[0001] Im US-Patent Nr. 3 703 788 ist eine an der Türflügelunterkante befestigte Dichtungsvorrichtung
mit einer U-förmigen Schiene und einer in der Schiene vertikal verschiebbaren Dichtleiste
beschrieben. Eine gekrümmte Blattfeder ist an ihrem einen Ende an der Schiene, in
ihrer Mitte an der Dichtleiste und am zweiten Ende an einem in der Schiene verschiebbar
gelagerten Block befestigt. Der Block wird durch eine über die Schiene vorstehende
Betätigungsstange eingedrückt, wenn die Türe ganz geschlossen wird. Durch die Kniehebelwirkung
der Feder wird die Leiste nach unten gedrückt und dichtet den Türflügel gegen den
Fussboden ab. Diese Dichtungsvorrichtung erfordert eine relativ grosse Bauhöhe. Für
breite Türen ist sie ungeeignet, weil die Leiste nur in ihrer Mitte betätigt wird
und deshalb bei nicht gleicher Reibung auf beiden Seiten zu Schräglagen neigt.
[0002] Aus dem CH-Patent Nr. 465 830 ist es bekannt, die Dichtleiste über zwei Gelenkhebelgetriebe
parallel zu führen. Diese Lösung eignet sich daher auch für breite Türflügel. Allerdings
setzt sie voraus, dass die Schiene exakt parallel zum Fussboden in den Türflügel eingebaut
wird, weil sonst die Dichtwirkung ungenügend ist. Auch diese Lösung erfordert viel
Bauhöhe.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art derart auszubilden, dass sie nur wenig Bauhöhe beansprucht, und dass
sie auch für breite Türflügel eingesetzt werden kann. Diese Aufgabe wird durch die
Merkmalskombination gemäss Anspruch 1 gelöst.
[0004] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert.
Darin zeigt:
Fig. 1a und 1b einen vertikalen Längsschnitt durch eine erfindungsgemässe Dichtungsvorrichtung,
Fig. 2a und 2b Schnitte längs der Linie II-II in Fig. 1b,
Fig. 3 einen Schnitt entsprechend Fig. 1a in der betätigten Stellung,
Fig. 4 eine vergrösserte Darstellung eines Teils des Schnittes nach Fig. 3,
Fig. 5 eine Stirnansicht in Richtung des Pfeils V in Fig. 4, und
Fig. 6 eine Variante analog dem Schnitt in Fig. 4.
[0005] Die Figuren 1a und 1b und die Figuren 2a und 2b sind je Teile des gleichen Schnittes.
Die in Figuren 1 bis 5 dargestellte Dichtungsvorrichtung hat eine U-förmige, nach
unten offene Schiene 1 mit einem horizontalen Steg 2 und zwei vertikalen Schenkeln
3. Am Steg 2 sind zwei nach innen ragende Führungsrippen 4 angeformt. Die Schiene
1 besteht zweckmässig aus stranggepresstem Aluminium und wird üblicherweise in eine
Nut in der unteren Stirnfläche eines Türflügels eingesetzt und z.B. an den beiden
Stirnenden durch L-förmig abgekröpfte Bleche befestigt. Zwischen den beiden Schenkeln
3 ist eine Dichtleiste 5 in Höhenrichtung verschiebbar. Die Leiste 5 besteht aus einem
nach oben offenen U-Profil 6 aus Aluminium mit ebenfalls einem horizontalen Steg 7
und zwei vertikalen Schenkeln 8. Am Uebergang zwischen Steg 7 und Schenkeln 8 hat
das Profil 6 je eine Längsnut 9. In diesen Nuten 9 sind Längsstege 10 einer Gummidichtung
11 verankert. Die Dichtung 11 liegt mit freien Schenkeln 12 an den Schenkeln 3 der
Schiene 1 an und ist zwischen den Nuten 9 bogenförmig ausgewölbt. In der abgesenkten
Lage der Leiste 5 dichtet dieser Bogen gegen den Fussboden ab.
[0006] Die Leiste 5 wird durch zwei flach-bogenförmige Blattfedern 20, 21 nach oben vorbelastet.
