[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Trennen von Schüttgutteilen unterschiedlicher
Härte, insbesondere von Müllteilen, die aus einer um eine horizontale Achse umlaufenden
Trommel und einer darüber angeordneten Aufgabeplatte besteht, von der das Schüttgut
in aufgelockerter Form mit Abstand von der durch die Trommelachse gehenden lotrechten
Ebene auf die sich aufwärts bewegende Seite der Trommel gelangt derart, daß weiche
Teile des Schüttgutes von der Trommel über sie hinweg auf die sich abwärts bewegende
Seite der Trommel mitgenommen und harte Teile auf der sich aufwärts bewegenden Seite
der Trommel abwärts fallen, wobei eine Zuführungseinrichtung für das Schüttgut derart
vorgesehen ist, daß das Schüttgut mit einer Geschwindigkeit auf die Aufgabeplatte
auftrifft, die so bemessen ist, daß die härteren Teile infolge stärkerem Rückprall
mit größerem Abstand von der durch die Trommelachse gehenden lotrechten Ebene auf
die Trommel gelangen als die weicheren Teile.
[0002] Vorrichtungen dieser Art sind in unterschiedlichen Ausführungsformen bekannt, beispielsweise
aus dem Handbuch "Müll- und Abfallbeseitigung" von Kumpf, Maas und Straub, Band 2,
Kennzahl 5510, Seiten 29 und 30, Abb. 34. Diese bekannten Hartstoffabscheider bewirken
jedoch keine zufriedenstellende Trennung, weil im Müll viele Teile vorhanden sind,
die aus miteinander verklebten oder sonstwie miteinander verbundenen harten und weichen
Stoffen bestehen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, die eine wesentlich bessere
Trennung der unterschiedlichen Teile bewirkt und gegebenenfalls fehlgeleitete Teile
in einfacher Weise noch auf den richtigen Weg bringt, wozu bei bekannten Vorrichtungen
eine aufwendige Hintereinanderschaltung mehrerer Vorrichtungen der gleichen Art vorgesehen
ist (EP-B1 O 182 892).
[0004] Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß die Aufgabeplatte eine rauhe Oberfläche
aufweist, durch die miteinander verklebte oder sonstwie miteinander verbundene Teile
des Schüttgutes voneinander getrennt werden.
[0005] Die Rauhigkeit wird dadurch erzielt, daß die Oberfläche der Aufgabeplatte mit waagerecht
verlaufenden, im Querschnitt nach oben gerichtet sägezahnartigen Rippen versehen ist,
so daß sich ein guter Griff mit den aufprallenden Müllteilen ergibt. Eine ähnlich
gute Wirkung wird erzielt, wenn die Aufgabeplatte mit einer Auflage aus grobem Quarzsand
versehen ist, was mit Hilfe eines geeigneten Klebers geschehen kann.
[0006] Ordnet man die Aufgabeplatte - wie bekannt - lotrecht an, so benötigt man eine Zuführungseinrichtung
für das Schüttgut, durch die das Schüttgut von der Seite her gegen die Aufgabeplatte
geschleudert wird. Eine Vereinfachung ergibt sich erfindungsgemäß, wenn man die Aufgabeplatte
zur aufsteigenden Seite der Trommel hin geneigt anordnet und die Zuführung von oben
her in freiem Fall erfolgen läßt. Durch entsprechende Wahl der Fallhöhe kann die für
die Trennung der miteinander verbundenen Teile geeignete Auftreffgeschwindigkeit erzielt
werden.
[0007] Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn die Aufgabeplatte kaskadenartig gestuft ausgebildet
ist und die Aufgabe des Schüttgutes auf die oberste Stufe erfolgt, weil dann die voneinander
getrennten Teile erneut aufprallen können und entsprechend ihrer unterschiedlichen
Härte verschieden weit zurückprallen, so daß eine gute Trennung auch für diese Teile
auf der Trommel erreicht wird.
