Axialrichtung, beispielsweise
als eine abschließende Stirnscheibe vorgesehen, wie es bei den von oben ersten beiden
Beispielen in der Zeichnung der Fall ist. Es können mehrere ringförmige Verbundkörper
zur Bildung von Innen- und Außenschichten bei Hohlprofilteilen vorgesehen sein, wie
es beim dritten Beispiel von oben der Fall ist, es kann ein achszentraler Verbundkörper
koaxial über eine bestimmte Strecke zur Bildung eines innen verstärkten Hohlprofils
in den Bolzenkern eingebettet sein, wie es beim vierten Beispiel von oben der Fall
ist, oder es können ein oder mehrere Verbundkörper über bestimmte Strecken in axialer
Richtung über einen bestimmten Bereich des Querschnittes des Verbundstrangpreßbolzens
vorgesehen sein, wie es bei den beiden letzten Beispielen der Fall ist.
[0030] Da bei diesem Verfahren das Material des Metallmatrix-Verbundkörpers an der Oberfläche
der gebildeten Strangpreßprofilteile liegt und für Metallmatrix-Verbundkörper Materialien
gewählt werden können, die einen niedrigeren Temperaturausdehnungskoeffizienten als
das reine Metall oder Legierungsmaterial des monolithischen Metallkörpers haben, kann
erreicht werden, daß der Temperaturausdehnungskoeffizient des Oberflächenbereiches
der Strangpreßprofilteile beispielsweise dem Temperaturausdehnungskoeffizienten von
Stahl nahekommt. Das ist dann von Vorteil, wenn die hergestellten Strangpreßprofilteile
mit Stahlteilen verbunden werden sollen oder wenn durch die hergestellten Strangpreßprofilteile
Stahlteile in Konstruktionen ersetzt werden sollen. Das ist insofern vorteilhaft,
als die Strangpreßprofilteile ein geringeres Gewicht als Stahlteile haben.
[0031] Die Materialien des Metallmatrix-Verbundkörpers sind jedoch spröder als reine Metalle
oder Legierungen. Sie neigen zu Rißeinleitungen (Materialermüdung, Spannungsrißkorosion
usw.). Dieser Gefahr kann dadurch begegnet werden, daß nach dem Strangpressen eine
Wärmebehandlung erfolgt, indem die stranggepreßten Profilteile warm ausgelagert, d.h.
beispielsweise einer Wärmebehandlung auf eine Temperatur von 175°C oder mehr über
einen Zeitraum von Stunden unterworfen werden, so daß sie von inneren Spannungen befreit
werden, und dann sehr schnell abgekühlt, beispielsweise abgeschreckt werden.
[0032] Da der Metallkern aus dem monolithischen Metallkörper einen höheren Temperaturausdehnungskoeffizienten
als die Oberflächenschicht oder Randschicht aus dem Material des Metallmatrix-Verbundkörpers
hat, wird sich der Metallkern beim Abkühlen in Richtung der Längsachse des Strangpreßprofilteils
stärker zusammenziehen wollen, als es die Oberflächenschicht aus dem Material des
Metallmatrix-Verbundkörpers zuläßt. Das hat zur Folge, daß die Oberflächenschicht
aus dem Material des Metallmatrix-Verbundkörpers unter eine Druckspannung, d.h. eine
Druckvorspannung kommt, während der Kern aus dem Material des monolithischen Metallkörpers
unter eine entsprechende Zugspannung (Zugvorspannung) gerät.
[0033] Da Rißbildungen bevorzugt an der Oberfläche beginnen und durch Zugspannungen beschleunigt
werden, wird durch die an der Oberflächenschicht liegende Druckspannung die Gefahr
der Rißbildung stark verringert. Eine am Strangpreßprofilteil nach der obigen Wärmebehandlung
in Längsrichtung anliegende Zugkraft führt daher nur dann zu einer Zugspannung an
der Oberflächenschicht aus dem Material des Metallmatrix-Verbundkörpers, wenn sie
genügend groß ist, um die an diesem Teil liegende Druckvorspannung abzubauen.