Die Federn 20, 21 sind an einer ersten Befestigungsstelle 22, z.B. mit einem Blindniet
23 mit Unterlagsscheibe 24, am Steg 2 der Schiene 1 befestigt. Annähernd in der Mitte
sind die Federn 20, 21 an einer zweiten Befestigungsstelle 25 am Steg 7 des Profils
6 befestigt. An der Stelle 25 ist der Steg 7 in Höhenrichtung begrenzt gegenüber den
Federn 20, 21 verschiebbar und durch schwache Federn 26 nach unten vorbelastet. Die
Stelle 25 kann wiederum durch je einen Blindniet 27 und eine Unterlagsscheibe 28 gebildet
sein. Am gegenüberliegenden Ende sind die Federn 20, 21 über eine dritte Befestigungsstelle
29 mit einer in Längsrichtung der Schiene 1 verschiebbaren Betätigungsstange 30 verbunden.
Beim Ausführungsbeispiel nach Figuren 1 bis 5 ist die Stelle 29 durch einen Gewindeeingriff
zwischen Federn 20, 21 und Stange 30 gebildet. Dazu haben die Federn 20, 21 am Ende
eine U-förmige Abkröpfung 31 mit einer Gewindebohrung 32, in die je ein Aussengewinde
33 der Stange 30 eingeschraubt ist. Die Stange 30 ist in zwei benachbart den Stellen
29 am Steg 2 befestigten Kunststoff-Lagerböcken 34 gelagert. Mindestens die Feder
20 hat zwei Längsschlitze 35, durch welche die Stange 30 ragt. Das freie Ende 36 überragt
das Stirnende 37 der Schiene 1. Zweckmässig sind die zwischen den beiden Führungsrippen
4 geführten Federn 20, 21 an den Stellen, wo sie am Steg 2 anliegen, mit Kunststoff
beschichtet, z.B. mit einer selbstklebenden Kunststofffolie, damit Abrieb vermieden
und die Reibung vermindert wird.
[0007] Bei der in einen Türflügel eingesetzten Vorrichtung stösst beim Schliessen des Türflügels
das Ende 36 der Stange 30 am Türrahmen an und wird eingedrückt. Dadurch werden die
Federn 20, 21 zwischen den Befestigungsstellen 22, 29 auf Druck belastet. Durch Kniehebelwirkung
weichen dabei die Befestigungsstellen 25 nach unten aus und drücken die Leiste 5 gegen
den Fussboden, so dass der Spalt zwischen Türflügelunterkante und Fussboden gegen
Schall und Luftdurchtritt abgedichtet wird. Die Federn 26 ermöglichen eine gute Abdichtung
auch wenn die Türflügelunterkante nicht parallel zum Fussboden ist. Das Mass der Absenkung
der Leiste 5 ist einstellbar durch Drehen der Stange 30. Um zu verhindern, dass die
Schenkel 12 der Gummidichtung 11 aus der Schiene 1 austreten können, ist der Hub der
Befestigungsstelle 29 der Feder 20 begrenzt. Dazu hat der Steg 2 eine Einprägung 38,
die einen Anschlag 39 für die Feder 20 bildet.
[0008] Die beschriebene Vorrichtung hat eine sehr geringe Bauhöhe, so dass die Nut in der
unteren Stirnseite des Türflügels nur wenig tief geschnitten werden muss. Die Vorrichtung
ist sehr einfach aufgebaut und lässt sich daher preiswert herstellen.
[0009] Weil die Leiste 5 von zwei Federn 20, 21 getragen ist, ist die Parallelführung gewährleistet,
und die Vorrichtung kann auch an breiten Türflügeln eingesetzt werden. Für sehr breite
Flügel kann es zweckmässig sein, noch eine dritte oder gar vierte Feder 20, 21 vorzusehen.
Die Vorrichtung eignet sich auch zur Abdichtung von Schiebetüren oder Faltwänden.