[0008] Damit die günstigsten Trennverhältnisse erreicht werden können, ist die Aufgabeplatte
bezüglich ihrer Neigung und ihrer Lage zu der durch die Trommelachse gehenden lotrechten
Ebene verstellbar.
[0009] Trotz all dieser Beeinflussungsmöglichkeiten wird es immer wieder vorkommen, daß
weiche Teile des Mülls zu weit zurückprallen, so daß sie zu weit unten auf die aufsteigende
Seite der Trommel gelangen und nicht mehr nach oben mitgenommen werden. Hiergegen
hilft gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung, wenn an der Stelle der Trommel,
an der die weicheren Teile des Schüttgutes von der Trommel gerade noch nach oben mitgenommen
werden, und mit einem der Größe der härteren Teile entsprechenden radialen Abstand
von der Trommel eine etwa radial zur Trommel gerichtete Sperrplatte mit weicher Oberflächenschicht
angeordnet ist. Von der Sperrplatte, die verhältnismäßig steil verläuft, gleiten die
auf sie gelangenden Teile ohne tangentiale Bewegungskomponente auf die Trommel, so
daß eine weitere gute Trennung der harten und weichen Teile stattfindet.
[0010] Die Sperrplatte kann auch den Boden eines zur Aufgabeplatte hin offenen Kastens bilden.
Dann sammeln sich darin Müllteile, die als weiche Oberflächenschicht der Sperrplatte
dienen.
[0011] Zur Erzielung der günstigsten Trennwirkung, die bei derartigen Geräten nur durch
Versuche ermittelt werden kann, ist die Sperrplatte in Umfangs- und in Radialrichtung
zur Trommel einstellbar.
[0012] Die Trennwirkung kann in bekannter Weise durch Luftströme beeinflußt werden. Bei
der erfindungsgemäßen Vorrichtung geschieht dies vorzugsweise dadurch, daß ein Luftstrom
erzeugt wird, der vom inneren Rand der Sperrplatte oder des Sperrkastens her, d.h.
durch den Spalt zwischen einem dieser Teile und dem Trommelmantel, schräg gegen die
Aufgabeplatte gerichtet ist. Neben dem Effekt einer Trennung der Teile durch Fluidisieren
werden durch den Luftstrom die weicheren und im allgemeinen leichteren Teile des Mülls
mehr als die härteren und schwereren in der Nähe der Aufgabeplatte gehalten, so daß
sie von der Trommel auch besser nach oben mitgenommen werden. Diese Wirkung kann noch
dadurch verstärkt werden, wenn bei kaskadenförmiger Aufgabeplatte dem Luftstrom die
Möglichkeit gegeben wird, zwischen den Teilflächen der Aufgabeplatte hindurch auf
deren Rückseite zu gelangen. Zur Beeinflussung der Richtung bzw. der Stärke des Luftstromes
können verstellbare Leitbleche und Regelklappen vorgesehen sein.
[0013] In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Trennvorrichtung
dargestellt, und zwar zeigen
Fig. 1 und 3 lotrechte Schnitte durch die Vorrichtungen und
Fig. 2 und 4 Schnitte durch zwei Aufgabeplatten in größerem Maßstab.
[0014] Innerhalb eines Gehäuses 1 ist eine Trommel 2 um eine horizontale Achse 3 drehbar
gelagert. Sie wird im Sinne des Pfeiles 4 angetrieben. Ihre Oberfläche ist leicht
rauh oder matt, so daß weiche Teile besser auf ihr haften als harte.
[0015] Oberhalb der Trommel 2 ist eine Aufgabeplatte 5 vorgesehen, die schräg abwärts auf
eine Stelle des Trommelumfangs gerichtet ist, die sich auf der aufsteigenden Seite
der Trommel mit geringem Abstand von der durch die Trommelachse gehenden lotrechten
Ebene befindet. Die Aufgabeplatte 5 ist an ihrem oberen Ende mit einem Gelenk 6 waagerecht
verschiebbar im Gehäuse 1 gelagert und mittels eines Gestänges 7 in ihren Schwenkstellungen
feststellbar.
