Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft einen regenerativen Hochdruck-Speisewasservorwärmer der stehenden
Bauart mit U-förmigem Rohrbündel, mit eingebauter Enthitzungszone, mit integrierter,
überfluteter Unterkühlungszone und mit untenliegender Wasserkammer, wobei die Enthitzungszone
und die Unterkühlungszone mit je einer Abdeckung gegen die Kondensationszone abgeschirmt
sind.
Stand der Technik
[0002] Ein solcher Vorwarmer ist bekannt aus dem Fachartikel "The effect of condensate reheat
on mean temperature difference in feedwater heater subcooling zones", publiziert in
der Literaturstelle "Transactions of the ASME", Oktober 1957, Seiten 1494-1500, Fig.
3a.
[0003] Bei derartigen Vorwärmern mit integrierter und überfluteter Unterkühlungszone kann
in keinem Betriebsfall Dampf aus der Kondensationszone in die Unterkühlungszone gelangen.
Dennoch müssen die wärmeübertragenden Zonen mit grösster Sorgfalt gestaltet werden,
denn auch äussere und innere Leckagen sind zu minimieren. So wird durch entsprechend
dicke Abschlussschikanen des Unterkühlers, durch kleine strömungsbedingte Druckverluste
in der Eintrittspartie und durch kleine Ringspalte das Eindringen von Kondensatströmen
in die Unterkühlungszone klein gehalten. Innere Leckagen werden minimiert durch dicht
an den Unterkühlermantel angeschweisste Schikanen und durch kleine Ringspalte an den
Rohrdurchführungen.
[0004] Bei dieser Art von Vorwärmern bildet die Überflutungshöhe des Unterkühlers eine Druckreserve,
die das Wiederverdampfen des Kondensates erschwert. Die Überflutung wird durch eine
entsprechende Auslegung der Kondensat-Abflussregulierung und des Niveau-Regelbereiches
sichergestellt. Hierbei muss sich das höchste geregelte Kondenatniveau unterhalb der
Abschlussschikane des Enthitzers befinden, damit kein Kondensat in die Enthitzungszone
zurückströmen kann.
[0005] Andererseits kommt der richtigen Dimensionierung der Enthitzungszone ebenfalls grösste
Bedeutung zu. Der überhitzte Anzapfdampf wird im Enthitzer mit einer bestimmten Geschwindigkeit
im Gegenstrom oder im Kreuzgegenstrom zum Speisewasser geführt. Solange die Aussenwandungen
der vom überhitzten Dampf beaufschlagten Rohre trocken ist, erfolgt der dampfseitige
Wärmeübergang zum Rohr auf konvektivem Wege. Bei zu gross dimensionierter Enthitzungszone
kann die Kondensation bereits an einer Stelle einsetzen, bei welcher die Rohraussenwand
die örtliche Sättigungstemperatur erreicht. In diesem Fall gelten für den dampfseitigen
Wärmeübergang zum Rohr die Gesetze der Kondensation und es ist mit Erosion-Korrosion
zu rechnen. Aus Gründen der Betriebsicherheit muss dieser Zustand über dem ganzen
Lastbereich des Apparates vermieden werden.
[0006] Bedingt durch die oben erwähnte notwendige Höhendifferenz zwischen Abschlussschikane
der Enthitzungszone und höchstmöglichem Überflutungsniveau oberhalb der Unterkühlungszone
kann es folglich zu einer Fehldimensionierung der Enthitzungszone kommen. Dies gilt
insbesondere für den Fall, dass beispielsweise die Unterkühlungszone vergrössert werden
muss, um die Kondensataustrittstemperatur und damit auch den Dampfstrom zu senken.
Eine solche Auslegung führt in der Regel zu einer Unterkühlungszone, die mittels Schikanen
in mehrere Kammern unterteilt ist und somit eine grössere Höhe in Längsrichtung des
Apparates aufweist.
Darstellung der Erfindung
[0007] Der Erfindung liegt nunmehr die Aufgabe zugrunde, bei einem Dreizonen-Speisewasservorwärmer
der eingangs genannten Art Massnahmen zu schaffen, durch welche das Auftreten von
Kondensationskernen in der Enthitzungszone mit Sicherheit vermieden wird.
[0008] Erfindungsgemäss wird dies dadurch ereicht, dass in der Enthitzungszone eine nicht
vom Dampf durchströmte Kammer um das Rohrbündel herum angeordnet ist.
[0009] Die Vorteile der Erfindung sind insbesondere in der Einfachheit der neuen Massnahme
zu sehen. Dem Konstrukteur bleibt es überlassen, das derart geschaffene strömungstechnisch
und damit auch wärmetechnisch inaktive Volumen beliebig in die Enthitzungszone zu
integrieren, gegebenenfalls in mehrere Kammern zu unterteilen.
[0010] Es ist besonders zweckmässig, wenn sowohl der Deckel als der Boden der Kammer aus
Rohr-Stützplatten gebildet sind. Entsprechend der Schikanierung der Enthitzungszone
müssen dann zur Bildung der Kammer nur noch die beteiligten Stützplatten mit einem
einfachen Blech ummantelt werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnung
[0011] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung schematisch dargestellt.