[0034] Durch eine geeignete Wahl der Zusammensetzung und der Wärmebehandlung, d.h. des Auslagerungsverfahrens
kann die Neigung zur Rißbildung sogar soweit verringert werden, daß sie geringer als
bei reinen Legierungen ist. Diese Wirkung wird um so deutlicher, je dünner die Oberflächenschicht
aus dem Material des Metallmatrix-Verbundkörpers im Verhältnis zum monolithischen
Metallkern gewählt wird.
Beispiel
[0035] Ein Stab mit einer Querschnittsfläche des Metallkerns von 90 mm² aus einer Legierung
AA 6061 (Aluminium Association Norm USA) und einer Querschnittsfläche von 10 mm² einer
Oberflächenschicht aus einem Aluminiummatrix-Verbundkörper mit Siliziumkarbid (SiC)
und Aluminiumoxid Al₂O₃ wurde so ausgelagert, daß er bei 175°C frei von inneren Spannungen
ist, und dann sehr schnell auf 20°C abgekühlt. Um die Druckvorspannung der Oberflächenschicht
aus dem Material des Metallmatrix-Verbundkörpers in Längsrichtung des Stabes abzubauen,
war eine Zugkraft in Längsrichtung von 7300 N aufzubringen.
[0036] Das heißt, daß in der Oberflächenschicht aus dem Material des Metallmatrix-Verbundkörpers
eines Stabes mit einer Querschnittsfläche von nur einem cm² nur dann Zugspannungen
wirksam werden, wenn der Stab mit einer Zugkraft von 7300 N bei 20°C beansprucht wird.
Ohne äußere Kräfte beträgt die Zugvorspannung im Metallkern 10,6 N pro mm² und die
Druckvorspannung in der Oberflächenschicht aus dem Material des Metallmatrix-Verbundkörpers
95,6 N pro mm².
[0037] Als Legierungsmaterial AA 6061 für den Metallkern und als Material für den Metallmatarix-Verbundkörper
können Materialien gewählt werden, deren Temperaturausdehnungskoeffizient bei 22x10⁻⁶·K⁻¹
bis 23x10⁻⁶·K⁻¹ für das Metallmaterial und 16x10⁻⁶·K⁻¹ bis 19x10⁻⁶·K⁻¹ liegt. Bei
dem obigen Beispiel betrug der Wärmeausdehungskoeffizient des Metallmaterials 23x10⁻⁶·K⁻¹
und der des Materials des Metallmatrix-Verbundkörpers 19,5x10⁻⁶·K⁻¹. Der Elastizitätsmodul
des Legierungsmaterials lag bei 70 kN pro mm² und des Materials des Metallmatrix-Verbundkörpers
bei 95 kN pro mm².
[0038] Die Auslagerungstemperatur betrug 175°C, die Auslagerungszeit 2 bis 30 h. Die Abkühlung
erfolgte mit Wasser oder mit Hilfe eines Gebläses auf 20°C in kurzer Zeit, die gemessene
Druckspannung an der Oberfläche betrug 50 bis 150 MPa.
[0039] Durch dieses Verfahren können serienmäßig Verbundstrangpreßprofilteile ohne zusätzliche
nachträgliche Beschichtung und damit kostengünstig hergestellt werden. Die hohe Verschleißfestigkeit
in Verbindung mit den leichten Werkstoffen des Kernes der Profile verlängert deren
Einsatzdauer und vermindert deren bewegliche Masse und somit den Energieverbrauch
beim bestimmungsgemäßen Einsatz. Durch die mechanischen und physikalischen Eigenschaften
der Metallmatrix-Verbundwerkstoffe der Verstärkungs- oder Oberflächenschichten wird
das Eigenschaftsprofil der gebildeten Strangpreßprofilteile verbessert.
