[0001] Textilmaterialien, wie beispielsweise Gewebe, Gewirke, Garne und Fäden, die aus Cellulosefasern
oder aus einem Gemisch aus Cellulosefasern mit anderen Fasern bestehen, werden unter
Verwendung von anionischen Farbstoffen, insbesondere anionischen faserreaktiven Farbstoffen,
gemäß den üblichen Anwendungstechniken beispielsweise in der Weise gefärbt, daß man,
insbesondere bei der Anwendung von faserreaktiven Farbstoffen, den Färbeprozeß in
Gegenwart eines Alkali, wie beispielsweise Natronlauge, Natriumcarbonat und Natriumsilikat,
und in Anwesenheit von Elektrolyten, wie beispielsweise Natriumchlorid oder Natriumsulfat,
bei erhöhten Temperaturen, wie beispielsweise bei 60°C, durchführt.
Weiterhin kommen hierfür kontinuierliche und halbkontinuierliche Färbeweisen zur Anwendung,
wie beispielsweise das Klotz-Heißdampf(Pad-Steam)-Verfahren oder das Klotz-Kaltverweil-Verfahren
zur Anwendung. Beim Pad-Steam-Prozeß wie auch beim Kaltverweilverfahren wird das Textilmaterial
zunächst mit der den Farbstoff (faserreaktiven Farbstoff) enthaltenden wäßrigen Flotte
geklotzt und das zur Fixierung benötigte Alkali in einem späteren, getrennten Imprägnierschritt
auf das Textilmaterial appliziert. Als Alkali kommen vorzugsweise Natronlauge, Kalilauge,
Natriumcarbonat (in wäßriger Lösung) und wäßrige Wasserglaslösungen in Betracht.
[0002] Insbesondere bei der Anwendung von faserreaktiven Farbstoffen, die mit der Faser
eine kovalente Bindung eingehen, zeichnen sich die so gefärbten Fasermaterialien durch
eine hohe Brillanz der Färbung und durch sehr gute Gebrauchsechtheiten, wie beispielsweise
Naßechtheiten, Reibechtheiten, Kochechtheiten und Lichtechtheiten, aus.
[0003] Da neben dem Fixiervorgang des faserreaktiven Farbstoffes in der wäßrigen, stark
alkalischen Färbeflotte noch zusätzlich eine Hydrolysereaktion des faserreaktiven
Farbstoffes ablaufen kann oder die Fixierung auf dem Fasermaterial nicht vollständig
ist, müssen im Anschluß an den Färbeprozeß teilweise umfangreiche und zeitaufwendige
Wasch- und Spülprozesse ausgeführt werden, wie das mehrfache Spülen mit kaltem und
heißem Wasser und einer dazwischen liegenden Neutralisationsbehandlung zur Entfernung
überschüssigem Alkalis auf dem gefärbten Material und des weiteren beispielsweise
eine Kochwäsche mit einem nichtionogenen Waschmittel, um die guten Echtheiten der
Färbung zu gewährleisten.
[0004] Es hat nicht an Versuchen gefehlt, diese Nachbehandlungsprozesse zu verbessern und
bezüglich ihres Aufwandes zu verringern und zusätzlich die Echtheiten der Färbungen
zu verbessern. So hat man gemäß der Deutschen Offenlegungsschrift 37 09 766 versucht,
Cellulosefasermaterial mit faserreaktiven Farbstoffen alkalifrei zu färben, wobei
das Fasermaterial vor dem Färbeprozeß einer Modifizierung durch Vorbehandlung mit
einem Umsetzungsprodukt aus Polyethylenamin und einem bifunktionellen Alkylierungsmittel
ausgesetzt und hierdurch kationisiert und geschlichtet wird. In ähnlicher Weise erfolgt
eine Modifizierung der Cellulosefaser durch Vorbehandlung mit einem Umsetzungsprodukt
aus einem Epihalogenhydrin und einem Alkylamin gemäß der Deutschen Offenlegungsschrift
Nr. 38 31 464. Zwar können mit diesen so vorbehandelten Fasermaterialien mit faserreaktiven
Farbstoffen Färbungen erhalten werden, die gute Gebrauchsechtheiten besitzen, jedoch
entsprechen diese Echtheiten, insbesondere die Lichtechtheiten, nicht der Qualität,
die die Färbungen, die mit den anfangs erwähnten konventionellen Färbeweisen erhalten
werden, besitzen.
[0005] Es wurde nunmehr gefunden, daß man in überraschender Weise Färbungen mit anionischen
Farbstoffen, insbesondere faserreaktiven Farbstoffen, mit guten Gebrauchsechtheiten,
die denen einer nach konventioneller Färbeweise erhältlichen Färbung entsprechen,
erhält, wenn man ein modifiziertes, kationisiertes Cellulosefasermaterial verwendet,
bei welchem die Polymerisation von N-haltigen, basischen, olefinischen Monomeren auf
dem Fasermaterial direkt ausgeführt wurde und die Monomeren aus der nachfolgenden
Reihe der Monomeren ausgewählt werden; die Verwendung dieses so modifizierten Cellulosefasermaterials
erlaubt es, das Färbeverfahren unter Anwendung von elektrolytarmen und alkalifreien
Färbeflotten durchzuführen, weswegen auch die aufwendige Nachbehandlung der Färbungen
durch Spül- und Kochprozesse entfällt.
[0006] Die vorliegende Erfindung betrifft deshalb ein Verfahren zum Färben von Cellulosefasermaterialien
mit anionischen Farbstoffen, insbesondere faserreaktiven Farbstoffen, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß man die Färbung unter Anwendung elektrolytarmer und alkalifreier
Färbeflotten durchführt und als Cellulosefasermaterial eine nachfolgend beschriebene
modifizierte Cellulosefaser verwendet.
[0007] Modifizierte Cellulosefasermaterialien, die erfindungsgemäß in das Färbeverfahren
eingesetzt werden können, sind Cellulosefasermaterialien, auf die ein Polymerisat
aufgepfropft worden ist, das mindestens ein polymerisierbares, N-haltiges, basisches
Monomeres aus der Gruppe der allgemeinen Formeln (1), (1A), (2) und (2A) als Baustein
enthält:

