[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Übertragung von Methinfarbstoffen
von einem Träger auf ein mit Kunststoff beschichtetes Papier mit Hilfe einer Energiequelle.
[0002] Beim Thermotransferdruckverfahren wird ein Transferblatt, das einen thermisch transferierbaren
Farbstoff in einem oder mehreren Bindemitteln, gegebenenfalls zusammen mit geeigneten
Hilfsmitteln, auf einem Träger enthält, mit einer Energiequelle, z.B. mit einem Heizkopf
oder einem Laser, durch kurze Heizimpulse (Dauer: Bruchteile einer Sekunde) von der
Rückseite her erhitzt, wodurch der Farbstoff aus dem Transferblatt migriert und in
die Oberflächenbeschichtung eines Aufnahmemediums hineindiffundiert. Der wesentliche
Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, daß die Steuerung der zu übertragenden Farbstoffmenge
(und damit die Farbabstufung) durch Einstellung der von der Energiequelle abzugebenden
Energie leicht möglich ist.
[0003] Allgemein wird die Farbaufzeichnung unter Verwendung der drei subtraktiven Grundfarben
Gelb, Magenta, Cyan (und gegebenenfalls Schwarz) durchgeführt.
[0004] Um eine optimale Farbaufzeichnung zu ermöglichen, müssen die Farbstoffe folgende
Eigenschaften besitzen:
- leichte thermische Transferierbarkeit,
- geringe Migration innerhalb oder aus der Oberflächenbeschichtung des Aufnahmemediums
bei Raumtemperatur,
- hohe thermische und photochemische Stabilität sowie Resistenz gegen Feuchtigkeit und
chemische Stoffe,
- für subtraktive Farbmischung die geeigneten Farbtöne aufweisen,
- einen hohen molaren Absorptionskoeffizienten aufweisen,
- bei Lagerung des Transferblattes nicht auskristallisieren.
[0005] Diese Forderungen sind erfahrungsgemäß gleichzeitig sehr schwierig zu erfüllen.
[0006] Daher entsprechen die meisten der bekannten, für den thermischen Transferdruck verwendeten
Farbstoffe, insbesondere solche, die die Grundfarbe Magenta aufweisen, nicht dem geforderten
Anforderungsprofil.
[0007] So sind z.B. in der JP-A-229 786/1985, JP-A-84 390/1990 sowie in der EP-A-258 856
Anilinderivate für diesen Zweck beschrieben, die in para-Stellung zur Aminogruppe
den Tricyanovinylrest aufweisen. Die JP-A-32 164/1990 beschreibt Farbstoffe, die 4-Nitrophenylacetonitril
als CH-acide Komponente aufweisen.
[0008] Es hat sich jedoch gezeigt, daß mit diesen Farbstoffen keine ausreichenden Ergebnisse
erzielt werden.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es daher, ein neues Verfahren zur Übertragung
von Methinfarbstoffen mit Absorption im blaugrünen oder grünen Spektralbereich bereitzustellen,
wobei die zur Anwendung kommenden Farbstoffe die eingangs erwähnten Eigenschaften
aufweisen sollten.