1. Verfahren zum Herstellen von Strangpreßprofilteilen, bei dem ein Verbundstrangpreßbolzen
(1) aus einem monolithischen Metallkörper (2) und wenigstens einem Metallmatrixverbundkörper
(4) gebildet und anschließend wärmebehandelt und stranggepreßt wird, wobei der Metallmatrixverbundkörper
(4) in den als Bolzenkern dienenden monolithischen Metallkörper (3) eingebettet wird
und zwar derart, daß das Material des Metallmatrixverbundkörpers (4) nach dem Strangpressen
an wenistens einem gewünschten Teil der Oberfläche der Strangpreßprofilteile liegt,
dadurch gekennzeichnet, daß der Metallmatrixverbundkörper (4) örtlich begrenzt an
der in Strangpreßrichtung vorderen Stirnseite des Verbundstrangpreßbolzens (1) vorgesehen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß weitere Metallmatrixverbundkörper
im Abstand voneinander in axialer Richtung des Verbundstrangpreßbolzens vorgesehen
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Metallmatrixverbundkörper
so vorgesehen wird, daß er nur einen Teil der Querschnittsfläche des Verbundstrangpreßbolzens
(1) einnimmt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, daß die Strangpreßprofilteile
nach dem Strangpressen warm ausgelagert und anschließend schnell abgekühlt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 dadurch gekennzeichnet, daß der monolithische
Metallkörper (2) aus einer Knetlegierung gebildet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, daß der Metallmatrixverbundkörper
(4) aus einem Aluminiummatrixverbundmaterial gebildet wird, das aus einer Aluminiumlegierung
besteht, der homogen feine Glas- oder Keramikteilchen zugesetzt sind.
7. Verfahren nach Anspruch 6 dadurch gekennzeichnet, daß dem Aluminiummatrixverbundmaterial
Kohle- oder Graphitteilchen oder Kurzfasern zugesetzt sind.
8. Verbundstrangpreßbolzen zur Verwendung bei dem Verfahren nach Anspruch 1 mit einem
Bolzenkern in Form eines monolithischen Metallkörpers (2) und wenigstens einem in
dem monolithischen Metallkörper (2) eingebetteten Metallmatrixverbundkörper (4) dadurch
gekennzeichnet, daß der Metallmatrixverbundkörper (4) aus einem Material besteht,
das eine hohe Verschleißfestigkeit hat, und der Metallmatrixverbundkörper (4) örtlich
begrenzt an der in Strangpreßrichtung vorderen Stirnseite des Verbundstrangpreßbolzens
(1) vorgesehen ist.
9. Verbundstrangpreßbolzen nach Anspruch 8 dadurch gekennzeichnet, daß weitere Metallmatrixverbundkörper
im Abstand voneinander in axialer Richtung im monolithischen Metallkörper (2) vorgesehen
sind.
10. Verbundstrangpreßbolzen nach Anspruch 9 dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein
Metallmatrixverbundkörper so vorgesehen ist, daß er nur einen Teil der Querschnittsfläche
des Verbundstrangpreßbolzens (1) einnimmt.
1. A method for producing extruded profile parts, wherein a composite extrusion billet
(1) is formed from a monolithic metal body (2) and at least one metal matrix composite
body (4) and is subsequently heat-treated and extruded, wherein the metal matrix composite
body (4) is embedded in the monolithic metal body (3) which serves as the billet core
and in such a manner that the material of the metal matrix composite body (4) after
extrusion lies at least at one desired part of the surface of the extruded profile
parts, characterised in that the metal matrix composite body (4) is provided in such
a manner as to be limited with respect to location at the front end face of the composite
extrusion billet (1) in the direction of extrusion.
2. A method according to claim 1, characterised in that further metal matrix bodies are
provided at a spaced disposition with respect to each other in the axial direction
of the composite extrusion billet
3. A method according to claim 2, characterised in that at least one metal matrix composite
body is provided in such a manner that it occupies only one part of the cross-sectional
surface of the composite extrusion billet (1).
4. A method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that after extrusion
the extruded profile parts are heat age-hardened and subsequently rapidly cooled.