[0008] In diesen Formel bedeuten:
- R¹
- ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen oder
Hydroxyalkyl mit einem Alkylrest von 2 bis 4 C-Atomen;
- R²
- hat eine der für R¹ genannten Bedeutungen und kann zu R¹ gleich oder von R¹ verschieden
sein; oder
- R¹ und R²
- bilden zusammen mit dem N-Atom den Rest eines 1 bis 3 Alkylenreste von 1 bis 5 C-Atomen
und gegebenenfalls 1 oder 2 Heterogruppen enthaltenden gesättigten, ungesättigten
oder teilungesättigten, 5- oder 6-gliedrigen Ringes, wobei die Heterogruppen aus den
Gruppen der Formeln - O-, -S- , -N= und -NH- ausgewählt sind;
- R³
- ist Wasserstoff oder Methyl;
- R⁴
- ist Wasserstoff oder Methyl;
- X
- ist Sauerstoff oder bevorzugt eine Gruppe der Formel -NH- ;
- m
- ist eine ganze Zahl von 1 bis 6, bevorzugt die Zahl 2 oder 3;
- n
- ist eine ganze Zahl von 1 bis 4 oder bevorzugt die Zahl Null;
- R⁵
- ist Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Phenylalkyl mit einem Alkylrest von 1 bis 4 C-Atomen
oder ein Rest der Formel -(CH₂-CH₂-O)p -phenyl , in welcher p für eine ganze Zahl
von 1 bis 4 steht und phenyl der Phenylrest ist;
- R⁶
- ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen oder
Hydroxyalkyl mit einem Alkylrest von 2 bis 4 C-Atomen;
- R⁷
- ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen oder
ein Rest der allgemeinen Formel -CH₂-CH=CH₂ ,
-CH₂-C(CH₃)=CH₂, -CH₂-CH=CH-CH₃ oder -CH₂-C(CH₃)=CH-CH₃ ; oder
- R⁶ und R⁷
- bilden zusammen mit dem N-Atom den Rest eines 1 bis 3 Alkylenreste von 1 bis 5 C-Atomen
und gegebenenfalls 1 oder 2 Heterogruppen enthaltenden gesättigten, ungesättigten
oder teilungesättigten, 5- oder 6-gliedrigen Ringes, wobei die Heterogruppen aus den
Gruppen der Formeln -O-, -S-, -N= und -NH- ausgewählt sind;
- R⁸
- ist Wasserstoff oder Methyl;
- R⁹
- ist Wasserstoff oder Methyl;
- Y(-)
- ist ein einwertiges Anion oder ein einem einwertigen Anion äquivalenter Teil eines
mehrwertigen Anions.
[0009] Einwertige Anionen Y
(-) sind beispielsweise einwertige Reste einer Mineralsäure, Sulfonsäure oder Carbonsäure
oder ein einem einwertigen Anion äquivalenter Rest einer mehrbasischen Mineralsäure,
Sulfonsäure oder Carbonsäure. Einwertige Anionen Y
(-) sind beispielsweise das Nitrat-, Hydrogensulfat-, Benzolsulfonat-, Fluorid-, Chlorid-,
Bromid-, Jodid-, Acetat- oder Propionat-Anion oder der anionische Rest einer anderen
aliphatischen oder aromatischen Carbonsäure. Ein einem einwertigen Anion äquivatenter
Teil eines mehrwertigen Anions sind beispielsweise das halbe Equivalent eines Sulfatanions
oder das drittel Äquivalent eines Phosphatanions. Vorzugsweise ist Y
(-) ein Halogenanion, wie das Bromid- oder Jodidanion und insbesondere das Chlorid-Anion.
[0010] Alkylreste in den obigen Formeln sind beispielsweise der Methyl-, Ethyl-, n-Propyl-,
iso-Propyl-, n-Butyl-, sec.-Butyl-, iso-Butyl-, n-Pentyl- und n-Hexyl-Rest. Cycloalkylreste
sind beispielsweise der Cyclopentyl-, Cyclohexyl- und Cycloheptylrest, bevorzugt hiervon
der Cyclohexylrest. Hydroxryalkylreste sind beispielsweise der 2-Hydroxyethyl-, 2-Hydroxy-n-propyl-,
3-Hydroxy'-n-propyl-, der 2-, 3- oder 4-Hydroxy-n-butyl- und der 2-Methyl-3-hydroxy-n-propyl-Rest.
Sofern R¹ und R² bzw. R⁶ und R⁷ zusammen mit dem N-Atom, an das sie gebunden sind,
einen 5- oder 6-gliedrigen, gesättigten oder ungesättigten, gegebenenfalls durch Heteroatome
unterbrochene Reste bilden, so sind diese beispielsweise der Pyrrolidinyl-, Piperidino-,
Pyrrolyl-, Pyridinyl-Piperazinyl-, Morpholino- oder Thiomorpholino-Rest.
[0011] Phenylalkylreste, in denen der Alkylrest geradkettig oder verzweigt sein kann, sind
beispielsweise der Benzyl-, Phenethyl-, 3-Phenyl-n-propyl-, 2-Phenyl-n-propyl-, 3-Phenyl-n-propyl-,
3-Phenyl-n-butyl- oder 4-Phenyl-n-butyl-Rest, bevorzugt hiervon der Benzylrest.
Beispiele für einen Rest der Formel -(CH₂-CH₂-O)
p-phenyl
sind beispielsweise der β-(Phenoxy)-ethyl-Rest oder Reste, in welchen p für die Zahl
2 oder 4 steht.
[0012] Besonders geeignete und bevorzugte, olefinische, N-haltige Monomere sind beispielsweise
Verbindungen der allgemeinen Formeln (3a) bis (3m):
CH₂ = CH - CO - O - CH₂ - CH₂ - N(CH₃)₂ (3a)
CH₂ = CH - CO - O - CH₂ - CH₂ - N(n-C₄H₉)₂ (3b)
CH₂ = CH - CO - O - CH₂ - CH₂ - CH₂- N(CH₃)₂ (3c)

[0013] Die obengenannten Monomeren sind insbesondere in Form ihrer quaternierten Verbindungen
entsprechend der allgemeinen Formel (1A) bevorzugt, wobei die drei Alkylreste am quartären
Stickstoffatom bevorzugt die gleiche Bedeutung haben. Insbesondere bevorzugt sind
hiervon Verbindungen der Formeln (4a) bis (4c)

in welchen Y
(-) eine der obengenannten Bedeutungen besitzt und bevorzugt das Chlorid-Anion ist.
[0014] Von den Verbindungen der allgemeinen Formel (2A) sind diejenigen als bevorzugt zu
nennen, in welchen der Rest R⁷ ein Allylrest, bevorzugt der Dimethyl-allyl-Rest ist.
[0015] Weitere Monomere, die erfindungsgemäß zur Modifizierung der Cellulosefaser dienen
können, sind beispielsweise Verbindungen der allgemeinen Formel (5)

in welcher
- R¹⁰
- Wasserstoff oder Methyl ist,
- R¹¹
- ein fünf- oder sechsgliedriger heterocyclischer Rest ist, der mindestens ein basisches
Stickstoffatom enthält und der einen ankondensierten Benzolring besitzen kann und/oder
durch einen oder mehrere, bevorzugt 1 oder 2, Substituenten substituiert sein kann,
und
- R¹²
- Wasserstoff oder Methyl bedeutet.
[0016] Substituenten im Rest R¹¹ sind beispielsweise Alkylreste von 1 bis 4 C-Atomen und
Hydroxyalkylreste von 2 bis 4 C-Atomen. R¹² ist bevorzugt ein Wasserstoffatom. Für
den Rest R¹¹ stehende 5-gliedrige, heterocyclische, gesättigte oder ungesättigte Reste
sind beispielsweise der Imidazolyl-, Imidazolinyl-, Pyrrolyl-, Pyrrolinyl-, Pyrrolidinyl-
und der Indolyl-Rest.
[0017] Fünfgliedrige Ringverbindungen der allgemeinen Formel (5) sind beispielsweise das
N-Vinyl-imidazol, 1-Vinyl-2-imidazolin, 2-Vinyl-4-methyl-imidazolin, 2-Vinyl-5-methyl-imidazolin,
1-Vinyl-2-methyl-imidazol, 1-Vinyl-4-(β-hydroxyethyl)-imidazol, N-Vinyl-pyrrol, 2-Isopropenyl-2-imidazolin
und 1-Vinyl-2,4-dimethyl-imidazol. Reste R¹¹, die sechsgliedrige heterocyclische,
gesättigte oder ungesättigte Reste darstellen, sind beispielsweise der Pyrridinyl-
oder Chinolinyl-Rest. Sechsgliedrige heterocyclische Verbindungen der allgemeinen
Formel (5) sind beispielsweise das 2-Vinyl-pyridin, 3-Vinyl-pyridin, 4-Vinyl-pyridin,
3-Isopropenyl-pyridin, 2-Vinyl-chinolin, 2-Methyl-3-vinyl-8-hydroxy-chinolin, 2-Vinyl-chinolin,
2-Methyl-3-vinyl-isochinolin, 1-Methyl-5-vinyl-isochinolin und 2-Isopropenyl-chinolin.
Hiervon sind das Vinylpyridin und dessen Derivate besonders bevorzugt.
[0018] Das auf das Cellulosefasermaterial aufgepfropfte Polymerisat kann aus monomeren Bausteinen
einer oder mehrerer Verbindungen der obengenannten Formeln (1), (1A), (2), (2A) und/oder
(5) aufgebaut sein. Es kann auch noch andere einpolymerisierbare Monomeren enthalten.
Das auf das Cellulosefasermaterial erfindungsgemäß aufgepfropfte Polymerisat enthält
beispielsweise 20 bis 100 Mol-%, vorzugsweise 40 bis 100 Mol-% und insbesondere bevorzugt
80 bis 100 Mol-%, einer oder mehrerer Verbindungen der obengenannten Formeln. Hierbei
ist die Aufteilung zwischen den Monomeren der obengenannten Formeln beliebig. In der
Regel enthält das aufgepfropfte Polymerisat nur eine der Verbindungen der obengenannten
Formeln, d.h. ein Cellulosefasermaterial mit einem aufgepropften Homopolymerisat ist
bevorzugt.
[0019] Copolymerisate, die auf das Cellulosefasermaterial aufgepfropft sein können, sind
solche, die neben den obengenannten Monomeren der allgemeinen Formeln (1), (1A), (2),
(2A) und/oder (5) als ein oder mehrere Comonomere solche entsprechend den nachstehenden
allgemeinen Formeln (6) und (7) enthalten:

