(19)
(11) EP 0 510 253 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.10.1992  Patentblatt  1992/44

(21) Anmeldenummer: 91119402.5

(22) Anmeldetag:  14.11.1991
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F41A 9/55
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE GB IT LI SE

(30) Priorität: 24.04.1991 DE 4113341

(71) Anmelder: Rheinmetall Industrie GmbH
40880 Ratingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Isgen, Helmut
    W-4156 Willich 3 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen von Munition


    (57) Die Erfindung betrifft eine Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen von Munition für eine mittels einer automatischen Ladeeinrichtung ladbare Rohrwaffe, deren mit einer Liderung (3) versehenes Waffenrohr (1) mit einem Hubverschlußkeil (5) verschließbar ist, wobei eine Hilfsladeschale (7) zum Notansetzen der Munition vorgesehen ist. Um einen unkomplizierten Notbetrieb, bei einfacher und sicherer Handhabung sowie schneller Schußfolge zu gewährleisten, ist vorgesehen, daß die Hilfsladeschale (7) an dem dem Hubverschlußkeil (5) benachbart anzuordnenden Ende mit seitlichen Rippen (11, 12), von denen eine mit einem Schnellverschlußteil (17) und einem sich in Axialrichtung erstreckenden, eine Einführöffnung (15) an dem dem Hubverschlußkeil (5) benachbarten Ende aufweisenden Langloch (14) versehen ist, und der Hubverschlußkeil (5) unterseitig mit seitlichen, ein Einstecken und axiales Verschieben der Rippen (11, 12) ermöglichenden Führungsleisten (18), einen mit seinem Kopf (20) durch die Einführöffnung (15) steckbaren, von dem Langloch (14) aufnehmbaren Bolzen (21) sowie einer Öffnung (22) zur Aufnahme des Schnellverschlußteils (17) bei Erreichen der Endstellung des Bolzens (21) in dem Langloch (14) aufweist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen von Munition für eine mittels einer automatischen Ladeeinrichtung ladbare Rohrwaffe nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Es ist bekannt, bei automatisch ladbaren Rohrwaffen eine Hilfsladeschale zum Notansetzen der Munition bei Defekt bzw. Ausfall der automatischen Ladeeinrichtung oder bei Ausfall der Bordenergie zu verwenden. Eine derartige Hilfsladeschale muß möglichst schnell anbringbar sein, damit der Schießbetrieb ohne größere Zeiteinbuße fortgeführt werden kann, um so die innere Sicherheit zu gewährleisten. Zugleich sollte sie aber auch eine schnelle Schußfolge ermöglichen, gut verstaubar und unkompliziert handhabbar sein.

    [0003] Dementsprechend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen von Munition nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 zu schaffen, die einen unkomplizierten Notbetrieb, eine sichere und einfache Handhabung, eine schnelle Schußfolge der Vorrichtung und ein geringes Gewicht und eine gute Verstaubarkeit der Hilfsladeschale ermöglicht.

    [0004] Diese Aufgabe wird entsprechend dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 gelöst.

    [0005] Erfindungsgemäß wird die Hilfsladeschale durch einen Schnellverschluß am Verschlußkeil arretiert und verbleibt während des Schießbetriebs am Verschlußkeil. Die Hilfsladeschale kann gleichzeitig als Schutz für den Liederungsring und den Rohrboden beim Handansetzen des Geschosses dienen.

    [0006] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den Unteransprüchen zu entnehmen.

    [0007] Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt einer Hilfsladevorrichtung.

    [0008] Fig. 2 zeigt eine Stirnansicht der Hilfsladevorrichtung von Fig. 1 vom Waffenrohr aus gesehen.

    [0009] Fig. 3 zeigt die Hilfsladevorrichtung von Fig. 1 von unten.

    [0010] Fig. 4 zeigt einen Schnitt längs der Linie IV-IV von Fig. 3.

    [0011] Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Schnellverschlusses.