5. A method according to any one of claims 1 to 4, characterised in that the monolithic
metal body (2) is formed from a wrought alloy.
6. A method according to any one of claims 1 to 5, characterised in that the metal matrix
composite body (4) is formed from an aluminium matrix composite material which consists
of an aluminium alloy to which are added homogenous fine glass or ceramic particles.
7. A method according to claim 6, characterised in that carbon or graphite particles
or short fibres are added to the aluminium matrix composite material.
8. A composite extrusion billet for use in the method according to claim 1 having a billet
core in the form of a monolithic metal body (2) and at least one metal matrix composite
body (4) embedded in the monolithic metal body (2), characterised in that the metal
matrix composite body (4) consists of a material which has a high capacity to resist
wear and the metal matrix composite body (4) is provided in such a manner as to be
limited with respect to location at the front end face of the composite billet (1)
in the direction of extrusion.
9. A composite extrusion billet according to claim 8 characterised in that further metal
matrix composite bodies are provided at spaced disposition with respect to each other
in the axial direction in the monolithic metal body (2).
10. A composite extrusion billet according to claim 9, characterised in that at least
one metal matrix composite body is provided in such a manner that it only occupies
one part of the cross-sectional surface of the composite extrusion billet (1).
1. Procédé pour produire des pièces profilées filées à la presse, dans lequel une billette
composite (1) pour presse à filer est formée d'un corps métallique monolithique (2)
et d'au moins un corps composite (4) à matrice métallique et est ensuite traitée thermiquement
et filée à la presse, le corps composite (4) à matrice métallique étant alors noyé
dans le corps métallique monolithique (3) servant de noyau de billette et, plus précisément,
de telle manière qu'après le filage à la presse, la matière du corps composite (4)
à matrice métallique se trouve le long d'au moins une partie souhaitée de la surface
des pièces profilées filées à la presse, caractérisé en ce que le corps composite
(4) à matrice métallique est prévu, limité localement, au droit de la face frontale
avant, dans le sens du filage à la presse, de la billette composite (1) pour presse
à filer.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que d'autres corps composites
à matrice métallique sont prévus, à un certain écartement mutuel dans la direction
axiale de la billette composite pour presse à filer.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce qu'au moins un corps composite
à matrice métallique est prévu de manière à n'occuper qu'une partie de la surface
de section de la billette composite (1) pour presse à filer.
4. Procédé selon une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les pièces profilées
sont évacuées à chaud après le filage à la presse puis refroidies rapidement.
5. Procédé selon une des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le corps métallique
monolithique (2) est formé d'un alliage corroyé.
6. Procédé selon une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le corps composite
(4) à matrice métallique est formé d'une matière composite à matrice d'aluminium qui
est composé d'un alliage d'aluminium auquel de fines particules de verre ou de céramique
sont ajoutées en mélange homogène.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que des particules de carbone
ou de graphite ou des fibres courtes sont ajoutées à la matière composite à matrice
d'aluminium.
8. Billette composite pour presse à filer destinée à être utilisée dans le procédé selon
la revendication 1, comprenant un coeur de billette ayant la forme d'un corps métallique
monolithique (2) et au moins un corps composite à matrice métallique (4) noyé dans
le corps métallique monolithique (2), caractérisée en ce que le corps composite (4)
à matrice métallique est fait d'une matière qui possède une haute résistance à l'usure
et le corps composite à matrice métallique (4) est prévu, limité localement, sur la
face frontale avant, dans le sens du filage, de la billette composite (1) pour presse
à filer.
9. Billette composite pour presse à filer selon la revendication 8, caractérisée en ce
que d'autres corps composites à matrice métallique sont prévus dans le corps métallique
monolithique (2), à un certain écartement mutuel dans la direction axiale.
10. Billette composite pour presse à filer selon la revendication 9, caractérisée en ce
qu'au moins un corps composite à matrice métallique est prévu de manière à n'occuper
qu'une partie de la surface de section de la billette composite (1) pour presse à
filer.