[0020] In diesen Formeln bedeuten:
- R¹ und R²
- haben eine der obengenannten Bedeutungen, wobei R¹ und R² auch zusammen mit dem N-Atom
den erwähnten heterocyclischen Rest bilden können;
- R¹³
- ist Wasserstoff oder Methyl;
- R¹⁴
- ist Wasserstoff oder Methyl;
- R¹⁵
- ist Wasserstoff oder Methyl;
- R¹⁶
- ist Wasserstoff oder Methyl;
- R¹⁷
- ist Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen;
- q
- ist die Zahl Null, 1, 2 oder 3.
[0021] Monomere der allgemeinen Formel (6) sind beispielsweise Acrylamid und Methacrylamid.
Verbindungen der allgemeinen Formel (7) sind beispielsweise die (C₁-C₆)-Alkyl-ester,
insbesonder die Methyl- und Ethylester, der Acryl- und der Methacrylsäure.
[0022] Die Pfropfung des Mono- oder Copolymeren auf die Cellulosefaser wird so durchgeführt,
daß ein oder mehrere Monomeren der Formeln (1), (1A), (2), (2A) und/oder (5) gegebenenfalls
in Gegenwart von einem oder mehreren Monomeren der allgemeinen Formel (6) und/oder
(7) polymerisiert werden. Die Polymerisation bzw. Copolymerisation auf der Faser erfolgt
in einem geeigneten Lösungsmittel. Solche sind insbesondere Wasser im Gemisch mit
einem wassermischbaren Lösungsmittel, das gegenüber den Monomeren inert ist. Solche
Lösungsmittel sind beispielsweise niedere Alkohole, wie Alkanole von 1 bis 5 C-Atomen,
beispielsweise Methanol, Ethanol, n-Propanol, Isopropanol, n-Butanol und tert.-Butanol,
Glykole und Diole, wie beispielsweise Ethylenglykol, Propylenglykol und Propan-1,3-diol,
Di- und Polyglykole, wie beispielsweise Diethylenglykol und Triethylenglykol, Glykolether,
wie beispielsweise Diethylenglykol-monomethylether, Diethylenglykol-monoethylether,
Ethylenglykol-monomethylether, Ethylenglykol-monoethylether, Ethylenglykol-mono-n-propyl-ether,
Ethylenglykol-mono-n-butyl-ether, Ethylenglykol-dimethylether und Ethylenglykol-diethylether,
und des weiteren Ketone, wie beispielsweise Aceton und Methyl-ethyl-keton.
[0023] Die Homopolymerisation und die Copolymerisation in Gegenwart des Cellulosefasermaterials
können auch in einem Gemisch verschiedener Lösungsmittel durchgeführt werden, das
Wasser enthält. Falls eine oder mehrere Komponenten in Form von wäßrigen Lösungen
eingesetzt werden, ist in der Regel ein weiterer Wasserzusatz nicht erforderlich.
Bevorzugt ist Wasser im Gemisch von Alkoholen, wie Alkanolen, insbesondere solchen
mit 1 bis 4 C-Atomen, und im Gemisch mit Diolen und/oder Glykolen. Es kann zweckmäßig
sein, während der Homo- oder Copolymerisation organisches Lösungsmittel oder Lösungsmittelgemisch
einmal oder insbesondere mehrmals in Anteilen nachzusetzen.
[0024] Vor Beginn der Homo- bzw. Copolymerisation ist es zweckmäßig, den pH-Wert auf Werte
3 bis 11,5, vorzugsweise 3 bis 8,5, einzustellen. Hierfür wird in der Regel eine Säure,
vorzugsweise eine organische Säure, insbesondere Ameisensäure, Essigsäure, Glykolsäure
und/oder Zitronensäure verwendet.
[0025] Die Homo- und Copolymerisation wird in Gegenwart des Cellulosefasermaterials bei
Raumtemperatur (10 bis 30°C) oder bei höherer Temperatur von bis zu etwa 160°C, in
der Regel jedoch bei einer Temperatur zwischen 40 und 100°C und vorzugsweise zwischen
60 und 90°C, insbesondere bevorzugt zwischen 65 bis 85°C, durchgeführt. Hierfür verwendet
man in üblicher Weise geeignete Polymerisationsinitiatoren, wie beispielsweise radikalbildende
Substanzen. Auch die Einwirkung energiereicher Strahlung, wie UV-Strahlen, und ebenso
Mikrowellen und die Einwirkung von Ultraschall, können dazu dienen, um die Polymerisation
zu starten.
[0026] Radikalbildende Initiatoren sind beispielsweise Benzoylperoxid, tert.-Butylhydroperoxid,
Cumolperoxid, Methyl-ethyl-keton-peroxid, Laurylperoxid, tert.-Butylperbenzoat, Di-tert.-butyl-perphthalat,
Azodiisobutyronitril, 2,2'-Azo-bis-(2,4-dimethylvaleronitril), 2-Phenyl-azo-2,4-dimethyl-4-methoxy-valeronitril,
2-Cyano-2-propyl-azo-formamid, Azodiisobutyramid, Dimethyl-, Diethyl- oder Di-n-butyl-azobismethylvalerat,
tert.-Butyl-perneodecanoat, Di-isononanoyl-peroxid, tert.-Amylperpivalat, Di-2-ethylhexyl-peroxydicarbonat,
Dilauroylperoxid, Di-isotridecylperoxydicarbonat und tert.-Butylperoxy-isopropyl-percarbonat.
Vorzugsweise wird als Initiator 2,2'-Azobis-(2-amidinopropan)-dihydrochlorid, 2,2'-Azo-bis-(2-imidazol-2-yl-propan)-dihydro-chlorid,
2,2'-Azo-bis(2-carbamoyl-propan)-dihydrat oder 2,2'-Azobis-(2-methoxycarbonyl-propan)
verwendet. Bezogen auf die Monomerenmenge werden 0,01 bis 2 Gew.%, vorzugsweise 0,1
bis 1 Gew.%, Initiator angewandt.
[0027] Es ist zweckmäßig, die Polymerisation oder Copolymerisation bzw. die Pfropfung unter
Ausschluß von Sauerstoff durchzuführen. Dies kann in an sich bekannter Weise durch
Spülen bzw. Durchleiten eines Inertgases, wie bspw. Stickstoff, erfolgen. Die Monomerkomponenten
werden in solchen Mengen eingesetzt, daß das auf die Cellulose aufgepfropfte Polymerisat
mindestens 20 Mol-%, vorzugsweise mindestens 40 Mol-% und insbesondere bevorzugt mindestens
80 Mol-% einer oder mehrerer Verbindungen der Formeln (1), (1A), (2), (2A) und/oder
(5) in einpolymerisierter Form enthält.
[0028] Die Pfropfung kann erfindungsgemäß so durchgeführt werden, daß das zu pfropfende
Cellulosefasermaterial in das Polymerisationsgefäß zusammen mit der Lösung des oder
der Monomeren eingebracht und die Homo- bzw. Copolymerisation durchgeführt wird. Unter
diesen Bedingungen ist die Homo- bzw. Copolymersation in der Regel nach etwa 0,5 bis
4 Stunden, in vielen Fällen nach 0,5 bis 2,5 Stunden, beendet.
[0029] Dann wird das Cellulosefasermaterial aus dem Polymerisationsbehälter entfernt, von
anhaftender Flüssigkeit, bspw. durch Abquetschen, befreit, mit Wasser gespült und
getrocknet.
[0030] Die Pfropfung der Cellulosefaser kann aber auch so durchgeführt werden, daß die Monomerlösung
durch Foulardieren, Pflatschen, Tränken oder Besprühen auf das Cellulosefasermaterial
aufgebracht und dann die Homo- bzw. Copolymerisation bei Normaltemperatur oder erhöhter
Temperatur, zweckmäßigerweise durch die Einwirkung von energiereichen Strahlen oder
von Ultraschall, ausgelöst wird. Dabei ist häufig eine etwa 0,5- bis 10-minutige Bestrahlung
oder Beschallung ausreichend. Danach wird das Cellulosefasermaterial noch 2 bis 36
Stunden, vorzugsweise 10 bis 24 Stunden, feucht gelagert und anschließend nach eventuellem
Spülen getrocknet wird.
[0031] Cellulosefasermaterialien, die in erfindungsgemäßer Weise zur Modifizierung geeignet
sind, sind beispielsweise Baumwolle und Zellwolle sowie die Leinen-, Jute- und Ramie-Fasern
und regenerierte Cellulosefasern, vorzugsweise die Baumwollfaser. Die modifizierten
Cellulosefasermaterialien können auch als Anteil in Mischgeweben vorliegen, wie beispielsweise
Mischgewebe solcher modifizierter Cellosefasern mit Polyesterfasern. Die erfindungsgemäße
Modifizierung der Cellulosefaser kann in dem Mischgewebe selbst erfolgen sowie in
allen Verarbeitungszuständen, so als Garn, Flocke, Kammzug und Stückware. Es ist insbesondere
als Substrat ein Cellulosefasermaterial geeignet, das in der vorstehenden Weise modifiziert,
d.h. auf das Polymerisat gepfropft worden ist, und auf das insbesondere 0,5 bis 40
Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 25 Gew.-% und insbesondere bevorzugt 4 bis 15 Gew.-% Polymerisat,
bezogen auf die Cellulosefaser, aufgepfropft worden ist.
[0032] Cellulosefasermaterial wurde bereits nach den Angaben der US-Patentschrift 4 464
523 mit N,N-Diallyl-N,N-dialkyl-ammoniumhalogeniden als Monomeren durch Polymerisation
modifiziert, wobei solche modifizierten Celluloseabkömmlinge als Hilfsmittel in Shampoos
und andere Haarbehandlungsmittel Verwendung fanden. Der Einsatz von solchermaßen modifizierten
Cellulosefasermaterialien, wie von solchermaßen modifizierter Baumwolle, als Substrat
zum Färben mit anionischen, insbesondere faserreaktiven, Farbstoffen ist jedoch noch
nicht bekannt. Insbesondere ist die Modifizierung durch Aufpfropfen der Polymerisate,
einschließlich Copolymerisate, von Verbindungen der allgemeinen Formeln (1), (1A),
(2) und/oder (2A) neu.
[0033] Die vorliegende Erfindung betrifft somit auch Cellulosefasermaterialien, die in erfindungsgemäßer
Weise durch Aufpfropfen des Polymerisates dieser Verbindungen der allgemeinen Formel
(1) und/oder (2) bzw. deren quarternierten Derivate modifiziert wurden.
[0034] Das Färben solchermaßen modifizierter Cellulosefasermaterialien in erfindungsgemäßer
Weise erfolgt analog den bekannten Färbeweisen zum Färben von Cellulosefasermaterialien
unter Anwendung von anionischen Farbstoffen, insbesondere anionischen faserreaktiven
Farbstoffen, und unter Anwendung der hierfür bekanntermaßen eingesetzten Temperaturbereiche
und üblichen Farbstoffmengen, jedoch mit der erfindungsgemäßen Ausnahme, daß für die
Färbebäder und Klotzflotten der erfindungsgemäßen Färbeverfahren ein Zusatz von alkalisch
wirkenden Verbindungen, wie sie üblicherweise zur Fixierung von faserreaktiven Farbstoffen
benutzt werden, wie beispielsweise Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat, Natronlauge und
Wasserglas, ausgeschlossen werden kann und des weiteren der übliche Zusatz an Elektrolytsalzen,
die insbesondere die Migration des Farbstoffes auf der Faser erhöhen sollen, nicht
oder nur in geringem Maße, d.h. bis zu höchstens 10 g pro Liter Färbebad oder Färbeflotte,
erforderlich ist. Das erfindungsgemäße Färbeverfahren erfolgt demgemäß innerhalb eines
pH-Bereiches von 3 bis 7,5, vorzugsweise von 4,5 bis 7.
[0035] Färbeverfahren, die erfindungsgemäß eingesetzt werden können, sind beispielsweise
die verschiedenen Ausziehverfahren, wie das Färben auf dem Jigger und auf der Haspelkufe
oder das Färben aus langer oder kurzer Flotte, das Färben in Jet-Färbemaschinen, das
Färben nach dem Klotz-Kaltverweil-Verfahren oder nach einem Klotz-Heißdampf-Fixierverfahren.
Beim Ausziehverfahren kann man im üblichen Flottenverhältnis von 1 : 3 bis 1 : 20
arbeiten. Die Färbetemperatur kann zwischen 30 und 90°C betragen, bevorzugt liegt
sie bei Temperaturen unterhalb 60°C; wie sich aus der oben erwähnten erfindungsgemäßen
Anwendung des Klotz-Kaltverweil-Verfahrens ergibt, ist das Färben auch vorteilhaft
bei Raumtemperatur (10 bis 30°C) möglich.
[0036] In den erfindungsgemäßen Färbeprozessen können darüber hinaus die üblichen Hilfsmittel,
wie Tenside (Netzmittel), Harnstoff und Egalisierhilfsmittel oder Hilfsmittel, die
die Löslichkeit von Farbstoffen in den konzentrierten Klotzflotten verbessern, wie