    [0012] Fig. 1 zeigt eine mittels einer automatischen Ladeeinrichtung ladbare Rohrwaffe ausschnittweise. Die Rohrwaffe umfaßt ein Waffenrohr 1, das munitionseinführseitig außen mit einem Bodenstück 2 und innen mit einem einen Liderungsring 3 tragenden Bodenring 4 versehen ist. Zum Verschluß des Waffenrohrs 1 dient ein entsprechend beweglicher Hubverschlußkeil 5 mit einer Munitionsdurchtrittsöffnung 6, die für den Notbetrieb unterseitig durch eine Hilfsladeschale 7 abgeschlossen werden kann.

    [0013] Die Hilfsladeschale 7 umfaßt einen Schalenkörper 8 zur Aufnahme eines Geschosses, der unterseitig durch wenigstens eine Querrippe 9 und mehrere Längsrippen 10 verstärkt ist. An dem dem Waffenrohr 1 zugewandten Ende besitzt die Hilfsladeschale 7 an einer Seite zwei mit axialem Abstand zueinander angeordnete seitliche Rippen 11 und auf der auf der anderen Seite eine seitliche Rippe 12, die einen zu dem dem Waffenrohr 1 abgewandten Ende hin verbreiterten Abschnitt 13 aufweist. Der Abschnitt 13 ist mit einem axial angeordneten Langloch 14 versehen, das an seinem dem Waffenrohr 1 zugewandten Ende eine Einführöffnung 15 aufweist. Außerdem ist benachbart zu der Einführöffnung 15 ein Block 16 vorgesehen, der einen Schnellverschlußbolzen 17 aufnimmt.

    [0014] Die Hilfsladeschale 7 ist mit der Unterseite eines Hubverschlußkeils 5 verbindbar. Zu diesem Zweck besitzt der Hubverschlußkeil 5 unterseitig an einer Seite der Munitionsdurchtrittsöffnung 6 zwei mit Abstand zueinander angeordnete Führungsleisten 18, während auf der der Munitionsdurchtrittsöffnung 6 anderen Seite eine derartige Führungsleiste 18 vorgesehen ist. Die Führungsleisten 18 besitzen einen radialen Abstand entsprechend der Breite der Hilfsladeschale 7 im Bereich der Rippen 11, 12 und dienen auf ihrer gesamten Länge zum seitlichen Führen hiervon. Außerdem besitzen die Führungsleisten 18 zur Munitionsdurchtrittsöffnung 6 gerichtete, mit einem Abstand entsprechend der Stärke der Rippen 11, 12 von der Bodenseite des Hubverschlußkeils 5 angeordnete, kürzere Abschnitte 19 an dem dem Waffenrohr 1 zugewandten Ende.

    [0015] An der Seite, wo sich nur eine Führungsleiste 18 befindet, ist der Hubverschlußkeil 5 bodenseitig mit einem einen Kopf 20 aufweisenden Bolzen 21 versehen. Der Kopfdurchmesser des Bolzen 21 ist etwas kleiner als derjenige der Einführöffnung 15 und der Durchmesser des Bolzens 21 selbst etwas kleiner als die Breite des Langlochs 14.

    [0016] Außerdem besitzt der Hubverschlußkeil 5 unterseitig eine Öffnung 22 zum Einrasten bzw. zum Aufnehmen des freien Endes des Schnellverschlußbolzens 17.

    [0017] Zum Verbinden von Hilfsladeschale 7 und Hubverschlußkeil 5 wird die Hilfsladeschale 7 von unten gegen die Unterseite des Hubverschlußkeils 5 derart geführt, daß der Kopf 20 des Bolzens 21 durch die Einführöffnung 15 und auf der gleichen und der gegenüberliegenden Seite die seitlichen Rippen 11, 12 in Anlage an die Führungsleisten 18 vor den Abschnitten 19 gelangen. Danach wird die Hilfsladeschale 7 in Richtung auf das Waffenrohr 1 vorgeschoben, bis der Bolzen 21 an das Ende des Langlochs 14 gelangt. Bei Erreichen dieser Endstellung befinden sich die Rippen 11, 12 zwischen der Unterseite des Hubverschlußkeils 5 und den Abschnitten 19 der Führungsleisten 18 und der Schnellverschlußbolzen 17 fällt mit seinem der Öffnung 27 zugewandten Ende in diese ein, wenn er entsprechend federvorgespannt ist, oder kann in diese Öffnung 22 hineingedreht werden, wenn er mit einem entsprechenden Gewinde versehen ist (Fig. 5).