[0010] Es wurde nun gefunden, daß die Übertragung von Methinfarbstoffen von einem Träger
auf ein mit Kunststoff beschichtetes Papier mit Hilfe einer Energiequelle vorteilhaft
gelingt, wenn man einen Träger verwendet, auf dem sich ein oder mehrere Farbstoffe
der Formel I
K-N=B (I)
befinden, in der
- K
- für einen aromatischen carbocyclischen oder heterocyclischen Rest und
- B
- für den Rest einer CH-aciden Verbindung stehen, der sich von Nitromethan, Nitroethan,
Benzimidazolen-2-ylacetamid oder einer Verbindung der Formel

ableitet, worin
- X¹
- Cyano, Nitro, C₁-C₄-Alkanoyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy oder
Halogen substituiertes Benzoyl, C₁-C₄-Alkylsulfonyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl,
C₁-C₄-Alkoxy oder Halogen substituiertes Phenylsulfonyl, Carboxyl, gegebenenfalls
durch 1 oder 2 Sauerstoffatome in Etherfunktion unterbrochenes C₁-C₆-Alkoxycarbonyl,
C₅-C₇-Cycloalkoxycarbonyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy oder Halogen
substituiertes Phenoxycarbonyl, Carbamoyl, gegebenenfalls durch 1 oder 2 Sauerstoffatome
in Etherfunktion unterbrochenes C₁-C₆-Mono- oder Dialkylcarbamoyl, C₅-C₇-Mono- oder
Dicycloalkylcarbamoyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy oder Halogen
substituiertes Phenylcarbamoyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl, Cyano, C₁-C₄-Alkoxy,
Halogen oder Nitro substituiertes Phenyl, Benzthiazol-2-yl, Benzimidazol-2-yl, 5-Phenyl-1,3,4-thiadiazol-2-yl
oder 2-Hydroxychinoxalin-3-yl,
- X²
- C₁-C₄-Alkyl oder C₁-C₄-Alkoxy,
- X³
- C₁-C₄-Alkoxycarbonyl, Phenylcarbamoyl oder Benzimidazol-2-yl,
- X⁴
- C₁-C₄-Alkyl und
- X⁵
- Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Phenyl bedeuten.
[0011] Aromatische carbocyclische oder heterocyclische Reste K leiten sich beispielsweise
aus der Anilin-, Aminonaphthalin-, Indol-, Chinolin-, Benzoxazin-, Aminothiazol-,
Diaminopyridin-, Aminothiophen-, Benzimidazol- oder Benzthiazolreihe ab.
[0012] Bevorzugt ist eine Verfahrensweise , bei der sich auf dem Träger ein oder mehrere
Farbstoffe der Formel I befinden, worin
- K
- für einen Rest der Formel

steht, worin
- n
- 0 oder 1,
- R¹
- Wasserstoff, Methyl, Methoxy, C₁-C₄-Mono- oder Dialkylaminosulfonylamino, C₁-C₄-Alkylsulfonylamino
oder den Rest -NHCOR⁹ oder -NHCO₂R⁹, wobei R⁹ die Bedeutung von Phenyl, Benzyl, Tolyl
oder C₁-C₈-Alkyl, das gegebenenfalls durch ein oder zwei Sauerstoffatome in Etherfunktion
unterbrochen ist, besitzt,
- R²
- Wasserstoff, Methyl, Methoxy oder Ethoxy,
- R³ und R⁴
- gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander jeweils Wasserstoff, C₁-C₈-Alkyl,
das gegebenenfalls substituiert ist und durch ein oder zwei Sauerstoffatome in Etherfunktion
unterbrochen sein kann, oder C₅-C₇-Cycloalkyl,
- R⁵
- C₁-C₈-Alkyl, das gegebenenfalls substituiert ist und durch ein oder zwei Sauerstoffatome
in Etherfunktion unterbrochen sein kann, C₅-C₇-Cycloalkyl, Phenyl oder Tolyl,
- R⁶
- Wasserstoff, Halogen, C₁-C₆-Alkyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl oder C₁-C₄-Alkoxy
substituiertes Phenyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl oder C₁-C₄-Alkoxy substituiertes
Benzyl, Cyclohexyl, Thienyl, Hydroxy oder C₁-C₈-Monoalkylamino,
- R⁷
- Cyano, Carbamoyl, C₁-C₆-Mono- oder Dialkylcarbamoyl oder C₁-C₆-Alkoxycarbonyl und
- R⁸
- Halogen, Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy, C₁-C₄-Alkylthio oder gegebenenfalls
durch C₁-C₄-Alkyl substituiertes Phenyl bedeuten.
[0013] Alle in den obengenannten Formeln auftretenden Alkylgruppen können sowohl geradkettig
als auch verzweigt sein.
[0014] Wenn in den obengenannten Formeln substituierte Alkyl- oder Phenylgruppen auftreten,
so sind diese in der Regel ein- bis dreifach substituiert.
