[0001] Die Erfindung betrifft eine Überzugsmasse für druckempfindliche Aufzeichnungsmaterialien,
insbesondere für kugelschreiberbeschreibbare Aufzeichnungsmaterialien sowie die unter
Verwendung dieser Überzugsmasse hergestellten druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterialien.
[0002] Druckempfindliche Aufzeichnungsmaterialien, insbesondere Selbstdurchschreibepapiere,
bestehen aus drei verschiedenen Blatt-Typen, nämlich dem CB-(coated back)-Blatt, dem
CFB-(coated front and back)-Blatt, dem CF-(coated front)-Blatt. Die CB- und CFB-Blätter
sind rückseitig mit Mikrokapseln beschichtet, die in einem organischen Medium (insbesondere
in hochsiedenden Ölen) gelöste oder dispergierte, elektronenabgebende farblose Farbbildner
(z.B. Leukofarbstoffe) enthalten. Bei der Durchschrift werden die Mikrokapseln zerstört
und geben ihren Inhalt auf das darunterliegende, mit einem Elektronenakzeptor (aktivierter
Ton, Phenolharz, Zinksalicylat) beschichtetes Blatt ab. Dabei entsteht eine Farbreaktion,
die ohne Verwendung eines Kohlepapiers eine Durchschrift ergibt. Dieses Verfahren
ist im Prinzip schon seit den 50er Jahren bekannt und in einer Reihe von Patentschriften
beschrieben, z.B. den US-Patentschriften 2 505 470, 2 505 471, 2 730 456 und 3 468
250.
[0003] Typische Beispiele von mikroverkapselten Farbbildnern, die auch erfindungsgemäß verwendet
werden können, sind Phthalide, wie 3,3-bis(4-Dimethylaminophenyl)-6-dimethylaminophthalid
und 3,3-bis(1,2-Dimethylindol-3-yl)-dimethylaminophthalid; Fluorane, wie 3-Diethylamino-6-methyl-7-anilinofluoran,
3-(N-Methylcyclohexylamino)-6-methyl-7-anilinofluoran, 3-Diethylamino-6-methyl-7-chlorfluoran,
3-Diethylamino-6-methyl-7-chlorfluoran und 3-Diethylamino-7-dibenzylaminofluoran;
Thiazinverbindungen, wie Benzoylleukomethylenblau; Lactame, wie N-(p-Nitrophenyl)Rhodamin-B-Lactam;
Spiroverbindungen, wie 1,3,3-Trimethylindolinospiropyran; und Indolylrot (vgl. z.B.
EP-0 144 438).
[0004] Das Wandmaterial der Mikrokapseln kann aus natürlichen Polymeren, wie Gelatine, Cellulosederivaten
und Stärkederivaten bestehen, aber auch aus Kunststoffen, wie Harnstoff-Formaldehydharz
und Polyurethanen (z.B. Reaktionsprodukten aus Isocyanatverbindungen und Hexamethylendiamin)
sowie mit Reaktionsprodukten aus Adipinsäuredichlorid und Hexamethylendiamin.
[0005] Für eine Reihe von Anwendungen bei der Verarbeitung von Selbstdurchschreibepapieren
(z.B. Formulare für Krankenkassen, Kreditinstitute, Versicherungen, Vertragsformulare
usw.) wird eine optimale Beschreibbarkeit der Formularrückseiten (vor allem CB- und
CFB-Blätter) gefordert. Die üblichen Standard-Selbstdurchschreib(SD)-Papierqualitäten
erfüllen diese Anforderungen nur unzureichend. Nur teure Kugelschreiber, bei denen
die Kugel der Schreibmine aus Wolframcarbid besteht, erfüllen diese Anforderungen.
Die üblichen Massenprodukte enthalten Minen, die mit glatten Stahlkugeln ausgestattet
sind. Auf üblichen Papieroberflächen ist die Beschreibbarkeit mit diesen Kugelschreibern
verhältnismäßig gut. Bei der Beschriftung von mikrokapselgestrichenen Papieren werden
auf der Kapselseite während des Schreibvorganges die Mikrokapseln zerstört. Das austretende
Öl wirkt wie ein Gleitmittel, das die Drehung der Kugel in der Mine während des Schreibvorganges
bremst bzw. verhindert, so daß aus der Kugelschreibermine keine Kugelschreiberpaste
übertragen wird. Gleichzeitig verstopft sich der Zwischenraum zwischen Kugel und Mine,
durch den die Kugelschreiberpaste bei der Drehung der Kugel ausgetragen wird. Im Ergebnis
bewirkt dies eine Unterbrechung des Schriftzuges bzw. ein völliges Aussetzen der Schrift.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Überzugsmasse für druckempfindliche
Aufzeichungsmaterialien, insbesondere für kugelschreiberbeschreibbare Aufzeichungsmaterialien
bereitzustellen, die die Funktion des mikroverkapselten Farbbildners möglichst wenig
stört, andererseits in der aufgebrachten Schicht eine Mikrorauhigkeit erzeugt, die
ein Ausgleiten der Stahlkugel der Kugelschreibermine verhindert und gleichzeitig das
austretende Kapselöl aufsaugt und zur Kugelschreiberpaste eine hohe Affinität aufweist.
Andererseits soll das die Mikrorauhigkeit der Farbbildnerschicht bewirkende Material
die Mikrokapseln während der Herstellung und Verarbeitung des druckempfindlichen Aufzeichnungsmaterials
nicht vorzeitig zerstören.
[0007] Die DE-A 37 35 871 betrifft ein photographisches Trägermaterial für lichtempfindliche
Schichten in Form eines kunststoffbeschichteten Papiers mit beschreibbarer Rückseitenschicht,
die aus drei Komponenten gebildet ist. Die erste Komponente ist ein Styrol-Butadien-Methacrylat-Copolymer,
die zweite Komponente ist eine kolloidale, aluminiumoxidmodifizierte Kieselsäure und
die dritte Komponente ist eine kompakte Kieselsäure mit einer mittleren Teilchengröße
von 3 bis 6 µm. Diese Druckschrift enthält keine Hinweise auf druckempfindliche Aufzeichnungsmaterialien.
[0008] Gegenstand der Erfindung ist eine Überzugsmasse für druckempfindliche Aufzeichnungsmaterialien,
insbesondere für kugelschreiberbeschriftbare Aufzeichnungsmaterialien, enthaltend
einen oder mehrere mikroverkapselte Farbbildner in einem flüssigen Medium; diese Überzugsmasse
ist dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich ein feinteiliges Pigment in Form von
Kieselsäure und/oder eines unlöslichen Silicats mit einer Korngrößenverteilung (bezogen
auf Agglomerate) von
einer BET-Oberfläche von 20 bis 100 m²/g und einer Ölabsorption von 80 bis 400 ml/100
g (nach DIN 53199) enthält, wobei die Reaktivität des Pigments gegenüber dem (den)
Farbbildner(n) so gering ist, daß bei der Beschriftung der Vorderseite des Aufzeichnungsmaterials
auf der mikrokapselbeschichteten Rückseite keine sichtbare Spiegelschrift entsteht.
[0009] Bei der Methode zur Bestimmung der Ölabsorption nach DIN 53199 wird ein Pigment mit
soviel Leinöl verrührt, daß sich eine zusammenhängende kittartige Masse bildet, die
auf einer Glasplatte gerade noch nicht schmiert.
[0010] Bei Verwendung eines Pigments oder Pigmentgemischs mit den angegebenen Eigenschaften
wird die Kugelschreiberbeschreibbarkeit der Mikrokapselseite (Rückseite von Original-
und Mittelblättern) erheblich verbessert bzw. überhaupt ermöglicht.
[0011] Die Wirkung der erfindungsgemäß verwendeten Pigmente beruht darauf, daß sie gegenüber
der glatten Stahlkugel der Kugelschreibermine eine ausreichende Mikrorauhigkeit aufweisen,
so daß die Stahlkugel nicht mehr über die Schicht gleiten kann, ohne sich zu drehen.
Insoweit kommt es auf die angegebene Korngrößenverteilung an. Die Korngröße darf andererseits
nicht höher sein, weil sich sonst die Rauhigkeit der Schicht erhöhen würde, so daß
die Mikrokapseln bereits bei der Herstellung und der Verarbeitung des druckempfindlichen
Aufzeichnungsmaterials vorzeitig zerstört werden, wodurch Verschmutzungen infolge
der Reaktion des freigesetzten Farbbildners mit dem Farbentwickler des darunter liegenden
Blattes auftreten würden.
[0012] Ferner kommt es auf eine verhältnismäßig niedrige BET-Oberfläche der verwendeten
Pigmente an, damit die Reaktion mit freigesetztem Farbbildner möglichst gering ist.
Außerdem ist eine hohe Ölabsorption erforderlich, damit die Kugelschreiberpaste und
das aus den Mikrokapseln austretende Öl sehr gut absorbiert werden und eine Verstopfung
des Spaltes zwischen Kugel und Mine verhindert werden kann.
[0013] Unter der Korngröße des feinteiligen Pigments versteht man die Agglomeratgröße und
nicht die Größe der Primärteilchen. Die Korngrößenverteilung wird nach der Lichtstreuungsmethode
mit Laserlicht bestimmt, wobei im speziellen Fall der "Master Particle Sizer (M6)"
der Firma Malvern Instruments verwendet wurde. Es handelt sich hierbei um eine Standardmethode,
die bei der Bestimmung der Korngrößenverteilung von feinteiligem Materialien üblich
ist (vgl. Verfahrenstechnik 24 (1990), Nr. 11, Seiten 36, 38, 41/42 und 45).
[0014] Vorzugsweise stellt das Pigment Fällungskieselsäure mit einer mittleren Korngröße
von > 10 % > 4 µm, 50 % zwischen 5 und 12 µm und > 90 % < 20 µm, einer BET-Oberfläche
von 30 bis 70 m²/g und einer Ölabsorption von 130 bis 180 ml/100 g dar.
[0015] Das verwendete Pigment ist zweckmäßig durch Feinvermahlung eines grobkörnigen Fällungskieselsäure
erhältlich. Es kann beispielsweise eine handelsübliche gefällte Kieselsäure mit einer
mittleren Korngröße von 50 µm und einem Grobkornanteil von 20 % > 20 µm als Ausgangsmaterial
verwendet werden, das durch Feinvermahlung auf die gewünschte Korngrößenverteilung
gebracht werden kann. Als Mahlgeräte können Kugelmühlen und Luftstrahlmühlen verwendet
werden.
[0016] Bei dieser Behandlung tritt nicht nur eine Verringerung der Korngröße ein, sondern
es ändert sich auch die Form der Teilchen. Man erhält wahrscheinlich abgerundete Teilchen,
bei denen die Gefahr, daß die Mikrokapseln während der Herstellung oder Verarbeitung
des Aufzeichnungsmaterials zerstört werden, geringer ist.
[0017] Die erfindungsgemäße Überzugsmasse enthält im allgemeinen 1 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise
5 bis 25 Gew.-% Pigment (bezogen auf wasserfreie Mikrokapselmasse, wobei diese als
Summe der Massen des Farbbildners, des Öls, in dem der Farbbildner gelöst ist, und
des Wandmaterials definiert ist). Ferner kann sie etwa 0,1 bis 0,5 Gew.-% (jeweils
bezogen auf die Trockensubstanzen) eines Dispergiermittels, z.B. eines Polyacrylatdispergiermittels,
enthalten. Das feinteilige Pigment kann unter Verwendung des genannten Dispergiermittels
direkt in der Mikrokapseldispersion dispergiert werden.
[0018] Die erfindungsgemäße Überzugsmasse kann ferner natürliche oder synthetische Bindemittel
und/oder Abstandshalter (stilts), wie z.B. gemahlenes Cellulosepulver, kalibrierte
Stärke (Weizen- oder Kartoffelstärke) enthalten. Ferner können weitere Zusätze, wie
synthetische Plastikpigmente und dergl. verwendet werden.
[0019] Der pH-Wert der erfindungsgemäßen Überzugsmasse beträgt im allgemeinen 6 bis 12 und
ihr Feststoffgehalt 10 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 40 Gew.-%.
[0020] Gegenstand der Erfindung ist ferner ein druckempfindliches Aufzeichungsmaterial,
insbesondere ein CB- oder CFB-Papier, das mit einer erfindungsgemäßen Überzugsmasse
beschichtet oder bedruckt ist. Beim Bedrucken braucht die Überzugsmasse nicht auf
die gesamte Papierfläche, sondern nur auf bestimmte Teile aufgebracht zu werden, auf
denen eine Durchschrift erwünscht ist.
[0021] Die erfindungsgemäße Überzugsmasse wird auf ein Substrat bzw. Trägermaterial, vorzugsweise
geleimtes Papier, das einen sauren, neutralen oder alkalischen pH-Bereich aufweist,
aufgebracht. Das Papier kann holzfrei oder holzhaltig sein und ein Flächengewicht
von etwa 30 bis 100 g/m² haben. Die Überzugsmasse kann mit einer Rakel, Luftbürste,
Messerklinge, gravierten Walze usw. aufgebracht werden. Die Trocknung kann mit Heißluft,
Infrarotstrahlung oder mit Mikrowellen bzw. durch Zylindertrocknung erfolgen. Der
Strichauftrag beträgt trocken im allgemeinen 2 bis 10 g/m², vorzugsweise 3 bis 8 g/m².
[0022] Die Prüfung erfolgt mit Kugelschreibern, die eine nachweislich schlechte Schreibeignung
auf üblichem CB-gestrichenen Papier, also auf Papier ohne Zusatz gefällter Kieselsäure,
haben. Die Erfindung ist durch die nachstehenden Beispiele erläutert:
Beispiel 1
[0023] Es wurde ein Gemisch aus folgenden Bestandteilen hergestellt:
- 21 g (als Trockensubstanz) eines mikroverkapselten (Kapselwandmaterial Polyurethan)
Farbbildners, der nach der Entwicklung einen schwarzen Farbstoff ergibt (Handelsprodukt
Baymicron VP(R) SN 2136 der Firma Bayer AG, Leverkusen) in Form einer 35,3 %igen wäßrigen
Suspension,
- 2,1 g (als Trockensubstanz) hydrophile Fällungskieselsäure mit einer Korngrößenverteilung
von > 11 % > 4 µm, 50 % zwischen 6 und 12 µm und > 89 % < 20 µm (hergestellt aus einer
gröberen Fällungskieselsäure durch Vermahlen). Die BET-Oberfläche des gemahlenen Produkts
beträgt etwa 60 m²/g und seine Ölabsorption 150 ml/100 g.
- 1,5 g (als Trockensubstanz) einer 50 %igen wäßrigen Styrol-Butadien-Kunststoffdispersion
als Bindemittel.
- 0,05 g (als Trockensubstanz) eines Polyacrylat-Dispergiermittels.
[0024] Das Gemisch wurde mit etwas Wasser bis auf einen Gesamtfeststoffgehalt von 37 Gew.-%
eingestellt. Der pH-Wert wurde mit Natriumhydroxid auf 8,2 eingestellt.
[0025] Diese Überzugsmasse wurde mit Hilfe einer Laborstreichmaschine der Firma Gockel,
München, auf ein holzfreies Trägerpapier mit einem Flächengewicht von 50 g/m² aufgetragen.
Der Strichauftrag nach der Trocknung mit Heißluft betrug 6 g/m².
[0026] Im Vergleich dazu wurden zwei entsprechende Rezepturen,
(a) ohne Zusatz von Kieselsäure und
(b) mit 2,1 g (als Trockensubstanz) gefällter Kieselsäure mit einem Grobkorn von 20
% > 30 µm und einer BET-Oberfläche von etwa 190 m²/g hergestellt, die vor der Vermahlung
eine mittlere Korngröße von 100 µm hatte.
[0027] Die Prüfung der erfindungsgemäßen Rezeptur mit dem Testkugelschreiber (Papier Fischer,
F, dokumentenecht, DIN 16554, A3) ergab eine zufriedenstellende Beschreibbarkeit (durchgehende
Schrift), während bei der Vergleichsrezeptur (a) der Kugelschreiber völlig versagte
und bei der Vergleichsrezeptur (b) Schriften erhalten wurden, die stellenweise unterbrochen
waren.
[0028] Die Vergleichrezeptur (b) und die erfindungsgemäße Rezeptur wurden auch im Hinblick
auf den Einfluß der Größe der Kieselsäureteilchen auf den mikroverkapselten Farbbildner
untersucht. Hierzu wurden die mit den Rezepturen beschichteten und getrockneten Blätter
mit der Kapselseite auf ein Papierblatt gelegt, das auf seiner Vorderseite mit einem
Farbentwickler auf der Basis von säureaktiviertem Ton beschichtet war. Beide Blätter
wurden unter leichtem Druck gegeneinander verschoben. Bei dem Blatt mit der erfindungsgemäß
behandelten Kieselsäure war das mit dem Farbentwickler beschichtete Unterlageblatt
nicht gefärbt, während bei dem Blatt mit der Vergleichsrezeptur (b) das darunterliegende
Blatt ein Muster aus schwarzen Streifen zeigte, das dadurch bedingt war, daß ein Teil
der Mikrokapseln durch die gröberen Kieselsäureteilchen zerstört worden war.
Beispiel 2
[0029] Es wurden nach der Arbeitsweise von Beispiel 1 eine erfindungsgemäße und zwei Vergleichsrezepturen
(a) und (b) hergestellt, wobei jedoch als Farbbildner die Mikrokapseldispersion Micronal
S 42(R) der Firma BASF AG, Ludwigshafen, verwendet wurde. Die Überzugsmassen hatten
jeweils einen pH-Wert von 8,1 und einen Feststoffgehalt von 37 Gew.-% und wurden in
der gleichen Weise wie die Überzugsmassen von Beispiel 1 auf die gleichen Papierunterlagen
aufgebracht und getrocknet.
[0030] Die Prüfung mit dem Testkugelschreiber ergab wiederum eine zufriedenstellene Beschreibbarkeit
(durchgehender Strich) bei der erfindungsgemäßen Rezeptur. Bei der Vergleichsrezeptur
(a) ohne Zusatz von Kieselsäure war der Kugelschreibertest negativ. Bei der Vergleichsrezeptur
(b) mit der gröberen Kieselsäure war der Kugelschreiberstrich an einigen Stellen unterbrochen.
Außerdem ergab diese Rezeptur auf einem darunterliegenden Aufnahmeblatt ein Muster
aus schwarzen Streifen.
Beispiel 3
[0031] Es wurde ein Gemisch aus folgenden Bestandteilen hergestellt:
- 14 g (als Trockensubstanz) Mikrokapselmasse (eine Mikrokapseldispersion auf der Basis
von Gelatine-Mikrokapseln, Durchschriftsfarbe schwarz, Feststoffgehalt 20 Gew.-%,
Hersteller Firma Bartsch, Plattling)
- 2,1 g (als Trochensubstanz) eines Pigmentgemischs aus 60 Gew.-% der hydrophilen Fällungskieselsäure
von Beispiel 1 und 40 Gew.-% Magnesiumaluminiumsilikat mit einer Korngrößenverteilung
von > 10 % > 4 µm, 50 % = 5 bis 10 µm und > 90 % < 20 µm, einer BET-Oberfläche von
50 m²/g und einer Ölabsorption von 350 ml/100 g.
- 0,9 g (als Trockensubstanz) Stärke.
[0032] Das Gemisch wurde durch Zumischen von Wasser auf einen Gesamtfeststoffgehalt von
20 % eingestellt. Der pH-Wert wurde mit Hilfe von Natriumhydroxid auf 8,3 eingestellt.
[0033] Die erhaltenen Überzugsmassen wurden auf das nach Beispiel 1 verwendete Papier aufgebracht.
Der Strichauftrag betrug 6 g/m² (trocken).
[0034] Zum Vergleich wurden zwei weitere Rezepturen hergestellt, nämlich (a) eine Rezeptur
ohne Zusatz der Pigmentmischung und (b) eine Rezeptur mit einem Zusatz von 2,1 g Fällungskieselsäure
mit einer mittleren Korngröße von 25 µm, einem Grobkornanteil von 15 % > 30 µm und
einer BET-Oberfläche von 60 m²/g.
[0035] Die Prüfung mit dem Testkugelschreiber ergab im Falle der erfindungsgemäßen Rezeptur
eine zufriedenstellende Beschreibbarkeit (durchgehende Schrift), im Falle der Vergleichsrezeptur
(a) keine Schrift und im Falle der zweiten Vergleichsrezeptur (b) eine Schrift mit
Unterbrechungen.
[0036] Bei der Vergleichsrezeptur (b) fand wiederum eine vorzeitige Übertragung des Farbbildners
auf eine darunterliegende Aufnahmeschicht statt (streifenförmiges Farbstoffmuster).
1. Überzugsmasse für druckempfindliche Aufzeichnungsmaterialien, insbesondere für kugelschreiberbeschreibbare
Aufzeichnungsmaterialien, enthaltend einen oder mehrere mikroverkapselte Farbbildner
in einem flüssigen Medium, dadurch gekennzeichnet, daß sie zusätzlich ein feinteiliges
Pigment in Form von Kieselsäure und/oder eines unlöslichen Silicats mit einer Korngrößeverteilung
(bezogen auf Agglomerate) von
einer BET-Oberfläche von 20 bis 100 m²/g und einer Ölabsorption von 80 bis 400 ml/100
g (nach DIN 53199) enthält, wobei die Reaktivität des Pigments gegenüber dem (den)
Farbbildner(n) so gering ist, daß bei der Beschriftung der Vorderseite des Aufzeichnungsmaterials
auf der mikrokapselbeschichteten Rückseite keine sichtbare Spiegelschrift entsteht.
2. Überzugsmasse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Pigment Fällungskieselsäure
mit einer Korngrößenverteilung von > 10 % > 4 µm, 50 % zwischen 5 und 12 µm und >
90 % < 20 µm, einer BET-Oberfläche von 30 bis 70 m²/g und einer Ölabsorption von 130
bis 180 ml/100 g darstellt.
3. Überzugsmasse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Pigment durch
Feinvermahlung einer grobkörnigen Fällungskieselsäure erhältlich ist.
4. Überzugsmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß sie 1
bis 30 Gew.-%, vorzugsweise 5 bis 25 Gew.-% Pigment (bezogen auf wasserfreie Mikrokapselmasse)
enthält.
5. Überzugsmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß sie etwa
0,1 bis 0,5 Gew.-% eines Dispergiermittels (jeweils bezogen auf Trockensubstanz) enthält.
6. Überzugsmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie natürliche
und/oder synthetische Bindemittel und/oder Abstandshalter (stilts) enthält.
7. Überzugsmasse nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ihr pH-Wert
6 bis 12 und ihr Feststoffgehalt 10 bis 50 Gew.-%, vorzugsweise 20 bis 40 Gew.-%,
beträgt.
8. Druckempfindliches Aufzeichnungsmaterial, dadurch gekennzeichnet, daß es mit einer
Überzugsmasse nach einem der Ansprüche beschichtet oder bedruckt ist.
9. Druckempfindliches Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet daß
es ein CB- oder CFB-Papier darstellt.