beispielsweise Kondensationsprodukte aus Formaldehyd und gegebenenfalls alkylsubstituierten
Naphthalinsulfonsäuren, eingesetzt werden.
[0037] Für die erfindungsgemäße Färbeweise sind alle anionischen Farbstoffe, die eine oder
mehrere Sulfo- und/oder Carboxygruppen besitzen und die gegebenenfalls faserreaktive
Gruppen enthalten können, geeignet. Sie können sowohl der Klasse der Azofarbstoffe,
der Kupferkomplex-, Kobaltkomplex- und Chromkomplex-Azofarbstoffe, der Kupfer- und
Nickelphthalocyanin-Farbstoffe, der Anthrachinon-, Kupferformazan- und Triphendioxazinfarbstoffe
angehören. Solche Farbstoffe sind zahlreich in der Literatur beschrieben und dem Fachmann
allseits geläufig.
[0038] Die in erfindungsgemäßer Weise erhältlichen Färbungen der modifizierten Cellulosefasermaterialien
benötigen nach der Entnahme aus dem Färbebad bzw. nach Beendigung der Fixierung des
Farbstoffes auf dem Substrat keine weitere Nachbehandlung, insbesondere keinen aufwendigen
Nachbehandlungsprozeß unter Einbeziehung einer Wäsche. In der Regel genügt ein übliches
ein- oder mehrmaliges Spülen des gefärbten Substrates mit kaltem, warmem oder heißem
Wasser, das gegebenenfalls ein nichtionogenes Netzmittel enthalten kann. Eine Kochendbehandlung
des gefärbten Substrates mit einer Waschlösung zur Verbesserung der Echtheitseigenschaften
ist nicht erforderlich.
[0039] Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung. Die darin genannten
Teile sind Gewichtsteile, die Prozentangaben stellen Gewichtsprozente dar, sofern
nicht anders vermerkt. Gewichtsteile beziehen sich zu Volumenteilen wie Kilogramm
zu Liter.
Beispiel 1
[0040] In einem 5-Liter-Dreihalskolben, der mit einem Ankerrührer, Stickstoffeinleitungsrohr
und Rückflußkühler versehen ist, wird ein 2,8 g schweres,
8 x 30 cm großes Baumwolltuch befestigt. Dann werden
1000 ml destilliertes Wasser,
113,3 g Kochsalz,
573 mg Ethylendiamintetraessigsäure-dinatriumsalz und
2372,5 mg Dimethyl-diallyl-ammoniumchlorid als 61%ige wäßrige Lösung vorgelegt,
der Kolben dreimal evakuiert, mit Stickstoff inertisiert und unter 380 bis 400 mbar
auf 80°C geheizt. Bei dieser Temperatur werden unter Rühren 64,5 g einer 5,25%igen
Ammoniumpersulfat-Lösung zudosiert; es wird eine Stunde geheizt, und sodann werden
weitere 54 g einer 12,5%igen Ammoniumpersulfat-Lösung zudosiert und eine Stunde bei
80°C geheizt. Nach Zugabe von weiteren 118 g einer wäßrigen Ammoniumpersulfat-Lösung
wird die Polymerisation bei 80 bis 83°C, während 2 Stunden durchgeführt.
[0041] Anschließend wird das Baumwolltuch aus dem Reaktionskolben entnommen, abgequetscht,
zweimal mit je 500 ml Wasser gespült, zwischendurch abgequetscht und danach 5 Minuten
bei 100°C getrocknet. Die Aufnahme an Polymer beträgt 5,3 %.
Beispiel 2
[0042] In einem 5-Liter-Dreihalskolben, der mit einem Ankerrührer, Gaseinleitungsrohr und
Rückflußkühler versehen ist, wird ein 5,4 g schweres und 8 x 60 cm großes Baumwolltuch
befestigt, und
90 g NaCl, gelöst in 100 ml Wasser,
130,9 g Dimethylaminopropylmethacrylamid,
319,5 g Ethanol und
407 mg Ethylendiamintetraessigsäure-dinatriumsalz
werden hinzugegeben.
[0043] Mit 231 g Eisessig wird ein pH-Wert von 8,5 bis 9,0 eingestellt. 960 g Wasser und
2060 mg 2,2'-Azo-bis(2-amidino-propan)-dihydrochlorid als Initiator werden zugegeben;
anschließend wird der Kolben dreimal evakuiert, mit Stickstoff inertisiert und auf
79 bis 80°C geheizt.
[0044] Sobald die Innentemperatur von 80°C erreicht ist, werden nacheinander
45,8 g Ethanol,
38,5 g Ethanol,
93 g Ethanol und schließlich nochmals
322,5 g Ethanol zugegeben.
[0045] Zwischen jeder Zugabe wird 15 Minuten nachgerührt und am Ende 2 h bei 80°C auspolymerisiert.
Danach wird das Baumwolltuch aus dem Kolben entnommen, dreimal mit je 200 ml Wasser
gespült, wobei zwischendurch abgequetscht wird, und anschließend 5 Minuten getrocknet.
Die Aufnahme an Polymer beträgt 4,9 %.
[0046] Die Wirksubstanzkonzentration an Polymerisat beträgt 25 %. Der K-Wert einer 1%igen
wäßrigen Lösung beträgt: 112600.
Beispiel 3
[0047] Bei einer Wiederholung des Beispiels 2 wird das Baumwolltuch durch ein 3,4 g schweres,
8 x 47 cm großes Zellwolltuch ersetzt. Die Aufnahme an Polymer beträgt 2,95 %.
Beispiel 4
[0048] Bei einer Wiederholung des Beispiels 3 wird das Baumwolltuch durch ein 5,7 g schweres
gleichgroßes Tuch aus einem 65:35 %-Polyester/Baumwoll-Mischgewebe ersetzt. Die Aufnahme
an Polymer beträgt 3,4 %.
Beispiel 5
[0049] In einem 3-Liter-Dreihalskolben, der mit einem Ankerrührer, Gaseinleitungsrohr und
Rückflußkühler versehen ist, wird eine Lösung aus
200 g destilliertem Wasser,
56,7 g Kochsalz,
287 mg Ethylendiamintetraessigsäuredinatriumsalz,
250 g Ethanol und
1210 g Dimethyl-diallylammoniumchlorid als 61 % wäßrige Lösung vorgelegt.
[0050] Dann wird mit 9,5 g Eisessig ein pH-Wert von 3,7 bis 3,8 eingestellt und mit 368,8
g Ethanol verdünnt. Der Gehalt an monomerer Wirksubstanz beträgt 34,7 %.
[0051] 827 g dieser 34,7%igen Monomerlösung werden in ein Becherglas gefüllt. In die Lösung
wird ein 100 x 25 cm großes, 11,6 g schweres Baumwollgewebe getaucht und 30 Minuten
mit einer Ultraschallquelle beschallt. Dann wird das Baumwolltuch abgequetscht und
feucht 24 h bei Raumtemperatur gelagert. Die Aufnahme an Polymer beträgt 37 %.
Beispiel 6
[0052] Ein Lösung aus
200 ml Wasser,
18,1 g Kochsalz,
206, 18 g Dimethylaminopropylmethacrylamid,
63,9 g Ethanol und
81,4 mg Ethylendiamintetraessigsäure-dinatriumsalz
wird mit Eisessig auf einen pH-Wert von 8,5 bis 9,0 gestellt und über einen Foulard
auf ein Baumwolltuch aufgetragen und abgequetscht. Die Flottenaufnahme nach dem Abquetschen
beträgt 114,4 %.
[0053] Das feuchte Tuch wird einer Mikrowellenbehandlung unterzogen (30 Sekunden mit 90
Watt und anschließend 4 mal 30 Sekunden mit 720 Watt). Danach läßt man das feuchte
Stofftuch 24 h bei Zimmertemperatur verweilen und trocknet es anschließend 5 Minuten
bei 100°C. Die Aufnahme an Polymer beträgt 29,5 %.
Beispiel 7
[0054] Die in Beispiel 6 angegebene Monomerlösung wird in der in Beispiel 6 angegebenen
Weise auf ein Baumwolltuch aufgebracht und abgequetscht. Das feuchte Tuch wird einer
UV-Bestrahlung ausgesetzt, um die Polymerisation und Pfropfung auszulösen. Die Nachbehandlung
des Tuches erfolgt wie in Beispiel 6 angegeben. Die Aufnahme an Polymer beträgt 30,8
%.
Beispiel 8
[0055] In einem 5-Liter-Dreihalskolben, der mit einem Ankerrührer, Gaseinleitungsrohr und
Rückflußkühler versehen ist, befindet sich ein 5,7 g schweres und 8 x 60 cm großes
Stofftuch aus einem 30:70%-Baumwolle/Polyester-Mischgewebe.
800 g destilliertes Wasser werden zugegeben, 127,5 g NaCl darin gelöst und danach
1452 g Dimethylaminopropylmethyacrylamid, 713,6 g Ethanol und 573 mg Ethylendiamintetraessigsäure-dinatriumsalz
zugesetzt. Mit 246,4 g Eisessig wird ein pH-Wert von 8 bis 9 eingestellt.
[0056] Nun werden 2,9 g 2,2'-Azobis-2-amidinopropan-dihydrochlorid und 290,5 g Wasser hinzugefügt.
Diese Monomerlösung wird 1 h bei 20 bis 25°C gerührt. Das Tuch wird abgequetscht und
in 2 Teile geteilt. Je ein Teil wird den folgenden Behandlungen unterworfen:
- I.
- Der eine Teil des Tuches wird einer Mikrowellenbehandlung während 30 Sekunden mit
90 Watt und 2 Minuten lang mit 720 Watt ausgesetzt. Danach wird es 5 Minuten bei 100°C
getrocknet. Die Aufnahme an Polymer beträgt 7,9 % des Warengewichts.
- II.
- Der andere Teil des Tuches wird 15 Minuten einer UV-Bestrahlung ausgesetzt und anschließend
ebenfalls 5 Minuten bei 100°C getrocknet. Die Aufnahme an Polymerisat beträgt 9,11
% des Warengewichts.
Beispiel 9
[0057] In einem 5-Liter-Dreihalskolben, der mit einem Ankerrührer, Gaseinleitungsrohr und
Rückflußkühler versehen ist, befindet sich ein 5,7 g schweres, 8 x 60 cm großes Stofftuch
aus Baumwolle. 200 ml destilliertes Wasser werden hinzugegeben, 127,5 g NaCl darin
gelöst und danach 1186,3 g Dimethyl-diallyl-ammoniumchlorid als 61,2%ige wäßrige Lösung,
1452 g Trimethylammoniumpropyl-methacrylamid, 573 mg Ethylendiamintetraessigsäuredinatriumsalz
und 450 g Ethanol nacheinander hinzugesetzt. Mit 1,0 g Eisessig wird ein pH-Wert von
6,0 eingestellt. Nach der Zugabe von 76,9 g Ethanol werden 2,9 g 2,2'-Azobis-(2-amidinopropan)-hydrochlorid
als Initiator zugesetzt, und unter Darüberleiten von Stickstoff wird auf eine Innentemperatur
von 78 bis 80°C geheizt. Sobald diese Innentemperatur erreicht ist, beginnt die Polymerisation
und Pfropfung unter Temperaturanstieg auf 84°C.
[0058] Nach Beendigung der Polymerisation werden nacheinander 64,5 g, 54,2 g, 118,4 g und
453 g Ethanol jeweils in Abständen von 10 bis 15 Minuten zugefügt. Nach der Zugabe
des letzten Anteils wird 1 h bei 77 bis 80°C nachgerührt. Danach wird das Tuch entnommen
und wie in Beispiel 1 nachbehandelt. Die Aufnahme an Polymer beträgt 14,6 %.
Beispiel 10
[0059] In einem 5-Liter-Dreihalskolben, der mit einem Ankerrührer, Gaseinleitungsrohr und
Rückflußkühler versehen ist, befindet sich ein 5,6 g schweres und 8 x 60 cm großes
Stofftuch aus Baumwolle. 100 g destilliertes Wasser, 127,5 g NaCl,
1452 g Trimethylammoniumpropylmethacrylamidchlorid als 50%ige wäßrige Lösung,
726 g Dimethylaminopropylmethacrylamid,
573 mg Ethylendiamintetraessigsäuredinatriumsalz, 450 g Ethanol und
638,2 g Eisessig werden nacheinander zugegeben. Danach fügt man 2,9 g 2,2'-Azobis-(-2-amidinopropandihydrochlorid)
als Initiator hinzu und heizt unter Darüberleiten von Stickstoff auf eine Temperatur
von 80°C. Die Polymerisation beginnt, sobald die Temperatur von 80°C erreicht ist,
und steigt dann noch bis auf 89°C. Danach wird Ethanol in Anteilen von 64,5 g, 54,2
g, 118,4 g und
400 g Ethanol hinzugefügt; nach jeder Zugabe wird 10 Minuten nachgerührt, und am Ende
der Zugabe wird bei 78 bis 80°C während 2 h nachgeheizt.
[0060] Die erhaltene Polymerisatlösung ist 38%ig (zur Gehaltsbestimmung wird eine Probe
2 h lang bei einem Druck von 200 mbar auf 120°C erhitzt). Für die Viskosität der Lösung
werden im DIN-Becher (Düsedurchmesser 6 mm) 44,6 Sekunden gemessen. Das Tuch wird
entnommen und wie in Beispiel 1 nachbehandelt. Die Aufnahme an Polymer beträgt 4,7
%.
Beispiel A
[0061] Ein gemäß Beispiel 1 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet. Dieses Gewebe wird sodann gemäß einem
Klotz-Kaltverweil-Färbeverfahren gefärbt. Hierzu wird eine wäßrige Farbstofflösung,
die in 1000 Vol.-Teilen 28,5 Teile eines 50%igen elektrolythaltigen (vorwiegend natriumchloridhaltigen)
Farbstoffpulvers des bekannten Farbstoffes der Formel