    [0018] Die Hilfsladeschale 7 kann auf diese Weise einfach und unkompliziert in Schnellverschlußart am Hubverschlußkeil 5 im Notfall fall befestigt werden, so daß der Fortgang des Schießbetriebs gewährleistet wird. Sie verbleibt während des Schießbetriebs am Hubverschlußkeil 5. Die zur Befestigung nötigen Teile sind klein und führen nur zu einem geringen zusätzlichen Gewicht. Außerdem besitzt die Hilfsladeschale 7 praktisch keine vorspringenden Teile und ist somit raumsparend unterzubringen.

    [0019] Da die Hilfsladeschale 7 in Betriebsstellung bei geöffnetem Hubverschlußkeil 15 in bezug auf die Liderung 3 und den Boden des Waffenrohrs 1 derart höhenmäßig und mit ihrem dem Waffenrohr 1 zugewandten Ende mit Abstand zu dem benachbarten Ende des Hubverschlußkeils 5 sowie zentriert angeordnet ist (Fig. 1), kann beim Handsetzen der Munition der Liderungsring 3 und der Waffenrohrboden nicht beschädigt werden.


    Ansprüche

    1. Hilfsladevorrichtung zum Handansetzen von Munition für eine mittels einer Ladeeinrichtung ladbare Rohrwaffe, deren mit einer Liderung (3) versehenes Waffenrohr (1) mit einem Hubverschlußkeil (5) verschließbar ist, wobei eine Hilfsladeschale (7) zum Notansetzen der Munition vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsladeschale (7) an dem dem Hubverschlußkeil (5) benachbart anzuordnenden Ende mit seitlichen Rippen (11, 12), von denen eine mit einem Schnellverschlußteil (17) und einem sich in Axialrichtung erstreckenden, eine Einführöffnung (15) an dem dem Hubverschlußkeil (5) benachbarten Ende aufweisenden Langloch (14) versehen ist, und der Hubverschlußkeil (5) unterseitig mit seitlichen, ein Einstecken und axiales Verschieben der Rippen (11, 12) ermöglichenden Führungsleisten (18), einen mit seinem Kopf (20) durch die Einführöffnung (15) steckbaren, von dem Langloch (14) aufnehmbaren Bolzen (21) sowie einer Öffnung (22) zur Aufnahme des Schnellverschlußteils (17) bei Erreichen der Endstellung des Bolzens (21) in dem Langloch (14) aufweist.
     
    2. Hilfsladevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsladeschale (7) an wenigstens einer Seite zwei mit axialem Abstand zueinander angeordnete seitliche Rippen (11, 12) aufweist.
     
    3. Hilfsladevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Hubverschlußkeil (5) an einer Seite zwei mit Abstand zueinander angeordnete Führungsleisten (18) und an der anderen Seite eine Führungsleiste (18) und den mit Abstand hierzu angeordneten Bolzen (21) aufweist.
     
    4. Hilfsladevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsleisten (18) auf ihrer gesamten Länge die Rippen (11, 12) seitlich führen und auf einem dem Waffenrohr (1) zugewandten, kürzeren Abschnitt (19) unterseitig abstützen.
     
    5. Hilfsladevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hilfsladeschale (7) in Betriebsstellung bei geöffnetem Hubverschlußkeil (5) in bezug auf die Liderung (3) und den Boden des Waffenrohrs (1) derart höhenmäßig und mit ihrem dem Waffenrohr (1) zugewandten Ende mit Abstand zu dem benachbarten Ende des Hubverschlußkeils (5) angeordnet ist, daß beim Handansetzen der Munition diese nicht beschädigt werden.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht