[0001] Die Erfindung betrifft eine Fördervorrichtung an Seilförderanlagen zum Antrieben
von wenigstens einem über eine Treibscheibe geführten, diese teilweise umschlingenden
Förderseil mit um das Förderseil und die Treibscheibe geführten, die Treibscheibe
teilweise unter Vorspannung umschlingenden und einen erhöhten Reibschluß zwischen
Förderseil und Treibscheibe ausübenden endlosen Außenseilen.
[0002] Aus der DE-PS 497 310 und der DE-PS 514 270 sind gattungsgemäße Fördervorrichtungen
an Seilförderanlagen zum Antreiben von Förderseilen bekannt, bei denen eine auf eine
Umlenkrolle der endlosen Außenseile wirkende, die Vorspannung erzeugende Gewichtskraft
den Reibschluß zwischen Förderseil und Treibscheibe erhöht. Diese wurden auch in einem
Artikel von H. Knaust in der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, Band 76,
Nummer 36 vom 03.09.1932, Seite 861 - 865 beschrieben. Die bekannten Fördervorrichtungen
weisen mehrere Nachteile auf. Dies ist zum einen das durch die insbesondere bei hohen
Zugkräften großen Durchmesser der Umlenkrollen der endlosen Außenseile und ihre Anordnung
bedingte große Bauvolumen der Vorrichtung, das für viele Anwendungen ungünstig ist,
und ferner das demzufolge hohe Gewicht. Ein weiterer Nachteil ist der, daß die endlosen
Außenseile und das Förderseil bei derartigen Ausbildungen sehr schnell verschleißen,
weil ständig eine sehr hohe, für die maximale Belastung der Fördervorrichtung ausgelegte
Vorspannung ausgeübt wird, und weil das Förderseil vielen die Lebensdauer verkürzenden
Biegewechseln ausgesetzt ist.
[0003] Eine andere Möglichkeit den Reibschluß zwischen Förderseil und Treibscheibe besteht
in der Anwendung der mehrfachen Umschlingung. Bei größeren Zugkräften wendet man hierzu
die mehrfache Umschlingung unter Benutzung einer Gegenscheibe an. Alle Mehrscheibenantriebe
haben die Nachteile, daß das Förderseil erheblich mehr Biegungen ausgesetzt ist, sehr
hohe Umschlingungskräfte und Schnürkräfte auftreten und Ausgleichsgetriebe erforderlich
sind.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik besteht die Aufgabe der Erfindung darin, eine
Fördervorrichtung zu schaffen, die auch bei hohen Zugkräften ein kleines Bauvolumen
und ein geringes Gewicht aufweist, lediglich die für die herrschende Zugkraft erforderliche
Vorspannung durch Selbstpressung erzeugt, die Seile wenigen Biegewechseln aussetzt
sowie die Nachteile der Mehrfachumschlingung vermeidet.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung geht aus von einer gattungsgemäßen Fördervorrichtung
an Seilförderanlagen zum Antreiben von Förderseilen, und sie besteht darin, daß das
Förderseil um eine in einem Achsabstand B von der Treibscheibe gelagerte, nicht angetriebene
Umlenkscheibe geführt ist und die endlosen Außenseile um beidseitig parallel zur Treibscheibe
und Umlenkscheibe gelagerte Umlenkrollen geführt sind, zu denen die Treibscheibe abstandsveränderlich
in einem Achsabstand A gelagert ist. Die Umlenkscheibe, die in einem Achsabstand B
von der Treibscheibe gelagert ist, dient zur Umlenkung des Förderseiles. Die endlosen
Außenseile werden um die abstandsveränderlich in dem Achsabstand A zu den Umlenkrollen
gelagerte Treibscheibe geführt. Durch diese erfindungsgemäße Ausbildung wird erreicht,
daß sich bei Belastung des Förderseiles mit einer Zugkraft, die auf die mit dem Achsabstand
B gelagerte Umlenkscheibe und die Treibscheibe wirkt, der Achsabstand A zu vergrößern
trachtet und die Vorspannung der endlosen Außenseile somit bei steigender Zugkraft
zunimmt, wodurch der Reibschluß zwischen Förderseil und Treibscheibe durch Selbstpressung
in einem solchen Maße erhöht wird, wie es der momentanen Zugkraft angepaßt und zur
Vermeidung des Durchrutschens des Förderseiles auf der Treibscheibe erforderlich ist.
[0006] Eine vorteilhafte Ausbildung besteht darin, daß die Umlenkrollen verschiedenachsig
in Achsabständen A1, A2 zu der Treibscheibe gelagert sind. Durch diese Ausbildung
ist es möglich, daß die endlosen Außenseile unterschiedliche Längen aufweisen.
[0007] Eine erste bevorzugte Ausbildung ist, daß die Achse der Umlenkscheibe im Bereich
des Achsabstandes A zwischen der Treibscheibe und den Umlenkrollen liegt. und eine
andere bevorzugte Ausbildung kann sein, daß die Achsen der Umlenkrollen im Bereich
des Achsabstandes B zwischen der Treibscheibe und der Umlenkscheibe liegen. Durch
diese Ausbildungen wird erreicht, daß die Achsen der Treibscheibe, der Umlenkscheibe
und der Umlenkrollen annähernd nebeneinander in einer Richtung angeordnet liegen,
was zweckmäßig für eine kleine Bauform und eine vorteilhafte Wirkung der sich in Richtung
der Achsabstände ausbildenden Kräfte ist.
[0008] Eine zweite bevorzugte Ausbildung kann sein, daß die Achse der Umlenkscheibe, die
Achse der Treibscheibe und die Achsen der Umlenkrollen in einer Ebene liegen. In diesem
Fall liegen die Achsen der Treibscheibe, der Umlenkscheibe und der Umlenkrollen genau
in einer Richtung angeordnet nebeneinander, was besonders vorteilhaft für die sich
in Richtung der Achsabstände ausbildenden Kräfte sein kann.
[0009] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung ist darin zu sehen, daß die Umlenkscheibe und
die Treibscheibe mittels Lagerungen in Lagergehäusen gelagert sind, welche mittels
eines abstandshaltenden Verbindungselementes miteinander verbunden sind.Das abstandshaltende
Verbindungselement dient dazu, den kürzesten Achsabstand B zwischen Umlenkscheibe
und Treibscheibe zu begrenzen, wodurch die auf die Umlenkscheibe wirkende und den
Achsabstand B zu verkürzen trachtende, vom Lastende des Förderseiles ausgeübte Zugkraft
mittels des den Achsabstand B begrenzenden abstandshaltenden Verbindungselementes
auf die Treibscheibe, die abstandsveränderlich in dem Achsabstand A zu den Umlenkrollen
gelagert ist, in einer den Achsabstand A zu vergrößern trachtenden, die Vorspannung
der endlosen Außenseile erhöhenden Weise zur Wirkung kommt. Eine alternative Ausbildung
kann darin bestehen, daß das abstandshaltende Verbindungselement aus einer festen
Verbindung des Lagergehäuses der Umlenkscheibe mit dem Lagergehäuse der Treibscheibe
oder aus einem gemeinsamen Lagergehäuse von Umlenkscheibe und Treibscheibe gebildet
wird.
[0010] Vorteilhafterweise ist die Fördervorrichtung nach der Erfindung so ausgebildet, daß
die Umlenkrollen mittels Lagerungen in einer unter Federspannung stehenden Halterung
gelagert sind, welche mittels einer Geradführung gegenüber dem Lagergehäuse der Umlenkscheibe
und/oder dem Lagergehäuse der Treibscheibe verschiebbar ist. Die als Drehmomentabstützung
dienende Geradführung verhindert, daß bei Belastung die Achse der Treibscheibe seitlich
gegenüber der Achse der Umlenkrollen ausweicht. Zweckmäßigerweise kann die Geradführung
als Rundführung ausgebildet sein. Die Geradführung kann außerdem noch in einer weiteren
Vorrichtung wie beispielsweise einem Führungsbolzen bestehen, die verhindert, daß
die Achse der Treibscheibe gegenüber der Achse der Umlenkrollen kippt. Die Federspannung
erzeugt auch ohne eine am Förderseil wirkende Zugkraft eine Vorspannung der endlosen
Außenseile. Die Halterung kann zur Befestigung der Fördervorrichtung an einem oder
mehreren Befestigungspunkten an eine die Last aufnehmende Aufhängung angeschlossen
werden.
[0011] Eine zusätzliche bevorzugte Ausbildung der Fördervorrichtung nach der Erfindung besteht
darin, daß die Federspannung auf eine Vergrößerung des Achsabstandes A zwischen der
Treibscheibe und den Umlenkrollen gerichtet und von Druckfedern oder Zugfedern erzeugt
ist. Hierdurch wird auch ohne eine am Förderseil wirkende Zugkraft eine Vorspannung
der endlosen Aussenseile erzeugt.
[0012] Vorteilhafterweise ist die Fördervorrichtung weiterhin derart ausgestaltet, daß die
Vorspannung der Druckfedern oder der Zugfedern mittels Verstellelementen verändernd
einstellbar ist. Durch diese Ausbildung kann die Vorspannung der endlosen Außenseile
verstellt werden. Ein weiterer Vorteil dieser Ausbildung ist darin zu sehen, daß hierdurch
die Montage der Fördervorrichtung und das Auswechseln der endlosen Außenseile erleichtert
oder ermöglicht wird. Eine zweckmäßige Ausbildung kann sein, daß die Verstellelemente
Gewindestifte und die Druckfedern oder Zugfedern Schrauben- oder Tellerfedern sind.
[0013] Vorteilhafterweise ist ferner vorgesehen, daß die Führung des Förderseiles auf der
Treibscheibe als eine Radiusrille mit beidseitig anschließenden, keilnutförmigen Flanken
geformt ist.In der Radiusrille wird das Förderseil sicher geführt, und die keilnutförmigen
Flanken können so ausgebildet werden, daß die endlosen Außenseile in seilschonender
und kraftschlüssiger Weise auf das Förderseil zu liegen kommen.
[0014] Eine weitere zweckmäßige Ausbildung der Fördervorrichtung nach der Erfindung ist,
daß mittels einer oder zwei an der Halterung der Umlenkrollen angeordneter, einstellbarer
Exzenterscheiben einer oder beide Abstände A1, A2 zwischen der Treibscheibe und den
beiden Umlenkrollen unabhängig voneinander verstellbar sind. Durch diese Ausbildung
können unterschiedliche Längen der endlosen Außenseile bei der Montage der Fördervorrichtung
ausgeglichen werden, so daß beide mit der selben Vorspannung auf das Förderseil wirken.
Mit den Exzenterscheiben kann ferner eine alterungsbedingte Längung der endlosen Außenseile
durch Nachspannen ausgeglichen werden. Die Verstellung der Exzenterscheiben kann zweckmäßigerweise
dadurch erfolgen, daß sie mittels eines in Montagebuchsen eingreifenden Spannwerkzeuges
einstellbar und mittels Befestigungselementen arretierbar sind.
[0015] Zweckmäßigerweise kann die erfindungsgemäße Fördervorrichtung so ausgebildet sein,
daß an die zur Lagerung der Treibscheibe dienende Welle eine Handkurbel oder ein motorischer
Antrieb anschließbar ist.Vorteilhaft für die Ausübung hoher Zugkräfte kann sein, daß
zwischen Treibscheibe und Antrieb ein Getriebe, vorzugsweise ein Planeten-Untersetzungsgetriebe
oder ein Stirnradgetriebe eingeschaltet ist oder daß das Getriebe mittels eines Ölmotors
antreibbar ist.
[0016] Ein vorteilhafte Ausbildung besteht noch darin, daß die Treibscheibe, der motorische
Antrieb oder das Getriebe mittels einer Haltebremse bremsbar ist, da hierdurch das
Förderseil ohne weitere Kraftausübung feststellbar ist oder kontrolliert aus der Fördervorrichtung
auslaßbar ist.
[0017] Eine weniger raumaufwendige Bauweise der Förderrichtung kann dadurch ermöglicht sein,
daß das Getriebe in die Treibscheibe eingebaut ist. Dies kann auch günstig für eine
hohe Kraftentfaltung der Fördervorrichtung sein.
[0018] Eine Fördervorrichtung nach der Erfindung kann als Hub-, Zug- oder Förderaggregat
für Hebe-, Senk-, Berge- oder dergleichen Förderanlagen für Lasten dienen, wie z.B.
bei Lasten- und Personenaufzügen, Kränen, Seilbahnen, Seilwinden, bei Zugvorrichtungen
zum Fremd- und Selbstbergebetrieb, beispielsweise für den Fahrzeugeinbau, bei an den
Aussenseiten von Hochhäusern ablaßbaren Körben, im Forstbetrieb, bei der Feuerwehr
oder im Bauwesen, und allgemein bei allen Anwendungen, bei denen Lasten gehoben, gezogen
oder gefördert werden.
[0019] Durch die Ausbildungsweise der Fördervorrichtung nach der Erfindung wird erreicht,
daß die Fördervorrichtung auch bei hohen Zugkräften ein kleines Bauvolumen und ein
geringes Gewicht aufweist und die erforderliche Vorspannung der endlosen Außenseile,
die um einen üblichen Sicherheitsfaktor zu der momentanen Belastung des Förderseils
vergrößert sein kann, in seilschonender und sicherer Weise durch Selbstpressung erzeugt
wird. Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen Fördervorrichtung sind darin zu sehen,
daß sie eine konstante Hub- und Zugkraft ausüben kann, das Förderseil mit konstanter
Seilgeschwindigkeit gefördert werden kann, die Seilspulung und der Reibschluß konstant
gehalten und das lose Ende des Förderseiles lastfrei gespeichert werden kann. Insbesondere
die lastfreie, Spulungsprobleme vermeidende Seilspeicherung hat den weiteren Vorteil,
daß die Länge des Förderseils unbegrenzt groß sein kann.
[0020] Die folgenden Ausführungsbeispiele der Erfindung lassen weitere vorteilhafte Merkmale
und Besonderheiten erkennen, die anhand der Darstellung in den Zeichnungen im folgenden
näher beschrieben und erläutert sind.
[0021] Es zeigen
- Fig. 1
- eine Prinzipskizze des Ausbildungsschemas;
- Fig. 2 bis 5
- Abwandlungen der Prinzipskizze nach Fig. 1;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispieles einer Fördervorrichtung nach Fig. 4
mit Teil-Schnitt A-A' gemäß Fig. 7;
- Fig. 7
- eine Vorderansicht mit Teil-Schnitt B-B' einer Fördervorrichtung gemäß Fig. 6;
- Fig. 8
- einen Teil-Querschnitt durch die Treibscheibe.
[0022] In Fig. 1 ist die prinzipielle Funktionsweise der Fördervorrichtung nach der Erfindung
dargestellt. Die Last 38 übt eine Zugkraft auf das Lastende 36 des Förderseiles 1
aus, das um die Umlenkscheibe 2 und die Treibscheibe 3 geführt ist und mit seinem
losen Ende 37 aus der Fördervorrichtung austritt. Die Umlenkscheibe 2 und die Treibscheibe
3 sind mit dem Achsabstand B zueinander gelagert. Die Umlenkrollen 5, 6 sind an einem
Befestigungspunkt 39 an einem festen, lastaufnehmenden Aufhängepunkt befestigt. Um
die Umlenkrollen 5, 6 und die Treibscheibe 3 sind die endlosen Außenseile 4 geführt,
wobei das Förderseil 1 auf der Treibscheibe 3 zwischen den endlosen Außenseilen 4
und der Treibscheibe 3 aufliegt. Mittels einer zwischen den Achsen 12, 13 der Umlenkrollen
5, 6 und der Achse 11 der Treibscheibe wirkenden Druckfeder 21 werden die endlosen
Außenseile 4 auch ohne wirkende Last 38 vorgespannt. Die von der Last 38 auf das Förderseil
1 ausgeübte Zugkraft bewirkt nun, daß sich die abstandsveränderlich zu den Umlenkrollen
5, 6 gelagerte Umlenkscheibe 2 und die hierzu im Achsabstand B gelagerte, mittels
des abstandshaltenden und den kürzesten Achsabstand B begrenzenden Verbindungselementes
7 verbundene, in dem abstandsveränderlichen Achsabstand A zu den Umlenkrollen 5, 6
gelagerte Treibscheibe 3 gemeinsam von den Umlenkrollen 5, 6 wegbewegen. Durch die
Vergrößerung des Achsabstandes A erhöhen sich dabei die Vorspannung der endlosen Außenseile
4 und durch Selbstpressung der Reibschluß zwischen Förderseil 1 und Treibscheibe 3.
Für die Funktion der Fördervorrichtung ist es vorteilhaft, wenn die Achsen 12, 13,
10, 11 der Umlenkrollen 5, 6, der Umlenkscheibe 2 und der Treibscheibe 3 annähernd
in der selben Richtung nebeneinander angeordnet liegen, weil dann die Kraftwirkungen
auf die Achsabstände A, B am besten zur Geltung kommen.
[0023] Die Fig. 2 zeigt dasselbe wie Fig. 1, und die Fig. 3 bis 5 zeigen hierzu zum Vergleich
andere mögliche Anordnungen, die nach demselben, die Selbstpressung bewirkenden Prinzip
funktionieren. Die in Fig. 3 gezeigte prinzipielle Anordnung unterscheidet sich von
der in Fig. 2 dadurch, daß die Druckfeder 21 nicht zwischen den Umlenkrollen 5, 6
und der Treibscheibe 3 wirkt, sondern zwischen den Umlenkrollen 5, 6 und der Umlenkscheibe
2. Aufgrund des abstandshaltenden Verbindungselementes 7, das den kürzesten Achsabstand
B zwischen Umlenkscheibe 2 und Treibscheibe 3 begrenzt, kommt aber die von der Druckfeder
ausgeübte Druckkraft auch in den Achsabstand A zwischen den Umlenkrollen 5, 6 und
der Treibscheibe 3 vergrößernder Weise zur Wirkung.
[0024] In Fig. 4 ist eine Anordnung dargestellt, bei der im Gegensatz zu den Fig. 2 und
3 die Achse 10 der Umlenkscheibe 2 nicht im Bereich des Achsabstandes A zwischen den
Umlenkrollen 5, 6 und der Treibscheibe 3 angeordnet ist, sondern die Umlenkrollen
5, 6 im Bereich des Achsabstandes B zwischen der Umlenkscheibe 2 und der Treibscheibe
3 angeordnet sind. Die Umlenkrollen 5, 6 sind wieder an einem Befestigungspunkt 39
an einem festen, lastaufnehmenden Punkt befestigt. Das abstandshaltende Verbindungselement
7 begrenzt den kürzesten Achsabstand B zwischen der abstandsveränderlich zu den Umlenkrollen
5, 6 gelagerten Umlenkscheibe 2 und der ebenfalls abstandsveränderlich im Achsabstand
A zu den Umlenkrollen 5,6 gelagerten Treibscheibe 3. Eine zwischen den Umlenkrollen
5, 6 und der Treibscheib 3 wirkende Druckfeder 21 bewirkt die ohne Last 38 herrschende
Vorspannung der endlosen Außenseile 4. Bei Belastung bewegt sich die Umlenkscheibe
2 auf die Umlenkrollen 5, 6 zu und die Treibscheibe 3 von diesen weg.
[0025] Fig. 5 zeigt eine weitere prinzipielle Anordnung, die sich von der in Fig. 4 dadurch
unterscheidet, daß anstelle der Druckfeder 21 zwischen den Umlenkrollen 5, 6 und der
Treibscheibe 3 eine Zugfeder 22 zwischen der Umlenkscheibe 2 und den Umlenkrollen
5, 6 angeordnet ist.
[0026] Fig. 6 zeigt ein Ausführungsbeispiel für die Zugvorrichtung nach dem Prinzip von
Fig. 4 in einer Seitenansicht. Die Umlenkrollen 5, 6 sind mittels Exzenterscheiben
29 in ihren Achsabständen A1 und A2 zu der Förderscheibe 3 getrennt voneinander einstellbar,
um unterschiedliche Längen der endlosen Außenseile 4, beispielsweise bei der Montage
der Fördervorrichtung oder beim Austausch verschlissener endloser Außenseile 4, ausgleichen
oder um diese bei Alterung nachspannen zu können. Die Exzenterscheiben 29 sind mittels
eines in die Montagebuchsen 30 eingreifenden Spannwerkzeuges verstellbar und mittels
der Befestigungselemente 31 arretierbar. Das abstandshaltende Verbindungselement 7
wirkt zwischen dem Lagergehäuse 18 der Umlenkscheibe 2 und dem Lagergehäuse 19 der
Treibscheibe 3. Alternativ kann anstelle des abstandshaltenden Verbindungselementes
7 ein gemeinsames, einen festen Achsabstand B zwischen Umlenkscheibe 2 und Treibscheibe
3 definierendes Lagergehäuse ausgebildet sein. In der Halterung 20 der Umlenkrollen
5, 6, die mit den Exzenterscheiben 29 verbunden ist, ist ein Ausschnitt 40 angeordnet,
der bei Belastung der Fördervorrichtung oder bei alterungsbedingter Längung der endlosen
Außenseile 4 die Bewegung der Welle 27 der Umlenkscheibe 2 zuläßt. Der Führungsbolzen
9 verhindert, daß sich das Lagergehäuse 19 der Treibscheibe 3 gegenüber der Halterung
20 verdreht. Die Treibscheibe 3 ist mittels des als Antrieb 32 dienenden Ölmotors
34 und eines Getriebe 33 antreibbar und der Haltebremse 35 bremsbar.
[0027] In Fig. 7 ist die Fördervorrichtung nach Fig. 6 in Vorderansicht dargestellt, wobei
im Unterschied zu Fig. 6 die Umlenkrollen 5, 6 in gleichachsiger Lagerung, wie sie
bei identischen Längen der endlosen Außenseile 4 vorliegt, dargestellt sind, so daß
die Achsabstände A1 und A2 zu der Treibscheibe 3 beide gleich A sind. Die als Rundführung
ausgebildete Drehmomentabstützung 8 verhindert, daß die Treibscheibe 3 bei Belastung
des Förderseiles 1 seitlich ausweicht. Die Achse 10 der Umlenkscheibe 2, die Achse
11 der Treibscheibe 3 und die Achsen 12, 13 der Umlenkrollen 5, 6 sind hier nicht
exakt in einer Richtung nebeneinander angeordnet, sondern die Achse 11 der Treibscheibe
3 ist ein wenig seitlich versetzt, wodurch sich die Seilführung in der Fördervorrichtung
an dem losen Ende 37 des Förderseiles 1 vereinfacht. Die Kraft der Druckfedern 21
ist mittels der Verstellelemente 23 einstellbar. Mittels der als Bolzen ausgebildeten
Endanschläge 24 der Verstellelemente 23 ist bei der Montage der Fördervorrichtung
die Kraft der Druckfedern 21 leicht auf den werksseitig vorgesehenen Wert einstellbar.
[0028] Fig. 8 zeigt in einem Teil-Querschnitt durch die Treibscheibe 3, wie die Führung
des Förderseiles 1 auf der Treibscheibe als eine Radiusrille 25 mit beidseitig anschließenden,
keilnutförmigen Flanken 26 geformt ist, welche die endlosen Außenseile 4 führen.

1. Fördervorrichtung an Seilförderanlagen zum Antreiben von wenigstens einem über eine
Treibscheibe geführten, diese teilweise umschlingenden Förderseil mit um das Förderseil
und die Treibscheibe geführten, die Treibscheibe teilweise unter Vorspannung umschlingenden
und einen erhöhten Reibschluß zwischen Förderseil und Treibscheibe ausübenden endlosen
Außenseilen,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Förderseil (1) um eine in einem Achsabstand (B) von der Treibscheibe (3) gelagerte,
nicht angetriebene Umlenkscheibe (2) geführt ist und die endlosen Außenseile (4) um
beidseitig parallel zur Treibscheibe (3) und Umlenkscheibe (2) gelagerte Umlenkrollen
(5, 6) geführt sind, zu denen die Treibscheibe (3) abstandsveränderlich in einem Achsabstand
(A) gelagert ist.
2. Fördervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkrollen (5,
6) verschiedenachsig in Achsabständen (A1, A2) zu der Treibscheibe (3) gelagert sind.
3. Fördervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (10) der
Umlenkscheibe (2) im Bereich des Achsabstandes (A) zwischen der Treibscheibe (3) und
den Umlenkrollen (5, 6) liegt.
4. Fördervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen (12, 13)
der Umlenkrollen (5, 6) im Bereich des Achsabstandes (B) zwischen der Treibscheibe
(3) und der Umlenkscheibe (2) liegen.
5. Fördervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (10) der
Umlenkscheibe (2), die Achse (11) der Treibscheibe (3) und die Achsen (12, 13) der
Umlenkrollen (5, 6) in einer Ebene liegen.
6. Fördervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkscheibe (2)
und die Treibscheibe (3) mittels Lagerungen (14, 15) in Lagergehäusen (18, 19) gelagert
sind, welche mittels eines abstandshaltenden Verbindungselementes (7) miteinander
verbunden sind.
7. Fördervorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkrollen (5,
6) mittels Lagerungen (16, 17) in einer unter Federspannung stehenden Halterung (20)
gelagert sind, welche mittels einer Geradführung (8) gegenüber dem Lagergehäuse (18)
der Umlenkscheibe (2) und/oder dem Lagergehäuse (19) der Treibscheibe (3) verschiebbar
ist.
8. Fördervorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Geradführung (8)
als Rundführung ausgebildet ist.
9. Fördervorrichtung nach den Ansprüchen 3 und 7 oder den Ansprüchen 4 und 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Federspannung auf eine Vergrößerung des Achsabstandes (A)
zwischen der Treibscheibe (2) und den Umlenkrollen (5, 6) gerichtet und von Druckfedern
(21) oder Zugfedern (22) erzeugt ist.
10. Fördervorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorspannung der
Druckfedern (21) oder der Zugfedern (22) mittels Verstellelementen (23) verändernd
einstellbar ist.
11. Fördervorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellelemente
Gewindestifte (23) und die Druckfedern (21) oder Zugfedern (22) Schrauben- oder Tellerfedern
sind.
12. Fördervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung des Förderseils
(1) auf der Treibscheibe (3) als eine Radiusrille (25) mit beidseitig anschließenden,
keilnutförmigen Flanken (26) geformt ist.
13. Fördervorrichtung nach den Ansprüchen 2 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß mittels
einer oder zwei an der Halterung (20) der Umlenkrollen (5, 6) angeordneter, einstellbarer
Exzenterscheiben (29) einer oder beide Abstände (A1, A2) zwischen der Treibscheibe
(3) und den beiden Umlenkrollen (5, 6) unabhängig voneinander verstellbar sind.
14. Fördervorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Exzenterscheiben
(29) mittels eines in Montagebuchsen (30) eingreifenden Spannwerkzeuges einstellbar
und mittels Befestigungselementen (31) arretierbar sind.
15. Fördervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an die zur Lagerung
der Treibscheibe (3) dienende Welle (28) eine Handkurbel oder ein motorischer Antrieb
(32) anschließbar ist.
16. Fördervorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Treibscheibe
(3) und Antrieb (32) ein Getriebe (33), vorzugsweise ein Planeten-Untersetzungsgetriebe
oder ein Stirnradgetriebe eingeschaltet ist.
17. Fördervorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe (33)
mittels eines Ölmotors (34) antreibbar ist.
18. Fördervorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß
die Treibscheibe (3), der motorische Antrieb (32) oder das Getriebe (33) mittels einer
Haltebremse (35) bremsbar ist.
19. Fördervorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß das Getriebe (33) in die Treibscheibe (3) eingebaut ist.
20. Fördervorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 19, gekennzeichnet durch
die Verwendung als Hub-, Zug- oder Förderaggregat für Hebe-, Senk-, Berge- oder dergleichen
Förderanlagen für Lasten.