100 Teile Harnstoff und 3 Teile eines handelsüblichen nichtionogenen Benetzungsmittels
gelöst enthielt, mittels eines Foulards mit einer Flottenaufnahme von 80 %, bezogen
auf das Gewicht des Gewebes, bei 20°C auf das Gewebe aufgebracht. Das mit der Farbstofflosung
geklotzte Gewebe wird auf eine Docke aufgewickelt, in eine Plastikfolie gehüllt und
während 16 Stunden bei 20°C liegen lassen und danach mit kaltem und mit heißem Wasser
gespült und getrocknet.
[0062] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte orange Färbung erhalten, die gute Allgemeinechtheiten,
insbesondere gute Reib- und Lichtechtheiten, besitzt.
Beispiel B
[0063] 10 Teile des gemäß Beispiel 1 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile des im Beispiel A beschriebenen
Farbstoffpulvers gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten auf
60°C geheizt, und der Färbeprozeß wird bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt.
Anschließend wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser
gespült und getrocknet.
[0064] Es wird, wie im Beispiel A, eine orange Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie
insbesondere guten Reib- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel C
[0065] Ein gemäß Beispiel 1 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet und gemäß einem Klotz-Kaltverweil-Färbeverfahren
gefärbt. Hierzu wird eine wäßrige Farbstofflösung, die in 1000 Vol.-Teilen 28,6 Teile
eines 50%igen elektrolythaltigen (vorwiegend natriumchloridhaltigen) Farbstoffpulvers
des Farbstoffes der Formel

(der analog üblichen Verfahrensweisen aus den aus der Formel ersichtlichen Diazo-
und Kupplungskomponenten hergestellt werden kann), 100 Teile Harnstoff und 3 Teile
eines handelsüblichen nichtionogenen Benetzungsmittels gelöst enthält, mittels eines
Foulards mit einer Flottenaufnahme von 80 %, bezogen auf das Gewicht des Gewebes,
bei 20°C auf das Gewebe aufgebracht. Das mit dieser Farbstofflösung geklotzte Gewebe
wird auf eine Docke aufgewickelt, in eine Plastikfolie gehüllt und während 16 Stunden
bei 20°C liegen lassen und danach mit kaltem und mit heißem Wasser gespült und getrocknet.
[0066] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte blaustichig rote Färbung erhalten,
die gute Allgemeinechtheiten, insbesondere gute Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten
besitzt.
Beispiel D
[0067] Ein gemäß Beispiel 1 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet. Dieses Gewebe wird sodann mit einer
wäßrigen Farbstofflösung, die in 1000 Vol.-Teilen 28,5 Teile eines 50%igen elektrolythaltigen
(vorwiegend natriumchloridhaltigen) Farbstoffpulvers des bekannten Farbstoffes der
Formel

100 Teile Harnstoff und 3 Teile eines handelsüblichen nichtionogenen Benetzungsmittels
gelöst enthält, mittels eines Foulards mit einer Flottenaufnahme von 80 %, bezogen
auf das Gewicht des Gewebes, bei 20°C geklotzt. Das geklotzte Gewebe wird auf eine
Docke aufgewickelt, in eine Plastikfolie gehüllt und während 16 Stunden bei 20°C liegen
lassen und danach mit kaltem und mit heißem Wasser gespült und getrocknet.
[0068] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte rote Färbung erhalten, die gute Allgemeinechtheiten,
insbesondere gute Reib- und Lichtechtheiten, besitzt.
Beispiel E
[0069] 10 Teile des gemäß Beispiel 1 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile des im Beispiel D beschriebenen
Farbstoffpulvers gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten auf
60°C geheizt und der Färbeprozeß bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt. Anschließend
wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser gespült
und getrocknet.
[0070] Es wird, wie im Beispiel D, eine orange Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie
insbesondere guten Reib- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel F
[0071] Ein gemäß Beispiel 1 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet und gemäß einem Klotz-Kaltverweil-Färbeverfahren
gefärbt. Hierzu wird eine wäßrige Farbstofflösung, die in 1000 Vol.-Teilen 28,6 Teile
eines 50%igen elektrolythaltigen (vorwiegend natriumchloridhaltigen) Farbstoffpulvers
des Farbstoffes der Formel

(der in üblicher Verfahrensweise aus den aus der Formel ersichtlichen Diazo- und Kupplungskomponenten
hergestellt werden kann), 100 Teile Harnstoff und 3 Teile eines handelsüblichen nichtionogenen
Benetzungsmittels gelöst enthält, mittels eines Foulards mit einer Flottenaufnahme
von 80 %, bezogen auf das Gewicht des Gewebes, bei 20°C auf das Gewebe aufgebracht.
Das mit dieser Farbstofflösung geklotzte Gewebe wird auf eine Docke aufgewickelt,
in eine Plastikfolie gehüllt und während 16 Stunden bei 20°C liegen lassen und danach
mit kaltem und mit heißem Wasser gespült und getrocknet.
[0072] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte orangerote Färbung erhalten, die gute
Allgemeinechtheiten, insbesondere gute Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, besitzt.
Beispiel G
[0073] 10 Teile des gemäß Beispiel 1 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile eines 50%igen elektrolythaltigen
(vorwiegend natriumchloridhaltigen) Farbstoffpulvers des Farbstoffes der Formel

(der in bekannter Weise aus den aus der Formel ersichtlichen Diazo- und Kupplungskomponenten
hergestellt werden kann) gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten
auf 60°C geheizt, und der Färbeprozeß wird bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt.
Anschließend wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser
gespült und getrocknet.
[0074] Es wurde eine gelbe Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie insbesondere guten
Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel H
[0075] 10 Teile des gemäß Beispiel 1 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile eines 50%igen, elektrolythaltigen
(vorwiegend natriumchloridhaltigen) Farbstoffpulvers des Farbstoffes der Formel

(der in bekannter Weise aus den aus der Formel ersichtlichen Diazo- und Kupplungskomponenten
hergestellt werden kann), gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten
auf 60°C geheizt, und der Färbeprozeß wird bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt.
Anschließend wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser
gespült und getrocknet.
[0076] Es wurde eine gelbe Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie insbesondere guten
Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel J
[0077] 10 Teile des gemäß Beispiel 1 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile eines 50%igen, elektrolythaltigen
(vorwiegend natriumchloridhaltigen) Farbstoffpulvers des Farbstoffes der Formel