[0016] Die Aufgabeplatte 5 besteht aus zwei kaskadenartig zueinander angeordneten Platten
5a und 5b, die mittels Stegen 8 derart miteinander verbunden sind, daß ein Schlitz
9 zwischen den beiden Plattenteilen 5a und 5b freibleibt.
[0017] Das Gehäuse 1 weist oberhalb der Aufgabeplatte 5 eine Zuführöffnung 12 und unterhalb
der Trommel zwei Ausfallöffnungen 13 und 14 auf. Oberhalb der öffnung 12 ist eine
Zuführeinrichtung 15 angeordnet, von der das Schüttgut aufgelokkert in freiem Fall
durch die öffnung 12 hindurch auf die Aufgabeplatte 5a fällt. Oberhalb der für die
hell dargestellten weichen Schüttgutteile bestimmten Ausfallöffnung 13 ist ein Schaber
16 vorgesehen, der auf der Trommeloberfläche haftende weiche Teile ablöst.
[0018] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform befindet sich an der Stelle 17 des
Trommelumfanges, von der ab die weichen Teile von der Trommeloberfläche nicht mehr
nach oben mitgenommen werden, mit einem der Größe der dunkel dargestellten harten
Teile entsprechenden radialen Abstand von der Trommeloberfläche eine etwa radial gerichtete
Sperrplatte 18, die mit einer weichen Oberflächenschicht 19 versehen ist. Sie ist
an einem am Gehäuse 1 verstellbaren Halter 20 befestigt.
[0019] Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführungsform ist anstelle der Sperrplatte 18 ein
ebenfalls verstellbarer, in Richtung zur Ausgabeplatte 5 offener Kasten 21 vorgesehen,
in dem sich weiche Teile ansammeln und so eine weiche Oberflächenschicht bilden.
[0020] Hinter dem Kasten 21 befindet sich im Gehäuse 1 ein Ventilator 22, der durch einen
Motor 23 angetrieben wird. Er bläst von innen angesaugte Luft durch einen zwischen
dem Kasten 21 und dem Mantel der Trommel 2 vorgesehenen Schlitz 24 hindurch und nimmt
eventuell hier vorhandene weiche und leichte Teile mit. Der Luftstrom ist gegen die
Aufgabeplatten 5a und 5b gerichtet, wobei ein Teil davon durch den zwischen den beiden
Aufgabeplatten befindlichen Schlitz 9 zur Rückseite der Aufgabeplatten entweicht.
Der Luftstrom 25 kann durch Leitbleche 26 und verstellbare Regelklappen 27 bezüglich
seiner Richtung und Stärke verändert werden.
[0021] Die Aufgabeplatten 5a und 5b haben eine stark rauhe Oberfläche, die bei der in Fig.
2 dargestellten Ausführungsform der Vorrichtung durch waagerecht verlaufende, im Querschnitt
nach oben gerichtet sägezahnartige Rippen 10 und bei in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform
durch eine Auflageschicht 11 aus grobem Quarzsand gebildet ist.
[0022] Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist die folgende: Das von der Zuführeinrichtung
15 in aufgelockerter Form durch die Gehäuseöffnung 12 herabfallende Schüttgut trifft
mit nicht unerheblicher Geschwindigkeit auf die obere Aufgabeplatte 5a auf. Die rauhe
Oberfläche 10, 11 dieser Aufgabeplatte bewirkt, daß eine gewisse Auflösung des Schüttgutes,
insbesondere eine Trennung von zusammenhaftenden harten und weichen Teilen des Schüttgutes
stattfindet. Infolgedessen können bei weiteren Auftreffvorgängen, insbesondere auf
die zweite und gegebenenfalls auf weitere Aufgabeplatten, die unterschiedlichen Teile
je nach ihrer Konsistenz unterschiedlich zurückprallen und an unterschiedlich weit
von der Aufgabeplatte 5 entfernten Stellen auf die Trommel 2 gelangen, die härteren
weiter als die weicheren. Springen trotzdem noch weichere Teile zu weit, so werden
sie von der Sperrplatte 18 oder von dem Kasten 21 aufgefangen und von diesen an der
Stelle 17 auf die Trommel 2 geleitet, von wo sie noch nach oben über die Trommel mitgenommen
werden. Der bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 vorgesehene Luftstrom 25 bewirkt,
daß die weicheren und im allgemeinen leichteren Teile nach ihrem Rückprall zusätzlich
stärker zurückgehalten werden.