[0010] In Fig. 6 ist eine Variante der Befestigungsstelle 29 der Feder 20 dargestellt. Hier
ist das Ende 40 der Feder 20 in einen Schlitz 41 eines L-förmigen Kunststoff-Blocks
42 eingesteckt und durch eine Schnappverbindung gesichert, die aus einer Bohrung 43
im Federende 40 und einem in den Schlitz 41 ragenden Nocken 44 des Blocks 42 gebildet
ist. Der andere Schenkel 45 des Blocks 42 hat eine Gewindebohrung 46, in welche das
Gewinde 33 der Stange 30 eingeschraubt ist. Der Block 42 ist wiederum zwischen den
Führungsrippen 4 des Steges 2 geführt.
[0011] Die Federn 26 können auch weggelassen werden, wobei eine allfällige Höhendifferenz
der beiden Befestigungsstellen 25 relativ zur Schiene 1 bei abgesenkter Leiste 5 durch
unterschiedliche Verbiegung der beiden Federn 20, 21 erreicht werden kann.
[0012] Statt des dargestellten Gewindeeingriffs 32, 33 können die Federn 20, 21 bzw. der
Block 42 auch starr mit der Stange 30 verbunden und dafür eine Kappe auf das freie
Ende 36 der Stange 30 aufgeschraubt werden.
1. Dichtungsvorrichtung, insbesondere für Türflügel, umfassend:
- eine nach unten offene Schiene (1) mit einem U-förmigen Querschnitt gebildet aus
einem horizontalen Steg (2) und zwei nach unten abstehenden Schenkeln (3);
- eine in der Schiene (1) quer zu deren Längserstreckung zwischen den Schenkeln (3)
verschiebbare Dichtleiste (5);
- eine in der Schiene (1) längsverschiebbar gelagerte Betätigungsstange (30), die
einseitig über ein erstes Stirnende (37) der Schiene (1) vorsteht;
- mindestens zwei als Blattfedern ausgebildete Federn (20, 21), die an ihrem vom ersten
Stirnende (37) abgewandten ersten Ende an einer ersten Befestigungsstelle (22) benachbart
dem Steg (2) an der Schiene (1), annähernd in ihrer Mitte an einer zweiten Befestigungsstelle
(25) an der Dichtleiste (5), und an ihrem zweiten Ende an einer dritten Befestigungsstelle
(29) an der Betätigungsstange (30) befestigt sind, wobei die Federn (20,21) zwischen
den Befestigungsstellen (22,25,29) geneigt zur Längserstreckung der Schiene (1) verlaufen,
wobei beide Federn (20,21) die Leiste (5) in ihre angehobene Stellung vorbelasten,
und wobei die dem ersten Stirnende (37) benachbarte erste Feder (20) beidseits ihrer
zweiten Befestigungsstelle (25) je einen Schlitz (35) aufweist, durch welchen die
Betätigungsstange (30) ragt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Betätigungsstange (30) je benachbart der dritten
Befestigungsstelle (29) mittels je eines an der Schiene (1) befestigten Gleitlagers
(34) geführt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei benachbart der dritten Befestigungsstelle
(29) an den Federn (20, 21) ein gegen den Steg (2) der Schiene (1) anliegender Kunststoffteil
(42) befestigt ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die dritten Befestigungsstellen
(29) durch je einen Gewindeeingriff gebildet sind.
5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 3 und 4, wobei das Kunststoffteil (42) ein Innengewinde
(46) aufweist, in welches ein Aussengewinde (33) der Betätigungsstange (30) eingeschraubt
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Federn (20,21) in ungespannter
Lage bogenförmig ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei mindestens bei einer der Federn
(20,21) benachbart ihrer dritten Befestigungsstelle (29) ein Anschlag (39) zur Begrenzung
des Hubes des verschiebbaren zweiten Federendes vorhanden ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei an der zweiten Befestigungsstelle
(25) die Federn (20, 21) relativ zur Dichtleiste (5) quer zur Längserstreckung der
Schiene (1) begrenzt verschiebbar sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, wobei an der zweiten Befestigungsstelle (25) zweite Federn
(26) die Dichtleiste (5) relativ zu den ersten Federn (20,21) nach unten vorbelasten.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei auf das freie Ende (36) der Betätigungsstange
(30) ein Gewindeelement aufgeschraubt ist.