(der analog den Angaben der deutschen Patentschrift Nr. 122 904 hergestellt werden
kann) gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten auf 60°C geheizt,
und der Färbeprozeß wird bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt. Anschließend
wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser gespült
und getrocknet.
[0078] Es wurde eine rote Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie insbesondere guten
Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel K
[0079] Ein gemäß Beispiel 1 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet und sodann mit einer wäßrigen Farbstofflösung,
die in 1000 Vol.-Teilen 28,5 Teile des in Beispiel G beschriebenen Farbstoffpulvers,
100 Teile Harnstoff und 3 Teile eines handelsüblichen nichtionogenen Benetzungsmittels
gelöst enthielt, mit einer Flottenaufnahme von 80 %, bezogen auf das Gewicht des Gewebes,
bei 20°C geklotzt. Das geklotzte Gewebe wird auf eine Docke aufgewickelt, in eine
Plastikfolie gehüllt und während 16 Stunden bei 20°C liegen lassen und danach mit
kaltem und mit heißem Wasser gespült und getrocknet.
[0080] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte gelbe Färbung erhalten, die gute Allgemeinechtheiten,
insbesondere gute Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, besitzt.
Beispiel L
[0081] Ein gemäß Beispiel 9 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet. Dieses Gewebe wird sodann gemäß einem
Klotz-Kaltverweil-Färbeverfahren gefärbt. Hierzu wird eine wäßrige Farbstofflösung,
die in 1000 Vol.-Teilen 28,5 Teile des in Beispiel A beschriebenen Farbstoffpulvers,
100 Teile Harnstoff und 3 Teile eines handelsüblichen nichtionogenen Benetzungsmittels
gelöst enthielt, mittels eines Foulards mit einer Flottenaufnahme von 80 %, bezogen
auf das Gewicht des Gewebes, bei 20°C auf das Gewebe aufgebracht. Das mit der Farbstofflösung
geklotzte Gewebe wird auf eine Docke aufgewickelt, in eine Plastikfolie gehüllt und
während 16 Stunden bei 20°C liegen lassen und danach mit kaltem und mit heißem Wasser
gespült und getrocknet.
[0082] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte orange Färbung erhalten, die gute Allgemeinechtheiten,
insbesondere gute Reib- und Lichtechtheiten, besitzt.
Beispiel M
[0083] 10 Teile des gemäß Beispiel 9 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile des im Beispiel A beschriebenen
Farbstoffpulvers gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten auf
60°C geheizt, und der Färbeprozeß wird bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt.
Anschließend wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser
gespült und getrocknet.
[0084] Es wird, wie im Beispiel A, eine orange Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie
insbesondere guten Reib- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel N
[0085] Ein gemäß Beispiel 9 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet und gemäß einem Klotz-Kaltverweil-Färbeverfahren
gefärbt. Hierzu wird eine wäßrige Farbstofflösung, die in 1000 Vol.-Teilen 28,6 Teile
des in Beispiel C beschriebenen Farbstoffpulvers, 100 Teile Harnstoff und 3 Teile
eines handelsüblichen nichtionogenen Benetzungsmittels gelöst enthält, mittels eines
Foulards mit einer Flottenaufnahme von 80 %, bezogen auf das Gewicht des Gewebes,
bei 20°C auf das Gewebe aufgebracht. Das mit dieser Farbstofflösung geklotzte Gewebe
wird auf eine Docke aufgewickelt, in eine Plastikfolie gehüllt und während 16 Stunden
bei 20°C liegen lassen und danach mit kaltem und mit heißem Wasser gespült und getrocknet.
[0086] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte blaustichig rote Färbung erhalten,
die gute Allgemeinechtheiten, insbesondere gute Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten,
besitzt.
Beispiel P
[0087] Ein gemäß Beispiel 9 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet. Dieses Gewebe wird sodann mit einer
wäßrigen Farbstofflösung, die in 1000 Vol.-Teilen 28,5 Teile des in Beispiel D beschriebenen
Farbstoffpulvers, 100 Teile Harnstoff und 3 Teile eines handelsüblichen nichtionogenen
Benetzungsmittels gelöst enthält, mittels eines Foulards mit einer Flottenaufnahme
von 80 %, bezogen auf das Gewicht des Gewebes, bei 20°C geklotzt. Das geklotzte Gewebe
wird auf eine Docke aufgewickelt, in eine Plastikfolie gehüllt und während 16 Stunden
bei 20°C liegen lassen und danach mit kaltem und mit heißem Wasser gespült und getrocknet.
[0088] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte rote Färbung erhalten, die gute Allgemeinechtheiten,
insbesondere gute Reib- und Lichtechtheiten, besitzt.
Beispiel Q
[0089] 10 Teile des gemäß Beispiel 9 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile des im Beispiel D beschriebenen
Farbstoffpulvers gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten auf
60°C geheizt und der Färbeprozeß bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt. Anschließend
wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser gespült
und getrocknet.
[0090] Es wird, wie im Beispiel D, eine orange Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie
insbesondere guten Reib- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel R
[0091] Ein gemäß Beispiel 9 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet und gemäß einem Klotz-Kaltverweil-Färbeverfahren
gefärbt. Hierzu wird eine wäßrige Farbstofflösung, die in 1000 Vol.-Teilen 28,6 Teile
des in Beispiel F beschriebenen Farbstoffpulvers, 100 Teile Harnstoff und 3 Teile
eines handelsüblichen nichtionogenen Benetzungsmittels gelöst enthält, mittels eines
Foulards mit einer Flottenaufnahme von 80 %, bezogen auf das Gewicht des Gewebes,
bei 20°C auf das Gewebe aufgebracht. Das mit dieser Farbstofflösung geklotzte Gewebe
wird auf eine Docke aufgewickelt, in eine Plastikfolie gehüllt und während 16 Stunden
bei 20°C liegen lassen und danach mit kaltem und mit heißem Wasser gespült und getrocknet.
[0092] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte orangerote Färbung erhalten, die gute
Allgemeinechtheiten, insbesondere gute Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, besitzt.
Beispiel S
[0093] 10 Teile des gemäß Beispiel 9 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile des in Beispiel G beschriebenen
Farbstoffpulvers gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten auf
60°C geheizt, und der Färbeprozeß wird bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt.
Anschließend wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser
gespült und getrocknet.
[0094] Es wurde eine gelbe Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie insbesondere guten
Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel T
[0095] 10 Teile des gemäß Beispiel 9 modifizierten und anschließend durch 15-minütige kochende
Behandlung in Wasser nachbehandelte, getrocknete Baumwollgewebe wird in 200 Vol.-Teile
einer wäßrigen Farbstofflösung gegeben, die 0,2 Teile des in Beispiel H beschriebenen
Farbstoffpulvers gelöst enthält. Dieses Färbebad wird innerhalb von 30 Minuten auf
60°C geheizt, und der Färbeprozeß wird bei dieser Temperatur 60 Minuten weitergeführt.
Anschließend wird das Gewebe aus dem Bad entnommen und mit kaltem und mit heißem Wasser
gespült und getrocknet.
[0096] Es wurde eine gelbe Färbung mit guten Allgemeinechtheiten, wie insbesondere guten
Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, erhalten.
Beispiel U
[0097] Ein gemäß Beispiel 9 modifiziertes Baumwollgewebe wird zunächst 15 Minuten in Wasser
kochend behandelt und anschließend getrocknet und sodann mit einer wäßrigen Farbstofflösung,
die in 1000 Vol.-Teilen 28,5 Teile des in Beispiel G beschriebenen Farbstoffpulvers,
100 Teile Harnstoff und 3 Teile eines handelsüblichen nichtionogenen Benetzungsmittels
gelöst enthielt, mit einer Flottenaufnahme von 80 %, bezogen auf das Gewicht des Gewebes,
bei 20°C geklotzt. Das geklotzte Gewebe wird auf eine Docke aufgewickelt, in eine
Plastikfolie gehüllt und während 16 Stunden bei 20°C liegen lassen und danach mit
kaltem und mit heißem Wasser gespült und getrocknet.
[0098] Es wird eine farbstarke, gleichmäßig gefärbte gelbe Färbung erhalten, die gute Allgemeinechtheiten,
insbesondere gute Reib-, Wasch- und Lichtechtheiten, besitzt.
1. Verfahren zum Färben von Cellulosefasermaterialien mit anionischen, gegebenenfalls
faserreaktive Gruppen enthaltenden Farbstoffen unter Anwendung wäßriger Färbelösungen
und Klotzflotten, in welchen der Farbstoff gelöst ist, dadurch gekennzeichnet, daß
man als Substrat ein Cellulosefasermaterial verwendet, auf das ein Polymerisat durch
Polymerisation mindestens eines N-haltigen basischen Monomeren aufgepfropft worden
ist, und daß in Abwesenheit eines Alkalis und in Abwesenheit oder in Gegenwart von
nur geringen Mengen an einem Elektrolyt gefärbt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Substrat ein gepfropftes
Cellulosefasermaterial eingesetzt wird, auf das 0,5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 2
bis 25 Gew.-% und insbesondere bevorzugt 4 bis 15 Gew.-% Polymerisat aufgepfropft
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Substrat ein gepfropftes
Cellulosefasermaterial eingesetzt wird, auf das ein Polymerisat aufgepfropft ist,
das als N-haltiges basisches Monomer mindestens eine Verbindung entsprechend mindestens
einer der nachstehenden allgemeinen Formeln (1), (1A), (2), (2A) und (5)

enthält, in welchen bedeuten:
R¹ ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen
oder Hydroxyalkyl mit einem Alkylrest von 2 bis 4 C-Atomen;
R² hat eine der für R¹ genannten Bedeutungen und kann zu R¹ gleich oder von R¹ verschieden
sein; oder
R¹ und R² bilden zusammen mit dem N-Atom den Rest eines 1 bis 3 Alkylenreste von
1 bis 5 C-Atomen und gegebenenfalls 1 oder 2 Heterogruppen enthaltenden gesättigten,
ungesättigten oder teilungesättigten, 5- oder 6-gliedrigen Ringes, wobei die Heterogruppen
aus den Gruppen der Formeln - O-, -S-, -N= und -NN- ausgewählt sind;
R³ ist Wasserstoff oder Methyl;
R⁴ ist Wasserstoff oder Methyl;
X ist Sauerstoff oder bevorzugt eine Gruppe der Formel -NH- ;
m ist eine ganze Zahl von 1 bis 6, bevorzugt die Zahl 2 oder 3;
n ist eine ganze Zahl von 1 bis 4 oder bevorzugt die Zahl Null;
R⁵ ist Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Phenylalkyl mit einem Alkylrest von 1 bis 4 C-Atomen
oder ein Rest der Formel -(CH₂-CH₂-O)p -phenyl, in welcher p für eine ganze Zahl von 1 bis 4 steht und phenyl der Phenylrest
ist;
R⁶ ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen
oder Hydroxyalkyl mit einem Alkylrest von 2 bis 4 C-Atomen;
R⁷ ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen
oder ein Rest der allgemeinen Formel -CH₂-CH=CH₂,
-CH₂-C(CH₃)=CH₂, -CH₂-CH=CH-CH₃ oder -CH₂-C(CH₃)=CH-CH₃ ; oder
R⁶ und R⁷ bilden zusammen mit dem N-Atom den Rest eines 1 bis 3 Alkylenreste von
1 bis 5 C-Atomen und gegebenenfalls 1 oder 2 Heterogruppen enthaltenden gesättigten,
ungesättigten oder teilungesättigten, 5- oder 6-gliedrigen Ringes, wobei die Heterogruppen
aus den Gruppen der Formeln -O- , -S- , -N= und -NH- ausgewählt sind;
R⁸ ist Wasserstoff oder Methyl;
R⁹ ist Wasserstoff oder Methyl;
Y(-) ist ein einwertiges Anion oder ein einem einwertigen Anion äquivalenter Teil eines
mehrwertigen Anions;
R¹⁰ Wasserstoff oder Methyl ist;
R¹¹ ein fünf- oder sechsgliedriger heterocyclischer Rest ist, der mindestens ein
basisches Stickstoffatom enthält und der einen ankondensierten Benzolring besitzen
kann und/oder durch einen oder mehrere, bevorzugt 1 oder 2, Substituenten substituiert
sein kann, und
R¹² Wasserstoff oder Methyl bedeutet.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß als Substrat ein gepfropftes Cellulosefasermaterial eingesetzt wird, auf das ein
Copolymerisat aufgepfropft ist, das neben einem oder mehreren Monomeren der in Anspruch
3 genannten Formeln (1), (1A), (2), (2A) und (5) ein oder mehrere andere polymerisierbare
Monomere, insbesondere ein oder mehrere Verbindungen entsprechend den allgemeinen
Formeln (6) und/oder (7)