[0015] Wenn in den obengenannten Formeln substituierte Alkylgruppen auftreten, so können
als Substituenten z.B. Cyano, Phenyl, Tolyl, C₁-C₆-Alkanoyloxy, C₁-C₄-Alkoxycarbonyl
oder C₁-C₄-Alkoxycarbonyloxy, wobei im letzten Fall die Alkoxygruppe durch Phenyl,
Tolyl oder C₁-C₄-Alkoxy substituiert sein kann, in Betracht kommen.
[0016] Geeignete Reste X², X⁴, X⁵, R³, R⁴, R⁶ und R⁸ sind z.B. Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl,
Butyl, Isobutyl oder sec-Butyl.
[0017] Reste R³, R⁴ und R⁶ sind weiterhin z.B. Pentyl, Isopentyl, Neopentyl, tert-Pentyl,
Hexyl oder 2-Methylpentyl.
[0018] Reste R³ und R⁴ sind weiterhin z.B. Heptyl, Octyl, 2-Ethylhexyl, 2-Methoxyethyl,
2- oder 3-Methoxypropyl, 2-Ethoxyethyl, 2- oder 3-Ethoxypropyl, 2-Propoxyethyl, 2-
oder 3-Propoxypropyl, 2-Butoxyethyl, 2- oder 3-Butoxypropyl, 3,6-Dioxaheptyl, 3,6-Dioxaoctyl,
2-Cyanoethyl, 2- oder 3-Cyanopropyl, 2-Acetyloxyethyl, 2- oder 3-Acetyloxypropyl,
2-Isobutyryloxyethyl, 2- oder 2-Isobutyryloxypropyl, 2-Methoxycarbonylethyl, 2- oder
3-Methoxycarbonylpropyl, 2-Ethoxycarbonylethyl, 2- oder 3-Ethoxycarbonylpropyl 2-Methoxycarbonyloxyethyl,
2- oder 3-Methoxycarbonyloxypropyl, 2-Ethoxycarbonyloxyethyl, 2- oder 3-Ethoxycarbonyloxypropyl,
2-Butoxycarbonyloxyethyl, 2- oder 3-Butoxycarbonyloxypropyl, 2-(2-Phenylethoxycarbonyloxy)ethyl,
2- oder 3-(2-Phenylethoxycarbonyloxy)propyl, 2-(2-Ethoxyethoxycarbonyloxy)ethyl, 2-
oder 3-(2-Ethoxyethoxycarbonyloxy)propyl, Benzyl, 2-Methylbenzyl, 1- oder 2-Phenylethyl,
Cyclopentyl, Cyclohexyl oder Cycloheptyl.
[0019] Reste X² und R⁸ sind weiterhin z.B. Methoxy, Ethoxy, Propoxy, Iospropoxy, Butoxy,
sec-Butoxy, Methylthio, Ethylthio,, Propylthio, Isopropylthio oder Butylthio.
[0020] Reste R⁸ sind weiterhin z.B. Fluor, Chlor oder Brom.
[0021] Reste R¹ sind z.B. Methylsulfonylamino, Ethylsulfonylamino, Propylsulfonylamino,
Isopropylsulfonylamino, Butylsulfonylamino, Mono- oder Dimethylaminosulfonylamino,
Mono- oder Diethylaminosulfonylamino, Mono- oder Dipropylaminosulfonylamino, Mono-
oder Diisopropylaminosulfonylamino, Mono- oder Dibutylaminosulfonylamino oder (N-Methyl-N-ethylaminosulfonyl)amino.
[0022] Reste X¹, X³ und R⁷ sind z.B. Methoxycarbonyl, Ethoxycarbonyl, Propoxycarbonyl, Isopropoxycarbonyl
oder Butoxycarbonyl.
[0023] Reste X¹ und R⁷ sind weiterhin z.B. Pentyloxycarbonyl, Hexyloxycarbonyl, Mono- oder
Dimethylcarbamoyl, Mono- oder Diethylcarbamoyl, Mono- oder Dipropylcarbamoyl, Mono-
oder Diisopropylcarbamoyl, Mono- oder Dibutylcarbamoyl oder N-Methyl-N-ethylcarbamoyl.
[0024] Reste X¹ sind weiterhin z.B. 2-Methoxyethoxycarbonyl, 2-Ethoxyethoxycarbonyl, 3,6-Dioxaheptyloxycarbonyl,
Cyclopentyloxycarbonyl, Cyclohexyloxycarbonyl, Cycloheptyloxycarbonyl, Formyl, Acetyl,
Propionyl, Butyryl, Isobutyryl, Benzoyl, 2-Methylbenzoyl, 2,4-Dimethylbenzoyl, 2-Methoxybenzoyl,
2,4-Dimethoxybenzoyl, 2-Chlorbenzoyl, 2,4-Dichlorbenzoyl, Methylsulfonyl, Ethylsulfonyl,
Propylsulfonyl, Isopropylsulfonyl, Butylsulfonyl, Phenylsulfonyl, 2- oder 4-Methylphenylsulfonyl,
Mono- oder Dipentylcarbamoyl, Mono- oder Dihexylcarbamoyl, Mono- oder Bis(2-methoxyethyl)carbamoyl,
Mono- oder Bis(2-ethoxyethyl)carbamoyl, Mono- oder Bis(3,6-dioxaheptyl)carbamoyl,
Mono- oder Dicyclopentylcarbamoyl, Mono- oder Dicyclohexylcarbamoyl, Mono-oder Dicycloheptylcarbamoyl,
Phenylcarbamoyl, 2-Methylphenylcarbamoyl, 2,4-Dimethylphenylcarbamoyl, 2-Methoxyphenylcarbamoyl,
2,4-Dimethoxyphenylcarbamoyl, 2-Chlorphenylcarbamoyl, 2,4-Dichlorphenylcarbamoyl,
Phenyl, 2-, 3- oder 4-Chlorphenyl, 2-, 3- oder 4-Methylphenyl, 2,4-Dimethylphenyl,
2-, 3- oder 4-Cyanophenyl, 2-, 3- oder 4-Methoxyphenyl, 2,4-Dimethoxyphenyl oder 2-,
3- oder 4-Nitrophenyl.
[0025] Besonders bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem sich auf dem Träger ein oder mehrere
Farbstoffe der Formel I befinden, in der B für den Rest einer CH-aciden Verbindung,
der sich von einer Verbindung der Formel IIa oder IIb ableitet, steht.
[0026] Besonders bevorzugt ist weiterhin ein Verfahren, bei dem sich auf dem Träger ein
oder mehrere Farbstoffe der Formel I befinden, in der K für einen Rest der Formel
IIIa, IIIc, IIIj, IIIk, IIIl oder IIIm steht.
[0027] Insbesondere hervorzuheben ist ein Verfahren, bei dem sich auf dem Träger ein oder
mehrere Farbstoffe der Formel I befinden, in der B für den Rest der Formel

steht.
[0028] Die Methinfarbstoffe der Formel I können nach an sich bekannten Methoden, wie sie
beispielsweise in der JP-A-32 164/1990, in der älteren Anmeldung EP-A-416 434 oder
in der älteren deutschen Patentanmeldung P 41 05 197.1 beschrieben sind, hergestellt
werden.
[0029] Im Vergleich zu den bei den bekannten Verfahren verwendeten Farbstoffen zeichnen
sich die im erfindungsgemäßen Verfahren übertragenen Farbstoffe der Formel I im allgemeinen
durch verbesserte Migrationseigenschaften im Aufnahmemedium bei Raumtemperatur, leichtere
thermische Transferierbarkeit, höhere thermische und photochemische Stabilität, leichtere
technische Zugänglichkeit, bessere Resistenz gegen Feuchtigkeit und chemische Stoffe,
höhere Farbstärke, bessere Löslichkeit oder bessere Eignung für die subtraktive Farbmischung
(höhere Farbtonreinheit, geringere Blauabsorption, günstigere Form der Absorptionsbande,
z.B. geringe Halbwertsbreite oder größere Flankensteilheit auf der kurzwelligen Seite)
aus. Außerdem eignen sie sich besonders vorteilhaft für Farbstoffmischungen mit roten
oder rötlich-violetten Farbstoffen. Solche Farbstoffe sind beispielsweise aus der
EP-A-216 483, EP-A-209 990, EP-A-312 211, US-A-4 698 651, EP-A-346 729 oder den älteren
Anmeldungen EP-A-416 434, EP-A-441 208 oder EP-A-460 463 bekannt.
[0030] Die Farbstoffe der Formel I ergeben in Kombination mit violetten Farbstoffen hochbrillante
Magentafärbungen sowie in Kombination mit Cyanfarbstoffen hochbrillante, rotstichige
Blaufärbungen. Gleichzeitig wird in Kombination mit geeigneten Gelbfarbstoffen ein
tiefes, neutrales Schwarz erzielt.
[0031] Zur Herstellung der für das erfindungsgemäße Verfahren benötigten Farbstoffträger
werden die Farbstoffe in einem geeigneten organischen Lösungsmittel oder in Mischungen
von Lösungsmitteln mit einem oder mehreren Bindemitteln, gegebenenfalls unter Zugabe
von Hilfsmitteln, zu einer Druckfarbe verarbeitet. Diese enthält den Farbstoff vorzugsweise
in molekular-dispers gelöster Form. Die Druckfarbe kann mittels einer Rakel auf den
inerten Träger aufgetragen und die Färbung an der Luft getrocknet werden.
[0032] Geeignete organische Lösungsmittel für die Farbstoffe I sind z.B. solche, in denen
die Löslichkeit der Farbstoffe I bei Raumtemperatur größer als 1 Gew.%, vorzugsweise
größer als 5 Gew.% ist.
[0033] Beispielhaft seien Ethanol, Propanol, Isobutanol, Tetrahydrofuran, Methylenchlorid,
Methylethylketon, Cyclopentanon, Cyclohexanon, Toluol, Chlorbenzol oder deren Mischungen
genannt.
[0034] Als Bindemittel kommen alle Resins oder Polymermaterialien in Betracht, welche in
organischen Lösungsmitteln löslich sind und den Farbstoff an den inerten Träger abriebfest
zu binden vermögen. Dabei werden solche Bindemittel bevorzugt, welche den Farbstoff
nach Trocknung der Druckfarbe an der Luft in Form eines klaren, transparenten Films
aufnehmen, ohne daß dabei eine sichtbare Auskristallisation des Farbstoffes auftritt.
[0035] Solche Bindemittel sind beispielsweise in der älteren Anmeldung EP-A-441 282 oder
in den entsprechenden dort zitierten Patentanmeldungen genannt.
[0036] Bevorzugte Bindemittel sind Ethylcellulose, Ethylhydroxyethylcellulose, Polyvinylbutyrat,
Polyvinylacetat oder gesättigte lineare Polyester.
[0037] Das Gewichtsverhältnis Bindemittel:Farbstoff beträgt im allgemeinen 1:1 bis 5:1.
[0038] Als Hilfsmittel kommen z.B. Trennmittel in Betracht, wie sie in der älteren Anmeldung
EP-A-441 282 oder den entsprechenden dort zitierten Patentanmeldungen genannt sind.
Darüber hinaus sind besonders organische Additive zu nennen, welche das Auskristallisieren
der Transferfarbstoffe bei Lagerung oder beim Erhitzen des Farbbandes verhindern,
z.B. Cholesterin oder Vanillin.
[0039] Geeignete inerte Träger sind z.B. in der älteren Anmeldung EP-A-441 282 oder in den
entsprechenden dort zitierten Patentanmeldungen beschrieben. Die Dicke des Farbstoff-Trägers
beträgt im allgemeinen 3 bis 30 µm, vorzugsweise 5 bis 10 µm.
[0040] Als Farbstoffnehmerschicht kommen prinzipiell alle temperaturstabilen Kunststoffschichten
mit Affinität zu den zu transferierenden Farbstoffen in Betracht, z.B. modifizierte
Polycarbonate oder Polyester. Weitere Einzelheiten dazu können z.B. aus der älteren
Anmeldung EP-A-441 282 oder den entsprechenden dort zitierten Patentanmeldungen entnommen
werden.
[0041] Die Übertragung erfolgt mittels einer Energiequelle, z.B. mittels eines Lasers oder
mittels eines Thermokopfes, wobei dieser auf eine Temperatur von ≧ 300°C aufheizbar
sein muß, damit der Farbstofftransfer im Zeitbereich t: 0 < t < 15 msec erfolgen kann.
Dabei migriert der Farbstoff aus dem Transferblatt und diffundiert in die Oberflächenbeschichtung
des Aufnahmemediums.
[0042] Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher erläutern. Angaben über Prozente
beziehen sich, sofern nicht anders vermerkt, auf das Gewicht.
Transfer der Methinfarbstoffe
[0043] Um das Transferverhalten der Farbstoffe quantitativ und in einfacher Weise prüfen
zu können, wurde der Thermotransfer mit großflächigen Heizbacken durchgeführt, wobei
die Transfertemperatur im Bereich 70 °C < T < 120 °C variiert und die Transferzeit
auf 2 Minuten festgelegt wurde.
α) Allgemeines Rezept für die Beschichtung der Träger mit Farbstoff:
1 g Bindemittel wurden in 8 ml Toluol/Ethanol (8:2 v/v) bei 40 bis 50 °C gelöst. Dazu
wurde eine Lösung aus 0,25 g Farbstoff in 30 ml Tetrahydrofuran eingerührt und gegebenenfalls
von unlöslichem Rückstand abfiltriert. Die so erhaltene Druckpaste wurde mit einer
80 µm Rakel auf eine Polyesterfolie (Dicke: 6 bis 10 µm) abgezogen und mit einem Fön
getrocknet.
β) Prüfung auf thermische Transferierbarkeit
Die verwendeten Farbstoffe wurden in der folgenden Weise geprüft:
Die den zu prüfenden Farbstoff in der Beschichtungsmasse (Vorderseite) enthaltende
Polyesterfolie (Geber) wurde mit der Vorderseite auf kommerziell erhältliches Hitachi
Color Video Print Paper (Nehmer) gelegt und aufgedrückt. Geber/Nehmer wurden dann
mit Aluminiumfolie umwickelt und zwischen zwei beheizten Platten bei verschiedener
Temperatur T (im Temperaturintervall 70°C < T < 120°C) erhitzt. Die in die glänzende
Kunststoffschicht des Nehmers diffundierte Farbstoffmenge ist proportional der optischen
Dichte (= Extinktion A). Letztere wurde photometrisch bestimmt. Trägt man den Logarithmus
der im Temperaturintervall zwischen 40 und 110°C gemessenen Extinktion A der angefärbten
Nehmerpapiere gegen die zugehörige reziproke absolute Temperatur auf, so erhält man
Geraden, aus deren Steigung die Aktivierungsenergie ΔET für das Transferexperiment berechnet wird:

Zur vollständigen Charakterisierung wurde aus den Auftragungen zusätzlich die Temperatur
T* [°C] entnommen, bei der die Extinktion A der angefärbten Nehmerpapiere den Wert 1
erreicht.
[0044] Die in der folgenden Tabelle aufgeführten Farbstoffe wurden nach α) verarbeitet und
die erhaltenen, mit Farbstoff beschichteten Träger nach β) auf das Transferverhalten
geprüft. In der Tabelle sind jeweils die Thermotransferparameter T
* und ΔE
T, die Absorptionsmaxima der Farbstoffe λ
max (gemessen in Methylenchlorid) sowie die verwendeten Bindemittel aufgeführt.