1. Vorrichtung zum Trennen von Schüttgutteilen unterschiedlicher Härte, insbesondere
von Müllteilen, die aus einer um eine horizontale Achse umlaufenden Trommel und einer
darüber angeordneten Aufgabeplatte besteht, von der das Schüttgut in aufgelockerter
Form mit Abstand von der durch die Trommelachse gehenden lotrechten Ebene auf die
sich aufwärts bewegende Seite der Trommel gelangt derart, daß weiche Teile des Schüttgutes
von der Trommel über sie hinweg auf die sich abwärts bewegende Seite der Trommel mitgenommen
und harte Teile auf der sich aufwärts bewegenden Seite der Trommel abwärts fallen,
wobei eine Zuführungseinrichtung für das Schüttgut derart vorgesehen ist, daß das
Schüttgut mit einer Geschwindigkeit auf die Aufgabeplatte auftrifft, die so bemessen
ist, daß die härteren Teile infolge stärkerem Rückprall mit größerem Abstand von der
durch die Trommelachse gehenden lotrechten Ebene auf die Trommel gelangen als die
weicheren Teile, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabeplatte (5) eine rauhe Oberfläche
(10, 11) aufweist, durch die miteinander verklebte oder sonstwie miteinander verbundene
Teile des Schüttgutes voneinander getrennt werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche der Aufgabeplatte
(5) mit waagerecht verlaufenden, im Querschnitt nach oben gerichtet sägezahnartigen
Rippen (10) versehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabeplatte (5)
mit einer Auflage (11) aus grobem Quarzsand versehen ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabeplatte (5)
zur aufsteigenden Seite der Trommel (2) hin geneigt angeordnet und die Zuführungseinrichtung
(15) so angeordnet ist, daß die Schüttgutteile im freien Fall auf die Aufgabeplatte
gelangen.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufgabeplatte
(5) kaskadenartig gestuft (5a, 5b) ausgebildet ist und die Zuführung des Schüttgutes
auf die oberste Stufe (5a) erfolgt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Aufgabenplatte (5) bezüglich Neigung und Anordnung zu der durch die Trommelachse
(3) gehenden lotrechten Ebene verstellbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
an der Stelle (17) des Trommelumfangs, an der die weicheren Teile des Schüttgutes
gerade noch von der Trommel (2) nach oben mitgenommen werden, und mit einem der Größe
der härteren Teile entsprechenden radialen Abstand von der Trommeloberfläche eine
etwa radial zur Trommel gerichtete Sperrplatte (18) mit weicher Oberflächenschicht
(19) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrplatte (18) den
Boden eines zur Aufgabeplatte (5) hin offenen Kastens (21) bildet, in dem sich weichere
Teile des Schüttgutes fangen und als weiche Oberflächenschicht (19) der Sperrplatte
dienen.
9. Vorrichtung nach den Ansprüchen 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrplatte
(18, 21) in Umfangs- und in Radialrichtung zur Trommel (2) einstellbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Gebläse (22) vorgesehen ist, das einen Luftstrom (25) erzeugt, der durch einen
zwischen dem inneren Rand der Sperrplatte (18) oder des Sperrkastens (21) und dem
Mantel der Trommel (2) befindlichen Schlitz (24) hindurch gegen die Aufgabeplatte
(5) gerichtet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß Leitflächen (26) und
oder verstellbare Regelklappen (27) vorgesehen sind, durch die die Richtung bzw. die
Stärke des Luftstromes (25) veränderbar ist.