enthält, in welchen bedeuten:
R¹ und R² haben eine der obengenannten Bedeutungen, wobei R¹ und R² auch zusammen
mit dem N-Atom den erwähnten heterocyclischen Rest bilden können;
R¹³ ist Wasserstoff oder Methyl;
R¹⁴ ist Wasserstoff oder Methyl;
R¹⁵ ist Wasserstoff oder Methyl;
R¹⁶ ist Wasserstoff oder Methyl;
R¹⁷ ist Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen;
q ist die Zahl Null, 1, 2 oder 3.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Substrat ein Cellulosefasermaterial mit einem aufgepfropften Copolymerisat
ist, das mindestens 20 Mol-%, vorzugsweise mindestens 40 Mol-% und insbesondere bevorzugt
mindestens 80 Mol-% einer oder mehrerer Monomeren der in Anspruch 3 genannten allgemeinen
Formeln (1), (1A), (2), (2A) und/oder (5) enthält.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Färbung des Substrats bei einer Temperatur zwischen 10 und 30°C durchführt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß man die Färbung bei einer Temperatur von 30 bis 60°C durchführt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß man als Substrat
ein Cellulosefasermaterial einsetzt, dessen aufgepfropftes Polymerisat eine Verbindung
der allgemeinen Formel (1) und/oder (1A) mit X gleich einer Gruppe der Formel -NH-
und/oder eine Verbindung der allgemeinen Formel (2) und/oder (2A) mit R⁷ gleich einer
gegebenenfalls methylsubstituierten Allylgruppe enthält.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Substrat ein Cellulosefasermaterial
eingesetzt wird, auf das ein Homopolymerisat aufgepfropft worden ist.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das gepfropfte Cellulosefasermaterial in Faserform, insbesondere in Form von gepfropften
Leinen-, Jute- oder Ramiefasern oder in Form von Fasern gepfropfter, regenerierter
Cellulose, insbesondere bevorzugt als Fasern gepfropfter Baumwolle, eingesetzt wird.
11. Ein Cellulosefasermaterial, das durch Aufpfropfen eines Polymerisats aus mindestens
einem N-haltigen basischen Monomer entsprechend mindestens einer der allgemeinen Formeln
(1), (1A), (2), (2A) und (5)

enthält, in welchen bedeuten:
R¹ ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen
oder Hydroryalkyl mit einem Alkylrest von 2 bis 4 C-Atomen;
R² hat eine der für R¹ genannten Bedeutungen und kann zu R¹ gleich oder von R¹ verschieden
sein; oder
R¹ und R² bilden zusammen mit dem N-Atom den Rest eines 1 bis 3 Alkylenreste von
1 bis 5 C-Atomen und gegebenenfalls 1 oder 2 Heterogruppen enthaltenden gesättigten,
ungesättigten oder teilungesättigten, 5- oder
6-gliedrigen Ringes, wobei die Heterogruppen aus den Gruppen der Formeln -O- , -S-
, -N= und -NH- ausgewählt sind;
R³ ist Wasserstoff oder Methyl;
R⁴ ist Wasserstoff oder Methyl;
X ist Sauerstoff oder bevorzugt eine Gruppe der Formel -NH- ;
m ist eine ganze Zahl von 1 bis 6, bevorzugt die Zahl 2 oder 3;
n ist eine ganze Zahl von 1 bis 4 oder bevorzugt die Zahl Null;
R⁵ ist Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Phenylalkyl mit einem Alkylrest von 1 bis 4 C-Atomen
oder ein Rest der Formel -(CH₂-CH₂-O)p -phenyl , in welcher p für eine ganze Zahl von 1 bis 4 steht und phenyl der Phenylrest
ist;
R⁶ ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen
oder Hydroxyalkyl mit einem Alkylrest von 2 bis 4 C-Atomen;
R⁷ ist Wasserstoff, Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl von 5 bis 7 C-Atomen
oder ein Rest der allgemeinen Formel -CH₂-CH=CH₂,
-CH₂-C(CH₃)=CH₂, -CH₂-CH=CH-CH₃ oder -CH₂-C(CH₃)=CH-CH₃ ; oder
R⁶ und R⁷ bilden zusammen mit dem N-Atom den Rest eines 1 bis 3 Alkylenreste von
1 bis 5 C-Atomen und gegebenenfalls 1 oder 2 Heterogruppen enthaltenden gesättigten,
ungesättigten oder teilungesättigten, 5- oder 6-gliedrigen Ringes, wobei die Heterogruppen
aus den Gruppen der Formeln -O-, -S-, -N= und -NH- ausgewählt sind;
R⁸ ist Wasserstoff oder Methyl;
R⁹ ist Wasserstoff oder Methyl;
Y(-) ist ein einwertiges Anion oder ein einem einwertigen Anion äquivalenter Teil eines
mehrwertigen Anions;
R¹⁰ Wasserstoff oder Methyl ist;
R¹¹ ein fünf- oder sechsgliedriger heterocyclischer Rest ist, der mindestens ein
basisches Stickstoffatom enthält und der einen ankondensierten Benzolring besitzen
kann und/oder durch einen oder mehrere, bevorzugt 1 oder 2 Substituenten substituiert
sein kann, und
R¹² Wasserstoff oder Methyl bedeutet,
modifiziert ist.
12. Modifiziertes Cellulosefasermaterial nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
das Polymerisat ein Homopolymerisat ist.
13. Modifiziertes Cellulosfasermaterial nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
das Polymerisat ein Copolymerisat mit mindestens einem Monomeren entsprechend den
Verbindungen der allgemeinen Formeln (6) und (7)

enthält, in welchen bedeuten:
R¹ und R² haben eine der obengenannten Bedeutungen, wobei R¹ und R² auch zusammen
mit dem N-Atom den erwähnten heterocyclischen Rest bilden können;
R¹³ ist Wasserstoff oder Methyl;
R¹⁴ ist Wasserstoff oder Methyl;
R¹⁵ ist Wasserstoff oder Methyl;
R¹⁶ ist Wasserstoff oder Methyl;
R¹⁷ ist Alkyl von 1 bis 6 C-Atomen; und
q ist die Zahl Null, 1, 2 oder 3.
14. Modifiziertes Cellulosefasermaterial nach Anspruch 11 oder 13, dadurch gekennzeichnet,
daß das aufgepfropfte Copolymerisat mindestens 20 Mol-%, vorzugsweise mindestens 40
Mol-% und insbesondere bevorzugt mindestens 80 Mol-% einer oder mehrerer Monomeren
von mindestens einer der in Anspruch 1 genannten allgemeinen Formeln (1), (1A), (2),
(2A) und (5) enthält.
15. Modifiziertes Cellulosefasermaterial nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß es 0,5 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise 2 bis 25 Gew.-% und
insbesondere bevorzugt 4 bis 15 Gew.-% des Polymerisats aufgepfropft enthält.
16. Verfahren zur Modifizierung von Cellulosefasermaterialien, dadurch gekennzeichnet,
daß man mindestens ein N-haltiges basisches Monomeres der in Anspruch 11 genannten
und definierten allgemeinen Formeln (1), (1A), (2), (2A) und (5), gegebenenfalls in
Gegenwart eines Comonomeren entsprechend der in Anspruch 13 genannten und definierten
allgemeinen Formel (6) und/oder (7), auf das Cellulosefasermaterial aufpolymerisiert.