[0045] Dabei gelten folgende Abkürzungen:
- B
- = Bindemittel
- V
- = Vylon® 290 der Fa. Toyobo

1. Verfahren zur Übertragung von Methinfarbstoffen von einem Träger auf ein mit Kunststoff
beschichtetes Papier durch Diffusion mit Hilfe einer Energiequelle, dadurch gekennzeichnet,
daß man einen Träger verwendet, auf dem sich ein oder mehrere Farbstoffe der Formel
I
K-N=B (I)
befinden, in der
K für einen aromatischen carbocyclischen oder heterocyclischen Rest und
B für den Rest einer CH-aciden Verbindung stehen, der sich von Nitromethan, Nitroethan,
Benzimidazol-2-ylacetamid oder einer Verbindung der Formel

ableitet, worin
X¹ Cyano, Nitro, C₁-C₄-Alkanoyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy
oder Halogen substituiertes Benzoyl, C₁-C₄-Alkylsulfonyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl,
C₁-C₄-Alkoxy oder Halogen substituiertes Phenylsulfonyl, Carboxyl, gegebenenfalls
durch 1 oder 2 Sauerstoffatome in Etherfunktion unterbrochenes C₁-C₆-Alkoxycarbonyl,
C₅-C₇-Cycloalkoxycarbonyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy oder Halogen
substituiertes Phenoxycarbonyl, Carbamoyl, gegebenenfalls durch 1 oder 2 Sauerstoffatome
in Etherfunktion unterbrochenes C₁-C₆-Mono- oder Dialkylcarbamoyl, C₅-C₇-Mono- oder
Dicycloalkylcarbamoyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy oder Halogen
substituiertes Phenylcarbamoyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl, Cyano, C₁-C₄-Alkoxy,
Halogen oder Nitro substituiertes Phenyl, Benzthiazol-2-yl, Benzimidazol-2-yl, 5-Phenyl-1,3,4-thiadiazol-2-yl
oder 2-Hydroxychinoxalin-3-yl,
X² C₁-C₄-Alkyl oder C₁-C₄-Alkoxy,
X³ C₁-C₄-Alkoxycarbonyl, Phenylcarbamoyl oder Benzimidazol-2-yl,
X⁴ C₁-C₄-Alkyl und
X⁵ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Phenyl bedeuten.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich auf dem Träger einer oder
mehrere Farbstoffe der Formel I befinden, in der
K für einen Rest der Formel

steht, worin
n 0 oder 1,
R¹ Wasserstoff, Methyl, Methoxy, C₁-C₄-Mono- oder Dialkylaminosulfonylamino, C₁-C₄-Alkylsulfonylamino
oder den Rest -NHCOR⁹ oder -NHCO₂R⁹, wobei R⁹ die Bedeutung von Phenyl, Benzyl, Tolyl
oder C₁-C₈-Alkyl, das gegebenenfalls durch ein oder zwei Sauerstoffatome in Etherfunktion
unterbrochen ist, besitzt,
R² Wasserstoff, Methyl, Methoxy oder Ethoxy,
R³ und R⁴ gleich oder verschieden sind und unabhängig voneinander jeweils Wasserstoff,
C₁-C₈-Alkyl, das gegebenenfalls substituiert ist und durch ein oder zwei Sauerstoffatome
in Etherfunktion unterbrochen sein kann, oder C₅-C₇-Cycloalkyl,
R⁵ C₁-C₈-Alkyl, das gegebenenfalls substituiert ist und durch ein oder zwei Sauerstoffatome
in Etherfunktion unterbrochen sein kann, C₅-C₇-Cycloalkyl, Phenyl oder Tolyl,
R⁶ Wasserstoff, Halogen, C₁-C₆-Alkyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl oder C₁-C₄-Alkoxy
substituiertes Phenyl, gegebenenfalls durch C₁-C₄-Alkyl oder C₁-C₄-Alkoxy substituiertes
Benzyl, Cyclohexyl, Thienyl, Hydroxy oder C₁-C₈-Monoalkylamino,
R⁷ Cyano, Carbamoyl, C₁-C₆-Mono- oder Dialkylcarbamoyl oder C₁-C₆-Alkoxycarbonyl
und
R⁸ Halogen, Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy, C₁-C₄-Alkylthio oder gegebenenfalls
durch C₁-C₄-Alkyl substituiertes Phenyl bedeuten.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich auf dem Träger ein oder
mehrere Farbstoffe der Formel I befinden, in der B für den Rest einer CH-aciden Verbindung,
der sich von einer Verbindung der Formel IIa oder IIb ableitet, steht.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich auf den Träger ein oder
mehrere Farbstoffe der Formel I befinden, in der K für einen Rest der Formel IIIa,
IIIc, IIIj, IIIk, IIIl oder IIIm steht.