[0012] Es zeigen:
- Fig.1
- einen Teillängsschnitt durch einen Speisewasservorwärmer;
- Fig.2
- einen Querschnitt entlang der Schnittlinie 2-2 in Fig.1
- Fig.3
- einen Querschnitt entlang der Schnittlinie 3-3 in Fig.1
Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente gezeigte.
Die Strömungsrichtung der Arbeitsmittel ist mit Pfeilen bezeichnet.
Weg zur Ausführung der Erfindung
[0013] Der Hochdruck-Speisewasservorwärmer der stehenden Bauart ist mit einem Aussenmantel
1 umkleidet, an dessen unterem Ende einander gegenüberliegend je eine Dampfeinlassöffnung
2 und eine Kondensatauslassöffnung 3 angeordnet sind. Im linken Teil des Apparates
ist eine Enthitzungszone 4 vorgesehen. Diese ist nach oben zur Kondensationszone 5
hin mit einer Abdeckung 6 in Form einer Abschlussschikane versehen. Das Innere der
Enthitzungszone 4 ist schikaniert mittels Dampfleitblechen 7, 7' und 7'', welche gleichzeitig
die Funktion als Rohrstützplatten ausüben.
[0014] Das obere Ende der Enthitzungszone 4 mündet in einen Dampfverteilungsschacht 8, welcher
durch Abschlusswände 17 begrenzt ist. Dieser Schacht verläuft zentral zwischen einem
U-förmigen Rohrbündel, dessen beide Schenkel einen rechten kalten Rohrbündelteil 9
und einen linken warmen Rohrbündelteil 10 bilden. Der Schacht ist so angeordnet, dass
seine einander gegenüberliegenden Längsöffnungen als Dampfaustritt wirken. Diese Längsöffnungen
sind mit gelochten Abdeckblechen 12 versehen, welche einerseits in der Schachtebene
Dampfaustrittsöffnungen 11 und andererseits in der Ebene der berohrten Zone Bedampfungslöcher
13 aufweisen. Im zentralen Raum in den Rohrbündelteilen 9 und 10 ist je ein Entlüftungskanal
15 ausgespart, in welchem ein Entlüftungsrohr 14 geführt ist. In der Kondensationszone
5 sind Rohrabstützungen 16 so angeordnet, dass das anfallende Kondensat nach unten
rieseln kann.
[0015] Im rechten Teil des Apparates ist eine schikanierte Unterkühlungszone 18 vorgesehen.
Die als Rohrstützplatten wirkenden Schikanen 19 unterteilen die Unterkühlungszone
in mehrere Kammern und zwingen das Kondensat zu einer Kreuz-Gegenströmung zum Speisewasser,
welches in den Rohren des Rohrbündels strömt. Diese Unterkühlungszone ist nach oben
zur Kondensationszone 5 hin ebenfalls mit einer Abdeckung 20 in Form einer Abschlussschikane
versehen. In der nicht dargestellten Kondensatabflussleitung ist ein Regelorgan 21
angeordnet, mit dem der Abflussstrom reguliert wird. Oberhalb der Abschlussschikane
20 ist das Überflutungsniveau des Kondensates mit 22 angegeben. 29 bezeichnet den
Niveau-Regelbereich.
[0016] Das kalte Rohrbündelteil 9 mündet an der Unterseite des Vorwärmers über einen Rohrboden
26 in eine Sammelkammer 27, durch welche das Speisewasser von unten nach oben in die
Rohre hineinströmt. Nach der Aufheizung wird das Speisewasser über die Sammelkammer
28, in welche der warme Schenkel 10 des Rorbündels mündet, aus dem Apparat abgeführt.
[0017] Soweit sind Drei-Zonen-Speisewasservorwärmer bekannt. Es kann nunmehr vorkommen,
dass gemäss Spezifikationen des Betreibers die Kondensataustrittstemperatur auf ein
besonders tiefes Niveu gesenkt werden muss, damit unter anderem die angesaugte Dampfmenge
reduziert werden kann. Eine Senkung der Kondensataustrittstemperatur führt zu einer
Vergrösserung der Wärmeaustauschfläche in der Unterkühlungszone. Bei gegebenem Aussendurchmesser
des Apparates bedeutet dies eine Vergrösserung der Unterkühlungszone in Längsrichtung
des Apparates, also in der Höhe. Um nun die Bedingung zu erfüllen, dass das höchstmögliche
Überflutungsniveau auf jeden Fall unterhalb der Abschlussschikane im Enthitzer liegen
muss, führt dies zwangsläufig auch zu einer Anhebung dieser Abschlussschikane und
damit zu einer unerwünschten Vergrösserung der Wärmeaustauschfläche in der Enthitzungszone,
sofern nicht Gegenmassnahmen getroffen werden.
[0018] Hier setzt nun die Erfindung ein: Um die Wärmeaustauschfläche in der Enthitzungszone
trotz erhöhtem Gesamtvolumen auf ein erträgliches Mass zu reduzieren, wird darin eine
wärmetechnisch inaktive Zone geschaffen. Am einfachsten geschieht dies dadurch, dass
innerhalb der Enthitzungszone eine vom Dampf nichtdurchströmte Kammer 23 um das warme
Rohrbündelteil 10 vorgesehen wird. Gemäss dargestelltem Ausführungsbeispiel können
hierzu die Dampfleitbleche 7' und 7'' benutzt werden. Diese an einer Seite ohnehin
mit der Trennwand 30 zwischen Enthitzungszone und Unterkühlungszone verschweissten
Platten bilden dabei den Deckel und den Boden der Kammer 23. Sie werden mit einem
einfachen Blech 24 ummmantelt, wodurch ein geschlossener, nicht vom Dampf beaufschlagter
Raum entsteht. Entsprechend der Aussenkontur der Platten 7' und 7'' kann dieses Blech
24 von nahezu halbzylindrischer oder aber von mehreckiger Form sein.
[0019] Es versteht sich, dass beispielsweise bei mehrfach schikanierter Enthitzungszone
die Stützplatten 7' und 7'' genau so gut am Aussenmantel 25 des Enthitzers anschlagen
könnten mit entsprechender Anpassung des Bleches 24 im halbzylindrischen Innenraum
der Enthitzungszone.
[0020] Die Betriebsweise des 3-Zonen-Apparates wird nachstehend erläutert: Durch die Dampfeinlassöffnung
2 tritt überhitzter Dampf in die Enthitzungszone 4 ein, umströmt das darin angeordnete
Dampfleitblech 7 sowie die Kammer 23 und gelangt unmittelbar in den Dampfverteilumngsschacht
8, welcher von unten nach oben durchströmt wird. Aus den einander gegenüberliegenden
Dampfaustrittsöffnungen 11 in den Abdeckblechen 12 tritt der Dampf unmittelbar in
den Ringraum der Kondensationszone 5 ein und verteilt sich darin. Mit vergleichsweiser
geringer Geschwindigkeit trifft er gemäss Pfeilrichtung in Fig.2 auf die Kondensationsfläche
der Rohrbündel 9, 10 und durchströmt die Bündel radial von aussen nach innen. Nach
Wärmeabgabe und Kondensation des Heizdampfes fliesst das Kondensat abwärts und sammelt
sich oberhalb der Unterkühlungszone, wobei das Niveau des den Unterkühler überfutenden
Kondensates auf das jeweils gewünschte Mass eingeregelt ist. Durch die Entlüftungsrohre
14 innerhalb der Rohrbündel 9 und 10 werden Luft und nichtkondensierbare Gase nach
abgeschlossenener Kondensation abgezogen.
[0021] Das Speisewasser in den Rohren wird in einem dreistufigen Vorgang zunächst in der
Unterkühlungszone 18, danach in der Kondensationszone 5 und schliesslich in der Enthitzungszone
4 vorgewärmt.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Aussenmantel
- 2
- Dampfeinlassöffnung
- 3
- Kondensatauslassöffnung
- 4
- Enthitzungszone
- 5
- Kondensationszone
- 6
- Abdeckung
- 7,7',7''
- Dampfleitblech
- 8
- Dampfverteilungsschacht
- 9
- kaltes Rohrbündelteil
- 10
- warmes Rohrbündelteil
- 11
- Dampfaustrittsöffnung
- 12
- Abdeckblech
- 13
- Bedampfungsloch
- 14
- Entlüftungsrohr
- 15
- Entlüftungskanal
- 16
- Rohrabstützung
- 17
- Abschlusswand
- 18
- Unterkühlungszone
- 19
- Schikane
- 20
- Abdeckung
- 21
- Regelorgan
- 22
- Überflutungsniveau
- 23
- Kammer
- 24
- Blech
- 25
- Aussenmantel
- 26
- Rohrboden
- 27
- Sammelkammer
- 28
- Sammelkammer
- 29
- Niveau-Regelbereich
- 30
- Trennwand
1. Regenerativer Hochdruck-Speisewasservorwärmer der stehenden Bauart mit U-förmigem
Rohrbündel (9, 10), mit eingebauter Enthitzungszone (4), mit integrierter, überfluteter
Unterkühlungszone (18) und mit untenliegender Wasserkammer (27, 28), wobei die Enthitzungszone
und die Unterkühlungszone mit je einer Abdeckung (6 respektiv 20) gegen die Kondensationszone
abgeschirmt sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Enthitzungszone (4) eine nicht vom Dampf durchströmte Kammer (23) um das
Rohrbündel (10) herum angeordnet ist.
2. Regenerativer Hochdruck-Speisewasservorwärmer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass sowohl der Deckel als auch der Boden der Kammer (23) aus Rohr-Stützplatten (7',
7'') gebidet sind, welche mit einem Blech (24) ummantelt sind.